Kantatengottesdienst mit dem Herforder Münsterchor am Sonntag, 27.11.2016 – BWV 186a „Ärgre dich, o Seele, nicht“

Kantatengottesdienst des Herforder Münsterchors

Mit sicherer Hand: Münsterkantor Stefan Kagl leitet das philharmonische Bachorchester und den Münsterchor. Foto: © Tenta

Mit sicherer Hand: Münsterkantor Stefan Kagl leitet das philharmonische Bachorchester und den Münsterchor. Foto: © Tenta

Julia Borchert trat als Solistin auf !

Herford. Vor genau 300 Jahren komponierte Johann Sebastian Bach die Adventskantate BWV 186aÄrgre dich, o Seele, nicht“ über einen Text von Salomon Franck. In seiner Zeit als Thomaskantor hat Bach dieses Werk noch erweitert. Münsterkantor Stefan Kagl hat sich, zusammen mit dem Herforder Münsterchor, der seltener zu hörenden Urfassung dieses Werks angenommen.

Für die vier Soloarien konnten vier exzellente Solisten gewonnen werden. Dieter Goffing überzeugte mit seiner Bass-Arie, schlicht aber eindringlich begleitet von tiefen Instrumenten. Besondere Freude bereitete die Gelegenheit, Julia Borchert in Herford erneut hören zu können. Die heute deutschlandweit gefragte Sopranistin hatte als Schülerin in Herford erste kirchenmusikalische Erfahrungen gewonnen. Ihr Mitwirken bei dieser Aufführung war auch als Dank an ihre damalige Chorleiterin, Annette Lindenkamp zu verstehen, der mit diesem Festgottesdienst für ihr jahrzehntelanges Engagement für das Musikleben in Herford gedankt wurde (die NW berichtete).

 

Stefan Kagl führte den Münsterchor und das philharmonische Bachorchester mit sicherer Hand durch die anspruchsvolle Komposition. Der Chor schien schwerelos zu singen, getragen von einfühlsamen, kompetenten Instrumentalisten.

Pfarrer Hans-Detlef Hoffmann ging in seiner anschließenden Predigt auf die zuvor gehörte Kantate ein. Mit theologischer Gelehrsamkeit und musikalischer Sachkenntnis wurde Bachs selten gehörtes Werk noch einmal lebendig gemacht. Manche Gottesdienstbesucher haben sich sicher im Anschluss gewünscht die Kantate ein zweites Mal, mit neu gewonnener Erkenntnis erleben zu können.

Münsterkantor Stefan Kagl war an diesem Sonntag nicht nur als Dirigent, sondern auch als Organist zu erleben. Als Begleiter der Kirchenlieder begnügt er sich nicht damit die Gemeinde hinter sich her zu ziehen, sondern nützt diese Aufgabe zur kreativen Gestaltung. Mit dem von ihm vorgetragenen Orgelnachspiel von Heathcote Statham, konnte ein in Deutschland selten zu hörender Komponist entdeckt werden. Während Stathams Orgelspiel war 1938 die Orgel der Norwich Kathedrale in Flammen geraten. Kagls Interpretation der Fantasie über „Veni Emmanuel“ war hingegen, gottlob „nur“ herzerwärmend.

Copyright © Neue Westfälische 2016

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Zum Video: J.S. Bach Adventskantate BWV 186a „Ärgre dich, o Seele, nicht“

J.S. Bach – Kantate BWV186a „Ärgere dich, o Seele, nicht“ (Musik verschollen)

Eine Rekonstruktion der Kantate wurde 1963 von Diethard Hellmann veröffentlicht.

Besetzung Soli: S A T B, Coro: S A T B, Oboe I/II, Taille, Fagotto, Violino I/II:, Viola, Continuo
Entstehungszeit: 1716 Weimar
Text: Salomo Franck 1717
Bemerkungen: Musik verschollen aber in wesentlichen Teilen in BWV 186 erhalten.
Anlass: 3. Adventssonntag

1. Coro Oboe I/II, Taille, Fagotto, Violino I/II, Viola, Continuo

Ärgre dich, o Seele, nicht,
Dass das allerhöchste Licht,
Gottes Glanz und Ebenbild,
Sich in Knechtsgestalt verhüllt.
Ärgre dich, o Seele, nicht!

2. Aria B Continuo

Bist du, der da kommen soll,
Seelenfreund im Kirchengarten?
Mein Gemüt ist zweifelsvoll,
Soll ich eines andern warten?
Doch, o Seele, zweifle nicht.
Lass Vernunft dich nicht verstricken,
Deinen Schild, o Jakobs Licht,
Kannst du in der Schrift erblicken!

3. Aria T Viola, Continuo

Messias lässt sich merken
Aus seinen Gnadenwerken,
Unreine werden rein.
Die geistlich Lahme gehen,
Die geistlich Blinde sehen
Den hellen Gnadenschein.

4. Aria S Violino I/II, Continuo

Die Armen will der Herr umarmen
Mit Gnaden hier und dort!
Er schenket ihnen aus Erbarmen
Den höchsten Schatz, des Lebens Wort!

5. Aria S A Oboe I/II, Violino I/II, Viola, Continuo

Lass, Seele, kein Leiden
Von Jesu dich scheiden,
Sei, Seele, getreu!
Dir bleibet die Krone
Aus Gnaden zu Lohne,
Wenn du von Banden des Leibes nun frei.

6. Choral Oboe I/II, Violino I/II, Viola, Fagotto, Continuo

Darum, ob ich schon dulde
Hie Widerwärtigkeit,
Wie ich auch wohl verschulde,
Kommt doch die Ewigkeit,
Ist aller Freuden voll,
Dieselb ohn einigs Ende,
Dieweil ich Christum kennt,
Mir widerfahren soll.
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Die Kantate basiert auf einem Kantatentext von Salomo Franck für den Dritten Adventssonntag, der 1717 in den Evangelischen Sonn- und Fest-Tages-Andachten erschienen ist. Seine Texte enthalten die Sätze 1, 3, 5, 8, 10 des späteren Werkes und einen anderen Schlusschoral von Ludwig Helmbold. J.S. Bach komponierte die Musik, BWV 186a, 1716 in Weimar, wo sie zum ersten Mal am 13. Dezember 1716 aufgeführt wurde.

Ensemble: Ton Koopman

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Herzliche Adventgrüße

Volker

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J. S. Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Videos, Rundfunk-Sendungen und Kantaten-Beschreibung für den „2. Advent“

Herrnhuter Kirche der Brüdergemeine. ZDF-Fernsehgottesdienst am 2. Advent 4.12.2016 um 09:30 Uhr.

 Herrnhuter Stern in der Herrnhuter Kirche der Brüdergemeine. Foto: Andreas Schoelzel –                                           ZDF    –    Fernsehgottesdienst am  2. Advent  4.12.2016  um  09:30 Uhr.

 Liebe Bach-Freunde/innen !

Eine Übersicht der Bach-Kantaten zum aktuellen Sonntag im Kirchenjahr steht zum Download bereit:  

Link:  Bach-Kantaten im Kirchenjahr – als PDF-Download

Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe, Radio-Programme mit Bach-Kantaten und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 04.12.2016 begehen wir den 2. Advent

Die Adventszeit als Vorbereitungszeit auf das Christfest ist erst im 4. Jahrhundert entstanden, wobei es zunächst erhebliche Unterschiede in der Dauer (von einer Woche bis zu 40 Tagen) gab. Vier Sonntage im Advent gibt es für die römische Kirche, deren Praxis die Reformation übernommen hat, seit etwa 600, der 1. Sonntag im Advent wird aber erst seit Mitte des 8. Jahrhunderts als Beginn des Kirchenjahres besonders gefeiert. Von Anfang an hatte die Adventszeit den Charakter der Bußzeit als Vorbereitung auf das Christfest, den „Geburtstag“ Jesu Christi.

Im Advent sehen wir nicht nur zurück auf die Ankunft des Herrn, wie sie uns in der Bibel als „Weihnachtsgeschichte“ überliefert ist, sondern auch voraus auf die zukünftige Ankunft des Herrn als Herrscher dieser Welt und Begründer des Neuen Jerusalem. In der Spannung zwischen beiden erfahren wir im Advent den Herrn als den, der auf uns zukommt, sich uns immer wieder neu zuwendet und uns zur Buße zur Umkehr zu ihm hin einlädt.

Das Thema des 2. Sonntags im Advent wendet sich jetzt dem erlösenden Aspekt Gottes zu, nachdem am 1. Sonntag im Advent die Macht des Herrschers im Vordergrund stand. Der Erlöser wirkt auf vielerlei Weise – wiederum durch Macht, oder durch den Opfertod am Kreuz. Das Kommen wird aber auch als Erlösung von den Leiden dieser Welt angesehen, d.h. der Herr, wenn er kommt, wird endlich ein Ende machen mit der hiesigen Trübsal (Epistel).
Ab diesem Sonntag entfällt das „Gloria in excelsis“.

Am 2. Advent denken wir besonders an den Tag, an dem Gott diese Welt erlösen wird. Noch stehen wir in dieser Welt der Not und der Schuld, noch warten wir auf den Erlöser, der schon naht. In aller Trübsal unseres Lebens hören wir die Verheißungen, die uns mit Hoffnung erfüllen und deren Einlösung wir geduldig erwarten.

Wochenspruch: 

Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. (Lk 21, 28b)

Wochenlied: 

“O Heiland, reiß die Himmel auf“ (EG 7)

YouTube – Musikvideo zum Wochenlied

(Textauszüge: ©  Martin Senftlebe

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Frauenkirche Dresden

Frauenkirche Dresden             

             ZDF – Adventskonzert in der Frauenkirche Dresden 

                    am Sonntag, 04.12.2016 um 18 Uhr im ZDF

                                Eine Aufzeichnung !

                                  Veranstalter

            ZDF in Kooperation mit der Stiftung Frauenkirche Dresden

                        Das traditionelle Adventskonzert des ZDF in
Zusammenarbeit mit der Stiftung Frauenkirche Dresden

Programm:

Felix Mendelssohn Bartholdy

Lobgesang: »Alles, was Odem hat, lobe den Herrn«
»Lobe den Herrn, meine Seele«
»Ich harrete des Herrn«
Reformations-Sinfonie
»Ein feste Burg ist unser Gott«

Franz Schubert

»Magnificat«

Georg Friedrich Händel

Il Trionfo del Tempo e del Disinganno

Wolfgang Amadeus Mozart

Exsultate jubilate

Johannes Eccard

»Übers Gebirge Maria geht«

Sopran:  Sonya Yoncheva & Regula Mühlemann

Dresdner Kreuzchor
Dresdner Kammerchor
Staatskapelle Dresden

Leitung Andrés Orozco-EstradaSopran Sonya Yoncheva

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ZDF – Fernsehgottesdienst am  2. Advent  04.12.2016  um  09:30 Uhr 

aus Herrnhut!

Herrnhuter Brüdergemeine !

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Bach-Kantaten für den 2 bis 4. Advent

BWV    70  –  Wachet! betet! betet! wachet

BWV  132  –  „Bereitet die Wege, bereitet die Bahn

BWV 147  –  Herz und Mund und Tat und Leben

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R a d i o – Sender in Deutschland mit Bach-Kantaten:

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WDR3 – Klassik

Sendung: 07:05 bis 08:30 Uhr

WDR3 – Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein-Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/wdr3/uebersicht/

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WDR3 – Auszüge aus dem Programm:

Geistliche Musik – Sonntag:  07:05 bis 08:30 Uhr

Bach-Kantate   ab ca. 08:00 Uhr

Johann Sebastian Bach

BWV 70  Wachet! betet! betet! wachet!

Kantate für Sopran, Alt, Tenor, Bass, Chor und Orchester;

Yukari Nonoshita Sopran; Robin Blaze, Altus;

Gerd Türk, Tenor; Peter Kooij, Bass;

Bach Collegium Japan,

Leitung: Masaaki Suzuki

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NDRkultur

Sonntag: 08:03 – 08:40 Uhr

Livestream –Link:  

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html

Programm-Link:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/index.html

Archiv zum Nachhören:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html

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NDRkultur – Kantate

Sendung Sonntag: 08:03 – 08:40 Uhr 

Johann Sebastian Bach:

Kantate BWV 61 „Nun komm, der Heiden Heiland“

Christine Schäfer, Sopran / Werner Güra, Tenor

Gerald Finley, Bass / Tölzer Knabenchor

Arnold Schoenberg Chor / Wiener Sängerknaben

Concentus Musicus Wien

Leitung: Nikolaus Harnoncourt

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HR2 – Kultur

Sendung: 06:05 – 07:30 Uhr

Programm:

http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/kalender3758.jsp?rubrik=3758

Livestream:

http://www.hr-online.de/website/static/streaming_popup/mp3streamer.jsp?client=hr2

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HR2 – Kultur

Geistliche Musik – Auszug aus dem Programm

Etwa ab  07:00 Uhr:

Johann Sebastian Bach

Kantate BWV 29  Wir danken dir, Gott, wir danken dir

Christine Schäfer, Sopran  /  Bernarda Fink, Alt

Werner Güra, Tenor / Christian Gerhaher, Bariton

Arnold Schoenberg Chor / Concentus Musicus Wien

Leitung: Nikolaus Harnoncourt

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SR2-Radio Saarbrücken (Klassik-Radio)

Programm: 

http://www.sr.de/sr/sr2//station106~week.html;jsessionid=BB206B8BE43558076CF9D56CD9C9D460

Webradio:  

http://www.sr-online.de/sr2/351/5305.html

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SR2-Radio Saarbrücken (Klassik-Radio) 

Auszüge aus dem Programm:

Sonntag 07:04 – 08:00 Uhr

Bach-Kantate 

BWV 150 Nach dir, Herr, verlanget mich

Tanya Aspelmeier, Sopran / Jürgen Banholzer, Countertenor

Mirko Heimerl, Tenor /  Hans Wijers, Bass

Balthasar-Neumann-Chor / Balthasar-Neumann-Ensemble

Leitung: Thomas Hengelbrock

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SWR2 (Kulturradio)

Sendung: 08:03 bis 08:30 Uhr

Programm: 

http://www.swr.de/swr2/programm/-/id=661104/1rcmvqp/index.html 

Webradio:  

http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/nid=7576/did=1586900/pv=mplayer/10idhq8/index.html

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SWR2 – Auszüge aus dem Programm:

Geistliche Musik am Sonntag um 08:11 bis 08:30 Uhr

SWR2 – Kantate

Johann Sebastian Bach

Kantate BWV 62  „Nun komm, der Heiden Heiland“

Inga Nielsen (Sopran) Helen Watts (Alt)

Aldo Baldin (Tenor)  Philippe Huttenlocher (Bass)

Gächinger Kantorei Stuttgart / Bach-Collegium Stuttgart

Leitung: Helmuth Rilling

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RBB-Kulturradio

Sendung Sonntag: 09:30 bis 10:00 Uhr

Programm:

http://www.kulturradio.de/programm/index.html

Livestream 

http://www.kulturradio.de/livestream/index.html

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RBB-kulturradio  

Auszüge aus dem Programm:

Sendung Sonntag von 09:30 bis 10:00 Uhr

Johann Sebastian Bach

BWV 61 “Nun komm, der Heiden Heiland

Kantate zum 2. Advent

Gerlinde Sämann, Sopran / Petra Nokaiová, Alt

Christoph Genz, Tenor / Jan van der Crabben, Bass

La Petite Bande

Leitung: Sigiswald Kuijken

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MDR – Kultur  

Sendung:  Sonntag: 06:30 bis 07:00 Uhr 

Programm:

http://www.mdr.de/kultur/radio-tv/radio/startseite-figaro–100.html

MDR-Kultur Live:

http://www.mdr.de/kultur/radio-tv/radio/index.html

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MDR – Kultur  

Auszüge aus dem Programm:

Sendezeit: Sonntag um 06:30 bis 07:00 Uhr

Johann Philipp Käfer  (1672-1728)

„O jüngster Tag wie lieblich bist du mir“

Isabel Jantschek, Sopran;  Ulrich Weller, Altus;

Tobias Mäthger, Tenor; Felix Schwandtke, Bass

Les Amis de Philippe,  Cantus Wettinianus Dresden

Leitung: Ludger Remy

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Bayern-Klassik

Sendung Sonntag: 08:05 bis 08:30 Uhr

Programm:  

 https://www.br-klassik.de/programm/radio/index.html

Live-Stream:

(Es ist zu empfehlen, den VLC Media Player,  den man kostenlos aus dem Internet herunterladen kann – zu benutzen!)

http://streams.br-online.de/br-klassik_2.m3u

oder

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Bayern-Klassik – Auszüge aus dem Programm:

Sendung: Sonntag um 08:05bis 08:30Uhr

Johann Sebastian Bach:

Kantate zum 2. Advent 

BWV 62  “Nun komm, der Heiden Heiland“

Nancy Argenta, Sopran; Petra Lang, Mezzosopran;  

Anthony Rolfe Johnson, Tenor;  Olaf Bär, Bariton;  

The Monteverdi Choir; / The English Baroque Soloists

Leitung:  John Eliot Gardiner

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Deutschlandfunk

Sendung Sonntag: 06:10 Uhr bis 07:00 Uhr

Deutschlandfunk

Auszüge aus dem Programm:

Sendung Sonntag: 06:10 Uhr bis 07:00 Uhr

Gottfried August Homilius  (1714-1785)

Kantate „Verwunderung, Mitleid, Furcht und Schrecken“

Barbara Schlick (Sopran) Hein Meens (Tenor)

Stephen Varcoe (Bass)

Dormagener Jugendkantorei / Das kleine Konzert

Leitung: Hermann Max

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Domradio Köln

Sendung: „Cantica“ Sonntag um 06:30 Uhr bis 07:00 Uhr

Wiederholung: Sonntag um 23:00 – 23:30 Uhr 

Programm:

http://www.domradio.de/radio/programmschema

Web-Radio:

http://www.domradio.de/web-radio

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Domradio Köln

Sendung: „Cantica“ am Sonntag   06:30 Uhr bis 07:00 Uhr

Wiederholung: um 23:00 – 23:30 Uhr

Georg Philipp Telemann  (1681-1767)

Kantate: „Machet die Tore weit“

Georg Philipp Telemanns Kantate „Machet die Tore weit“ Wertschätzung vom Thomaskantor!

Kaum ein biblischer Spruch ist so eng mit der Adventszeit verbunden wie „Machet die Tore weit“ aus Psalm 24. Georg Philipp Telemann hat dazu eine Kantate komponiert.

Das traditionelle Adventslied „Macht hoch die Tür“ gehört zu den Klassikern in den Kirchen. Die wohl berühmteste Vertonung für Chor hat Andreas Hammerschmidt vorgelegt. Seine sechsstimmige Motette gehört zum Repertoire vieler Chöre. Georg Philipp Telemann hat diesem Thema eine ganze Kantate gewidmet. Entstanden ist sie zum 1. Advent des Jahres 1719 und war als Eröffnungsstück eines für den Eisenacher Hof gedachten Kirchenkantaten-Jahrgangs gedacht nach Texten des Eisenacher Regierungssekretärs Johann Friedrich Helbig.

Bis heute ist sie eines der am meisten aufgeführten kirchenmusikalischen Werke Telemanns. Die Wertschätzung für das Stück schlug dem Komponisten schon zu Lebzeiten entgegen. Der berühmte Leipziger Thomaskantor Johann Sebastian Bach machte seine Vorliebe für das Stück damit deutlich, dass er die Partitur abschrieb und 1734 selbst in Leipzig aufführte. Für Solisten, Chor und Kammerorchester ist diese Kantate geschrieben, die aus insgesamt fünf Sätzen besteht.  Der Eingangschor kommt klang- wie schwungvoll daher:

Dieser Eingangschoral nimmt fast ein Drittel der Gesamtlänge der Kantate ein. Direkt danach folgt eine sehr ruhige, nahezu innige Sopran-Arie. Hier wird die Aufforderung die Tore zu öffnen aus dem Eingangssatz ins persönliche Leben übertragen. Fast schon betend und flehend heißt es: „Jesu, komm in meine Seele“. In das geöffnete Herz des Beters soll der Messias, dessen Ankunft an Weihnachten erwartet wird kommen. Die zweite Arie der Kantate, diesmal gesungen vom Bass mutet etwas fröhlicher und forscher an. Thema der Arie ist der Einsatz den der Beter für die Erfüllung seines Wunsches zu leisten bereit ist. Er wolle beten und singen, dass der Herr in das geöffnete Herz einziehen kann. Abgeschlossen wird die Telemannsche Kantate von einem schlichten Schlusschoral, der einen Text von Paul Gerhardt aufnimmt. „Warum willst Du?“ beginnt er. Spätestens hier werden klangliche Ähnlichkeiten zu Johann Sebastian Bach deutlich und erklären dessen Wertschätzung für die Kantate.

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ERF – Plus  (Evang. – Rundfunksender)

Sendung:  Sonntag Bach-Kantate 

Die Sonntagskantaten des Thomaskantors gespielt und erklärt.

Sonntag, 11:00 Uhr

Tages-Programm:

http://www.erf.de/radio/erf-plus/tagesprogramm/4167?reset=1

Livestream:

 http://www.erf.de/livestream?radio=erfplus

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ERF – Plus  (Evang. – Rundfunksender)

Sonntag, 11:00 Uhr

Bach-Kantate

Aus dem Programm:

Zwei Luther-Choräle in Orgelbearbeitungen von Johann Sebastian Bach, nämlich „Nun komm, der Heiden Heiland“ und „Gelobet seist du, Jesu Christ“.

Außerdem kommt der Lobgesang der Maria, das Magnificat das Thema. Einmal kommt es in Form der Bachkantate BWV  10 zum Klingen: „Meine Seel erhebt den Herren“

Ausführende: Gächinger Kantorei und dem Bach-Collegium Stuttgart unter Helmuth Rilling ! Solisten:  Arleen Auger, Margit Neubauer, Aldo Baldin und Wolfgang Schöne.

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Videos mit Bach-Kantaten für den 2. – 4. Advent

BWV     70  – „Wachet! betet! betet! wachet“ 

BWV  132  –  „Bereitet die Wege, bereitet die Bahn

BWV 147  –  Herz und Mund und Tat und Leben

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/ YouTube: BWV 70  – Wachet! betet! betet! wachet –  (Interpret: Rilling)

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/ YouTube: BWV  132 – Bereitet die Wege, bereitet die Bahn“   (Interpret: Koopman)

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/ YouTube: BWV 147  -m  Herz und Mund und Tat und Leben –  (Interpret: Koopman)

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In loser Reihenfolge stelle ich bemerkenswerte Werke

von J.S. Bach sowie aus der Bach-Familie – u.a. Barock-Komponisten vor..!!

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Gottfried Heinrich Stölzel  (1690-1749)

Gottfried Heinrich Stölzel (* 13. Januar 1690 in Grünstädtel; † 27. November 1749 in Gotha) war ein deutscher Kapellmeister, Komponist und Musiktheoretiker.

Stölzel wurde als zweites von neun Kindern im erzgebirgischen Grünstädtel geboren. Sein Vater Heinrich hatte 1687 das Amt des Schulmeisters und Organisten von dessen Vater übernommen und im selben Jahr die Richterstochter Katharina Lange geheiratet. Gemeinsam lebte die Familie im Schulhaus des Dorfes.

Von seinem Vater lernte Gottfried Heinrich das Klavierspielen und sang im Kinderchor der Gemeinde. Im Alter von 13 Jahren lernte er am Lyzeum in Schneeberg, wo er von Christian Umblaufft, einem Schüler des Thomaskantors Johann Schelle, Musikunterricht erhielt. 1705 wechselte er auf das Gymnasium in Gera, wo er vom gräflichen Kapelldirektor Emanuel Kegel Musikunterricht erhielt. Anschließend nahm er 1707 in Leipzig ein Studium der Theologie auf. Einer seiner Lehrer dort war Melchior Hoffmann, der durch kompositorische Anleitung und Aufführung seiner Werke förderte. In dieser Zeit entstanden persönliche Bekanntschaften mit Johann Friedrich Fasch und Johann Georg Pisendel. Nach einem kurzen Studienaufenthalt in Italien hielt er sich in Prag auf. 1710 gab er in Breslauer Adelsfamilien Musikunterricht und begann die Arbeit an mehreren Kompositionen. In der Breslauer Zeit entstand seine erste Oper Narcissus. 1713 begab er sich erneut nach Italien, wo er mit Francesco Gasparini, Antonio Vivaldi und Giovanni Bononcini Kontakte pflegte und dadurch den Einstieg in die internationale Musikwelt fand.

1717 folgte er zur Zweihundertjahrfeier der Reformation einem Ruf nach Bayreuth zur Verfertigung von Kirchenmusik. Vom 1. Januar 1718 bis zum 30. September 1719 übernahm er die Position des Kapellmeisters am Hof in Gera, mit der umfangreiche Verpflichtungen verbunden waren. Dazu gehörte die Tätigkeit als Musiklehrer am Gymnasium. 1719 nahm er Christiane Dorothea (1694–1750), die Tochter des Hofdiakonus Magister Johann Knauer, zur Frau. Aus der Ehe gingen zehn Kinder hervor. Noch 1719 zog das Paar nach Gotha, wo Gottfried Heinrich von Herzog Friedrich II. zum Hofkapellmeister ernannt worden war. Er war außerdem als Musiklehrer tätig, verfasste mehrere musiktheoretische Schriften und betätigte sich außerdem als Schriftsteller. Stölzel pflegte alle musikalischen Gattungen seiner Zeit und führte die Hofkapelle zu einer neuen Blüte. Er schuf Werke für die Höfe in Gera, Sondershausen und Zerbst. 1739 wurde er Mitglied der Correspondierenden Societät der musicalischen Wissenschaften.

Stölzel war ein außerordentlich produktiver Komponist. Sein herausragender Ruf übertraf zeitweise seinen Zeitgenossen Johann Sebastian Bach. Sein kompositorisches Schaffen umfasst neben zahlreichen Orchesterwerken, Kammermusikwerken, Oratorien und MessenMotetten und Passionen auch weltliche Kantaten. Ein großer Teil seiner Werke ist allerdings verschollen.

1725 schuf er eine Fassung des Passionsoratoriums Der für die Sünde der Welt gemarterte und sterbende JESUS von Barthold Heinrich Brockes (Brockes-Passion), die am Karfreitag in der Schlosskirche von Schloss Friedenstein aufgeführt wurde. Um 1735 schickte Stölzel eine Abschrift der Passion nach Sondershausen, wo sie mehrfach aufgeführt wurde, durch Zufall erhalten blieb und 1997 erstmals wieder erklang. Er schrieb eine Deutsche Messe, eine Lutherische Messe (Kyrie und Gloria) in deutscher Sprache, für vierstimmigen Chor, Streicher und basso continuo. Als Stölzels bedeutendstes Werk gilt das Weihnachtsoratorium. Hierbei handelt es sich um einen zehnteiligen Kantatenzyklus, der erstmals zwischen Weihnachten 1736 und Epiphanias 1737 aufgeführt wurde.

Video:

Christmas Oratorio:

Cantata for the first day of Christmas

„Ach, dass die Hülfe aus Zion über Israel käme“.

Weimarer Barockensemble

Leitung: Ludger Rémy

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Kantate zum ersten Adventssonntag

Gottfried August Homilius (1714 – 1785)

Körnerscher Sing-Verein
Dresdner Instrumental-Concert

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Sir John Eliot Gardiner – Kantaten-Beschreibung

zum BWV 70  – Wachet! betet! betet! wachet!

Kantaten für den 2. – 4. Advent 

Aufführungsort: Michaeliskirche, Lüneburg am 10.12.2000

Auf der letzten Etappe unserer einjährigen Pilgerreise durch Europa sahen wir uns mit der Herausforderung konfrontiert, drei der faszinierendsten Kirchenkantaten Bachs aufzuführen, die einander am Anfang und Ende des Kirchenjahres begegnen. Alle drei gehen auf Adventskantaten zurück, die Bach nach seiner Beförderung zum Konzertmeister 1715 in Weimar komponierte, und alle drei haben Libretti des Hofpoeten, Bibliothekars und Numismatikers Salomo Franck. Die Zeit zwischen dem ersten Advent und Weihnachten war dort nicht, wie in Leipzig, ein tempus clausum, eine ‚geschlossene Zeit’, in der keine Figuralmusik aufgeführt werden durfte. Im Gegenteil, die Vorfreude auf Weihnachten kommt in allen drei Kantaten deutlich zum Ausdruck, nicht nur in BWV 132 und 147, die ursprünglich in Weimar in zwei Jahren nacheinander (1715 und 1716) am Vierten Advent zu hören waren, sondern auch in BWV 70, das anfangs für den Zweiten Advent 1716 bestimmt war und, in der Vorweihnachtszeit nicht weiter überraschend, Jesu Wiederkehr als Richter der Welt zum Thema hat.

Alle drei Werke lassen erkennen, welch eine erstaunlich schöpferische und entwicklungsträchtige Zeit es für Bach war, der jetzt, was seine Kantatenkompositionen betraf, dreißig geworden war, ein reiches Reservoir stilistischer – italienischer, französischer und heimisch- deutscher – Einflüsse bewältigte, diese seinen Zwecken anpasste und, aus Ehrfurcht vor seinen Wurzeln und seiner musikalischen Vergangenheit, sich weigerte, sich auf den neuen ‚Neumeister-Typ’ der Kantate mit ihrer charakteristischen Abfolge von Rezitativ und Arie zu beschränken. Die Musik ist in der musikalischen Auslegung der Franck’schen Texte voller blitzender Gedanken, Überschwang und Dramatik und, im Gegensatz zu dem, was einige Gelehrte behaupten mögen, unverkennbar original und von den Kantaten aller seiner Zeitgenossen deutlich unterschieden. Man möchte vor Bedauern laut aufschreien, wenn man bedenkt, dass viele (keiner weiß genau, wie viele) der übrigen Kantaten Bachs aus diesen Jahren (1713–17) verloren sind, vielleicht verbrannt oder von seinem Dienstherrn Herzog Wilhelm Ernst beschlagnahmt, dessen Unmut er sich zugezogen hatte, so dass wir zum einen nun nicht mehr die Möglichkeit haben, sein vokales Schaffen im Vergleich zu den zahlreichen einzigartigen Meisterwerken für Klavierinstrumente (darunter das Orgelbüchlein) zu würdigen, und uns zum anderen ein entsprechend gewichtiges und umfangreiches Korpus an Kantaten fehlt, das mit den großen, Mitte der 1720er Jahre in Leipzig entstandenen Zyklen zu vergleichen wäre. 

Unser Programm in Lüneburg begann mit

BWV 70 Wachet! betet! betet! wachet!

in der musikalischen Form, in der diese Kantate erhalten ist – der Erweiterung, die Bach auf der Basis der kürzeren, sieben Jahre vorher in Weimar komponierten sechssätzigen Adventskantate (BWV 70a), von der nur noch drei hohe Streicherstimmen vorhanden sind, für die Aufführung am 21. November 1723 in Leipzig vornahm. Francks Libretto wurde von dieser Bearbeitung nicht beeinträchtigt, da das an beiden Sonntagen behandelte Thema (Christi Kommen und das Jüngste Gericht) an diesem zentralen Punkt des Jahres, wo sich das ‚alte’ Jahr auf die Zeit Israels und das ‚neue’ Jahr auf die Zeit des Lebens Christi auf Erden bezieht, gewissermaßen identisch ist.

Franck fordert dazu auf, aus der Zeit ‚Ägyptens’ (der Gefangenschaft des Volkes Israel) in ein ‚himmlisch Eden’ zu ziehen – aus der ‚Not und Qual’ des irdischen Jammertals in himmlische ‚Freud und Herrlichkeit’, ein Weg, den Bach in einer aufwärts gerichteten Modulation in Terzschritten (a – C – e – G) widerspiegelt. Darüber hinaus betonten Franck und Bach das Nebeneinander von menschlicher, nicht rückgängig zu machender Zeit und Gottes ewiger, unveränderlicher Zeit. Durch den hinzugefügten zweiten Choral und die zusätzlichen vier Rezitative (zwei secco, zwei accompagnato), die das Evangelium paraphrasieren (Matthäus 25, 31– 46), wird aus der ursprünglichen Kantate nun ein zweiteiliges Werk, das sich mit dem Gegensatz zwischen Zerstörung und Wiederherstellung befasst. Bach versucht das Unmögliche: die Linearität zu überwinden, in der sich die musikalische (und damit menschliche) Zeit entfaltet, indem er Möglichkeiten vorschlägt, durch die sie Gottes ewiger Zeit untergeordnet und demnach in sie einbezogen wird. Hier und da lässt er durchblicken, genau wie in seinem Actus tragicus und in der Matthäuspassion, dass er letztere bevorzuge, nicht nur indem er in der Sopran-Arie (Nr. 5) auf holzschnittartig-bildhafte Weise Schlüsselwörtern wie ‚bestehen’ (im wörtlichen wie metaphorischen Sinn) besonderen Nachdruck verleiht, sondern indem er die grenzenlosen – in der Tat zeitlosen – Möglichkeiten ausschöpft, die in einer Folge musikalischer Gedanken enthalten sind.

Das Ergebnis ist eine einzigartige Fusion wunderbarer Musik aus zwei seiner fruchtbarsten Perioden der Kantatenkomposition, jener grundlegenden Durchbrüche, zu denen er in den Jahren 1716 und 1723 gelangte. Man könnte vorgeben, man bemerke die stilistischen Nahtstellen zwischen den beiden Versionen und Stilen, doch das wäre unredlich. Was in Wahrheit hier so beeindruckt, das ist, auf welch überzeugende und dramatische Weise das erste Accompagnato (Nr. 2, Leipzig) aus dem Eingangschor (Weimar) hervorbricht und wie nahtlos die gleichermaßen dramatische Ankündigung des Jüngsten Gerichts (Nr. 9, Leipzig) mit der beschwichtigenden Arie (Nr. 10, Weimar) verknüpft wird. Joshua Rifkin meint, der Trompetenpart sei dem ersten Chor und der letzten Arie erst für die Wiederaufführung in Leipzig hinzugefügt worden und die Oboe bringe dem musikalischen Gefüge des ersten Aktes nichts wesentlich Neues, und er kommt gar zu dem Schluss, es klinge besser nur mit Streichern und der Dialog zwischen Trompete und Singstimme im zehnten Satz (Takte 36–37) sei lediglich ein glücklicher Zufall gewesen.

Nun ja… Selbst angesichts der Schwierigkeiten, mit denen die Bläser (deren Instrumente vermutlich auf den französischen Kammerton A = 392 Hz gestimmt waren) zu kämpfen haben mochten, um sich dem Weimarer Chorton anzupassen, spielen sowohl Trompete als auch Oboe im Anfangssatz und in Bachs experimentellem Wechsel zwischen nur dem Orchester, dann dem Chor mit begleitendem Orchester und schließlich mit den Stimmen, die nur in die Wiederholung der orchestralen Sinfonia einbezogen werden, eine entscheidende Rolle, in der sie wie Turnierkämpfer agieren. Dank dieser Technik (Choreinbau) gelingt es Bach, vor unseren Augen den furchterregenden Augenblick (aus der Petrus-Epistel für den Tag) erstehen zu lassen, ‚an welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen’. Das geschieht, bevor jene, die numerologischen Kriterien einen hohen Wert beimessen, die Wiederkehr der auf- und absteigenden Arpeggio-Figur in der Trompetenlinie – eine Art reveille, der die Rufe ‚Wachet!’ vorantreibt – abzählen und auf vierzehn kommen, die symbolische Zahl, die für Alpha und Omega steht, eine Metapher (aus dem Buch der Offenbarung) für Jesus als Anfang und Ende des Lebens. 

An dem folgenden Accompagnato (Nr. 2) für Bass, Streicher, Oboe und Trompete und seinem Zwilling (Nr. 9) beeindruckt mich am meisten, dass sie so opernhaft wirken. Beginnend mit wiederholten Sechzehnteln, die sie in Monteverdis stilo concitato (wörtlich ‚erregter’ Stil) heraushämmern, nehmen sie um viele Jahre die wunderbar opernhaften Ausbrüche zweier der vorzüglichsten Heroinen Händels vorweg: Dejanira, die in Raserei geratende Ehefrau in Hercules (1745) (‚Where shall I fly?’), und Storge, die entrüstete Mutter in Jephtha (1752) (‚First perish thou!’). Aber es sind nicht nur die vollmundigen Anfänge, die diese wunderbaren scene mit Bachs Kantate verbinden – Bach kann sich hier in seiner mächtigen vokalen Deklamation, in den feinen Abstufungen der Stimmung und der nachdrücklich stützenden Orchesterbegleitung, die er erfindet, um die verheerende Zerstörung der Welt und schließlich den engelhaften Übergang (vom Rezitativ zur Bass-Arie, Nr. 10) zu schildern, wenn Jesus den Gläubigen ‚zur Stille, an den Ort, das Lust die Fülle’ führt, mit Händel durchaus messen. Selbst jene Leipziger Gemeindemitglieder, die sich gegen Opernmusik in der Kirche am meisten wehrten, müssen bewegt gewesen sein, wenn die Melodie des Adventschorals – ‚Es ist gewisslich an der Zeit’, eine Weise, die während des Dreißigjährigen Krieges ein Talisman, eine Art Dies irae wurde – von der einsamen Trompete über dem Chaos des Jüngsten Gerichts angestimmt wird. 

© John Eliot Gardiner 2009

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für Advent:

               Link:    h i e r  zum Download als PDF  Gardiner   

  Künstler-Beitrag –  

              Link:   Künstler-Meinungen; Hildburg Williams Violine 

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CDs vom Label SDG  

Link:  CD’s  von SDG – Bach-Kantaten

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Cover SDG 162 Vol. 13

CD – Cover SDG 162 Vol. 13

Link:  CD zwei – Inhalt

BWV  70 „Wachet! betet! betet“ wachet!“

BWV 132 „Bereitet die Weg, bereitet die Bahn!“

BWV 147 „Herz und Mund und Tat und Leben“

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bachfest-leipzig-2013

Bachfest Leipzig 2017 vom 09.06 – 18.06.2017 

“EIN SCHÖN NEW LIED” – MUSIK UND REFORMATION 

Das Bachfest 2017 steht unter dem Motto ““EIN SCHÖN NEW LIED” – MUSIK UND REFORMATION

Martin Luther sah in „Frau Musica“ eine göttliche Kunst, da sie den Teufeln zuwider sei. Entsprechend stellte er die Musik in eine Reihe mit der Theologie, erhob das deutschsprachige geistliche Lied zu einem festen Bestandteil des reformatorischen Programms und hielt ließ es Eingang in den Gottesdienst finden. Häufig als „schöne newe Lieder“ betitelt, verbreitete sich das neue reformatorische Liedrepertoire rasant….

Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2017 beginnt seit dem 14. Oktober 2016.

PDF Programm Bachfest Leipzig 2017

Programm zum Download als PDF 

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S i t z p l ä n e  der Leipziger Kirchen als PDF:

Sitzplan der Thomaskirche Leipzig als PDF zum Download 

Sitzplan der Nikolaikirche Leipzig als PDF zum Download  

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Kartenvorbestellungen:

über Ticket-Online

oder

für die Konzerte innerhalb des Bachfestes

über das Bach-Archiv Leipzig:

Bach-Archiv Leipzig

Stiftung bürgerlichen Rechts
Thomaskirchhof 16
04109 Leipzig

Telefon:  +49 (0) 341 / 91 37 – 3 33

Fax:  +49 (0) 341 / 91 37 – 3 35

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Video vom Thomaschor

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Advent Cantata BWV 61, „Nun komm, der Heiden Heiland“ (Weimar, 1714)

i. Overture (chorale fantasia): Nun komm, der Heiden Heiland
ii. Recitative (tenor): Der Heiland ist gekommen
iii. Aria (tenor): Komm, Jesu, komm zu deiner Kirche
iv. Recitative (bass): Siehe, ich stehe vor der Tür
v. Aria (soprano): Öffne dich, mein ganzes Herze
vi. Chorale: Amen, Amen, komm du schöne Freudenkrone

Thomaner Friedrich Praetorius, soprano
Christoph Genz, tenor
Gotthold Schwarz, bass

Thomanerchor Leipzig
Gewandhausorchester
Leitung: Georg Christoph Biller

Rondeau Production 2012

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Auf  YouTube veröffentlichte Videos der

J.S. Bach-Stiftung St. Gallen” –  stelle ich hier vor:

Rudolf Lutz - Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen

Rudolf Lutz – Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen)

Weitere Informationen zur Bachstiftung:

unter www.bachstiftung.ch

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J.S. Bach Cantata BWV 132 “Bereitet die Wege, bereitet die Bahn”

Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung.

„Bereitet die Wege, bereitet die Bahn!“

Kantate BWV 132 zum 4. Advent für Sopran, Alt, Tenor, Bass, Oboe, Fagott, Streicher und Continuo.

Als Solisten auf dem Video wirken mit:

Wolf Matthias Friedrich (Bass)

Leitung: Rudolf Lutz

Die DVD mit der gesamten Kantate ist erhältlich im Shop

Link:

http://www.bachstiftung.ch/shop/bereitet-die-wege-bereitet-die-bahn-bwv-132-dvd.html

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Video – YouTube BWV 132 – 

Dritter Satz (aria, basso) aus der Kantate BWV 132 „Bereitet die Wege, bereitet die Bahn!“, aufgeführt durch die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen. Als Solist wirkt mit

Wolf Matthias Friedrich (Bass).

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Weitere Informationen zur Bachstiftung:

unter www.bachstiftung.ch

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Link:  mp3 – Download –

J.S. Bach-Stiftung – bei 

Amazon – mit Hörproben

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Link zur Bachstiftung St. Gallen

mp3 J.S. Bach-Stiftung

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DVD’s  der Johann Sebastian Bach-Stiftung St. Gallen

 Bezugsquelle 

Link:   bei   j p c

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All of Bach

(Bach-Projekt in Holland)

ALL OF BACH Hinweise - News

J. S. Bach – Kantate – BWV 191 „Der Herr denket an uns“

Der Text stammt von Psalm 115. Ein Großteil der späteren Kantate Ausgangs Bachs wurde für die Anforderungen des liturgischen Kalender geschrieben, aber dieser Kantate scheint für einen besonderen Anlass geschrieben worden sein. Der Psalm schließt die Zeile „Der HERR wird euch je mehr und mehr, Sie und Ihre Kinder“. Viele Kommentatoren, von Philipp Spitta ab, zu dem Schluss gekommen, dass die Kantate wurde für eine Hochzeit geschrieben und bisher für tatsächliche Hochzeiten, wo es könnte durchgeführt worden sein, darunter Bachs im Jahre 1707 eigene vorschlagen gegangen. Doch die Hochzeit Hypothese ist bei weitem nicht nachgewiesen, und der Text kann zu anderen Gelegenheiten passen.

J. S. Bach – Kantate – BWV 191 „Der Herr denket an uns“

ALL OF BACH BWV 196

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Kantate zu Advent BWV 61

J. S. Bach – BWV 61  „Nun komm der Heiden Heiland“

J.S. Bach schrieb die Kantate im Jahr seiner Ernennung zum Konzertmeister am Hof von Johann Ernst von Sachsen-Weimar für den 1. Advent und führte sie am 2. Dezember 1714 in der Schlosskirche erstmals auf. Die vorgeschriebenen Lesungen waren Röm 13,11–14  und  21,1–9 , der Einzug Jesu in Jerusalem. Der Textdichter Erdmann Neumeister übernimmt die erste Strophe von Martin Luthers Nun komm, der Heiden Heiland, dem Hauptlied des 1. Advent, für den Eingangschor und benutzt als Schlusschoral den Abgesang der letzten Strophe von Philipp Nicolais Wie schön leuchtet der Morgenstern.

Der dritte Satz enthält die Bitte um ein „selig neues Jahr“, da mit dem ersten Adventssonntag das neue Kirchenjahr beginnt. In Satz 4 zitiert Neumeister aus Offb 3,20 „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir“. Der Dichter verbindet die Motive vom Einzug Jesu in Jerusalem und seiner Wiederkunft (aus der Offenbarung) mit der persönlichen Bitte um den Einzug in das Herz des Glaubenden. J.S. Bach führte die Kantate in seinem ersten Jahr in Leipzig am 28. November 1723 erneut auf.

BWV 61 ALL OF BACH

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J. S. Bach – BWV 1067 Orchester-Suite No: 2 h-Moll

Bildschirmfoto 2015-11-27 um 16.41.51

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J.S. Bach – Kantaten-Projekt in Stuttgart

Bach:vokal

BACH:vokal Stuttgart J.S. Bach-Projekt

Die Ensembles der Stiftsmusik Stuttgart führen im Zeitraum von 2011 bis 2021 unter der künstlerischen Leitung von

Stiftskantor Kay Johannsen

an jährlich vier Bach-Wochenenden (Donnerstag, Freitag & Sonntag) und in ergänzenden Sonderkonzerten das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Die geistlichen Kantaten erklingen dabei im Zusammenhang mit ihrer ursprünglichen Bestimmung im Kirchenjahr.

Auf der Webseite zum Projekt finden Sie alle Informationen rund um Termine, Karten, Künstler:

Link: www.bach-vokal.de

Möchten Sie in den Post-Verteiler aufgenommen werden? Dann schreiben Sie uns bitte eine kurze

Mail an:  

info@stiftsmusik-stuttgart.de

Bach: vokal auf YouTube

Professionelle Qualität in Bild und Ton: Jede Woche kommt ein Chorsatz, eine Arie oder ein Choral hinzu! So können Sie mit Bach:vokal verbunden bleiben, auch wenn gerade kein Konzert ansteht.

Unter dem nachstehenden Link sind veröffentlichte Videos auf YouTube einsehbar..!!

Link:   http://www.stiftsmusik-stuttgart.de/seiten/archiv.html


Info: „Sehet, wir gehn hinauf gen Jerusalem“ (BWV 159)

„Sehet, wir gehn hinauf gen Jerusalem“ (BWV 159) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für den Sonntag Estomihi und führte sie wahrscheinlich erstmals am 27. Februar 1729 auf.

Bach schrieb die Kantate in Leipzig für den Sonntag Estomihi, den Sonntag vor Aschermittwoch. Es war damit in Leipzig der letzte Sonntag vor Karfreitag, an dem eine Kantate aufgeführt wurde, da in Leipzig während der Passionszeit tempus clausum eingehalten wurde. Das Datum der ersten Aufführung ist nicht belegt, doch der Textdichter Christian Friedrich Henrici (genannt Picander), der auch die Matthäus-Passion verfasst hatte, veröffentlichte diese Kantate in seinem Jahrgang 1728. Daher ist anzunehmen, dass sie am 27. Februar 1729 erstmals aufgeführt wurde. Bach hatte zwei Kantaten für den Sonntag Estomihi des Jahres 1723 komponiert, als Probestücke für seine Bewerbung um das Amt des Thomaskantors: „Du wahrer Gott und Davids Sohn“ (BWV 23) und „Jesus nahm zu sich die Zwölfe“ (BWV 22).

Die vorgeschriebenen Lesungen für den Sonntag waren 1 Kor 13,1-13 LUT und Lk 18,31-43 LUT, die Heilung eines Blinden und damit verbunden die Ankündigung des Leidens in Jerusalem. Während Bach in den früheren Kantaten auch auf die Heilung eingeht, konzentriert sich dieses Werk auf den Weg zur Passion. Der Dichter hebt in Satz 1 deren Ungeheuerlichkeit hervor, betrachtet sie in Satz 2 als vorbildlich, in Satz 3 als Grund zum Abschied von weltlicher Freude, schließlich als Grund zum Dank. In Satz 2 ergänzen sich Rezitativ und die 6. Strophe von Paul Gerhardts Choral „O Haupt voll Blut und Wunden“, von dem in der Matthäus-Passion diese und vier weitere Strophen erscheinen. Satz 4 beginnt mit den Worten Es ist vollbracht (Joh. 19,30 LUT), einem der Sieben Letzten Worte. Es deutet sich bereits an in der Ankündigung des Sonntagsevangeliums: „und es wird alles vollendet werden, was geschrieben wurde“ Lk 18,31 LUT. Bachs Johannes-Passion enthält eine Alt-Arie auf diese Worte, eine Zusammenfassung der Passion unmittelbar nach dem Tod Jesu. Der Schlusschoral ist die 33. und letzte Strophe von Paul Stockmanns „Jesu Leiden, Pein und Tod“ (1633).

Die Kantate ist besetzt mit drei Solisten, Alt, Tenor und Bass, vierstimmigem Chor nur im Choral, Oboe, zwei Violinen, Viola und Basso continuo mit Fagott. Der Sopran-Choral in Satz 2 kann solistisch oder im Chor gesungen werden.

1. Arioso e recitativo (Bass, Alt): Sehet, wir gehn hinauf gen Jerusalem – Komm, schaue doch, mein Sinn
2. Aria e chorale (Alt, Sopran): Ich folge dir nach – Ich will hier bei dir stehen
3. Recitativo (Tenor): Nun will ich mich, mein Jesu
4. Aria (Bass, oboe): Es ist vollbracht
5. Chorale: Jesu, deine Passion ist mir lauter Freude

Satz 1 ist ein Dialog zwischen Jesus und der Seele. Die Seele wird vom Alt gesungen, nicht vom Sopran wie in vielen anderen solchen Dialogen, Jesus vom Bass als der Vox Christi (Stimme Christi). Bach erzielt dramatische Kontrastwirkung, indem er die Jesus-Worte als Arioso setzt, das nur vom continuo, die erregten Antworten der Seele hingegen von Streichern als recitativo accompagnato begleiten lässt.

Diese Behandlung ist umgekehrt zur Matthäus-Passion, wo die Jesus-Worte von einem Streichquartett intensiviert werden. In Satz 2 wird die ausdrucksvolle Linie der Altstimme ergänzt durch die Choralstrophe „Ich will hier bei dir stehen“ im Sopran. Den Höhepunkt der Kantate bildet Satz 4, in dem die Vox Christi die Vollendung der Passion bedenkt. Die Anfangsworte Es ist vollbracht werden gesungen auf ein Motiv, das die Oboe vorstellte, gestützt von einem „harmoniefüllenden Streichersatz“ (Alfred Dürr). Im Mittelteil wird der Abschnitt „Nun will ich eilen“ durch Läufe in der Stimme, Oboe und Violine veranschaulicht. Ein quasi da capo nimmt das Anfangsmotiv wieder auf, diesmal auf die Worte „Welt, gute Nacht“. Der Schlusschoral ist schlicht vierstimmig gesetzt.

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Video:  J.S. Bach, Kantate BWV 159 „Sehet! Wir gehn hinauf gen Jerusalem“

J.S. Bach, Kantate BWV 159 „Sehet! Wir gehn hinauf gen Jerusalem“: Nr. 3 Recitativo „Nun will ich mich“ & Nr. 4 Aria „Es ist vollbracht“ | Nils Giebelhausen (Tenor), Jens Hamann (Bass) | Stiftsbarock Stuttgart (Konzertmeisterin: Christine Busch) | Leitung: Kay Johannsen

J.S. Bach, Kantate BWV 159 „Sehet! Wir gehn hinauf gen Jerusalem“: Nr. 5 Choral „Jesu, deine Passion“ | solistenensemble stimmkunst | Stiftsbarock Stuttgart (Konzertmeisterin: Christine Busch) | Leitung: Kay Johannsen

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Ich wünsche allen Besuchern einen schönen 2. Advents-Sonntag!
 
 
Herzliche Grüße
 
Volker
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Neu von ALL OF BACH – veröffentlicht am 02.12.2016 – Motette BWV 228 „Fürchte dich nicht“

ALL OF BACH – veröffentlicht am 02.12.2016 – Motette BWV 228 „Fürchte dich nicht“

„Fürchte dich nicht“, BWV 228, ist eine Motette für eine Beerdigung von Johann Sebastian Bach, Satz für Doppelchor. Die Arbeit in zwei Sätzen zieht ihren Text aus dem Buch Jesaja und eine Hymne von Paul Gerhardt. Gelehrte sind nicht einverstanden über die Kompositionszeit und den Ort, der traditionsgemäß 1726 in Leipzig geglaubt wurde, während die neuere Stipendium aus stilistischen Gründen nahelegt, dass sie bereits in der Weimarer Zeit komponiert wurde.

Bach komponierte die Arbeit für eine Beerdigung. Seine Motetten wurden in der Tradition der Evangelienmotetten des 17. Jahrhunderts von Komponisten wie Melchior Franck, Melchior Vulpius und Heinrich Schütz geschrieben. Als er seine Motetten, Werke ohne zeitgenössische Poesie und ohne eigenständiges Orchester komponierte, war das Genre schon aus der Mode gekommen. Allerdings gab es offensichtlich eine Nachfrage nach solchen Arbeiten bei Beerdigungen, eine Zeremonie, für die mindestens einige von Bachs anderen Motetten geschrieben wurden.

Da die Originalpartitur nicht überlebt hat, kann die Arbeit nicht mit Sicherheit datiert werden. Traditionsgemäß glaubten die Gelehrten, dass Bach für eine Beerdigung in Leipzig im Jahre 1726 komponiert. Stilistischer Vergleich mit anderen Arbeiten wie Ich lasse dich nicht, BWV Anh. 159, schlägt vor, dass Bach es bereits in seiner Weimarer Zeit (1708-1717) schrieb.

Der Text enthält keine zeitgenössische Poesie, wie viele seiner Kantaten und Leidenschaften, sondern rein biblische Zitate und Choral, wie in anderen Motetten von Bach und seinen Modellen. Der Text besteht aus zwei Versen von Jesaja 41:10 und Jesaja 43: 1, die beide mit „Fürchte dich nicht“ beginnen. Der zweite Vers wird mit zwei Strophen von Paul Gerhardts Hymne „Warum sollt ich mich denn Grämen“ kombiniert.  Bach kennt eine Motette des ersten Verses von Jesaja, komponiert von Johann Christoph Bach.

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DAS KANN ICH BESSER !

Motette BWV 228 „Fürchte dich nicht“

Überprüft Bach hier seinen Schwiegervater?

Es wäre natürlich schön, wenn wir bestätigen könnten, dass Bach diese Motette 1726 zur Beerdigung der Frau von Stadthauptmann Winckler komponierte. Dann könnte diese Arbeit für den Doppelchor zu den anderen Motetten hinzugefügt werden, die Bach in Leipzig komponierte, oft auf Provision von Privatpersonen. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass Fürchtes nicht viel früher geschrieben wurde. Es hat eine starke Ähnlichkeit mit einer anderen Motette von Bach, Ich lasse dich nicht, BWV Anh159, die von 1712-13 datiert.

Darüber hinaus zeigt die Struktur von Fürchte dich nicht starke Ähnlichkeiten mit einer Motette von Johann Michael Bach, dem Vater von Bachs erster Frau und dem führenden Motettspezialisten seiner Zeit. Seine Weihnachts-Motette für den Doppelchor mit dem Titel Fürchtet euch nicht ist in zwei Teile geteilt, genau wie Bachs „Fürchte dich nicht“. Jedes Stück öffnet sich mit Doppelchor und mit einem Text aus der Bibel. Auf halbem Weg durch beide Motetten kommen die Chöre zusammen, woraufhin die Sopranistin in einen ganz anderen Text wechselt und auf einer fugenartigen Basis schwingt, die über die drei unteren Stimmen verteilt ist und die biblischen Worte fortsetzt.

Der große Unterschied ist, dass Johann Michael in seiner ruhigen Motette (die Worte zu den Hirten, die aus dem Lukasevangelium entnommen sind: „Fürchte dich nicht, denn ich bringe große Liebesbriefe mitbringe“), Johann Michael verbindet die jubelnde Weihnachtsbotschaft mit dem ebenso fröhlichen lutherischen Choral ‚Gelobet seist du, Jesu Christ‘. Johann Sebastian hingegen entscheidet sich für eine viel größere Komplexität in seinem Fürchtigen nicht. Im biblischen Text, genommen von Jesaja, betont er die Zweifel und Ängste der Gläubigen. Demgegenüber stehen die tröstlichen Worte von Paul Gerhardts Chor „Warum solt ich mich denn grämen“, gesungen von der Sopranistin, noch stärker heraus.

Ende 1707 heiratete Bach Johann Michael Bachs Tochter Maria Barbara. In dieser Zeit war er immer noch stark geleitet von dem, was seine Vorgänger geschrieben hatten – vorzugsweise versuchen, sie mit einem kompositorischen Meisterwerk zu schachteln. Natürlich können wir es nicht genau wissen, aber es wäre genauso wie der junge Bach, eine wunderbare Motette als etwas zweifelhaftes Tribut an seinen neuen Schwiegervater zu schreiben.

Motetten, BWV 225-231, 118 und Anh. 159
Kantaten waren Bachs tägliches Brot und ein regelmäßiger Teil seiner wöchentlichen Aufgaben als Kantor von St. Thomas. Seine Motetten waren ganz anders. Abgesehen von der Kantate wurde in Leipzig kaum neue Musik gespielt (Musik wurde stattdessen aus der Motettsammlung Florilegium Portense ausgewählt). Dies gab Bach Raum für schriftliche Auftragsarbeiten für private Anlässe, oft Beerdigungen. Leider sind vermutlich Dutzende dieser Arbeiten verloren gegangen. Die Stücke, die überlebt haben, blieben im Repertoire seit ihrer Komposition im Gegensatz zu Bachs anderen Vokalwerken.

Die überlebenden authentischen Motetten – neun Werke, obwohl die Forschung weiter – bauen auf ein Genre mit einem beeindruckenden Pedigree. Vor dem Hintergrund der strengen Renaissance-Polyphonie entlehnte die Generation von Schütz (1585-1672) Elemente der opulenten, polychoristischen Werke von Giovanni Gabrieli und gab ihnen eine mitteldeutsche, lutherische Torsion. Auch im Fall Bachs konzentrierte sich der Inhalt auf Choräle und biblische Passagen, wobei der weltliche Madrigalismus (oder einfach: Darstellung der Worte) nur dazu dienen sollte, den Ausdruck des religiösen Genres zu verstärken.

(Text: ALL OF BACH)

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Video: Motette BWV 228 „Fürchte dich nicht“

all-of-bach-bwv-228

Zum Anhören in das Foto oder diesen Text anklicken! 


Ich wünsche allen eine schönen 2. Advent!

Grüße sommerk

Konzert-Termine 2016 in Deutschland – J.S. Bach Weihnachtsoratorium – Link-Angaben und Eintrittskarten-Online!

WeihnachtsoratoriumLiebe Bachfreunde(innen)

Wer in Deutschland einen Termin in 2016 für das Weihnachtsoratorium von J. S. Bach sucht, kann unter dem nachstehenden Link exzellente Angaben mit Eintrittskarten bekommen.

J.S.Bach – Weihnachtsoratorium
TICKETS, KONZERTKARTEN & EINTRITTSKARTEN
J.S.Bach – Weihnachtsoratorium Tickets jetzt im Vorverkauf sichern. Karten für Johann Sebastian Bach – Weihnachtsoratorium Termine live für 2016/Anfang 2017.

Eine sofortige Gesamt-Darstellung der Termine ist für Deutschland vorhanden.

Einige Angaben  werden von reservix angeboten..!!

Link: zu reservix


Angaben teilweise von reservix für Ostwestfalen-Lippe 

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                                           ab 10,00 €  Tickets – Online

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Zweites Konzert in Lemgo

Lemgo:  Sa. 14.01.2017 um 18:00 Uhr

Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium 4-6 – Kantaten 4 bis 6 – Leitung: KMD Friedemann Engelbert


440px-herforder_muenster_turm_imgp2599_wpHerford:  J.S. Bach: WEIHNACHTSORATORIUM Münsterkirche Herford

18. Dezember 2016 um 19:00 – 20:30 Uhr

Eintritt: 13 € – 25 €

Kantaten 1, 4 – 6

Katharina Leyhe, Sopran; Eike Tiedemann, Alt

                                                 Christoph Rösel, Tenor; Roland Hartmann, Bass

                           Kinderchöre am Herforder Münster,

                         Herforder Münsterchor, Orchester „La Réjouissance“, Leitung: Stefan Kagl

                        Kategorie B (auch im Vorverkauf, Restkarten an der Abendkasse):

Eintritt: Euro 13,– 20,– 25,– (Ermäßigung für Schüler/Studenten / Schwerbeh. um 5 €, Rentner um 3 €)

Vorverkauf im Ev.-Luth. Kirchengemeindebüro Herford-Mitte 

E-Mail: buero@herfordmitte.de
Münsterkirchplatz 2, 32052 HerfordTel: 05221 / 15819, Fax 109031und bei der
Buchhandlung Erich Otto, Herford, Höckerstraße 6,Tel: 05221 / 53179

(hier zzgl. 10% VVK-Gebühr)

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bielefeld_rudolf-oetker-halleBielefeld: Rudolf-Oetker-Halle
Lampingstraße 16, 33615 Bielefeld  
am 23.12.2016 um 20:00 Uhr
„Jauchzet, frohlocket”: Am Tag vor Heiligabend sorgt der Musikverein der Stadt Bielefeld mit der Aufführung von Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium” für einen besinnlichen Jahresausklang. Unter der Leitung von Bernd Wilden und unter der Mitwirkung des Philharmonischen Orchesters.
                                           Kantaten I bis III sowie VI 
                          Preise: € 27,00/ € 23,00/ € 19,00/ € 12,00

                             Erm. Preis für Schüler und Studenten

                                            Online: Karten bestellen
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Überörtliche Konzerte:
Mariendom HildesheimHildesheim: Freitag, 9. Dezember 2016, 20 Uhr, Mariendom

Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium

Kantaten I bis III

Michaela Ische (Sopran), Anne Bierwirth (Alt), Christoph Rosenbaum (Tenor), Torsten Gödde (Bass); Sinfonietta Hildesheim
Concentus juvenum
Domchor
Leitung: Thomas Viezens und Tobias Meyer

Eintritt: 11,50 € bis 19,50 € /  Online-Karten: zur Buchung

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st-andreaskirche-hildesheimHildesheim Reservix Saalplanbuchung   St.-Andreas-Kirche   

Freitag, 06.01.2017 um 20:00 Uhr

Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium (Teile 4-6) und Telemann: Weihnachtsoratorium

Bach und Telemann: Weihnachtsoratorium

TICKETS & Infos

                                 ——————————————————–

marktkirche-hannoverHannover: J.S.Bach: Weihnachtsoratorium Kantaten: I-IV

Veranstaltungsort: Marktkirche Hannover

Ania Vegry, Sopran
Ursula Eittinger, Alt
Andreas Post, Tenor
Wolfgang Newerla, Bass
Bachchor Hannover und Bachorchester
Ltg. Jörg Straube

                                      Karten-VVK und Abendkasse: 6,- € bis 39,- €


Hannover Kuppelsaal, am 15.12.16 um 19.30 Uhr

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Weihnachtliche Stimmung erwartet Sie am 15.12.16 um 19.30 Uhr im

Kuppelsaal Hannover. Das Amsterdam Baroque Orchestra & Choir spielt

unter der Leitung von Ton Koopmannunter anderem die I. und III. Kantate aus

dem berühmten Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach.

Programm: Johann Sebastian Bach „

Jauchzet, frohlocket, auf preiset die Tage“ Kantate I aus dem „Weihnachts-Oratorium“ BWV 248
„Dazu ist erschienen der Sohn Gottes“ Kantate BWV 40 
„Sie werden aus Saba alle kommen“ Kantate BWV 65
„Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen“ Kantate III aus dem „Weihnachts-Oratorium“ BWV 248

Ticket hier zu beziehen Online


 

Ich wünsche allen Besuchern ein wunderbares Konzerterlebnis !

 

J. S. Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Videos, Rundfunk-Sendungen und Kantaten-Beschreibung für den „1. Advent“

Liebe Bach-Freunde/innen ! Eine Übersicht der Bach-Kantaten zum aktuellen Sonntag im Kirchenjahr steht zum Download bereit:  

Link:  Bach-Kantaten im Kirchenjahr – als PDF-Download

Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 27.11.2016 begehen wir den  „1. Advent

Die Adventszeit als Vorbereitungszeit auf das Christfest ist erst im 4. Jahrhundert entstanden, wobei es zunächst erhebliche Unterschiede in der Dauer (von einer Woche bis zu 40 Tagen) gab. Vier Sonntage im Advent gibt es für die römische Kirche, deren Praxis die Reformation übernommen hat, seit etwa 600, der 1. Sonntag im Advent wird aber erst seit Mitte des 8. Jahrhunderts als Beginn des Kirchenjahres besonders gefeiert. Von Anfang an hatte die Adventszeit den Charakter der Bußzeit als Vorbereitung auf das Christfest, den „Geburtstag“ Jesu Christi. Im Advent sehen wir nicht nur zurück auf die Ankunft des Herrn, wie sie uns in der Bibel als „Weihnachtsgeschichte“ überliefert ist, sondern auch voraus auf die zukünftige Ankunft des Herrn als Herrscher dieser Welt und Begründer des Neuen Jerusalem. In der Spannung zwischen beiden erfahren wir im Advent den Herrn als den, der auf uns zukommt, sich uns immer wieder neu zuwendet und uns zur Buße zur Umkehr zu ihm hin einlädt.

Der 1. Sonntag im Advent steht unter dem Zeichen des Evangeliums vom Einzug Jesu in Jerusalem. Vordergründig hat diese Erzählung nichts mit Advent und schon gar nicht mit dem Christfest zu tun. Wenn man aber etwas weiter darüber nachdenkt, fällt gerade in unserer Zeit auf, dass wir selbst unseren Herrn ja so begrüßen wie damals die Menschen in Jerusalem – als den Sohn Davids, den Messias – um ihn dann wenig später zu verachten und ans Kreuz zu bringen. Heute ist es wohl unser Konsumverhalten, das unseren Herrn ans Kreuz bringt. Als Anfang des Kirchenjahres wird dem 1. Advent liturgisch eine hervorgehobene Bedeutung gegeben, was sich vor allem in den Gebeten niederschlägt. Mit dem 1. Advent beginnen wir das Kirchenjahr und denken dabei besonders an den Einzug Jesu in Jerusalem. Wir begrüßen ihn als den Herrn und König dieser Welt und freuen uns darüber, dass er gekommen ist und uns befreit hat zur Gemeinschaft mit ihm und untereinander.

Wochenspruch:  Siehe dein König kommt zu dir ein Gerechter und ein Helfer. (Sach 9, 9b)

Wochenlied:  “Nun komm der Heiden Heiland“ (EG 4)

YouTube – Musikvideo zum Wochenlied

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)———————————————————————

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Frauenkirche Dresden

Frauenkirche Dresden

ZDF – Adventskonzert in der Frauenkirche Dresden

am Sonntag, 04.12.2016 um 18 Uhr im ZDF

Eine Aufzeichnung !

Veranstalter

ZDF in Kooperation mit der Stiftung Frauenkirche Dresden

Das traditionelle Adventskonzert des ZDF in
Zusammenarbeit mit der Stiftung Frauenkirche Dresden

Das Konzert ist ausverkauft.

Felix Mendelssohn Bartholdy 

Lobgesang: »Alles, was Odem hat, lobe den Herrn«
»Lobe den Herrn, meine Seele«
»Ich harrete des Herrn«
Reformations-Sinfonie
»Ein feste Burg ist unser Gott«

Franz Schubert

»Magnificat«

Georg Friedrich Händel

Il Trionfo del Tempo e del Disinganno

Wolfgang Amadeus Mozart

Exsultate jubilate  

Johannes Eccard

»Übers Gebirge Maria geht«

Sopran:  Sonya Yoncheva & Regula Mühlemann
Dresdner Kreuzchor
Dresdner Kammerchor
Staatskapelle Dresden

Leitung Andrés Orozco-EstradaSopran Sonya Yoncheva

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Bach-Kantaten für den 1. Advent

BWV   36  –   Schwingt freudig euch empor

BWV   61  –  „Nun komm, der Heiden Heiland

BWV  62  –  Nun komm, der Heiden Heiland

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R a d i o – Sender in Deutschland mit Bach-Kantaten:

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WDR3 – Klassik

Sendung: 07:05 bis 08:30 Uhr

WDR3 – Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein-Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/wdr3/uebersicht/

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WDR3 – Auszüge aus dem Programm:

Geistliche Musik – Sonntag:  07:05 bis 08:30 Uhr

Bach-Kantate   ab ca. 08:00 Uhr

Bach-Kantate  BWV 36 Schwingt freudig euch empor“

Kantate zum 1. Advent

für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Nuria Rial, Sopran;  / Claude Eichenberger, Altus;

Johannes Kaleschke, Tenor; / Klaus Häger, Bass;

Chor und Orchester der J. S. Bach-Stiftung St. Gallen

Leitung: Rudolf Lutz

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NDRkultur Sonntag: 08:03 – 08:40 Uhr

Livestream –Link:  

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html

Programm-Link:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/index.html

Archiv zum Nachhören:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html

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NDRkultur – Kantate

Sendung Sonntag: 08:03 – 08:40 Uhr 

Johann Sebastian Bach:

Kantate BWV 36 “Schwingt freudig euch empor“

Paul Bernewitz, Knabensopran; / Friedrich Praetorius, Knabensopran;

Stefan Kahle, Alt: / Christoph Genz, Tenor; / Andreas Scheibner, Bass

Thomanerchor Leipzig, / Gewandhausorchester Leipzig,

Leitung: Georg Christoph Biller

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HR2 – Kultur

Sendung: 06:05 – 07:30 Uhr

Programm:

http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/kalender3758.jsp?rubrik=3758

Livestream:

http://www.hr-online.de/website/static/streaming_popup/mp3streamer.jsp?client=hr2

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HR2 – Kultur

Geistliche Musik – Auszug aus dem Programm

Etwa ab 07:05 Uhr:

Johann Sebastian Bach

Kantate BWV 62 „Nun komm, der Heiden Heiland“

Sibylla Rubens, Sopran / Sarah Connolly, Alt /

Christoph Prégardien, Tenor / Peter Kooy, Bass /

Collegium Vocale Gent / Orchester des Collegium Vocale Gent /

Leitung: Philippe Herreweghe

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SR2-Radio Saarbrücken (Klassik-Radio)

Programm: 

http://www.sr.de/sr/sr2//station106~week.html;jsessionid=BB206B8BE43558076CF9D56CD9C9D460

Webradio:  

http://www.sr-online.de/sr2/351/5305.html

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SR2-Radio Saarbrücken (Klassik-Radio) 

Auszüge aus dem Programm:

Sonntag 07:04 – 08:00 Uhr

Johann Sebastian Bach

Kantate BWV 61 „Nun komm, der Heiden Heiland“

Christine Schäfer (Sopran) Werner Güra (Tenor)

Gerald Finley (Bass)

Arnold Schönberg Chor / Concentus musicus Wien

Leitung: Nikolaus Harnoncourt

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SWR2

Sendung: 08:03 bis 08:30 Uhr

Programm: 

http://www.swr.de/swr2/programm/-/id=661104/1rcmvqp/index.html

Webradio:  

http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/nid=7576/did=1586900/pv=mplayer/10idhq8/index.html

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SWR2 Auszüge aus dem Programm:

Geistliche Musik

Sonntag um 08:03 bis 08:30 Uhr

Johann Sebastian Bach

Kantate BWV 61 „Nun komm, der Heiden Heiland“

Christine Schäfer (Sopran) Werner Güra (Tenor)

Gerald Finley (Bass)

Arnold Schönberg ChorConcentus musicus Wien

Leitung: Nikolaus Harnoncourt

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RBB-Kulturradio

Sendung Sonntag: 09:30 bis 10:00 Uhr

Programm:

http://www.kulturradio.de/programm/index.html

Livestream 

http://www.kulturradio.de/livestream/index.html

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RBB-kulturradio  

Auszüge aus dem Programm:

Sendung Sonntag von 09:30 bis 10:00 Uhr

Johann Sebastian Bach

BWV 36 Schwingt freudig euch empor

Kantate am 1. Advent

(Ensemble und Gesangssolisten sind im Programm nicht angegeben!!)

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MDR – Kultur  

Sendung:  Sonntag: 06:30 bis 07:00 Uhr 

Programm:

http://www.mdr.de/kultur/radio-tv/radio/startseite-figaro–100.html

MDR-Kultur Live:

http://www.mdr.de/kultur/radio-tv/radio/index.html

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MDR – Kultur  

Auszüge aus dem Programm:

Sendezeit: Sonntag um 06:30 bis 07:00 Uhr

 

„Ergreifet die Psalter, ihr christlichen Chöre“

Katja Fischer, Sopran; / Martin Petzold, Tenor

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Bayern-Klassik
.
.
Sendung Sonntag: 08:05 bis 08:30 Uhr
.
..
Programm:  
 

https://www.br-klassik.de/programm/radio/index.html

Live-Stream:

(Es ist zu empfehlen, den VLC Media Player,  den man kostenlos aus dem Internet herunterladen kann – zu benutzen!)

http://streams.br-online.de/br-klassik_2.m3u

oder

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.Bayern-Klassik – Auszüge aus dem Programm:
.
..

Sendung: Sonntag um 08:05 bis 08:35 Uhr

.

.Die Bach-Kantate:

.

Johann Sebastian Bach:

.

BWV 36 “Schwingt freudig euch empor“

Kantate am ersten Advent

Hana Blaziková, Sopran;  Robin Blaze, Countertenor;
 
 
 
 

Bach Collegium Japan

Leitung: Masaaki Suzuki

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Deutschlandfunk

Sendung Sonntag: 06:10 Uhr bis 07:00 Uhr

Deutschlandfunk

Auszüge aus dem Programm:

Sendung Sonntag: 06:10 Uhr bis 07:00 Uhr

Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784)

Kantate: „Lasset uns ablegen die Werke der Finsternis“

Kantate zum 1. Advent für Soli, Chor und Orchester

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Domradio Köln

Sendung: „Cantica“ Sonntag um 06:30 Uhr bis 07:00 Uhr

Wiederholung: Sonntag um 23:00 – 23:30 Uhr 

Programm:

http://www.domradio.de/radio/programmschema

Web-Radio:

http://www.domradio.de/web-radio

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Domradio Köln

Sendung: „Cantica“ am Sonntag   06:30 Uhr bis 07:00 Uhr

Wiederholung: um 23:00 – 23:30 Uhr

Johann Ludwig Bach (1677-1731)

Kantate: „Mache dich auf, werde Licht“

Die Kantate „Mache dich auf, werde Licht“ von Johann Ludwig Bach wurde ursprünglich für das nachweihnachtliche Fest Mariä Reinigung am 2. Februar geschrieben. Sie passt aber auch hervorragend in die Adventszeit.

Zur besseren Unterscheidung von seinem berühmten Vetter Johann Sebastian wird Johann Ludwig Bach häufig auch der „Meininger Bach“ genannt wird, weil er den größten Teil seines Lebens am Meininger Hof verbracht hat. Im Alter von 22 Jahren kam er zunächst als Chorsänger dorthin. Vier Jahre später, 1703 wurde er, der für die Kirchenmusik zuständige, Hofkantor. 1711 erfolgte schließlich die Ernennung zum Hofkapellmeister, der er bis zu seinem Tod zwanzig Jahre später auch blieb.

Von Johann Ludwig Bachs Vokalwerken haben sich nur wenige erhalten, eine Messe und eine Trauermusik, elf Motetten und 22 Kantaten. Die meisten übrigens nur dank Abschriften von Johann Sebastian, der sie gerne in Leipzig aufführte. Dazu zählt auch die Kantate „Mache dich auf, werde Licht“, die eigentlich für das Fest Mariä Reinigung am 2. Februar geschrieben wurde, das heute Darstellung des Herrn heißt.

Sie passt aber auch hervorragend in die Adventszeit. Schon im ersten Satz zitiert Bach den Propheten Jesaja. Der wiederum weist mit seinen Worten nach christlicher Überzeugung auf Jesus als den Messias hin. Die Arie zitiert die ersten beiden Verse des 60. Kapitels aus Jesaja. In der Einheitsübersetzung heißt es: „Auf, werde licht, denn es kommt dein Licht und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht leuchtend der Herr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir.“…….

weiter zum Text von Domradio

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ERF – Plus  (Evang. – Rundfunksender)

Sendung:  Sonntag Bach-Kantate 

Die Sonntagskantaten des Thomaskantors gespielt und erklärt.

Sonntag, 11:00 Uhr

Tages-Programm:

http://www.erf.de/radio/erf-plus/tagesprogramm/4167?reset=1

Livestream:

 http://www.erf.de/livestream?radio=erfplus

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ERF – Plus  (Evang. – Rundfunksender)

Sonntag, 11:00 Uhr

Bach-Kantate

BWV 36  „Schwingt freudig euch empor“

Aufnahme der J.S. Bachstiftung St. Gallen. 

Sie erklingt in einer Aufnahme mit Chor und Orchester der J.S. Bachstiftung St. Gallen unter der Leitung von Rudolf Lutz 

Die Solisten sind:  Nuria Rial  (Sopran), Claude Eichenberger (Alt), Johannes Kaleschke (Tenor) und Klaus Häger  (Bass)

Ergänzt wird das Programm mit: Thomasorganist Ullrich Böhme drei Orgelbearbeitungen des Lutherschen Advents-Chorals „Nun komm, der Heiden Heiland“ (BWV 659, BWV 660 und BWV 661).

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Videos mit Bach-Kantaten für den 1. Advent

BWV   36  –   Schwingt freudig euch empor

BWV   61  –  Nun komm, der Heiden Heiland

BWV  62  –  Nun komm, der Heiden Heiland

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/ YouTube: BWV 36  –     Schwingt freudig euch empor –  (Interpret: Herreweghe)

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/ YouTube: BWV  36   „Schwingt freudig euch empor“   (Interpret: S D G )  

(Sätze eins, zwei, sieben & acht) 

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/ YouTube: BWV 61  –  Nun komm der Heiden Heiland –  (Interpret: S D G )

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/ YouTube: BWV  62   Nun komm der Heiden Heiland“  (Interpret: Herreweghe)

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In loser Reihenfolge stelle ich bemerkenswerte Werke

von J.S. Bach sowie aus der Bach-Familie – u.a. Barock-Komponisten vor..!!

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Johann Christoph Friedrich Bach (1732-1795) 

war der zweitjüngste Sohn von J.S. Bach

 Genannt wird er als der “Bückeburger Bach.”  

Johann Christoph Friedrich Bach (Bückeburger Bach) 1732-1795

Johann Christoph Friedrich Bach (1732-1795)

Johann Christoph Friedrich Bach geboren am 21. Juni 1732 in Leipzig, gestorben am: 26. Januar 1795 im Fürstentum Schaumburg-Lippe in “Bückeburg” – Niedersachsen. Sein Lebenslauf begann wie der seiner Brüder: Er erhielt eine Ausbildung an der Leipziger Thomasschule sowie musikalischen Unterricht durch seinen Vater.

Wilhelm Friedemann Bach, der älteste Sohn Johann Sebastian Bachs, hielt (nach der Aussage von Nikolaus Forkel) den Halbbruder für den „stärksten Spieler“ unter den vier Brüdern, der „seines Vaters Claviercompositionen am fertigsten vorgetragen“ habe. Mit siebzehn Jahren begann Friedrich ein Jurastudium an der Leipziger Universität, brach dieses aber bald darauf, noch vor dem Tod des Vaters, wieder ab und folgte um die Jahreswende 1749/50 als gerade Achtzehnjähriger dem Ruf, als Hochgräflich Schaumburg-Lippischer Cammer-Musicus am Hof in Bückeburg in Dienste zu treten.

Der aufgrund seines 45-jährigen Wirkens in der Stadt wurde Johann Christoph Friedrich Bach (auch der “Bückeburger Bach”) – genannt. Am Bückeburger Hof waren derzeit die beiden Italiener Angelo Colonna als Konzertmeister und Giovanni Battista Serini als Kapellmeister und Komponist tätig. Bach lernte hier den Stil der italienischen Oper und Kantate kennen, da in den mindestens zweimal wöchentlich stattfindenden Concerten, die in der Regel spätnachmittags gegeben wurden, vor allem Vokalmusik aufgeführt wurde. Dazu unterhielt die Hofkapelle eine Sängerin, Lucia Elisabeth Münchhausen, Tochter des Hofmusikers Ludolf Andreas Münchhausen, die durch den Unterricht des Konzertmeisters Serini in die italienische Gesangskultur eingeführt wurde, Bach wurde  1756 mit der Leitung der Hofkapelle betraut und bekam 1759 offiziell die Stelle des Hofkapellmeisters.

Der einzige Versuch Johann Christoph Friedrichs, diese Anstellung gegen eine andere einzutauschen, war seine Bewerbung als Musikdirektor in Hamburg (1767). Da die Wahl jedoch auf seinen Bruder Carl Philipp Emanuel fiel, blieb er weiterhin in Bückeburg. Unter seiner Leitung wurde die Bückeburger Hofkapelle zu einer der besten an den fürstlichen Höfen Deutschlands. Er betreute die Kapelle bis zu seinem Tod am 26. Januar 1795. Hinsichtlich seines kompositorischen Schaffens steht Johann Christoph Friedrich Bach bis heute im Schatten seiner Brüder. Während seiner 45-jährigen Beschäftigung am Bückeburger Hof schrieb er jedoch eine beachtliche Anzahl von Oratorien, Kantaten und später etliche Sinfonien und Klavierkonzerte.

Motette: “Wachet auf, ruft uns die Stimme!”  Eine dreiteilige Motette: “Wachet auf, ruft uns die Stimme” vom Bückeburger Bach ist erhalten geblieben und entstand im Jahr 1780 oder 1781 in Bückeburg. Es ist eine vierstimmige Motette und entwickelt sich aus dem aufsteigenden Dreiklang des “Wachet auf” eine kunstvoll-virtuos gearbeitete Introduktion. Den Hauptteil des Satzes bildet eine Choralbearbeitung nach dem Vorbild der alten thüringischen Cantus-firmus-Motette, mit der Liedmelodie im Sopran, bevor am Ende des Satzes die Introduktion in verkürzter Form noch einmal zurückkehrt. Beinahe unverändert übernimmt Johann Christoph Friedrich nun den Schlusschoral im 3.Satz aus der Kantate BWV 140 seines Vaters und führt die Schlußzeile “des sind wir froh…” in einem eigenen freien Fugato weiter, ohne jedoch die tonale Grundebene noch einmal zu verlassen.

Video  Motette: “Wachet auf, ruft uns die Stimme” 

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Johann Christoph Bach (1642 – 1703)

Johann Christoph Bach (getauft 8. Dezember jul./ 18. Dezember 1642 greg. in Arnstadt; † 31. März 1703 in Eisenach), der älteste Sohn von Heinrich Bach, war ein deutscher Komponist. Er gilt als bedeutendster Komponist seiner Generation innerhalb der Familie Bach.

Bach war seit 1663 Organist der Schlosskapelle Arnstadt und seit 1665 an der Georgenkirche in Eisenach, wo er daneben als Cembalist der Hofkapelle wirkte. 1694 wurde er als „nothdürfftige Person“ zum Almosenvorsteheramt in Eisenach auserkoren, im gleichen Jahr bezog er eine Dienstwohnung in der sogenannten Münze.

Von Johann Christoph Bach sind nur wenige Werke überliefert, die meisten im altbachischen Archiv:


Johann Christoph Bach (1642 – 1703)

Video:  Motette: „DER GERECHTE, OB ER GLEICH“

Der Gerechte,
ob er gleich zu zeitlich stirbt,
ist er doch in der Ruhe.

Er gefällt Gott wohl
und ist ihm lieb,
und wird weggenommen
aus dem Leben unter den Sündern
und wird hingerücket,
daß die Bosheit
seinen Verstand nicht verkehre,
noch falsche Lehre
seine Seele betrübe,
ist er bald vollkommen worden,
und hat viel Jahr erfüllet.

Denn seine Seele gefällt Gott wohl.
Darum eilet er mit ihm
aus dem bösen Leben.

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Kantaten-Beschreibung von J.E. Gardiner

BWV 61  – Nun komm der Heiden Heiland

Kantaten für den 1. Advent –  

Aufführungsort: St. Maria im Kapitol, Köln am 03.12.2000

Die verschiedenen Stadien des Advents und das unterschiedliche Licht, das sie auf Jesu Menschwerdung werfen, kommen wohl am deutlichsten in Bachs früher Version von BWV 61 „Nun komm, der Heiden Heiland“ zum Ausdruck. Nach dem Schema langsam–schnell– langsam der typischen französischen Ouvertüre wechselt das eindrucksvolle Bittgebet des Eingangschors zu einer ungebärdigen Stretto-Fuge (mit der Vortragsbezeichnung ‚gai’), bei der man den Eindruck gewinnt, als verwandelten sich die kichernden Höflinge Ludwigs XIV. in ‚jedermanns’ Staunen über die bevorstehende Geburt des Erlösers, bis schließlich in einem langsamen Abschnitt noch einmal bestätigt wird, das Gott dieses Wunder geplant hat.

Der Tenor- Concertist feiert nun den ungeheuren Nutzen, den Jesu Menschwerdung der Menschheit bringt, zuerst im Rezitativ und Arioso in imitierender Verflechtung mit dem Continuo (Nr. 2) und dann in einer lyrischen Arie im 9/8-Takt, in der sich Singstimme, Continuo und hohe Streicher ineinander verweben und Jesus ersuchen, zu seiner Kirche zu kommen und ein ‚selig neues Jahr’ zu geben. Auf halbem Wege wechselt diese Kantate von den äußeren Gegebenheiten des Advents (Christi Ankunft auf Erden) zur inneren Befindlichkeit des Gläubigen (wenn Jesus durch das Sakrament in sein Herz einzieht, um dort ‚seine Wohnung’ zu nehmen). Christus steht vor der Tür und klopft an (Nr. 4). Gemessene Pizzicato-Akkorde schaffen eine geheimnisvolle und sehr anschauliche Kulisse zu Christi Wunsch, in das Haus des Gläubigen eingelassen zu werden, um dort ‚das Abendmahl mit ihm zu halten’. Bachs Schilderung der Szene in Emmaus in BWV 6 und Christi Erscheinen vor seinen Jüngern nach der Auferstehung in BWV 67, sogar das Auftauchen des Komturs in Mozarts Don Giovanni – all das kommt uns plötzlich wieder in den Sinn, doch wann immer Bach instrumentale Motive auf gewinnbringende Weise in seiner späteren Kirchenmusik verwendet hat, sie lassen sich meist auf dieses kleine zehntaktige Accompagnato für Bass als Vox Domini zurückführen.

Die wachsende Vertrautheit mit Gott, die Verinnerlichung des Wortes auf dem Weg über das Sakrament (Kanzel – Altar – Abendmahl) spiegelt Bach in einer sich allmählich verringernden Instrumentierung wider, so dass sich die bewegende Antwort des Soprans auf die Worte Jesu in Nr. 5 jetzt auf den Basso continuo beschränkt. Mit diesen sparsam eingesetzten Mitteln, der Verflechtung des sehr schlichten dreinotigen Aufstiegs des Continuos, dann der Stimme (‚Öffne dich’), die auf der zweiten Zählzeit eines 3/4- Taktes einsetzt und sich bei ‚Jesus kommt und ziehet ein’ dann zu einer 3/2-Hemiole ausdehnt, und nicht zuletzt in der glückseligen Ekstase von ‚O wie selig’ im langsameren B-Teil offenbart Bach seine Verpflichtung gegenüber jenem anderen großen Miniaturisten, seinem Großcousin Johann Christoph, demjenigen Musiker aus seiner Familie, den er als ‚tiefgründigen’ Komponisten schätzte. Die Kantate endet recht abrupt, nicht mit einer vierstimmigen Choralharmonisierung, sondern mit der letzten Strophe von Philipp Nicolais Choral ‚Wie schön leuchtet der Morgenstern’. In diesen vierzehn Takten lässt Bach die Violinen drei Oktaven hinaufklettern, um dem ‚Verlangen’ der Seele nach den Freuden in einem zukünftigen Leben und der Aussicht auf Jesu Wiederkehr am Ende der Zeit Ausdruck zu geben. Der Bezug auf die ‚Freudenkrone’ enthält in Bachs Ikonographie möglicherweise Parallelen zu der Art und Weise, wie in dem berühmten Monogramm auf dem schönen Glaskelch, der ihm Mitte der 1730er Jahre überreicht wurde, unter einer Krone seine eigenen Initialen mit ihrem Spiegelbild verflochten sind. 

© John Eliot Gardiner 2009

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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                   Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 1. Advent:

                               Link:    h i e r  zum Download als PDF  Gardiner  

    Künstler-Beitrag –  Link:   Künstler-Meinungen; Hildburg Williams Violine 

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CD für den 1. Advents-Sonntag“ 
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Cover SDG 162 Vol. 13

CD – Cover SDG 162 Vol. 13

Link: CD eins – Inhalt

BWV 36 „Schwingt freudig euch empor“

BWV 61 „Nun komm der Heiden Heiland“ I

BWV 62 „Nun komm, der Heiden Heiland“ II

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bachfest-leipzig-2013 

Bachfest Leipzig 2017 vom 09.06 – 18.06.2017 

“EIN SCHÖN NEW LIED” – MUSIK UND REFORMATION 

Das Bachfest 2017 steht unter dem Motto ““EIN SCHÖN NEW LIED” – MUSIK UND REFORMATION

Martin Luther sah in „Frau Musica“ eine göttliche Kunst, da sie den Teufeln zuwider sei. Entsprechend stellte er die Musik in eine Reihe mit der Theologie, erhob das deutschsprachige geistliche Lied zu einem festen Bestandteil des reformatorischen Programms und hielt ließ es Eingang in den Gottesdienst finden. Häufig als „schöne newe Lieder“ betitelt, verbreitete sich das neue reformatorische Liedrepertoire rasant….

Der Ticketverkauf für das Bachfest Leipzig 2017 beginnt 14. Oktober 2016.

PDF Programm Bachfest Leipzig 2017

Programm zum Download als PDF 

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S i t z p l ä n e  der Leipziger Kirchen als PDF:

Sitzplan der Thomaskirche Leipzig als PDF zum Download 

Sitzplan der Nikolaikirche Leipzig als PDF zum Download  

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Kartenvorbestellungen:

über Ticket-Online

oder

für die Konzerte innerhalb des Bachfestes

über das Bach-Archiv Leipzig:

Bach-Archiv Leipzig

Stiftung bürgerlichen Rechts
Thomaskirchhof 16
04109 Leipzig

Telefon:  +49 (0) 341 / 91 37 – 3 33

Fax:  +49 (0) 341 / 91 37 – 3 35

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Video – Thomanerchor 

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Advent Cantata BWV 36, „Schwingt freudig euch empor“ (Leipzig, 1731)

Part I
i. Chorus: Schwingt freudig euch empor
ii. Choral (soprano, alto): Nun komm, der Heiden Heiland
iii. Aria (tenor): Die Liebe zieht mit sanften Schritten
iv. Chorale: Zwingt die Saiten in Cythara

Part II
v. Aria (bass): Willkommen, werter Schatz!
vi. Chorale (tenor): Der du bist dem Vater gleich
vii. Aria (soprano): Auch mit gedämpften, schwachen Stimmen
viii. Chorale: Lob sei Gott dem Vater ton

Thomaner Paul Bernewitz, soprano
Thomaner Stefan Kahle, alto
Christoph Genz, tenor
Daniel Ochoa, bass

Thomanerchor Leipzig
Gewandhausorchester
Georg Christoph Biller

Rondeau Production 2012


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Auf  YouTube veröffentlichte Videos der

J.S. Bach-Stiftung St. Gallen” –  stelle ich hier vor:

Rudolf Lutz - Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen

Rudolf Lutz – Dirigent und musikalischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen)

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J.S. Bach Cantata BWV 36 “Schwingt freudig euch empor”

Die DVD enthält die Filmaufnahmen der kompletten Kantate, den Einführungsworkshop sowie die Reflexion des Referenten. Zudem beinhaltet die DVD das Filmportrait der J. S. Bach-Stiftung. „Schwingt freudig euch empor“

Youtube – Video: Siebter Satz (aria, soprano) aus der Kantate BWV 36 („Schwingt freudig euch empor“), aufgeführt durch die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen.

Als Solisten wirken mit: Nuria Rial, (Sopran)

und John Holloway (Violine)

Leitung: Rudolf Lutz

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Die DVD mit der gesamten Kantate ist erhältlich im Shop

Link: http://www.bachstiftung.ch/shop/schwingt-freudig-euch-empor-bwv-36-dvd.html

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Video – YouTube BWV 36 – 7. Satz Arie –Nuria Rial, Sopran


Workshop zu Kantate BWV 61 „Nun komm der Heiden Heiland“

Um uns in Adventsstimmung zu bringen führen uns in diesem Workshop Rudolf Lutz, künstlerischer Leiter der J.S. Bachstiftung, und Pastor Karl Graf durch den musikalischen und theologischen Inhalt von Bachs Kantate BWV 61 „Nun komm der Heiden Heiland“.

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Weitere Informationen zur Bachstiftung:

unter www.bachstiftung.ch

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Link:  mp3 – Download –

J.S. Bach-Stiftung – bei 

Amazon – mit Hörproben

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Link zur Bachstiftung St. Gallen

mp3 J.S. Bach-Stiftung

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DVD’s  der Johann Sebastian Bach-Stiftung St. Gallen

 Bezugsquelle 

Link:   bei   j p c

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All of Bach

(Bach-Projekt in Holland)

ALL OF BACH Hinweise - News

Neu: ALL OF BACH vom 27.11..2015 

J. S. Bach – BWV 1067 Orchester-Suite No: 2 h-Moll

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J. S. Bach – BWV 1067 Orchester-Suite No: 2 h-Moll

Bildschirmfoto 2015-11-27 um 16.41.51

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Info: J. S. Bach Kantate BWV 144Nimm, was dein ist, und gehe hin”

ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Leipzig für den Sonntag Septuagesimae und führte sie erstmals am 6. Februar 1724 auf.

Bach schrieb die Kantate in seinem ersten Jahr in Leipzig für den Sonntag Septuagesimae, den dritten Sonntag vor Aschermittwoch, und führte sie am 6. Februar 1724 erstmals auf. Die vorgeschriebenen Lesungen waren 1 Kor 9,24 LUT – 1 Kor 10,5 LUT, „Wettlauf um den Sieg“, und Mt 20,1-16 LUT, das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg.

Der unbekannte Textdichter entnimmt dem Evangelium nur einen Gedanken: die Genügsamkeit ist ein Schlüsselwort seines Textes. Der Eingangschor beruht auf Vers 14 des Evangeliums. Satz 3 ist die erste Strophe von Samuel Rodigasts Choral Was Gott tut, das ist wohlgetan. Der Schlusschoral ist die erste Strophe des Liedes von Albrecht von Preußen Was mein Gott will, das g’scheh allzeit (1547)

Die Kantate ist besetzt mit drei Solisten, Sopran, Alt und Tenor, vierstimmigem Chor, zwei Oboen, Oboe d’amore, zwei Violinen, Viola und Basso continuo.

1. Coro: Nimm, was dein ist, und gehe hin
2. Aria (Alt): Murre nicht, lieber Christ
3. Choral: Was Gott tut, das ist wohlgetan
4. Recitativo (Tenor): Wo die Genügsamkeit regiert
5. Aria (Sopran, Oboe d’amore): Genügsamkeit ist ein Schatz in diesem Leben
6. Choral: Was mein Gott will, das g’scheh allzeit

Bach komponiert den extrem kurzen Bibeltext des Eingangschors als eine motettische Fuge, die von den Instrumenten colla parte gespielt wird. So erreicht er gesteigerte Aufmerksamkeit für die Worte. Der Textteil „gehe hin“ wird zuerst im langsamen Thema vorgestellt, doch dann als Kontrasubjekt zweimal in vierfachem Tempo wiederholt. Diese Textbehandlung wurde bereits 1760 von dem Berliner Musiktheoretiker Friedrich Wilhelm Marpurg bewundert: „die vortreffliche Deklamation“, die „der Componist im Hauptsatze und in einem kleinen besonderen Spiele mit dem ‚gehe hin‘ angebracht hatte“.

Bach wiederholt das lebhafte „gehe-hin“-Motiv sechzig Mal in 68 Takten. Die erste Arie hat Menuett-Charakter. In „Murre nicht, lieber Christ“ wird das Murren durch Repetition in der Begleitung hörbar gemacht. Satz 3 ist die erste Strophe eines Chorals, den Bach ein Jahr später vollständig für seine Choralkantate BWV 99 benutzte, und erneut in den 1730er Jahren für BWV 100. Sein Beginn „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ wird im folgenden Rezitativ als freies Arioso wieder aufgegriffen. Eine obligate Oboe d’amore begleitet die folgende Sopran-Arie. Statt eines da capo wird der gesamte Text in freier Variation wiederholt. Der Schlusschoral ist schlicht vierstimmig.


Video:  J. S. Bach Kantate BWV 144 “Nimm, was dein ist, und gehe hin”

ALL OF BACH BWV 144

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J.S. Bach – Kantaten-Projekt in Stuttgart

Bach:vokal

BACH:vokal Stuttgart J.S. Bach-Projekt

Die Ensembles der Stiftsmusik Stuttgart führen im Zeitraum von 2011 bis 2021 unter der künstlerischen Leitung von

Stiftskantor Kay Johannsen

an jährlich vier Bach-Wochenenden (Donnerstag, Freitag & Sonntag) und in ergänzenden Sonderkonzerten das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach auf. Die geistlichen Kantaten erklingen dabei im Zusammenhang mit ihrer ursprünglichen Bestimmung im Kirchenjahr.

Auf der Webseite zum Projekt finden Sie alle Informationen rund um Termine, Karten, Künstler:

Link: www.bach-vokal.de

Möchten Sie in den Post-Verteiler aufgenommen werden? Dann schreiben Sie uns bitte eine kurze

Mail an:  

info@stiftsmusik-stuttgart.de

Bach: vokal auf YouTube

Professionelle Qualität in Bild und Ton: Jede Woche kommt ein Chorsatz, eine Arie oder ein Choral hinzu! So können Sie mit Bach:vokal verbunden bleiben, auch wenn gerade kein Konzert ansteht.

Unter dem nachstehenden Link sind veröffentlichte Videos auf YouTube einsehbar..!!

Link:   http://www.stiftsmusik-stuttgart.de/seiten/archiv.html


Info: J.S. Bach. Motette BWV 226 „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“

Der Geist hilft unser Schwachheit auf (BWV 226) ist eine doppelchörige Motette von Johann Sebastian Bach.

Im Gegensatz zu vielen anderen Bach-Werken kann der Anlass für diese Motette eindeutig angegeben werden, da ihn Bach von eigener Hand auf der Komposition vermerkt hat: 

„J. J. Motetta à doi Cori bey Beerdigung des seel. Hrn. Prof. und Rectoris Ernesti di J. S. Bach.“ 

Johann Heinrich Ernesti (1652–1729) war bis zu seinem Tod Professor Poeseos, Assessorder Philosophischen Fakultät, Senior und Decem-Vir der Universität Leipzig und Rektor der Thomasschule.

Verbreitet wird in der Bachliteratur als Datum der Gedächtnispredigt mit Aufführung der Motette der 24. Oktober 1729 angegeben. Dieses Datum der Beisetzung Ernestis resultiert aus Auseinandersetzungen zwischen städtischen und universitären Behörden. Vom Titel der Leichenpredigt ist jedoch bekannt, dass der Gedächtnisgottesdienst bereits am 20. Oktober 1729 in der Universitätskirche St. Pauli stattfand, nach anderen Angaben am 21. Oktober 1729. Letztere Angabe wird gestützt durch einen Abkündigungszettel, der im Archiv der Nikolaikirche vorhanden war.

Das 1729 komponierte Werk zählt zu den Festmusiken zu Leipziger Universitätsfeiern. Von diesen Kompositionen, die Bach im Auftrag der Universität fertigte, sind heute zwölf Werke vollständig erhalten. „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“ ist eine von zwei Bach-Motetten, deren Originalmanuskripte erhalten sind.

Die Motette ist für zwei vierstimmige Chöre (SATB/SATB) angelegt. Diese werden begleitet von zwei Oboen, zwei Englischhörnern, Fagott, zwei Violinen, Viola, Violoncello und Basso continuo.

Die Aufführungsdauer beträgt etwa 9 Minuten.

Der Motettentext kombiniert eine Bibelstelle des Römerbriefs (Röm 8,26–27 LUT) mit der dritten Strophe des Kirchenliedes Komm, heiliger Geist, Herre Gott (EG125), das Martin Luther 1524 geschrieben hat.

Der Geist hilft unser Schwachheit auf, denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sichs gebühret;
sondern der Geist selbst vertritt uns aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen.
Der aber die Herzen forschet, der weiß, was des Geistes Sinn sei; denn er vertritt die Heiligen nach dem, das Gott gefället.

Du heilige Brunst, süßer Trost,
Nun hilf uns, fröhlich und getrost
In deinem Dienst beständig bleiben,
Die Trübsal uns nicht abtreiben.
O Herr, durch dein Kraft uns bereit
Und stärk des Fleisches Blödigkeit,
Daß wir hie ritterlich ringen,
Durch Tod und Leben zu dir dringen.
Halleluja, halleluja.

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Video: J.S. Bach, Motette BWV 226 „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“ | solistenensemble stimmkunst | Stiftsbarock Stuttgart (Konzertmeisterin: Christine Busch)

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Ich wünsche allen Besuchern einen schönen 1. Advent-Sonntag!
 
Herzliche Grüße
Volker
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ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 599 Orgel-Choralvorspiel: „Nun komm der Heiden Heiland“

Liebe Bachfreunde!

Heute, am Freitag, 25.11.2016 hat ALL OF BACH (Bachprojekt in Holland) ein neues Video veröffentlicht !

Neu von ALL OF BACH vom 25.11.2016

Info: J. S. Bach – Orgelchoral-Vorspiel: BWV 599 „Nun komm, der Heiden Heiland“

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Orgelbüchlein, BWV 599-644

Während seiner Zeit als Hoforganist in Weimar (1708-1714) begann Bach bereits seine erste Sammlung choralischer Arrangements lutherischer Kirchenlieder zu komponieren. Nach dem Inhaltsverzeichnis sollte es sich um eine Sammlung von 164 Kompositionen handeln, letztlich aber nicht mehr als 46. Die Reihenfolge, verbunden mit der begrenzten Länge der Stücke, deutet darauf hin, dass Bach eine Komposition kompilieren wollte Zyklus der Choralvorspiele für die Kirche. Später, in seiner Zeit in Köthen, gab er der Sammlung eine Titelseite, die lautet: Orgel-Büchlein, Worinne ein anfahenden Orgel-Arrangement, auf dem ein Anfängerorganist gelehrt wird Einen Choral in vielerlei Hinsicht zu arrangieren …). So beabsichtigte er damals die Sammlung als Lehrbuch, vielleicht 1722 für die Kantorenkonferenz an der Thomasschule Leipzig, die eine wichtige Lehraufgabe darstellte. Die Schüler müssen es schwer haben, denn die Präludien enthalten das komplette Spektrum der barocken Orgeltechniken auf den Punkt gebracht.

Die Einzelsätze der Sammlung verbindet ein hoher künstlerischer Anspruch und der Gedanke der Verwendbarkeit sowohl im Gottesdienst als auch im Instrumental- und Kompositionsunterricht. Kennzeichnend für Bachs Choralsätze im Orgelbüchlein sind laut Christoph Wolff: „Dichte motivische Struktur und kontrapunktisches Raffinement (bis hin zum strengen Kanon) in Verbindung mit einer kühnen und ausdrucksstarken musikalischen Sprache sowie subtiler musikalisch-theologischer Textausdeutung. Jeder Satz erzielt proportionales Gleichgewicht, indem sich Manual- und Pedalstimmen elegant zu einer mustergültigen Orgelpartitur verbinden.“

Den ersten Teil, von Weihnachten bis Ostern, füllte er fast vollständig, danach treten allmählich immer größere Lücken auf – offenbar ist das doch sehr ehrgeizige Projekt nach und nach in den Hintergrund getreten, so dass er nach 1726 nur noch eine einzige vollständige Vertonung hinzufügte. Damit umfasst das Orgelbüchlein heute „46 ausgeführte Choralvorspiele“, wie ein unbekannter Schreiber zu Bachs Titel ergänzte.

Bach setzte den Titel erst um 1720 hinzu; er lautet:

Orgel = Büchlein

Worinne einem anfahenden Organisten

Anleitung gegeben wird, auff allerhand

Arth einen Choral durchzuführen, an-

bey auch sich im Pedal studio zu habi-

litiren, indem in solchen darinne

befindlichen Choralen das Pedal

gantz obligat tractiret wird.

1739, zur Zeit der Entstehung des Dritten Teils der Clavierübung, waren diese Sätze offenbar schon zu historisch, um darauf noch einmal zurückzugreifen; Bachs Choralbearbeitungen aus der späteren Zeit haben auch meist einen wesentlich größeren Umfang.

EIN POETISCHER START:

Bach öffnet sein Orgelbüchlein mit einer überraschend zarten Adventshymne.

Wie Blätter im Wind, fallen die unteren Teile sanft zur Erde. Dieses Choralvorspiel ist voll von schwankenden, winkenden Motiven, als ob jeder der fünf Teile ständig „Nonne komm, nonne komm“ sagen möchte. Jedenfalls waren in der Barockzeit der punktierte (springende) Rhythmus im Bass und Sinkflug oft symbolisch für das „Leben“, was natürlich für diese Advent-Hymne ideal geeignet ist. Gleichzeitig ähnelt der Rhythmus dem einer französischen Ouvertüre – Musik, die für den Eingang des Königs gespielt wurde – so auch sehr passend. Die absteigenden Linien weisen auch auf die Ankunft Jesu auf Erden hin, obwohl die Worte des Chorales dieses Wunder nicht berühren.

Die Frage bleibt, warum Bach die Melodie im Eröffnungsstück seines berühmten Orgelbüchleins verbergen wollte. Es scheint nicht mehr als eine dünne Hintergrundidee für ein komplexes Zusammenspiel von Linien zu sein, die das Klangbild mit subtilen Dissonanzen dominieren. Die dichterische, gebrochene Art, in der die Akkorde aus den verschiedenen Theilen hervorgehen, mag Bach von der französischen Orgelschule abgeleitet haben; Etwa von Marchand oder Couperin, die wiederum einen großen Einfluß auf Komponisten wie Froberger hatten. Und der gebrochene Akkord in der Eröffnungsrede erinnert an die Toccaten von Frescobaldi, zum Beispiel, wie Organist Dorien Schouten im Interview erklärt.


Video: J. S. Bach – Orgelchoral: BWV 599 „Nun komm, der Heiden Heiland“

all-of-bach-bwv-599-orgel-nun-komm-er-heiden-heiland

Zum Anhören in das Foto oder in diesen Text klicken!

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Biographie: Dorien Schouten (Organistin) All of Bach

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Ich wünsche allen Bachfreunden viel Freude mit diesem Video und ein schönes Advent-Wochenende.

Grüße sommerk

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Meine Beobachtungen zu J.E. Gardiners Bach-Biografie, die in Deutsch veröffentlicht wurde!

Meine Beobachtungen zu der Bach-Biographie von John Eliot Gardiner folgen nach den Angaben zu der Buch-Veröffentlichung in Deutsch.

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Eine Bach-Biografie von John Eliot Gardiner 

„BACH Musik für die Himmelsburg“

Eine große Bereicherung
Buchkritik vom 5.10.2016

Seit mehr als 40 Jahren zählt Sir John Eliot Gardiner zu den führenden Bach-Interpreten. Mit seinem Monteverdi Choir hat er weltweit konzertiert und erregte im Bach-Jahr 2000 großes Aufsehen mit seiner „Bach-Pilgerreise“, als er sämtliche 198 Kirchenkantaten Bachs in 59 Konzerten innerhalb eines Jahres aufführte. Parallel zu dieser praktischen Beschäftigung mit Bachs Kompositionen hat sich Gardiner immer auch für den Kontext der Musik interessiert: Er studierte die Autografe, las zeitgenössische Quellen und beobachtete die neuesten Forschungsergebnisse. Seine Erkenntnisse über Johann Sebastian Bach hat Gardiner nun in einem opulenten Buch zusammengefasst. Vor drei Jahren erschien die englische Erstausgabe, nun liegt die deutsche Übersetzung vor, unter dem Titel

„BACH Musik für die Himmelsburg“

Buch-Cover Bach

BUCHVERÖFFENTLICHUNG in Deutsch: von John Eliot Gardiner.

BACH „Musik für die Himmelsburg“

über Amazon:
Preis:
34,00 €
Link zur Buchbestellung bei Amazon
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Statt einer Rezension nur zwei entscheidende Beobachtungen im Bach-Buch von Sir Gardiner
Schade, das meiner Meinung nach grundlegende Stilmittel, das Sir Gardiner in der Bach’schen Vokalmusik treffend herausgearbeitet hat, dem ‚Welt-Rezensent‘ nicht aufgefallen ist.
Was ist also meiner Meinung nach ‚Bach’s Geheimrezept‘, das Sir Gardiner treffsicher analysiert? Schauen wir nochmal genau hin. ……

auf die Seiten 186 + 187:

Sir Gardiner zitiert dazu 2 Musiktheoretiker aus dem späten 16.Jahrhundert.

Johannes Susenbrotus (1484(85?) – 1542) und Henry Peacham d.Ä. (1546–1634)

Bach hatte ganz bestimmt von den beiden nie was gehört oder gelesen, aber es gelingt Bach aufzunehmen:

Die a) Rhetorisch-musikalische Figur der HYPOTYPOSIS

Den b) Ausdruck des Textes als PATHOPOEIA

a) meint: musikalische Themen werden eher ‚gesehen und vor Augen gestellt als gelesen oder gehört‘. Nicht nur laut-malerisch wird ein Thema interpretiert, sondern es geht tiefer in den Hörer hinein, es erscheint ihm plastisch vor Augen.

b) meint: ein Text oder eine Redeweise wird so intensiv gestaltet, daß im Hörer ‚eine heftige Gefühlerregung (Entrüstung, Angst, Hoffnung, Freude, Heiterkeit, Lachen u.a. erregt wird.
Keiner bleibt also mit a)+b) vom affektischen Aufnehmen unberührt‘.Bach’s Musik ist also mehr als Lautmalerei. Sie will so intensiv in den Hörer eingreifen, das mit mir etwas ‚passiert‘.
Sir Gardiner zieht als Vergleich die Aufführungen mittelalterlicher Mysterienspiele heran-, auch sehr treffend.
Meine Meinung: liegt hier das Geheimrezept des Bach’schen Musik-Kosmos. Damit kann Bach in der Hörerpersönlichkeit subkutan werden (unter die Haut gehen). Natürlich muß auch der Hörer dabei aktiv und sensibilisiert sein.

Ihr und Euer

Adamo
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