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Ein international gefragter Counter, der leidenschaftlich gern dirigiert: Benno Schachtner!


Ein international gefragter Counter, der leidenschaftlich gern dirigiert: Benno Schachtner!

                             Benno Schachtner organisiert das Festival Diademus in Roggenburg
         Textquelle:  Südwestpresse Ulm       (Foto: Sabine Trucksäß)

Benno Schachtner organisiert Festival Diademus in Roggenburg

Artikel von Jürgen Kanold | 10.05.2017

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„Gott der Herr ist Sonn und Schild“, (BWV 79) singt Benno Schachtner mit hellem, wunderschönem Alt auf der neuen CD der Gaechinger Cantorey. Hans-Christoph Rademann, der Leiter der Stuttgarter Bachakademie, baut auf den Countertenor, der in Dietenheim aufwuchs, zum Chor der Ulmer Spatzen gehörte, das Abitur am Ulmer Essinger-Gymnasium machte. Auch René Jacobs und Andreas Spering verpflichten regelmäßig den 32-Jährigen; vor Ostern etwa gastierte Schachtner unter diesen beiden Dirigenten als Solist in Passionen Bachs im Amsterdamer Concergebouw oder im Palau de la Música Catalana in Barcelona.

Eine sonnige, verheißungsvolle Laufbahn. Trotzdem sagt Schachtner, 2012 Leipziger Bachpreisträger, bei einem Zwischenstopp in Ulm schmunzelnd: „Als Sänger sitzt du wie ein Tiger im Käfig und wartest, bis sie dich abends in die Arena lassen.“ Ein eigenes Festival zu organisieren, das sei schon immer ein Herzenswunsch von ihm gewesen. Der Mann ist euphorisch bis hyperaktiv, ist auf jeden Fall von seiner musikalischen Mission sympathisch besessen: „Wenn ich etwas mache, dann hundertprozentig.“ Und das tut er in Roggenburg.

Dort, wo seine Mutter Anneliese die Orgel spielt und natürlich auch er schon an der Großen Roggenburgerin saß, verwirklichte er im vergangen Jahr seinen Traum:  „FR:AME“, das „Festival Roggenburg – Alte Musik erleben“. Das war ein Erfolg gewesen, den Schachtner jetzt im Spätsommer wiederholen möchte, aus urheberrechtlichen Gründen aber mit anderem Namen, unter der Marke „Diademus“.

Der Tölzer Knabenchor wird das Festival Roggenburg am 27. August 2017 in der Klosterkirche Roggenburg eröffnen, mit Mozarts „Exsultate, jubilate“. Die Klosteranlage sei „unbeschreiblich schön“, schwärmt Schachtner. Zum Programm gehört dann auch wieder eine musikalische „Nachtaktiv“-Tour: Werner Güra singt in der Bibliothek Schumanns „Dichterliebe“, im Innenhof gibt sich Schachtner selbst der „Liebessehnsucht“ mit Songs von Purcell und Co. hin. „Bei Kerzenschein durch das Kloster zu schlendern: traumhaft!“. Sybilla Rubens und Werner Güra werden  einen Meisterkurs für Gesang geben.

Der Heimat etwas zurückgeben

Große Namen, großer Anspruch. Mit  einem  Budget von rund 100.000 Euro planen und arbeiten Schachtner und sein Team; er ist froh, dass der Neu-Ulmer Landrat Thorsten Freudenberger zu seinen Förderern gehört und Türen öffnet. Schachtner spricht davon, mit dem Festival „der Heimat etwas zurückzugeben“. Er ist als Sänger sehr vernetzt, und so kommt zum Abschlusskonzert das Händelfestspielorchester aus Halle; Schachtner selbst dirigiert zwei Magnificat-Vertonungen von Vater Bach und Sohn Carl Philipp Emanuel. Zudem wirkt der von ihm neu gegründete Kammerchor „Diademus vocalisten“ mit. Kein elitäres Festival für Alte Musik soll das sein, Schachtner möchte ein Publikum „abholen, das damit nicht so vertraut ist“: So hat er Frank Meyer von der „Telebörse“ eingeladen, einen Einführungsvortrag zu halten.

                                                                   Kloster Roggenburg

Das Dirigieren ist seine Leidenschaft, sagt Schachtner. Er weiß freilich, dass er als Countertenor sehr gefragt ist, die Chancen, die ihm seine Stimme jetzt öffnet, nicht verspielen darf. „Aber ich werde nicht singen, bis ich tot umfalle.“ Alles läuft natürlich aufs Dirigieren hinaus – und einen Lehrauftrag für historische Aufführungspraxis an der Mannheimer Musikhochschule hat er auch schon.

„Es war nicht so einfach, die Heimat zu verlassen, aber wichtig, in der Fremde andere Luft zu schnuppern“, sagt Schachtner. Und jetzt ist er zurückgekehrt, hat gewissermaßen sein Basislager in Neu-Ulm, in Pfuhl aufgeschlagen. Dort lebt Benno Schachtner mit seiner Ehefrau Catalina Bertucci, einer chilenisch-italienischen Sopranistin, die in dieser Saison schon mit dem Amsterdam Baroque Orchestra unter Ton Koopman europaweit unterwegs war und die kommenden Sonntag als Susanna in Mozarts Oper „Die Hochzeit des Figaro“ Premiere an der Staatsoperette Dresden feiert.

Entdeckt von Kay Metzger

Da müsste doch auch mal ein barockes Heimspiel des Ehepaars Schachtner-Bertucci am Ulmer Theater drin sein? „Warum nicht? Mal abwarten.“ Das käme gewiss auch auf den künftigen Intendanten Kay Metzger an, der im Leben des Paars eine wichtige Rolle spielte. Verliebt hat sich Schachtner nämlich auf der Bühne des Detmolder Landestheaters in seine spätere Frau, die dort zum Ensemble gehörte. Schachtner studierte zunächst Kirchenmusik in der Orgelklasse der Detmolder Musikhochschule und von 2009 auch Gesang – aber schon 2010 debütierte er in der Titelpartie von Händels „Orlando“, neben Catalina Bertucci als Angelica.

Schachtner  hatte noch keinerlei szenische Erfahrung, sich aber mal zum Vorsingen gemeldet – und dann kam ein Anruf vom Detmolder Intendanten Metzger . . . So beginnen Karrieren.

„Diademus“: Alte Musik erleben

Das Programm Unter der Marke „Diademus“ präsentiert Benno Schachtner das Festival Roggenburg. Im Eröffnungskonzert am 27. August gastiert der Tölzer Knabenchor unter Prof. Gerhard Weinberger in der Klosterkirche. Drei Konzerte in der Bibliothek, der Klosterkirche und im Innenhof stehen am 2. September unter dem Motto „Nachtaktiv“. Im Abschlusskonzert am 9. September dirigiert Benno Schachtner das Händelfestspielorchester Halle. Vom 4. bis 7. September leiten Sybilla Rubens und Werner Güra einen Meisterkurs für Gesang. Alle Informationen im Internet unter

www.diademus.de

Der Vorverkauf hat jetzt begonnen: im Roggenburger Klosterladen sowie über die Website.

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Herzliche Grüße

Volker

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Eine bewegende Matthäus-Passion erklang im Palau de la Musica Catalana am 10.04.2017 in Barcelona!


Eine bewegende Matthäus-Passion erklang im Palau de la Musica Catalana am 10.04.2017 in Barcelona!

                    Palau de la Musica Catalana in Barcelona mit der Büste von J.S. Bach

Eine vollbesetzte Konzerthalle empfing die Besucher zu einer bewegenden Aufführung der Matthäus-Passion – BWV 244 von J.S. Bach unter der Stabführung von René Jacobs.

René Jacobs brachte jetzt keine himmlischen Heerscharen mit zu seiner großartigen Matthäus-Passion. Mit gut zwei Dutzend Sängerinnen und Sänger, die praktisch durchweg Solistenqualität haben, machen schon etwas her, wenn sie noch dazu vor den Instrumentalisten platziert sind. Diese Variante war für mich neu und wurde somit zu einem profunden Klangerlebnis. Gegenüber der Variante von Sir Gardiner im Jahr 2016 – ist diese Platzierung von René Jacobs genial. Das Orchester konzertierte erhöht hinter dem Chor und spielte zeitweise im Stand so dass ein großartiger Raumklang entstand.

                      René Jacobs mit dem BWV 244 im „Palau de la Musica in Barcelona“

Ausgeklügelt die Platzierung auch im Detail: Im Chor I wirkten die vier Hauptsolisten mit, der damit etwas größer war und – auch wenn letztere begreiflicherweise gelegentlich markierten – auch so klang. Herausragend in seiner entspannten Ungekünsteltheit der Evangelist von Julian Prégardien, herrlich nobel neben ihm Johannes Weisser als Christus.

Die Alt-Partien übernahm auf dieser Seite der glasklare und überzeugende Countertenor Benno Schachtner. Wunderbar mit ihrer Glockenstimme der Sopran Sunhae Im. Im Chor II fand sich ein zweites, weitgehend aus den Reihen der Choristen bestücktes Solistenquartett.

                                Benno Schachtner (Countertenor) auf dem Foto 2. von rechts

Die Akademie für Alte Musik Berlin und der RIAS Kammerchor agierten überragend. Es war feststellbar, dass sie alle eingespielt waren aufgrund ihrer wochenlangen Europatour. Zu spüren war die hellwachste, vergnügteste und musizierfreudigste Atmosphäre für eine Musik, die hochprofessionell in den innersten Kern des Zuhörers zielt. Etwas störend für uns nach dem Schlusschoral das sofort einsetzende Applaudieren. Das ist Südeuropa, das Temperament der Besucher ist anders gelagert als in Mitteleuropa.

Nach dem Konzert war es für uns noch möglich, von René Jacobs ein Autogramm zu bekommen, was uns im Jahr 2016 von Sir Gardiner verweigert wurde. Zwei unterschiedliche Maestros, die wir in kurzer Zeit erleben durften. Bei René Jacobs Aufführung erlebten wir eine erfrischende und mitnehmende Aufführungsform, die zu Herzen ging. Beim Sir Gardiner in 2016 erschien uns alles zu routinehaft vorgetragen und vermissten sehr diese packende Frische und Mitnahme im Konzert.

Gesangs-Solisten von rechts: Sunhae Im (Sopran) – Benno Schachtner (Counter) – Julian Prégardien (Tenor-Evangelist) – Johannes Weisser (Bass – Christus)

Eine herzliche Begrüßung und ein Gespräch ergab sich noch am Ausgang mit Benno Schachtner, der lange Zeit an der „Hochschule für Musik Detmold“ studiert hat und als Assistent von Prof. Gerhard Weinberger aktiv war. Die HfM Detmold bildet großartige Nachwuchskünstler aus, wie geschehen mit dem Countertenor Benno Schachtner, der in jungen Jahren eine steile Karriere erzielt hat.

Ausführende:

Julian Prégardien, Tenor – Evangelist

Johannes Weisser, Bass – Jesus

Sunhae Im, Sopran

Anja Petersen, Sopran

Kristina Hammarström, Alt

Benno Schachtner, Countertenor

Minsub Hong, Tenor

Jonathan de la Paz Zaens, Bass

RIAS Kammerchor

Akademie für Alte Musik Berlin

Leitung: René Jacobs

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Ein Kurz-Video von dem Konzert füge ich bei. Zu hören ist der Schluss-Choral aus der Matthäus-Passion:

„Wir setzen uns mit Tränen nieder Und rufen dir im Grabe zu: Ruhe sanfte, sanfte Ruh!“ 

Ein Video mit René Jacobs und der „Johannes-Passion – BWV 245 ist auf YouTube vorhanden! Es handelt sich um eine aktuelle Aufnahme aus Paris vom 19.08.2015 – auf der Facebook-Seite von René Jacobs veröffentlicht.

https://youtu.be/Aw6J1EVX3n4

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Herzliche Grüße

Volker

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BACHCELONA – Festival Bach de Barcelona 2014 mit Ton Koopman am 20.7.2014 eröffnet


Ton Koopman & Tini Mathot  am Cembalo BWV 1080 "Kunst der Fuge" in Barcelona im Palau de la Música Catalana"

Ton Koopman & Tini Mathot am Cembalo BWV 1080 „Kunst der Fuge“ in Barcelona im „Palau de la Música Catalana“  am 20.7.2014

In der ausverkauften Konzerthalle im Palau de la Música Catalana“ begann am 20. Juli 2014 in Barcelona das 2. Bach-Festival BACHCELONA 2014.“

Zu Gast waren mit dem Programm von J.S. Bach BWV 1080 „Kunst der Fuge“ das Künstlerehepaar Ton KoopmanTini Mathot.

Virtuos und galant gelang dem Künstlerehepaar das technisch schwer zu spielende Werk von J.S. Bach. Atemlose Stille im Saal lauschten dem extravaganten Spiel von Ton Koopman & Tini Machot. Die Kunst der Fuge, BWV 1080 verlangt von den Künstlern ein sehr hohes technisches Können das in meisterlicher Manie von dem Ehepaar Koopmann parkatiziert wurde.

Palau de la Música Catalunya in Barcelona

                                    Palau de la Música Catalana in Barcelona

Es war ein wunderbarer Auftakt zu der Bachwoche 2014 in Barcelona und begeisterte die Besucher. Mit zwei anschließenden Zugaben honorierte das Künstler-Ehepaar den frentetischen Applaus, der keine ende nehmen wollte.

Palau de la Música Catalana, Kleiner Saal

                                       Palau de la Música Catalana, Kleiner Saal

Die Kunst der Fuge ist ein Zyklus von vierzehn Fugen und vier Kanons von Johann Sebastian Bach (BWV 1080, Vorarbeiten ab ca. 1740, autograph überlieferte Frühfassung um 1742 bis etwa 1746, Beginn der Drucklegung wahrscheinlich Frühjahr 1748, Autograph der unvollendet überlieferten Schlussfuge nach August 1748 bis Mitte Dezember 1749, Erstdruck 1751 und 1752).

Eröffnungsrede vom Leiter BMZ (Bach Zum Mitsingen) Pau Jorquera. Rechts im Foto

     Eröffnungsrede vom Leiter BMZ (Bach Zum Mitsingen) Pau Jorquera. Rechts im Foto

Der Titel „Die Kunst der Fuge“ stammt aus dem Erstdruck, während die autographe frühere Fassung den davon nur im letzten Buchstaben abweichenden Titel „Die Kunst der Fuga“ trägt, geschrieben von Bachs SchülerJohann Christoph Altnikol. Aufgrund des Fehlens eines eigenschriftlichen Werktitels hat man den überlieferten Titel angezweifelt; andererseits sprechen zahlensymbolische Überlegungen für die Echtheit der durch Altnikol überlieferten Titelvariante.

Das Künstler-Ehepaar Ton Koopman, & Tini Mathot.

                       Das Künstler-Ehepaar Ton Koopman, & Tini Mathot empfangen den wohlverdienten Applaus..!!

Mit dem Werk solle anschaulich vermittelt werden, so der erste Bach-Biograph Johann Nikolaus Forkel, „was möglicher Weise über ein Fugenthema gemacht werden könne. Die Variationen, welche sämmtlich vollständige Fugen über einerley Thema sind, werden hier Contrapuncte genannt“

Video:

J. S. Bach – The Art of Fugue, BWV 1080 – T. Koopman and T. Mathot

Contrapunctus I 0:00
Contrapunctus II 3:22
Contrapunctus III 6:01
Contrapunctus IV 8:37
Contrapunctus V 13:14
Contrapunctus VI 16:07
Contrapunctus VII 20:02
Canon I 23:42
Canon II 28:59
Contrapunctus VIII 31:29
Contrapunctus IX 38:41
Canon III 41:29
Contrapunctus X 43:47
Canon IV 47:36
Contrapunctus XI 52:07
Contrapunctus XII rectus 59:11
Contrapunctus XII inversus 1:01:35
Contrapunctus XIII rectus 1:03:55
Contrapunctus XIII inversus 1:06:09
Contrapunctus XIV 1:08:22

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Herzliche Grüße

 

Volker

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