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ALL OF BACH veröffentlicht das Orgelwerk: BWV 544 „Präludium und Fuge h-moll“

ALL OF BACH veröffentlicht das Orgelwerk: BWV 544 „Präludium und Fuge h-moll“

Eindrucksvoll und große Melancholie

„Bach trauert um den Tod einer geliebten Königin.“

                  Bovenkerk – Albertus Antonius Hinsz – Orgelbau von 1743

Es ist eine gute Chance, dass Bach zum ersten Mal in der Paulinerkirche in Leipzig dieses beeindruckende Stück gespielt hat. Das war am 17. Oktober 1727, als die Universität einen Gedenkgottesdienst für die kürzlich verstorbene Christiane Eberhardine – Ehegattin von August dem Starken, gehalten hat. Wer ist die Kurfürstin von Sachsen und Königin von Polen. Zu diesem Anlass schrieb Bach die ‚Trauermusik im italienischen Stil‘: die Kantate „Lasst, Fürstin, lass Noch ein Strahl“ –  BWV 198. Während der Zeremonie hat Bach die Orgel selbst gespielt. Er komponierte mit dem Präludium und Fuge ein Werk, das niemand kann beweisen, ob es in dieser Form das erste Mal gewesen war. Es strahlt die gleiche Atmosphäre aus, wie die Trauermusik und wird in der gleichen Tonart h-Moll geschrieben. In jenen Tagen war B-Moll beschrieben worden als, lustlos und melancholisch. Und Bach benutzte es für stattliche und häufiger traurigen Gelegenheiten, wie zum Beispiel die Arie aus der Matthäus-Passion: ‚Erbarme dich‘.

                                  Organistin Elske Sie Lindert an der Hinzs-Orgel Bovenkerk

Die Verzweiflung ist fast greifbar im Vorspiel. Bach kommt direkt auf den Punkt mit einem melancholischen beklagen, die durch große Sprünge im Pedal, sich wiederholende und stur befolgt wird, als wenn man sich daran zu erinnern hat, zu halten, was passiert ist. Das ganze Stück ist mit einer großen Rührung gefüllt. Die Fuge, logisch, ist mehr rational, aber genial. Bachs inspirierte Möglichkeit jeden relativ leicht, das Thema singen zu können. Bach hat ein zweites Element hinzugefügt – noch einmal mit relativ großen Sprüngen – und so endet das Werk mit Aussicht auf ein hoffnungsvolles Ende.

Die Versuchung, die eigentümliche Thematik der Fuge (ziel- und ruheloses Wandern, dann machtvoller Einsatz, Eingriff aus der Höhe) symbolisch-theologisch zu deuten, besonders auch im Zusammenhang mit der vorangegangenen, beredten Klage des Präludiums, übt einen starken Sog aus. Doch wenn etwas an Orgelmusik aus sich selbst heraus sprechen kann, dann ist es dieses hervorragende Werk!

BWV 544
Titel
Präludium und Fuge in h-Moll
Genre
Orgelwerk
Jahr
1725-1736
Stadt
Leipzig

Anlass
Gedenkfeier für Christiane Eberhardine, Kurfürstin August des Starken.

Uraufführung
17. Oktober 1727

Veröffentlichungsdatum
19. Mai 2017
Aufnahmedatum
2. Oktober 2015

Aufführungsort
Bovenkerk, Kampen

ORGANIST
Elske Sie Lindert


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„Ich wünsche viel Freude mit dem BWV 544“

Grüße Karin
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