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J.S. Bach – Kantate BWV 150 „Nach dir, Herr, verlanget mich „


J.S. Bach – Kantate BWV 150 „Nach dir, Herr, verlanget mich „


„Nach dir, Herr, verlanget mich“ (BWV 150) ist eine der frühesten Kirchenkantaten von Johann Sebastian Bach.

Bei dieser Kantate handelt es sich um eine der ältesten erhaltenen Kantaten Bachs (gemeinsam mit den Kantaten BWV 131, 196, 106 und 4); sie ist wahrscheinlich um 1706 entstanden. Christoph Wolff spricht in seiner Bach-Biographie von der „vermutlich frühesten erhaltenen Kantate“. Es liegt kein Autograph, sondern nur eine Abschrift aus dem Jahre 1753 vor, die Bachs Schüler Christian Friedrich Penzel angefertigt hat. Als Entstehungsort wird Arnstadt vermutet.

Der Text wurde von einem unbekannten Dichter auf der Grundlage von Psalm 25 verfasst.

Der Text besteht in den Chorsätzen Nach dir, Herr, verlanget mich; Leite mich in deiner Wahrheit und Meine Augen sehen stets zu dem Herrn aus den Worten des Psalms 25 (Verse 1–2 LUT; Vers 5 LUT und Vers 15 LUT). Für die Arien und den Schlusschor verwendete Bach eine Psalmparaphrase des unbekannten Librettisten.

Da jede textliche Beziehung auf das Kirchenjahr fehlt, wurden verschiedene liturgische Einordnungen vorgeschlagen. So könnte die Kantate für einen Beichtgottesdienst, für den 3. Sonntag nach Trinitatis oder für eine Bestattungsfeier komponiert worden sein.

Gesangsolisten: Sopran, Alt, Tenor, Bass (Alt, Tenor und Bass im Terzetto Nr. 5 können auch durch die Chorstimmen gesungen werden)
Chor: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Orchester: Fagott, Violine I/II, Basso continuo.

Die Kantate besteht aus sieben Sätzen:

  1. Sinfonia: Instrumentalstück (Fagott, Violine I, Violine II, Basso continuo), Tonart h-moll, das Fagott ist als obligate Solostimme notiert, spielt jedoch den Basso continuo mit.
  2. Chor (Sopran, Alt, Tenor, Bass): Nach dir, Herr, verlanget mich, Beginn in h-moll, Schluss in H-Dur; Fagott, Violine I, Violine II, Basso continuo, das Fagott tritt solistisch gegenüber dem Basso continuo hervor.

  3. Arie (Sopran): Doch bin und bleibe ich vergnügt, h-moll, Violinen unisono und Basso continuo.

  4. Chor: Leite mich in deiner Wahrheit, h-moll; Fagott, Violine I, Violine II, Basso continuo, das Fagott folgt zwar melodisch dem Basso continuo, phrasiert und pausiert jedoch eigenständig.

  5. Terzetto (Alt, Tenor, Bass): Zedern müssen von den Winden, D-Dur, Fagott (solistisch) und Basso continuo. Der Vokalsatz ist einfach gehalten und kann auch von Chorsängern ausgeführt werden.

  6. Chor: Meine Augen sehen stets zu dem Herrn, Beginn D-Dur, Schluss H-Dur; Fagott (solistisch), Violine I, Violine II, Basso continuo. Madrigalartiger Chorsatz im 6/8-Takt

  7. Chor: Meine Tage in dem Leide, Beginn h-moll mit Schluss in H-Dur; Chaconne im 3/2-Takt.

Die frühe Kantate zeigt im Gesamtaufbau und in der Binnenstruktur der einzelnen Sätze bereits charakteristische Kompositionseigenheiten Bachs.

Die einleitende Sinfonia ist mit 19 Takten sehr kurz gehalten, am längsten sind die Chorstücke an zweiter und an letzter Stelle. Schon im ersten Satz wird als Vorgriff auf den darauffolgenden Chorsatz die musikrhetorische Klagefigur verwendet, ein chromatischer Quartgang abwärts, der in späteren Kantaten und Oratorien Bachs häufig auftritt.

In den folgenden Chorstücken dieser Kantate wechselt immer wieder die Geschwindigkeit. Im zweiten Teil steht der fugierte Anfang „Nach dir, Herr, verlanget mich“ in Allegro, darauf folgt „Mein Gott, ich hoffe auf dich“, homophon in Andante. Je nach der Textaussage in den Versen des vertonten Psalms 25 zieht sich diese Abfolge durch den gesamten Chorsatz. „Laß mich nicht zu Schanden werden“ wird „Un poco allegro“ fugiert und wechselt dann homophon zu Adagio. Die folgende Bitte „daß sich meine Feinde nicht freuen über mich“ ist wiederum mit „Allegro“ bezeichnet und fugiert. Den Schluss bildet eine homophone Kadenz auf die Durparallele, nun wieder im Adagio.

Die darauffolgenden Arie des Soprans Doch bin und bleibe ich vergnügt folgt nicht der seinerzeit üblichen Form der da-capo-Arie. Sie enthält keine Wiederholung, sondern ist liedartig durchkomponiert. Die melodische Struktur wird geprägt von der Corta-Figur, einer Abfolge dreier Noten, bei denen eine doppelt so lang wie die beiden anderen ist. Diese Figur wurde von Albert Schweitzer als „Freudenmotiv“ bezeichnet.

Im vierten Teil, einem Chorstück, wird die Eingangsbitte „Leite mich“ durch das Motiv einer zwei Oktaven umfassenden Tonleiter dargestellt. Auch hier finden sich wieder, je nach Textaussage, Wechsel zwischen den Tempobezeichnungen: Andante – Allegro – Andante.

Der fünfte Satz Cedern müssen von den Winden, ein Terzett von Alt, Tenor und Bass, reflektiert textlich die vorangehenden Psalmverse und veranschaulicht musikrhetorisch sowohl das Rauschen des Windes in den Zederbäumen als auch das „Widerbellen“ der Feinde, das der Psalmsänger zu gewärtigen hat. Der Basso continuo läuft hierbei weitgehend in Sechzehntelfiguren, die nur an Übergangsstellen durch Achtel und zweimal durch punktierte Achtel unterbrochen werden. Die Instrumente bilden so das Rauschen des Windes ab, während das „Widerbellen“ der Feinde in den Gesangsstimmen durch aufgeregte Überbindungen von Vierteln an kürzere Noten und Chromatik symbolisiert wird.

Bemerkenswert ist am sechsten Satz Meine Augen sehen stets zu dem Herrn zunächst die Form, denn er folgt dem Schema Präludium und Fuge. Nachdem alle vorherigen Teile einen 4/4-Takt-Takt aufweisen, steht dieser Satz im 6/8-Takt. Der erste Teil, der dem Präludium entsprechen würde, zeigt eine madrigalartige Struktur, wie dies auch bei manchen von Bachs Präludien für Orgel der Fall ist. Der Beginn der Fuge ist wiederum durch einen Tempowechsel zu Allegro gekennzeichnet.

Der Schlusschor Meine Tage in dem Leide ist in Form einer Chaconne geschrieben, das viertaktige Basso-continuo-Thema, das sich stets wiederholt, griff Johannes Brahms in seiner Vierten Symphonie auf.

Ausführende:

Condictor: Philippe Pierlot
Orchester: Ricercar Consort
Sopran: Katharine Fuge; Counter-Tenor: Carlos Mena; Tenor: Jan Kobow; Bass: Stephan MacLeod

Aufnahme von September 2004

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J.S. Bach – Cantata BWV 150 „Nach dir, Herr, verlanget mich“ („After you, Lord, call me“)

„Nach dir, Herr, verlanget mich“ („After you, Lord, call me“) (BWV 150) is one of the earliest church cantatas by Johann Sebastian Bach.

This cantata is one of Bach’s oldest cantatas (together with the cantatas BWV 131, 196, 106 and 4); it probably originated around 1706. Christoph Wolff speaks in his Bach biography of the „presumably earliest surviving cantata“. There is no autograph, but only a copy from the year 1753 made by Bach’s pupil Christian Friedrich Penzel. As a place of origin Arnstadt is suspected.

The text was written by an unknown poet based on Psalm 25.

The text consists in the choral movements. After you, Lord, demand me; Lead me in your truth and My eyes always look to the Lord from the words of Psalm 25 (verses 1-2 LUT, verse 5 LUT and verse 15 LUT). Bach used a psalm paraphrase by the unknown librettist for the arias and the final chorus.

Since there is no textual relationship to the church year, various liturgical classifications have been proposed. Thus, the cantata could have been composed for a confessional service, for the third Sunday after Trinitatis or for a funeral.

Vocal soloists: soprano, alto, tenor, bass (alto, tenor and bass in Terzetto No. 5 can also be sung through the choir voices)
Choir: soprano, alto, tenor, bass
Orchestra: Bassoon, Violin I / II, Basso continuo.

The cantata consists of seven movements:

  1. Sinfonia: instrumental piece (bassoon, violin I, violin II, basso continuo), key in B minor, the bassoon is recorded as an obligatory solo part, but plays along with the basso continuo.

2nd Choir (soprano, alto, tenor, bass): After you, Lord, call me, beginning in B minor, ending in B major; Bassoon, Violin I, Violin II, Basso continuo, the bassoon solos as opposed to the basso continuo.

  1. Aria (soprano): But I am and remain cheerful, B minor, violins in unison and basso continuo.
  2. Chorus: Guide me in your Truth, b-minor; Bassoon, violin I, violin II, basso continuo, the bassoon melodically follows the basso continuo, but phrases and pauses independently.

  3. Terzetto (alto, tenor, bass): Cedars must by the winds, D major, bassoon (solo) and basso continuo. The vocal movement is simple and can also be performed by choir singers.

  4. Chorus: My eyes always look to the Lord, beginning in D major, ending in B major; Bassoon (Soloist), Violin I, Violin II, Basso continuo. Madrigal-like choral movement in 6/8 time

  5. Chorus: My Days in Suffering, beginning in B minor, ending in B major; Chaconne in 3/2-time.

The early cantata already shows characteristic compositional characteristics of Bach in the overall structure and in the internal structure of the individual movements.

The introductory sinfonia is very short with 19 bars, the longest are the choral pieces in second and last place. Already in the first movement, the musical rhetorical action figure is used in anticipation of the ensuing choral movement, a chromatic fourth movement downwards, which frequently occurs in Bach’s later cantatas and oratorios.

In the following choral pieces of this cantata the speed changes again and again. In the second part is the fugal beginning „After you, Lord, demands me“ in Allegro, followed by „My God, I hope for you“, homophonic in Andante. According to the textual statement in the verses of the psalm 25, this sequence runs through the entire choral movement. „Let me not be ashamed“ is „Un poco allegro“ fugiert and then changes homophone to Adagio. The following request „that my enemies do not rejoice over me“ is again called „Allegro“ and fugiert. The conclusion is a homophonic cadence on the Durparallele, now again in the Adagio.

The following aria of the soprano But I am and remain amused does not follow the then usual form of the da capo aria. It contains no repetition, but is composed by song. The melodic structure is dominated by the Corta figure, a sequence of three notes, one of which is twice as long as the other two. This figure was described by Albert Schweitzer as a „joy motif“.

In the fourth part, a choral piece, the introductory part „Guide me“ is represented by the motif of a two-octave scale. Again, there are, depending on the text statement, change between the tempo markings: Andante – Allegro – Andante.

The fifth movement, Cedar, by the Winds, a trio of alto, tenor, and bass, lyrically reflects the preceding psalmic verse, and illustrates, in the rhetoric of music, both the rustling of the wind in the cedar trees and the „barking“ of the enemies the psalmist has to face. The basso continuo runs here largely in sixteenth-notes, which are interrupted only at crossing points by eighths and two times by dotted eighths. The instruments thus mimic the sound of the wind, while the „barking“ of the enemies in the vocals is symbolized by excited transitions of neighborhoods to shorter notes and chromaticism.

Noteworthy is the sixth sentence My eyes always see the form of the Lord, for he follows the pattern of prelude and fugue. After all previous parts have a 4/4 time clock, this rate is in 6/8 time. The first part, which would correspond to the prelude, shows a madrigal-like structure, as is also the case with many of Bach’s preludes for organ. The beginning of the fugue is again marked by a tempo change to Allegro.

The closing chorus My Days in Sorrow is written in the form of a chaconne; the four-bar basso continuo theme, which is always repeated, was attacked by Johannes Brahms in his Fourth Symphony.

Performed by:

Conductor: Philippe Pierlot
Orchestra: Ricercar Consort
Soprano: Katharine Fuge; Counter Tenor: Carlos Mena; Tenor: Jan Kobow; Bass: Stephan MacLeod

Recording from September 2004

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Johannes Brahms: „Ein deutsches Requiem op. 45“


Johannes Brahms: „Ein deutsches Requiem op. 45“

 

Johannes Brahms:  – „Ein deutsches Requiem op. 45

Johannes Brahms: (* 7. Mai 1833 in Hamburg; † 3. April 1897 in Wien) war ein deutscher Komponist, Pianist und Dirigent. Seine Kompositionen werden vorwiegend der Hochromantik zugeordnet; durch die Einbeziehung barocker und klassischer Formen gehen sie aber über diese hinaus. Brahms gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte.

Unter einem Requiem versteht man gemeinhin die Liturgie der Totenmesse der katholischen Kirche bzw. kirchenmusikalische Kompositionen zum Totengedenken. Der im evangelisch-lutherischen Hamburg groß gewordene Brahms orientierte sich bei der Auswahl seiner Texte nicht am traditionellen Kanon des Requiems als Totenmesse, sondern wählte aus Texten des Alten und Neuen Testamentes in der Fassung der Lutherbibel vor allem solche aus, in denen der Trost der Hinterbliebenen im Mittelpunkt steht.

Brahms zeigte dabei, wie vertraut er mit den Bibeltexten und Psalmen war, und gestaltete sein Deutsches Requiem nicht als Trauermusik, sondern zum Trost derer, „die da Leid tragen“, also als eine von Ernst, Würde und Zuversicht getragene Musik für die Lebenden. Der kirchenmusikalischen Gattung des Requiems kann und soll das Werk deshalb nicht gerecht werden; von der Anlage – vor allem der Besetzung – her kann man es eher als Oratorium bezeichnen, wenn auch die dramatische Komponente fehlt. In der Textabfolge knüpft es am ehesten an die evangelische Motette früherer Zeiten an. Einer genauen Einordnung in eine musikalische Gattung verschließt sich das Werk, ähnlich wie Händels Messiah, mit dem es auch die Textauswahl zur Auferstehung der Toten gemeinsam hat.

Besetzung:

Gesang: Solo-Sopran, Solo-Bariton und vierstimmiger Chor.

Orchester: zwei Flöten, Piccoloflöte, zwei Oboen, zwei Klarinetten in A und B, zwei Fagotte, Kontrafagott ad libitum, vier Hörner, zwei Trompeten, drei Posaunen, Tuba, Pauken, zwei Harfen (unisono), Streicher, Orgel ad libitum.

Als das Deutsche Requiem am Karfreitag des Jahres 1868 im Bremer Dom uraufgeführt wird, ist Johannes Brahms 35 Jahre alt. Die Aufführung wird ein bahnbrechender Erfolg für den jungen Komponisten.

Mit dem Gedanken, eine Trauermusik zu komponieren, trug sich Brahms bereits seit 1859. In dieser Zeit steht er noch unter dem Eindruck des Todes seines väterlichen Freundes und künstlerischen Mentors Robert Schumann, der nach schwerer Geisteskrankheit 1856 in Bonn verstarb. Schumann verkörperte für Brahms das Bild des genialen Künstlers schlechthin. Doch erst der Tod der geliebten Mutter im Jahre 1865 wurde zum direkten Auslöser für die Komposition des Werks.

Doch ist das Deutsche Requiem keine Totenmesse im Sinne der lateinischen kirchenmusikalischen Tradition. Ihm geht es nicht um ein Komponieren entlang der katholischen Liturgie, wie das bei den großen Requiemvertonungen des 19. Jahrhunderts der Fall war, wie etwa bei Verdi oder Dvorak. Brahms nahm sich die Freiheit, die ihm entsprechenden Texte aus dem Alten und Neuen Testament selbst auszuwählen. Einer kirchlichen Dogmatik, auch einer protestantischen, wollte er sich nicht unterwerfen. Brahms verzichtet auf die traditionellen Bilder von der Erlösung durch Christus am Tag des Jüngsten Gerichts. Anstelle dessen setzt er den zentralen Gedanken von Trauer, Trost und Hoffnung – eine Hinwendung zum Diesseits. Es gilt, der Toten zu gedenken und die Lebenden zu trösten. „Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden“ – der erste Satz nach Worten aus der Bergpredigt ist gleichsam das Motto, das über dem ganzen Werk steht.

Nicht zuletzt der Blick des Komponisten über konfessionelle Grenzen hinaus auf den Ernst der letzten Dinge, auf das menschlich Wesentliche, hat bewirkt, dass das Deutsche Requiem seinen Weg in die Herzen der Menschen gefunden hat und einen festen Platz in unserer Musikkultur einnimmt.

Ausführende:

Iwona Sobotka (Sopran) und Andrè Schuen (Bariton).
MDR SINFONIEORCHESTER

MDR-Rundfunkchor
Dirigent Risto Joost
Aufzeichnung aus der Frauenkirche in Dresden am 25.11.2017
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Johannes Brahms: „A German Requiem op. 45“

Johannes Brahms (born May 7, 1833 in Hamburg, † April 3, 1897 in Vienna) was a German composer, pianist and conductor. His compositions are mainly attributed to the high romantic; but by incorporating baroque and classical forms, they go beyond them. Brahms is considered one of the most important composers in music history.

A requiem is commonly understood to mean the liturgy of the funeral mass of the Catholic Church or church music compositions to commemorate the dead. Brahms, who had grown up in Protestant-Lutheran Hamburg, did not follow the traditional canon of the requiem as the funeral mass when choosing his texts, but selected texts from the Old and New Testaments in the version of the Luther Bible especially those in which the comfort of the bereaved the focus is on.

Brahms showed how familiar he was with the Bible texts and psalms, and designed his German Requiem not as funeral music, but as a consolation for those who „suffer because of it“, that is, a music carried by gravity, dignity and confidence for the living. Therefore, the work can not and should not do justice to the church music genre of the Requiem; From the plant – above all the occupation – one can call it rather oratorio, although the dramatic component is missing. In the text sequence, it most closely resembles the evangelical motet of former times. An exact classification into a musical genre closes the work, similar to Handel’s Messiah, with which it also has the text selection for the resurrection of the dead in common.

Occupation:

Vocals: solo soprano, solo baritone and four-part choir.

Orchestra: two flutes, piccolo, two oboes, two clarinets in A and B, two bassoons, contrabassoon ad libitum, four horns, two trumpets, three trombones, tuba, timpani, two harps (unison), strings, organ ad libitum.

When the German Requiem premieres on Good Friday of 1868 in the Bremen Cathedral, Johannes Brahms is 35 years old. The performance will be a groundbreaking success for the young composer.

Brahms had been involved with the idea of ​​composing a funeral music since 1859. During this time he is still under the impression of the death of his paternal friend and artistic mentor Robert Schumann, who died after severe mental illness in 1856 in Bonn. Schumann embodied for Brahms the image of the ingenious artist par excellence. But it was only the death of her beloved mother in 1865 that became the direct trigger for the composition of the work.

But the German Requiem is not a funeral mass in the sense of the Latin church music tradition. He is not concerned with composing along the Catholic liturgy, as was the case with the great requiem settings of the nineteenth century, such as Verdi or Dvorak. Brahms took the liberty to select the texts corresponding to him from the Old and New Testament. He did not want to submit to ecclesiastical dogmatics, even Protestant ones. Brahms abandons the traditional images of Christ’s redemption on the Day of Judgment. Instead, he sets the central idea of ​​grief, consolation and hope – a turn to this world. It is important to remember the dead and comfort the living. „Blessed are they that bear grief, for they are to be comforted“ – the first sentence of words from the Sermon on the Mount is, as it were, the motto that stands above the whole work.

Last but not least, the composer’s view beyond denominational boundaries to the seriousness of the last things, to the human essentials, has caused the German Requiem to find its way into people’s hearts and occupy a firm place in our musical culture.

Performed by:

Iwona Sobotka (soprano) and Andrè Schuen (baritone).
MDR SINFONIE ORCHESTRA
Conductor Risto Joost
Recording from the Frauenkirche in Dresden on 25.11.2017
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