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Eine bewegende Matthäus-Passion erklang im Palau de la Musica Catalana am 10.04.2017 in Barcelona!


Eine bewegende Matthäus-Passion erklang im Palau de la Musica Catalana am 10.04.2017 in Barcelona!

                    Palau de la Musica Catalana in Barcelona mit der Büste von J.S. Bach

Eine vollbesetzte Konzerthalle empfing die Besucher zu einer bewegenden Aufführung der Matthäus-Passion – BWV 244 von J.S. Bach unter der Stabführung von René Jacobs.

René Jacobs brachte jetzt keine himmlischen Heerscharen mit zu seiner großartigen Matthäus-Passion. Mit gut zwei Dutzend Sängerinnen und Sänger, die praktisch durchweg Solistenqualität haben, machen schon etwas her, wenn sie noch dazu vor den Instrumentalisten platziert sind. Diese Variante war für mich neu und wurde somit zu einem profunden Klangerlebnis. Gegenüber der Variante von Sir Gardiner im Jahr 2016 – ist diese Platzierung von René Jacobs genial. Das Orchester konzertierte erhöht hinter dem Chor und spielte zeitweise im Stand so dass ein großartiger Raumklang entstand.

                      René Jacobs mit dem BWV 244 im „Palau de la Musica in Barcelona“

Ausgeklügelt die Platzierung auch im Detail: Im Chor I wirkten die vier Hauptsolisten mit, der damit etwas größer war und – auch wenn letztere begreiflicherweise gelegentlich markierten – auch so klang. Herausragend in seiner entspannten Ungekünsteltheit der Evangelist von Julian Prégardien, herrlich nobel neben ihm Johannes Weisser als Christus.

Die Alt-Partien übernahm auf dieser Seite der glasklare und überzeugende Countertenor Benno Schachtner. Wunderbar mit ihrer Glockenstimme der Sopran Sunhae Im. Im Chor II fand sich ein zweites, weitgehend aus den Reihen der Choristen bestücktes Solistenquartett.

                                Benno Schachtner (Countertenor) auf dem Foto 2. von rechts

Die Akademie für Alte Musik Berlin und der RIAS Kammerchor agierten überragend. Es war feststellbar, dass sie alle eingespielt waren aufgrund ihrer wochenlangen Europatour. Zu spüren war die hellwachste, vergnügteste und musizierfreudigste Atmosphäre für eine Musik, die hochprofessionell in den innersten Kern des Zuhörers zielt. Etwas störend für uns nach dem Schlusschoral das sofort einsetzende Applaudieren. Das ist Südeuropa, das Temperament der Besucher ist anders gelagert als in Mitteleuropa.

Nach dem Konzert war es für uns noch möglich, von René Jacobs ein Autogramm zu bekommen, was uns im Jahr 2016 von Sir Gardiner verweigert wurde. Zwei unterschiedliche Maestros, die wir in kurzer Zeit erleben durften. Bei René Jacobs Aufführung erlebten wir eine erfrischende und mitnehmende Aufführungsform, die zu Herzen ging. Beim Sir Gardiner in 2016 erschien uns alles zu routinehaft vorgetragen und vermissten sehr diese packende Frische und Mitnahme im Konzert.

Gesangs-Solisten von rechts: Sunhae Im (Sopran) – Benno Schachtner (Counter) – Julian Prégardien (Tenor-Evangelist) – Johannes Weisser (Bass – Christus)

Eine herzliche Begrüßung und ein Gespräch ergab sich noch am Ausgang mit Benno Schachtner, der lange Zeit an der „Hochschule für Musik Detmold“ studiert hat und als Assistent von Prof. Gerhard Weinberger aktiv war. Die HfM Detmold bildet großartige Nachwuchskünstler aus, wie geschehen mit dem Countertenor Benno Schachtner, der in jungen Jahren eine steile Karriere erzielt hat.

Ausführende:

Julian Prégardien, Tenor – Evangelist

Johannes Weisser, Bass – Jesus

Sunhae Im, Sopran

Anja Petersen, Sopran

Kristina Hammarström, Alt

Benno Schachtner, Countertenor

Minsub Hong, Tenor

Jonathan de la Paz Zaens, Bass

RIAS Kammerchor

Akademie für Alte Musik Berlin

Leitung: René Jacobs

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Ein Kurz-Video von dem Konzert füge ich bei. Zu hören ist der Schluss-Choral aus der Matthäus-Passion:

„Wir setzen uns mit Tränen nieder Und rufen dir im Grabe zu: Ruhe sanfte, sanfte Ruh!“ 

Ein Video mit René Jacobs und der „Johannes-Passion – BWV 245 ist auf YouTube vorhanden! Es handelt sich um eine aktuelle Aufnahme aus Paris vom 19.08.2015 – auf der Facebook-Seite von René Jacobs veröffentlicht.

https://youtu.be/Aw6J1EVX3n4

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Herzliche Grüße

Volker

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Klassik-News: Der Kammerchor der Hochschule für Musik (HfM) Detmold erlangt den 1. Preis in der Kategorie „Gemischte Chöre „


Gemischter Chor der HfM Detmold (OWL)

                                             Gemischter Chor der HfM Detmold (OWL)

Chor-Olympiade: Detmolder Kammerchor gewinnt 1. Preis

Detmold (wh). Der Kammerchor der Hochschule für Musik (HfM) Detmold wurde beim Deutschen Chorwettbewerb in Weimar mit dem 1. Preis in der Kategorie „Gemischte Chöre über 32 Sänger/innen“ ausgezeichnet.

Der HfM-Chor zählt zu den profiliertesten Ensembles in Deutschland. Dirigiert wird der Studierenden-Chor von Anne Kohler. Die Professorin für Chorleitung ist als Jurorin, Kursleiterin und Dirigentin international gefragt. Am 19. Juni 2014 steht sie gemeinsam mit den Rolling Stones auf der Bühne in Düsseldorf und dirigiert dort das HfM-Vokalensemble.

Der Deutsche Chorwettbewerb gilt als Gipfeltreffen der besten Chöre und Vokalensembles. 4500 Sänger treten in diesem Jahr im Wettbewerb in 14 Kategorien in Weimar an.

Weitere Informationen: http://www.kammerchor-hfm-detmold.de/aktuelles

Pressekontakt: Friedrich von Plettenberg, Pressesprecher Hochschule für Musik,

Telefon: 05231/975740,

E-Mail: plettenberg[at]hfm-detmold.de

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Orgel-Virtuose und Bach-Kenner Gerhard Weinberger begeisterte in der Altstädter Nicolaikirche in Bielefeld


Orgelkonzert Gerhard Weinberger an der Beckerath-Orgel Nicolaikirche Bielefeld

                        Orgelkonzert Gerhard Weinberger an der Beckerath-Orgel Nicolaikirche Bielefeld

Liebe Orgel-Freunde(innen)

Ein fantastischer Orgel-Virtuose und Bach-Kenner gab überraschend ein Orgelkonzert an der Grossen Beckerath-Orgel in der Altstädter Nicolaikirche in Bielefeld.

Bach ist seine musikalische Berufung. Fast zwanzig Jahre leitete und prägte                           Gerhard Weinberger die Orgel- und Kirchenmusik an der Musikhochschule Detmold. Dem Bielefelder Musikfreund sind zwei herausragend hochkarätige Passions-Gastspiele „seiner“ Westfälisch-Lippischen Bach-Gesellschaft bis heute nachschwingend erinnerlich. Die Ausrichtung des 88. Jahrgangs des Bachfests der Neuen Leipziger Bachgesellschaft dieser Tag dort, überhaupt erstmals in unserer Region, ist weithin auch sein Coup. Den international renommierten Organisten auf einen Abstecher in die „Altstädter Orgelmusiken“ geholt zu haben, darf schon ein Glücksfall genannt werden.

Weinbergers Spiel, Bach natürlich und als diesem einzig ebenbürtiger Programmpartner Reger, wurde den Erwartungen hochmögend gerecht. Faszinierend verfügt er über das Klangpotenzial der großen Beckerath-Orgel. In der so genannten „dorischen“ Toccata und Fuge d-Moll BWV 538 ist es eine in ausgesuchter Klarheit leuchtende Registerwahl, die dem Eingangsteil als perfekt verblendetem Manualdialog zu virtuoser, der kontrapunktischen Architektur zu ausdrucksintensiver Weiträumigkeit verhalf………..

Zur ganzen Rezension  >>  h i e r  <<  

Leider war ich an diesem Termin verhindert und hätte ihn gerne in Bielefeld angetroffen und gehört. Die nächste Möglichkeit besteht zum BachFest 2013 Detmold an Himmelfahrt, 9. Mai 2013 um Prof. Gerhard Weinberger wieder an der Orgel in St. Johannis Baptist in Borgentreich bewundern zu können und das wird dann/unsere Pilgerfahrt dorthin ebenso der Besuch des  Orgelmuseum in Borgentreich.

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Video Prof. Gerhard Weinberger

Gerhard Weinberger plays Bach on the Treutmann organ in Goslar.

  • BWV 721 „Erbarm dich mein, o Herre“

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Konzert in OWL – Das Leipziger Streichquartett spielt mit der Harfenistin Hanna Rabe. – Radio-Fernsehtipps


Hallo Klassikliebhaber!

Hanna Rabe - Harfe

                       Hanna Rabe – Harfe

Ein Konzert zum krönenden Abschluss des Meisterkurses für Laien im „Gräflicher Park Hotel & Spa“ in Bad Driburg am Sonntag, den 24. Februar 2013 um 19:30 Uhr im „Gräflicher Park Hotel & Spa“ in Bad Driburg.

Fast schon zur Tradition geworden ist der Auftritt des Spitzenensembles

Leipziger Streichquartett (LSQ) im Gräflichen Park in Bad Driburg (OWL).

Stefan Arzberger 1. Violine, / Tilman Brüning 2. Violine, / Ivo Bauer – Viola, Matthias Moosdorf – Violoncello).

Dieses Mal wird das Ensemble noch ergänzt durch die mehrfach ausgezeichnete Harfinistin Hanna Rabe. Auf Einladung der Diotima Gesellschaft und der Musikgesellschaft Bad Driburg wird das auf internationalen Bühnen arbeitende Quartett auch in diesem Jahr einen Meisterkurs für Laien anbieten. Nach drei Tagen intensiver Arbeit folgt dann zum krönenden Abschluss das Konzert.

Die Bielefelderin Hanna Rabe studiert momentan Konzertexamen an der Hochschule für Musik in Detmold. Der Harfenistin Hanna Rabe ist eine besondere Ehrung zuteil geworden: Die junge Studentin der HfM Detmold aus der Klasse Prof. Godelieve Schrama ist mit dem „Märkischen Stipendium für Musik“ ausgezeichnet worden. Das mit 12.000 € dotierte Stipendium… | Erfahren Sie mehr – www.hfm-detmold.de

Das LSQ hat sich mittlerweile als „bestes deutsches Quartett“ (Gramophone) und zu den bekanntesten und vielseitigsten Ensembles profiliert. Im Oktober 2012 gewann es zum wiederholten Male den Echo-Preis als bestes Ensemble. Um an das READ Festival 01 zu erinnern, spielen dieses Mal die vier Leipziger mit der jungen Harfenistin Hanna Rabe unter anderem ein Quintett von E.T.A. Hoffmann. Was viele nicht wissen: Hoffmann war nicht nur ein Dichter, sondern auch ein Komponist der Romantik. Auch das restliche Programm steht im Zeichen seiner Zeit:

PROGRAMM

N.W. Gade Quartett über „Willkommen und Abschied” von Goethe…
Mendelssohn op.13 „Ist es wahr…?“
Robert Schumann, Streichquartett A-Dur op. 41 Nr. 3

E.T.A. Hoffmann Quintett für Harfe und Streichquartett

Franz Schubert, „Willkommen und Abschied“ D 767

MEISTERKURS FÜR LAIEN

So wie in den letzten Jahren wird das LSQ wieder für interessierte Laien einen Meisterkurs im „Gräflicher Park Hotel & Spa“ in Bad Driburg anbieten. Nähere Informationen unter www.leipzigquartet.com . 

Interessenten wenden sich bitte an:info(at)leipzigquartet.com

VORVERKAUF

Im Vorverkauf ist der Eintrittspreis 25 € (in der Kat. A) und 20 € (n der Kategorie B). Schüler haben freien Eintritt.

Der Vorverkauf findet an den bekannten Vorverkaufsstellen statt:

● Buchhandlung Saabel, Lange Str. 86, Bad Driburg, Tel. 05253 4596

● Bad Driburger Touristik GmbH, Lange Str. 140, Bad Driburg, Tel. 05253 9894-0

● Gästeservice Center im Gräflichen Park, Bad Driburg, Tel. 05253 95 23700

● Buchhandlung Halbig, Kamp 5, 33098 Paderborn, Tel.: 05251-22624

Oder schicken Sie ein Email an info(at)diotima-gesellschaft.de

oder Tel. 05253 / 9523700  

Über ein Konzert mit Hanna Rabe – Harfe, wurde ein Artikel bereits von mir verfasst. Nachstehend der Link zum Nachlesen…

Link:  https://meinhardo.wordpress.com/2010/05/02/ung-instrumentalisten-begeisterten-mit-einem-vivaldi-bach-programm-in-detmold/

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Rundfunk: BR-Klassik-PlusInterpretationen im Vergleich

Johann Sebastian Bach | Bild: picture-alliance/dpa

Samstag, 23.02.2013 
21:03 bis 22:30 Uhr

Rundfunk – BR-KLASSIK

Mehr zur Sendung

 Johann Sebastian Bach: Orgelpassacaglia c-Moll, BWV 582

Aufnahmen mit Helmut Walcha, Karl Richter, Marie-Claire Alain, Edward Power Biggs, Simon Preston, Ton Koopman und anderen
Von Matthias Keller

Johann Sebastian Bach: Passacaglia c-Moll BWV 582
Wenngleich sie kein Spätwerk ist, sondern vermutlich zwischen 1706 und 1713 entstanden, gilt sie doch bis heute als „Summa“ der Gattung Passacaglia. Deutlich wahrnehmbar ist der Einfluss der norddeutschen Schule, namentlich Dietrich Buxtehudes, den Bach kurz zuvor in Lübeck besuchte. Das acht-taktige Thema selbst wurde allem Anschein nach vom Christe: Trio en passacaille aus Messe du deuxieme ton des französischen Komponisten André Raison angeregt.
In ihrer insgesamt 21-teiligen Anlage mit einer fast viertelstündigen Spieldauer steht diese Passacaglia absolut singulär da, gekrönt durch eine Fuge (thema fugatum) mit gleich zwei Kontrasubjekten, von denen das erstere aus dem Themenverlauf selbst abgeleitet ist. So einzigartig das Werk selbst ist, so strittig ist nach wie vor der Gestaltungsansatz. Die Varianten reichen vom durchgehenden Organo pleno (Marcon) bis zur großangelegten Crescendoform (Hansjörg Albrecht). In seinem Interpretationsvergleich stellt Matthias Keller unter anderem Aufnahmen von Helmut Walcha, Karl Richter, Marie-Clair Alain, Edward Power Biggs, Simon Preston, Ton Koopman einander gegenüber.

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Bayerisches Fernsehen

Frank Peter Zimmermann

„Mein Weg zu Bach“

Frank Peter Zimmermann (Violine). | Bild: Honorarfrei lediglich für Ankündigungen und Veröffentlichungen im Zusammenhang mit obiger BR-Sendung bei Nennung: Bild: BR/Nightfrog. Andere Verwendungen nur nach entsprechender vorheriger schriftlicher Vereinbarung mit dem BR-Bildarchiv, Tel. 089 / 5900 10580, Fax 089 / 5900 10585, Mail Pressestelle.foto@br.de

Donnerstag, 21.02.2013 
23:15 bis 00:15 Uhr

Bayerisches Fernsehen

Wiederholung am Sonntag, 24.2.2013 um 10:20 Uhr

Im Jahr 1995 war Frank Peter Zimmermann im Kloster Andechs. Dort spielte der gebürtige Duisburger unter anderem Bachs beeindruckende Partita d-Moll für Violine solo.

Leitfaden ist dabei sowohl das Thema Bach, dem sich der Film von verschiedenen Seiten nähert. Im Zentrum steht ein Konzertmitschnitt mit dem Pianisten Enrico Pace aus dem Kloster Polling mit den Sonaten für Violine und Piano (BWV 1014-1019).
In einem intensiven und berührenden Interview beschreibt Frank Peter Zimmermann seine Auseinandersetzung mit Bach und seiner Musik. Und er erlaubt auch einen Blick auf den Lehrer und Vater Frank Peter Zimmermann, der mit seinem Sohn Serge eine Solo Partita von Bach einstudiert – mit ebenso viel Anspruch wie Humor.

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St. Marien in Lemgo mit einem Bach-Sonntag, im Gottesdienst erklang die Kantate BWV 19 und im Abend-Konzert Bach-Motetten


Kirche St. Marien Lemgo

Kirche St. Marien Lemgo

Des Morgens in der Kirche St. Marien, Lemgo: hochkarätige Bach-Kantate BWV 19 – des Abends: Sechs Bach-Motetten (am Sonntag 30.9.2012).

So hört sich eine Bach-Stadt an: des Morgens in der altehrwürdige Kloster-Kirche unter der Schwalbennest-Orgel erklingt die Bach-Kantate BWV 19Es erhub‘ sich ein Streit‘.
Des Abends alle ’sechs informationen-zu den Bach-Motetten auf einen Streich‘ in der Stadt-Kirche. Zur Morgenmusik stellt sich eine eine respektable Gemeinde-Kantorei mit begeisterten SängerINNEN ein. Später zum frühen Abend stolziert dann eines der besten deutschen Choresembles ‚Die Rheinische Kantorei‘ unter Leitung von Hermann Max in den Chorraum.

Ja-, ein solcher ausgewogener Bach-Tag konnte nicht ohne mich vergehen. Vom Büchermarkt in Schwalenberg kommend, verbrachte ich diesen sonnigen Herbst-Sonntag (30.10.12) in der alten Hansestadt Lemgo. In den musikfreien Stunden ‚zwischen Bach‘ gab es ja das bekannte ‚Weser-Rennaisance-Museum‚ und sonnenbeschienene Wiesen mit Äpfelbäumen, unter denen ich ausruhen konnte.

Egal-, wie die Leistungen der Chöre ausfallen. Wenn man solche anspruchsvollen Bach’schen Vokalwerke an einem Tag anbietet, dann spricht das für die Aufgeschlossenheit der Mitwirkenden und der beiden Kantoren. Man merkt es eben, dass zwei A-Kantoren in den beiden großen Kirchen Lemgo’s wirken. Außerdem sind die beiden Musikhochschulen Detmold und Herford nicht weit entfernt, so daß immer Musikstudenten und Dozenten in Lemgo herangezogen werden.

BWV 19 kenne ich gut. Daher kann ich seine ‚heiklen Einsätze‘ einschätzen und genau auf diese war ich gespannt. Das fing schon an mit dem Unisono-Einsatz des Chor-Basses im Eingangschor (1) an. Die Herren schlugen sich tapfer, allerdings verlangt der ‚Kampf Michael’s gegen den Drachen‘ besondere Stimm-Kraft der Männerstimmen. Da darf nichts nur ‚mal so gehaucht‘ und ‚angetupft‘ werden! Aber beachtenswert, dass die Kantorei von St. Marien unter Kantor Volker Jänig einen solchen turbulenten Chorsatz überhaupt wagt. Mit A.Dürr stimme ich da überein: ‚einer der monumentalsten Eröffnungschöre der Kantaten‘ (vgl.Dürr II, S.571) fordert wirklich ‚entfesselte‘, furiose Stimmgewalt.

Nach diesem einmaligem Eingangschor kommen natürlich mit dem Bass-Rezitativ und den nachfolgenden Arien besondere Anforderungen an die Solisten zu. Vor allem, so denke ich, muß die SPANNUNG erhalten bleiben. Denn: jetzt liegt der Drache am Boden. Triumphierend muß  in einem Atemzug der Bariton in seinem Seccorezitativ (2) feststellen: ‚Gottlob, der Drache liegt, der unerschaffne Michael und seiner Engel Heer haben ihn besiegt.‘ Dieser Spannungsbogen ‚Chor – Rezitativ – Arie‘ war aber total misslungen, da mangels eines Baritons der Tenorsolist das Seccorezitativ sang und dieser auch noch die Tonhöhe nicht traf, quasi einen ‚Frosch‘ im Hals hatte. So was darf nicht passieren !!!

Ein Lichtblick war dann die Altistin mit ihrer Arie (3), während dann wieder der Tenor mit der wunderschönen Engelsarie (4) dran war. Leider muss ich sagen: dieser Tenor ‚quälte‘ sich durch eine einmaliges Stück. Die Chance, den Hörern mal wirklich darzustellen, was ‚Engelsglaube‘ ausmacht, wurde vertan.
Der Schlußchoral mit seinem Trompetenglanz versöhnte mich doch dann und ich war dankbar, diesen ‚Solitär-Edelstein unter den ca.200 Bach’schen geistlichen Kantaten mal ‚life‘ gehört zu haben.

Rheinische Kantorei - Leitung Hermann Max in St. Marien Lemgo mit Bach-Motetten

Rheinische Kantorei – Leitung Hermann Max in St. Marien Lemgo mit Bach-Motetten

Am Abend ging es dann ‚professionell‘ weiter. Während Gardiner damals in Potsdam 2011 nur fünf Bach-Motetten schaffte, hielt die ‚Rheinische Kantorei‘ das gesamte Tablett der sechs Bach-Motetten mit klaren, jungen und hellen Stimmen mir hin. Es war eine Freude, in der Transparenz der Stimmen die polyphonen Linien zu erkennen und zu verfolgen (‚Komm Jesu komm‘ und ‚Fürchte dich nicht‘). In der Doppelchörigkeit warfen sich die SängerINNEN die Bälle zu. Auch in der Motette ‚Jesu meine Freude‘, die ich als Junge im Sopran selbst mal mitgesungen hatte, konnte ich ungeahnte Strukturen neu entdecken. Auch das Motiv ‚Kampf gegen den Drachen‘ kam mit ‚Trotz – trotz dem alten Drachen‘ wieder aus einer Ecke der Motette hervor. Natürlich bekam die ‚Welt‘ mal wieder ihr Fett ab und es hieß: ‚Tobe Welt und springe, ich steh‘ hier und singe.‘

Höhepunkt war dann der Abschluß mit der Motette ‚Singet, singet‘ und darin das abschließende ‚Alleluja‘ mit dem Spitzenton des Chorsoprans im zweitletzten Takt. Mir war es völlig klar, daß dieser Profi-Chor mit seinem begnadetem Leiter Hermann Max mit Eleganz und Leichtigkeit die Töne rüber brachte.

Nach beiden Konzerten dieses Lemgoer Bach-Tages stellte ich mir dann aber die für Menschen, die mit Mit-Singen und Hören Lebenssinn empfangen wollen, entscheidende Frage:

Wem soll Bach’s Musik DIENLICH sein? FÜR WEN IST DIESE MUSIK DA?

Rheinische Kantorei - Leitung Hermann Max in St. Marien Lemgo

Rheinische Kantorei – Leitung Hermann Max in St. Marien Lemgo

Für Profis und ein zahlendes Publikum? Oder für Menschen, die was Gutes selbst singen oder hören wollen. Ist Bach nur ‚von Profis da oben‘ zu erreichen, oder soll Bach weiterhin wie einst in Leipzig in den Basis-Kantoreien ‚da unten‘ beheimatet sein? Wird Bach’s Musik nur ‚geistig genossen und genial abgewickelt‘, oder wird Bach in den Herzen so vieler Laien-SängerINNEN zu einem VADEMECUM für ein zufriedenes Leben?

In vielen Kantoreien in meiner Gegend OWL fehlt der Nachwuchs. Die Generation 60 plus wird zum Träger des ausgeübten Kulturlebens. Kein jüngerer traut sich noch Bach zu singen, weil Profis es ja viel besser hinkriegen. Da gibt es einen genial interpretierten Bach, doch keine Menschen mehr, die Bach’s Chöre sich zu singen trauen. Ist das der Preis, den wir für einen bloß angehörten Super-Bach zu zahlen haben?

Nein-, mir sind Kantoreien lieber, die sich einer großen musikalischen Aufgabe stellen und mit ihren Mitteln und Stimmen Bach wiedergeben..

Es wäre wichtig, dass auch wir alle im Bach-Blog von ‚Volker’s Klassikseiten‚ uns dieser Frage stellen.

Gruß

Adamo

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PDF zum Download

Informationen zu den Bach-Motetten BWV 225-BWV 230

       Bach-Motetten

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Das „Bach-Fest 2013“ der Neuen Bachgesllschaft e.V. findet vom 03. Mai 2013 bis 12. Mai 2013 in Detmold statt


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Bachfest 2013 Detmold

Bachfest 2013 Detmold

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Liebe Bachfreunde/innen!

Pure Freude kommt auf für den Bachfreund/in in OWL (Ostwestfalen-Lippe) mit dieser Ankündigung, dass im Kalenderjahr 2013 in Detmold das nächste Bachfest 2013 von der Neue Bachgesellschaft, Leipzig, vor der Haustüre stattfinden wird.

Das 88. Bachfest im Kalenderjahr 2013 der Neuen Bachgesellschaft e.V., veranstaltet von der Hochschule für Musik Detmold in Kooperation mit der Stadt Detmold findet vom:

03. bis 12. Mai 2013 

in Detmold (OWL) statt.

Motto: Bach – Lehrer und Gelehrter

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46 Veranstaltungen an 19 Spielstätten: Das ist das Bachfest 2013 in Detmold. werden der renommierte Pianist Martin Stadtfeldt, aber auch so hochkarätige Ensembles wie das WDR-Rundfunksinfonieorchester und das Freiburger Barockorchester zu Gast sein. „Aber auch Professoren unserer Hochschule und Studierende werden Konzerte geben“, kündigt Vogel an. Das Ballett des Landestheaters wird zusammen mit dem Auryn Quartett der Hochschule eine Choreographie zu Bachs „Kunst der Fuge“ auf die Bühne bringen.

Mit Konzerten in Lemgo, Abtei Marienmünster, Kloster Corvey, Borgentreich, Bielefeld und Paderborn wollen wir aber auch in die Region hineingehen. Zum Abschluss gibt es einen großen Tag der Kirchenmusik, an dem Chöre und Kantoreien aus der Region mitwirken sollen.

Ein internationaler Orgelwettbewerb, der sonst in Münster stattfindet, wird 2013 unter dem Dach des Bachfestes über die Bühne gehen. Außerdem werden Experten aus der ganzen Welt in einem dreitägigen musikwissenschaftlichen Symposium neueste Forschungsaspekte zum Thema „Johann Christoph Friedrich Bach“ diskutieren. Dieser Bachsohn wirkte als so genannter „Bückeburger Bach“ lange Jahre am Bückeburger Hof.

(c/o Musikhochschule Detmold, /  Prof. Vogel, /  Prof. Weinberger)

Wir freuen uns auf Sie!

Genaueres Programm ab September 2012

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Ein YouTube-Video vom 2.jüngsten Sohn J.S. Bach’s dem „Bückeburger Bach“

Johann Christoph Friedrich Bach (1732-1795)

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Herzliche Bach-Grüße

Volker

Verabschiedung von Prof. Gerhard Weinberger – Konzerte an der HfM Detmold


Prof. Gerhard Weinberger, HfM Detmold

Liebe Prof. Gerhard Weinberger-Freunde!

Es stimmt mich etwas wehmütig von einem großartigen Kirchenmusiker und Dozenten an der hiesigen „Hochschule für Musik – Detmold“ – Prof. Gerhard Weinberger – Abschied zu nehmen. Aus gegebenen Anlass finden zwei Konzerte zu seiner Verabschiedung in Detmold statt.

Samstag, 28.05.2011

Im Konzerthaus HfM Detmold, 19:30 Uhr

Johann Sebastian Bach:

Messe h-Moll – BWV 232

Abschiedskonzert Prof. Gerhard Weinberger

Catalina Bertucci, Sopran 1
Barbara Majewska, Sopran 2
Benno Schachtner, Altus
Sebastian Kohlhepp, Tenor – Klaus Mertens, Bass
Vokal- und Instrumentalsolisten-Ensemble der Barockakademie | Leitung: Gerhard Weinberger | Eine Veranstaltung der Reihe MUSICA SACRA 2011

Eintritt 30 EUR | 25 EUR | 20 EUR – Studierende / Schüler Eintritt frei (Eintrittskarte erforderlich)

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Klais-Orgel im Konzertsaal der HfM-Detmold

 

Sonntag, 26.06.2011

Im Konzerthaus HfM Detmold, 18:00 Uhr

Orgelkonzert
anlässlich der Verabschiedung von Prof. Gerhard Weinberger

Es spielen ehemalige Studierende seiner Orgelklasse | Eine Veranstaltung der Reihe MUSICA SACRA 2011

Eintritt frei

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Konzerte – Kartenverkauf und mehr:

  • Vorverkauf: Haus der Musik Detmold, Krumme Straße 26 (05231-302078)
  • Ticket-Hotline Telefon: 0800-00-68745 – jederzeit anrufen (auch an Sonn- und Feiertagen). Ihr Anruf kostet Sie keinen Cent. Die Karten liegen für Sie im HAUS DER MUSIK oder auf Wunsch an der Abendkasse zur Abholung bereit. Ihnen entstehen keine zusätzlichen Kosten.
  • Bitte holen Sie Ihre telefonisch reservierten Karten eine halbe Stunde vor Konzertbeginn an der Abendkasse ab.
  • Informationen zu Eintrittskarten und kostenlosen Services unserer PR-Abteilung

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Ich gehe davon aus, dass Mitglieder aus OWL an einem der beiden Abschieds-Konzerte für Prof. Weinberger  in Detmold teilnehmen werden und würde mich über eine Rückmeldung freuen.

Grüße Volker