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ALL OF BACH veröffentlicht von J. S. Bach das BWV 622 – Orgelchoral: „O Mensch, bewein dein Sünde gross“

ALL OF BACH veröffentlicht von J. S. Bach das BWV 622 –

Orgelchoral: „O Mensch, bewein dein Sünde gross“

                                                Stiftskirche St. Georg – Goslar-Grauhof

„O Mensch, bewein dein Sünde groß“ ist ein lutherisches Kirchenlied zur Passionszeit. Den Text verfasste der Rektor und Kantor Sebald Heyden 1530 zur Melodie Es sind doch selig alle, die von Matthias Greitter (1525). Das Lied ist originalnah im Evangelischen Gesangbuch (Nr. 76), in einer revidierten ö-Fassung im Gotteslob (Nr. 267) enthalten.

Aus den kirchenmusikalischen Bearbeitungen des Liedes ragen Johann Sebastian Bachs ausgezierte Orgelparaphrase BWV 622 und insbesondere der groß angelegte Schlusschor des ersten Teils seiner Matthäuspassion (Nr. 35) heraus.

Ein Orgelwerk, das so ergreifend und bewegend ist wie dieses Chorvorspiel für die Passion ist eine Rarität, auch für Bach. Wir sind alle an unsere Verantwortung erinnert, auf die wir hoffnungslos verzichtet haben, wie wir wissen. O ihr treu von allen Ländern, nimm Schande! Obwohl Christus uns gerettet hat, musste er einen schrecklichen Tod sterben, um dies zu tun.

Die ungewöhnlich lange Choralmelodie, die sich langsam vor dem Zuhörer entfaltet, kommt aus einer Hymne aus dem Jahr 1525. Extreme Strenge würde für den strengen Ton der Worte passen, aber stattdessen nimmt Bach in einer Fülle von Ornamenten auf. Es ist, als ob er sagen will: Es ist wahr, dass wir ein wertloser Haufen sind, aber wir können es nicht wirklich helfen. Also, anstatt uns einen schmerzhaften Clip um die Ohren zu geben, setzt er einen Putz auf die Wunde.

                                                     Treutmann-Orgel von 1737 Grauhof, St. Georg

Allerdings kommen wir nicht so leicht weg. Indem er die einfache Choralmelodie in so tröstliche Umhänge setzt, nimmt Bach die Seele noch mehr überrascht mit seinen unerwarteten harmonischen Wendungen und Wendungen. Und das war genau seine Absicht. In seiner Sammlung von Choräle-Präludien Harmonische Seelenlust aus dem Jahr 1733 sagt der Organisist Georg Friedrich Kaufman in so vielen Worten: Das Ziel, Choräle in der Kirche zu spielen, ist, die Gemeinde in die richtige Stimmung zu bringen, damit sie dann den Chor mit demselben singen werden Größere Hingabe. Im Jahre 1746 bestätigte Bachs Schüler Ziegler, dass genau das, was er von Bach gelernt hatte: „Wie für das Spielen von Choräle, mein Lehrer, Kapellmeister Bach, lehrte mich, die Songs nicht so zu spielen, sondern im Einklang mit der Bedeutung (Affect) Der Worte „.

Wenn also nach einer chromatischen Torsion Bach in der allerletzten Bar von O Mensch eine wahrhaft bemerkenswerte Harmonie einnimmt, ist es nicht ohne Grund. In diesem sowieso langsam Arbeit, reduziert er das Tempo hier zu adagissimo, so dass es klar wird, wie schrecklich lange Christus musste an diesem gewundenen Kreuz hängen und wie schmerzhaft es war. Es ist leicht vorstellbar, dass die Gemeinde einen enormen Klumpen in ihrer Kehle hatte, als sie anfingen, diesen Chor zu singen.

Orgelbüchlein, BWV 599-644

Während seiner Zeit als Gerichtsorganistin in Weimar (1708-1714) begann Bach bereits seine erste Sammlung von Choral-Arrangements lutherischer Hymnen. Nach der Inhaltsliste sollte es sich um eine Sammlung von 164 Kompositionen handeln, aber am Ende nicht mehr als 46. Die Reihenfolge, kombiniert mit der begrenzten Länge der Stücke, zeigt, dass Bach plant, eine komplette zu kompilieren Zyklus der Chorale Präludien für die Kirche.

Später, in seiner Zeit in Köthen, gab er der Sammlung eine Titelseite, die lautet: Orgel-Büchlein, Worin ein für lernende Organisten Anleitung gegeben wird, auff allerhand Arth einen Choral durchzuführen … (kleines Orgelbuch, in dem ein Anfänger Organist gelehrt wird Um einen Choral auf alle möglichen Weisen zu ordnen …). So beabsichtigte er damals die Sammlung ebenso wie eine Lehranleitung, die er vielleicht 1722 für die  Thomasschule in Leipzig vorstellte, was eine wichtige Lehraufgabe war. Die Schüler müssen eine harte Zeit erfüllen, denn die Präludien enthalten das komplette Spektrum der barocken Tastentechniken in Kürze.

BWV
622
Titel
O Mensch, bewein dein Sünde gross
Genre
Orgelarbeit (Chorale Arrangement)
Serie
Orgelbüchlein
Jahr
Ca. 1708-1717
Stadt
Weimar

Besondere Hinweise:
In einer Manuskript mit 45 anderen Chorale Präludien enthalten. Erst im Jahre 1722 wurde in Köthen das Manuskript mit einer Titelseite mit Orgelbüchlein versehen.

Veröffentlichungsdatum
14. April 2017
Erstellungs-Datum
24. August 2015

Ort
Stiftskirche St. Georg, Goslar-Grauhof
ORGANIST
Erwin Wiersinga
Organ
Christoph Treutmann, 1731

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                         Video ALL OF BACH BWV 622 – Zum Anhören in das Foto klicken..!!

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Text-Link zum Video BWV 622 „O Mensch, bewein dein Sünde gross“


„Ich wünsche viel Freude“ – mit dem Orgelchoral und wünsche

allen ein besinnliches Osterfest!

Grüße sommerk

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