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Sonntag, 27. Dezember 2015 um 17 Uhr weihnachtliches Konzert bei Kerzenschein in der Kirche zu Bergkirchen-Lippe


Am 27. Dezember 2015 findet um 17 Uhr „weihnachtliches Konzert bei Kerzenschein“

in der Kirche zu Bergkirchen-Lippe statt.

Es gibt im Moment noch genug Karten für das Konzert! Gestern (13.12.2015) waren z. b. noch 150 Karten über, so dass sich vermutlich auch die Tageskasse ab 15 Uhr lohnt! Auch weise ich gerne nochmal darauf hin, dass es im Winter kein Kaffeetrinken in Bergkirchen gibt, wir aber schöne Cafes in der Nähe haben. Leider gelingt es mir nicht immer, Ihren Platzwünschen gerecht zu werden und ganz selten liegen die Plätze auch mal nicht direkt zusammen. Sie können Ihre Wünsche im Formular aber mitteilen und ich versuche was geht, wobei die Reihenfolge der Überweisung und die Kategorie das Entscheidende ist. Leider waren die Wünsche auf den Kontoauszügen nicht abgedruckt.

Wichtig ist hier immer der Name, Konzert und Anzahl der Karten (z. b. so: Name, 27.12.15, 4x). Keine langen Texte, sonst fehlt etwas und es kommt zu Verwechslungen! Auch besteht die Möglichkeit, die Plätze in der Kirche noch zu tauschen, untereinander, oder gegen Restplätze. Unsere Kirche hat ganz unterschiedliche Plätze und jeder empfindet einen Platz ganz anders. Da kann es nicht immer gerecht zugehen, aber wir bemühen uns!

Am Sonntag, 27. Dezember gibt es um 17 Uhr ein weihnachtliches Konzert bei Kerzenschein in der Kirche zu Bergkirchen. Auf eine besondere Stunde können sich die Zuhörer freuen!

Es ist schon eine kleine Tradition, dass die international ausgezeichnete Harfenistin Jasmin-Isabel Kühne (Braunschweig) dieses Konzert gestaltet, in diesem Jahr mit dem Altus Johannes Euler aus Hannover. Die Musiker präsentieren in ihrem Konzertprogramm musikalische Kostbarkeiten u. a. von Hildegard von Bingen, Dowland, Britten und Purcell.
Die Harfe und die menschliche Stimme haben eines gemeinsam: sie gehören beide zu den ältesten Mitteln, die der Mensch hat um durch Musik Emotionen und Empfindungen zum Klingen zu bringen. Seit Menschengedenken geht es immer um dieselben Themen: Spiritualität, Freude, Trauer und natürlich Liebe – um nur einige wenige zu nennen. Seit im Mittelalter die Möglichkeit entdeckt wurde, Noten schriftlich festzuhalten, wurden über die Jahrhunderte viele verschiedene musikalische Stile entwickelt, die oben genannten Themen zu vertonen. Und genau darum geht es in diesem Konzert – einen großen musikalischen Bogen zu spannen über die letzten 500 Jahre Musikgeschichte – von mittelalterlichen Gesängen über klassische und romantische Lieder bis zu zeitgenössischer Musik… und Jazz.

Karten bekommt man an der Tageskasse ab 15 Uhr, und im Vorverkauf unter

www.bergkirchen.net

(10,- € auf allen Plätzen ohne Platzreservierung, 20,-/15,- € mit Platzreservierung).

Weitere Informationen erhält man unter:
www.bergkirchen.net  /  E-Mail:  musik@bergkirchen.net

Biographie der Solisten:

Jasmin-Isabel Kühne wurde im Oktober 1986 in Braunschweig geboren. Bereits im Alter von vier Jahren erhielt sie Klavierunterricht, seit ihrem 10. Lebensjahr wird sie an der Harfe unterrichtet. Im Jahr 2005 kam Jasmin-Isabel Kühne als Jungstudentin an die Hochschule für Musik Detmold, wo sie seitdem von der Harfenistin Prof. Godelieve Schrama unterrichtet wird. Meisterkurse bei berühmten Harfenisten wie z.B. Isabelle Moretti, Jana Bouskova, Alice Giles, Mazumi Nagasawa und Privatunterricht bei Germaine Lorenzini runden ihre Ausbildung ab. Von 2006 bis 2011 war sie Musikstudentin in den Studiengängen Künstlerische Ausbildung und Musikpädagogik mit dem Hauptfach Harfe und dem Nebenfach Klavier. Im Dezember 2010 beendete sie ihr Studium der Musikpädagogik mit der Gesamtnote sehr gut (1,2), im Juni 2011 folgte der Abschluss der Künstlerischen Ausbildung mit der Bestnote 1,0 in allen Fächern. Seit Oktober studiert die junge Harfenistin nun in der Solistenklasse an der Detmolder Hochschule und wird ihr Konzertexamen am 30. Oktober 2014 beenden.

Jasmin-Isabel Kühne (Harfe)

                 Jasmin-Isabel Kühne (Harfe)

Um ihre künstlerische Entwicklung weiter zu fördern, wird Jasmin-Isabel Kühne seit dem Jahr 2013 noch zusätzlich von der berühmten Harfenistin Prof. Isabelle Perrin in Paris und Oslo unterrichtet.
Diverse Preise und Auszeichnungen kann die junge Harfenistin mittlerweile verzeichnen, so u.a. der 1. Preis beim 5. Harfenwettbewerb des Verbandes der deutschen Harfenisten in Solo- und Orchesterliteratur, ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes und der 1. Preise beim Lyon&Healy Award 2013 in Cardiff, bei dem sich Jasmin-Isabel Kühne gegenüber eine Konkurrenz von 40 Harfenistin durchsetzen konnte.

Im April 2012 erhielt die Musikerin zudem den renommierten GWK-Musikpreis, der es ihr seitdem ermöglicht, in ganz Deutschland mit Orchestern und anderen hervorragenden Solisten zu konzertieren.
Im Mai 2010 gab Jasmin-Isabel Kühne ihr Konzertdebüt in Rio de Janeiro beim 5. Internationalen Harfenfestival und dem WDR Köln. Eine Solo-Produktion mit dem WDR folgte im Jahr 2011 und 2013, bei der sie Solo-Werke von Franz Pönitz und Benjamin Britten für das Radio einspielte.
Aushilfstätigkeiten in renommierten Orchestern wie dem Westdeutschen Rundfunkorchester Köln, der Staatsoper Hannover oder der Norwegischen Oper führten Jasmin-Isabel Kühne bereits in wichtige Konzerthäuser, wie z.B. in den Beethovensaal Bonn, in die Berliner Philharmonie und an die Norwegische Nationaloper. In der Spielzeit 13/14 ist Jasmin-Isabel Kühne als 2. Harfenistin am Staatstheater Kassel zu hören.
Ihr Harfenspiel wird von der Presse als „zart und perlend“ (Lippische Landeszeitung), „kontrastreich“ und „meisterhaft“ (Wolfsburger Nachrichten) und „mit atemberaubender Anmut“ (WDR Print) charakterisiert und gelobt.

Der Countertenor Johannes Euler wurde 1989 in Hannover geboren und erhielt von 1998 bis 2008 Gesangsunterricht bei Prof. Charlotte Lehmann. In dieser Zeit studierte er von 2002 bis 2006 im „Institut zur Frühförderung musikalisch Hochbegabter“ an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Nach dem Abitur 2008 begann er seine Ausbildung in der Abteilung Schulmusik (Fächerübergreifender Bachelor) bei Prof. Markus Schäfer (bis 2010) und bei Ralf Popken (ab 2010). 2012 wechselte er in den Studiengang Bachelor Gesang. Ergänzt wurde sein Studium bis jetzt durch Meisterkurse bei Evelyn Tubb (Sopran), Anthony Rooley (Laute), Lynne Dawson (Sopran), Maria Husmann (Sopran, Schauspiel) und Michael Chance (Countertenor), bei dem er seit 2011 außerdem privat regelmäßig Unterricht am Koninklijk Conservatorium Den Haag erhält. Künstlerische Schwerpunkte seiner derzeitigen Konzerttätigkeit sind die Aufführung der Oratorien und Kantaten von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel sowie Musik des englischen, deutschen und italienischen Frühbarock (z.B. Werke von John Dowland, Henry Purcell, Heinrich Schütz, Dietrich Buxtehude, Claudio Monteverdi, u. A.). Des Weiteren gilt sein Interesse besonders der Musik des 20. Jahrhunderts. So sang er 2014 die Uraufführung des von Hasan Uçarsu
geschriebenen „Selige Sehnsucht – Mutluluk Veren Hasret“ für Countertenor und Streichorchester.

Countertenor Johannes Euler.

                                   Countertenor Johannes Euler.

Sein Operndebüt gab er 2013 in Georg Philipp Telemanns „Der aus der Löwengrube errettete Daniel“ am Theater Osnabrück in den Rollen des Arbaces und des Daniel. Seit 2014 ist Johannes Euler Mitglied des Münchener Ensembles „Die Singphoniker“,
mit dem er regelmäßig international konzertiert und CDs produziert.

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CD-Vorstellung: Beethoven „An die ferne Geliebte“ und Schubert „Schwanengesang“ – James Gilchrist und Anna Tilbrook


Vor fast einem Jahr stellte ich Euch die beeindruckende erste CD der Schubert-Reihe von James Gilchrist und Anna Tilbrook bei dem Label ORCHID Classics mit dem Liedzyklus „Die schöne Müllerin“ von Franz Schubert vor.

Vor kurzem ist die zweite CD der beiden Künstler in dieser Reihe erschienen, diesmal mit den beiden Liedzyklen „An die ferne Geliebte“ von Ludwig van Beethoven sowie mit „Schwanengesang“ von Franz Schubert. Auch diese CD ist sehr bewegend. Alles, was ich damals geschrieben habe, wird bestätigt und sogar noch übertroffen. Die regelmäßigen Leser dieses Blogs wissen, dass es von mir keine musikwissenschaftlich fundierte und ausgewogene Rezension gibt, sondern, dass ich meine persönlichen Eindrücke schildere, die bestimmt nicht allgemeingültig zu sehen sind.

 

„An die ferne Geliebte“ von Ludwig van Beethoven wird als der erste Liederzyklus überhaupt angesehen. Orginalzitat James Gilchrist:“ … Das Werk hat etwas besonders Zierliches an sich und eine Leichtigkeit, die fast ehrfürchtig anmutet. Es ist wunderschöne gearbeitet, besitzt durch die sanften Accelerandi zwischen den Sätzen eine ruhelose, jugendliche Aufregung sowie eine besonders befriedigende Symmetrie, die sich dank des ersten und letzten Satzes – die beide in der warmen, angenehmen Tonart Es-Dur stehen – einstellt. …“ Ja, und so singt er es auch, wunderschön, voller Wärme, voller Zuneigung – sehr, sehr innig.

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Anfang April 2011 veröffentlichte ORCHID Classics ein Promotion-Video, in dem es Ausschnitte aus der CD mit ergänzenden Kommentaren von James Gilchrist zu hören und zu sehen gibt.:

 

„Schwanengesang“ (D 957) ist eine Sammlung von Liedern des Komponisten Franz Schubert (1797–1828). Die Lieder entstanden August bis Oktober 1828. Die Werkzusammenstellung beinhaltet vertonte Gedichte von Ludwig Rellstab, Heinrich Heine und eins von Johann Gabriel Seidl. Da es sich um Schuberts letzte größere Komposition handelt, erhielt die postum veröffentlichte Sammlung nachträglich den Namen Schwanengesang, traditionell die Bezeichnung für das letzte Werk eines Künstlers. Dies bedeutet jedoch nicht – wie James Gilchrist in seinem Beitrag im Booklet sehr schön ausdrückt – dass der Zyklus ein Alterswerk, sondern das Werk eines jungen Komponisten und noch jüngerer Dichter darstellt. Die einzelnen Lieder bieten eine sehr große Spannbreite an Emotionen und Intensität. Sie erzählen keine durchgehende Geschichte wie in „Die schöne Müllerin“ oder „Winterreise“. Da gibt es bei den Rellstab Liedern freundliche Lieder wie „Liebesbotschaft“, die James Gilchrist eben auch freundlich und mit sehr viel jugendlichem Enthusiasmus singt. Da gibt es „Kriegers Ahnung“, fast eine kleine Oper, die er hier voller Dramatik den Zuhörer erleben lässt. Was müsste dieser Sänger auf der richtigen Opernbühne lebendig werden lassen? Und natürlich – das von Wunschkonzerten überstrapazierte „Ständchen“: liebevoll, zärtlich, innig – aber nie kitschig. Welch ein Genuss!

Die Heine-Lieder sind stilistisch ganz anders, eine viel größere Bandbreite an Farben und eben auch an Farblosigkeit, die Sänger und Pianistin wirklich alles abverlangen. So wie die Musik wirklich an Grenzen geht, müssen das auch die Interpreten tun. „Der Atlas“: hier interpretieren sie nicht nur den Kampf, sie erleben ihn und machen ihn regelrecht fühlbar, diesen unglaublichen, unmenschlichen, zermürbenden Kampf des Atlas. Und am anderen Ende steht „Der Doppelgänger“. Mit welch fahlen Tönen machen sie die innere Qual so hörbar, dass sich beim Zuhörer unweigerlich Gänsehaut einstellt.
James Gilchrist will erzählen, will, dass man ihm zuhört, will berühren und er tut das auf eine sehr berührende, sehr persönliche Art und Weise und ganz nebenbei – mit einer nahezu perfekten Aussprache. Wie ich bei der letzten CD schon schrieb: eine Deutlichkeit, von der sich so mancher muttersprachliche Sänger eine Scheibe abschneiden kann. Ganz im Gegenteil, es gibt durchaus sehr bekannte deutsche Liedsänger, die immer wieder als Maßstab herangezogen werden, bei denen ich ständig zusammenzucke. Hier sind es mal ein oder zwei Stellen, wo ein wenig Akzent durchschimmert, wie unwichtig in diesem Kontext. Wie gut, dass die CD mit der „Taubenpost“ schließt, das letzte von Franz Schubert komponierte Lied vor seinem plötzlichen Tod mit einem sehr naiven Text, aber mit so wunderschöner Musik und so wunderbar gesungen. Keiner muss am Ende verzweifeln, mit einem Lächeln geht das Leben weiter.

Dies ist für mich ganz persönlich meine CD des Jahres. Normalerweise scheue ich solch eine Aussage, weil ich mich nie entscheiden kann, was wirklich das Beste ist und Oratorien, Instrumentalkonzerte und Lieder wirklich nicht miteinander vergleichbar sind. Hier liegt ein Stapel verschiedenster neuer CDs mit ganz großartiger Musik. Aber diese Cd liegt bei mir ganz oben, wegen ihrer unglaublichen Intensität, dieser starken persönlichen Ansprache, ja ganz einfach, weil sie ganz tief berührt. Mich jedenfalls.

Hier die Links zum Bestellen:
über Volkers Partnershop
über JPC

Es gibt die CD auch als Downloadversion, aber zumindest bei JPC ist nicht das Booklet dabei. Dabei ist dies, da alle erklärenden Texte auch in Deutsch enthalten sind, sehr lesenswert.

Wenn ich schon dabei bin, stelle ich Euch gleich noch eine zweite CD von James Gilchrist und Anna Tilbrook vor, die nahezu zeitgleich mit einem Kontrastprogramm bei Linn Records erschienen ist. Hier sind Werke von Kenneth Leighton (1929-1988) und Benjamin Britten (1913-1976) zu hören. Für unsere Bach-geschulten Ohren ist es etwas schwierige Musik. Aber es lohnt sich, einmal über seinen Horizont herauszuschauen und ein wenig Mühe und Zeit zu investieren. Winter Words von Benjamin Britten ist ein sehr bekannter Zyklus, den Britten für seinen Lebensgefährten Peter Pears geschrieben hat. Sehr interessante Musik, die mich zwar nicht wirklich anspricht, vielleicht, weil ich nicht auf Anhieb den Sinn der Texte verstehe oder da, wo ich verstehe (Choirmasters Burial), ich zutiefst betroffen bin, aber so, WIE sie gesungen wird von Gilchrist, ist sie sehr beeindruckend. Kenneth Leightons „Earth, sweet earth“ dagegen hat mich beim ersten Hören, obwohl auch dies für mich sehr ungewohnte Musik ist, regelrecht in Trance fallen lassen. Es geht, wenn ich es richtig verstanden habe, um die Bewahrung der Schöpfung vor Zerstörung, ein mehr als aktuelles Thema. Sehr bewegende Musik – und sehr bewegend, zu Herzen gehend gesungen.

Auch hier die Links zum Bestellen:
über Volkers Partnershop
über JPC

Ein ganz persönlicher Eindruck von zwei ganz unterschiedlichen CDs – aber beiden gemeinsam ist die unglaublich Intensität, mit der James Gilchrist und Anna Tilbrook Musik lebendig werden lassen. Auf die Winterreise, die sicher folgen wird, bin ich jetzt schon gespannt.
Barbara