Archiv der Kategorie: Werkeinführungen Klassische Musik

All of Bach veröffentlicht das BWV 1011 – Cello Suite Nr. 5 in c-Moll


All of Bach veröffentlicht das BWV 1011 – Cello Suite Nr. 5 in c-Moll

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KONVERSATION

„Nirgendwo in den sechs Suiten klingt das Cello einsamer als in der Sarabande von No. 5.“

J.S. Bach könnte ein Cello wie eine Orgel pochen lassen, wie in der Cellosuite Nr. 5 in c-Moll, das dunkelste der Six Cello Suites. Das Präludium entsteht aus der Tiefe wie ein Orgel-Präludium und gipfelt in einer scheinbar Fuge, wie schwierig es auch sein mag, in der Praxis eine Fuge auf einem Cello zu spielen. Dennoch schlägt Bach hier vor, dass ein neuer Teil immer wieder hereinkommt und dass Teile, die früher eintraten, sich mit ihm bewegen, wenn auch unhörbar. Es ist genau diese Vielfalt von Teilen und die darauf folgende Konversation, die den Cellisten Hidemi Suzuki inspiriert, wenn er dieses Stück spielt.

       KIT Königliches Tropeninstitut, Amsterdam – Sitz des Königlichen Tropeninstituts in Amsterdam

Neben der Tonart c-Moll gibt es eine weitere Erklärung für den dunklen Charakter dieser Suite. Das ist die Tatsache, dass die höchste A-Saite einen Ton tiefer gestimmt ist: Scordatura. Es gibt der A-Saite (jetzt der G-Saite) einen etwas düstereren Klang und erleichtert das Spielen von Akkorden. Außerdem wird die Schwere des Schlüssels bestätigt. Die Dominante von c-Moll ist G, ein Ton, der jetzt in zwei getrennten Streichern erklingt – das Cello hat ebenfalls eine tiefe G-Saite.

Die Cellosuite Nr. 5 folgt der üblichen Struktur eines Präludiums, gefolgt von sechs Tänzen (aufgeteilt auf fünf Abschnitte). Auf die aufwendige Allemande und die lustvolle Courante folgt eine trostlose Sarabande. Plötzlich gibt es keine Akkorde oder Doppelstopps mehr, und die traurige Melodie muss ihren eigenen Grundton liefern. Nirgendwo in den sechs Suiten klingt das Cello einsamer als hier.

Der französische Charakter der Suite, der in punktierten Rhythmen betont wird, wird im vierten Abschnitt weiter bestätigt; eine zweiteilige Gavotte. Dieser in Frankreich entstandene Tanz in Zweierzeit ist sehr robust, dank seiner zahlreichen Akkorde an starken Stellen der Bar. Und der gepunktete Rhythmus der Gigue ist auch französisch.

                                                                        CELLIST Hidemi Suzuki

Sechs Cello-Suiten

Die Sechs Cellosuiten von Johann Sebastian Bach sind Teil des Alten Testaments der Cello-Literatur. Jeder Cellist, der die Musik ansieht, erkennt sofort, wie natürlich die Noten um die Saiten des Instruments angeordnet sind. Dennoch gibt es viele Fragen und Diskussionen über diese ‚Suiten a Violoncello Solo senza Basso‘. Hat Bach wirklich die Musik für Cello geschrieben oder für Cello allein?

                                        Sitz des Königlichen Tropeninstituts in Amsterdam

Wann hat er diese Musik geschrieben – am Hof ​​von Köthen oder früher? Auch die Autorschaft wird manchmal in Frage gestellt, obwohl behauptet wird, dass Anna Magdalena Bach (die das einzige erhaltene Manuskript notierte) die Autorin selbst sein könnte, nicht sehr ernst genommen werden kann. Die Suiten nehmen einen Weg von der Einfachheit zur zunehmenden Virtuosität: von den meist offenen Streichern der ersten drei Suiten über den komplexeren Schlüssel Es-Dur der rätselhaften Suite No. 4 zur dunklen Suite Nr. 5, das erfordert, dass der Cellist die höchste Saite einen Ton tiefer abstimmt. Suite Nr. 6 ist das ungewöhnlichste, da es ein fünfsaitiges Instrument benötigt – wahrscheinlich die Viola Pomposa oder sonst das Cello Piccolo.

BWV 1011

TITEL
Cello Suite Nr. 5 in c-Moll

GENRE
Kammermusik (Soloarbeit)

SERIE
Sechs Cello-Suiten

JAHR
zwischen 1717 und 1723

STADT
Köthen

Besondere Hinweise
In dieser Suite muss die Stimmung der höchsten Saite des Cellos von A nach G geändert werden.

                                                                            CELLIST Hidemi Suzuki

VERÖFFENTLICHUNGSDATUM
23. Februar 2018

AUFNAHMEDATUM
25. August 2017

LAGE
KIT Königliches Tropeninstitut, Amsterdam

CELLO
Andrea Amati, Cremona, ca. 1570?

CELLIST
Hidemi Suzuki


CONVERSATION

Nowhere in the six suites does the cello sound lonelier than in the Sarabande of no. 5.

Bach could make a cello throb like an organ, as shown in the Cello Suite no. 5 in C minor, the darkest of the set of Six Cello Suites. The Prelude arises from the depths like an organ prelude, culminating in what appears to be a fugue, however difficult it may be in practice to play a fugue on one cello. Yet Bach manages to suggest here that a new part keeps entering, and that parts that entered earlier move along with it, albeit inaudibly. It is precisely this multiplicity of parts and the ensuing conversation that inspires cellist Hidemi Suzuki when he plays this piece.

Besides the key of C minor, there is another explanation of the dark character of this suite. That is the fact that the highest A string is tuned a tone lower: scordatura. It gives the A string (now the G string) a slightly murkier sound and makes it a bit easier to play chords. Moreover, the weightiness of the key is confirmed. The dominant of C minor is G, a tone that is now heard in two separate strings – as the cello also has a low G string.

The Cello Suite no. 5 follows the usual structure of a Prelude followed by six dances (divided over five sections). The elaborate Allemande and the lusty Courante are followed by a desolate Sarabande. Suddenly, there are no chords or double stops at all, and the mournful melody has to provide its own root note. Nowhere in the six suites does the cello sound lonelier than here.

The French character of the suite, emphasised in dotted rhythms, is further confirmed in the fourth section; a two-part Gavotte. This dance in duple time, which originated in France, is very robust in character, thanks to its numerous chords on strong parts of the bar. And the dotted rhythm of the Gigue is also French in style.

                                                               CELLIST Hidemi Suzuki

Six Cello Suites

The Six Cello Suites by Johann Sebastian Bach are part of the Old Testament of cello literature. Every cellist who looks at the music senses immediately how naturally the notes are arranged around the strings of the instrument. Yet there are many questions and discussions about these ‘Suites a Violoncello Solo senza Basso’. Did Bach really write the music for cello, or for cello alone?

When did he write this music – at the court of Cöthen or earlier? Even the authorship is called into question sometimes, although claims that Anna Magdalena Bach (who notated the only surviving manuscript) could be the author herself cannot be taken very seriously. The suites take a route from simplicity to increasing virtuosity: from the usually open strings of the first three suites, via the more complex key of E-flat major of the enigmatic Suite no. 4 to the dark Suite no. 5, which requires the cellist to tune the highest string one tone lower. Suite no. 6 is the most unusual, as it requires a five-stringed instrument – probably the viola pomposa, or otherwise the cello piccolo.

BWV 1011

TITLE
Cello Suite no. 5 in C minor

GENRE
chamber music (solo work)

SERIES
Six Cello Suites

YEAR
between 1717 and 1723

CITY
Cöthen

SPECIAL NOTES
In this suite, the tuning of the highest string of the cello must be changed from A to G.

RELEASE DATE
23 February 2018

RECORDING DATE
25 August 2017

LOCATION
KIT Royal Tropical Institute, Amsterdam

CELLO
Andrea Amati, Cremona, ca. 1570?

CELLIST
Hidemi Suzuki

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Ich wünsche allen viel Freude mit der Cello-Suite!

Herzliche Grüße

Karin

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Jan Dismas Zelenka (1679-1745) „Missa Omnium Sanctorum“


Jan Dismas Zelenka (1679-1745) „Missa Omnium Sanctorum“


Jan Dismas Zelenka – (Taufname Jan Lukáš Zelenka; * getauft 16. Oktober 1679 in Launiowitz, Böhmen; † 23. Dezember 1745 in Dresden) war ein böhmischer Barockkomponist.

 Jan Dismas Zelenka  (1679-1745)  – „Missa Omnium Sanctorum“

 Die „Missa Omnium Sanctorum“ von Zelenka gilt als Meisterwerk!

 Rasante Koloraturen und himmlische Melodien!“ Temperamentvolle Orchesterbehandlung, halsbrecherische Fugen für die Sänger: die Messvertonung „Missa omnium Sanctorum“ unterstreicht die herausragende Stellung des J.S. Bach-Zeitgenossens Jan Dismas Zelenka.

Der böhmische Komponist Jan Dismas Zelenka wird seit einigen Jahren wieder vermehrt aufgeführt – er steht für temperamentvolle Barockmusik, verbunden mit einer kühnen Harmonik und geradezu sprudelnden Melodien. Zelenka war Anfang des 18. Jahrhunderts über Jahrzehnte als Musiker am Dresdner Hof angestellt – obwohl er oft den Hofkapellmeister vertrat, wurde ihm der Posten nicht dauerhaft übertragen.Trotz dieser Enttäuschung schrieb der böhmische Komponist überragende Werke, sowohl für Anlässe des Hofes als auch für die Gottesdienste in der Hofkirche in Dresden.

Außerhalb der sächsischen Hauptstadt Dresden geriet er nach seinem Tod recht schnell in Vergessenheit. Johann Sebastian Bach erkannte allerdings zu Zelenkas Lebzeiten dessen außergewöhnliche Fähigkeiten und führte Werke von ihm auf, auch eine persönliche Begegnung zwischen den beiden gilt als gesichert. Die „Missa Omnium Sanctorum“ gilt als Zelenkas bestes sakrales Werk.

 1.  Kyrie eleison

2.  Christe eleison

3.  Kyrie eleison

4.  Gloria in excelsis Deo

5.  Qui tollis peccata mundi

6.  Quoniam tu solus Sanctus I

7.  Quoniam tu solus Sanctus II

8.   Cum sancto Spiritu I

9.   Cum sancto Spiritu II

10. Credo

11. Sanctus

12. Benedictus

13. Osanna

Ausführende:

Prager Barocksolisten

Ensemble Inégal

Gabriela Eibenová – Sopran

Kai Wessel – Altus

Jan Kobow – Tenor

Tomáš Král – Bass

Marián Krejčík – Bass

Dirigent: Adam Viktora

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Jan Dismas Zelenka (christening Jan Lukáš Zelenka, baptized October 16, 1679 in Launiowitz, Bohemia, † December 23, 1745 in Dresden) was a Bohemian Baroque composer.

Jan Dismas Zelenka (1679-1745) „Missa Omnium Sanctorum“

The „Missa Omnium Sanctorum“ by Zelenka is considered a masterpiece!

Fast-paced coloraturas and heavenly melodies! „Spirited orchestral treatment, breakneck joints for the singers: the Mass setting“ Missa omnium Sanctorum „underlines the outstanding position of the J.S. Bach’s contemporary Zelenka.

The bohemian composer Jan Dismas Zelenka has been performing again for several years – he stands for spirited Baroque music, combined with a bold harmony and downright bubbly melodies. Zelenka was employed for decades as a musician at the Dresden Court – although he often represented the court Kapellmeister, the post was not permanently transferred to him. Despite this disappointment, the Bohemian composer wrote outstanding works, both for the Court and for the Services in the Hofkirche in Dresden.

Outside of the Saxon capital Dresden, he fell into oblivion after his death. Johann Sebastian Bach, however, recognized Zelenka’s lifetime of his extraordinary skills and listed works by him, a personal encounter between the two is considered secure. The „Missa Omnium Sanctorum“ is considered Zelenka’s best sacred work.

1. Kyrie eleison

2. Christe eleison

3. Kyrie eleison

4. Gloria in excelsis deodorant

5. Qui tollis peccata mundi

6. Quoniam tu solus Sanctus I

7. Quoniam tu solus Sanctus II

8. Cum sancto Spiritu I

9. Cum sancto Spiritu II

10. Credo

11. Sanctus

12. Benedictus

13. Osanna

Performed by:

Prague baroque soloists

Ensemble Inégal

Gabriela Eibenová – soprano

Kai Wessel – Altus

Jan Kobow – Tenor

Tomáš Král – Bass

Marián Krejčík – Bass

Conductor: Adam Viktora

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ALL OF BACH veröffentlicht aus dem 1. Teil Wohltemperierten Klavier – BWV 853 „Präludium in es-Moll und die Fuge in dis-Moll“


ALL OF BACH veröffentlicht aus dem 1. Teil Wohltemperierten Klavier BWV 853 „Präludium in es-Moll und die Fuge in dis-Moll“

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PRAGMATISCH

„Technische Meisterschaft und unglaubliche Ausdruckskraft gehen hier Hand in Hand.“

Der Organist und Cembalist Bart Jacobs lebt in der idyllischen Landschaft südlich von Antwerpen. Aus den übrigen Teilen des ersten Buches vonDas Wohltemperirte Clavier“ wählte er das Präludium und die Fugea in der ungewöhnlichen Es-Moll-Tonart. Dieser Schlüssel ist selten im Barock zu hören, aber angesichts der Struktur von Bachs Projekt musste er natürlich mit einbezogen werden. Es hat übrigens eine der umfangreichsten und ambitioniertesten Ergänzungen der Sammlung hervorgebracht.

Das Prelude ist ein sehr stattliches Stück mit einigen schönen Verzierungen. Bart Jacobs nennt es einen „tombeauartigen Trauermarsch“. Der Puls der Drei-Vier-Zeit ist allgegenwärtig und die Atmosphäre ist in der Tat düster. Das Vorspiel existierte bereits in einer früheren Version, in dem pädagogischen Keyboard, das Bach für seinen ältesten Sohn Wilhelm Friedemann Bach komponierte.

Die Beziehung zur Fuge ist nicht sehr klar. Es wird von einigen vermutet – einschließlich Bart Jacobs -, dass Bach einfach eine existierende Fuge in D für die Fuge in Es-Moll genommen und die notwendigen Sharps hinzugefügt hat (6 von ihnen), wodurch das Stück in Des-Moll gesetzt wurde, das klingt wie Es-Moll. Bach könnte manchmal sehr pragmatisch sein.

Die dreiteilige Fuge ist ansonsten eine der am besten gearbeiteten und streng konstruierten Wolftemperirte Claviers. Bach unterzieht das sehr klassische, fast archaische Thema einer ganzen Reihe kontrapunktischer Techniken. Wir sehen also wieder einmal die Leichtigkeit, mit der technische Meisterschaft und unglaubliche Ausdruckskraft in Bachs Musik Hand in Hand gehen.

Das Wohltemperirte Clavier, BWV 846-893

Das Komponieren von 48 Keyboard-Stücken in allen 24 Tasten war eine Art Herausforderung, die Bach genoss. In jedem der beiden Teile des Wohltemperierten Claviers brachte er das musikalische Paar Präludium und Fuge 24 Mal zusammen; zwölf in Moll und zwölf in Dur. In den Präludien ließ er seiner Phantasie freien Lauf und demonstrierte in den Fugen mathematische Kraftentfaltungen. Im Gegensatz zu der eisernen Disziplin, die Bach auf seine kirchlichen Kompositionen anzuwenden hatte, konnte er sich hier ohne Rücksicht auf Deadlines der intellektuellen Spielerei überlassen.

Der erste Teil von The Well-Tempered Clavier stammt aus dem Jahr 1722, obwohl es einige Musik enthält, die in den vorangegangenen fünf Jahren geschrieben wurde. Es gibt weniger Klarheit über die Geschichte des zweiten Teils. Johann Sebastian Bach hat dieses zweite Manuskript erst um 1740 zusammengestellt, obwohl einige der darin enthaltenen Präludien und Fugen noch viel älter sind. Bach beschrieb die Zielgruppe für diese Sammlung von Stücken wie folgt: (Sowohl für die Erziehung des fleißigen Musical-Jünglings als auch für den Genuss der Musik von denen, die in diesem Material versiert sind „).

BWV 853

TITEL
Präludium in Es-Moll und Fuge in d-Moll

BEINAME
Das Wohltemperirte Clavier

GENRE
Tastaturarbeit

SERIE
Das Wohltemperirte Clavier I

JAHR
1722 von früher

STADT
Cöthen (oder Weimar)

VERÖFFENTLICHUNGSDATUM
9. Februar 2018

AUFNAHMEDATUM
23. März 2017

LAGE
Eikevliet, Belgien

Harpsichordist
Bart Jacobs

CEMBALO
Andreas Kilström (2009) nach I. Couchet, Antwerpen (um 1650)


PRAGMATIC

„Technical mastery and incredible expressiveness go hand in hand here.“

Organist and harpsichordist Bart Jacobs lives in the idyllic countryside to the south of Antwerp. From the remaining parts of the first book of „Das Wohltemperirte Clavier“, he chose to play the Prelude and fugea in the unusual key of E-flat minor. This key is rarely heard in the Baroque, but in view of the structure of Bach’s project, it had to be included, of course. Incidentally, it produced one of the more extensive and ambitious additions to the collection.

The Prelude is a very stately piece with some beautiful ornamentation. Bart Jacobs calls it a “tombeau-like funeral march”. The pulse of the three-four time is ever present and the atmosphere is indeed sombre. The Prelude already existed in an earlier version, in the pedagogical keyboard book that Bach compiled for his eldest son Wilhelm Friedemann Bach.

The relationship to the Fugue is not very clear. It is suspected by some – including Bart Jacobs – that Bach simply took an existing fugue in D for the Fugue in E-flat minor and added the necessary sharps to it (6 of them), thus putting the piece into D-flat minor, which sounds the same as E-flat minor. Bach could be very pragmatic at times.

The three-part Fugue is otherwise one of the most well-wrought and strictly constructed of the whole Wolhtemperirte Clavier. Bach subjects the very classical, almost archaic theme to a whole range of contrapuntal techniques. So once again, we clearly see the ease with which technical mastery and incredible expressiveness go hand in hand in Bach’s music.

Das Wohltemperirte Clavier, BWV 846-893

Composing 48 keyboard pieces in all 24 keys was the sort of challenge Bach enjoyed. In each of the two parts of Das Wohltemperierte Clavier, he brought together the musical couple prelude and fugue 24 times; twelve in minor keys and twelve in major. In the preludes, he gave free rein to his imagination, and demonstrated mathematical tours de force in the fugues. In contrast to the iron discipline Bach had to apply to his church compositions, here he could abandon himself to intellectual Spielerei without worrying about deadlines.

The first part of The Well-Tempered Clavier dates from 1722, although it contains some music that was written in the preceding five years. There is less clarity about the history of part two. Bach compiled this second manuscript only around 1740, although once again some of the preludes and fugues it contains date from a much earlier period. Bach described the target group for this collection of pieces as follows: ‘Zum Nutzen und Gebrauch der Lehr-begierigen Musicalischen Jugend, als auch dere in diesem studio schon habil seyenden besonderem ZeitVertreib’ (For both the education of the industrious musical youngster and the enjoyment of those well-versed in this material’).

BWV
853

TITLE
Prelude in E-flat minor and fugue in d-sharp minor

EPITHET
no. 8 from Das Wohltemperirte Clavier

GENRE
keyboard work

SERIES
Das Wohltemperirte Clavier I

YEAR
1722 of earlier

CITY
Cöthen (or Weimar)

RELEASE DATE
9 February 2018

RECORDING DATE
23 March 2017

LOCATION
Eikevliet, Belgium

HARPSICHORDIST
Bart Jacobs

HARPSICHORD
Andreas Kilström (2009) after I. Couchet, Antwerp (about 1650)


Ich wünsche allen ein wunderbares Erlebnis mit dem BWV 853

Herzliche Grüße

Karin

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J.S. Bach – Kantate BWV 18 „Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt“ – Kantate am Sonntag Sexagesimae!


J.S. Bach – Kantate BWV 18 „Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt“ – Kantate am Sonntag Sexagesimae.

„Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt“ (BWV 18) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie in Weimar für Sexagesimae, wahrscheinlich bereits 1713.

Bach arbeitete ab 1708 für den Weimarer Hof. Am 2. März 1714 wurde er zum Konzertmeister ernannt. In dieser Position hatte er unter anderem die Aufgabe, einmal im Monat eine Kirchenkantate zu komponieren, die in der Schloßkirche aufgeführt wurde. Bach schrieb diese Kantate für den Sonntag Sexagesimae, den vorletzten Sonntag vor der Passionszeit. Die vorgeschriebenen Lesungen waren 2 Kor 11,19 LUT – 2 / Kor 12,9 / LUT und Lk 8,4–15 LUT, das Gleichnis vom Sämann.

Bach vertonte einen Text von Erdmann Neumeister, den dieser für den Hof in Eisenach geschrieben und in Gotha 1711 in der Sammlung Geistliches Singen und Spielen veröffentlicht hatte. Georg Philipp Telemann hatte ihn bereits zuvor vertont. Der Text zitiert zunächst Jesaja (Jes 55,10–11 LUT), der die Wirkung von Gottes Wort durch einen Vergleich mit Regen und Schnee veranschaulicht, mit Bezug zum Evangelium. Im folgenden Satz fügt der Dichter eine Warnung vor den Gefahren, die Gottes Wort bedrohen, abschnittsweise Bitten aus der Litanei Martin Luther´s ein. Der Schlusschoral ist die achte Strophe von Lazarus Spenglers Kirchenlied „Durch Adams Fall ist ganz verderbt“ (1524).

Die Kantate ist ein frühes Werk Bachs. Alfred Dürr datiert sie auf spätestens den 24. Februar 1715, wahrscheinlicher ein oder zwei Jahre früher. Christoph Wolff stellt dagegen fest: „Die originalen Aufführungsstimmen haben sich erhalten und erlauben eine Datierung auf das Jahr 1713“. Bach führte die Kantate erneut in Leipzig 1724 auf, mit erweitertem Instrumentarium und in einer anderen Tonart. Das Werk wurde dann wahrscheinlich zusammen mit der neu komponierten Kantate „Leichtgesinnte Flattergeister“ aufgeführt.

Wie andere Kantaten aus der Weimarer Zeit ist das Werk für ein kleines Ensemble gesetzt, drei Solisten, Sopran, Tenor und Bass, vierstimmigen Chor, vier Violen und Basso continuo mit Violoncello und Fagott. In einer Leipziger Fassung von 1724 oktavieren zwei Blockflöten die beiden höchsten Viola-Stimmen. John Eliot Gardiner vergleicht ihren Einsatz mit dem eines Orgel-Vierfußregisters. Die Kantate beginnt in der Weimarer Fassung in g-Moll, in der Leipziger Fassung in a-Moll.

Die Kantate, die mit einer Sinfonia beginnt, enthält fünf Sätze.

1. Sinfonia
2. Recitativo (Bass): Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt
3. Recitativo e chorale (Litanei) (Tenor, Bass, Chor): Mein Gott, hier wird mein Herze sein – Du wollest deinen Geist und Kraft
4. Aria (Sopran): Mein Seelenschatz ist Gottes Wort
5. Choral: Ich bitt, o Herr, aus Herzensgrund

Die Kantate beginnt mit einer Sinfonia in g-Moll, die fallenden Regen und Schnee durch fallende Phrasen veranschaulicht. Sie ist in Da capo-Form und erinnert sowohl an eine Chaconne als auch ein Concerto. Die vier Bratschen und das Continuo mit Fagott und Cello sorgen für ein ungewöhnliches Klangbild.

Das Zitat von Jesaja wird vom Bass, der Vox Christi (Stimme Christi), gesungen als Secco-Rezitativ. Es ist Bachs erste Verwendung eines Rezitativs in einer Kirchenkantate.

Der zentrale Satz ist in Bachs Kantaten einzigartig: Der Chor-Sopran unterbricht viermal das Rezitativ der männlichen Solisten durch eine Bitte, die vom Chor durch den Ruf „Erhör uns, lieber Herre Gott!“ verstärkt wird. Das Rezitativ ist Adagio bezeichnet und steht in Es-Dur, während die eingeschobene Litanei dramatisch erscheint, Allegro in c-Moll.

Die einzige Arie, in Es-Dur, wird von den vier Bratschen unisono begleitet. Die Kantate schließt mit einem schlichten vierstimmigen Satz von Spenglers Lied, dem ersten von Bachs zahlreichen Choralsätzen als Abschluss von Kirchenkantaten.

Ausführende:

Adele Stolte, Sopran; Peter Schreier, Tenor;
Theo Adam, Bass
Thomanerchor Leipzig, Gewandhausorchester Leipzig

Dirigent: Thomaskantor Erhard Mauersberger

Aufnahme von November 1967
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J.S. Bach Cantata BWV 18 „Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt“ („As rain and snow fall from the sky“) – Cantata on Sunday Sexagesimae.

„Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt“ („Like the rain and snow falling from the sky“) (BWV 18) is a church cantata by Johann Sebastian Bach. He composed them in Weimar for Sexagesimae, probably as early as 1713.

Bach worked from 1708 for the Weimar court. On March 2, 1714, he was appointed concertmaster. In this position he had, among other things, the task of composing a church cantata once a month, which was performed in the castle church. Bach wrote this cantata for Sunday Sexagesimae, the penultimate Sunday before Passion time. The prescribed readings were 2 Cor 11,19 LUT – 2 Cor 12,9 LUT and Lk 8,4-15 LUT, the parable of the sower.

Bach set a text by Erdmann Neumeister, who had written this for the court in Eisenach and published in Gotha in 1711 in the collection of Spiritual Singing and Playing. Georg Philipp Telemann had set it to music before. The text first quotes Isaiah (Isaiah 55: 10-11 LUT), which illustrates the effect of God’s Word through comparison with rain and snow, with reference to the gospel. In the following sentence, the poet inserts a warning of the dangers that threaten the word of God into sections of requests from the litany of Martin Luther. The final chorale is the eighth stanza of Lazarus Spenglers hymn „Through Adam’s Fall is Very Corrupted“ (1524).

The cantata is an early work by Bach. Alfred Dürr dates it no later than February 24, 1715, more likely one or two years earlier. Christoph Wolff, on the other hand, states: „The original performance voices have been preserved and allow dating to the year 1713“. Bach again performed the cantata in Leipzig in 1724, with expanded instruments and in a different key. The work was then probably performed together with the newly composed cantata „Leichtgesinnte Flattergeister“.

Like other cantatas from the Weimar period, the work is set for a small ensemble, three soloists, soprano, tenor and bass, four-part choir, four violas and basso continuo with violoncello and bassoon. In a Leipzig version of 1724 two recorders octave the two highest viola parts. John Eliot Gardiner compares their commitment with that of an organ four-foot register. The cantata begins in the Weimar version in G minor, in the Leipzig version in A minor.

The cantata, which begins with a sinfonia, contains five movements.

1st symphony
2. Recitativo (bass): the same as rain and snow fall from the sky
3. Recitativo e chorale (litany) (tenor, bass, choir): My God, here will be my heart – you want your spirit and strength
4. Aria (soprano): My soul’s treasure is God’s word
5. Chorale: I ask, O Lord, for the sake of the heart

The cantata opens with a Sinfonia in G minor that illustrates falling rain and snow through falling phrases. It is in Da capo form and is reminiscent of both a chaconne and a concerto. The four violas and the continuo with bassoon and cello create an unusual sound.

The quote from Isaiah is sung by the bass, the Vox Christi (voice of Christ), as Secco recitative. It is Bach’s first use of a recitative in a church cantata.

The central movement is unique in Bach’s Cantatas: the choir soprano interrupts four times the recitative of the male soloists by a request, which is reinforced by the chorus by the cry „Listen, dear Lord God!“. The recitative is called Adagio and is in E flat major, while the inserted litany appears dramatic, Allegro in C minor.

The only aria, in E flat major, is accompanied by the four violas in unison. The cantata concludes with a simple four-part movement of Spengler’s Song, the first of Bach’s many choral settings to conclude church cantatas.

Performed by:

Adele Stolte, soprano; Peter Schreier, tenor;
Theo Adam, bass
Thomanerchor Leipzig, Gewandhaus Orchestra Leipzig

Conductor: Thomaskantor Erhard Mauersberger

Recording from November 1967
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Christoph Graupner (1683-1760) – Kantate „Jesus ist und bleibt mein Leben“ – Kantate für den 3. Weihnachtstag!


Christoph Graupner (1683-1760) – Kantate Jesus ist und bleibt mein Leben – Kantate für den 3. Weihnachtstag!

Christoph Graupner (* 13. Januarjul./ 23. Januar 1683greg. in Kirchberg; † 10. Mai 1760 in Darmstadt) war ein deutscher Komponist und Cembalist.

Der Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt hörte seine Werke und bot ihm 1709 einen Posten an seinem Hof an. Bereits 1711 stieg er zum Hofkapellmeister auf. In diesem Jahr heiratete er die Pfarrerstochter Elisabeth Eckardt. 1722 bewarb er sich auf Empfehlung G. Ph. Telemanns um die bereits durch diesen abgelehnte Stelle des Thomaskantors in Leipzig.

Auf Geheiß seines Herrn musste er die Berufung als Nachfolger von Johann Kuhnau ablehnen, allerdings unter Aufbesserung seines ohnehin bereits hohen Verdienstes. So konnte Johann Sebastian Bach die Stelle erhalten. Graupner blieb bis zu seinem Tod am Hof des Landgrafen. Im Laufe der Zeit holte er eine Reihe von Musikern nach Darmstadt, die er aus seiner Zeit als Leipziger Thomasschüler kannte: den Vizekapellmeister Gottfried Grünewald, seinen späteren Nachfolger Johann Samuel Endler sowie den Kammermusikus Michael Boehm.

Graupners umfangreiches, fast vollständig erhaltenes Werk befindet sich zum größten Teil in der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt. Es ist in großen Teilen noch unveröffentlicht und harrt der Entdeckung durch Musiker und Musikwissenschaftler. Vielfach betrachteten die Landesherren die Werke ihrer Komponisten als ihr persönliches Eigentum und im schnellen Wandel der Modeströmungen wurden die Kompositionen vernichtet. Graupners Familie wehrte sich gegen dieses Vorgehen und strengte einen Prozess an, der erst fast 80 Jahre nach Graupners Tod zu Gunsten der Familie entschieden wurde. Diesem Umstand und der Auslagerung der Bestände während des Zweiten Weltkrieges ist die Erhaltung dieses umfangreichen Werkes zu verdanken.

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Christoph Graupner (1683-1760)

Kantatenkonzert Januar 2018 – Kirchheimer Konzertwinter

Christoph Graupner (1683-1760) galt noch bis vor einigen Jahren als fast vergessener Komponist. Er, dessen Name noch zu Lebzeiten in einem Atemzug mit J.S. Bach und Telemann genannt wurde, ist heute als bedeutender Barockkomponist vermehrt wieder ins Bewusstsein der Musikwelt gerückt. Im vergangenen Jahr beteiligte sich auch das Kirchheimer BachConsort mit der Aufführung von fünf Kantaten erfolgreich an dieser Pionierarbeit unter der Leitung der finnischen Graupner-Spezialistin Sirkka-Liisa Kaakinen-Pilch (Violine).

Doch gibt es noch viel zu tun, denn Graupner hat der Nachwelt mehr als 1400 Kantaten hinterlassen, über 95 % sind noch nicht einmal in Editionen erschlossen. Darum widmet sich der Kirchheimer Konzertwinter nach den begeistert aufgenommenen Konzerten der letzten Saison erneut dem überreichen Kantatenschatz Christoph Graupners, diesmal unter der kompetenten Leitung des Bach-Kenners Rudolf Lutz aus St.Gallen, der weitere aus der Darmstädter Bibliothek ausgesuchte und frisch edierte Kantaten einstudieren und aufführen wird.

Ihm zur Seite stehen das mit Alte-Musik-Spezialisten aus ganz Europa besetzte Kirchheimer BachConsort und hervorragende Solisten.

Das Motto der Konzerte lautet: Solo & Dialog. Zu Gehör kommt die nachstehende Kantate in farbiger instrumentaler Besetzung (Traversflöte, Oboen, Naturhörner, Fagott, Streicher, Cembalo und Orgel):

Dialogkantate (Sopran & Bass):

„Jesus ist und bleibt mein Leben“ GWV 1107/12 – Kantate für den 3. Weihnachtstag.

Ausführende:

Marie Luise Werneburg (Sopran)
Dominik Wörner (Bass)
Kirchheimer BachConsort

Leitung: Rudolf Lutz

Aufnahme aus der Protestantischen Kirche in Kirchheim an der Weinstraße – am 06. und 07. Januar 2018.

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Christoph Graupner (1683-1760) – Cantata „Jesus ist und bleibt mein Leben“ („Jesus is and will remain my life“) – Cantata for the 3rd Christmas Day!

Christoph Graupner (born January 13 / January 23, 1683greg in Kirchberg, † May 10, 1760 in Darmstadt) was a German composer and harpsichordist.

The landgrave Ernst Ludwig of Hesse-Darmstadt heard his works and offered him 1709 a post at his court. Already in 1711 he rose to the court Kapellmeister. This year he married the pastor’s daughter Elisabeth Eckardt. In 1722 he applied on the recommendation of Telemann for the already rejected by this position of the Thomaskantors in Leipzig.

At the behest of his master, he had to reject the appointment as successor to Johann Kuhnau, but with amelioration of his already high earnings. So Johann Sebastian Bach was able to get the job. Graupner remained at the court of the Landgrave until his death. Over time, he brought a number of musicians to Darmstadt, whom he knew from his time as a student in Leipzig: the vice-Kapellmeister Gottfried Grünewald, his future successor Johann Samuel Endler and the chamber musician Michael Boehm.

Graupner’s extensive, almost completely preserved work is for the most part in the University and Regional Library Darmstadt. It is largely unpublished and awaits discovery by musicians and musicologists. In many cases, the sovereigns considered the works of their composers as their personal property, and in the rapid change of fashion movements, the compositions were destroyed. Graupner’s family resisted this practice and initiated a trial that was decided on behalf of the family almost 80 years after Graupner’s death. This circumstance and the outsourcing of stocks during the Second World War is due to the preservation of this extensive work.

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Christoph Graupner (1683-1760)

Cantata Concert January 2018 – Kirchheimer Konzertwinter

Until a few years ago, Christoph Graupner (1683-1760) was considered an almost forgotten composer. He, whose name was mentioned during his lifetime in the same breath as Bach and Telemann, has now increasingly returned to the consciousness of the music world as a significant Baroque composer. In the past year, the Kirchheim BachConsort also successfully participated in this pioneering work with the performance of five cantatas under the direction of the Finnish Graupner specialist Sirkka-Liisa Kaakinen-Pilch (violin).

But there is still much to do, because Graupner has left more than 1400 cantatas to posterity, over 95% are not even accessible in editions. For this reason, the Kirchheim Concert Winter after the enthusiastically recorded concerts of the last season again dedicated to the abundant cantatas of Christoph Graupner, this time under the competent leadership of Bach expert Rudolf Lutz from St.Gallen, who rehearsed more and selected from the Darmstadt library and edited cantatas will perform.

At his side are the Kirchheimer BachConsort, which is staffed by old music specialists from all over Europe, and outstanding soloists.

The motto of the concerts is: Solo & Dialog. The following cantata in color instrumental composition (flute, oboe, natural horns, bassoon, strings, harpsichord and organ) will be heard:

Dialog cantante (soprano & bass):

„Jesus is and will remain my life“ GWV 1107/12 – Cantata for the 3rd Christmas Day.

Performed by:

Marie Luise Werneburg (soprano)
Dominik Wörner (bass)
Kirchheim Bach Consort

Conductor: Rudolf Lutz

Admission from the Protestant Church in Kirchheim an der Weinstraße – on the 6th and 7th of January 2018

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Johannes Brahms: „Ein deutsches Requiem op. 45“


Johannes Brahms: „Ein deutsches Requiem op. 45“

 

Johannes Brahms:  – „Ein deutsches Requiem op. 45

Johannes Brahms: (* 7. Mai 1833 in Hamburg; † 3. April 1897 in Wien) war ein deutscher Komponist, Pianist und Dirigent. Seine Kompositionen werden vorwiegend der Hochromantik zugeordnet; durch die Einbeziehung barocker und klassischer Formen gehen sie aber über diese hinaus. Brahms gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte.

Unter einem Requiem versteht man gemeinhin die Liturgie der Totenmesse der katholischen Kirche bzw. kirchenmusikalische Kompositionen zum Totengedenken. Der im evangelisch-lutherischen Hamburg groß gewordene Brahms orientierte sich bei der Auswahl seiner Texte nicht am traditionellen Kanon des Requiems als Totenmesse, sondern wählte aus Texten des Alten und Neuen Testamentes in der Fassung der Lutherbibel vor allem solche aus, in denen der Trost der Hinterbliebenen im Mittelpunkt steht.

Brahms zeigte dabei, wie vertraut er mit den Bibeltexten und Psalmen war, und gestaltete sein Deutsches Requiem nicht als Trauermusik, sondern zum Trost derer, „die da Leid tragen“, also als eine von Ernst, Würde und Zuversicht getragene Musik für die Lebenden. Der kirchenmusikalischen Gattung des Requiems kann und soll das Werk deshalb nicht gerecht werden; von der Anlage – vor allem der Besetzung – her kann man es eher als Oratorium bezeichnen, wenn auch die dramatische Komponente fehlt. In der Textabfolge knüpft es am ehesten an die evangelische Motette früherer Zeiten an. Einer genauen Einordnung in eine musikalische Gattung verschließt sich das Werk, ähnlich wie Händels Messiah, mit dem es auch die Textauswahl zur Auferstehung der Toten gemeinsam hat.

Besetzung:

Gesang: Solo-Sopran, Solo-Bariton und vierstimmiger Chor.

Orchester: zwei Flöten, Piccoloflöte, zwei Oboen, zwei Klarinetten in A und B, zwei Fagotte, Kontrafagott ad libitum, vier Hörner, zwei Trompeten, drei Posaunen, Tuba, Pauken, zwei Harfen (unisono), Streicher, Orgel ad libitum.

Als das Deutsche Requiem am Karfreitag des Jahres 1868 im Bremer Dom uraufgeführt wird, ist Johannes Brahms 35 Jahre alt. Die Aufführung wird ein bahnbrechender Erfolg für den jungen Komponisten.

Mit dem Gedanken, eine Trauermusik zu komponieren, trug sich Brahms bereits seit 1859. In dieser Zeit steht er noch unter dem Eindruck des Todes seines väterlichen Freundes und künstlerischen Mentors Robert Schumann, der nach schwerer Geisteskrankheit 1856 in Bonn verstarb. Schumann verkörperte für Brahms das Bild des genialen Künstlers schlechthin. Doch erst der Tod der geliebten Mutter im Jahre 1865 wurde zum direkten Auslöser für die Komposition des Werks.

Doch ist das Deutsche Requiem keine Totenmesse im Sinne der lateinischen kirchenmusikalischen Tradition. Ihm geht es nicht um ein Komponieren entlang der katholischen Liturgie, wie das bei den großen Requiemvertonungen des 19. Jahrhunderts der Fall war, wie etwa bei Verdi oder Dvorak. Brahms nahm sich die Freiheit, die ihm entsprechenden Texte aus dem Alten und Neuen Testament selbst auszuwählen. Einer kirchlichen Dogmatik, auch einer protestantischen, wollte er sich nicht unterwerfen. Brahms verzichtet auf die traditionellen Bilder von der Erlösung durch Christus am Tag des Jüngsten Gerichts. Anstelle dessen setzt er den zentralen Gedanken von Trauer, Trost und Hoffnung – eine Hinwendung zum Diesseits. Es gilt, der Toten zu gedenken und die Lebenden zu trösten. „Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden“ – der erste Satz nach Worten aus der Bergpredigt ist gleichsam das Motto, das über dem ganzen Werk steht.

Nicht zuletzt der Blick des Komponisten über konfessionelle Grenzen hinaus auf den Ernst der letzten Dinge, auf das menschlich Wesentliche, hat bewirkt, dass das Deutsche Requiem seinen Weg in die Herzen der Menschen gefunden hat und einen festen Platz in unserer Musikkultur einnimmt.

Ausführende:

Iwona Sobotka (Sopran) und Andrè Schuen (Bariton).
MDR SINFONIEORCHESTER

MDR-Rundfunkchor
Dirigent Risto Joost
Aufzeichnung aus der Frauenkirche in Dresden am 25.11.2017
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Johannes Brahms: „A German Requiem op. 45“

Johannes Brahms (born May 7, 1833 in Hamburg, † April 3, 1897 in Vienna) was a German composer, pianist and conductor. His compositions are mainly attributed to the high romantic; but by incorporating baroque and classical forms, they go beyond them. Brahms is considered one of the most important composers in music history.

A requiem is commonly understood to mean the liturgy of the funeral mass of the Catholic Church or church music compositions to commemorate the dead. Brahms, who had grown up in Protestant-Lutheran Hamburg, did not follow the traditional canon of the requiem as the funeral mass when choosing his texts, but selected texts from the Old and New Testaments in the version of the Luther Bible especially those in which the comfort of the bereaved the focus is on.

Brahms showed how familiar he was with the Bible texts and psalms, and designed his German Requiem not as funeral music, but as a consolation for those who „suffer because of it“, that is, a music carried by gravity, dignity and confidence for the living. Therefore, the work can not and should not do justice to the church music genre of the Requiem; From the plant – above all the occupation – one can call it rather oratorio, although the dramatic component is missing. In the text sequence, it most closely resembles the evangelical motet of former times. An exact classification into a musical genre closes the work, similar to Handel’s Messiah, with which it also has the text selection for the resurrection of the dead in common.

Occupation:

Vocals: solo soprano, solo baritone and four-part choir.

Orchestra: two flutes, piccolo, two oboes, two clarinets in A and B, two bassoons, contrabassoon ad libitum, four horns, two trumpets, three trombones, tuba, timpani, two harps (unison), strings, organ ad libitum.

When the German Requiem premieres on Good Friday of 1868 in the Bremen Cathedral, Johannes Brahms is 35 years old. The performance will be a groundbreaking success for the young composer.

Brahms had been involved with the idea of ​​composing a funeral music since 1859. During this time he is still under the impression of the death of his paternal friend and artistic mentor Robert Schumann, who died after severe mental illness in 1856 in Bonn. Schumann embodied for Brahms the image of the ingenious artist par excellence. But it was only the death of her beloved mother in 1865 that became the direct trigger for the composition of the work.

But the German Requiem is not a funeral mass in the sense of the Latin church music tradition. He is not concerned with composing along the Catholic liturgy, as was the case with the great requiem settings of the nineteenth century, such as Verdi or Dvorak. Brahms took the liberty to select the texts corresponding to him from the Old and New Testament. He did not want to submit to ecclesiastical dogmatics, even Protestant ones. Brahms abandons the traditional images of Christ’s redemption on the Day of Judgment. Instead, he sets the central idea of ​​grief, consolation and hope – a turn to this world. It is important to remember the dead and comfort the living. „Blessed are they that bear grief, for they are to be comforted“ – the first sentence of words from the Sermon on the Mount is, as it were, the motto that stands above the whole work.

Last but not least, the composer’s view beyond denominational boundaries to the seriousness of the last things, to the human essentials, has caused the German Requiem to find its way into people’s hearts and occupy a firm place in our musical culture.

Performed by:

Iwona Sobotka (soprano) and Andrè Schuen (baritone).
MDR SINFONIE ORCHESTRA
Conductor Risto Joost
Recording from the Frauenkirche in Dresden on 25.11.2017
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ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 808 „Englische Suite in g-Moll“


ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 808 „Englische Suite in g-Moll“

Video:   Zum Start in das Foto oder diesen Text anklicken !

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„Herzerwärmende Schönheit“

Ein Konzert, ein Tombeau, verschiedene Tänze und eine Fuge!

Der Auftakt zu dieser beliebten Suite erinnert an ein italienisches Concerto Grosso. Bach beginnt mit einem einfachen Motiv, das sich langsam über die ganze Tastatur bewegt und zu einem orchestralen Crescendo anschwillt. Es folgt eine solistischere Passage, in der zwei Soloinstrumente (Violinen, zum Beispiel Cembalist  Pierre Hantaï ) eine Violine hörbar ist.

                                                 Pierre Hantaï (Cembalo)

Der Wechsel zwischen diesen beiden Klangfarben – Solo und Orchester – bestimmt die klare Struktur dieses großen Anfangsteils. Die folgenden Tänze basieren mehr auf dem französischen Vorbild, obwohl Bach nicht widerstehen kann, den relativ einfachen Melodien der Allemande und der Courante komplexe Gegenthemen hinzuzufügen. Die Sarabande ist laut Pierre Hantaï ein absolutes Meisterstück von herzerwärmender Schönheit. Könnte es vielleicht Trauermusik sein? ein Tombeau für Bachs erste Frau, die in der Zeit starb, in der er die „englischen“ Suiten schrieb? Auf jeden Fall sind wir weit entfernt von der Tanzmusik, die von den französischen Titeln dieser Stücke vorgeschlagen wird.

Obwohl diese Sarabande den charakteristischen Rhythmus respektiert, wäre sie im Tempo, zu dem sie getanzt werden sollte, nicht spielbar. Und Bach fügt auch umfangreiche Ornamente hinzu, die die äußerst expressive Kraft des Stückes verstärken.

Die beiden kontrastreichen Gavottes sind entschieden französischer Natur. Die erste enthält ein eingängiges Trommelmotiv und die zweite heißt Musette – ein einfacher Pastoraltanz, der oft von französischen Komponisten wie Rameau und Couperin verwendet wird.

Am Ende der Suite setzt Bach seine Signatur mit einer Gigue, die auch unverkennbar eine komplette dreiteilige Fuge ist, in der er seine gewohnte thematische Akrobatik vorführt.

 Bartolotti Haus

Wir haben diese Aufnahme im Bartolotti-Haus, in der Herengracht 170 und 172 gemacht. Das Haus auf der Rückseite von Nr. 170 wurde von Cembalist, Organist und Dirigent Gustav Leonhardt  von 1974 bis zu seinem Tod im Jahr 2012 besetzt.

Leonhardt war einer der Pioniere der Alten Musik in den Niederlanden. Als Lehrer und Interpret war er eine Quelle der Inspiration für viele Cembalisten auf der ganzen Welt.

Es ist eines der beeindruckendsten Gebäude in der Altstadt von Amsterdam. Es wurde um 1620 als Residenz im Auftrag des wohlhabenden Geschäftsmannes Willem van den Heuvel erbaut, der von einem kinderlosen Onkel, Giovanni Battista Bartolotti, der aus Bologna stammte, viel Geld geerbt hatte. Das Design im holländischen Renaissancestil stammt wahrscheinlich von dem Amsterdamer Stadtarchitekten Hendrick de Keyser. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Haus aufgeteilt und mehrmals modernisiert. Von den verschiedenen Renovierungen können Sie noch viele schöne historische dekorative Merkmale sehen. Die beiden Teile des Bartolotti-Hauses kamen in den Besitz von Vereniging Hendrick de Keyser, die dort ihren Sitz hat.

                                                    Das Bartolotti Haus in Amsterdam

Englische Suiten, BWV 806-811

Die sechs „englischen“ Suiten wurden wahrscheinlich zwischen 1710 und 1720 komponiert, jedenfalls vor den „französischen“ Suiten und den Partiten. Es bleibt unklar, warum sie „Englisch“ genannt werden. Laut dem ersten Bach-Biographen Forkel waren sie einem englischen Aristokraten gewidmet, dessen Name nicht angegeben ist. Sie sind auch stilistisch mit den sechs Cembalosuiten des in London lebenden französischen Komponisten Charles Dieupart verbunden. Und auf der Titelseite der Kopie von Bachs jüngstem Sohn Johann Christian Bach (1735-1782), der ebenfalls in London lebte, heißt es „fait pour les anglois“.

Aber genau wie Bachs andere überlieferte Suiten für Cembalo sind die englischen Suiten überwiegend eine Synthese aus deutschen, italienischen und französischen Stilelementen. Bis zu einem gewissen Grad sind sie französischer als die sogenannten französischen Suiten. Alle sechs beginnen mit einem ausführlichen Präludium nach dem Vorbild französischer Lautensuiten. Dem Auftakt folgt die klassische Reihe der stilisierten Tänze: Allemande, Courante, Sarabande und Gigue, mit einer freien Auswahl von Gavotte, Bourrée, Passepied oder Menuett zwischen den beiden letztgenannten Tänzen.

BWV 808

TITEL
Suite in g-Moll

BEINAME
Englisch‘ Suite Nr. 3

GENRE
Tastaturarbeit

SERIE
Englische Suiten

JAHR
1710/20

STADT
Köthen?

VERÖFFENTLICHUNGSDATUM
26. Januar 2018

AUFNAHMEDATUM
10. Dezember 2016

Ort:
 Bartolotti Haus, Amsterdam

Harpsichordist
Pierre Hantaï

CEMBALO
Bruce Kennedy nach Michael Mietke


„Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 808“

Grüße Karin

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