Archiv der Kategorie: Musik-Hörbeispiele

Die Orgel in Ostönnen bei Soest, (Westfalen, Germany), – eine der ältesten der Welt!


Die Orgel in Ostönnen bei Soest – eine der ältesten der Welt

Von Claudia Beleman

In der Dorfkirche St. Andreas in Ostönnen – zwischen Werl und Soest – in Westfalen, steht eine der ältesten Orgeln der Welt. Organisten kommen von weit her, um das Instrument kennenzulernen. Gerade ist ein neuer Titularorganist ernannt worden.

Orgel in Osttönnen

Orgel in Osttönnen

Der westfälische Hellweg ist eine Wegeverbindung mit großer Geschichte. Schon die Germanen haben diese Ost-Westverbindung vom heutigen Aachen Richtung Paderborn genutzt. Die Römer sind hier langmarschiert, später auch Napoleons Truppen.

Die Kirche in Ostönnen.

Die Dorfkirche St. Andreas in Ostönnen

Alte Heerstraße – so heißt auch das Sträßchen, über das man im Dörfchen Ostönnen zur Kirche gelangt: zu einer hell strahlenden, romanischen Dorfkirche inmitten von alten Höfen und Fachwerkhäusern. Sie ist rund 900 Jahre alt, baulich nie verändert worden – und beherbergt eine der ältesten Orgeln der Welt.

Die Orgel in Ostönnen und der Christian Michel.

Organist Christian Michel

Über lange Zeit hat man geahnt: Diese Orgel ist sehr, sehr alt – etwas Besonderes. Aber man hatte nichts Greifbares, bis die Orgel zwischen 2000 und 2003 restauriert wurde„, erzählt Organist Christian Michel, der regelmäßig die Gottesdienste in Ostönnen begleitet. Er hat die Restaurierung des Instruments damals mit Spannung verfolgt.

Das Geheimnis der Orgel versteckte sich in der Windlade

Das Geheimnis der Orgel wurde auf dem Balgboden hinter der Orgel gelüftet. Dort lässt sich die Rückwand öffnen, damit man das Pfeifenwerk für Stimm- und Wartungsarbeiten erreichen kann. Und dort ist das Herzstück der Orgel: die sogenannte Windlade. Von hier aus wird die Luft aus den Bälgen über Ventile in das Pfeifenwerk gelenkt. Die Windlade gehört zum gotischen Originalbestand der Orgel.

Der Balgboden und die Pfeifen der Orgel in Ostönnen.

Der Balgboden und die Pfeifen der Orgel in Ostönnen

Ihr Holz wurde untersucht – und anhand der Jahresringe konnte die Experten feststellen, dass das Holz um 1410 eingeschlagen wurde. Damals war es üblich, das Holz rund 15 Jahre lang zu lagern. Daher wird die Entstehung der Orgel – unter Einberechnung der Trocknungs-, Lager- und Verarbeitungszeiten – auf den Zeitraum um 1430 datiert. Auch die Grundsubstanz der Pfeifen stammt aus dieser Zeit: aus dem frühen 15. Jahrhundert.

Eine Rechnung aus dem 16. Jahrhundert ist der erste Beleg

Die Verzierungen der Orgel in Ostönnen.

Detail der Orgel in Ostönnen

Man weiß nicht, wer die Orgel eigentlich gebaut hat. Fest steht nur, derjenige hat die Orgel nicht für Ostönnen, sondern für eine Stadtkirche in Soest konstruiert. Eine Rechnung aus dem 16. Jahrhundert ist das erste Dokument, das einen Orgelbauer nennt: Meister Bartholdus hat 1586 die Orgel repariert und erweitert. Er hat Gedacktregister eingebaut – das heißt, Pfeifen, die einen Deckel haben – und auch das Trompetenregister, das heute noch in Teilen von ihm stammt.

Die Wirbelrosette der Orgel in Ostönnen.

Original gotische Wirbelrosette

Acht Register besitzt die Orgel – und eine Manualklaviatur mit angehängtem Pedal. Das bedeutet, es gibt keine Basspfeifen, die mit den Füßen gespielt werden, sondern die Manualtasten sind mit dem Fußpedal mechanisch verbunden. Unterhalb der Register befindet sich eine original gotische Wirbelrosette. Das Brett mit dem eindrucksvollen Ornament dient heute als Ablage der Noten.

Gerade ist der neue Titularorganist ernannt worden

Knapp 300 Jahre lang stand die Orgel in Soest, in der Kirche Alt St. Thomae. Dann ist sie nach Ostönnen umgezogen. Da die Orgel ursprünglich für eine größere Kirche konstruiert wurde, hat sie einen opulenten, kräftigen Klang. Bei den lebendigen und gut besuchten Gottesdiensten in der St. Andreas Gemeinde von Ostönnen bei Soest – muss Organist Christian Michel aufpassen, nicht zu laut zu spielen. Als Konzertorganist wird man künftig Leon Berben in Ostönnen erleben können. Der renommierte Organist und Spezialist für Alte Musik ist zum Titularorganisten von Ostönnen ernannt worden. Kollegen aus dem In- und Ausland pilgern inzwischen nach Ostönnen, um das alte Instrument kennenzulernen.

Die Kirche in Ostönnen von innen.

Auch die Kirche selbst ist sehenswert

Und sie werden auch von der romanischen Dorfkirche nicht enttäuscht. Sie wurde im vergangenen Jahr renoviert, und dabei wurden die mittelalterlichen Malereien gesichert, gereinigt und ganz vorsichtig restauriert. Sie sind um 1200 entstanden, also etwas später als die Kirche selbst. Sie zeigen das Bildprogramm des Mittelalters: Der Pantokrator, der herrschende Christus, sitzt über dem Altar in der Apsis, von Anbetungsfiguren umgeben. Pfarrer Volker Kluft ist voller Stolz: „Das ist schon etwas besonderes, neben unserer alten Orgel auch diese Malereien hier in der Kirche zu haben„.

Orgel-Schatz in Ostönnen

WDR 3 TonArt | Sendung vom 02.11.2017 | 06:18 Min.


Film – Der gotische Klang

Dokumentation über die Orgel der St. Andreaskirche Ostönnen

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Link zum Restaurationsbericht!

Link:  Info-Termine St. Andreaskirche in Ostönnen!

Gemeindebüro:
Nadine Teiner
Im Schloot 10
59494 Soest-Ostönnen
Tel.: 02928/239
Fax: 02928/297

Öffnungszeiten:
Montag und Mittwoch 17:00 – 18:30 Uhr
jeden 1. Samstag im Monat 09:00 – 12:00 Uhr


Grüße

Volker

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Aufschlussreiche Publikationen in der Reihe „Geschichte der Alten Musik in Deutschland“ im 17. Jahrhundert!


Aufschlussreiche Publikationen in der Reihe „Geschichte der Alten Musik in Deutschland“ im 17. Jahrhundert!

Nachdem Jérôme Lejeune die Entwicklung der italienischen und französischen Musik des 17. Jahrhunderts erforscht hat, widmet er sich in seiner neuen Ausgabe der Reihe ‚History of Early Music‘ dem Schauplatz Deutschland.

Im 17. Jahrhundert, in dem sich die lutherische Musiktradition immer weiterentwickelte, befand sich Deutschland in einer besonders spannenden Phase. Während einerseits die deutsche Musik in die Welt hinausgetragen wurde, fand gleichzeitig eine Assimilation von italienischen und französischen Stilen voller neuer Ideen statt. Diese Umstände waren Voraussetzung für die Entwicklung, die schließlich zu Johann Sebastian Bach führte.

MUSIK IN DEUTSCHLAND VON SCHÜTZ BIS BACH

INTERPRET: Ricercar Consort, Cantus Cölln, Vox Luminis u. a.

KOMPONIST: Schütz, Bruhns, Walther, Schein, Scheidt, Bach u. a.

LABEL: RICERCAR (B)TONTRÄGER: 8 CDs + Buch 

PREISCODE: Z359

BESTELLNUMMER: RIC109

EAN 5400439001091 

Mit seinen aufschlussreichen Publikationen in der Reihe ‚Geschichte der Alten Musik‘ hat der Musikwissenschaftler und Labelgründer von RICERCAR, Jérôme Lejeune, in der breitenwirksamen Vermittlung musikwissenschaftlicher Themen neue Maßstäbe gesetzt.

In Verbindung mit fundierter Textinformation werden dem interessierten Musikliebhaber umfangreiche Hörbeispiele herausragender Einspielungen bekannter Interpreten und Ensembles aus den Katalogen verschiedener Speziallabels geboten. In der vorliegenden Edition beschäftigt sich Lejeune mit der Musik in Deutschland aus dem 17. Jahrhundert.

Eine Epoche, die zwar durch den Dreißigjährigen Krieg überschattet wurde, aber dennoch mit Schütz einen der bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte hervorbrachte. Die zweite Jahrhunderthälfte ist geprägt von einer neuen kulturellen Renaissance, die durch die einzigartige Assimilierung italienischer und französischer Einflüsse einen eigenen musikalischen Stil kreiert.

Diese Zeit bildet den Hintergrund für das Schaffen Buxtehudes und seiner Zeitgenossen, die wiederum das Fundament für das Wirken von Johann Sebastian Bach legen.
Lejeune zeichnet das musikalische Panorama der spannenden und bewegten Epoche von Schütz bis Bach allgemeinverständlich nach. Da er dabei auch weniger bekannte Zeitgenossen berücksichtigt, bietet er dem interessierten Leser und Hörer eine Horizonterweiterung bzw. Wissensvertiefung, die mit viel hörenswerter Musik bekannt macht.

Die Neuveröffentlichung erscheint in Kürze..!!

Info im Web beim Label RICERCAR: 

https://www.outhere-music.com/de/albums/music-in-germany-from-schutz-to-bach-ric-109

Vertriebs-Partner in Deutschland:

OUTHERE MUSIC Germany GmbH
Vondelstraße 29 – 31
50677 Köln
Deutschland
Email: infodeutschland@outhere-music.com
Tel.: (+49)221-60608415


Herzliche Grüße

Volker

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Der erfolgreiche Kinofilm „DIE THOMANER“ als DVD veröffentlicht


DVD Film "Die Thomaner "

DVD Film „Die Thomaner „

Liebe Thomaner-Freunde/innen!

Es ist soweit, der großartige Kinoerfolg von März 2012

„DIE THOMANER“

Herz und Mund und Tat und Leben – 

ist bereits als DVD im Handel erhältlich. Kurz nach Bekanntgabe der DVD gehen spontane Bestellungen ein und beweist, dass dieser Film die Bach-Familie und Thomaner-Enthusiasten erreicht hat.

Wir konnten uns den Film in Bielefeld mit einigen Blog-Mitgliedern im März 2012 ansehen und waren von dem Inhalt und der Musik begeistert. Die Zeit verging viel zu schnell und hätten gerne weiter zugesehen und zugehört. Die Kritik fiel sehr positiv aus und können das nur vollauf bestätigen und freuen uns nun über die Veröffentlichung als DVD.

Im Kalenderjahr 2012 feiert der berühmte Thomanerchor Leipzig sein 800-jähriges Bestehen. In altbewährter Tradition haben auch heute noch Jahr und Tag der Internatsschüler strikte Abläufe.

Der Film profitiert von der Erfahrung der beiden Regisseure Günter Atteln und Paul Smaczny mit Musik-Dokus. Sie zeichnen ein umfassendes, einfühlsames Bild des Lebens der begabten Jungen,  in dessen Mittelpunkt ganz klar die Musik steht.

Film "DIE THOMANER"

Film „DIE THOMANER“

Neben dem Gymnasium stehen für die neun bis 19 Jahre alten Knaben Chorproben, Klavierunterricht, Stimmbildung und vieles mehr auf dem Stundenplan. Von den Aufnahmeprüfungen der neuen Sänger bis hin zur Verabschiedung der Abiturienten zeigt diese Dokumentation ein ganzes Jahr im Leben der Thomaner.  Beeindruckend verdeutlichen die Livemitschnitte der Konzerte das hohe musikalische Niveau des Leipziger Traditionschores. Meist begleitet vom Gewandhausorchester Leipzig brillieren die Sänger nicht nur auf ihrer Südamerika-Tournee, die das Filmteam begleitete.

„Ein Film, der durch erstklassige Musik und stimmliche Erlebnisse beeindruckt und die wunderbare Möglichkeit bietet den weltweit erfolgreichen Chor ganz aus der Nähe zu erleben und hinter die Kulissen zu blicken.

Im Rahmen des Bachfestes Leipzig wird der Film am 17. Juni 2012, um 11.30 Uhr in den Passage Kinos Leipzig gezeigt.

DIE THOMANER“ ist ein unterhaltsamer Film, der durch erstklassige Musik und uns durch die stimmliche Präsenz beeindruckt hat. Wunderbar gelungen, den Chor in seiner täglich Arbeit im Alumnat und Konzerten erleben zu können. Günter Atteln und Paul Smaczny ist ein überwältigend schöner Film gelungen der Klassikfreunde und Nichtkenner der Klassik als ein Familienfilm sehr zu empfehlen ist.

Dieser Artikel wird am 13. September 2012 erscheinen.

Preis: EUR 23,99 Kostenlose Lieferung.

Bestellen Sie jetzt
Verkauf und Versand kostenlos durch den nachstehenden Link: >> h i e r  << 

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Film-Trailer YouTube „DIE THOMANER“

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Herzliche Grüße
Volker

Label SDG-monteverdi.uk veröffentlicht in Kürze die CD-SDG 706 „Ein deutsches Requiem“ von Brahms


Cover: SDG 706 - Brahms "Ein Deutsches Requiem"

Hallo SDG-Freunde !

Im Februar 2012 erscheint bei dem Label „monteverdi.uk“ von

Johannes Brahms „Ein deutsches Requiem“

unter dem Titel: SDG 706.

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Zwei wichtigen Menschen in Johannes Brahms‘ Leben gilt das „deutsche Requiem“: der Mutter und dem väterlichen Freund Robert Schumann. Brahms hatte mit dem Gedanken gespielt, das Requiem bereits zur Schumann-Gedenkfeier in Bonn aufzuführen. Jedoch bekam er es nicht fertig; außerdem standen dem Unstimmigkeiten mit dem Freund Joseph Joachim im Wege.

Dann starb Brahms’ Mutter, und das führte zu einer Umstellung seiner Kompositionspläne – der nachkomponierte 5. Satz „Ihr habt nun Traurigkeit“ ist das ganz persönliche Totengedenken des liebenden Sohnes. Übrigens fand die Erstaufführung des vollständigen Opus 45 am 18. Februar 1869 in Leipzig statt.

Johannes Brahms (1833-1897)

*) Bis das Requiem zu der Form fand, wie wir sie heute kennen, ging viel Zeit ins Land. Albert Dietrich, mit dem Brahms sein Leben lang befreundet war, verfolgte die Spur des Trauermarschs, der schließlich den Charakter des zweiten Satzes bestimmte, zurück bis zu einem Werk für zwei Klaviere von 1854 (dem Jahr von Schumanns Selbstmordversuch), das zur unvollständigen Skizze einer geplanten Symphonie wurde. Brahms’ Biograph Max Kalbeck behauptete (ohne hinreichende Beweise), ein viersätziges Chorwerk sei bereits 1861 vorhanden gewesen. Die ersten drei Sätze des Werks, das wir kennen, wurden zwar am 1. Dezember 1867 in Wien aufgeführt, hatten jedoch aus verschiedenen Gründen – Unzulänglichkeiten des Vortrags, der lutherische Charakter des Werks – keinen Erfolg. Die eigentliche Premiere war die Aufführung von sechs der später insgesamt sieben Sätze im Bremer Dom am 10. April 1868. Der fehlende fünfte Satz wurde für die vollständige Erstaufführung in Leipzig am 18. Februar 1869 hinzugefügt. Eine zweite Leipziger Aufführung im Jahr 1873 begründete Brahms’ dauerhaftes Ansehen in dieser Stadt, und 1876 war das Requiem an den verschiedensten Orten mindestens neunundsiebzig Mal aufgeführt worden, am 2. April 1873 auch in London. Brahms’ internationaler Ruhm ist in hohem Maße diesem Werk zu verdanken.

Die CD-Einspielung erfolgte im Kalender-Jahr 2008 mit dem „Monteverdi Choir“ und dem „Orchestre Révolutionnaire et Romantique unter der Leitung von Sir John Eliot Gardiner.

Eine PDF-Einleitung zum „Deutschen Requiem“, erstellt von Hugh Wood, füge ich bei.

       PDF-Werkbeschreibung :  J. Brahms „Ein deutsches Requiem“

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Cover: Brahms Gardiner CD von 1991

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Eine CD-Einspielung von Gardiner aus 1991 kann über mein Partner-Shop bereits bezogen werden..!!

Link:  http://astore.amazon.de/blogdiskubach-21/detail/B00000413E

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*) Text-Auszug: Hugh Wood, 2011

Übersetzung: Gudrun Meier

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YouTube: Brahms „Ein deutsches Requiem“ KKL Lucerne, 15 March 2008
Krassimira Stoyanova
Michael Volle, Conductor: Mariss Jansons
Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

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Grüße

Volker

J.S. Bach-Stiftung St. Gallen veröffentlicht erstes Video zur Werkeinführung BWV 180


Liebe Bachfreunde!

Bevor ich das Video zur Werkeinführung zum BWV 180 von der J.S. Bach-Stiftung vorstelle, habe ich noch ein sehr großes Anliegen, wo ich um rege Unterstützung bitte.

Social Media Award / Schweiz

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Die

„J. S. Bach-Stiftung St. Gallen“

ist für den Schweizer

„Social Media Award 2011“

nominiert worden..!!

Bis Ende Juli 2011 kann jedermann für seine Lieblingskampagne abstimmen.

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Um in die Schlussrunde zu gelangen, sind wir auf jede Stimme angewiesen.

Wir sind Ihnen daher sehr dankbar, wenn Sie auf folgende Webseite gehen würden:

Link:  http://www.bachstiftung.ch/de/social-media-award-2011/

und auf der dann folgenden Internet-Seite den

Button:

„Gefällt mir“   

klicken.

Ihre Stimme wird dann automatisch den Online-Aktivitäten der J. S. Bach-Stiftung gegeben. Die weiteren nominierten Kampagnen sind  – hier   – einsehbar. Besten Dank für Ihre wertvolle Hilfe.

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Ich würde mich darüber freuen, wenn alle meinen Aufruf befolgen würden und wir somit die J.S. Bach-Stiftung St. Gallen unterstützen würden…!!

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Heute wurde von der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen das erste Video (45 Minuten) auf YouTube veröffentlicht mit einer Werkbeschreibung zum BWV 180 „Schmücke dich, o liebe Seele.“

Vor dem eigentlichen Konzert findet von der J.S. Bachstiftung St. Gallen ein Workshop über 45 Min. statt, wo eine Werkbeschreibung und Reflexion zu dem Bach-Werk abgegeben wird. Dieses 1. Video habe ich mir heute angesehen und bin voll begeistert, mit welcher Leichtigkeit ein Bach-Werk bekömmlich erläutert wird. Der Besucher wird mit eingebunden und das finde ich total toll gemacht. Bildet Euch selber einmal ein Meinung dazu ich füge das Video anbei und schaut es Euch einmal in – R u h e –  an ich kann es jedem Bachfreund sehr empfehlen…!!

Der musikalische Leiter Rudolf Lutz der J. S. Bach-Stiftung gestaltet die Einführung zusammen mit dem Theologen Karl Graf. Dieses Video zeigt die Einführung zur Kantate BWV 180 („Schmücke dich, o liebe Seele“). Die Live-Aufzeichnung der Kantate, der Werkeinführung sowie der Reflexion ist als DVD hier erhältlich:

http://www.bachstiftung.ch/de/auffuhrungen-tickets/archiv/2009/kantate-bwv-180/

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YouTube Werkeinführung BWV 180

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Ich wünsche allen Bach-Freunden viel Spaß mit diesem Video als Werkeinführung zum BWV 180 aber bitte   n i c h t  vergessen oben abzustimmen..!!

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Liebe Grüße

Volker

Label SDG veröffentlicht für Mitte August eine CD – SDG 715 – mit Werken von Johann Christoph Bach (1642-1703)


Cover: CD - SDG 715 Johann Christoph Bach

Liebe SDG-Freunde!

Es ist wieder soweit und die Vorfreude darauf ist riesig. Vom Label solideogloria.co.uk – wird für Mitte August 2011 die CDSDG 715 – mit Werken von

Johann Christoph Bach (1642-1703)

veröffentlicht.

CD-Inhalt, eine CD:

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Johann Christoph Bach 

„Welt, gute Nacht“
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Herr, wende dich und sei mir gnädig, Dialogus

Mit Weinen hebt sich’s an, Aria

Wie bist du den, o Gott, Lamento

Der Gerechte, ob er gleich zu zeitlich stirbt, Motet 

Ach, dass ich Wassers g’nug hätte, Lamento 

Fürchte dich nicht, Motet 

Es ist nun aus mit meinem Leben, Aria

Meine Freundin, du bist schön, Dialogus

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Aufnahmeort: Cadogan Hall, London – 16 April 2009

Soloists: Julia Doyle | Katharine Fuge
Clare Wilkinson | Jeremy Budd | James Gilchrist
Nicholas Mulroy | Matthew Brook | Peter Harvey

The English Baroque Soloists | Maya Homburger; Violine | John Eliot Gardiner; Leitung

Hierzu sehr bemerkenswert als PDF-Veröffentlichung die Werksaussagen dazu von „Richard Campbell.“

  Die deutsche Fassung als PDF Werks-Beschreibung SDG 715

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Eine Hörprobe zur CD – SDG 715 – ist beim Label: solideogloria.co.uk   hinterlegt worden..!!

SDG 715 – Johann Christoph Bach Welt, gute Nacht 
6.  Fürchte dich nicht – Motet Stream Audio
7.  Es ist nun aus mit meinem Leben – Aria Stream Audio

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CD’s der SDG-Reihe können – h i e r – erworben werden!

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Herzliche Grüße

Volker

Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den 1. Sonntag nach „Trinitatis“


Liebe Bach-Freunde !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 26.6.2011 begehen wir den – 1. „Sonntag nach Trinitatis“

Der 1. Sonntag nach Trinitatis hat die Apostel und Propheten zum Thema. Gott sendet und wählt einzelne Personen, die er mit einem Auftrag ausstattet. Diese Personen sollen Gottes Botschaft weitertragen. Oft ist diese nicht einfach, sondern anstössig, so dass die Personen immer wieder auf Widerstand stoßen. Dennoch oder eher gerade deswegen gehören Apostel und Propheten zum Gesamtbild des christlichen Glaubens, denn sie helfen, sich auf  Gottes Willen zu besinnen. Allerdings muss man sich hüten vor „falschen Propheten“, die den Glauben an die Existenz solcher Menschen mißbrauchen und schamlos ausnutzen.

Am 1. Sonntag nach Trinitatis hören wir im Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus den Hinweis auf die Propheten, die die Lebenden zu hören nicht bereit waren und auch heute oft nicht bereit sind. Auch wir verschließen oft unsere Ohren vor den wahren Propheten und neigen sie gern falschen Propheten zu. Aber das Wort Gottes läßt nicht zu, dass wir gänzlich abirren, sondern holt uns zurück und stellt uns in seinen Dienst. So sind auch wir Gesandte (= Apostel) des Herrn.

Dieser Sonntag hat die Apostel und Propheten zum Thema. Apostel und Propheten, das sind Menschen, die Gott berufen hat, damit sie seine Werkzeuge werden. Das macht sie aber nicht zu besonderen Menschen. Sie sind vielmehr Vorbilder, die uns den Weg zeigen, den Gott für uns bereitet hat; es ist der gleiche Weg, den diese Apostel und Propheten vor uns gegangen sind. Es ist der Weg Gottes, es ist der Weg des Lebens.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für den 1. Sonntag nach Trinitatis

BWV 20 – O Ewigkeit, du Donnerwort
BWV 39 – Brich dem Hungrigen dein Brot
BWV 75 – Die Elenden sollen essen

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Im Radio Live: 

„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 19.06.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

Livestream-

Link: http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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Geistliche Musik – Programmauszüge:

Johann Christoph Bach

Fürchte dich nicht, Motette für 5 Stimmen und Basso continuo;

Monteverdi Choir, Leitung: John Eliot Gardiner

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Johann Sebastian Bach

Die Elenden sollen essen, BWV 75,

Kantate am 1. Sonntag nach Trinitatis

für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo; Carolyn Sampson,

Sopran; Daniel Taylor, Altus; Mark Padmore, Tenor; Peter Kooy, Bass;

Collegium Vocale Gent, Leitung: Philippe Herreweghe

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/ YouTube: BWV 20 – 

O Ewigkeit, du Donnerwort

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Kantaten-Beschreibung zum BWV 20  und BWV 39, 75,

von „Sir John Eliot Gardiner“ ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt!

Kantaten für den 1. Sonntag nach  „Trinitatis“ (Aufführungs-Ort: St Giles Cripplegate, London am 23. bis 26.6.2000)

Der erste Sonntag nach Trinitatis hatte für Bach während seiner Zeit in Leipzig besondere Bedeutung. An diesem Tag begannen seine ersten beiden Kantatenzyklen, die ihm Gelegenheit gaben, sich seiner neuen Gemeinde musikalisch vorzustellen (mit BWV 75) und, genau ein Jahr später, eine neue stilistische Richtung einzuschlagen (mit BWV 20). Mit dem Trinitatisfest begann auch die zweite Hälfte des lutherischen Kirchenjahres, ‚die Zeit der Kirche’ genannt, weil sie sich mit Grundfragen des Glaubens und der Lehre auseinandersetzt, im Gegensatz zu der als ‚Temporale’ bekannten ersten Hälfte vom ersten Adventssonntag bis Trinitatis, die sich auf das Leben Christi, seine Menschwerdung, seinen Tod und seine Auferstehung konzentriert. Die drei uns erhaltenen Kantaten für den ersten Sonntag nach Trinitatis sind höchster Qualität.

Alle drei entnehmen ihr Motto dem Evangelium des Tages, beziehen das Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus ein, befassen sich mit dem Streben nach irdischen oder himmlischen Gütern und verwerten Texte aus den Apostelbriefen und der Apostelgeschichte, in denen von der Liebe Gottes und der Notwendigkeit brüderlicher Liebe die Rede ist. Bach behandelt diese Themen in jeder der Kantaten auf verschiedene Weise. Wenn wir sie hier gemeinsam aufführen, vermitteln wir einen faszinierenden Eindruck davon, wie er sich von seiner Phantasie leiten lässt, und zeigen, mit welch virtuoser Meisterschaft er seine facettenreiche musikalische Rhetorik darlegt.

Ausführungen zum BWV 20

Noch eindrucksvoller ist die ein Jahr später komponierte Kantate BWV 20 „O Ewigkeit, du Donnerwort.“

Konfrontiert mit dem verwirrenden und beunruhigenden Thema der Ewigkeit und vor allem der Ewigkeit der Hölle legt Bach ein Feuer an den Tag wie nie zuvor. Der Text erläutert das Paradoxon, dass wir nur auf unser Heil hinarbeiten können, indem wir uns mit dem Hier und Jetzt befassen. Johann Rists Choral von 1642, der insgesamt sechzehn Strophen enthält, ist hier auf zwölf verkürzt, von denen drei wörtlich beibehalten, die übrigen paraphrasiert werden. Das Werk eröffnet Bachs zweiten Jahrgang mit Kantaten, in deren Mittelpunkt ein Kirchenlied steht; das bedeutet eine radikale Veränderung, nicht nur des musikalischen Stils, sondern auch des theologischen Gewichts, das sich nun von der göttlichen Vergebung und Liebe, die in der Epistel angesprochen wird, auf die andere Seite verlagert und die Strenge des göttlichen Gerichts hervorhebt. Furcht – und nicht mehr Trost – ist jetzt das Thema, die Aussicht auf eine Ewigkeit voller Schmerz und Leiden soll den Menschen anspornen, seine Seele zu retten (Nr. 6), da noch in dieser Nacht der Sarg vor die Tür gebracht werden könnte (Nr. 9). Entnimmt Bach sein Stichwort den Apostelbriefen – ‚auf dass wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts’?

BWV 20 beginnt mit einer kunstvoll gearbeiteten Choralfantasie, die in der Form einer französischen Ouvertüre angelegt ist. Drei Oboen wenden sich gegen die Streicher – beide Gruppen arbeiten eine Taktlänge Sechzehntel heraus, die den Schrecken andeuten, der das Herz bis zum Hals schlagen lässt. Der Cantus firmus ‚O Ewigkeit’ mit aufsteigender Melodie, von der martialischen Tromba da tirarsi verdoppelt, trägt die drei tieferen Stimmen zu einem hohen F hinauf, bevor diese im doppelt punktierten Vortrag der Instrumente zersplittern (‚du Donnerwort’). Im Vivace vereinen sich Oboen und Streicher zu einer Doppelfuge, deren zweite chromatisch absteigt, wie es der Text nahe legt: ‚Ich weiß vor großer Traurigkeit / nicht, wo ich mich hinwende’. Die tieferen Stimmen sind jetzt weiter von der Melodie entfernt, die einige mächtige Gegenakzente aufweist und die Bässe in einer heftig ausladenden Bewegung bei dem Wort ‚Traurigkeit’ nach oben hebt. Unvermittelt kommt das Orchester auf einer verminderten Septime zum Stillstand. Aus der dramatischen Stille heraus werden knappe, Entsetzen erregende Fetzen von den Oboen zu den Streichern und zurück geschleudert, bis schließlich der Chor wieder einsetzt: ‚Mein ganz erschrocken Herz erbebt, / dass mir die Zung am Gaumen klebt’. Der in Fetzen zerrissene Vortrag kennt keine Kompromisse und lässt der Hoffnung keinen Raum. Wir scheinen ungefähr achtzig Jahre vorwärts geschleudert zu werden, in die Welt Beethovens. 

Der Tenor setzt die qualvolle Stimmung fort (Nr. 2 und 3) – ‚Ja, wie selbst Jesus spricht, / aus ihr ist kein Erlösung nicht’ – und führt die Angst, die Pein und das angesichts der Höllenqual bebende Herz mit gewaltiger Kraft vor Augen. Bach verwendet als thematisches Material ein buntes Arsenal: lange Noten und sich wellenförmig bewegende Achtel, die auf die Ewigkeit hindeuten, Appoggiaturen, die sich kettenartig über gewundene Figurationen erstrecken und die Angst erkennen lassen, wilde Läufe für die ‚Flammen, die auf ewig brennen’, aufgerissene Fetzen, chromatisch und synkopiert, für das bebende Herz. Jähe Pausen am Phrasenende betonen den Eindruck von Zerrissenheit und Schrecken. Doch diese ausschweifende dramatische Metaphorik ist völlig nahtlos in das Gesamtkonzept integriert.

Der Bass-Solist steigt für Rezitativ und Arie (Nr. 4 und 5) wieder hinauf in seine Kanzel – in unserer Aufführung im wahrsten Sinne des Wortes, da Dietrich Henschel von seinem Platz in der letzten Reihe des Chores mit entschlossenen Schritten auf sein Ziel zusteuerte –, um ein weiteres Mal über das Grauen nachzusinnen, das ‚tausend Millionen Jahr / mit allen Teufeln’ bereithalten. Plötzlich sind wir in der Welt der Opera buffa – besser gesagt, in einer Welt der Enten, davon drei (Oboen) und ein Fagott, die in liebenswürdigem Einvernehmen schnatternd seiner Feststellung ‚Gott ist gerecht’ zustimmen. Die Stimmung scheint entsetzlich aus den Fugen geraten. Haben uns Feuer und Schwefel bislang an der Nase herumgeführt? Oder war das eine List, in der Absicht ersonnen, die Düsternis zu vertreiben – wie bei der Entlüftung eines Heizkörpers, der unter zu hohem Druck steht – und der inzwischen übel zugerichteten Christenseele einen Schimmer Hoffnung zu geben? Dietrich Henschel meinte, Bach wolle hier betonen, dass es wirklich ‚kein Problem’ gebe: Der Gläubige brauche bloß Gott zu vertrauen. Wir könnten fast sehen, wie er sich in seinem Sessel zurücklehnt, seine Lieblingspfeife schmaucht und zufrieden Rauchringe vor sich hin bläst. Indessen lässt sich nur kurze Zeit erleichtert aufatmen. Die sonderbare Fortsetzung, eine Aria (Nr. 6) im Dreiertakt für Alt und Streicher, ‚O Mensch, errette deine Seele’, wird mit einer verstiegenen rhythmischen Verlagerung präsentiert, die zweifellos ‚Satans Sklaverei’ symbolisiert – regelmäßige 3/4-Takte wechseln mit einzelnen oder doppelten Hemiolen. Auf eine noch befremdlichere Weise lässt Bach die zweite Phrase des Sängers nur vom Orchester wiederholen – ein ‚Nachspiel’ mit schweigendem Sänger, dreiundzwanzig Takte lang von insgesamt vierundsechzig. Eine pessimistische, wenn nicht gar alle Hoffnung verneinende Strophe des Chors (Nr. 7) beschließt den ersten Teil: ‚Solang ein Gott im Himmel lebt…, wird solche Marter währen’.

© John Eliot Gardiner 2004 – Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch. – Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen:  h i e r  zum Download als PDF

  Künstler-Beitrag –  Link: Künstlerbeitrag Dietrich Hentschel, Bass 

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/ YouTube: BWV 39 – 

Brich dem Hungrigen dein Brot

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/ YouTube: BWV 75 – 

Die Elenden sollen essen

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CD für den 1. Sonntag nach „Trinitatis“ Link: zu den CD’s Bach-Kantaten:
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  Cover: CD’s – SDG 101 – Vol. 1
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BWV 20 “O Ewigkeit du Donnerwort“

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 101 – Vol.  1 – CD  2

BWV 39 “Brich den Hungrigen dein Brot

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 101 –  Vol. 1 – CD 2

BWV 75 „O Ewigkeit, du Donnerwort“

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 101 –  Vol. 1 – CD 2

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Ich wünsche allen Besuchern einen schönen und besinnlichen „Trinitatis-Sonntag.“

Herzliche Grüße

Volker

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