Archiv der Kategorie: J.S.Bach-Instrumentalwerke

ALL OF BACH veröffentlicht das „Doppelkonzert für zwei Violinen d-Moll“ – BWV 1043


ALL OF BACH veröffentlicht das „Doppelkonzert für zwei Violinen d-Moll“ – BWV 1043

„Die besten acht Minuten Musik aller Zeiten.“

                                                   Muziekgebouw aan ’t IJ in Amsterdam

Unter Johann Sebastian Bachs Namen sind zwei Konzerte für Violine, Streicher und Continuo überliefert sowie ein Doppelkonzert für zwei Violinen (ebenfalls mit Streichern und Continuo). Sie tragen die Nummern BWV 1041 bis 1043. Möglicherweise schrieb Bach die Konzerte für Johann Georg Pisendel oder Jean-Baptiste Volumier in Dresden – vielleicht auch für sich selbst, denn sein Sohn Carl Philipp Emanuel Bach bescheinigt ihm im Nekrolog, bis ins hohe Alter die Violine „rein und durchdringend“ gespielt zu haben.

Bis heute zählen Bachs Violinkonzerte zum beliebten Programmbestandteil vieler Violinisten, an die in den Stücken große spieltechnische Ansprüche gestellt werden. Dennoch halten viele Musikwissenschaftler die Cembaloversionen für die von Bach gewollten Endfassungen, da Bach bei der Umarbeitung viele Details verbesserte und nebenbei mit der Abschaffung des Basso continuo einen musikgeschichtlich wichtigen Schritt machte.

Die beiden Solostimmen dieses Konzertes haben in Bachs eigener Handschrift überlebt. Dieses Autogramm stammt aus der Zeit um 1730, wenige Jahre nachdem der Komponist von Köthen nach Leipzig gezogen war. Bach komponierte die meisten seiner Instrumentalkonzerte in den Jahren 1717-1723, während er am Hof ​​Leopold von Anhalt-Köthen arbeitete, aber diese Arbeit scheint eine Ausnahme zu sein. Es kann jedoch nicht so einfach sein.

Auf den ersten Blick ist dies ein Konzert in drei Sätzen im Vivaldi-Stil und ähnelt anderen Konzerten von Bach. Ein sorgfältigeres Lesen und Hören zeigt jedoch Besonderheiten auf, beispielsweise in Bezug auf die traditionellen Kontrastwirkungen zwischen Refrains (Ritornellos) und dazwischen liegenden Solo-Episoden. Diese Bausteine ​​sind hier weniger abgegrenzt als üblich. Tatsächlich sind alle drei Sätze tatsächlich in drei Teile gegliedert. Der erste Satz ist zum Beispiel einer Fuge nachempfunden, aber die Viola zieht sich aus dem Fugaldiskurs zurück. Dieses Konzert könnte auch als Triosonate für zwei Violinen und Basso continuo aufgeführt werden, und es entstand wahrscheinlich als solches. Bringt das uns zurück nach Köthen?

                                                        All of Bach – Instrumental: BWV 1043

Nach dem fugalen Eröffnungssatz entfaltet sich ein verträumter Siciliano, in dem sich die beiden Violinstimmen in liebevoller Weise über eine einfache Akkordbegleitung verflechten. „Die besten acht Minuten Musik aller Zeiten“, sagt die Geigerin Emily Deans.

Im letzten Satz sind die beiden Soloviolinen einander heiß auf den Fersen. Noch mehr als der erste Satz ruft dieses Allegro den Verdacht auf, dass die Teile für das begleitende Ensemble später hinzugefügt werden. Die Tatsache, daß Bach die Soloviolinen spielbegleitende Figuren (wiederholte Achteln in Doppelstopps) für sieben Takte zweimal während der Auseinandersetzung spielt, steht im Widerspruch zu der Hypothese einer Triosonate. Der Komponist spielt hier in der Ecke Puss, da in diesen Passagen die eigentlichen Solostimmen einfach auf das begleitende Ensemble übertragen wurden. Die Solisten Shunske Sato und Emily Deans genießen diesen „Kopfschlag, Rock’n’Roll-Moment“ – wie auch immer die Ursprünge sein mögen.

BWV
1043

Titel
Konzert für zwei Violinen in d-Moll

Genre
Orchesterwerk (Doppelkonzert)

Jahr
ca. 1730 oder ca. 1720?

Stadt
Leipzig oder Köthen?

Besondere Hinweise:
Bach arrangierte später dieses Doppelkonzert für zwei Cembali, Streicher und Continuo (BWV 1062), transponiert auf die Tonart c-Moll.

Besetzung:

Veröffentlichungsdatum
6. Oktober 2017

Aufnahmedatum
7. Oktober 2016

Ort der Aufführung:

Muziekgebouw aan ‚t IJ, Amsterdam


1. Violine

Shunske Sato

Geige

Emily Deans


Violine 1

Lucia Giraudo, Lidewij van der Voort


Viool 2

Anneke van Haaften, Paulien Kostense, Annabelle Ferdinand

Viola

Pieter Affourtit, Jan Willem Vis

Cello

Lucia Swarts, Barbara Kernig

Kontrabass

Hen Goldsobel

Cembalo

Siebe Henstra


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„Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 1043“

Grüße Karin

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ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 961 „Fughetta in c-Moll“


ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 961 „Fughetta in c-Moll“

„Bach kann nichts aussagen!“

                                                           Ursula Dütschler (Cembalo)

Diese unschädliche, aber attraktive Mini-Fuge ist praktisch vorbei, bevor es richtig beginnt, sagte uns die Cembalistin Ursula Dütschler, die wir besuchten, um diese Aufnahme zu machen.

Bachs Autorenschaft wird von einigen Menschen angefochten, da das Stück nur in Manuskripten von unsicheren Ursprungs vorhanden ist. Allerdings wäre es sicherlich nicht fehl am Platz in der Sammlung von zweiteiligen Kompositionen (Übungsstücke für Anfänger-Keyboarder) zu sprechen, obwohl in diesem Fall die Struktur etwas freier ist. Bachs Stücke wie diese sind ohne Anstrengung zu spielen. Kurz gesagt, es ist ein Titbit – obwohl es keine bloße Kleinigkeit ist, diese Fughette zu spielen. Bach ist nicht einfach um so etwas auszusagen, „es wäre nichts“. Es gibt immer ein gewisses Maß an Substanz, in dieser Fughette.

BWV
961

Titel
Fughetta in c-Moll

Genre
Tastaturarbeit

Jahr
unbekannt

Stadt
Köthen

Veröffentlichungsdatum
22. September 2017

Aufnahmedatum
19. April 2017

Ort
Muiden

Cembalist
Ursula Dütschler

Ein Cembalo-Werk
???

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„Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 961“

Grüße Karin

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ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 814 „Französische Suite Nr. 3 in h-Moll“


ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 814 „Französische Suite Nr. 3 in h-Moll“

                          Bartolotti Haus  in Amsterdam, Cembalist Pierre Hantaï

Die dritte „französische“ Suite wechselt verführerische Melodien mit brillanter Virtuosität.

In der Barockmusik hatte der Schlüssel von b-Moll eine melancholische Qualität. Bach reservierte ihn für einige seiner beeindruckendsten Werke, wie die Kyrie in der Messe in h-Moll.

Diese dritte französische Suite öffnet sich mit einer zarten Allemande; Vielleicht die heikelste Allemande aller sechs Suiten. Es ist ein Duett, das fast als Solo mit Begleitung gespielt werden könnte – zum Beispiel auf der Flöte. Das Eröffnungsmotiv erscheint auch im ganzen Stück in der Inversion und in der Nachahmung. Die Courante basiert auch auf einem Motiv aus der ersten Bar, im Bass, der bald die Bewegung dieses schnellen Tanzes komplett übernimmt.

In der Tradition folgt eine stattliche Sarabande, zu der Bach eine kantigere Luft verleiht als die französischen Modelle von Couperin, mit denen Bach aus seiner Jugend bekannt war. Dann hören wir zwei schnelle Abschnitte; In einigen Quellen zuerst das sehr rhythmische Menuet mit seinem kontrastierenden Trio, gefolgt von den Anglaise und anderswo in umgekehrter Reihenfolge. Pierre Hantaï wählte für die letzteren. Die Anglaise war übrigens nicht aus England gekommen, sondern aus dem Hof ​​Ludwigs XIV. Und erinnert an eine Gavotte. Und schließlich geht es bei der Gigue um Nachahmung, wobei die beiden Teile sich immer wieder verjagen.

‚Französisch‘ Suiten, BWV 812-817

Die sechs Werke, die wir heute als „französische“ Suiten (dieser eher willkürliche Titel aus Bachs Tod) kennen, haben eine ereignisreiche Geschichte. Sie könnten auch Suiten für Anna Magdalena Bach genannt werden, da fünf der sechs Stücke im Klavierbüchlein (1722) sind, den Bach seiner zweiten Frau zur Zeit ihrer Heirat gewidmet hat. Eine bemerkenswerte Anzahl von Versionen dieser sechs Suiten hat überlebt, manchmal in einer anderen Reihenfolge oder mit einer abweichenden Anzahl von Abschnitten. Darüber hinaus werden die notierten Ornamente im Laufe der Jahre zunehmend detailliert, was uns einen Einblick in die Art und Weise gibt, in der Bach in seinen Schülern einen guten Geschmack brachte.

Es gibt einen Drang, sie mit den etwas älteren „englischen“ Suiten zu vergleichen, die noch mehr Ähnlichkeit mit dem französischen Stil haben als BWV 812-817 (und beide Sätze sind eigentlich deutsche Interpretationen italienischer Modelle). Diese kompakteren Suiten verhängen sich ohne Vorspiel, während neben den regulären Tänzen Allemande, Courante, Sarabande und Gigue eine immer vielfältigere Sammlung von „Galanterien“, darunter Gavottes und Menuets, sowie ein Loure, eine Polonaise und sogar eine Luft erscheinen. Es ist durchaus möglich, dass wir hier Bach sehen, der sich mit der Zeit bewegt, indem er Elemente aus dem blühenden Galantyp integriert. Alles, was er in intimen Kreisen gemacht hat, als – wie die „englischen“ Suiten und die Partitas – Bach nie die „French“ Suiten veröffentlicht. Das war Musik für sein Zuhause.

Das Bartolotti Haus in Amsterdam:

Wir haben diese Aufzeichnung im Bartolotti Haus, bei Herengracht 170 und 172 gemacht. Das Haus an der Rückseite von Nr. 170 wurde von Cembalist, Organist und Dirigent Gustav Leonhardt von 1974 bis zu seinem Tod im Jahr 2012 besetzt.

Leonhardt war einer der Pioniere der frühen Musik in den Niederlanden. Als Lehrer und Performer war er eine Quelle der Inspiration für viele Cembalo-Spieler auf der ganzen Welt.

                                          Das Bartolotti Haus in Amsterdam

Es ist eines der beeindruckendsten Gebäude im alten Zentrum von Amsterdam. Es wurde um 1620 als Wohnsitz gebaut, auf Auftrag des wohlhabenden Geschäftsmannes Willem van den Heuvel, der von einem kinderlosen Onkel eine Menge Geld geerbt hatte, genannt Giovanni Battista Bartolotti, der aus Bologna kam. Das niederländische Renaissance-Design wurde vermutlich vom Amsterdamer Stadtarchitekten Hendrick de Keyser gemacht. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Haus aufgeteilt und hat mehrere Modernisierungen durchgemacht. Sie können noch viele wunderbare historische dekorative Züge aus den verschiedenen Renovierungen sehen. Die beiden Teile des Bartolotti-Hauses kamen in den Besitz von Vereniging Hendrick de Keyser, der jetzt dort seinen Sitz hat.

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BWV
814
Titel
Suite in h-Moll
Beiname
„Französische“ Suite Nr. 3
Genre
Tastatur Arbeit
Serie
„Französische“ Suiten / Clavier-Büchlein Anna Magdalena Bach
Jahr
1722/23
Stadt
Köthen / Leipzig

Veröffentlichungsdatum
11. August 2017

Aufnahmedatum
10. Dezember 2016

Ort
Bartolotti Haus, Amsterdam

Cembalist
Pierre Hantaï

Cembalo
Bruce Kennedy    nach Michael Mietke

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„Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 814“

Grüße Karin

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ALL OF BACH veröffentlicht das Wohltemperierte Klavier, I. Teil – BWV 856 „Präludium und Fuge F-Dur“


ALL OF BACH veröffentlicht das Wohltemperierte Klavier, I. Teil – BWV 856 „Präludium und Fuge F-Dur“

                                                 Bruce Kennedy-Cembalo von 1988

„Bach hat hier nicht zu viele Abenteuer begonnen“

Im Einklang mit dem unberührten Charakter des Schlüssels von F-Dur, hielt Bach dieses Präludium und Fuge relativ einfach. Es ist ein Schlüssel, der auch für Ursula Dütschler gut geeignet ist, weshalb sie diese beiden kurzen Stücke gewählt hat. Das Präludium ist wie ein leichtfüßiger Spaziergang durch eine Almwiese, sagt der Cembalist der Schweizer Herkunft, der übrigens schon lange in den Niederlanden lebt. Es ist eine geniale Reihe von Arpeggierungen, die sich in einer reibungslosen Bewegung abwechseln. Allerdings gibt es auch Spoilsports: die „dummen Triller“ sowohl in der linken als auch in der rechten Hand. Es ist eine große Herausforderung, sie zu spielen, während die fließende Bewegung in der anderen Hand fortfährt. Das gibt der Arbeit eine leichte Luft eines Übungsstückes, in dem Bach die motorischen und rhythmischen Fähigkeiten des Spielers prüft.

Das Präludium macht einen sehr natürlichen Übergang, in praktisch dem gleichen Tempo, zur dreiteiligen Fuge. Die Fuge ist durch die Skala Passagen, die wie die Arpeggierungen im Präludium sind nahtlos zusammengefasst gekennzeichnet. Aber Bach macht auch hier nichts Verrücktes. Der Bergspaziergang scheint weiter zu laufen, kaum von dem geraden Weg zu verlaufen, da er nicht weiter als d-moll und g-moll vorkommt. Und im Rahmen von F-Dur sind sie nicht das, was man abenteuerliche Modulationen nennen würde.

Es ist alles Teil der Herausforderung. Wenn – wie Bach – du in allen Schlüsseln schreiben willst, wirst du in einer historischen Stimmung irgendwann in Schwierigkeiten geraten. Gerade warum du das tun würdest, ist eine eher technische Geschichte, aber es lässt sich wie folgt zusammenfassen. Um nicht zu viele Kompromisse zu machen, klingen einige Tasten fast perfekt (die meisten verbreitet), viele Tasten klingen sehr angenehm (die harmonischen Exkursionen) und schließlich ein paar Tasten klingen wirklich scharf. Und Bach wusste das natürlich. Beim Erreichen von B-Moll (mit fünf Wohnungen einer der außergewöhnlichen Schlüssel) scheint er einen warmen, gedämpften und bezaubernden Ansatz gewählt zu haben – vielleicht, um die bösen „Fälschungen“ etwas zu erweichen.

„Trouble“ wurde in umgekehrte Kommas oben gesetzt, weil es genau das angespannte Tuning ist, das dieses Paar von Werken macht. In dieser Aufführung ist das Tempo des Präludiums also langsam, so dass Kris Verhelst den manchmal unerwarteten Wendungen viel Spielraum verleihen kann, vor allem für diejenigen, die sorgfältig darauf hinweisen, wie die begleitenden Akkorde konstruiert werden. Der schwankende Rhythmus schafft eine meditative Atmosphäre. Es folgt eine der strengsten Fugen im Wohltemperirte Clavier, zu einem Thema, das bis an die Grenze gedehnt wird. Trotz des großen Sprungs und der straffen Struktur – Bach folgt alle Regeln des frühen Renaissance-Stils – auch hier ist der Oberton eine milde. Hör einfach zu, wie er die Gegenstände so nebeneinander stellt, dass sie zusammenhängende Saiten von Noten zusammenstellen. Kurz vor dem Ende, Bach kertet die Spannung wieder, indem die fünf Teile das Thema noch einmal in rascher Folge spielen.

                                                                  Ursula Dütschler (Cembalo)

Das Wohltemperirte Clavier, BWV 846-893

Das Komponieren von 48 Keyboardstücken in allen 24 Tasten war die Art von Herausforderung, die Bach genossen hat. In jedem der beiden Teile des Wohltemperirte Claviers brachte er das musikalische Paar Vorspiel und Fuge 24 Mal zusammen; Zwölf in kleineren Schlüsseln und zwölf im Dur. In den Präludien gab er seiner Phantasie freien Lauf und zeigte mathematische Touren in den Fugen. Im Gegensatz zu der eisernen Disziplin musste sich Bach auf seine Kirchenkompositionen anwenden, hier konnte er sich in die intellektuelle Spielerei verlassen, ohne sich um die Fristen zu kümmern.

Der erste Teil des Wohltemperirte Clavier stammt aus dem Jahr 1722, obwohl er einige Musik enthält, die in den vorangegangenen fünf Jahren geschrieben wurde. Es gibt weniger Klarheit über die Geschichte von Teil zwei. Bach kompilierte dieses zweite Manuskript nur um 1740, obwohl noch einmal einige der Präludien und Fugen es datiert aus einer viel früheren Periode. Bach beschrieb die Zielgruppe für diese Stücke von Stücken wie folgt: „Für die Erziehung des fleißigen musikalischen Jugendlichen und des Genusses.“ Für die Erziehung des fleißigen musikalischen Jugendlichen und des Genusses Von denen, die in diesem Material vertraut sind).

BWV
856

Titel
Präludium und Fuge in F-Dur

Beiname
Nein. 11 von Das Wohltemperierte Clavier I

Genre
Tastatur Arbeit

Serie
Das Wohltemperierte Clavier I

Jahr
1722 oder früher

Stadt
Köthen (oder Weimar?)

Veröffentlichungsdatum
28. Juli 2017

Aufnahmedatum
19. April 2017

Ort
Muiden

Cembalist
Ursula Dütschler

Harpichord
Bruce Kennedy (1988) nach Pascal Taskin (1767)


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„Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 856“

Grüße Karin

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Die J.S. Bach-Stiftung St. Gallen ist am 6. Mai 2017 im Konzert auf der Wartburg in Eisenach und im Deutschland-Radio Kultur zu hören!


Die J.S. Bach-Stiftung St. Gallen ist am 6. Mai 2017 im Konzert auf der Wartburg in Eisenach und im Deutschland-Radio Kultur am Dienstag 23. Mai um 20.03 UHR zu hören!

384. Wartburgkonzert-Deutschlandradio Kultur

                                                  Rudolf Lutz Leiter J.S. Bach-Stftung St. Gallen

Orchester der J. S. Bach-Stiftung St. Gallen

Leitung: Rudolf Lutz

Solisten:

Miriam Feuersinger, Sopran

Markus Forster, Altus

Daniel Johannsen, Tenor

Matthias Helm, Bass

Plamena Nikitassova, Violine

Andreas Helm, Oboe d’amore

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JOHANN SEBASTIAN BACH

Konzert für Violine, Streicher und B.c. a-Moll BWV 1041
Kantate “Gott der Herr ist Sonn’ und Schild“ BWV 79

***
Concerto A für Oboe d’ amore, Streicher und Generalbass
rekonstr. aus BWV 1055

Rudolf Lutz

Luther-Kantate (UA, Auftragswerk)

„Erhalt uns, Herr, bei Deinem Wort“

Chor & Orchester der J.S. Bach-Stiftung wurden 2006 von Rudolf Lutz gegründet. Das Ensemble besteht aus Berufsmusikerinnen und -musikern aus der Schweiz, Süddeutschland und Österreich, die sich in der historischen Musizierpraxis gut auskennen und diese undogmatisch in den Dienst einer modernen, vitalen Interpretation stellen.

                                                                           Wartburg-Festsaal

Rudolf Lutz (1951) – der Schweizer Organist, Cembalist war Dozent für Improvisation an der Schola Cantorum Basiliensis und ist heute künstlerischer Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen und damit die Schlüsselfigur eines gigantischen Musikprojektes. Er ist auch als Komponist tätig und hat 2002 für seine St. Galler Ensemble ein vielbeachtetes Weihnachtsoratorium in englischer Art («An English Christmas») geschrieben.

Auf der Wartburg erklingt an diesem Abend seine Lutherkantate

„Erhalt uns, Herr, bei Deinem Wort“ als Uraufführung und Auftragswerk.

Mit freundlicher Unterstützung durch das BMW Werk Eisenach

Tickets und Saalplan

Festsaal der Wartburg

Rest-Karten Preiskategorie 3 – 19,00 Euro

Link zum Kartenvorverkauf mit Saalplan: 

http://www.wartburg.de/de/veranstaltungen/veranstaltungsplan/veranstaltungsdetails/id-384-wartburgkonzert.html


Konzert in Deutschland-Radio Kultur am Dienstag, 23. Mai 2017 um 20:03 Uhr.

Programm-Link:

http://www.deutschlandfunkkultur.de/programmvorschau.282.de.html?drbm:date=23.05.2017

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Internet-Webradio: Link:  http://www.deutschlandfunkkultur.de

                                   Webseite: Deutschland-Radio Kultur – Pfeil links folgen und: Live Stream anklicken..!!

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Video: BWV 1055 von der J.S. Bachstiftung

Oboenkonzert A-Dur für Oboe d’amore

https://gloria.tv/video/23HhRVWroJ6f2bBhkUVzD4jkz

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Die 54. Haller Bach-Tage 2017 finden vom 27. JANUAR bis zum 12. FEBRUAR 2017 statt.


 

Die 54. Haller Bach-Tage 2017 finden vom 27. JANUAR bis zum 12. FEBRUAR 2017 statt.

haller-bachtage-2017

Seit 1963 bietet die Stadt Halle (Westf.) – in Zusammenarbeit mit der Johanniskantorei der evangelischen Kirchengemeinde – im Februar 10 Tage konzentrierten Musik-und Kunstgenuss. 

Unser Repertoire umfasst Musik aus den Bereichen: Barock – Kammermusik – Chorwerke – Modernes und Experimentelles – Kinderkonzert – Orgelmusik – Orchesterkonzert – Geistliches und Atmosphärisches.

Halle in Westfalen gehört nicht eben zu den großen Kulturmetropolen dieser Welt. Aber, einmal im Jahr blickt die Musikwelt dennoch beneidenswert auf das 21.000-Einwohner-Städtchen in der Nähe von Bielefeld so bezaubernd am Teutoburger Wald gelegen. 

Der Grund: die Haller Bachtage.

Link zum Programm:  http://www.haller-bach-tage.de/hbt-aktuell/programm/

 

Hauptveranstaltungsort: St. Johanniskirche Halle (Westf.)

Hauptveranstaltungsort: St. Johanniskirche Halle (Westf.)

ERÖFFNUNGSKONZERT

Fr, 27.01.2017, 20:00 Uhr

Viele Pfeifen – eine Flöte
Musik für Flöte und Orgel

Johann Sebastian Bach (1685—1750)
Sonate E-Dur BWV 1035
für Flöte und Basso continuo
Adagio ma non tanto – Allegro – Siciliano – Allegro assai

Kazuo Fukushima (*1930)
Mei für Flöte solo

Jean-Marie Leclair (1697—1764)
Sonate e-moll op. 9, Nr. 2
für Flöte und Basso continuo
Dolce – Allemanda – Sarabanda – Minuetto

Johann Sebastian Bach
Zwei Choralbearbeitungen aus den Leipziger Chorälen für Orgel
Herr Jesu Christ, dich zu uns wend’ BWV 655
Von Gott will ich nicht lassen BWV 658

Frank Gerhardt (*1967)
Musik für Flöte und Orgel (2014/2015)

Engl. Anonymus um 1700
Greensleeves to a Ground
für Flöte und Basso continuo

Sigfrid Karg-Elert (1877—1935)
Ciacona f-moll aus: 30 Capricen op. 107 für Flöte solo

Max Reger (1873—1916)
Introduktion und Passacaglia d-moll ohne op.

Franz Lachner (1803—1890)
Elegie für Flöte und Orgel

Wolfgang Amadeus Mozart (1756—1791)
Andante C-Dur KV 315, Fassung für Flöte und Orgel

Ausführende : Sebastian Wittiber, Flöte ; Martin Lücker, Orgel

Sebastian Wittiber © Sebastian Wittiber

Flötist: Sebastian Wittiber

geboren in Frankfurt am Main. Mitglied des Hessischen Landesjugendorchesters und des Jugendorchesters der Europäischen Gemeinschaft unter Claudio Abbado, studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main bei Vladislav Brunner und wurde u. a. 1. Preisträger beim Wettbewerb Jugend musiziert.

1989 Mitglied des Sinfonie-Orchesters beim Hessischen Rundfunk, seit 1999 als 1. Solo-Flötist. Solokonzerte, CD-Einspielungen. Mitglied im Antares-Ensemble. Seit 2006/2007 musiziert er regelmäßig mit dem Dirigenten, Harfenisten und Pianisten Erik Nielsen zusammen sowie mit Martin Lücker (Orgel). Zusammenarbeitet mit Jota-Bläser-Quintett, Maalot-Bläser-Quintett und als Solo-Flöte zur Aushilfe in den Sinfonie-Orchestern des WDR, des BR, des NDR Hamburg, der Staatskapelle Dresden, der Deutschen Oper Berlin, des Mahler Chamber Orchestra und bei den Berliner Philharmonikern. Seit 2007 ist er Mitglied des Orchesters der Bayreuther Festspiele, seit 2014 Leitung der Flötengruppe. Seit 1999 ist Sebastian Wittiber Lehrbeauftragter für Flöte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main. Dort wurde er 2013 für den Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre nominiert und beurkundet.

Lücker, Martin © Lücker, Martin

Organist Martin Lücker

Wenige Organisten werden ein dermaßen großes Orgelrepertoire dauerhaft präsent haben wie er. Denn seit September 1983 spielt der Organist der Frankfurter St. Katharinenkirche 30 Minuten Orgelmusik. Mitten in Frankfurts turbulentem Herzen gibt er den Zuhörern zweimal wöchentlich die Möglichkeit, in geistreich konzipierten Programmen einen Überblick über die gesamte Breite der Orgelmusik zu gewinnen. Geboren 1953, wurde Lücker ausgebildet u. a. in Hannover bei Volker Gwinner und in Wien durch den legendären Anton Heiller. Umfassende Karriere als Konzertorganist, Juror, Lehrer bei Meisterkursen und Herausgeber.

Orgelkonzerte führten ihn in viele europäische Länder und nach Nordamerika.
Seine künstlerischen Erfahrungen, sein großes Wissen und seine Liebe zur Musik gab Martin Lücker von 1983 bis 2016 im Rahmen einer Orgelprofessur an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main weiter.

Zwischen Dezember 2016 und Juli 2017 wird Martin Lücker zum dritten Mal – nach Aufführungen 1985 und 1995 – in St. Katharinen an 17 Abenden das gesamte Orgelwerk von Johann Sebastian Bach spielen.

Karten zum Preis von 11 € ermäßigt 6,- Euro  sind erhältlich im Bürgerbüro der Stadt Halle (Westf.),
Tel.: 05201/183152

oder E-Mail: unter : kulturbuero@hallewestfalen.de

Rubrik
Musik / Konzerte

Veranstaltungsort

St. Johanniskirche, (Halle (Westf.)

Veranstalter:

Johanniskantorei und Stadt Halle (Westf.)

Kontaktdaten

Telefon: 05201 183164

Homepage: www.haller-bach-tage.de


Auf eine besondere Veranstaltung zu den Haller Bachtagen möchte ich Aufmerksam machen !

Das „Duo Ex Anima“

lädt herzlich ein zum Erzählkonzert: „Aus derSeele muß man spielen“

mit Werken von Johann Sebastian, Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel Bach im Rahmen der 54. Haller Bach-Tage am 31. Januar 2017 um 20:00 Uhr im Martin-Luther-Haus in Halle / Westf.

Link zu der Veranstaltung: 

http://www.haller-bach-tage.de/regional/veranstaltungen/erzaehlkonzert-900001042-22700.html

Herzlich Willkommen und beste Grüße!

Dr. Ulrich Kahmann, Herford


CHORKONZERT II (WIEDERHOLUNG) Abschluss-Konzert

Sonntag, 12.02.2017, 17:00 Uhr Altstädter Nikolai -Kirche, Bielefeld

Ludwig Meinardus (1827–1896)

Luther in Worms op. 36

Ausführende:

Catalina Bertucci, Sopran;  Annette Gutjahr, Alt

Herbert Lippert, Tenor

Markus Flaig, Bass-Bariton /  Matthias Vieweg, Bass

Bach-Chor der Johanniskantorei Halle.

Nordwestdeutsche Philharmonie

Leitung: Martin Rieker

Karten zum Preis von 18,- Euro

(die Plätze sind nicht nummeriert) sind erhältlich in der  Touristeninformation Bielefeld

oder bei konTicket Bielefeld, Bahnhofstr. 15 und im Bürgerbüro der Stadt Halle (Westf.),

Tel.: 05201/183152

oder unter: kulturbuero@hallewestfalen.de

Rubrik

Musik / Konzerte

Veranstaltungsort
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Altstädter Nikolai -Kirche Bielefeld

Veranstalter

Johanniskantorei und Stadt Halle Westfalen

Kontaktdaten

Telefon: 05201 183164

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ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 1007 – Cello Suite Nr. I G-Dur


Eine Neuveröffentlichung von ALL OF BACH

J.S. Bach – Cello suite No. 1 in G-Dur – BWV 1007

performed by Lucia Swarts Rijksmuseum, Amsterdam


Info:   BWV 1007 Cello suite No. 1 in G-Dur – BWV 1007

Die sechs Suiten für Violoncello solo (BWV 1007–1012) von Johann Sebastian Bach gehören heute zu den meistgespielten Kompositionen für ein solistisches Streichinstrument. Die Handschrift vereinigt sechs Suiten, also Folgen von Einzelsätzen, die – oft stark stilisiert – auf die modischen Hoftänze der Entstehungszeit und der vorhergehenden Generation anspielen.

An den Spieler stellen die sechs Werke hohe Anforderungen: „Bachs Kompositionen für Solo-Violine und -Cello stehen für höchste Virtuosität, und dies, gerade auch im Blick auf ihre Einzigartigkeit, mehr noch als seine Clavierwerke, die ähnliche technische Anforderungen stellen“ schreibt Christoph Wolff; besonders hebt er hervor, dass die Streicher-Solowerke trotz ihrer instrumentenbedingten Einschränkungen in der kompositorischen Beherrschung des Materials hinter Clavierwerken der gleichen Zeit nicht zurückstehen. Cellisten neigen zu noch höherer Einschätzung der sechs Suiten; so Pau Casals: „Sie sind die Quintessenz von Bachs Schaffen, und Bach selbst ist die Quintessenz aller Musik.“

Oft nimmt man an, Bach habe die Cellosuiten für einen Musiker des Köthener Hofs geschrieben, viel häufiger noch glaubt man, er habe an niemanden Bestimmten gedacht: Nachdem er die sechs Solowerke für Violine geschrieben habe, sei es halt konsequent gewesen, nun in ähnlicher Form die Cellisten zu bedenken.

Das sind alles in allem sehr moderne Vorstellungen von einem Komponisten; für einen Musiker des Barock war es selbstverständlich, Kompositionen zunächst einmal für sich selbst zu schreiben und diese auch selbst vorzutragen. Bach kam aus einer alten Musikerfamilie, er war in Weimar als Konzertmeister angestellt, und sein Sohn Carl Philipp Emanuel schreibt 1774 in einem Brief an Johann Nikolaus Forkel, dass Bach das Orchester üblicherweise von der Violine aus leitete[21] und am liebsten Viola spielte. In einer ganzen Reihe von Leipziger Kantaten kommt als Partiturbezeichnung das „Violoncello piccolo“ vor; dieses Instrument tritt aber immer nur in Einzelsätzen auf; seine Stimme ist zumindest bis April 1725 entweder mit der ersten Violine notiert oder auf einem Extrablatt und in diese eingelegt. Es kann also tatsächlich wenig Zweifel geben, dass der Konzertmeister es sich nicht nehmen ließ, diese Sätze zu spielen – und das wird niemand anderer als Bach selbst gewesen sein.

Viola da spalla

Nun haben Violine und Violoncello bekanntlich ein sehr unterschiedliches Fingersatzsystem, so dass heute wie damals Spieler beider Instrumentengruppen sehr rar sind. Doch zeigt eine genaue Untersuchung der Instrumente, die zu Bachs Lebzeiten als „Violoncello“ bezeichnet wurden, dass diese in Größe und Spielweise sehr voneinander abwichen; eine große Rolle haben wohl am Arm gespielte Instrumente gespielt. Johann Gottfried Walther, Bachs Amtsvorgänger in Weimar, erwähnt in seinem Lexikon ausschließlich die Armhaltung; das Gleiche gilt für Johann Mattheson in Das neu-eröffnete Orchestre (Hamburg 1713). Selbst noch für den 1719 geborenen Leopold Mozart ist die Beinhaltung offenbar eine moderne Entwicklung. Es wäre nicht erstaunlich, wenn am Weimarer Hof als „Violoncelli“ vor allem am Arm gehaltene und mit Violinfingersatz gespielte Instrumente bezeichnet worden wären, die man heute eher als Viola da spalla ansprechen würde. Auch das Dritte und Sechste Brandenburgische Konzert könnten für diesen Instrumententyp konzipiert sein. Übrigens bezeichnet Kellners Abschrift der sechs Suiten, die sicher unabhängig von der Anna Magdalenas auf das Autograph zurückgeht, das Instrument als „Viola de Basso“.

Dass Bach alle sechs Suiten zunächst für den eigenen Gebrauch schrieb, und zwar für ein am Arm gehaltenes Instrument, kann damit noch nicht als eindeutig bewiesen gelten, doch spricht aus instrumentenkundlicher und biographischer Sicht sehr vieles dafür. Angesichts der Tatsache, dass Bach nicht nur mit der Violin-, sondern auch in den Violoncello-Solowerken offensichtlich „mit den instrumententypischen Musiksprachen bis ins Detail vertraut war und die jeweilige Spieltechnik perfekt beherrschte“, liegt diese Annahme nahe. Aber auch, wenn Bach tatsächlich für einen Kollegen schrieb – in Weimar könnte dies beispielsweise der virtuose Geiger und Cellist Gregor Christoph Eylenstein (1682-1749) gewesen sein – dürfte ein am Arm gespieltes Instrument aus heutiger wissenschaftlicher Sicht wahrscheinlich sein.

Suite Nr. I G-Dur, BWV 1007

  • Prélude c G-Dur
  • Allemande c G-Dur
  • Courante 3/4 G-Dur
  • Sarabande 3/4 G-Dur
  • Menuett I G-Dur – II g-Moll – I
  • Gigue 6/8 G-Dur

Prélude

Der Anfangssatz ist vielleicht eines der bekanntesten Stücke des Zyklus. Es ist eine harmonische Studie in gleichmäßigem Rhythmus und beginnt mit Arpeggien im Bewegungsmuster etwa des kleinen Präludiums c-Moll BWV 999 oder des bekannten Präludiums C-Dur BWV 846 aus dem ersten Teil des Wohltemperierten Klaviers. Im Gegensatz zu diesen wird das Grundmuster allerdings immer wieder verlassen zugunsten von Abwandlungen und kontrastierenden Einschüben; tritt es wieder auf, wirkt es – obwohl nie wörtlich zitiert – ritornellartig.

Harmonisch bleibt der Satz – trotz reicher Verwendung von Septakkorden – immer nah an der Ausgangstonart und den Akkorden der leeren Saiten; eine echte Modulation, also ein wie auch immer dramatisiertes Erreichen der Zieltonart, findet eigentlich gar nicht statt. In seinem letzten Viertel konzentriert sich der Satz zunehmend auf spieltechnische Finessen – ein langer bariolageartiger Abschnitt mit einer chromatischen Tonleiter weit über eine Oktave bildet den einzigartigen Höhepunkt. Die kaum unterbrochene Sechzehntelbewegung sorgt dabei für eine starke Einheitlichkeit, die auch heterogenes Material zusammenhält.

Tanzsätze

Allemande: Allemanden wurden zu Bachs Zeiten schon lange nicht mehr getanzt und stellen bei ihm immer eine stark stilisierte, zweiteilige Form dar.[32] Erkennbar sind sie eigentlich nur am kurzen Auftakt (meist einem Sechzehntel) und anschließend tendenziell durchgängiger, selten unterbrochener Sechzehntelbewegung im eher ruhigen Tempo. Die Allemande der G-Dur-Suite ist dafür ein gutes Beispiel – unter allen Läufen und aller Ornamentierung entwickeln sich immer wieder kleine melodische Gestalten, die oft auch einen oder zwei Takte später noch einmal aufgegriffen werden, dann aber nicht mehr vorkommen und so nicht zu einem thematischen, also formbildenden, Element gerinnen können. Trotz aller Unregelmäßigkeiten deutet Bach den unterschwelligen Tanzcharakter an durch eine strenge Form aus zweimal sechzehn Takten.

Courante: Auch dieser Tanz wurde zur Bachzeit nicht mehr getanzt,[33] doch betont Bach den Tanzcharakter durch eine deutlich ausgearbeitete Periodik: Einer klar motivisch geprägten Viertaktgruppe folgt eine kontrastierende zweite, deren schnelle Bewegungen durchweg ornamental aufzufassen sind;[34] abgesehen von zwei eingeschobenen Takten ist der Satz deutlich aus abgegrenzten Achttaktgruppen aufgebaut und hat so die – beim Hören nachvollziehbare – Proportion von 10:24 Takten. Ein Charakteristikum von Couranten, eine Hemiole im vorletzten Takt, deutet Bach allerdings nur sehr subtil an.

Sarabande: Auch die Sarabande zeigt eine klar hervorgehobene Periodik aus Viertaktgruppen; die für den Tanz charakteristische Betonung auf der zweiten Zählzeit erreicht Bach oft sehr deutlich durch volle Akkorde. Von Ferne erinnert das Thema an den Mittelsatz des Zweiten Brandenburgischen Konzerts.

Menuette: Für Menuette kann der klare Aufbau aus Achttaktgruppen als charakteristisch gelten; beide Sätze der ersten Suite bestehen aus acht plus sechzehn Takten. Das erste baut klar aus Viertaktgruppen auf, das zweite wirkt kleingliedriger durch Betonung von Zweitaktgruppen; diesem Effekt steuert Bach zu Beginn der zweiten Hälfte durch eine lange Quintfallsequenz entgegen. Beide Menuette erreichen in der Mitte der zweiten Hälfte die jeweilige Paralleltonart.

Gigue: Der schnelle Schlusssatz folgt dem italienischen „Giga“-Typ aus einfachen Achteltriolen. Harmoniewechsel finden zweimal pro Takt statt, was auf ein nicht allzu hohes Tempo hindeutet. Die drei Viertaktgruppen des ersten Teils sind deutlich erkennbar; im letzten Drittel des zweiten Teils beginnt Bach dann, diese ineinanderzuschieben und vorübergehend die Mollvarianten von Tonika und Subdominante einzusetzen, um so kurz vor Schluss des Werks Proportionen und Grundtonart noch einmal auf spannende Weise zu verunklaren.

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Video:  J.S. Bach – Cello suite No. 1 in G-Dur – BWV 1007

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