Archiv der Kategorie: J.S. Bach in Weimar

ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 614 – Orgelchoral: „Das alte Jahr vergangen ist“


„Beschütze uns!“

„Wie die Neujahrshymne einen langwierigen Konflikt provozierte.“

                                    All of Bach BWV 614 – Videooben klicken in das Foto!

Video:   Zum Start oben in das Foto oder diesen Text anklicken !

Ein Neujahrslied ist relativ harmlos und fröhlich, würde man meinen. Doch hier hat Bach eine ziemlich chromatische und melancholische Anordnung von „Das alte Jahr vergangen ist“ komponiert. Er war sich zweifellos der Tatsache bewusst, dass dieser Hymnus nicht harmlos war.

J.S. Bach schrieb dieses Werk BWV 614 während seiner Weimarer Jahre zwischen 1708 und 1717. Nicht weit von Weimar entfernt liegt Erfurt, das damals dem katholischen Mainzer Kurfürsten gehörte. Obwohl die Lutheraner Religionsfreiheit hatten, zeichneten sich immer wieder Konflikte ab. Und 1712 flammte ein Konflikt um diese Hymne: „Das alte Jahr vergangen ist“ -auf. Eine Gruppe von Schuljungen sang in den Straßen diese Hymne. Gerade als sie das Haus eines katholischen Geistlichen passierten, sangen sie die dritte Strophe, mit den Worten: .. ‚schütze uns, Herr, vor der päpstlichen Lehre und Abgötterei‘ (Vor der Papsts Lehr ‚und Abgötterei bewahr diejenigen, Herr). War es Zufall oder schelmische Absicht? Wie dem auch sei, es ging schlecht aus und führte zu einem langen Konflikt um die Religionsfreiheit, Beleidigungen und dieses Lied.

                                                  Müller-Orgel in St-Bavokerk, Haarlem

In Haarlem wurde die Situation im achtzehnten Jahrhundert umgekehrt, wo die Protestanten verantwortlich waren und die Katholiken toleriert wurden, vorausgesetzt, sie hielten sich zurück. Die imposante Orgel in der evangelischen St-Bavokerk, Haarlem  war ein deutliches Symbol für die akustische Dominanz, besonders wenn alle Register gezogen wurden. Zum Glück hat sich Bart Jacobs für eine versöhnlichere Registrierung und Klang-Sound entschieden.

Orgelbüchlein, BWV 599-644

Das Orgelbüchlein von Johann Sebastian Bach ist eine Sammlung choralgebundener Orgelstücke (Choralvorspiele), die er vor allem während seiner Amtszeit in den Jahren 1712 bis 1717 in Weimar komponierte (BWV 599–644).

Die Einzelsätze der Sammlung verbindet ein hoher künstlerischer Anspruch und der Gedanke der Verwendbarkeit sowohl im Gottesdienst als auch im Instrumental- und Kompositionsunterricht. Kennzeichnend für Bachs Choralsätze im Orgelbüchlein sind laut Christoph Wolff: „Dichte motivische Struktur und kontrapunktisches Raffinement (bis hin zum strengen Kanon) in Verbindung mit einer kühnen und ausdrucksstarken musikalischen Sprache sowie subtiler musikalisch-theologischer Textausdeutung. Jeder Satz erzielt proportionales Gleichgewicht, indem sich Manual- und Pedalstimmen elegant zu einer mustergültigen Orgelpartitur verbinden.“

Während seiner Zeit als Hoforganist in Weimar (1708-1714) begann Bach bereits mit der Zusammenstellung seiner ersten Sammlung von Chorarrangements lutherischer Hymnen. Nach der Liste der Inhalte, sollte es eine Sammlung von 164 Kompositionen gewesen sein, aber am Ende existieren nur 46 Werke davon. Die Reihenfolge, mit der begrenzten Länge der Stücke kombiniert, zeigt Bach, dass sie vollständig kompiliert wurden als eine Planung für ein Zyklus der Choralvorspiele für die Kirche.

                                                                              Organist Bart Jacobs

Später in seiner Zeit in Köthen gab er seiner Sammlung als Titelseite, in dem es heißt: „Orgel-Büchlein.“ Es ist eine für erfahrene Organisten eine Anleitung auff allerhand Arth EINES Chor durchzuführen … (Kleines Orgelbuch, bei dem der Organist unterrichtet die Anfänger – einen Choral auf verschiedene Arten zu arrangieren …). Die Schüler mussten es schwer gehabt haben, denn die Preludes enthalten die gesamte Palette der barocken Orgeltechniken.

BWV 614

Titel
„Das alte Jahr vergangen ist“

Genre
Orgelarbeit

Jahr
ca. 1708-1717

Stadt
Weimar

Anlass
Neujahrslied

Veröffentlichungsdatum
29. Dezember 2017

Aufnahmedatum
22. September 2016

Ort
St-Bavokerk, Haarlem


Organist
Bart Jacobs


Organ
Müllerorgel


Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 614 sowie ein glückliches und frohes „Neues Jahr“

Grüße Karin

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Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784) Kantate zu Weihnachten – „Ach, dass du den Himmel zerrissest!“ – für Soli, Chor und Orchester


Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784) Kantate zu Weihnachten – „Ach, dass du den Himmel zerrissest!“ – für Soli, Chor und Orchester“

 

Wilhelm Friedemann Bach (* 22. November 1710 in Weimar; † 1. Juli 1784 in Berlin) war ein deutscher Komponist aus der Familie Bach, der zuweilen auch als Hallescher Bach bezeichnet wird.

Wilhelm Friedemann war der älteste Sohn von Johann Sebastian Bach. Aus seinem Geburtsort Weimar kam er 1717 mit seiner Familie nach Köthen, wo er die Lateinschule besuchte. Ab Juni 1723 besuchte er die Leipziger Thomasschule, nahm 1727 in Merseburg Violinunterricht bei Johann Gottlieb Graun, wurde 1729 als Jurastudent an der Universität Leipzig immatrikuliert und studierte außer den Rechten auch Philosophie und Mathematik.

1733 wurde er Organist an der Sophienkirche in Dresden. Hier gehörte Johann Gottlieb Goldberg zu seinen Schülern, und er pflegte die Bekanntschaft mit Dresdner Hofmusikern wie Johann Adolph Hasse, Johann Georg Pisendel und Silvius Leopold Weiss. Im April 1746 wurde er Musikdirektor und Organist an der Marienkirche in Halle (Saale).

1764 gab er sein Amt in Halle auf. Seither lebte er ohne feste Anstellung und versuchte, durch Konzerte, Unterricht und Kompositionen seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Wilhelm Friedemann Bach starb 1784 in ärmlichen Verhältnissen in Berlin, scheint aber zum Zeitpunkt seines Todes noch weithin bekannt gewesen zu sein, wie der Nachruf in Carl Friedrich Cramers Magazin der Musik zeigt:

Deutschland hat an ihm seinen ersten Orgelspieler und die musikalische Welt überhaupt einen Mann verloren, dessen Verlust unersetzlich ist.

Er wurde auf dem Luisenstädtischen Kirchhof in Berlin neben der Luisenstädtischen Kirche beigesetzt. Der Kirchhof wurde nach dem Zweiten Weltkrieg eingeebnet. Heute erinnert eine Stele im Luisenstädtischen Kirchpark mit einem Porträt von Bach an den Künstler und das verlorene Grabmal.

Ausführende:

Dorothee Mields, Sopran
Gerhild Romberger, Alt
Georg Poplutz, Tenor
Klaus Mertens, Bass
Bachchor Mainz
L’arpa festante
Leitung: Ralf Otto

Aufnahme von 2010 Augustinerkirche in Mainz


 

Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784) Cantata for Christmas – „Ach, dass du den Himmel zerrissest!“ („Oh, that you are tearing the sky!“) – for soli, choir and orchestra

Wilhelm Friedemann Bach (born November 22, 1710 in Weimar, † July 1, 1784 in Berlin) was a German composer from the Bach family, which is sometimes referred to as Hallescher Bach.

Wilhelm Friedemann was the eldest son of Johann Sebastian Bach. From his birthplace Weimar he came 1717 with his family to Köthen, where he attended the Latin School. From June 1723 he attended the Leipzig Thomas School, took violin lessons in 1727 in Merseburg Johann Gottlieb Graun, was enrolled in 1729 as a law student at the University of Leipzig and studied in addition to the right also philosophy and mathematics.

In 1733 he became organist at the Sophienkirche in Dresden. Here Johann Gottlieb Goldberg belonged to his pupils, and he cultivated the acquaintance of Dresden court musicians such as Johann Adolph Hasse, Johann Georg Pisendel and Silvius Leopold Weiss. In April 1746 he became music director and organist at the Marienkirche in Halle (Saale).

In 1764 he gave up his office in Halle. Since then he lived without a permanent position and tried to earn a living through concerts, lessons and compositions. Wilhelm Friedemann Bach died in 1784 in poor conditions in Berlin, but at the time of his death he seems to have been widely known, as the obituary in Carl Friedrich Cramer’s Magazin der Musik shows:

Germany has lost to him his first organist and the musical world a man whose loss is irreplaceable.

He was buried in the Luisenstädtische Kirchhof next to the Luisenstädtischen church. The churchyard was leveled after the Second World War. Today a stele in the Luisenstädtische Kirchpark with a portrait of Bach reminds of the artist and the lost tomb.

Performed by:

Dorothee Mields, soprano
Gerhild Romberger, alt
Georg Poplutz, tenor
Klaus Mertens, bass
Bach Choir Mainz
L’arpa festante
Head: Ralf Otto

Recording of the 2010 Augustinerkirche in Mainz

J.S. Bach BWV 248 „Weihnachtsfest-Oratorium“ Kantaten 1-3 vom 23. Dez.1999 Herderkirche Weimar (Germany)


J.S. Bach BWV 248 „Weihnachtsfest-Oratorium“ Kantaten 1-3 vom 23. Dez.1999 Herderkirche in Weimar (Germany)

Sir John Eliot Gardiner – J.S. Bach BWV 248 „Weihnachts-Oratorium“ Kantaten 1 bis 3

Das Weihnachtsoratorium BWV 248 ist ein sechsteiliges Oratorium für Soli (SATB), gemischten Chor und Orchester von Johann Sebastian Bach. Die einzelnen Teile wurden erstmals vom Thomanerchor in Leipzig in den sechs Gottesdiensten zwischen dem ersten Weihnachtsfeiertag 1734 und dem Epiphaniasfest 1735 in der Nikolaikirche und der Thomaskirche aufgeführt.

Feierliche Eröffnungs- und Schlusschöre, die Vertonung der neutestamentlichen Weihnachtsgeschichte in den Rezitativen, eingestreute Weihnachtschoräle und Arien der Gesangssolisten prägen das Oratorium. Die sechs Teile werden durch die Freude über die Geburt Christi verbunden. Von der musikalischen Gattung steht das Weihnachts-Oratorium Bachs oratorischen Passionen nahe. Es ist das populärste aller geistlichen Vokalwerke Bachs und zählt zu seinen berühmtesten geistlichen Kompositionen. Das Oratorium wird heute häufig in der Advents- und Weihnachtszeit ganz oder in Teilen aufgeführt.

Die Entstehungszeit von Bachs Werk liegt am Ende einiger glücklicher Jahre unter Rektor Johann Matthias Gesner (September 1730 bis Oktober 1734), der Bach wohlgesinnt war und auch den längst überfälligen Umbau der Thomasschule veranlasst hatte. Die Uraufführung fand an den sechs Gottesdiensten zwischen dem ersten Weihnachtstag (25. Dezember 1734) und Epiphanias (6. Januar 1735) statt. Die Teile I, II, IV und VI wurden zweimal an einem Tag aufgeführt, abwechselnd morgens und nachmittags in den Hauptkirchen St. Thomas und St. Nikolai, die Teile III und V nur in St. Nikolai. Spätere Aufführungen zu Bachs Lebzeiten sind nicht dokumentiert, jedoch nicht unwahrscheinlich.

Kein anderes Weihnachtsoratorium erlangte eine derartige Popularität wie das Werk von J.S. Bach.


Aufführung des BWV 248 „Weihnachts-Oratorium“ vom 23. Dez.1999 aus der Herderkirche in Weimar (Germany).
Start der Bach-Cantata-Pilgrimage 2000 von Sir John Eliot Gardiner.

Ausführende:

English Baroque Soloists
Monteverdi Choir
Claron McFadden – Sopran
Christoph Genz – Tenor
Barnarda Fink – Alt
Dietrich Henschel – Bass

Leitung: Sir John Eliot Gardiner


Sir J.E. Gardiner – J.S. Bach BWV 248 „Christmas Oratorio“ Cantatas 1 to 3

vom 23. Dez.1999 Herderkirche in Weimar (Germany)

The Christmas Oratorio BWV 248 is a six-part oratorio for soloists (SATB), mixed choir and orchestra by Johann Sebastian Bach. The individual parts were first performed by the Thomanerchor in Leipzig in the six church services between the first Christmas holiday in 1734 and the Epiphany festival in 1735 in the St. Nicholas Church and the St. Thomas Church.

Solemn opening and closing choirs, the setting of the New Testament Christmas story in the recitatives, interspersed Christmas choirs and arias of the vocal soloists characterize the oratorio. The six parts are joined by the joy of the birth of Christ. Of the musical genre, the Christmas Oratorio is close to Bach’s oratorio passions. It is the most popular of Bach’s sacred vocal works and is one of his most famous sacred compositions. Today, the oratory is often performed in whole or in part during Advent and Christmas.

The period of Bach’s work is at the end of several happy years under Rector Johann Matthias Gesner (September 1730 to October 1734), the Bach was well-disposed and had also arranged the long overdue reconstruction of the Thomas school. The premiere took place at the six services between Christmas Day (December 25, 1734) and Epiphany (January 6, 1735). Parts I, II, IV and VI were performed twice in one day, alternately in the morning and afternoon in the main churches of St. Thomas and St. Nikolai, parts III and V only in St. Nikolai. Later performances during Bach’s lifetime are not documented, but not unlikely.

No other Christmas Oratorio gained such popularity as the work of J.S. Bach.


Performance of the BWV 248 „Christmas Oratorio“ from Dec. 23, 1999 from the Herderkirche in Weimar (Germany).
Start of the Bach Cantata Pilgrimage 2000 by Sir John Eliot Gardiner.

Performed by:
English Baroque Soloists
Monteverdi Choir
Claron McFadden – soprano
Christoph Genz – tenor
Barnarda Finch – Old
Dietrich Henschel – Bass
Conductor: Sir John Eliot Gardiner

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ALL OF BACH veröffentlicht aus der Neumeister-Sammlung das BWV 1092 „Herr Gott, nun schleuss den Himmel auf“


„Schwankend, springend und fröhlich verabschiedet sich Simeon von der Welt.“

                                                                        St. Bavo-Kirche von Haarlem

Die Neumeister-Sammlung ist eine Zusammenstellung von 82 Choralvorspielen, die in einer von Johann Gottfried Neumeister (1757-1840) entstandenen Handschrift gefunden wurden. Als das Manuskript in den 1980er Jahren an der Yale University wiederentdeckt wurde, enthielt es 31 bisher unbekannte frühe Choralvertonungen von Johann Sebastian Bach , die als Nr. 1090-1120 in den BWV – Katalog aufgenommen und 1985 veröffentlicht wurden.

Einige Zeit nach 1807 ging das Manuskript an Christian Heinrich Rinck (1770-1846), dessen Bibliothek von Lowell Mason im Jahr 1852 gekauft wurde. Nach Masons Tod im Jahr 1873 wurde seine Sammlung von der Yale University in New Haven, Connecticut (USA) erworben. Dort lag der Neumeister-Band als Handschrift LM 4708, bis er Anfang 1984 von den Musikwissenschaftlern Christoph Wolff ( Harvard-Universität ) und Hans-Joachim Schulze ( Bach-Archiv Leipzig ) und Bibliothekar Harold E. Samuel (Yale) entdeckt wurden. Nachdem sie sich davon überzeugt hatten, dass das Manuskript echt sei, gaben sie die Entdeckung im Dezember 1984 bekannt.

‚Lass fahren, war auf Erde, wird lieber selig Werden‘ Mit einem langen, absteigenden Kranz von Noten am Ende des Choral, Illustriert Bach den Refrain des Textes: das Motto ‚wenn das Leben hart war, Heil erwartet im Himmel‘ (in Dur!). Der Priester Simeon, der hier spricht, steht für alle treuen Christen, wenn er erkennt, dass das Kommen Jesu einen entscheidenden Kurswechsel bedeutet. Doch bevor er diesen Punkt erreicht, kombiniert Bach alle möglichen Motive, die er als junger Organist von ihm aufgenommen hat – mit faszinierenden Ergebnissen. Es gibt statische Akkorde, die durch Pausen unterbrochen werden, eine einfache Harmonisierung der ersten Choralphrase und dann eine Wiederholung dieser Phrase, die jetzt von gebrochenen Akkorden begleitet wird. Die Läufe wie Intermezzi erzeugen ein verwirrendes Hörerlebnis. Wenn Bach im Orgelbüchlein, BWV 617, Jahre später wieder dieselbe Melodie verwendet, ist der Effekt viel zusammenhängender – aber vielleicht auch weniger abenteuerlich?

Neumeister-Sammlung, BWV 1090-1120

                                                                       Organist: Bart Jacobs

Neumeister kopierte den größeren Teil seiner Sammlung 1790 aus einem viel älteren, verlorenen Manuskript. Ich habe eine Vielzahl von populären Orgelchorälen ausgewählt, die er für gewöhnliche Gottesdienste selbst spielen könnte. Die Mehrzahl sind Werke von zwei von Bachs Cousins ​​Johann Michael Bach (1648-1694) und Johann Christoph Bach (1642-1703) sowie von J.S. Bach selbst.

Unter anderem gibt es Arrangements von Friedrich Wilhelm Zachow (1663-1712) und Johann Pachelbell (1653-1706). So gibt Neumeister in seiner Sammlung eine Vorstellung von dem Repertoire, das J.S. Bach in jungen Jahren kannte. Bachs eigene Kompositionen in der Neumeister-Sammlung sind sehr alt und stammen meist aus der Zeit vor 1708 und wahrscheinlich sogar aus der Zeit um 1700, als Bach etwa fünfzehn Jahre alt war. Später fügte Neumeister weitere fünf Choräle hinzu, die viel jünger waren, geschrieben von seinem eigenen Lehrer Georg Andreas Sorge.

BWV 1092

Titel
„Herr Gott, Nun schleuss den Himmel auf“

Genre Orgelwerk

Jahr um 1700

Stadt Ohrdruf? Arnstadt?

Veröffentlichungsdatum
8. Dezember 2017

Aufnahmedatum
22. September 2016

Ort

St. Bavo-Kirche von Haarlem

Organist

Bart Jacobs

Orgel mit Disposition

Müller Orgel

                                    Video: Orgelchoral: „Herr Gott, nun schleuss den Himmel auf“

Video:   Zum Start in das Foto oder diesen Text anklicken !

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„Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 1092″

Grüße Karin

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ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 854 „Präludium und Fuge E-Dur!“


ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 854 „Präludium und Fuge E-Dur!“

„Eine lebhafte Sekunde“

Präludium und Fuge E-Dur, BWV 854, bilden ein Werkpaar im 1. Teil des Wohltemperierten Klaviers, einer Sammlung von Präludien und Fugen für Tasteninstrumente von Johann Sebastian Bach.

                                      Cembalo nach Christian Zell – (Hamburg 1728)

Bach fügte dem süßen Vorspiel eine kurze und einfache Fuge hinzu.

Das Präludium in E-Dur ist süß und pastoral – vor allem wegen der langgezogenen, melodischen Melodie, mit der sich die rechte Hand öffnet. Darunter bewegt sich die linke Hand leise vorwärts, bietet harmonische Unterstützung und hier und da einige thematische Kommentare. Am Ende des Vorspiels sucht Bach kurz die Grenzen der Tonart mit ein paar chromatischen Akzenten heraus, aber das stört den süßen Charakter des Stückes nicht. Das Vorspiel endet mit einer fast wörtlichen Wiederholung der Exposition, wird dann aber um eine vierte transponiert.

Eine erste Version dieses Vorspiels erschien bereits in dem von Bach für seinen zehnjährigen Sohn Wilhelm Friedemann zusammengestellten Notenheft. Bach fügte später wahrscheinlich die Fuge hinzu und nahm die Stücke in das Wohltemperirte-Clavier auf.

                                                                Christian Rieger (Cembalist)

Das Thema der dreiteiligen Fuge ist eines der kürzesten und einfachsten der gesamten Sammlung. Es öffnet sich sehr lebendig mit zwei Tönen, oder einem „zweiten“, das durch den folgenden Rest betont wird. Mit diesem kleinen Motiv tritt Bach einen Schritt vom Grundton von E zurück und kehrt nach der angespannten Ruhe mit einer Reihe von Sechzehnteln wieder zur Basis zurück. Dieser Lauf weiß jedoch nicht, wann er aufhören soll und bildet das Grundmaterial für die Fortsetzung der Fuge.

BWV 854

Titel
Vorspiel und Fuge in E-Dur

Beiname
Das Wohltemperirte Clavier I

Genre
Tastaturarbeit

Serie
Das Wohltemperirte Klavier I

Jahr
1722 oder früher

Stadt
Köthen (oder Weimar?)

Veröffentlichungsdatum
10 November 2017

Aufnahmedatum
20 April 2017

Ort
Köln, Deutschland

Cembalist
Christian Rieger

Cembalo
David Sutherland (Michigan 1990) nach Christian Zell (Hamburg 1728)

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„Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 854“

Grüße Karin

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Ein kleines Bach-Fest in Eisenach und ein großes Luther-Jubiläum in Wittenberg (26.10. -3.11.17) mein 6. Tag!


Ein kleines Bach-Fest in Eisenach und ein großes Luther-Jubiläum in Wittenberg (26.10. -3.11.17) mein 6. Tag!

Mein ABENDTAGEBUCH zum Tag 6

Hatte ich doch recht! Mit Recht sind wir vor den Feierlichkeiten zum Reformationsfest aus Wittenberg geflüchtet.

Wohin?: na klar-, wieder zu J.S. Bach.

                                                             Diener und Sekretär John und Goethe!

Bereits um 7 Uhr morgens, ohne Frühstück, ca.170 km südwestlich ging’s nach Weimar. Gleich fanden wir wieder eine Bäckerei zum Frühstücken. Dann wollte ich mir nochmal das Bild vom ‘Diener John ansehen: Goethes treuer Sekretär und Diener John, gemalt in schreibender Aktion in Goethes Schreibstube am Frauenplan. Dazu musste ich aber in die Ausstellung Anna-Amalia-Bibliothek, die ja vom ‘Feuersturm auferstanden’ ist.

Später beim nachfolgenden Stadtrundgang hörte ich plötzlich in der Nähe der Herder Kirche einen Chor proben. Diese Melodien kannte ich doch:

‘Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen’!

                                                                       Herderkirche Weimar

Ja natürlich: Heute ist ja ein besonderer Tag! Eine überfüllten Kirche, vor dem berühmten Altar-Bild von Lukas Cranach über die ‘Rechtfertigung allein aus Glauben’, fand ich einen Sitzplatz.

         Herderkirche in Weimarmit dem berühmten Altar-Bild von Lukas Cranach

BWV 80 „Ein feste Burg ist unser Gott“ die Reformation-Kantate von Bach konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen.

Video: BWV 80 „Ein feste Burg ist unser Gott“

Mein Bruder widmete sich in der Zwischen-Zeit Goethe.

Am Abend besuchten wir zusammen eine Vorstellung in einem Weimarer Gewölbe-Theater. Es ging in dem Stück um die ‘klassischen Weimarer Größen’.

Doch mit wieviel Gedankenlosigkeit vernachlässigt Weimar die Ausnahmeerscheinung Johann Sebastian Bach. Bach hat ja zweimal in seinem Leben in Weimar gelebt (1707-1718). Zuerst war er ein kleiner Orchestermusiker in der Hofkapelle des Fürsten. Dann später als Familienvater spielte er in der Hofkapelle eine bedeutende Rolle.

Keine Gedenkstätte und kein Wohnhaus von Bach ist hier erhalten. Doch dank eines rührigen Vereins ‘Bach in Weimar’ wird sich das bald ändern.

                                               Hinweis-Tafel zu J.S. Bach in Weimar!

Abends fielen wir wieder in die Betten. Das war aber ein besonderer Reformationstag.

Gute Nacht

Euer

Adamo

ALL OF BACH veröffentlicht den Orgelchoral: BWV 624 „Hilf Gott, dass mir´s gelinge“


ALL OF BACH veröffentlicht den Orgelchoral: BWV 624 „Hilf Gott, dass mir´s gelinge“

„Gefängnisgesang“

                                          St-Bavokerk, Haarlem – Müller-Orgel (Holland)

Warum Bach wahrscheinlich ein bewusst peinliches Ganzes geschaffen hat.

Die hier von Bach arrangierten Worte der Hymne wurden in einem Gefängnis aus dem 16. Jahrhundert von Heinrich Müller geschrieben, der sonst praktisch unbekannt war. Sein Name erscheint an zwei Stellen im Text. Die ersten Buchstaben der dreizehn Verse bilden seinen Namen („HEINRICH MÜLER“) und die letzte Strophe schließt mit der Ankündigung: „Hat Heinrich Müller gesungen, in dem Gefängnis sein“ (so sang Heinrich Müller während seiner Inhaftierung). Dieser Heinrich aus Nürnberg wurde 1526 wegen seiner lutherischen Sympathien vom Herzog von Sachsen inhaftiert und erst 1539 freigelassen.

Müllers Hymne – vielleicht aufgrund seiner Entstehung – war sehr erfolgreich. Luther selbst hat es 1545 in ein Gesangbuch aufgenommen und nur wenige Jahre später in einer niederländischen Übersetzung veröffentlicht. Zu Bachs Zeiten gehörte es zu den bekannteren Kirchenliedern.

Wie es der Organist Bart Jacobs bemerkt, war Bachs Orgelversion wohl ein bewusst peinliches harmonisches und kanonisches Ganzes, mit einer linken Hand, die kapriziös von oben nach unten sucht. Vielleicht dachte Bach auch, dass es nicht so einfach wäre, konstanten Glauben zu wahren, wenn man seit über zehn Jahren für Ihre religiösen Überzeugungen inhaftiert war.

                        Organist Bart Jacobs an der Müller-Orgel, St-Bavokerk, Haarlem

Orgelbüchlein, BWV 599-644

Während seiner Zeit als Hoforganist in Weimar (1708-1714) begann Bach bereits mit der Zusammenstellung seiner ersten Sammlung von Choral-Arrangements lutherischer Kirchenlieder. Laut Inhaltsverzeichnis sollte es sich um eine Sammlung von 164 Kompositionen handeln, am Ende aber nicht mehr als 46. Die Reihenfolge, in Verbindung mit der begrenzten Länge der Stücke, weist darauf hin, dass Bach die Kompilierung eines kompletten Zyklus der Choralvorspiele für die Kirche. Später, in seiner Zeit in Köthen, gab er der Sammlung eine Titelseite, in der es heißt: Orgel-Büchlein, Worinne einen anfahenden Organisten Anleitung gegeben wird, auff Allerhand Arth einen Choral führen … (Kleines Orgelbuch, in dem ein Anfängerorganist gelehrt wird einen Choral auf alle möglichen Arten zu arrangieren …). Er beabsichtigte damals, die Sammlung nur als Lehrbuch zu behandeln, vielleicht um 1722 seine Bewerbung als Kantor an der Thomasschule in Leipzig vorzustellen, die eine wichtige Lehrposition darstellte. Die Schüler mussten es schwer haben, denn die Präludien enthalten die gesamte Palette der barocken Tastaturtechniken.

BWV 624

Das Orgelbüchlein von Johann Sebastian Bach ist eine Sammlung choralgebundener Orgelstücke (Choralvorspiele), die er vor allem während seiner Amtszeit in den Jahren 1712 bis 1717 in Weimar komponierte (BWV 599–644).

Die Einzelsätze der Sammlung verbindet ein hoher künstlerischer Anspruch und der Gedanke der Verwendbarkeit sowohl im Gottesdienst als auch im Instrumental- und Kompositionsunterricht. Kennzeichnend für Bachs Choralsätze im Orgelbüchlein sind laut Christoph Wolff: „Dichte motivische Struktur und kontrapunktisches Raffinement (bis hin zum strengen Kanon) in Verbindung mit einer kühnen und ausdrucksstarken musikalischen Sprache sowie subtiler musikalisch-theologischer Textausdeutung. Jeder Satz erzielt proportionales Gleichgewicht, indem sich Manual- und Pedalstimmen elegant zu einer mustergültigen Orgelpartitur verbinden.“

Titel
„Hilf Gott, dass mir’s gelinge“

Genre
Orgel (Choral-Arrangement)

Serie
Orgelbüchlein

Jahr
ca. 1708-1717

Stadt
Weimar

Veröffentlichungsdatum
20. Oktober 2017

Aufnahmedatum
22. September 2016

Ort:

St-Bavokerk, Haarlem

Organist
Bart Jacobs

Organ
Müllerorgel

Video:   Zum Start in das Foto oder diesen Text anklicken !

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„Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 624“

Grüße Karin

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