Archiv der Kategorie: Berühmte Pianisten

ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 812 – Französiche Suite in d-moll


ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 812 – „Französiche Suite in d-moll“

„Klassisch!“

                                             Das Bartolotti House, Amsterdam

Die erste dieser französischen Suiten kombiniert eine sehr reine französische Courante mit einer deutschen Sarabande.

Die Suite in d-Moll ist die klassischste der sechs französischen Suiten. Bach hält sich strikt an die übliche Reihenfolge der Tänze: Allemande, Courante, Sarabande, zwei Menuette und eine Gigue. Laut Francesco Corti ist es möglicherweise sogar die archaischste aller Bachs Suiten. Mit anderen Worten, es ist ein ideales Stück, um sich mit dem Genre und den verschiedenen Tanzformen in ihrem reinsten Stil vertraut zu machen. Vielleicht öffnet Bach deshalb die Serie mit diesem Stück. Es ist auch die Suite, die Bach später am wenigsten überarbeitet hat.

Der Kontrapunkt ist makellos und selbst in den scheinbar einfachen kleinen Menuetten gibt es komplexe Polyphonie. Gleiches gilt für die Allemande, die sehr an das Repertoire der Laute erinnert, mit harmonisch aufregenden gebrochenen Akkorden, die fast improvisiert zu sein scheinen.

Die Courante in dieser Suite ist die französische der ganzen Serie. Damals war die französische Courante langsamer und bot große Möglichkeiten für ausdrucksstarke harmonische Ergänzungen. Und natürlich hat Bach diese Gelegenheit eifrig ergriffen. Es gibt verschiedene Manuskripte der französischen Suiten, die verschiedene Stufen der Stücke zeigen. Francesco Corti spielt aus dem Manuskript Heinrich Nicolaus Gerber, einem Schüler Bachs. Gerber notierte sehr viele Ornamente, und diese ganze Verschönerung scheint die Tatsache zu bestätigen, daß das Tempo dieser Courante stabil war, sonst wäre es einfach unmöglich, die Ornamente zu spielen.

Die Sarabande in dieser Suite ist jedoch deutscher Art. Die Struktur wird eher von der harmonischen Entwicklung als von der Melodie bestimmt. Auch hier hat Gerbers Manuskript einige wundervolle Ornamente, die Francesco Corti in den Wiederholungen spielt.

Die Gigue ist in einer ungewöhnlichen und eher altmodischen zweiteiligen Zeit geschrieben, die nur zweimal in Bachs Oeuvre zu sehen ist. Es ist ein Hinweis auf die deutsche Orgel-Tradition früherer Generationen (Johann Jakob Froberger, Georg Böhm und Dietrich Buxtehude).

Bartolotti Haus, Amsterdam

Cembalist Francesco Corti

Wir machten diese Aufnahme im Bartolotti House, in der Herengracht 170 und 172. Das Haus auf der Rückseite von Nr. 170 wurde von Cembalist, Organist und Dirigent Gustav Leonhardt von 1974 bis zu seinem Tod 2012 besetzt.

Leonhardt war einer der Pioniere der Alten Musik in den Niederlanden. Als Lehrer und Performer inspirierte er viele Cembalospieler auf der ganzen Welt.

Es ist eines der beeindruckendsten Gebäude im alten Zentrum von Amsterdam. Es wurde um 1620 als Residenz im Auftrag des wohlhabenden Geschäftsmannes Willem van den Heuvel erbaut, der von einem kinderlosen Onkel, der heiratete, Giovanni Battista Bartolotti, der aus Bologna stammte, viel Geld geerbt hatte. Das niederländische Renaissance-Design wurde wahrscheinlich vom Amsterdamer Stadtarchitekten Hendrick de Keyser entworfen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Haus aufgeteilt und mehrere Modernisierungen durchgemacht. Von den verschiedenen Renovierungsarbeiten können Sie noch viele wundervolle historische Dekorationselemente sehen. Die beiden Teile des Bartolotti-Hauses kamen in den Besitz von Vereniging Hendrick de Keyser, der jetzt sein Büro hat.

Französische Suiten, BWV 812-817

Bach komponierte seine „französischen“ Suiten als junger Mann von dreißig Jahren, als er am Köthener Hof arbeitete. Die Suiten haben jedoch nichts mit dem Gericht zu tun. Bach schrieb sie zu Lehrzwecken in seinem eigenen privaten Kreis. Die ersten fünf erscheinen in ihrer ursprünglichen Form in dem kleinen Musikbuch, das er 1722 für seine zweite Frau Anna Magdalena Bach zusammengestellt hat, möglicherweise als Hochzeitsgeschenk. Aber Bach überarbeitete die Stücke weiter. Die späteren Versionen mit dem Zusatz einer sechsten Suite haben dank der vielen Kopien seiner Schüler überlebt. Sie belohnen Übungsstücke, die trotz gewisser kompositorischer Komplexität (schließlich Bach) keine extremen Anforderungen an den Spieler stellen.

Das Epitheton „Französisch“ wurde von Bach selbst nicht gegeben und erscheint zum ersten Mal in einem Text von 1762, zwölf Jahre nach Bachs Tod. Die Stücke sind nicht mehr französisch als seine anderen Keyboard-Suiten, genauso wie die zuvor komponierten ‚englischen‘ Suiten auch nicht besonders englisch sind. Tatsächlich folgen die englischen Suiten mit ihren umfangreichen Präludien in gewissem Maße tatsächlich dem französischen Modell. Aber wie immer verwendet Bach eine kosmopolitische Sprache; eine geniale Synthese verschiedener europäischer Stile.

Die französischen Suiten haben keinen Auftakt, sondern starten direkt in den ersten Tanz: eine Allemande. Darauf folgt die klassische Abfolge von Courante, Sarabande und Gigue mit einer etwas freieren Auswahl an Tänzen zwischen Sarabande und Gigue, vom Menuett über die Gavotte bis hin zum Bourrée und der weniger verbreiteten Loure.

BWV 812

Titel
Suite in d-moll

Beiname
‚Französisch‘ Suite Nr. 1

Genre
Tastaturarbeit

Serie
‚Französische‘ Suiten / Klavierbüchlein Anna Magdalena Bach

Jahr
ca. 1722

Stadt
Köthen

Veröffentlichungsdatum
13. Oktober 2017

Aufnahmedatum
28. Januar 2017

Ort
Bartolotti Haus, Amsterdam

Cembalist
Francesco Corti

Cembalo
Bruce Kennedy nach Michael Mietke

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Video:  J.S. Bach – BWV 812 „ALL OF BACH“

Zum Video: In den obigen Text oder Foto klicken!

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„Ich wünsche viel Freude mit dem BWV 812“

Grüße Karin

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Konzert Kirche Bergkirchen (Lippe): „Gedenkkonzert für Prof. Friedrich Wilhelm Schnurr“ am 10.09.2017


Konzert Kirche Bergkirchen (Lippe): „Gedenkkonzert für Prof. Friedrich Wilhelm Schnurr“ am 10.09.2017

Am Sonntag, 10. September 2017 setzt sich um 16.30 Uhr die Reihe „Musik für Spaziergänger“ nach den Sommerferien in der Kirche zu Bergkirchen fort. Dieses Konzert war mit Prof. Friedrich Wilhelm Schnurr, Rektor der Musikhochschule Detmold von 1982 – 1993 geplant.

Am 14. Juni 2017 verstarb Prof. Schnurr ganz unerwartet.

Nun werden einige seiner Schüler das Konzert für ihn spielen und mit einem großen Teil des Programms, welches er für dieses Konzert ausgewählt hat.

Fünf Ausnahmepianisten werden dann in Bergkirchen zu Gast sein, die selber inzwischen als Professoren und Dozenten tätig und auf den internationalen Konzertbühnen zu Hause sind. Es spielen Piotr Oczkowski (Prof. der Musikhochschule Detmold), Yasko Linnartz (Dozentin der Musikhochschulen Bremen und Hannover), Yoshiko Iwai (Konzertpianistin, Dozentin der Musikhochschule Zürich), Rieko Yoshizumi (Professorin an der Hochschule für Musik Dresden) und Mark Hohn (Konzertpianist, Tonmeister beim WDR).

Schön ist auch, dass sie das Konzert auf dem Flügel von Prof. Schnurr spielen werden, den der Förderkreis Kirchenmusik für die Konzerte in Bergkirchen erwerben konnte. Auf dem Programm steht von Beethoven die Sonate für Klavier Nr. 22 op. 54 und das Klavierstück „Für Elise“.

Von Mozart ist die Sonate F-Dur, KV 332 zu hören und von Mendelssohn zwei „Lieder ohne Worte“, op. 19 Nr. 1 und op. 67 Nr. 4. Das Konzert schließt mit den Kinderszenen op. 15 von Schumann und dem Intermezzo op. 117 Nr. 1 von Brahms.

Anstelle von Eintrittskarten wird eine Kollekte gesammelt.

                                                            Kirche Bergkirchen (Lippe)

 

Ab 15 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen im Gemeindehaus.

Weitere Informationen erhält man unter: www.bergkirchen.net

Das Konzert wird auch im Rahmen des Tages des Denkmals stattfinden. Die Kirche ist von 12-20 Uhr zur Besichtigung geöffnet und von 18-20 Uhr finden Führungen statt.

Besucher kommen von weither und möchten nicht umsonst kommen. Deshalb bieten wir für diejenigen Platzkarten an! Die ersten Reihen werden durchnummeriert und man kann die Platzreservierungen für 15,- € von 15.00 – 16.30 Uhr in der Kirche bekommen. Auf den anderen Plätzen ist eine Reservierung mit Kleidung weiterhin möglich.

Zwei Tage vor den Konzerten (ab 8.9.2017), kann man sich Karten durch eine Rückantwort per Mail auch reservieren lassen, damit man einen guten Platz sicher hat.

E-Mail: musik@bergkirchen.net

(Bitte nur an diesen Tagen, damit wir den Überblick behalten! Bitte nutzen Sie keine anderen E-Mail-Adressen der Gemeinde oder Kartenformulare. Platzwünsche sind bei den Vorbestellungen nicht möglich!)

Bezahlen kann man nur an dem Konzerttag in der Kirche und der Kaufzeitpunkt bestimmt die Reihenfolge der Platzwahl, wobei Wünsche beim Kauf möglich sind.

Bitte holen Sie die bestellten Karten bis 16.15 Uhr ab. Danach werden sie verkauft!

Zum Konzert-Inhalt:

Das kurze Albumblatt „Für Elise“, entstanden vermutlich um 1810 (das Autograph ist verschollen) ist heute Ludwig van Beethoven wohl bekanntestes Klavierstück weltweit – wenn es denn in der überlieferten Form überhaupt von Beethoven selbst stammt, was unter Musikforschern bis heute ebenso wenig zweifelsfrei geklärt ist wie die Frage, wer denn diese „Elise“ überhaupt war.

Bei der Sonate in F-Dur KV 332 war dagegen nur die Entstehungszeit zu korrigieren: Bis hin zu dem bedeutenden Mozart-Biographen Alfred Einstein („Mozart. Sein Charakter. Sein Werk“, Stockholm 1947) glaubte man, Mozart habe sie zusammen mit zwei weiteren Sonaten (C-Dur und A-Dur) 1778 in Paris komponiert. Heute weiß man aufgrund bestimmter Indizien, dass sie kaum vor 1783 entstanden sein kann. Da war Mozart schon in Wien, in der vielleicht glücklichsten Phase seines kurzen Lebens.

Auch Felix Mendelssohn-Bartholdy gehörte zu den Frühvollendeten. Seine zahlreichen „Lieder ohne Worte“ erfreuten sich besonders im musikalischen Bildungsbürgertum des 19. Jahrhunderts außerordentlicher Beliebtheit. Sein Verleger veröffentlichte sie in acht Gruppen von je sechs Stücken. Das Andante Es-Dur und das Presto C-Dur aus op. 67 gehören zu der sechsten und letzten Gruppe, die der Komponist noch selbst zusammengestellt hat.

Biographien der Pianisten:

Prof. Wilhelm Schnurr, Mark Hohn, Rieko Yoshizumi, Yoshiko Iwai, Yasko Linnartz, 

Piotr Oczkowski.

Prof. Friedrich Wilhelm Schnurr †

Wilhelm Schnurr, 1929 in Göttingen geboren, erhielt seinen ersten Klavierunterricht im Alter von 7 Jahren. Nach dem Abitur studierte er bei Hans Richter-Haaser an der Nordwestdeutschen Musikakademie in Detmold und absolvierte dort 1951 die Musiklehrerprüfung, 1952 die Künstlerische Reifeprüfung und 1953 das Konzertexamen mit Auszeichnung. Meisterkurse führten ihn 1953 zu Alfred Cortot in Lausanne und 1961 zu Wilhelm Kempff in Positano.

Zwischen 1954 und 1959 erhielt er Preise beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München, u. a. 1959 den 1. Preis. Von 1958 – 1997 war Friedrich Wilhelm Schnurr Lehrer an der NWD Musikakademie Detmold, ab 1965 als Professor, von 1971-76 in der Funktion als Leiter des Seminars für Musikerziehung, von 1972 – 1982 als stellvertretender Direktor und von 1982 – 1993 als Rektor der Hochschule. Seine Konzerttätigkeit führte ihn weit über Deutschland und Europa hinaus in Länder Nord- und Südamerikas, in den Nahen, Mittleren und Fernen Osten sowie nach Afrika. Außerdem gab Friedrich Wilhelm Schnurr zahlreiche Meisterkurse. Im Laufe der Zeit entstanden viele Rundfunkaufnahmen, CDs und DVDs.

Mark Hohn

Mark Hohn, 1961 in Mönchengladbach geboren, wurde in Klavierwettbewerben immer wieder mit Preisen ausgezeichnet.

An der Hochschule für Musik Detmold studierte er von 1981 bis 1987 die Fachrichtungen Tonmeister, Klavier und Oboe und schloss sein Studium mit dem Diplom-Tonmeisterexamen sowie der Künstlerischen Reifeprüfung im Fach Klavier bei Prof. Friedrich-Wilhelm Schnurr ab.

Aus dem breitgefächerten Repertoire seiner Klavierabende entstanden CDs mit Werken von Schubert, Schumann, Chopin, Ravel und Bartók. Er machte auch Rundfunkaufnahmen beim NDR, WDR, HR und BR.

Konzerte führten ihn u.a. nach Spanien, Belgien, in die Schweiz und Japan. Neben seiner solistischen Tätigkeit als Pianist ist Mark Hohn ein gefragter Kammermusikpartner und Liedbegleiter.

Seit 1989 arbeitet er als Tonmeister beim Westdeutschen Rundfunk Köln und wurde für seine Aufnahmen mit zahlreichen Preisen wie u.a. dem Diapason d’Or (zuletzt 2017 für Brahms Streichquintette) ausgezeichnet.

Mark Hohn ist darüber hinaus seit 2000 an der ARD.ZDF-Medienakademie Nürnberg als Dozent für Technisches Hören sowie Mehrkanalton- und Mikrofon-Aufnahmetechnik tätig.

Rieko Yoshizumi

Rieko Yoshizumi

Die gebürtige Japanerin erhielt mit vier Jahren ihren ersten Klavierunterricht. Nach dem Besuch des Musikgymnasiums („Geiko“) studierte sie an der Staatlichen Hochschule für Kunst und Musik in Tokio bei Prof. Akiko Iguchi. Während ihres Studiums lernte sie außerdem Cembalo, studierte Liedbegleitung. Zum Aufbaustudium wechselte Rieko Yoshizumi nach Deutschland, wo sie an der Hochschule für Musik Detmold bei Prof. Friedrich Wilhelm Schnurr ihr Klavierstudium mit dem Konzertexamen (Solistenklasse) abschloss. Weitere Einflüsse bekam sie von Prof. Robert Szidon.

Sowohl als Solistin als auch Kammermusikerin hat sie zahlreiche Rundfunk- und CD-Produktionen (u. a. Genuin, Crescendi, Kaleidos) veröffentlicht, die hervorragende Rezensionen erhalten haben. Ihre Konzerttätigkeit umfasst Einladungen zu renommierten Konzertreihen und Festivals in Europa, Asien und Südamerika. Sie wird regelmäßig als Jurorin zum Internationalen Klavierwettbewerb nach Tschechien eingeladen und gibt Meisterkurse für Klavier und Kammermusik in Spanien, Japan und Peru.

Rieko Yoshizumi unterrichtete an der Hochschule für Musik Detmold, dann an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden, wo sie seit 1994 lehrt. Im Jahr 2000 wurde sie dort zur Honorar-Professorin ernannt.

Yoshiko Iwai wurde in Nagoya (Japan) geboren. Im Alter von 13 Jahren gewann sie den West Japan Jugend-Musikwettbewerb. 1983 nahm sie ihr Studium bei Prof. Hitoshi Kobayashi an der Staatlichen Musikhochschule Tokio (Tokyo Geijutsu Daigaku) auf. Während ihres Studiums wurde sie mit weiteren Preisen wie beispielsweise dem 2. Preis des 52. Japan Musikwettbewerbs ausgezeichnet.

Yoshiko Iwai

Yoshiko Iwai wechselte 1987 nach Deutschland, wo sie bei Prof. Friedrich Wilhelm Schnurr an der Hochschule für Musik Detmold studierte und 1993 ihr Konzertexamen „mit Auszeichnung“ ablegte. Anschließend hatte sie bis 1996 einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik Detmold und erhielt entscheidende Impulse durch  Meisterkurse bei Prof. György Sebök. Viele bedeutende Preise wurden ihr in dieser Zeit verliehen, so z.B. der 2. Preis und mehrere Zusatzpreise beim 3. Europäischen Chopin-Klavierwettbewerb in Darmstadt 1989 und der 1. Preis (Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Preis) beim Mendelssohn-Wettbewerb in Berlin 1991. Desweiteren war sie Finalistin im 14. Internationalen Klavierwettbewerb „Clara Haskil“ in Vevey-Montreux. Beim Internationalen Klavierwettbewerb „Géza Anda“ 1994 in Zürich wurde sie mit dem 2. Preis ausgezeichnet.

Auf Einladung mehrerer Sender und Schallplattenfirmen folgten verschiedene Rundfunk- und CD-Produktionen. Bisher erschienen CDs mit Werken von Mozart (Meister Music/Japan), Clara Schumann (Naxos) und Paul Juon (Musiques suisses).

Yoshiko Iwai lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Zürich und übt eine internationale Konzerttätigkeit als Solistin aus. Rezitale und Auftritte mit verschiedenen Orchestern führen sie in zahlreiche Länder Europas und in ihr Heimatland Japan. Außerdem ist sie eine gefragte Kammermusikpartnerin. Seit 2000 ist sie an der Zürcher Hochschule der Künste tätig.

Yasko Linnartz

Yasko Linnartz studierte bei Prof. Hideo Abe und Prof. Yuko Fujimura in Japan. Sie war Stipendiatin zur Begabtenförderung und beendete dies als Jahrgangsbeste an der Musikhochschule Sakuyo.

Ihr Aufbaustudium absolvierte sie anschließend an der Hochschule für Musik Detmold in der Klasse von Prof. Friedlich Wilhelm Schnurr und beendete dies mit dem Konzertexamen.

Meisterkurse unter anderem bei Konrad Hansen, Prof. Konrad Richter und Prof. Hans Leygraf ergänzen ihre musikalische Ausbildung.

Sie konzertierte als Solistin mit diversen Orchestern, unter anderem mit der Wiener Kammerphilharmonie, dem Staatstheater Kassel, der Bielefeld Philharmonie, dem Detmolder Kammerorchester und den Berliner Symphonikern, außerdem liegen Rundfunkaufnahmen beim WDR vor.

Zu ihren Kammermusikpartnern zählen unter anderen Bruno Schneider, Isabelle Faust, Ulf Schneider, Markus Schön, Gernot Schmalfuß und Latica Honda-Rosenberg.

Yasko Linnartz war in der Zeit von 1995 bis 2005 Dozentin an der Hochschule für Musik Detmold. Des Weiteren ist sie seit 2001 an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und seit 2011 an der Hochschule für Künste Bremen tätig.

Piotr Oczkowski

Piotr Oczkowski entstammt einer Musikerfamilie und wurde in Krakau, Polen, geboren. Im Alter von sechs Jahren emigriert er nach Maracaibo, Venezuela. Eine größere Gruppe polnischer Musiker wird zur Gründung des Symphonischen Orchesters Maracaibo von der venezolanischen Regierung angestellt, darunter auch die Eltern. Seinen ersten Klavierunterricht erhält er mit acht Jahren bei der Konzertpianistin Elzbieta Sobkowicz, die auch mit übersiedelte. Schon mit 11 Jahren debütierte er als Solist mit Joseph Haydns D-Dur Klavierkonzert mit dem Symphonischen Orchester Maracaibo. Bald darauf folgten Aufnahmen im venezolanischen Rundfunk und Fernsehen als auch weitere Auftritte mit diversen venezolanischen Orchestern. Mit 15 Jahren ging Oczkowski nach Bloomington, USA, als „Special Student“ an die Indiana University und wurde in die Klavierklasse des chilenischen Pianisten und Komponisten Alfonso Montesino aufgenommen. In Bloomington legte er sein High-School-Diplom ab.

Im Alter von 17 Jahren kam er mit einem Stipendium des DAAD Bonn nach Deutschland und beginnt ein Hochschulstudium an der Nordwestdeutschen Musikhochschule in Detmold bei Prof. Friedrich Wilhelm Schnurr. Dort absolvierte er 1990 seine Reifeprüfung im Fach Klavier.

Seine Ausbildung setzte er als Stipendiat des venezolanischen Kultusministeriums CONAC mit einem Aufbaustudium am Richard-Strauss-Konservatorium, München, bei dem russischen Pianisten Vadim Suchanov fort. Er nahm an den internationalen Meisterkursen mit dem russischen Professor Dimitri Bashkirov am Mozarteum Salzburg und dem Ruhr-Klavierfestival in Recklinghausen teil.

Sein weiterer musikalischer Weg führte ihn zu Prof. Elgin Roth, Hamburg und zu Prof. Dr. Marco Antonio de Almeida, der ihn zur Aufnahme des Studiums im Fach „Musikpädagogik und Aufführungspraxis“ an der Martin-Luther-Universität Halle/Saale führte. Dieses Studium schloß Oczkowski im Herbst 2000 mit Auszeichnung ab.

1995 nahm er an den „Polnischen Kulturtagen in Bayern“ mit mehreren Konzerten teil. 1999 spielte er das Eröffnungskonzert des Festivals „Von Chopin bis Penderecki“ im Prinzregententheater München. Im Mai 2000 absolvierte er die von der Schmidt-Bank organisierte Konzerttournee „Musik in der Bank“ durch Bayern und Sachsen. Weitere Konzerte fanden in der Meistersingerhalle Nürnberg, in der Musikhalle Hamburg, in „Jameos del Agua“ auf Lanzarote und in Sao Paulo, Brasilien statt. 2005 und 2006 nahm er am Festival de Música de Londrina in Brasilien als Pianist und Dozent teil. Auch 2007 ist seine Teilnahme vorgesehen.

Oczkowski spielte als Solist mit dem Warren Symphony Orchestra, Detroit, USA, dem Orquesta Sinfónica de Maracaibo, Venezuela, dem Orquesta Filarmónica de Venezuela, dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode, der Westsächsischen Philharmonie und dem Philharmonischen Staatsorchester Halle.

Neben seiner pianistischen Karriere ist er auch in seiner pädagogischen Arbeit sehr produktiv: 1998 wurde er Lehrbeauftragter an der Martin-Luther-Universität, Halle/Saale im Fach Korepetition und Liedbegleitung. Seit November 2000 war er dort als Dozent für das Hauptfach Klavier und Liedgestaltung tätig. Im Oktober 2006 übernahm er eine Professur als Leiter des Hochbegabtenzentrums an der Hochschule für Musik Detmold.

Piotr Oczkowski ist Preisträger folgender Wettbewerbe:

1983 Indianapolis Concert Competition, Indiana, USA

1983 Grand Rapids International Piano Competition, Michigan, USA

1989 I. Nationaler Chopin-Wettbewerb in Caracas, Venezuela

1991 VIII. Lateinamerikanischer Klavierwettbewerb „Teresa Carreño“, Caracas, Venezuela


Herzliche Grüße

Volker

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ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 1048 – 3. Brandenburgische Konzert!


ALL OF BACH veröffentlicht das BWV 1048 – 3. Brandenburgische Konzert! 

                                               Muziekgebouw aan ‚t IJ, Amsterdam

Johann Sebastian Bachs Drittes Brandenburgisches Konzert, BWV 1048, ist eine Komposition für neun Streichinstrumente und Basso Continuo. Bach stellte das Werk mit anderen zu einer Sammlung von sechs Konzerten zusammen, die er im März 1721 unter dem Titel Six Concerts avec plusieurs instruments in Partitur an den Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg-Schwedt sandte. Wie bereits der Titel nahelegt, weisen die einzelnen Werke große Unterschiede in Besetzung, Umfang und Charakter auf.

Bach wählt eine ungewöhnliche Form und Instrumentierung.

Dieses Konzert ist bemerkenswert für seine ungewöhnliche Form und Instrumentierung. Bach komponierte ihn für drei Violinen, drei Violen, drei Cellos und Basso continuo. Mit anderen Worten: 3×3, was eine rationale Wahl ist, die man von einem Moderner wie Pierre Boulez erwarten würde, anstatt ein barocker Komponist wie Bach. Es gibt keinen Unterschied zwischen Solo- und Ensembleinstrumenten: Alle Saiten spielen sowohl Solo als auch Tutti.

Die Frage ist, ob Bach ursprünglich die Instrumentierung so geplant hat. Im letzten Satz haben die Cellos keine individuelle Rolle und entsprechend mit dem Kontinuum. Auch im ersten Satz bilden sie die am wenigsten geteilte Gruppe. Dies kann darauf hindeuten, dass das Konzert auf einer Version mit nur einem Cellostimme basierte.

Das Auffällige an der Form ist das Fehlen einer voll entwickelten, langsamen Mittelbewegung. Die beiden schnellen Bewegungen werden durch ein Adagio einer einzigen Maßnahme getrennt, die einfach aus zwei anhaltenden Akkorden besteht: die harmonische Trittfrequenz, die eher als Brücke und kurze Pause zum Atem zusammengesetzt zu sein scheint. In dieser Aufführung entschied Shunske Sato die mittlere Bewegung zu einer echten Pause zum Atem zu machen und eine kurze Kadenz zu spielen.

                                  Konzertsaal Muziekgebouw aan ‚t IJ, Amsterdam

Beide schnellen Bewegungen zeichnen sich durch einen starken rhythmischen Antrieb aus. Der erste Satz wird von einem galoppierenden Rhythmus dominiert und der letztere durch schnelle Notizen, die durch die Instrumentalgruppen wie ein Perpetuum Mobile streamen. Als Bach den ersten Satz als die Eröffnungssymphonie der Pfingstkantate (BWV 34) wiederkehrte, fügte er zwei Oboen hinzu, eine Oboe, eine Altoboe (‚taille‘) und Hörner zu den Streichern und ein Fagott zum Continuo .

Brandenburg Konzerte, BWV 1046-1051

Im März 1721 schickte Bach ein Manuskript von Köthen nach Berlin mit dem Titel „Sechs Konzerte mit mehreren Instrumenten“, gewidmet Christian Ludwig (1677-1734), Markgraf von Brandenburg-Schwedt. Im Vorwort stellte Bach fest, dass er vor ein paar Jahren für den Markgraf gespielt hatte und versprochen hatte, ihm „einige seiner Kompositionen“ zu schicken. Das war wohl bei einem Besuch in Berlin im März 1719, als Bach in die preußische Hauptstadt gereist war, um ein neues Cembalo für den Hof in Köthen zu erhalten. Die Musik, die er ein paar Jahre später zum Markgraf fühlte (was später als „Brandenburger“ Konzerte bekannt wurde) war Bachs ultimative Sicht auf das bedeutendste großformatige Instrumental Genre seiner Zeit: das Konzert.

Ein Konzert beinhaltet fast immer nur Instrument (oder Kombination von Soloinstrumenten) und ein Ensemble. Die wichtigste Idee ist der Wechsel zwischen einem oder mehreren Solisten und dem ganzen Ensemble, in einer Art von leichtsinniger Konkurrenz. In den sechs „Brandenburger“ Konzerten erforscht Bach jede Facette dieses Genres, sowohl in Bezug auf die Instrumentierung als auch auf die Art und Weise, wie er die Form behandelt. Alle traditionell verwendeten Streich- und Blasinstrumente und das Cembalo erscheinen als Solisten, die musikalischen Formen reichen von Hoftänzen bis hin zu Nah-Fugen, und die Beziehung zwischen den Solos und Tutti-Instrumenten verlagert sich immer. Gemeinsam bilden die sechs Konzerte ein virtuoses Musterblatt des Barockkonzertes.

BWV
1048

Titel
Konzert in G-Dur
„Brandenburg“ Konzert Nr. 3

Genre
Orchesterarbeit (Konzert)

Serie
‚Brandenburg‘ Konzerte

Jahr
1719-20

Stadt
Köthen

                                                     Instrumental-Ensemble „ALL OF BACH“

Anlass:

Im Jahre 1721 zum Markgraf Christian Ludwig von Brandenburg gewidmet

Besondere Hinweise:

Bach benutzte den ersten Satz im Jahre 1729 als Symphonie in der Kantate. Ich liebe den Höchsten von ganzem Gemüte, BWV 174.

Freigabedatum
1. September 2017

Aufnahmedatum
7. Oktober 2016

Ort:
Muziekgebouw aan ‚t IJ, Amsterdam

Dirigent und Violine
Shunske Sato

Geige
Paulien Kostense, Emily Deans

viola
Pieter Affourtit, Anneke van Haaften, Jan Willem Vis

Cello
Lucia Swarts, Barbara Kernig, Shuhei Takezawa

Kontrabass
Hen Goldsobel

Cembalo
Siebe Henstra


Video:   Zum Start in das Foto oder diesen Text anklicken !

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„Ich wünsche allen viel Freude mit dem 3. Brandenburgischen Konzert!

Grüße Karin

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ALL OF BACH veröffentlicht das Wohltemperierte Klavier, I. Teil – BWV 856 „Präludium und Fuge F-Dur“


ALL OF BACH veröffentlicht das Wohltemperierte Klavier, I. Teil – BWV 856 „Präludium und Fuge F-Dur“

                                                 Bruce Kennedy-Cembalo von 1988

„Bach hat hier nicht zu viele Abenteuer begonnen“

Im Einklang mit dem unberührten Charakter des Schlüssels von F-Dur, hielt Bach dieses Präludium und Fuge relativ einfach. Es ist ein Schlüssel, der auch für Ursula Dütschler gut geeignet ist, weshalb sie diese beiden kurzen Stücke gewählt hat. Das Präludium ist wie ein leichtfüßiger Spaziergang durch eine Almwiese, sagt der Cembalist der Schweizer Herkunft, der übrigens schon lange in den Niederlanden lebt. Es ist eine geniale Reihe von Arpeggierungen, die sich in einer reibungslosen Bewegung abwechseln. Allerdings gibt es auch Spoilsports: die „dummen Triller“ sowohl in der linken als auch in der rechten Hand. Es ist eine große Herausforderung, sie zu spielen, während die fließende Bewegung in der anderen Hand fortfährt. Das gibt der Arbeit eine leichte Luft eines Übungsstückes, in dem Bach die motorischen und rhythmischen Fähigkeiten des Spielers prüft.

Das Präludium macht einen sehr natürlichen Übergang, in praktisch dem gleichen Tempo, zur dreiteiligen Fuge. Die Fuge ist durch die Skala Passagen, die wie die Arpeggierungen im Präludium sind nahtlos zusammengefasst gekennzeichnet. Aber Bach macht auch hier nichts Verrücktes. Der Bergspaziergang scheint weiter zu laufen, kaum von dem geraden Weg zu verlaufen, da er nicht weiter als d-moll und g-moll vorkommt. Und im Rahmen von F-Dur sind sie nicht das, was man abenteuerliche Modulationen nennen würde.

Es ist alles Teil der Herausforderung. Wenn – wie Bach – du in allen Schlüsseln schreiben willst, wirst du in einer historischen Stimmung irgendwann in Schwierigkeiten geraten. Gerade warum du das tun würdest, ist eine eher technische Geschichte, aber es lässt sich wie folgt zusammenfassen. Um nicht zu viele Kompromisse zu machen, klingen einige Tasten fast perfekt (die meisten verbreitet), viele Tasten klingen sehr angenehm (die harmonischen Exkursionen) und schließlich ein paar Tasten klingen wirklich scharf. Und Bach wusste das natürlich. Beim Erreichen von B-Moll (mit fünf Wohnungen einer der außergewöhnlichen Schlüssel) scheint er einen warmen, gedämpften und bezaubernden Ansatz gewählt zu haben – vielleicht, um die bösen „Fälschungen“ etwas zu erweichen.

„Trouble“ wurde in umgekehrte Kommas oben gesetzt, weil es genau das angespannte Tuning ist, das dieses Paar von Werken macht. In dieser Aufführung ist das Tempo des Präludiums also langsam, so dass Kris Verhelst den manchmal unerwarteten Wendungen viel Spielraum verleihen kann, vor allem für diejenigen, die sorgfältig darauf hinweisen, wie die begleitenden Akkorde konstruiert werden. Der schwankende Rhythmus schafft eine meditative Atmosphäre. Es folgt eine der strengsten Fugen im Wohltemperirte Clavier, zu einem Thema, das bis an die Grenze gedehnt wird. Trotz des großen Sprungs und der straffen Struktur – Bach folgt alle Regeln des frühen Renaissance-Stils – auch hier ist der Oberton eine milde. Hör einfach zu, wie er die Gegenstände so nebeneinander stellt, dass sie zusammenhängende Saiten von Noten zusammenstellen. Kurz vor dem Ende, Bach kertet die Spannung wieder, indem die fünf Teile das Thema noch einmal in rascher Folge spielen.

                                                                  Ursula Dütschler (Cembalo)

Das Wohltemperirte Clavier, BWV 846-893

Das Komponieren von 48 Keyboardstücken in allen 24 Tasten war die Art von Herausforderung, die Bach genossen hat. In jedem der beiden Teile des Wohltemperirte Claviers brachte er das musikalische Paar Vorspiel und Fuge 24 Mal zusammen; Zwölf in kleineren Schlüsseln und zwölf im Dur. In den Präludien gab er seiner Phantasie freien Lauf und zeigte mathematische Touren in den Fugen. Im Gegensatz zu der eisernen Disziplin musste sich Bach auf seine Kirchenkompositionen anwenden, hier konnte er sich in die intellektuelle Spielerei verlassen, ohne sich um die Fristen zu kümmern.

Der erste Teil des Wohltemperirte Clavier stammt aus dem Jahr 1722, obwohl er einige Musik enthält, die in den vorangegangenen fünf Jahren geschrieben wurde. Es gibt weniger Klarheit über die Geschichte von Teil zwei. Bach kompilierte dieses zweite Manuskript nur um 1740, obwohl noch einmal einige der Präludien und Fugen es datiert aus einer viel früheren Periode. Bach beschrieb die Zielgruppe für diese Stücke von Stücken wie folgt: „Für die Erziehung des fleißigen musikalischen Jugendlichen und des Genusses.“ Für die Erziehung des fleißigen musikalischen Jugendlichen und des Genusses Von denen, die in diesem Material vertraut sind).

BWV
856

Titel
Präludium und Fuge in F-Dur

Beiname
Nein. 11 von Das Wohltemperierte Clavier I

Genre
Tastatur Arbeit

Serie
Das Wohltemperierte Clavier I

Jahr
1722 oder früher

Stadt
Köthen (oder Weimar?)

Veröffentlichungsdatum
28. Juli 2017

Aufnahmedatum
19. April 2017

Ort
Muiden

Cembalist
Ursula Dütschler

Harpichord
Bruce Kennedy (1988) nach Pascal Taskin (1767)


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„Ich wünsche allen viel Freude mit dem BWV 856“

Grüße Karin

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ALL OF BACH veröffentlicht von J.S. Bach – das Orgelwerk BWV 864 „Präludium und Fuge A-Dur“ (Wohltemeprierte Klavier)


ALL OF BACH veröffentlicht von J.S. Bach – das Orgelwerk BWV 864 „Präludium und Fuge A-Dur“  (Wohltemeprierte Klavier)


„Präludium und Fuge – A-Dur“ BWV 864 (Das Wohltemperierte Klavier)

In diesem überraschenden Duo zeigt Bach-der oft so streng ist-eine andere Seite von sich.

HARPSICHORDIST - Pierre Hantaï - spielt das BWV 864 "Präludium und Fuge A-Dur"

               HARPSICHORDIST – Pierre Hantaï – spielt das BWV 864 „Präludium und Fuge A-Dur“

Präludium und Fuge sind ein praktisch untrennbares Paar, besonders bei Bach. Doch hier, tief im ersten Buch des Wohltemperierten Klaviers, taucht ein anderes Duo auf. Dieses Vorspiel ist eigentlich auch eine Fuge und ein dreiteiliges zu booten. Die „echte“ Fuge hält sich an die Regeln, bleibt aber trotzdem ein wahres Rätsel. Die klare Fuge als Prelude dagegen betrügt ein wenig, indem sie gleichzeitig das Thema und Gegenthema einführt. Durch diese Kombination unterstreicht Bach den zweideutigen Charakter des Schlüssels von A-Dur. Das Gegenthema im Baß mit absteigender chromatischer Linie kann als düster interpretiert werden, während das Thema in der rechten Hand ein fröhlicheres Gefühl dazu hat, mit eleganter Verzierung (die bald ein eigenständiges Motiv wird) und eine angespannte Pause Durch die Freigabe einer langen Zeichenkette von Noten. Der Helder-Skelter der Läufe übernimmt allmählich das Präludium, macht einen Umweg zu kleinem und wieder zurück und endet, wie es begann.

Aber dann kommt eine Note wie ein Ausruf, und Schweigen! Um uns noch mehr zu verwirren, folgt Bach dem Fugusthema mit einer Reihe von unmelodischen Sprüngen, so daß unsere Ohren den Schlüssel kaum unterscheiden können. Wie gesagt, alles über diese atypische Fuge ist richtig – es ist sogar ein äußerst reines Musikinstrument -, aber das neugierige Thema, nicht mehr als Sprung und Rhythmus, setzt den Zuhörer ständig auf den falschen Weg. Innerhalb eines einzigen Taktes von neun Schlägen schreibt Bach das musikalische Äquivalent einer optischen Täuschung. So wie Sie sich an eine regelmäßige Bewegung in vier gewöhnt haben, ruft Ihnen ein starker Ausruf des Themas plötzlich Aufmerksamkeit zu. Die Fuge geht auch über die Linien, zum Beispiel, wenn die Themen frühzeitig unterbrechen (diese spannungserhöhende Stretto-Technik kommt meist erst am Ende einer Fuge). Es tut dies auch am Anfang, wenn Bach kühl einen vierten Teil vorschlägt, indem er ein zusätzliches Thema einführt.

Das Wohltemperierte Clavier, BWV 846-893

Das Komponieren von 48 Tastenstücken in allen 24 Tasten war die Art von Herausforderung, die Bach genoss. In jedem der beiden Teile des Wohltemperierten Klaviers brachte er das musikalische Paar Präludium und Fuge 24 mal zusammen; Zwölf in Moll-Tasten und zwölf in Dur. In den Präludien gab er der Phantasie freien Lauf und zeigte in den Fugen mathematische Touren. Im Gegensatz zu der eisernen Disziplin musste sich Bach auf seine kirchlichen Kompositionen anwenden, hier konnte er sich auf die intellektuelle Spielerei verlassen, ohne sich um Fristen zu kümmern.

Der erste Teil des Wohltemperierten Claviers stammt aus dem Jahre 1722, obwohl er einige Musik enthält, die in den letzten fünf Jahren geschrieben wurde. Es gibt weniger Klarheit über die Geschichte des zweiten Teils. Bach kompilierte diese zweite Manuskript nur um 1740, obwohl wieder einmal einige der Präludien und Fugen es enthält Datum aus einer viel früheren Zeit. Bach beschrieb die Zielgruppe für diese Stücksammlung wie folgt: „Zum Nutzen und Gebrauch der Lehr-Begierigen Musikalischen Jugend, auch hier in diesem Studio schon habil seyenden besonderem Zeitvertreib“ (Für die Ausbildung des fleißigen musikalischen Jugendlichen und des Genusses von denen, die in diesem Material vertraut sind).

TITEL BWV 864 Präludium und Fuge in A-Dur

BEINAME Aus dem Wohltemperierten Klavier I

SERIE Das Wohltemperirte Clavier I

JAHR 1722 oder früher

STADT  Köthen (oder Weimar?)

RELEASE DATE  3. February 2017

RECORDING DATE  16. September 2016

LOCATION    Chevreuse, France

HARPSICHORDIST –  Pierre Hantaï

HARPSICHORD
William Dowd (1984) en Bruce Kennedy (1994) Frankrijk, naar Michael Mietke

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all-of-bach-bwv-864

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„Ich wünsche viel Freude“ mit der Neuveröffentlichung !

Grüße sommerk

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(P.S. Ich bitte um Entschuldigung!

Mein Entwurf ist  irrtümlich unfertig veröffentlich worden.

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ALL OF BACH veröffentlichte am 16.12.2016 von J.S. Bach das BWV 869 „Präludium und Fuge h-Moll“


Info: J.S. Bach BWV 869 „Präludium und Fuge h-Moll“ (Wohltemperiertes Klavier)

„Präludium und Fuge h-Moll“, BWV 869, beenden den 1. Teil des Wohltemperierten Klaviers, einer Sammlung von Präludien und Fugen für Tasteninstrumente von Johann Sebastian Bach.

Das Präludium ist vom Satztyp her eine italienische Triosonate, nach dem Vorbild von Arcangelo Corelli. Zukunftsgewandt ist jedoch die zweiteilige Form mit Wiederholungszeichen, die dann in der Vorklassik aufgenommen wird, und die originale Tempobezeichnung Andante. Die Linienführung wird im Verlaufe des Stücks sukzessive erweitert: Der erste Formteil ist durch zwei Kadenzen (Tonikaparallele D-Dur in Takt 7 und Dominante fis-moll in Takt 12) gegliedert. Im zweiten Teil werden dagegen nach der fis-Moll-Kadenz in Takt 27 weitere Kadenzierungen umgangen.

Theoretisch könnte das Stück nach Takt 42 zu Ende sein; Bach fügt hier jedoch einen Trugschluss und eine fünftaktige Coda hinzu, die in ihrer Chromatik auf die Fuge hinweisen.

Das Fugenthema ist außergewöhnlich. Es enthält alle zwölf Stufen der chromatischen Tonleiter; melodisch stimmt der Beginn mit dem ersten Thema aus der Fis-Moll-Fuge des 2. Teils überein. Eingerahmt wird diese Chromatik von zwei fallenden Moll-Dreiklängen in der Tonika und der Dominante, kombiniert mit sechs fallenden Halbtonschritten. Das Thema erscheint insgesamt 14 Mal; nach der vierstimmig geführten Exposition, die in Takt 16 endet, erfolgen nur noch zehn Themeneinsätze, und zwar ausschließlich in den drei Unterstimmen. Das chromatisch geprägte, ausdrucksstarke Thema verwendet Bach weder zu Engführungen noch zu Umkehrungen. Die Chromatik wird durch mehrere diatonische Zwischenspiele aufgelockert, deren Motiv in Takt 23/24 des Präludiums vorweggenommen ist. An mehreren Stellen, so zum Beispiel in Takt 19 im Alt und in Takt 28 im Tenor, erscheinen in diesen Zwischenspielen wie in einem Anlauf zunächst nur die drei ersten Noten des Themas, bevor es jeweils zwei Takte später in seiner Vollständigkeit erklingt. Ähnlich wie im ersten Kyrie der h-Moll-Messe verzichtet Bach auch in der h-Moll-Fuge auf eine Schlusssteigerung.

Mit 76 Takten und einem geforderten Largo-Tempo ist dies die längste, expressivste und eine der tiefgründigsten Fugen im Wohltemperierten Klavier. Philipp Spitta schreibt: Der Ausdruck des Schmerzes ist hier fast zum Unerträglichen gesteigert.

Info von ALL OF BACH zum BWV 869

Bach vervollständigt den Kreis mit Melancholie.

Bach hatte seine Schüler schon 23 Mal auf die Probe gestellt. Nur ein weiterer Schlüssel zu gehen und der Kreis der beispiellosen contrapuntal Erfindungen wäre abgeschlossen. Was würde Bach tun, jetzt war er in den letzten Stücken angekommen? Würde er sich selbst übertreffen, indem er noch mehr Techniken kombiniert oder in der Einfachheit abschließt und damit das Herz des Zuhörers erobert?

Bach gelang es selbstverständlich, auch wenn der technische Einfallsreichtum in diesem Präludium und der Fuge in h-Moll ein wenig weniger offensichtlich ist. Beide Stücke sind so perfekt proportioniert, dass Bach praktisch auf irgendwelche Tricks verzichtet, um die Spannung zu erhöhen.

Das Präludium ist eine Trio-Sonate. Oberhalb eines ruhig fortschreitenden Basses verschmelzen zwei Oberteile eng miteinander. Fünf Takte vor dem Ende kommt die Überraschung eines „Trugschlusses“, ein fast-aber-nicht-endet. Und weil dies uns schon betrogen hat, lässt Bach dann den Bassanweiser in den echten Schlussakkord eine halbe Bar ‚zu früh‘.

Die Fuge, die die längste im ganzen Wohltemperirte Clavier ist, ist bemerkenswert streng im Bau. Das Thema hingegen verwendet alle Töne der Oktave – extravagant und protzig -, als wollte Bach den Punkt der Sammlung noch einmal unterstreichen. Die Musik bewegt sich, aber nicht ohne Anstrengung, denn es gibt nur ein paar Zwischenspiele, um die Chromatik, die schwer zu verstehen ist, zu brechen. Bach Biograf Spitta schrieb, dass diese rührende Musik „machte den Ausdruck des Schmerzes fast unerträglich“. Und tatsächlich, obwohl Bach nicht wirklich eine Wahl hatte, stand die Tonart b-Moll für die Melancholie im Barock.

Das Wohltemperirte Clavier, BWV 846-893

Das Komponieren von 48 Tastenstücken in allen 24 Tasten war die Art von Herausforderung, die Bach genoss. In jedem der beiden Teile des Wohltemperirten Klaviers brachte er das musikalische Paar Präludium und Fuge 24 mal zusammen; Zwölf in Moll-Tasten und zwölf in Dur. In den Präludien gab er seiner Phantasie freien Lauf und zeigte mathematische Touren in den Fugen. Im Gegensatz zu der eisernen Disziplin musste sich Bach auf seine kirchlichen Kompositionen anwenden, hier konnte er sich auf die intellektuelle Spielerei verlassen, ohne sich um Fristen zu kümmern.

Der erste Teil des Wohltemperirten Claviers stammt aus dem Jahre 1722, obwohl er einige Musik enthält, die in den letzten fünf Jahren geschrieben wurde. Es gibt weniger Klarheit über die Geschichte des zweiten Teils. Bach kompilierte diese zweite Manuskript nur um 1740, obwohl wieder einmal einige der Präludien und Fugen es enthält Datum aus einer viel früheren Zeit. Bach beschrieb die Zielgruppe für diese Stücksammlung wie folgt: „Zum Nutzen und Gebrauch der Lehr-Begierigen Musikalischen Jugend, auch hier in diesem Studio schon habil seyenden besonderem ZeitVertreib“ (Für die Ausbildung des fleißigen musikalischen Jugendlichen und des Genusses Von denen, die in diesem Material vertraut sind).

RELEASE DATE  16 December 2016
RECORDING DATE  21 December 2015
LOCATION  Bennebroek
HARPSICHORDIST  Bob van Asperen
HARPSICHORD Michael Johnson, Fontmell Magna, Engeland 1979, after Pascal Taskin/Johannes Goermans

Video: J.S. Bach BWV 869 „Präludium und Fuge h-Moll“

all-of-bach-bwv-869

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Herzliche Grüße

sommerk

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Die 59. Corveyer Musikwochen beginnen am 9. Mai 2013 bis 9. Juni 2013


Die 59. Corveyer Musikwochen

beginnen am 9. Mai 2013. Weitere Informationen zu Eintrittskarten und anderen Veranstaltungen im Schloss Corvey erhält der Besucher unter folgender

Link-Adresse:

www.schloss-corvey.de

         Schloss Corvey Höxter  –  (Fotorechte: Schloss Corvey, Peter Knaup, Paris)

Anspruchsvolle Musik in einer Vielfalt, die für jeden Geschmack etwas bietet.
Die 59. Auflage des Festivals läuft vom 9. Mai 2013 bis zum 9. Juni  2013 und führt in fünf Konzerten vor allem Ensembles mit Sitz in NRW in die ehemalige Reichsabtei. Wie ein Roter Faden zieht sich die Musik des Komponisten Johann Sebastian Bach durch die Konzerte in der ehemaligen Abteikirche und im Kaisersaal des Schlosses.

Zum Auftakt am 9. Mai 2013 mit der Westdeutschen Sinfonia Leverkusen unter Leitung von
Dirk Joeres erklingen in der Abteikirche Beethovens 6. Symphonie „Pastorale“ sowie Werke
von Haydn und Mendelssohn Bartholdy.

Die Neue Bachgesellschaft e.V. feiert am 12. Mai 2013 im Kaisersaal den Abschluss des Bach-Festes Detmold 2013 in Corvey. Bei diesem Konzert wird das Detmolder Ensemble „hfm brass“ Werke von Bach, Händel, Gabrieli und Byrd spielen. Das Delian Quartett, das von einem der weltbesten Bandoneon-Spieler, Per Arne Glorvigen aus Norwegen, begleitet wird, interpretiert am 26. Mai im Kaisersaal Werke des Tango-Spezialisten Astor Piazzolla sowie Kompositionen von J.S. Bach und Schostakowitsch.

In kleiner Besetzung, etwa 25 Musiker, kommt zum Abschluss am 9. Juni die Nordwestdeutsche Philharmonie mit Werken von Bach, Mozart, Tschaikowskij und Janacek in den Kaisersaal.

Infos und Karten gibt es beim
Kulturkreis, Tel. (0 52 71) 69 40 10.

Beatrix Meise
Konzertkartenverkauf,  (Mo.-Do. 8-13 Uhr)

EMail: b.meise(at)schloss-corvey.de

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Hier können Sie Ihre Plätze direkt im Saalplan buchen (Suchbegriff Corvey)

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Erstmals sind zwei Konzerte – eines in Corvey, das andere in Detmold – auch mit Übernachtung und Essen individuell buchbar.

Link: www.schloss-corvey.de

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