Archiv der Kategorie: Berühmte Organisten

ALL OF BACH veröffentlicht den Orgelchoral – BWV 766 „Christ, der du bist der helle Tag“

ALL OF BACH veröffentlicht den Orgelchoral – BWV 766 „Christ, der du bist der helle Tag“

J.S. Bach ist eindeutig von den Variationen seines Lehrers Böhm beeinflusst worden.

Natürlich will sich niemand über Spekulationen über die Datierung von Musik verbrennen, die nicht einmal in Bachs eigener Schrift überliefert worden ist. Aber trotz des Fehlens schlüssiger Beweise scheinen die Variationen, die Bach auf den Choral Christus schrieb, leicht zu platzieren. Die meisten Bach-Forscher stimmen darin überein, dass Bachs Variation für Orgel entweder aus seinen jüngeren Jahren stammen oder am Ende seiner Karriere entstanden sind. Bei dieser Choralpartita ist der Einfluß von Böhm deutlich zu erkennen. Er schrieb viele Variation Werke für Orgel und war Bachs Lehrer an der Michaelisschule in Lüneburg. Neben Kompositionstechniken, die oft von Böhm verwendet werden, zeigt das Werk auch seinen Einfluß in der Konstruktion.

Zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts folgte eine einfache Einstellung der Hymne selbst, die in diesem Fall eine feierliche warme Melodie hatte, eine mehr oder weniger feste Ordnung der Arrangements. Die erste Variante war eine zweiteilige Anordnung, die auch in der Vergangenheit als „Bicinium“ bezeichnet wird. Die letzte Variation war eine Gigue, ein schneller Tanz, der oft auch barocke Instrumentalsuiten endete. Die dazwischen liegenden Variationen betrafen mehrschichtige Anordnungen, die ihren Charakter veränderten. Hier ist die Melodie in der mittleren Stimme in der vierten Variation.

Übrigens, nach dem schnellen Dancy-Finale, enthalten drei der fünf überlebenden Exemplare dieses Werkes auch eine Extravariation. Die Melodie befindet sich im unteren Teil, die Verdoppelung von ’se piace‘, oder ‚frei‘, im Pedal, als wollte sie unterstreichen, dass es sich um ein Orgelwerk handelt. Umgekehrt könnte es aber auch so sein: dass das Werk ursprünglich für Cembalo konzipiert war und in der Heimat gespielt werden sollte, wo die Spielvarianten damals sehr beliebt waren. Und dann wäre die zusätzliche Variation später für die Performance auf einem Orgel – so mit Pedal hinzugefügt worden.

Chorale partitas, BWV 766-770

Die Choralpartita ist eine besondere Form der Choralgestaltung, da der Choral (oder Hymne) als Ausgangspunkt für eine Reihe von Variationen dient. Die Kunst der Variation war auf ihrem Höhepunkt im siebzehnten Jahrhundert. Normalerweise wurde ein Volkslied als Ausgangspunkt für eine Reihe von Variationen genommen, die in Schwierigkeiten und Schnelligkeit zunahmen. Das Genre war nicht auf Tasteninstrumente beschränkt. Der blinde niederländische Rekorder und Carillonspieler Jacob van Eyck war auch ein Meister in der Technik, zum Beispiel. Die fünf Kompositionen von Bach, die den Namen chorale partita tragen, stammen nicht aus einer einzigen Quelle, noch sind sie datiert, aber es wird angenommen, dass sie in seinen jugendlichen Jahren entstanden sind und möglicherweise später überarbeitet wurden.

all-of-bach-bwv-766

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„Ich wünsche viel Freude“ mit der Neuveröffentlichung !

Grüße sommerk

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Weitere Angaben:

BWV 766
Title: Partite diverse sopra: Christ, der du bist der helle Tag
genre organ work (chorale partita)
year before 1710
City Lüneburg?

release date 17 February 2017
recording date 24 August 2015
LOCATION Stiftskirche St. Georg, Goslar-Grauhof
ORGANIST Theo Jellema
organ Christoph Treutmann-Orgel, 1731
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ALL OF BACH – veröffentlichte von J. S. Bach das Orgelwerk – BWV 545 „Präludium und Fuge C-Dur“

ALL OF BACH – veröffentlichte von J. S. Bach das Orgelwerk –

BWV 545 „Präludium und Fuge C-Dur“


Präludium (, Trio) und Fuge C-Dur / BWV 545

Präludium
Fuge

Arnstadt
Weimar

Trio
Mühlhausen

Leipzig
Meister-/ bzw. Standardwerk

C-Dur
Mehrere Fassungen

Entstehungszeit: (Arnstadt/Mühlhausen-) Weimar / Leipzig

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The Grote Kerk or St.-Bavokerk in Haarlem

                                  The Grote Kerk or St.-Bavokerk in Haarlem (Holland)

In diesem vielgespielten Standardwerk hat Bach zu einer Sicherheit und Konzentration der Gesamtformung, zu einer präzisen Geschmeidigkeit und Plausibilität im einzelnen gefunden, die lange dazu verführte, eine spätere Entstehungszeit als die tatsächliche anzunehmen – so sehr tritt hier uns das entgegen, was wir als den typisch “klassischen” Bach ansehen. Es ist ja besonders der sich hier abrundende Bachsche “C-Dur-Stil” gewesen, der nachfolgenden Generationen als zeitlos-beispielhaft erschienen ist. Nicht von ungefähr begeistert sich etwa ein Mendelssohn gerade für die Fuge aus BWV 545, deren Schluß er sich – wie er in seinen “Reisebriefen” schildert – immer und immer wieder vorspielt: es sind die klassisch-romantischem Empfinden so entgegenkommende harmonische Auffassung (mit für die Entstehungszeit moderner Betonung des authentisch-dominantischen Elements) und die perfekte, von spezifisch barocker Kräuselung freie Glätte, die ihn so für das Stück eingenommen haben mögen.

Die Musikwissenschaft hat inzwischen nachgewiesen, daß das Werk in einer ersten Endfassung bereits vor 1717, also in Weimar fertig vorgelegen hat (Abschrift des in Weimar wirkenden Bachvetters Johann Gottfried Walther, 1684-1748). Darüber hinaus sind zwei Weimarer Frühfassungen belegbar (545a, vollständig erstmalig 1964 veröffentlicht) bzw. aus einer wahrscheinlich auf den Weimarer Bachschüler Johann Tobias Krebs zurückgehenden, nach B-Dur transponierten Version (545b, Erstveröffentlichung 1959) erschließbar.

Diese Frühfassungen fordern dazu heraus, eine Arnstädter/Mühlhausener Urfassung anzunehmen, in der Präludium wie Fuge (noch ohne das unabhängig entstandene, erst der Weimarer Endfassung beigegebene a-moll-Trio) in allen wesentlichen Zügen bereits existierte. Nur so sind derzeit Eigentümlichkeiten des Präludiums in beiden Frühfassungen erklärbar. Während die dreitaktige Introduktion der Endfassung hier noch grundsätzlich fehlt, ist die Situation hinsichtlich der dreitaktigen Schlußcoda unterschiedlich: in 545a fehlt sie ganz, in 545b lautet sie anders als in der Endfassung.

Die Lösung ergibt sich aus einer Rücktransposition von 545b nach C-Dur: die Codatakte reichen nunmehr bis zum hohen d′′′ hinauf. Dieser Ton war auf der Weimarer Schlossorgel nicht vorhanden, wohl aber auf den Orgeln zu Arnstadt und Mühlhausen. Um das Stück in Weimar spielbar zu machen griff man zu verschiedenen Mitteln: (wohl) Bach selbst strich einfach die unspielbare Coda und beließ es im übrigen zunächst bei der Urfassung. Das wäre die uns überlieferte Fassung 545a. (Wohl) J.T. Krebs wählte einen anderen Weg; er transponierte die Urfassung, deren Fuge Bach mittlerweile zur Form der späteren Endfassung revidiert hatte, nach B-Dur hinunter.

Dadurch wurde das d′′′ zu einem c′′′, das die Weimarer Orgel zu bieten hatte. (Weitere Eigentümlichkeiten von 545b in der uns überkommenen Gestalt siehe Schlußbemerkung). Zur endgültigen Lösung des Problems schritt dann wieder Bach selbst, indem er eine neue, den Weimarer Orgelverhältnissen Rechnung tragende Coda komponierte und gleichzeitig dem Präludium eine inhaltlich mit der Coda korrespondierende Introduktion voranstellte; dazu fügte er als Mittelsatz zwischen Präludium und Fuge die Frühfassung des a-moll-Trios bei. Eine in Leipzig nach 1730 entstandene Fassung letzter Hand unterscheidet sich in Präludium und Fuge kaum von der Weimarer Endfassung (verbesserte Lesarten); das Trio hingegen wurde eliminiert und in revidierter Fassung der Orgeltriosonate Nr.5 (BWV 529) als langsamer Satz zugewiesen.

Anmerkung zu BWV 545b:

BWV 545b ist ein Arrangement, dessen Echtheit bis in jüngste Zeit sehr in Zweifel wurde und darum zunächst keine Aufnahme in die NBA gefunden hat. Inzwischen wird es aber demjenigen Bestand an bisher angezweifelten Werken zugerechnet, “für die […]” – so heißt es im Vorwort zu NBA IV/11 (S. V) – “Bachs Autorschaft nach heutigem Wissen entweder als gesichert gilt oder zumindest ernsthaft in Betracht zu ziehen bleibt”; dementsprechend ist BWV 545b in diesen Band der NBA mit einbezogen worden. Die Quelle für BWV 545b wurde 1959 in London erstmals veröffentlicht; sie stammt aus dem 18. Jahrhundert (England vor 1772). Da sie den Tonumfängen nach in England damals auf keiner Orgel gespielt werden konnte, muß ihre Vorlage aus Kontinentaleuropa stammen. Sie enthält das Präludium in Urfassung nach B-Dur transponiert, ein 14taktiges Adagio unbekannter Herkunft, dann einen spieltechnisch sehr anspruchsvollen und langwierigen Triosatz in g-moll, der auf eine Frühform des 3. Satzes der Gambensonate BWV 1029 (für Streichtrio) zurückgehen muß, sodann ein viertaktiges Tutti unbekannter Provenienz und die Fuge in der revidierten Fassung nach B-Dur transponiert. Über den Weg dieser Version nach England gibt es nur interessante Vermutungen. Ob dieses kuriose Konglomerat jemals Eingang in ein Programm mit Bachscher Orgelmusik finden wird, bleibt dahingestellt.

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The Müller-Orgel in The Grote Kerk or St.-Bavokerk in Haarlem.

      The Müller-Orgel in The Grote Kerk or St.-Bavokerk in Haarlem. (Disposition Müller-Orgel)

RELEASE DATE 27 January 2017
RECORDING DATE 22 September 2016
LOCATION St.-Bavokerk, Haarlem
ORGANIST Bart Jacobs
ORGAN Müllerorgel

all-of-bach-bwv-545

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„Ich wünsche viel Freude“ mit der Neuveröffentlichung !

Grüße sommerk

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Die 54. Haller Bach-Tage 2017 finden vom 27. JANUAR bis zum 12. FEBRUAR 2017 statt.

 

Die 54. Haller Bach-Tage 2017 finden vom 27. JANUAR bis zum 12. FEBRUAR 2017 statt.

haller-bachtage-2017

Seit 1963 bietet die Stadt Halle (Westf.) – in Zusammenarbeit mit der Johanniskantorei der evangelischen Kirchengemeinde – im Februar 10 Tage konzentrierten Musik-und Kunstgenuss. 

Unser Repertoire umfasst Musik aus den Bereichen: Barock – Kammermusik – Chorwerke – Modernes und Experimentelles – Kinderkonzert – Orgelmusik – Orchesterkonzert – Geistliches und Atmosphärisches.

Halle in Westfalen gehört nicht eben zu den großen Kulturmetropolen dieser Welt. Aber, einmal im Jahr blickt die Musikwelt dennoch beneidenswert auf das 21.000-Einwohner-Städtchen in der Nähe von Bielefeld so bezaubernd am Teutoburger Wald gelegen. 

Der Grund: die Haller Bachtage.

Link zum Programm:  http://www.haller-bach-tage.de/hbt-aktuell/programm/

 

Hauptveranstaltungsort: St. Johanniskirche Halle (Westf.)

Hauptveranstaltungsort: St. Johanniskirche Halle (Westf.)

ERÖFFNUNGSKONZERT

Fr, 27.01.2017, 20:00 Uhr

Viele Pfeifen – eine Flöte
Musik für Flöte und Orgel

Johann Sebastian Bach (1685—1750)
Sonate E-Dur BWV 1035
für Flöte und Basso continuo
Adagio ma non tanto – Allegro – Siciliano – Allegro assai

Kazuo Fukushima (*1930)
Mei für Flöte solo

Jean-Marie Leclair (1697—1764)
Sonate e-moll op. 9, Nr. 2
für Flöte und Basso continuo
Dolce – Allemanda – Sarabanda – Minuetto

Johann Sebastian Bach
Zwei Choralbearbeitungen aus den Leipziger Chorälen für Orgel
Herr Jesu Christ, dich zu uns wend’ BWV 655
Von Gott will ich nicht lassen BWV 658

Frank Gerhardt (*1967)
Musik für Flöte und Orgel (2014/2015)

Engl. Anonymus um 1700
Greensleeves to a Ground
für Flöte und Basso continuo

Sigfrid Karg-Elert (1877—1935)
Ciacona f-moll aus: 30 Capricen op. 107 für Flöte solo

Max Reger (1873—1916)
Introduktion und Passacaglia d-moll ohne op.

Franz Lachner (1803—1890)
Elegie für Flöte und Orgel

Wolfgang Amadeus Mozart (1756—1791)
Andante C-Dur KV 315, Fassung für Flöte und Orgel

Ausführende : Sebastian Wittiber, Flöte ; Martin Lücker, Orgel

Sebastian Wittiber © Sebastian Wittiber

Flötist: Sebastian Wittiber

geboren in Frankfurt am Main. Mitglied des Hessischen Landesjugendorchesters und des Jugendorchesters der Europäischen Gemeinschaft unter Claudio Abbado, studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main bei Vladislav Brunner und wurde u. a. 1. Preisträger beim Wettbewerb Jugend musiziert.

1989 Mitglied des Sinfonie-Orchesters beim Hessischen Rundfunk, seit 1999 als 1. Solo-Flötist. Solokonzerte, CD-Einspielungen. Mitglied im Antares-Ensemble. Seit 2006/2007 musiziert er regelmäßig mit dem Dirigenten, Harfenisten und Pianisten Erik Nielsen zusammen sowie mit Martin Lücker (Orgel). Zusammenarbeitet mit Jota-Bläser-Quintett, Maalot-Bläser-Quintett und als Solo-Flöte zur Aushilfe in den Sinfonie-Orchestern des WDR, des BR, des NDR Hamburg, der Staatskapelle Dresden, der Deutschen Oper Berlin, des Mahler Chamber Orchestra und bei den Berliner Philharmonikern. Seit 2007 ist er Mitglied des Orchesters der Bayreuther Festspiele, seit 2014 Leitung der Flötengruppe. Seit 1999 ist Sebastian Wittiber Lehrbeauftragter für Flöte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main. Dort wurde er 2013 für den Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre nominiert und beurkundet.

Lücker, Martin © Lücker, Martin

Organist Martin Lücker

Wenige Organisten werden ein dermaßen großes Orgelrepertoire dauerhaft präsent haben wie er. Denn seit September 1983 spielt der Organist der Frankfurter St. Katharinenkirche 30 Minuten Orgelmusik. Mitten in Frankfurts turbulentem Herzen gibt er den Zuhörern zweimal wöchentlich die Möglichkeit, in geistreich konzipierten Programmen einen Überblick über die gesamte Breite der Orgelmusik zu gewinnen. Geboren 1953, wurde Lücker ausgebildet u. a. in Hannover bei Volker Gwinner und in Wien durch den legendären Anton Heiller. Umfassende Karriere als Konzertorganist, Juror, Lehrer bei Meisterkursen und Herausgeber.

Orgelkonzerte führten ihn in viele europäische Länder und nach Nordamerika.
Seine künstlerischen Erfahrungen, sein großes Wissen und seine Liebe zur Musik gab Martin Lücker von 1983 bis 2016 im Rahmen einer Orgelprofessur an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main weiter.

Zwischen Dezember 2016 und Juli 2017 wird Martin Lücker zum dritten Mal – nach Aufführungen 1985 und 1995 – in St. Katharinen an 17 Abenden das gesamte Orgelwerk von Johann Sebastian Bach spielen.

Karten zum Preis von 11 € ermäßigt 6,- Euro  sind erhältlich im Bürgerbüro der Stadt Halle (Westf.),
Tel.: 05201/183152

oder E-Mail: unter : kulturbuero@hallewestfalen.de

Rubrik
Musik / Konzerte

Veranstaltungsort

St. Johanniskirche, (Halle (Westf.)

Veranstalter:

Johanniskantorei und Stadt Halle (Westf.)

Kontaktdaten

Telefon: 05201 183164

Homepage: www.haller-bach-tage.de


Auf eine besondere Veranstaltung zu den Haller Bachtagen möchte ich Aufmerksam machen !

Das „Duo Ex Anima“

lädt herzlich ein zum Erzählkonzert: „Aus derSeele muß man spielen“

mit Werken von Johann Sebastian, Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel Bach im Rahmen der 54. Haller Bach-Tage am 31. Januar 2017 um 20:00 Uhr im Martin-Luther-Haus in Halle / Westf.

Link zu der Veranstaltung: 

http://www.haller-bach-tage.de/regional/veranstaltungen/erzaehlkonzert-900001042-22700.html

Herzlich Willkommen und beste Grüße!

Dr. Ulrich Kahmann, Herford


CHORKONZERT II (WIEDERHOLUNG) Abschluss-Konzert

Sonntag, 12.02.2017, 17:00 Uhr Altstädter Nikolai -Kirche, Bielefeld

Ludwig Meinardus (1827–1896)

Luther in Worms op. 36

Ausführende:

Catalina Bertucci, Sopran;  Annette Gutjahr, Alt

Herbert Lippert, Tenor

Markus Flaig, Bass-Bariton /  Matthias Vieweg, Bass

Bach-Chor der Johanniskantorei Halle.

Nordwestdeutsche Philharmonie

Leitung: Martin Rieker

Karten zum Preis von 18,- Euro

(die Plätze sind nicht nummeriert) sind erhältlich in der  Touristeninformation Bielefeld

oder bei konTicket Bielefeld, Bahnhofstr. 15 und im Bürgerbüro der Stadt Halle (Westf.),

Tel.: 05201/183152

oder unter: kulturbuero@hallewestfalen.de

Rubrik

Musik / Konzerte

Veranstaltungsort
.
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Altstädter Nikolai -Kirche Bielefeld

Veranstalter

Johanniskantorei und Stadt Halle Westfalen

Kontaktdaten

Telefon: 05201 183164

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ALL OF BACH veröffentlicht von J.S. Bach – Orgelchoral BWV 612 „Wir Christenleut“ in g-Moll

ALL OF BACH veröffentlicht von J.S. Bach – Orgelchoral BWV 612 „Wir Christenleut“ in g-Moll

Die Stiftskirche St. Georg ist eine bedeutende Barockkirche im Goslarer Ortsteil Grauhof.

Die Stiftskirche St. Georg ist eine bedeutende Barockkirche im Goslarer Ortsteil Grauhof.

Das Orgelbüchlein von Johann Sebastian Bach ist eine Sammlung choralgebundener Orgelstücke (Choralvorspiele), die er vor allem während seiner Amtszeit in den Jahren 1712 bis 1717 in Weimar komponierte (BWV 599–644).

Die Einzelsätze der Sammlung verbindet ein hoher künstlerischer Anspruch und der Gedanke der Verwendbarkeit sowohl im Gottesdienst als auch im Instrumental- und Kompositionsunterricht. Kennzeichnend für Bachs Choralsätze im Orgelbüchlein sind laut Christoph Wolff: „Dichte motivische Struktur und kontrapunktisches Raffinement (bis hin zum strengen Kanon) in Verbindung mit einer kühnen und ausdrucksstarken musikalischen Sprache sowie subtiler musikalisch-theologischer Textausdeutung. Jeder Satz erzielt proportionales Gleichgewicht, indem sich Manual- und Pedalstimmen elegant zu einer mustergültigen Orgelpartitur verbinden.“

Bach legte das neunzigseitige querformatige Buch wohl zu Beginn seiner Weimarer Zeit, also schon etwa 1708, an und trug bereits alle Titel der 164 geplanten Choräle ein. Damit legte er nicht nur fest, welche Chorale er hier einkopieren oder neuvertonen wollte, sondern auch, ob sie jeweils eine oder zwei Seiten à sechs Zeilen umfassen würden. Die Reihenfolge der Sätze ist, wie in Gesangbüchern bis heute üblich, die des Kirchenjahres. Etwa die Hälfte der Eintragungen sind Reinschriften, also Kopien bereits bestehender Werke.

Den ersten Teil, von Weihnachten bis Ostern, füllte er fast vollständig, danach treten allmählich immer größere Lücken auf – offenbar ist das doch sehr ehrgeizige Projekt nach und nach in den Hintergrund getreten, so dass er nach 1726 nur noch eine einzige vollständige Vertonung hinzufügte. Damit umfasst das Orgelbüchlein heute „46 ausgeführte Choralvorspiele“, wie ein unbekannter Schreiber zu Bachs Titel ergänzte.

Bach setzte den Titel erst um 1720 hinzu; er lautet:

Orgel = Büchlein
Worinne einem anfahenden Organisten
Anleitung gegeben wird, auff allerhand
Arth einen Choral durchzuführen, an-
bey auch sich im Pedal studio zu habi-
litiren, indem in solchen darinne
befindlichen Choralen das Pedal
gantz obligat tractiret wird.

1739, zur Zeit der Entstehung des Dritten Teils der Clavierübung, waren diese Sätze offenbar schon zu historisch, um darauf noch einmal zurückzugreifen; Bachs Choralbearbeitungen aus der späteren Zeit haben auch meist einen wesentlich größeren Umfang.

RELEASE DATE 13. January 2017
RECORDING DATE 24. August 2015
LOCATION Stiftskirche St. Georg, Goslar-Grauhof
ORGANIST Theo Jellema
ORGAN Christoph Treutmann-Orgel von 1731

Bach-Projekt: ALL OF BACH



Video:
 J.S. Bach – Orgelchoral BWV 612 „Wir Christenleut“ in g-Moll

all-of-bach-bwv-612

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Ich wünsche viel Freude !

Grüße sommerk

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ALL OF BACH veröffentlichte am 30.12.2016 den Orgelchoral – BWV 770 „Ach was soll ich Sünder machen“

ALL OF BACH veröffentlichte am 30.12.2016 den Orgelchoral – BWV 770

„Ach was soll ich Sünder machen“.

Bovenkerk, Kampen

                                          Bovenkerk, Kampen (Holland)

TRIBUT FÜR BÖHM

„Oh, was soll ich, ein Sünder, tun? Oh, wo soll ich anfangen?“ Sind die ersten Worte des Chorals, auf denen Bach diese Serie von Partitas oder Variationen basiert. Bach zeigt kein Zeichen solcher Zweifel, jedenfalls im musikalischen Sinne. Er beginnt mit einer relativ einfachen Harmonisierung der Choralmelodie (Partita 1), und er weiß auch, wie es weitergehen soll. Es folgt eine Reihe von 9 Variationen (Partitas 2 – 10).

Dieses Werk stammt vermutlich aus Bachs Zeit in Arnstadt, wo er zwischen 1703 und 1707 arbeitete. Es ist eine starke Ähnlichkeit mit den Choralpartitas von Georg Böhm (1661-1733), der 1697 den Posten des Organisten in der Johannes-Kirche in Lüneburg aufnahm, die Stadt, in der Bach zwischen 1700 und 1703 studierte. Wahrscheinlich hat Bach in diesen Jahren Musikunterricht bei ihm gehabt.

Nicht nur Bachs Partita, die auf dem Hymnus Ach basiert, wurde im typischen Böhm-Stil geschrieben, in einigen Details scheint es auch eine direkte Antwort und Hommage an Böhm zu sein. Der Beginn der fünften Variation scheint ein direktes Zitat aus dem dritten von Böhms Variationen des Chorals „Ach wie nichtig, ach wie flüchtig“ zu sein. Bach entstand sicherlich nicht im Vakuum, und hier hört man, wie er seinen musikalischen Hut zu einem großen Zeitgenossen zieht.

Chorale partitas, BWV 766-770

Die Choralpartita ist eine besondere Form der Choralgestaltung, da der Choral (oder Hymne) als Ausgangspunkt für eine Reihe von Variationen dient. Die Kunst der Variation war auf ihrem Höhepunkt im siebzehnten Jahrhundert. Normalerweise wurde ein Volkslied als Ausgangspunkt für eine Reihe von Variationen genommen, die in Schwierigkeiten und Geschwindigkeit zunahmen. Das Genre war nicht auf Tasteninstrumente beschränkt. Der blinde niederländische Rekorder und Carillonspieler Jacob van Eyck war auch ein Meister in der Technik, zum Beispiel. Die fünf Kompositionen von Bach mit dem Namen chorale partita stammen nicht aus einer einzigen Quelle, noch sind sie datiert, aber es wird angenommen, dass sie in seinen Jugendlichen entstanden und möglicherweise später überarbeitet worden sind.

RELEASE DATE 30 December 2016
RECORDING DATE 2 October 2015
LOCATION Bovenkerk, Kampen
ORGANIST Elske te Lindert
ORGAN Hintz orgel

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Video: Orgelchoral – BWV 770 „Ach was soll ich Sünder machen“.

all-of-bach-bwv-770

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Ich wünsche allein ein gesegnetes und glückliches neues Jahr !

Herzliche Grüße

sommerk

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ALL OF BACH veröffentlichte am 24.12.2016 von J.S. Bach das BWV 710 – Orgelchoral: „Wir Christenleut“

Von All of Bach gab es zu Heiligabend eine Überraschung, dass sie von J.S. Bach den Orgelchoral – BWV 710 „Wir Christenleut“ aus der Kirnbergerschen Sammlung veröffentlicht haben.

Johann Philipp Kirnberger * 24. April 1721 in Saalfeld/Saale; † 27. Juli 1783 in Berlin – war ein deutscher Musiktheoretiker und Komponist.

Durch Kirnbergers Sammeltätigkeit ist eine ganze Reihe von Werken Johann Sebastian Bachs überliefert – am bekanntesten ist die sogenannte Kirnberger-Sammlung mit den Choralbearbeitungen BWV 690–713.


Info: BWV 710

„Weniger lustig als der Text zu erwarten hat“, so Peter Williams, Autor des unübertroffenen Buches Die Orgelmusik von J.S. Bach, beschrieb diese Anordnung eines Weihnachtsliedes. Und es ist nur zu wahr. Aber was stört ihn genau? Die alte Choralmelodie, auf die der sächsische Hofprediger Kaspar Füger seine freudigen Worte am Ende des sechzehnten Jahrhunderts schrieb, ist in einem kleinen Tonfall. Und es ist keine sehr abenteuerliche Melodie, da die etwas deprimierte Melodie nicht mehr als fünf aufeinander folgende Töne überspannt. In dieser Anordnung ist die Melodie im Pedal. Das Glück beschränkt sich auf die beiden reich geschmückten Oberteile, obgleich ihr lebhaftes Geschwätz ihnen den Vorteil für eine Weile in den intermittierenden Schweigen des Pedals leiht. Aber das ist nur für einen Augenblick jedes Mal, und die beiden Welten kommen nicht näher zueinander. Und Bach ist kein Meister der Wiederholung von Zügen. Nach zwei Minuten hat er gesagt, was er zu sagen hatte.

Kirnbergerschen Sammlung, BWV 690-713

Bach schätzte viele seiner Kompositionen, sorgte dafür, dass sie gesammelt oder recycelt wurden und – wenn überhaupt – veröffentlicht wurden. Aber es gibt auch Stücke, die das Boot verpasst haben, wie die vierundzwanzig frühen Orgelkompositionen heute bekannt als die Kirnbergerschen Sammlung. Das Überleben dieser Werke verdanken wir dem Bachschüler Johann Kirnberger, der nach dem Tod seines Meisters 24 Orgelkompositionen sammelte. Die auffälligste Sache über diese Sammlung ist ihr Mangel an Zusammenhalt. Die einzige Ähnlichkeit zwischen den Arbeiten ist, dass sie wahrscheinlich alle aus der Zeit vor 1710 stammen.

BWV 710  TITEL: „Wir Christenleut“
GENRE: Orgelwerke (Choralbearbeitungen)
SERIE: Kirnbergerschen Sammlung
JAHR: Vor 1710
STADT: Mühlhausen oder Weimar

RELEASE DATE 24 December 2016
RECORDING DATE 24 August 2015
LOCATION Stiftskirche St. Georg, Goslar-Grauhof
ORGANIST Theo Jellema
ORGAN Christoph Treutmann, 1731

Disposition:  Treutmann-Orgel in Goslar-Grauhof


Video:  Orgelchoral – BWV 710 „Wir Christenleut“

all-of-bach-bwv-710

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Grüße

sommerk

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ALL OF BACH veröffentlichte am 23.12.2016 von J.S. Bach das BWV 700 – Orgelchoral „Vom Himmel hoch“

ALL OF BACH veröffentlichte am 23.12.2016 von J.S. Bach das BWV 700 –

Orgelchoral „Vom Himmel hoch, da komm ich her“

Info: BWV 700 „Vom Himmel hoch, da komm ich her

„Vom Himmel hoch, da komm ich her“ ist ein hymnischer Text über die Geburt Christi, geschrieben von Martin Luther im Jahre 1534. Die Hymne wird am häufigsten zu einer Melodie gesungen, die zuerst erschien 1539 und wurde wahrscheinlich auch von Luther komponiert. Diese Version wurde ein klassisches Weihnachtslied, und viele Komponisten benutzten es in ihren Kompositionen.

In einem nicht von zeitgenössischen Quellen bestätigten Konto hätte Martin Luther 1534 „Vom Himmel hoch“ für die Weihnachtsfeier im Familienkreis geschrieben. Es ist nicht sicher, aber wahrscheinlich, dass Luther an eine szenische Darstellung gedacht hat. Der Text der Hymne wurde zuerst im Jahre 1535 veröffentlicht, die Melodie am häufigsten mit ihm im Jahre 1539 verbunden.

„Vom Himmel hoch“ erschien als Hymne mit 15 Strophen aus vier Zeilen im „Wittenberger Hymnal“ von 1535 unter dem Titel „Ein Kinderlied auf der Geburt Christi“. In dieser Veröffentlichung wurde der Text an die Melodie des damals wohlbekannten weltlichen Liedes „Ich komm aus frembden Landen her“ gekoppelt. Es war Luthers einziges contrafactum, das eine Melodie einer weltlichen Komposition für einen religiösen Text wiederverwendete.

Eine weitere frühe Veröffentlichung, die die 1539-Version der Luther-Hymne enthält, ist das Magdeburger Gesangbuch von Lotther aus dem Jahre 1540. Die 1539-Melodie wurde in verschiedenen Kompositionen verwendet, in Gesangskompositionen, die oft an Luthers Hymnentext gekoppelt sind. „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ wurde zu einem der beliebtesten Weihnachtslieder in Deutschland.

In den 1560er Jahren verbreitete sich die Hymne auf die Niederlande und die Britischen Inseln. „Vom Himmel auf Erden I Come“ wurde 1855 von Catherine Winkworth herausgegeben. Die schwedischsprachige Version („Av himlens höjd oss kommet är“) wurde zu einer der am häufigsten gesungenen lutherischen Hymnen Schweden und Finnland.

Nicht alle Einstellungen von Luthers Hymnentext nach seiner Veröffentlichung der 1539-Melodie beziehen sich auf diese Melodie: zum Beispiel Sethos Calvisius ‚frühe siebzehnten Jahrhundert-Motette vom Himmel hoch, da komm ich sie für den SSATTB-Chor leiht einige Motive aus dem „Ich kumm aus frembden Landen Ihre „Melodie, enthält aber nicht die 1539 Melodie. Die schottische Übersetzung, die im sechzehnten Jahrhundert Gude und Godlie Ballatis enthielt, wurde auf der Melodie eines Wiegenliedes (Balulalow) gesungen.

Aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erschien die Melodie in Orgelkompositionen, zB von Johannes Eccard, Adam Gumpelzhaimer, Hans Leo Hassler, Michael Praetorius, Samuel Scheidt (Görlitzer Tabulaturbuch, 1650) und Heinrich Scheidemann. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts gehören vierstimmige Choralvereinbarungen von Jacob Praetorius, Hassler und Calvisius. Zu den späteren Orgelkompositionen gehören die von Johann Pachelbel (Choralvorspiele, eins davon gedruckt in seinen Erster Theil etlichen Chorälen um 1693) und Georg Böhm (Choralvorspiel zum Thema „Vom Himmel hoch, da komm ich her“).

Johann Hermann Schein machte für drei Stimmen und Kontinuum eine Einstellung von „Vom Himmel hoch da komm ich her“, die unveränderte 1539 Melodie an die Tenorstimme. Sebastian Knüpfer schrieb eine Kantate für sechs Vokalsolisten, Chor und Orchester. Johann Christoph Bach setzt in seiner Motette „Vom Himmel hoch“ sechs Strophen auf, mein Herz und sieh dorthin, BWV Anh. 163. Auch Johann Mattheson schloß „Vom Himmel hoch“ in seinem Weihnachtsoratorium Die heilsame Geburt und Menschwerdung untern Herrn und Heilandes Jesu Christi (1715).

Johann Sebastian Bach stellte die erste Strophe von „Vom Himmel hoch“ als eines von vier Lobeshymnen der Weihnachts-1723-Version seines Magnificat. Er benutzte auch die Melodie dreimal in seinem Weihnachtsoratorium (1734). Der Choral „Ach, mein herzliebes Jesulein“ der die Strophe 13 der Luther-Hymne nutzt, schließt Teil I des Oratoriums.

J.S. Bach schrieb Orgel-Choralvorspiele basierend auf „Vom Himmel hoch“, vor allem BWV 606 in seinem Orgelbüchlein, BWV 700, 701, 738 und 738a. 1747 nutzte er das Choralthema für seine kanonischen Variationen über „Vom Himmel hoch da komm ‚ich her“ (BWV 769).


all-of-bach-bwv-700

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RELEASE DATE 9 December 2016
RECORDING DATE 2 October 2015
LOCATION Bovenkerk, Kampen
ORGANIST Elske te Lindert
ORGAN Hinsz organ

Ich wünsche allen ein gesegnetes Weihnachtsfest !

Herzliche Weihnachtsgrüße

sommerk

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