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Über wolfgang

'.... es ist keine Sprache noch Rede, wo man nicht ihre (meine) Stimme höre! BWV 76,1

Meine Beobachtungen zu J.E. Gardiners Bach-Biografie, die in Deutsch veröffentlicht wurde!

Meine Beobachtungen zu der Bach-Biographie von John Eliot Gardiner folgen nach den Angaben zu der Buch-Veröffentlichung in Deutsch.

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Eine Bach-Biografie von John Eliot Gardiner 

„BACH Musik für die Himmelsburg“

Eine große Bereicherung
Buchkritik vom 5.10.2016

Seit mehr als 40 Jahren zählt Sir John Eliot Gardiner zu den führenden Bach-Interpreten. Mit seinem Monteverdi Choir hat er weltweit konzertiert und erregte im Bach-Jahr 2000 großes Aufsehen mit seiner „Bach-Pilgerreise“, als er sämtliche 198 Kirchenkantaten Bachs in 59 Konzerten innerhalb eines Jahres aufführte. Parallel zu dieser praktischen Beschäftigung mit Bachs Kompositionen hat sich Gardiner immer auch für den Kontext der Musik interessiert: Er studierte die Autografe, las zeitgenössische Quellen und beobachtete die neuesten Forschungsergebnisse. Seine Erkenntnisse über Johann Sebastian Bach hat Gardiner nun in einem opulenten Buch zusammengefasst. Vor drei Jahren erschien die englische Erstausgabe, nun liegt die deutsche Übersetzung vor, unter dem Titel

„BACH Musik für die Himmelsburg“

Buch-Cover Bach

BUCHVERÖFFENTLICHUNG in Deutsch: von John Eliot Gardiner.

BACH „Musik für die Himmelsburg“

über Amazon:
Preis:
34,00 €
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Statt einer Rezension nur zwei entscheidende Beobachtungen im Bach-Buch von Sir Gardiner
Schade, das meiner Meinung nach grundlegende Stilmittel, das Sir Gardiner in der Bach’schen Vokalmusik treffend herausgearbeitet hat, dem ‚Welt-Rezensent‘ nicht aufgefallen ist.
Was ist also meiner Meinung nach ‚Bach’s Geheimrezept‘, das Sir Gardiner treffsicher analysiert? Schauen wir nochmal genau hin. ……

auf die Seiten 186 + 187:

Sir Gardiner zitiert dazu 2 Musiktheoretiker aus dem späten 16.Jahrhundert.

Johannes Susenbrotus (1484(85?) – 1542) und Henry Peacham d.Ä. (1546–1634)

Bach hatte ganz bestimmt von den beiden nie was gehört oder gelesen, aber es gelingt Bach aufzunehmen:

Die a) Rhetorisch-musikalische Figur der HYPOTYPOSIS

Den b) Ausdruck des Textes als PATHOPOEIA

a) meint: musikalische Themen werden eher ‚gesehen und vor Augen gestellt als gelesen oder gehört‘. Nicht nur laut-malerisch wird ein Thema interpretiert, sondern es geht tiefer in den Hörer hinein, es erscheint ihm plastisch vor Augen.

b) meint: ein Text oder eine Redeweise wird so intensiv gestaltet, daß im Hörer ‚eine heftige Gefühlerregung (Entrüstung, Angst, Hoffnung, Freude, Heiterkeit, Lachen u.a. erregt wird.
Keiner bleibt also mit a)+b) vom affektischen Aufnehmen unberührt‘.Bach’s Musik ist also mehr als Lautmalerei. Sie will so intensiv in den Hörer eingreifen, das mit mir etwas ‚passiert‘.
Sir Gardiner zieht als Vergleich die Aufführungen mittelalterlicher Mysterienspiele heran-, auch sehr treffend.
Meine Meinung: liegt hier das Geheimrezept des Bach’schen Musik-Kosmos. Damit kann Bach in der Hörerpersönlichkeit subkutan werden (unter die Haut gehen). Natürlich muß auch der Hörer dabei aktiv und sensibilisiert sein.

Ihr und Euer

Adamo
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Klingeltöne für das Smartphone-iPhone von der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen

Liebe Bachfreunde/innen!

Bestimmt klingelt auch Euer/Ihr Handy / iPhone öfters störend und fehl am Platze. Doch mit Bach-Kantaten kann nichts falsch sein und läßt aufhorchen. 

So hat die J.S. Bach-Stiftung St. Gallen auf ihrer website, als m4a-Datei ( ….) einen wahren ‚Bach-Pokal‘ (Bild vom Bach-Pokal dazufügen, sind leicht zu finden?) von Klingeltönen aus Bach-Kantaten bereitgestellt. Warum nicht mit Bach-Kantaten an’s Handy/iPhone aufmerksam gehen.

‚Schwingt freudig Euch empor‘ oder ‚Erschallet ihr Lieder‘-,  sind das nicht PASSENDE und TREFFENDEe Rufe um ‚Hallo‘ zu sagen?. Noch besser scheint mir BWV 140 zu sein: ‚Wachet auf, ruft uns die Stimme‘. Wer ganz freudig und  ‚GOTTLIEB‘  gestimmt ist, kann auch mit dem GLORIA (BWV 191) an sein unvermeidliches Gerät eilen und dementsprechend  ‚GOTTGEFÄLLIG‘  antworten.

MIr jedenfalls geht es mit Bach-Klingeltönen viel besser, ich bin gerne ‚ganz Ohr‘ und summe auch öfters mit. Jetzt klingelt es nicht mehr schnöde. 

Nein-,  ES ERSCHALLT, SCHWINGT MICH FREUDIG EMPOR, MEINE STIMME WACHT AUF, .. ich bin viel netter am Telefon.

Euer 

ADAMO

Bach Festtage 2016 in Köthen. Mein „Abend-Tagebuch“ in 4 Viertelkapiteln. Mein „Abend-Tagebuch“ meine letzte freie Seite!

Bach Festtage 2016 in Köthen. Mein ‚Abend-Tagebuch‘ 

Jetzt schlage ich DIE LETZTE FREIE SEITE meines ‚ABEND-Tagebuchs‘ auf:

Morgens Sonntagsgottesdienst in der Jakobskirche-, dann Gesprächs-Konzert über die 6 Cello Sonaten. Und endlich Volker Hagedorn mit seinem Buch über ‚Bach’s Welt. Viel gemütlich war dann es in dem angrenzenden Marstall-Gebäude. Wegen der Regenschauer wurden viele Veranstaltungen dahinein verlegt.

Dann hörte ich noch im noblen Bach-Saal einem Musiktheater zu. Danach am Nachmittag:

Abschied mit Konzerten für 2 Cembali von dem BACH KOLLEKTIV-, der wiederauferstandenen Köthener HOFKAPELLE-, dazu wunderbare Violinkonzerte.

Und nicht zu vergessen-, meine Gastgeberin: Ich bin dankbar, daß ich vier Nächte ein gutes Bett gefunden hatte. Auf meinen Wunsch gab es immer morgens für mich frischen angemachten Quark und Tomaten.

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Doch-, jetzt muss ich doch noch meinen BACHKÜLLER loswerden. Er hatte mich, nachdem ich dieses CÖTHENER BACHHEFT Nr.12/2004 gelesen hatte, immer wieder bedrückt.

‚PEINLICH FÜR EINEN REICHSFÜRSTEN LEOPOLD! –

Die Reisekasse war leer-, So was kam im Hause des Klein-Fürsten zwar immer mal vor, aber jetzt betrifft dieser ‚Notstand ‚ auch Bach selbst. Leopold A. von Anhalt-Cöthen mußte bereits früher als geplant mit seinem Hofstaat- und HOFKAPELLMEISTER aus Carlsbad abreisen. (Ungefähr Mitte Juni 1720). Bach hat also seine Maria Barbara NOCH LEBENDIG ANGETROFFEN. So erstöberte es ein seriöser Bachforscher (vgl.Köthener Bachhefte Nr.12/2004). Am 7.Juli 1720 wurde Maria Barbara begraben. Bach muss also beim Begräbnis dabei gewesen sein !!!

Bach ließ sich einige Monate später von seinen Fürsten und Freund Leopold A. von dem vorgeschriebenen ‚Witwer-Trauerjahr befreien und heiratete die ihm vom Zerbster Hof schon bekannte ‚SINGJUNGFER‘ Anna Magdalena Wilke. Derer beider Tochter, die dann geboren wurde, war (oder durfte ?) nicht in der Kirche getauft werden.

Damit entfallen alle romantischen Vorstellungen von einem Bach, der aus CARLSBAD kommend nur noch am GRAB seiner Frau Abschied nehmen konnte.

(Zusammenfassung eines Aufsatzes von Günther Hoppe in den Köthener Bachheften)

Und damit schließe ich mein ‚Abend-Tagebuch‘

Adamo

 

Bach Festtage 2016 in Köthen. Mein „Abend-Tagebuch“ in 4 Viertelkapiteln. Mein „Abend-Tagebuch“: Kapitel IV

Bach Festtage 2016 in Köthen. Mein ‚Abend-Tagebuch‘ in 4 Viertelkapiteln. 

Mein „Abend-Tagebuch“: Kapitel IV

War ich doch gerade dem NACHTWÄCHTER begegnet, obwohl erst so langsam die Sonne untergeht. Aber heutzutage sind ja die Nachtwächter zugleich Stadtführer und halten Anekdoten von früher parat. Mein Fahrrad führte mich weg vom Nachtwächter und mit guten Gedanken bog ich in die Gasse, die zum ‚CÖTHENER BRAUHAUS‘ führt. Hatten hier in dieser idyllischen Gartenraststätte nicht Mareike und Anna (von Bach-by-bike) mir nach erfolgreicher Absolvierung der vollen Bach-Städte-Route 2015 eine URKUNDE verliehen. Sie beweist, daß ich die berühmte BACH-STÄDTE-PERLENKETTE (Mühlhausen) (Eisenach-Köthen ) letztes Jahr mit ihrer Gruppe VOLLSTÄNDIG abgradelt hatte.

Szenenwechsel:

Warum spielen eigentlich die Köthener Kinder, in der als Rasen-Skulptur gestalteten Figur des Baßschlüssels, so unbekümmert? Ganz einfach. Weil es hier im wieder ausgebauten Schloßhof eine viel frequentierte Musikschule gibt, weil das Gymnasium in der Wallstraße, ca.20 Meter von Bach’s 2. Wohnung entfernt ‚Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium heißt, und weil sich auf dem Schloßfest der Bach-Festtage viele Familien sehen ließen. Will sagen: Bach und Musikerziehung gehören hier einfach zum Leben und zur Ausbildung dazu.

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Szenenwechsel:

Da wird ein ehemals höfischer Reitstall umgebaut zum akustisch perfekten Konzerthaus. Sogar der elitäre Sir Eliot Gardiner urteilte: ‚Perfect ….,!‘ . Und dann tritt heute hier ein Weltstar auf: Francesco Tristano mit den GOLDBERG-VARIATIONEN (BWV 988) Genau: ‚The Goldberg City Variations Project‘.
Eine Legende, von Forkel überliefert, besagt, daß man beim Hören der Goldberg-Variationen einschlafen sollte. Doch ich muß jetzt dauernd bei Francesco Tristano die Augen öffnen. Denn Tristano ERBAUT aus den bachischen Tönen eine STADT!. Sein Klavierspiel wird übersetzt in grafische Strukturen und es erscheint auf der Großleinwand vor seinem Steinway der virtuelle Aufbau von Türmen, Straßen und Plätzen. Da staunte selbst der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt!
Mich erinnerte dieser ‚Weltuhraufführung‘ eher daran, daß man Bach auch Zahlenspiele (die Summe der Buchstaben seines Namens ergibt 14, usw.) zugeordnet hat. Warum nicht? Zur Einzigartigkeit von Bach-Musik braucht man ‚Erklärmuster‘. Denn Bach’s Musik SPRENGT ZEIT UND RAUM. Wir FÜHLEN UNS OFT ÜBERWÄLTIGT. So will ich mir bei Bach nicht alles erklären lassen. Ich schließe bei Bach Instrumentalmusik lieber zeitweilig die Augen. Hören ist schon anstrengend, dabei mit den Augen noch etwas erfassen und verstehen, ist einfach zuviel verlangt

Szenenwechsel:

Im Schloß von Leopold A. wird heute die sog. ‚Fruchtbringende Gesellschaft‘ als sprachflegerische Hüterin deutscher Sprache untergebracht. Schon Jahrhunderte vor Bach wurde sie in Köthen gegründet. Mich hat auch diese Ausstellung angesprochen. Gerade heute es wichtig ist, daß wir uns auf den Reichtum unserer deutschen Sprache besinnen. Jeder Chorleiter will, daß Aussprache und Verständnis nicht vernachlässigt werden. Manche Wortklaubereien in Bach’s Texten sind zwar heute vieldeutig. Wie heißt es so schön im Schlußchor des Weihnachts-Oratoriums: ‚Nun seid ihr WOHLGEROCHEN, VOR Eurer Feinde Schar.‘ Wir riechen nicht gut, wenn wir das Weihnachtsfest-Oratorium gehört haben. Sondern: ‚Ihr und Du, andächtiger Hörer, bist jetzt vor Gott GERECHT GESPROCHEN! Lebe neu auf!‘

Ich denke, um Bach’s und die Sprache des Textdichters Picander muß man sich auch etwas bemühen. Wie die Musik, so fällt einem auch nicht die Sprache einfach in den Schoß!

Jetzt falle ich in’s Bett. Morgen ist natürlich Gottesdienst in der Jakobskirche vorgesehen. Bach’s kleine Messe in a-Dur ertönt (BWV 235). Danach noch zwei Konzerte und dann endlich die Lesung von V.Hagedorn über ‚Bach’s Welt‘. Gibt es da noch einen ‚Bach-Knaller‘?

Gute Nacht

Adamo
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Video:  Johann Sebastian Bach
Variaciones Goldberg, BWV 988
[Clavier-Übung IV. Nürnberg, 1741-1742.
Aria mit verschiedenen Veraenderungen vors Clavicembal mit 2 Manualen/
Aria con variaciones diversas para clave con dos teclados]
Evgeni Koriolov, piano

Aria
Variatio 1. a 1 Clav.
Variatio 2. a 1 Clav.
Variatio 3. a 1 Clav. Canone all’Unisono
Variatio 4. a 1 Clav.
Variatio 5. a 1 ovvero 2 Clav.
Variatio 6. Canone alla Seconda a 1 Clav.
Variatio 7. a 1 ovvero 2 Clav. al tempo di Giga
Variatio 8. a 2 Clav.
Variatio 9. Canone alla Terza a 1 Clav.
Variatio 10. Fughetta a 1 Clav.
Variatio 11. a 2 Clav.
Variatio 12. Canone alla Quarta a 1 Clav.
Variatio 13. a 2 Clav.
Variatio 14. a 2 Clav.
Variatio 15. Canone alla Quinta a 1 Clav.
Variatio 16. Ouverture a 1 Clav.
Variatio 17. a 2 Clav.
Variatio 18. Canone alla Sexta a 1 Clav.
Variatio 19. a 1 Clav.
Variatio 20. a 2 Clav.
Variatio 21. Canone alla Settima a 1 Clav.
Variatio 22. a 1 Clav. Alla breve
Variatio 23. a 2 Clav.
Variatio 24. Canone all’Ottava a 1 Clav.
Variatio 25. a 2 Clav.
Variatio 26. a 2 Clav.
Variatio 27. Canone alla Nona a 2 Clav.
Variatio 28. a 2 Clav.
Variatio 29. a 1 ovvero 2 Clav.
Variatio 30. Quodlibet a 1 Clav.
Aria da Capo

Evgeni Koriolov, piano

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MDR-Video-Bericht aus Köthen

Link:  http://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/b/video-43944.html

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Bach Festtage 2016 in Köthen. Mein „Abend-Tagebuch“ in 4 Viertelkapiteln. Mein „Abend-Tagebuch“: Kapitel III

Bach Festtage 2016 in Köthen. Mein ‚Abend-Tagebuch‘ in 4 Viertelkapiteln. 

Mein „Abend-Tagebuch“: Kapitel III

DIE BRÜCKEN

Mein heutiger Tag stand im Zeichen Von DREI BRÜCKEN

Bachfest 2016 Köthen

                                                                         Bachfest 2016 Köthen

Gerade komme ich aus der beeindruckenden Aufführung der Johannes-Passion. Auch da wurde für mich eine-, sagen wir mal MORALISCHE BRÜCKE gebaut: Eine Brücke aus meinem/unseren KNECHTISCHEM VERHALTEN zur FREIHEIT. Denn in der Johannes Passion geht es nur um ein Ziel. Das meiner/ unsrer FREIHEIT. Wie der Choral es singt:

„Durch dein Gefängnis Gottes Sohn ist UNS DIE FREIHEIT KOMMEN …“

Dieser Choral gilt als Mitte der Johannes-Passion. Er wird symmetrisch eingerahmt von den Turba-Chören, Arien und Ariosi. Chor, Solisten und Dirigent versuchten zu uns, den Hörern diese BRÜCKE zu schlagen. Die handelnden Solisten traten aus dem Raum auf, sie deuteten auf UNS, UNSERE KNECHTSCHAFT und UNSERE Freiheit. Da braucht man sich nur mal die Texte der Choräle anzusehen: Individuum und Gemeinschaft werden angemahnt: ‚ICH, ICH und MEINE Sünden, Christus der UNS selig macht, In MEINES Herzens Grunde, als dann vom Tod errette MICH u.a..

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Video BWV 245 Johannes Passion

Johann Sebastian Bach
St John Passion, BWV 245

James Gilchrist, tenor (Evangelist)
Neal Davies, bass-baritone (Christus)
Lucy Crowe, soprano
Clint van der Linde, counter-tenor
Joshua Ellicott, tenor
Hanno Müller-Brachmann, bass-baritone

Zürcher Sing-Akademie
Zurich Chamber Orchestra
Sir Roger Norrington, conductor

London, Proms 2014

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Szenenwechsel:

Da gab es noch-, eine sagen wir mal, LUFTIGE BRÜCKE. Ganz oben, zwischen den Turmspitzen der Jakobskirche. Windig, doch sie spannt sich stabil vom einen zum anderen Turm. Von den Wasserspielen des Marktes schaute ich nach oben zu den gotischen spitzen Türmen. Ich dachte: ‚Ich muss mich schwindelfrei fühlen. Dann kann ich auch da hoch! Von einem Turm zum andern und mich dabei frei fühlen‘.

Szenenwechsel

Viele Köthener Straßen und Gässchen führten mich zu den authentischen Bachstädten. Aber das BUCKLIGE KOPFSTEINPFLASTER -, das Gerumpel hält auch der stärkste Gaul oder Fahrrad nicht aus. So war vieles an meinem Fahrrad locker geworden und ich musste zu einer Fahrrad-Werkstadt. Fachkundig waren nach 10 Minuten Schrauben und Muttern nachgezogen. Dann wollte ich bezahlen. ‚Nöö-, Sie sind doch unser Gast zu den Bachfesttagen. Ich verstand und dachte: Mit Bach im Rücken fährt man meistens GRATIS.

‚Danke-, lieber Fahrradhändler!‘. Eine-, sagen wir mal, MENSCHLICHE BRÜCKE zu den KÖTHENERN findet man hier schnell.

Morgen geht es neben den Konzerten zum großes Schlossfest.

Gute Nacht

Adamo

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MDR-Video-Bericht aus Köthen

Link:  http://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/a/video-43852.html

Alle Konzerte der Bachfesttage zeichnen sich durch eine eigens für Köthen entwickelte Dramaturgie, das Spiel mit Räumen, Kontexten und/oder Lichtdesign aus. Neben den „großen“ Konzerten von 60 bis 120 Minuten Dauer sind am Schlossfest-Wochenende eine Vielzahl von „Viertel-“ und „Halbkonzerten“ zu erleben, die rund 20 bzw. 40 Minuten dauern und an vielen verschiedenen kleinen Orten im Schloss und der Altstadt stattfinden.
Eigens für die Köthener Bachfesttage wurde dasBachCollektiv gegründet, für das 18 Musikerinnen und Musiker aus 11 Nationen und drei Generationen für eine gute Woche nach Sachsen-Anhalt kommen, um gemeinsam auf Bachs Spuren zu wandeln und mit dem Publikum zu feiern.

Link:   http://www.bachfesttage.de/konzerte/

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Bach Festtage 2016 in Köthen. Mein „Abend-Tagebuch“ in 4 Viertelkapiteln. Mein „Abend-Tagebuch“: Kapitel II

Bach Festtage 2016 in Köthen. Mein ‚Abend-Tagebuch‘ in 4 Viertelkapiteln. 

Mein „Abend-Tagebuch“: Kapitel II

DES HOFKAPELLMEISTERS SONNENBRILLE.

Nachdem ich am Vormittag kreuz und quer durch die Residenzstadt geradelt bin, steige ich den Rest des Tages mal aus.

Ein Highlight war da noch die Sonnenbrille mit der Aufschrift am Bügel: ‚HOFKAPELLMEISTER‘. Kostete nur €1,95 und gab’s in Leopold’s Schloss. Beim Schreiben des abendlichen Rückblicks stelle ich mir vor, dass Bach sie getragen und lässig dazu APERITIVO CRODINO genossen hat.

In Halle gibt es eine BIBLIOTHEK mit Inkunabeln und Folianten aus mindestens fünf Jahrhunderten. Nicht die Bib der Frankischen Stiftungen. Nein-, die MARIENBIBLIOTHEK gegenüber der Marktkirche, in der Händel bei Friedrich Wilhelm Zachow das Orgelspielen erlernte.

Auch nicht nur Theologie oder Hallensia-Sammlungen, auch Numismatika, Teufelsbuchliteratur, Medizin, Botanik, Musik und Sonne, Mond und Sterne. Mich interessiert besonders die Reiseliteratur aus dem 17. bis 19. Jahrhundert und die sog. Grand Tour von Fürsten und ihren Sprösslingen nach Italien. Diese ‚Kavalierstouren‘ sollten Horizonte junger Adliger erweitern, aber da junge Adlige oft anderes in Italien zu tun hatten, waren letztlich ihre Hofmeister die Ghostwriter. Fühlbar und außergewöhnlich darf man die Bücher vorsichtig streicheln, fotografieren (Fotoerlaubnis € 5,-) und exzerpieren.

Der Springbrunnen im Gartenhof des Händel-Hauses inspirierte mich nochmals zum Grübeln über die misslungenen Beziehungen von Bach und Händel. Wie bereichernd wäre die Musikgescichte weitergegangen, wenn beide sich nicht dauernd verfehlt hätten.

Gute Nacht und ‚ruht wohl, ihr heiligen Gebeine‘.

Adamo

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MDR-Video-Bericht aus Köthen

Link:  http://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/a/video-43852.html

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Bach Festtage 2016 in Köthen. Mein „Abend-Tagebuch“ in 4 Viertelkapiteln. Mein „Abend-Tagebuch“: Kapitel I

Bach Festtage 2016 in Köthen. Mein ‚Abend-Tagebuch‘ in 4 Viertelkapiteln. Mein „Abend-Tagebuch“: Kapitel I

Kapitel I: DIE KÖTHENER HOFKAPELLE

Ist sie wieder auferstanden? Die LEGENDÄRE KÖTHENER HOFKAPELLE-, vom Fürsten Leopold August von Anhalt-Köthen gefördert und vom besten Kapellmeister geführt, den es in diesen Zeiten gab:

Bach-Denkmal in Köthen

                                                       Bach-Denkmal in Köthen

JOHANN SEBASTIAN BACH.

J.S. Bach, von Leopold A. abgeworben in Weimar. Der, ausgehend von Veit Bach, in einer 200 Jahre zurückreichenden Musikerfamilie, also genetisch vorbelastet, hier in Köthen mit genialen Instrumental-Konzerten explodierende knapp 30jährige Bach. Noch verheiratet mit der ihm in Dornheim angetrauten Maria Barbara-, seine begabten Bach-Söhne wurden in diesem kleinen Residenzstädchen geboren.

ANDERE HOFKAPELLEN, wie die preußische in Berlin wurden EINGESPART. Frühere Arbeitgeber des jungen Bach, wie die Fürsten von Weimar oder die mit Religionsstreitigkeiten beschäftigten Pfarrer in Mühlhausen wollten den jungen Bach loswerden. Aber Leopold A. von Sachsen-Anhalt machte mit der Anstellung und freundschaftlichen Förderung von Bach in den mitteldeutschen Kleinstaaten seiner Zeit Furore. Und heute urteilen Bach-Experten: dies war die glücklichste Zeit in Bach’s kompositorischem Schaffen. Zwar ist ihm hier in Köthen seine erste Ehefrau weggestorben. Doch schon wenige Monate später heiratet er eine begabte, 19.jährige Kollegin. Eine SINGJUNGFER.
(Zur SINGJUNGFER folgt in meinem Abend-Tagebuch Kap.IV noch ein ‚Bach-Knüller‘ !!!)

Zuvor aber schon angemerkt: Maria Barbara Bach, geb.Bach (1.Frau) und Anna Magdalena Bach, geb.Wilke (2.Frau) verbergen für mich in ihrer Beziehung zum ‚ MANN BACH‘ noch ein Geheimnis. Näheres nach dem Vortrag von Volker Hagedorn, Autor eines aufsehenerregendem neuen Bach Buch ‚Die Welt Bach’s.‘

Heute abend in der lutherischen Kirche St.Agnes erschien die HOFKAPELLE ‚funkelnd und von Esprit sprühend‘:

Auferstanden als BACH-COLLEKTIV

Eine gute Nacht

wünscht Adamo

Anmerkungen:

-Viertelkapiteln sind ‚ganz kleine Kapitel‘
– Veit Bach gest.1619 in Wechmar (Ururgrossvater)
-17.10.1707 Trauung in Dornheim mit Maria Barbara Bach (Cousine 2.Grades)
-dann nur 365 Tage im Kirchendienst in Mühlhausen.
-seit 1708 Bach am Hof in Sachsen-Weimar
-dann 1717 – 1723 Bach in Köthen, ca.6.7.1720 stirbt Maria Barbara.
– wenige Monate später Hochzeit mit Anna Magdalena Wilke
-dann Umzug und bitteres Ende in Leipzig.

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MDR-Video-Bericht aus Köthen

Link:  http://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/b/video-43944.html

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