Erschreckende Horror-Preise und neue Entwicklungen für das kommende Bachfest 2018 in Leipzig!

Erschreckende Horror-Preise und neue Entwicklungen für das kommende Bachfest 2018 in Leipzig!

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Am Samstag, 10. juni 2017 kündigte das Bach-Archiv schließlich einen Knüller an. Zum Auftakt der nächsten Auflage 2018 werden an drei Tagen die 30 besten Bach-Kantaten zyklisch zu hören sein. Für den Leipziger Kantaten-Ring verpflichteten die Organisatoren einige der profiliertesten Bach-Ensembles unserer Zeit.

Die Karten kosten im Abonnement zwischen 100 und 500 Euro. Ohnehin wird sich das bislang kirchenlastige Bachfest im kommenden Jahr noch stärker in Richtung eines Musikfestivals entwickeln.

Davon zeugen die Aufführungen beider großer Bach-Passionen ebenso wie eine stärkere Einbindung des Gewandhauses als Spielstätte. Passionen, Klavierübung und Wohltemperiertes Klavier werden als Aufführungszyklen angeboten.

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Mitteilung vom Bach-Archiv Leipzig vom 10. Juni 2017

Vorschau auf das Bachfest 2 0 1 8
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Auch wenn das Bachfest Leipzig gerade erst begonnen hat, die Pläne für nächstes Jahr 2018 stehen schon fest.

„Wir haben mit Sir John Eliot Gardiner die Idee gehabt, die besten Bachkantaten mit den besten Interpreten in einem Kantatenring aufzuführen“, erläutert Alexander Steinhilber.

An zwei Tagen werden in zehn Konzerten 30 Bachkantaten als „Kantatenring“ aufgeführt.

Bachfest Leipzig 2017: Sir John Eliot Gardiner, Praesident des Bach-Archivs Leipzig, spricht zur Eroeffnung in der Leipziger Thomaskirche.  (Foto: Jens Schlueter/Bachfest Leipzig 2017)

Damit knüpfen die Veranstalter an den großen Erfolg des Kantatentages im vergangenen Jahr und in diesem Jahr an. „Wir werden als Zyklus ein komplettes Kirchenjahr simulieren vom 1. Advent, bis zum 27. Sonntag nach Trinitatis.“ Ein Kantatenmarathon der Durchhaltevermögen erfordert. Doch besonders Besucher aus dem Ausland interessierten sich für diese kompakten Angebote, sagt Alexander Steinhilber. „Die Menschen kommen nach Leipzig, um Bach an den Original Spielstätten zu erleben und da darf es dann auch gerne mal ein bisschen mehr sein.“

Eroeffnung Bachfest Leipzig 2017: Der Thomanerchor Leipzig, der ThomasSchulChor und das Haendelfestspielorchester Halle musizieren unter der Leitung von Thomaskantor Gotthold Schwarz. Foto: Jens Schlueter/Bachfest Leipzig 2017

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Veröffentlicht am 08.06.2017

Leipzig Ring of Cantatas at Bachfest Leipzig 2018
/ Leipziger Kantatenring im Bachfest Leipzig 2018
8-10 June 2018

The 30 best Bach Cantatas in one Weekend
10 Concerts in Bach’s Leipzig Churches
The Best Artists:

Sir John Eliot Gardiner
Ton Koopman
Hans-Christoph Rademann
Masaaki Suzuki
and St. Thomas‘ Boys Choir with Gotthold Schwarz

Information and tickets:

www.ringofcantatas.com
www.kantatenring.de

(c) Bach-Archiv Leipzig


Weitere Angaben können unter dem nachstehenden Link nachgelesen werden.

http://www.bachfestleipzig.de/de/bachfest/der-leipziger-kantaten-ring-das-bach-ereignis-2018

Es werden die 30 Bach-Kantaten genannt, die zur Aufführung ausgewählt wurden. Die Aufführungs-Termine, Interpreten und Orte/Kirchen sind einsehbar.

Kartenpreise
Kantaten-Ring-Gesamtpaket

Kaufen Sie das Gesamtpaket für alle Konzerte 1 bis 10 und erhalten Sie einen Rabatt von 30 % gegenüber den Einzelpreisen.

voll: € 500,00 | € 400,00 | 250,00 | 100,00
ermäßigt: € 450,00 | 350,00 | 200,00 | –

Kaufen Sie hier Ihr Gesamtpaket.

Einzelkarten

Kantaten-Ring 1, 5 und 10
Kartenpreise: € 105,00 | 80,00 | 52,00 | 21,00
ermäßigt: € 89,00 | 67,00 | 42,00 | 16,00

Kantaten-Ring 2, 4, 7, 8 und 9
Kartenpreise: € 82,00 | 65,00 | 42,00 | 21,00
ermäßigt: € 72,00 | 55,00 | 36,00 | 16,00

Kantaten-Ring Plus
Kartenpreise: € 44,00 | 37,00
ermäßigt: € 38,00 | 32,00

Kantaten-Ring 3 (Motette)
Eintrittsprogramm: € 2,00

Kantaten-Ring 6 (Gottesdienst)
Eintritt frei

Karten für die einzelnen Konzerte können ab dem Vorverkaufsstart des Bachfestes 2018 am 20. November 2017 erworben werden.

Hier können Sie den Flyer zum Kantaten-Ring herunterladen.

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Video: vom Bach Archiv zum Bachfest 2018 Leipzig

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7 Gedanken zu „Erschreckende Horror-Preise und neue Entwicklungen für das kommende Bachfest 2018 in Leipzig!

  1. margokata

    „An zwei Tagen werden in zehn Konzerten 30 Bachkantaten als „Kantatenring“ aufgeführt.“
    Wer genießt da noch? In einem solchen Marathon gehen wundervolle Einzelheiten unter und sogar verloren.
    Gesamtpaket 500€ wenn ich das richtig verstanden habe … somit ist das Bachfestival nichts mehr für den ganz normalen Musikliebhaber aus Leipzig, Umgebung und Deutschland, es ist der Geldelite vorbehalten und verfehlt damit den Zweck des volkstümlichen [wenn man das überhaupt noch so sagen darf] … Es werden damit zahlungswillige und -freudige Menschen jenseits der Grenzen zur BRD angezogen, die ein großartiges Spektakel erleben wollen und nicht „Bach’s Musik“ inhalieren, verinnerlichen möchten. Ich finde diese KulturEntwicklung, die nur noch auf Masse statt Klasse, Größtes, Höchstes! Bestes und damit auch Teuerstes aus ist, erschreckend und sehr traurig zugleich.

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  2. Volker Autor

    Du sprichst mir aus dem Herzen, liebe Katja, diese fatale Entwicklung habe ich mit Gardiner vorhergesehen. Er programmiert für sich als Selbstdarsteller „immer höher, immer weiter“ und vergisst dabei, dass die Herzen der Besucher angesprochen werden sollen. Das kann bei 30 Kantaten, die an zwei Tagen zu hören sind fast kaum in Einklang gebracht werden. Das entspricht nicht mehr Bachs Auftrag, mit seiner Musik Gott zu dienen.

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  3. sommerk

    Ich danke Euch für die abgegebenen Kommentare! Auf Facebook ist zu dieser Veröffentlichung von Volker eine rege Diskussion entstanden, die ich absolut begrüße. Viele Teilnhmer des Bachfestes sehen die entwicklung in Leipzig negativ. Ein Wahnsinn, sich in zwei Tagen 30 Kantaten anzuhören. Wenn man dieses Vorhaben besitzt, muss es auf Tage gestreckt werden und auch unbekannte Ensemble auftreten lassen. Jetzt hat auch Leipzig der Größenwahn infiziert und ist schwerlich wieder zu verändern.

    Muss ein Brite, (Gardiner) – Präsident vom Bach-Archiv sein? Unter seiner Regie will er sich behaupten und seinen Größenwahn praktizieren. Die Mitleidenden sind die Besucher, die diese Form der Weiterentwicklung entschieden ablehnen.

    Eine weitere Stellungnahme dazu von Facebook von: Roland Weinert…

    Es gibt einen Trost, m.E. ein wirklicher: Solche Art Festivals, Kulturevents … mit Kaviar und Schammpuss usw., sind so weit weg vom Wesen der Kust, zumal der Bachischen, wie die Gala-Dinners der ‚Welthungerhilfe‘ vom Hunger in der Welt….

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    Dazu kann ich Leipzig nur aufrufen „Erwache“. Lasst aus dem wunderbaren Bachfest kein Musik-Spektakel für die Millionäre entstehen, die sich sonnen wollen, mit dem Namen Bach..!!

    Grüße Karin

    Gefällt 3 Personen

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  4. kwest

    …Damit knüpfen die Veranstalter an den großen Erfolg des Kantatentages im vergangenen Jahr und in diesem Jahr an. „Wir werden als Zyklus ein komplettes Kirchenjahr simulieren vom 1. Advent, bis zum 27. Sonntag nach Trinitatis.“ Ein Kantatenmarathon der Durchhaltevermögen erfordert. Doch besonders Besucher aus dem Ausland interessierten sich für diese kompakten Angebote, sagt Alexander Steinhilber. „Die Menschen kommen nach Leipzig, um Bach an den Original Spielstätten zu erleben und da darf es dann auch gerne mal ein bisschen mehr sein.“…

    Also ihr Lieben!

    Lasst uns auf die Trimmstrecke gehen, damit wir für ein zukünftiges Bachfest in Leipzig gerüstet sind. Vorsichtshalber fragen sie ihren Arzt oder Apotheker, ob Sie das Durchhaltevermögen besitzen.

    Welcher Wahnsinn ist in Leipzig eingetreten, ich habe diese Meldung für einen April-Scherz gehalten. Aber nein, es ist absolut die neue Wirklichkeit. Damit setzt sich unrühmlich das fort, was unser geliebter Bach immer erleiden musste, eine ungeliebte Arbeits-Atmosphäre in Leipzig.

    Leipzig lernt niemals aus und wird seinen Fluch nicht abschütteln können. Jagd diese Hinrgespinste zum Teufel und lasst eine Normalität wieder aufleben. Die Bachbesucher werden es ihnen danken.

    kwest

    Gefällt 4 Personen

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  5. sommerk

    Ein interessanter Kommentar in der Thomaner-Gruppe von „Tobias Aust “

    Leider eine Entwicklung, die nicht dazu beitragen wird, klassische Musik an breitere Schichten zu vermitteln oder an die junge Generation weiterzugeben. Zumindest nicht in diesem Rahmen. Das haben die qualitativ hochwertigen Ensembles nicht begriffen, dass sie sich um diejenigen kümmern sollten, die zukünftig ihre Konzerte besuchen und nicht die jetzigen „Pelzträger“, die häufig auch wegen des Prestiges kommen. Es ist doch aber auch seit langem bekannt, dass Deutschland von den Ensembles aus England usw. aus reiche Weide gesehen wird, denn hier sind Festivals wie Sand am Meer möglich und es werden (auch durch Sponsoring und Stiftungen) Gagen gezahlt, die in anderen Ländern schlicht unmöglich sind. Es scheint nicht um die Musik zu gehen, sondern um den Kommerz.

    Gerade der offene Brief an J. E. Gardiner hat dies auch noch einmal gezeigt https://meinhardo.wordpress.com/…/eine-offene-kritik…/.
    Natürlich soll Qualität auch angemessen bezahlt werden, aber man muss sich doch Gedanken darum machen, was wichtiger bei einem Konzert ist: Die Musik, die zur Aufführung kommt oder das Ensemble….

    Grüße
    Karin

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  6. sommerk

    Hier eine Stellungnahme vom BACH-ARCHIV Leipzig von Michael Maul – veröffentlicht als Kommentar auf Volkers Facebook-Seite:

    Michael Maul ·
    Erlauben Sie mir, daß ich als Dramaturg des Bachfestes und – neben Gardiner – maßgeblicher Initiator des Kantatenrings hier kurz auf die Kritik eingehe: In der Tat entsprechen die Preise dem bisher üblichen Maß – niemand ist zudem gezwungen, das Gesamtpaket zu kaufen bzw. Kategorie 1 auszuwählen. Und selbst in dieser liegen wir im nationalen/internationalen Preis für Auftritte solcher Spitzenensembles noch im mittleren Bereich. Wenn Sie wüssten, was die tatsächlichen Preise dieser – ihrerseits nicht staatlich unterstützten – Ensembles sind, würden sich auch für Sie die aufgerufenen Preise relativieren.

    Denn es bleibt auch mit den Einnahmen aus dem Kartenverkauf ein Zuschußgeschäft. Hinter der Idee des Kantatenrings steht vor allem die Beobachtung, daß insbesondere unsere auswärtigen Besucher möglichst viel Bach an den originalen Spielstädten in einem kurzen Zeitraum erleben wollen – die Nebenkosten (für Aufenthalt, Verpflegung) sind schließlich hoch. Die „Kantatentage“ der letzten Bachfeste wurden vom Publikum sehr gelobt. Hier haben wir bereits genau dieses Konzept verfolgt. Nur werden wir es im nächsten Jahr auf zwei Tage (plus den Freitag Abend) ausdehnen, haben dafür gemeinsam (Gardiner, Prof. Wollny und ich) ein ‚Ranking‘ der interessantesten 30 Bach-Kantaten (natürlich ein Ding der Unmöglichkeit 🙂 ) erstellt und sind sehr froh, daß alle eingeladenen Ensembles der Einladung gefolgt sind.

    Nochmal: Niemand ist gezwungen, sich alle Konzerte des „Ringes“ anzuhören; sie können sich auch drei/vier Highlights auswählen, sprich: sich ihren eigenen „Ring“ zusammenbauen. Apropos: Der Kantatenring wird sich ganz logisch in das BF 2018 einfügen. Dieses steht insgesamt unter dem Motto „Zyklen“, und da bildet der „Ring“ sozusagen das Prunkstück. Daneben wird es in den folgenden Tagen Zyklen zu den Themen „Wohltemperiertes Clavier“, „Clavierübung“, „Passionen“, „Cellosuiten“ und „Brandenburgische Konzerte“ geben – also, wie es sich für einen Bach(fest)-Zyklus gehört, genau sechs solche Zyklen. Und selbstverständlich versuchen wir weiterhin durch viele Metten, Gottesdienste, Vorträge etc. das Bachfest so vielfältig und für die Breite erschwinglich zu machen wie möglich. Die Quadratur des Kreises können wir aber auch nicht bewerkstelligen.

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  7. schulzdieter

    Danke an alle, für die öffentlichen Kommentare!

    Wie ich heute auf Facebook bemerken konnte, sind die Gesamt-Kantatenringe bereits zum Buchen frei gegeben. Einzelne Kantaten sind ab November 2017 zum Buchen möglich!

    Es ist nicht zu glauben, dass auch in Leipzig „das Geld die Welt regiert“. Wenn im November alles freigegeben wird, sind nur noch einzelne Restkarten mit schlechten Sichtmöglichkeiten vorhanden…!!

    Gruße
    schulzdieter

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