ALL OF BACH veröffentlichte am 18.11.2016 von J.S. Bach das BWV 849 „Präludium und Fuge cis-Moll“

Info: J.S. Bach BWV 849 „Präludium und Fuge cis-Moll“ (Wohltemperiertes Klavier)

„Präludium und Fuge cis-Moll“, BWV 849, bilden ein Werkpaar im 1. Teil des Wohltemperierten Klaviers, einer Sammlung von Präludien und Fugen für Tasteninstrumente von Johann Sebastian Bach.

Der feierlich-expressive, rezitativische Charakter der melodischen Linie erinnert an Bachs Passionsvertonungen. Eine direkte Beziehung zwischen dem Präludium und der folgenden Fuge ist schwer festzuhalten, es finden sich jedoch einige Andeutungen: der absteigende Halbtonschritt von Cis zu his erscheint schon zu Beginn des Präludiums in der Bassstimme, und die Tonfolge gis-fis-a-gis im abschließenden Takt 39 könnte als Vorwegnahme des Fugenthemas verstanden werden.

Das Hauptmotiv des Präludiums enthält einen aufsteigenden Oktavsprung, der sich durch das ganze Stück hinzieht, in Takt 9/10 zu einer None und in Takt 33 sogar zu einer Dezime gesteigert wird. Eine Abschrift des Präludiums ist im Clavier-Büchlein für Wilhelm Friedemann Bach überliefert.

Mit 115 Takten ist dies eine von Bachs längsten und am meisten und dichtesten ausgearbeiteten Fugen. Sie enthält drei Themen; es ist jedoch strittig, ob sie als Tripelfuge oder als Fuge mit zwei obligaten Kontrapunkten bezeichnet werden soll. Die Fünfstimmigkeit erscheint zu Beginn der Fuge in aufsteigender Reihenfolge, beginnend mit der Bassstimme.

Sie wird jedoch bald nach dem fünften Themeneinsatz in der Sopranstimme aufgegeben, im Mittelteil zu einer Dreistimmigkeit reduziert und erscheint erst wieder im Schlussteil ab Takt 99, hervorgehoben durch einen Passus duriusculus (absteigende Halbtöne) von cis2 nach gis1. Die Fuge weist zahlreiche Engführungen auf, enthält jedoch keine themenfremden Zwischenspiele.

Das erste Thema cis-His-e-dis ist ein Kreuzmotiv in halben und ganzen Noten, mit ähnlichen Tonschritten wie B-A-C-H. Das zweite Thema erscheint als lebhafte, rhythmisch kontrastierende Achtelbewegung, erstmals in der Oberstimme ab Takt 36. Es wird ab Takt 49 mit dem dritten Thema kombiniert, einer einfachen Kadenzformel. Als abschließende Krönung erscheint in den letzten zwölf Takten eine ausgedehnte Kadenzierung, wobei die überraschende Dissonanz.


Info von ALL OF BACH zum BWV 849

Es gibt unzählige Analysen und Interpretationen von Bachs Wohltemperirte Clavier. Je weiter wir von unseren rationalen Zeiten zu romantischeren verlaufen, desto schöner sind die Beschreibungen. So nennt der Kommentator des neunzehnten Jahrhunderts Hugo Riemann dieses Werk in cis-moll das »heilige Allerheilig«, gefüllt mit »Würde, Inspiration und edlen Gefühlen«. Das Vorspiel mit seinen ausgezogenen Linien sollte als »die Sehnsucht eines großen Herzens« gehört werden, während die Fuge wie eine »mächtige Kathedrale« steht. So viel Mystik klingt uns heute fremd.

Leicht und sinnlich:

Wie sollen wir nun diese Arbeit lesen? Bertrand Cuiller entscheidet sich für eine leichte, sinnliche Annäherung, besonders im Vorspiel. Gezogene Feierlichkeiten und elegante Arpeggien schaffen eine edle Atmosphäre, während die Spannung durch den großen Sprung in das Thema und eine Reihe von nicht-recht-Kadenz-Linien in der Mitte Abschnitt zur Verfügung gestellt wird. Der sanft rollende Siciliano-Tanzrhythmus verdeckt ein rastloses harmonisches Spiel – einige Sätze wiederholen sich mit Präzision in der Fuge – so ist das Stück nicht so sorglos, wie es erscheint.

Es ist bemerkenswert, dass die komplexe Fuge das kürzeste Thema in der ganzen Sammlung hat. Die fünf Töne enthalten auch eines der zehnten Intervalle – ein vermindertes 4.. Wenn Sie auf ein solches destilliertes Thema aufbauen, kommen Sie bald in einen harmonischen Morast – und zu viele Töne passen nicht mehr in die barocke Ästhetik. Also betrog Bach etwas (obwohl er die Regeln befolgte). Intervalle eines Halbtones werden manchmal ein ganzer Ton und der verminderte 4. wird sogar hier und da perfekt – alles zu guter Wirkung. Die fünf Teile betreten ordnungsgemäß von niedrig nach hoch, worauf das Thema nicht weniger als 24 mal zurückkehrt, oft direkt am Anfang oder ganz unten im Bau. Aber es gibt noch zwei andere Themen: eine lange Reihe von verdrehten Ornamenten und eine kurze von hartnäckigen Wiederholungen. Es braucht einen scharfen Sinn, um dieses mentale Puzzle zu entwirren.

Das Wohltemperirte Clavier, BWV 846-893

Das Komponieren von 48 Tastenstücken in allen 24 Tasten war die Art von Herausforderung, die Bach genoss. In jedem der beiden Teile des Wohltemperirten Klaviers brachte er das musikalische Paar Präludium und Fuge 24 mal zusammen; Zwölf in Moll-Tasten und zwölf in Dur. In den Präludien gab er seiner Phantasie freien Lauf und zeigte mathematische Touren in den Fugen. Im Gegensatz zu der eisernen Disziplin musste sich Bach auf seine kirchlichen Kompositionen anwenden, hier konnte er sich auf die intellektuelle Spielerei verlassen, ohne sich um Fristen zu kümmern.

Der erste Teil des Wohltemperirten Claviers stammt aus dem Jahre 1722, obwohl er einige Musik enthält, die in den letzten fünf Jahren geschrieben wurde. Es gibt weniger Klarheit über die Geschichte des zweiten Teils. Bach kompilierte diese zweite Manuskript nur um 1740, obwohl wieder einmal einige der Präludien und Fugen es enthält Datum aus einer viel früheren Zeit. Bach beschrieb die Zielgruppe für diese Stücksammlung wie folgt: „Zum Nutzen und Gebrauch der Lehr-Begierigen Musikalischen Jugend, auch hier in diesem Studio schon habil seyenden besonderem ZeitVertreib“ (Für die Ausbildung des fleißigen musikalischen Jugendlichen und des Genusses Von denen, die in diesem Material vertraut sind).

RELEASE DATE 18 November 2016
RECORDING DATE 15 September 2016
LOCATION Bois le Roi, France
HARPSICHORDIST Bertrand Cuiller

Video von ALL OF BACH – J.S. Bach BWV 849 „Präludium und Fuge cis-Moll“

all-of-bach-bwv-849

 

Zum starten des Videos in das Foto oder diesen Text anklicken!

———————————————

Ich wünsche viel Freude mit dem Video von ALL OF BACH !

Grüße

sommerk

————————————

Ein Gedanke zu „ALL OF BACH veröffentlichte am 18.11.2016 von J.S. Bach das BWV 849 „Präludium und Fuge cis-Moll“

  1. schulzdieter

    Danke sommerk,

    für diese wunderschöne Cembalo-Musik. Ich bewundere deine Tätigkeit, viele Neuerscheinungen von ALL OF BACH uns zu präsentieren. Vielen Dank und wünsche dir und allen ein schönes Wochenende.

    LG
    schulzdieter

    Gefällt mir

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s