Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantaten-Beschreibung für den „17. Sonntag nach Trinitatis“

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Hildebrand-Orgel in Störmthal Orgelabnahme am 2. November 1723 durch J.S.Bach

Hildebrandt-Orgel in Störmthal Orgelabnahme am 2. November 1723 durch J.S.Bach

Ev. lutherische Kirche Störmthal bei Leipzig – Hildebrandt-Orgel

Erbaut 1723, Zacharias Hildebrandt
Restauriert 2008, Hermann Eule Orgelbau

Die Zacharias-Hildebrandt-Orgel

Die Orgel zu Störmthal ist die zweite von insgesamt siebzehn Orgeln, die Hildebrandt gebaut hat. Mit ihr gelang ihm ein Meisterwerk, das von keinem geringeren als Johann Sebastian Bach geprüft und über die Maßen gelobt worden ist. Im Störmthaler Kirchenrechnungsbuch von 1723 ist vermerkt, dass die Orgel „am 2. Novembris, 1723, von dem berühmten
Fürstlich Anhaltinischen-Cöthenischen Capellmeister und Directore Music: auch Cantore zu Leipzig Herr Johann Sebastian Bach, übernommen, examinieret, probieret, auch vor tüchtig und beständig erkannt, und gerühmet worden“ ist.

J.S. Bach führte damals „bei öffentlichen Gottesdienste und Einweyhung besagter Orgel“ seine Kantate „Höchsterwünschtes Freudenfest“ BWV 194 auf.

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Die Störmthaler Hildebrandt-Orgel zählt zu den wertvollsten Orgeln Sachsens. Dies verdankt sie nicht nur dem Umstand, dass sie von Bach geprüft und eingeweiht wurde, sondern dass sie weitestgehend im Originalzustand erhalten ist wie keine andere Hildebrandt-Orgel.

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Video mit der Hildebrandt-Orgel nach der Restaurierung

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Liebe Bach-Freunde/innen !

Eine Übersicht der Bach-Kantaten zum aktuellen Sonntag im Kirchenjahr steht zum Download bereit:  

Link:  Bach-Kantaten im Kirchenjahr – als PDF-Download

Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 30.09.2012 begehen wir den 17. Sonntag nach Trinitatis(Erntedankfest)

Der 17. Sonntag nach Trinitatis befasst sich mit dem Glauben, wobei der bedingungslose Glaube, der dann auch zum „Erfolg“ führt, im Vordergrund steht. Es werden also Geschichten aus den Evangelien erzählt, in denen der Glaube des einzelnen zu einem Wunder geführt hat. Die alttestamentlichen Texte hingegen reden von nicht so sehr vom Glauben, als vielmehr von Gottes Wirken im Leben des Volkes Israel und in Jakobs Leben. Die Episteltexte wiederum reden über den Glauben und stellen dar, wie es zum Glauben kommt bzw. wie der Glaube eine vereinende Funktion wahrnimmt. Am 17. Sonntag nach Trinitatis hören wir die Geschichte von der kanaanäischen Frau, deren Glaube Jesus zu Handeln bewegt, obgleich sie nicht zu den Schafen Israels gehört. Solcher Glaube macht uns gewiß, dass Jesus auch in unserem Leben grundlegende Veränderungen bewirkt, so dass wir dankbar seinen Namen verkündigen.

Wochenspruch: 

Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. (1. Joh 5, 4c)

Wochenlied: 

„Such, wer da will, ein ander Ziel“ (EG 346)

YouTube – Musikvideo zum Wochenlied

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Der Erntedanktag

im Herbst — traditionell am Sonntag nach Michaelis (29. September) oder am ersten Sonntag im Oktober begangen — ist einer der wenigen Anlässe, bei denen das Naturjahr unmittelbar in das Kirchenjahr hineinreicht. Die reformatorischen Kirchenordnungen hatten zunächst unterschiedliche Bestimmungen hinsichtlich des Termins getroffen: Manche verbanden den Dank für die Ernte mit Michaelis, andere legten ihn auf den Bartholomäustag (24. August), auf den Sonntag nach Ägidii (1. September) oder nach Martini (11. November). In manchen regionalen Bräuchen wirken diese älteren Termine noch nach.

Ein Video zum Erntedankfest:

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„Wir pflügen und wir streuen“ (EG 508)

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(Textauszüge: ©  Martin Senftleben und VELKD)

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Bach-Kantaten für den 17. Sonntag  nach  ”Trinitatis

BWV    47  –  „Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden“

BWV  114 –  „Ach, lieben Christen seid getrost“

BWV  148 – „Bringet dem Herrn Ehre seines Namens“

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R a d i o – Programme mit Bach-Kantaten:

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WDR3 – Geistliche Musik

Sendung: 09:05 Uhr bis 10:00 Uhr.

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WDR3 – Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html .

Allgemein-Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/ .

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – Auszüge aus dem Programm:.

Geistliche Musik – Sonntag: 09:05 bis 10:00 Uhr

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Johann Sebastian Bach

BWV 114 „Ach, lieben Christen, seid getrost“

Kantate zum 17. Sonntag nach Trinitatis

für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Katharine Fuge, Sopran
Robin Tyson, Countertenor
Mark Padmore, Tenor
Thomas Guthrie, Bass

Monteverdi Chor
Englische Barocksolisten

Leitung: John Eliot Gardiner

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NDRkultur – (Kantate)

Sendung: 08:03 Uhr bis 08:40 Uhr

Livestream – Link:  

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html .

Programm – Link:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/programmuebersichten/index.html .

Archiv zum Nachhören:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html

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NDRKultur – Auszüge aus dem Programm: .

Geistliche Musik am Sonntag um 08:03 bis 08:40 Uhr

Johann Sebastian Bach:

BWV 19 „Es erhub sich ein Streit“

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Edith Mathis, Sopran / Cornelia Kallisch, Alt
Hans Peter Blochwitz, Tenor
Thomas Quasthoff, Bass /

Windsbacher Knabenchor / Münchner Bachsolisten

Leitung.: Karl-Friedrich Beringer

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SWR2

Sendung: 08:03 Uhr bis 08:30 Uhr

Programm: 

http://www.swr.de/swr2/programm/-/id=661104/1rcmvqp/index.html .

Webradio:  

http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/nid=7576/did=1586900/pv=mplayer/10idhq8/index.html

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SWR2 – Auszüge aus dem Programm:

Geistliche Musik am Sonntag um 08:03 bis 08:30 Uhr

Johann Sebastian Bach: 

BWV ? „Ich danke dir, Gott“

(Musik by the Bach Family)

Maria Zedelius (Sopran) Ulla Groenewold (Alt)
David Cordier (Countertenor)
Paul Elliott (Tenor)
Michael Schopper (Bass)
Rheinische Kantorei
Musica antiqua Köln

Leitung: Reinhard Goebel

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Neuer Sender..!!

SR2-Radio Saarbrücken (Klassik-Radio)

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Programm: 

http://www.sr-online.de/sr2/1356/

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Webradio:  

http://www.sr-online.de/sr2/351/5305.html

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Für Klassik- und Jazzfreunde bietet SR 2 KulturRadio

ein Recherche-Werkzeug für Musikstücke an.

Bis zu drei Tage zurück reicht das neue Online-Archiv

der gespielten Titel bei SR 2 KulturRadio.

Außerdem ist die Musikliste bis zur aktuellen Stunde zu sehen.

Link: 

http://musikrecherche.sr-online.de/sr2/

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SR2-Radio Saarbrücken (Klassik-Radio) 

Auszüge aus dem Programm:.

Sonntag, 08:04 – 09:00 Uhr

Bach-Kantate 

BWV 47 „Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden“
Kantate am 17. Sonntag nach Trinitatis

Christina Maria Rembeck, Sopran
Leandro Marziotte, Countertenor
Philippe Froeliger, Tenor
Marcus Niedermeyr, Bass

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Le Parlement de Musique
Leitung: Martin Gester

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rbb kulturradio

Sendung: 09:30 Uhr bis 10:00 Uhr .

Programm:

http://www.kulturradio.de/programm/index.html .

Livestream 

http://www.kulturradio.de/livestream/index.html .

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rbb-kulturradio – Auszüge aus dem Programm:

Sonntag von 09:30 Uhr bis 10:00 Uhr

Johann Sebastian Bach

BWV 114 „Ach, lieben Christen, seid getrost
Kantate am 17. Sonntag nach Trinitatis

Sebastian Hennig, Sopran
René Jacobs, Altus
Kurt Equiluz, Tenor
Max van Egmond, Bass

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Knabenchor Hannover
Collegium Vocale Gent
Leonhardt Consort Amsterdam
Leitung: Gustav Leonhardt

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mdr – figaro

Sendung: 06:30 Uhr bis 07:00 Uhr .

Kantate

Programm:

http://www.mdr.de/mdr-figaro/programm/. .

mdr-figaro Live:

http://www.mdr.de/mdr-figaro/index.html .

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mdr – figaro – Auszüge aus dem Programm:

Sendung: Sonntag: um 06:30 Uhr bis 07:00 Uhr .

Johann Sebastian Bach:
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6:25 Uhr – Einführung zur Kantate
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800 Jahre Thomana .
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06:30 Uhr Kantate
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Kantate

Johann Schelle:

„Lobe den Herrn“

Geistliches Konzert

Leipziger Concert,

Thomanerchor  Leipzig,

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Bayern-Klassik
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Sendung: 08:05 Uhr bis 08:30 Uhr
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Live-Stream:  (Hier ist ein wenig Geduld gefordert bis der Player erscheint..!!)
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oder
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Bayern-Klassik – Auszüge aus dem Programm:
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Sendung: Sonntag um 08:05 Uhr bis 08:30 Uhr
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Die Bach-Kantate:
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Johann Sebastian Bach:

BWV 114 „Ach, lieben Christen, seid getrost“

Kantate zum 17. Sonntag nach Trinitatis,

Gabriele Schnaut, Sopran; Julia Hamari, Alt;

Kurt Equiluz, Tenor; Wolfgang Schöne, Bass;

Frankfurter Kantorei;

Gächinger Kantorei;

Bach-Collegium Stuttgart:

Leitung: Helmuth Rilling

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Videos mit Bach-Kantaten zum 17. Sonntag nach Trinitatis
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/ YouTube: BWV 47 –   „Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden“ –  (Interpret: Harnoncourt)

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/ YouTube: BWV 114 – „Ach, lieben Christen seid getrost“ –  (Interpret: Leusink)
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/ YouTube: BWV 148 –  „Bringet dem Herrn Ehre seines Namens“ –  (Interpret: SDG)
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In loser Reihenfolge stelle ich bemerkenswerte Werke

von J.S. Bach und aus der Bach-Familie vor..!!

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Wilhelm Friedemann Bach (1714 – 1784) – war der älteste Sohn von Johann Sebastian Bach.

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Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784)

Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784)

Pfingst-Kantate: „Dies ist der Tag“

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Wilhelm Friedemann Bach wechselte 1746-1770 nach Halle a.d. Saale zur Marktkirche Unserer Lieben Frauen. Sein Pflichtenkreis war  umfangreicher als in Dresden: zu hohen Festtagen und Sonntagen mußten die drei Hauptkirchen (Liebfrauen-, St. Ulrich-, St. Moritzkirche), an kleineren  Festtagen die Liebfrauenkirche mit Kantaten versehen werden. Ihm standen auch Stadtmusiker und ein Collegium Musicum zur Verfügung. Seine Stellung ähnelte  derjenigen seines Vaters in  Leipzig; auch den Titel „Director Musices“ führte er. Zu Pfingsten 1746 führte er seine erste Kantata „Wer mich  liebet“ auf. Ca. 20 Kantanten sind aus dieser Zeit erhalten. Wilhelm Friedemann Bach hatte dort ausgezeichnete Schüler  herangebildet. (Johann Samuel Petri,  Friedrich Wilhelm Rust). 1764 gab er sein Amt in Halle auf. Seither lebte er ohne feste Anstellung und versuchte, durch Konzerte, Unterricht und Kompositionen seinen Lebensunterhalt zu verdienen. 1770 zog er nach Braunschweig, im Frühjahr 1774 nach Berlin wo er dort am 1. Juli 1784 verstarb.

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Nähere Angaben zur Pfingst-Kantate:

Vertonung der Bibelstelle: Psalm 118, Vers 24 –

„Dies ist der Tag, den der Herr macht; laßt uns freuen und fröhlich drinnen sein!“

Vokalwerke seiner Wirkungszeit als Organist und Musikdirektor der Hallenser Marktkirche (1746–1764) zeichnen sich durch ihre expressive Kühnheit und Virtuosität aus. Der Kantate vorangestellt ist eine ebenfalls aus Bachs Hallenser Zeit stammende dreisätzige Sinfonia, die mit ihren 2 Oboen und Hörnern bestens geeignet ist, in die festliche Pfingstkantate einzustimmen. Auch als eigenes Orchesterstück ist die Sinfonia ein attraktiver Programmpunkt.

Besetzung: Soli SATB, Coro SATB, 2 Fl, 2 Ob, Fg, 2 Cor, 2 Vl, Va, Bc

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Viele seiner Werke galten lange als verschollen. Seit den 1990er-Jahren liegen zunehmend mehr Einspielungen vor. Der Harvard-Professor Christoph Wolff trug 1999 mit seiner Entdeckung umfangreicher bis dahin verschollener Bestände des Archivs der Singakademie Berlin in Kiew zu einer Erweiterung der Anzahl der bekannten Noten Bachs bei. Im Jubiläumsjahr 2010 veröffentlichte das Bach-Archiv Leipzig eine elfbändige Gesamtdokumentation mit Unterstützung des Packard Humanities Institute in Los Altos, Kalifornien. Im selben Jahr begann eine CD-Ausgabe der vollständigen Werke des Komponisten unter Verwendung des wiederentdeckten Materials aus dem Archiv.

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Info Web-Link: http://www.wfbach.de/

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Zum Kantaten-Video:

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CD’s – Bach-Kantaten 
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für den  17. Sonntag und 18. Sonntag nach Trinitatis
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Cover:  SDG 159 –  Vol. 9

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CD-Bestellung 


Link:   CD  Bach-Kantaten – 

SDG 159 – Vol. 9

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Aufführungsorte: Kantaten für den 17. und 18. Sonntag nach Trinitatis“ 

CD 1 – Allhelgonakyrkan, Lund am 14. Oktober 2000

CD 2 – Thomaskirche, Leipzig am 22. Oktober 2000

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CD –  e i n s  – Inhalte: Kantaten für den „17. Sonntag nach Trinitatis“

 
BWV  47  “Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedrigt werden“ 
Gardiner Pilgrimage CD – SDG 159 – Vol.  9 – CD  1

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BWV 114 “Ach, lieben Christen, seid getrost

Gardiner Pilgrimage CD – SDG 159 – Vol.  9 – CD  1

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BWV 148 “Bringet dem Herrn Ehre seines Namens

Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 159–  Vol. 9 – CD 1

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BWV 226 Motette “Der Geist hilft unser Schwachheit auf
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Gardiner Pilgrimage CD  – SDG 159–  Vol. 9 – CD 1
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CD –  z w e i  – Inhalte: Kantaten für den „18. Sonntag nach Trinitatis“ 

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BWV  96  – „Herr Christ, der ein’ge Gottessohn“

Gardiner Pilgrimage CD 159 Vol. 9  – CD 2

BWV 116 – „Du Friedefürst, Herr Jesu Christ“

Gardiner Pilgrimage CD 159 Vol. 9 – CD 2

BWV 169 – „Gott soll allein mein Herze haben“

Gardiner Pilgrimage CD 159 Vol. 9 – CD 2

BWV 668 – „Vor deinen Thron tret ich hiermit“

Gardiner Pilgrimage CD 159 Vol. 9 – CD 2

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.Kantaten für den 17. Sonntag nach Trinitatis 
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Allhelgonakyrkan, Lund am 14. Oktober 2000
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Kantaten-Beschreibung: BWV 47  „Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden
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Die in sich stimmigste und schönste dieser Kantaten ist BWV 47 „Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden“, und dies ungeachtet der Tatsache, dass ihre drei Mittelsätze auf einem belanglosen Text aus einer Sammlung von Johann Friedrich Helbig stammen, der Regierungssekretär am Eisenacher Hof war. Die Reime sind manchmal so holprig, dass es kein Wunder ist, wenn Bach Texte von Helbig (im Gegensatz zu Telemann) nur einmal vertont hat. Das Werk wurde am 13. Oktober 1726 aufgeführt. Es beginnt mit einem Zitat aus dem Lukas-Evangelium, dem Spruch im zweiten Teil des Evangelientextes, mit der Jesus seine Predigt über den Stolz beschließt: ‚Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht’. Whittaker ist der Auffassung, Bach habe wenige Chöre geschrieben, die so ‚mächtig und monumental’ wie dieser Anfangssatz seien, und man wird ihn kaum widerlegen können.
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Er beginnt als beschleunigte und eine Quinte nach oben transponierte Variante des Orgelpräludiums in c-moll (BWV 546) und einem kurzen antiphonischen Austausch zwischen den Streichern und dem Oboenpaar, aber erst in Takt 186, wenn diese Variante mit Blockharmonien vom Chor vorgetragen wird, begreift man, wie sehr ihre ursprüngliche Form die natürlichen Akzente des Spruchs berücksichtigt und dass ihre Fortsetzung (durch die Oboen bei Takt 12) das Zentrum eines Fugenthemas ist, das aufsteigt, um die aufgeblasene Brust dessen zu füllen, der ‚sich selbst erhöht’, und später wieder absteigt, wenn er seine wohlverdiente Strafe erhält. Der zweite Halbsatz (der sich mit dem Demütigen befasst) fungiert als Gegenthema und schließt mit einer eigenen sanft aufsteigenden Phrase (‚wird erhöht’). Eindrucksvolle Episoden sind hier vorhanden, Umkehrungen der stimmlichen Einsätze in den doppelten Expositionen, homophone ‚Resumees’ und eine abschließende Rückkehr zu dem ausgefeilten Eingangsritornell mit zusätzlichem Chor, der noch einmal den gesamten Text wiederholt. Das mag nicht die attraktivste oder eine leicht zugängliche der Choralfugen sein, mit der Bach seine Kantaten eröffnet, doch sie gewinnt, je vertrauter man mit ihr wird, und bei der Wiederholung im zweiten Konzert hatte sie ihre beträchtliche Macht auf alle Mitwirkenden und, so hatten wir den Eindruck, auch auf die Zuhörer ausgedehnt.
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Der zweite Satz ist eine Da-capo-Arie für Sopran in d-moll mit Orgel oder, bei einer späteren Wiederaufnahme, obligater Violine, und letztere Version war es, mit ihrer äußerst kontrastreichen poetischen Lyrik im ersten und Bravour im zweiten Teil, die wir aufzuführen beschlossen. Das Thema ist ein einfacher Gegensatz zwischen christlicher Demut und teuflischem Hochmut. Es ist nicht sicher, ob Bach diese Arie bei der ersten Aufführung des Werkes 1726 einbezogen hatte. Vielleicht hatte er es versucht und dann im allerletzten Augenblick verzichtet, weil die Interpreten den hohen Ansprüchen nicht gewachsen waren. Das mag auch eine Erklärung dafür sein, warum die folgenden Sätze offensichtlich das gleiche Material verwenden. In der Tat könnte man diese Arie weglassen, und die narrative Entwicklung der Kantate bliebe trotzdem unangetastet. Doch welch ein Verlust wäre das! Der Violine ist im ersten Abschnitt eine vibrierende, wie ein Papierdrachen schwebende Figur zugewiesen, die zunächst rein dekorativ zu sein scheint, doch bei näherer Bekanntschaft die schwer zu fassenden Attribute der Demut erlangt, der sich Christen befleißigen sollen. Im B-Teil lässt Bach dann in den Staccato-Doppelgriffen der Violine die ‚Hoffart’ und den ‚Stolz’ des Teufels anklingen. Mit diesen rüden, widerborstigen gebrochenen Akkorden (v – –) scheinen wir uns plötzlich in der Nähe der Violinkonzerte Bartóks oder Chatschaturjans zu befinden. Unterdessen sitzt der Sopran in einem wütenden imitierenden Austausch mit der Basslinie gefangen (‚Gott pflegt alle die zu hassen / die den Stolz nicht fahren lassen’).

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Es ist eine lebendige und theatralische Schilderung der schlimmsten der Todsünden, und sie bietet die Garantie dafür, so möchte man meinen, dass der selbstgefällige Hörer von seinem Stuhl hochschreckt. Die Arie ist in ihrer Da-capo-Form äußerst sinnreich angelegt – der lange A-Teil legt dar, warum Demut so unabdingbar nötig sei, während die Schimpfkanonade des B-Teils das Laster des Hochmuts brandmarkt. Dann folgt zielstrebig die Rückkehr zum A-Teil, dessen Thema der ‚Demut’ auf all die selbstverleugnerischen Eigenschaften verweist, die einen guten Kammermusiker kennzeichnen. Die abschließende Endausscheidung gibt die eloquenteste Schilderung der Demut, die man sich vorstellen kann – Harmonie und Figuration in schöpferischer Symbiose. Wie sollte ein Prediger damit konkurrieren können?

Nun ja, er – besser gesagt Bach in seinem Namen – versucht es, behindert nicht durch die überwältigende Eloquenz der vorherigen Nummer, sondern durch die Banalität eines Textes, der mit den Worten beginnt: ‚Der Mensch ist Kot, Stank, Asch und Erde’. Gleichwohl ist dieses stimmgewaltige Accompagnato für Bass eines der kunstreichsten und feinsinnigsten Stücke musikalischer Moralpredigten Bachs, in einem Maße, dass man leicht über den ungeschliffenen Text hinwegsehen kann und die Sorgfalt bewundert, die er der kleinsten Veränderung im Tonfall angedeihen lässt: Das Autograph der Partitur zeigt zum Beispiel, wie er den Rhythmus des Wortes ‚Teufelsbrut’ verschärfte, um es schroffer und roher wirken zu lassen. Diesem Rezitativ folgt eine Arie in Es, in welcher derselbe Sänger, nun von obligater Violine und Oboe begleitet, um die Demut bittet, ‚dass ich nicht mein Heil verscherze wie der erste Höllenbrand’. Man bekommt den Eindruck, dass dieses wiederkehrende Ringen mit dem Stolz durch das instrumentale Duo gedämpft – gar entschärft – wird, die drei Stellen ausgenommen, wo die Instrumente seinen Abscheu vor dem Stolz teilen.

Whittaker ermahnt uns, Bach nicht übereilt zu tadeln, weil er so ‚ausfällige’ Texte vertont habe. ‚Der Kampf, den Luther gegen gewissenlose Feinde aufnahm, diente ihm selbst und seinen Anhängern als Richtschnur für den Umgang mit den widerstreitenden Kräften in ihrem eigenen Herzen, und in gleicher Weise werden die negativen Kräfte in dieser Mischung aus Gut und Böse, die in jedem von uns vorhanden sind, als feindliche Mächte behandelt, geistlicher oder weltlicher Natur.’ Aber ist das wirklich der Punkt? Was mich interessiert, ist die Wirkung, die Bachs Musik haben kann – sein Geschick, der absoluten Hässlichkeit eines Textes Herr zu werden, indem er sein musikalisches Material so gestaltet, dass es den emotionalen Inhalt (den man zwar analysieren kann, der dabei aber wie Sand zwischen den Händen zerrinnt) zum Ausdruck bringt.

Er scheint auch Nicht- Lutheraner in seinen Wirkungskreis einladen und sie zu einer teilnahmsvollen Reaktion auf die zugrunde liegende Predigt bewegen zu wollen, auf die Nuance, die seine Musik ihr gibt: dass übermäßiger Stolz unter keinerlei Umständen zu akzeptieren sei, dass Demut Würde besitze, nicht nur Wert. Hegel schrieb der Musik eine ‚gegenstandslose Innerlichkeit’ zu, Mendelssohn hingegen (der Hegel kannte) kam zu dem Schluss: ‚Die Ideen, die durch die Musik […] ausgedrückt werden, sind nicht zu vage, um in Worte übersetzt zu werden, sondern im Gegenteil zu präzise’. Bach ist Mendelssohns Auffassung, Musik könne die Kernbedeutung zum Vorschein bringen, die von Worten so häufig verschleiert wird, offensichtlich zuvorgekommen und hat ihr konkrete Gestalt gegeben.

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© John Eliot Gardiner 2009

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Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch
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Übersetzung: Gudrun Meier
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Kantaten-Beschreibungen von „Sir John Eliot Gardiner“  ist als PDF-Download nachstehend hinterlegt !

  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen zum „17. und 18. Sonntag nach Trinitatis“

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Gardiner Reisetagebuch SDG 159  – zum Download als PDF 

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  Künstler-Beitrag:  Katharine Fuge, Sopran  – zum Download

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..Link:  >> Menschen <<  – Wissenswertes vom Klangquartier Leipzig! –
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Bachfest Leipzig 2013 – „Vita Christi“
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vom 14.06.2013 – 23.06.2013
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Erstmals wagt sich ein Veranstalter daran, die theologischen, dramaturgischen und kompositionstechnischen Verbindungslinien der großen oratorischen Kompositionen Bachs in eine unmittelbare Beziehung zu setzen: Weihnachts-Oratorium, Johannespassion, Oster- und Himmelfahrts-Oratorium fügen sich zu einem inhaltlich wie musikalisch bestimmten Großprojekt zusammen.
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Hermann Max  – („Auferstehung und Himmelfahrt“ mit der Rheinischen Kantorei  u.a. mit James Gilchrist – Tenor,
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am 21.6.2013, in der Nikolaikirche, Leipzig um 20 Uhr) – 
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werden die entscheidenden Stationen der Vita Christi an diesen Konzertabenden zu einem einzigartigen Musikerlebnis.
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Umrahmt werden die Aufführungen von den Magnificat-Kompositionen  von Johann Sebastian Bach und Carl Philipp Emanuel Bach im Eröffnungs- sowie der h-Moll-Messe, BWV 232 mit den Thomaner und dem Freiburger-Barockorchester
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im Abschlusskonzert am Sonntag, 23.6.2012 um 18 Uhr in der Thomaskirche Leipzig.
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Die Thematik für das Bachfest 2013 wird Vita Christi sein.
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Die nachstehenden Termine..!!
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Sir J.E. Gardiner wird mit dem Monteverdi Choir am Donnerstag, 20.6.2013 um 20:00 Uhr
in der Thomaskirche die „Johannes-Passion“ aufführen.
…………..
Am Samstag, 22.6.2013 um 20:00 Uhr erfolgt dann  mit Sir J.E. Gardiner
in der Nikolaikirche ein Kantatenkonzert u.a. mit den Bach-Werken:
………
BWV 249 „Kommt eilet und laufet“ und
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BWV 11 „Lobet Gott in seinen Reichen.“
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Weitere Informationen zum Leipziger Bachfest 2013 nachstehend:
Link: 
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Am Sonntag, 02.9.2012 sendete das Schweizer Fernsehen (SF1)  die folgende Sendung:
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„Sternstunde Religion Mit Bach von Leipzig bis Trogen – Unterwegs mit Rudolf Lutz“
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Eine Reportage von Judith Hardegger und Christian Walther
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Rudolf Lutz Dirigent und Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen

Rudolf Lutz Dirigent und Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen

Wenn Rudolf Lutz Bach spielt, Bach dirigiert oder Bach erklärt, ist er in seinem Element. Der Schweizer Organist, Cembalist, Dirigent und Komponist ist der künstlerische Leiter der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen und damit die Schlüsselfigur eines gigantischen Musikprojekts. Im appenzellischen Trogen bringt er seit fünf Jahren jeden Monat mit hochkarätigen jungen Musikern eine Bachkantate zur Aufführung.

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Die geplante Gesamtaufführung des Vokalwerks von Johann Sebastian Bach wird noch weitere 20 Jahre in Anspruch nehmen. Was macht für Rudolf Lutz die Faszination von Bachs Musik aus? Wie vermittelt er sie? Und was verbindet ihn mit Bach als Person? Judith Hardegger und Christian Walther blicken in ihrem Filmbeitrag hinter die Kulissen und begleitet den Barockspezialisten und Ausnahmekünstler an verschiedene Orte seiner Tätigkeit: zu den Proben und Kantatenaufführung in Trogen, an die Hochschule für Alte Musik Basel, wo er Improvisation unterrichtet, und dorthin, wo J.S. Bach lange Zeit gewirkt hat: in die Leipziger Thomaskirche.
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Diese Sendung ist in der Mediathek von SF1 (Schweiz) im Internet weiterhin unbegrenzt aufrufbar.
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Link für das Internet – Fernsehen:
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Ich wünsche allen einen schönen „Trinitatis-Sonntag!“
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Herzliche Grüße
Volker
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