Eröffnung des Klosterfestivals 2012 am Sa. 28.07. in der Abtei Marienmünster

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Konzertfestival Klosterregion 2012 in OWL

Konzertfestival Klosterregion 2012 in OWL

Es war alles ein bisschen anders, als wir uns vorgestellt hatten. Der Hinweg war mühsam: Baustellen und Staus; und als wir dann endlich gegen 19.00 h vor der Abteikirche standen, war diese geschlossen. Sie blieb es auch bis 22.00 h – dann sollte „In Licht und Klang“ ein Hörspiel zur Geschichte des Ortes gegeben werden.

Abtei Marienmünster bei Höxter (OWL)

Abtei Marienmünster bei Höxter (OWL)

Das eigentliche Konzert mit dem Thüringischen akademischen Singkreis www.task.de

fand also nicht in der Klosterkirche sondern in einer „Kloster-Scheune“ statt. Bis wir uns auf dem riesigen Gelände zurechtgefunden hatten – keine Ausschilderungen, alles nur für Einheimische, zogen auch schon die Sängerinnen und Sänger ein. Wir waren skeptisch,

wurden aber reich entschädigt mit:

Roland de Lassus – Tristis est anima mea

(1532-1594)

Hans-Leo Hassler – Ad Dominum cum tribularer
(1564-1612)

Roland de Lassus aus: Lagrimae die San Pietro
Nr. XXI Vide homo

Johann Sebastian Bach – Ich lasse Dich nicht, Du segnest mich denn
(1685-1750)

Johann Michael Bach – Halt, was Du hast
(1648-1694)

Zwischenmusik

Johannes Brahms

Vom heiligen Märtyrer Emmerano, Bischoffen zu Regenspurg

Täublein weiß

Fünf Gesänge op. 104 (1888)

1. Nachtwache I (Rückert, F.)
2. Nachtwache II (Rückert, F.)
3. Letztes Glück (Kalbeck, M.)
4. Verlorene Jugend (Wenzig, J.)
5. Im Herbst (Groth, K.)

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Ehemalige Dreschtenne jetzt als Konzertsaal "Abtei Marienmünster"

Ehemalige Dreschtenne jetzt als Konzertsaal „Abtei Marienmünster“

.

Die Scheunenakustik war phänomenal.  Eine alte Scheune war liebevoll als Konzertsaal ausgerichtet worden. In ihr finden inzwischen auch Cd-Aufnahmen statt, weil die Akustik besser ist, als in der Abteikirche.

Der Chor (ca. 60 Personen) unter seinem Dirigenten Jörg Genslein sang phantastisch. Wir waren beeindruckt von der Fülle der Ausdruckskraft. Vom leisesten Piano bis zum stärksten Fortissimo hat dieser Chor Bravouröses geleistet.

Beeindruckt und für mich wie aus einer anderen Welt war von J. M. Bach „Halt, was Du hast“. Vier Solisten stellten sich in der Mitte des Raumes auf und sangen den Vers:

„Halt was Du hast, dass niemand deine Krone nehme,

Und sei getreu bis in den Tod, so wirst Du empfahen ein herrliches Reich

Und eine schöne Krone von der Hand des Herren“.

Der Chor wiederholte immer und immer wieder: „Halt was Du hast“.

Einfach ergreifend. Danach gab`s den ersten stehenden Applaus.

Der Thüringische Akademische Singkreis

Der Thüringische Akademische Singkreis

Überrascht hat uns auch die Zwischenmusik. Der Chor musste eine kleine Pause einlegen, eine der Sopranistinnen setzte sich an den frisch restaurierten Steinway und spielte richtig keck und frech aus dem „Wohltemperierten Klavier Teil II“ das 1. Präludium und Fuge in C. Der Applaus ging ins Trampeln über; wir waren schlichtweg begeistert.

Auch im 2. Teil des Konzertes behielt der Chor sein sehr hohes Niveau – und kam nach dem Schlussapplaus um eine Zugabe nicht herum.

Wir haben uns dann auf den Heimweg gemacht – ohne „In Licht und Klang“ noch in der Abteikirche weiterzumachen. Das Konzert war so schön, dass wir kein zweites Highlight brauchten.

Auf die anderen Stücke möchte ich jetzt nicht weiter eingehen. Kommt doch einfach am Freitagabend um 21.00 h ins Herforder Münster; dort singt TASK wieder  – und wir fahren wieder hin.

Herzlichen Gruss

Iris und Karl-Heinz

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3 Gedanken zu „Eröffnung des Klosterfestivals 2012 am Sa. 28.07. in der Abtei Marienmünster

  1. Volker

    Liebe Iris,

    herzlichen Dank für deinen einfühlsamen Bericht aus Marienmünster. Hier merkt der Leser sofort, dass es ein außergewöhnliches Konzert gewesen sein muss weil in den Textpassagen die pure Erlebnisfreude so wunderbar zu spüren ist.

    Wenn nichts dazwischen kommt, werde ich das Konzert mit dem „Thüringischen akademischen Singkreis“ im Münster von Herford am Freitag gerne besuchen.

    Bis dahin herzliche Grüße
    Volker

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  2. Claudia

    Hallo liebe Iris,
    also ihr in OWL braucht euch über Kulturarmut ja auch nicht beklagen, das Konzert mit seinen außergewöhnlichem Programm und den hochkarätigen Ausführenden liess ja keine Wünsche offen.
    Habe mir auch mal den toll aufgemachten Flyer zur OWLer Klosterlandschaft angesehen, echt wahnsinn, was da geboten wird, natürlich auch die total unterschiedlichen Aufführungsorte.
    Wenn ich ein Reiseunternehmen für Kulturreisen hätte, würde ich auf jeden Fall die Klosterlandschaft mit Konzerten aufnehmen!!!

    Gruß aus Hot-Essen
    Claudia

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    Antwort
  3. Volker

    Hier der Zeitungsartikel der NW vom 1.8.2012

    Sommerreise in die Senne

    Thüringer Akademischer Singkreis probt beim CVJM

    Quelle/Senne (cpa). „Now“, jetzt, setzt der Sopran ein. Dann folgen nacheinander Alt, Tenor und Bass. Die Stimmen verweben sich, schwellen an und verschmelzen schließlich zu einem sphärischen Klangteppich.

    Der Thüringer Akademische Singkreis (Task) probt im Heim des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) das Stück „Dream“. 36 Sänger aus ganz Deutschland sitzen in einem Halbkreis vor Dirigent Jörg Genslein, der sich Takt für Takt, Stimme für Stimme, mit den Sängern durch die anspruchsvolle Partitur arbeitet.

    Der freie Thüringer Kammerchor hat zum ersten Mal Bielefeld zur Station seiner Sommerreise gemacht. „Wir treffen uns jedes Jahr woanders, um zehn Tage lang gemeinsam zu proben und Konzerte zu geben“, erzählt Jörg Genslein. Seit 2008 ist der gebürtige Bamberger künstlerischer Leiter und Dirigent.

    „Das schwarze Fleckerl ist das Wiederholungszeichen. Es sollen mindestens sieben Wiederholungen sein, wir singen acht.“Es ist der erste Probentag zum Stück „Dream“ von Arne Mellnäs, die Vertonung eines Gedichts des amerikanische Autors E. E. Cummings. „Am Notenbild ist hier nicht erkennbar, was am Schluss rauskommt. Es klingt jedes Mal ein bisschen anders.“ Das Stück räume Dirigent und Chor Freiheiten ein, erklärt Genslein. Er gebe dem Chor nur „die Bausteine“ vor. Eine Herausforderung für die Sänger. „Ich kann bei diesem Stück auch nicht gleichzeitig alle Stimmen dirigieren.“

    „Die Tonfolgen sind nicht schwer, aber man muss sich selbst die Impulse geben“, sagt Sängerin Sabine Bruder. Die intensive Probenarbeit während der Sommerreise sei anstrengend, meint die Chemnitzerin. „Man muss mit der Stimme ökonomisch umgehen.“

    Wie viele der Sänger kam die 52-Jährige als junge Musikstudentin zum Chor . Seit 30 Jahren ist die Berufsflötistin Chormitglied. Gerhardt Uhle singt sogar schon seit der Gründung des Chors 1969 im Tenor. „Der Vorteil der Projektstruktur ist, dass es für viele leichter möglich ist, über einen längeren Zeitraum dabeizubleiben“, meint Genslein. „Ihr wisst jetzt, wie’s geht. Jetzt müssen wir’s nur noch zusammenbauen fürs Konzert“, beendet Genslein die Probe. Am Donnerstag, 2. August, soll alles perfekt sitzen. Dann singt der Chor auf Einladung des Kultuforums Quelle-Ummeln seine sphärischen Klänge in der evangelischen Kirche in Quelle. Im Vorverkauf und an der Abendkasse gibt es noch Karten.

    © 2012 Neue Westfälische
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    Ihr Lieben!

    Es war ein wunderschöner Konzertabend im Herforder Münster mit dem Vokal-Ensemble „Thüringer Akademische Singkreis (Task)“ und hat richtig Spaß gemacht, diesem genialen Chor zuzuhören. Eine filigrane Gesangsgruppe, die sich im Sommer aus ganz Deutschland zusammen findet und zu solch außergewöhnlichen Leistungen imstande sind, durch ihren fundierten Gesang die Besucher zu bezaubern.

    Die zwei Werke von Orlando di Lasso (1532-1594) – „Tristis est anima mea“ und „Vide homo, Nr XXI aus Lagrime di San Pietro“ waren schon zum Anfang ein Highlight und machten einen neugierig auf Mehr. Super, das Leo Hassler (1564-1612) mit „Ad Dominum cum trubularer“ ebenfalls im Programm vorhanden war. Zwei großartige Komponisten der Renaissance-Zeit wurden durch den Thüringer Akademische Singkreis in schlichter, liedhafter Homophonie zu Gehör gebracht und bewirkte durch die geniale Aufstellung des Chores kurz vor dem Altarraum in den akustischen Aspekten eine großartige Wirkung auf den Hörer. Es war ein fantastischer Genuss, diesen Könnern im Laufe des Konzertes weiter hören zu können.

    Eine aberwitzige Idee war es, bei dem Werk „Four“ von John Cage (1912-1992) den Chor in Kreuzform auf die gesamte Kirche zu verteilen. Die Ton- und Stimmentwicklung gelang in dieser Form überwältigend. Die Sängerinnen und Sänger bildeten eine kleinen Gruppen-Kreis als einen Ton-Mittelpunkt – und erzielten durch die phänomenalen akustischen Bedingungen der Münsterkirche eine überwältigende Klangwirkung.

    Der Konzertabend ging viel zu schnell dem Ende entgegen und wurde durch drei Programm-Punkte an der Münster-Orgel im laufe des Konzert-Abends ergänzt. Es war schön, liebe Bekannte aus OWL wieder treffen zu können und gemeinsam einen genussvollen und ein sehr schönes Konzert erlebt zu haben und freuen uns nun auf weitere Highlights in OWL, die zum Spätsommer anstehen werden.

    Ein schönes Wochenende wünsche ich allen und liebe Grüße

    Volker

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