Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für den „vierten Sonntag nach Epiphanias“

Schlosskirche Weimar um 1660 - Wirkungsstätte von J.S. Bach ab Juli 1708 Hoforganist in Weimar

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 29.01.2012 

begehen wir den 4. Sonntag  nach „Epiphanias“ 

Am 4. Sonntag nach Epiphanias steht Gottes Macht über die Naturmächte im Vordergrund. Jesu Sturmstillung, die Sintflut, die Worte Gottes durch den Propheten – alles führt uns vor Augen, dass Gott den Weltenlauf mit Leichtigkeit verändern. Doch während die Sintflut dazu diente, den „Versuch“ mit der Menschheit noch einmal neu anzufangen, zielen die anderen Geschichten schon eher darauf ab, dass der Mensch sich ändern soll, um solche Katastrophen abzuwenden. In der Sturmstillung tadelt Jesus den kleinen Glauben der Jünger. Der Prophet rät dem Volk Israel, Gott zu fürchten und nicht die Menschen, deren Macht ja doch sehr begrenzt ist. Die Epistellesungen gehen in die gleiche Richtung.

Am 4. Sonntag nach Epiphanias werden wir daran erinnert, dass Gott die Macht über alle Naturgewalten hat, und hören die Erzählung von der Sturmstillung. Durch Jesus sollen wir teilhaben an dieser Macht, aber oft reicht unser Vertrauen nicht aus, so dass wir hoffnungslos verzagen wollen. Allein der Glaube an die Kraft dessen, der der Sintflut ein Ende setzte, der das Schilfmeer zerteilte, der Petrus zu sich auf das Wasser rief, gibt uns neue Zuversicht.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für  den  4. Sonntag nach  „Epiphanias“

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BWV  14 – Wär Gott nicht mit uns diese Zeit

BWV 81 – Jesus schläft – was soll ich hoffen

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sendung: 09:05 Uhr bis 10:00 Uhr

WDR3 – Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – Auszüge aus dem Programm:

Geistliche Musik

Johann Sebastian Bach

BWV 124 „Meinen Jesum lass‘ ich nicht“ –  Kantate für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Yukari Nonoshita, Sopran; Robin Blaze, Countertenor; Andreas Weller, Tenor; Peter Kooij, Bass; Bach Collegium Japan,

Leitung: Masaaki Suzuki

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NDRkultur – (Kantate)

Sendung: 08:03 Uhr bis 08:40 Uhr

Livestream – Link:  

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html

Programm – Link:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/programmuebersichten/index.html

Archiv zum Nachhören:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html

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NDRKultur – Auszüge aus dem Programm:

Geistliche Musik

Johann Sebastian Bach:

Kantate BWV 81 – Jesus schläft, was soll ich hoffen,

Pascal Bertin, Altus / Jan Kobow, Tenor

Stephan MacLeod, Bass

Ensemble “Gli Angeli Geneve”


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SWR2

Sendung: 08:03 Uhr bis 08:30 Uhr

Programm: 

http://www.swr.de/swr2/programm/-/id=661104/1rcmvqp/index.html

Webradio:  

http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/nid=7576/did=1586900/pv=mplayer/10idhq8/index.html

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SWR2 – Auszüge aus dem Programm:

Kantate:

Christoph Graupner:
„Herr, die Wasserströme erheben sich“
Collegium Vocale
Leitung: Philippe Herreweghe

Johann Sebastian Bach:
„Jesu, meine Freude“ BWV Anh. II 59

Gerhard Weinberger (Orgel)

Johann Sebastian Bach:

Arie aus der Kantate „Jesus schläft, was soll ich hoffen“

BWV 81 – „Schweig, aufgetürmtes Meer“
Siegmund Nimsgern (Bass)
Bach-Collegium Stuttgart
Leitung: Helmuth Rilling


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rbb kulturradio

Sendung: 09:30 Uhr bis 10:00 Uhr

Programm:  http://www.kulturradio.de/programm/index.html

Livestream http://www.kulturradio.de/livestream/index.html

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rbb-kulturradio – Auszüge aus dem Programm:

Johann Sebastian Bach

Kantate BWV 14 – am letzten Sonntag nach Epiphanias
Joanne Lunn, Sopran
Paul Agnew, Tenor
Peter Harvey, Bass
Monteverdi Choir
The English Baroque Soloists
Leitung: John Eliot Gardiner


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Bayern-Klassik
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Sendung: 08:05 Uhr bis 08:30 Uhr
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oder
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Bayern-Klassik  Auszüge aus dem Programm:
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Die Bach-Kantate:

BWV 81 Kantate – „Jesus schläft, was soll ich hoffen“,
Kantate zum 4. Sonntag nach Epiphanias,
William Towers, Countertenor; Paul Agnew,Tenor;
Peter Harvey, Bass;
Monteverdi Choir;
English Baroque Soloists
Leitung: John Eliot Gardiner
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Videos mit Bach-Kantaten:
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/ YouTube: BWV 14 –  „Wär Gott nicht mit uns diese Zeit“   –  (Interpret:  Leonhardt)

BWV 14 – Wär Gott nicht mit uns diese Zeit“ 

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./ YouTube: BWV 81  –  „Jesus schläft – was soll ich hoffen“  Part eins

(Interpret: Harnoncourt-Leonhardt)

BWV 81 –  Jesus schläft – was soll ich hoffen

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/ YouTube: BWV 81  –  Jesus schläft – was soll ich hoffen  Part zwei  

– (Interpret: Harnoncourt)

BWV 81 –  Jesus schläft – was soll ich hoffen

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Kantaten-Beschreibung 

zum  BWV 81 – „ Jesus schläft – was soll ich hoffen

Kantaten für den 4. Sonntag nach Epiphanias –  

Aufführungsort: Abteikirche St. Mary und St. Ethelflaeda, Romsey

am 30. Januar 2000

Wenn man mich fragte, welche Art Opern Bach komponiert hätte, würde ich sofort BWV 81 Jesus schläft, was soll ich hoffen? nennen. Denn mir scheint, nichts in seinen weltlichen Kantaten, trotz ihrer Bezeichnungen als dramma per musica, ist annähernd so lebendiges Theater oder tatsächlich Oper wie dieses erstaunliche Werk, das am 30. Januar 1724 in Leipzig uraufgeführt wurde. Es gehört zu jener Handvoll Kantaten, in denen Bach ein dramatisches Ereignis aus dem Tagesevangelium aufgreift – hier Matthäus’ Bericht, wie Jesus den Sturm beruhigt, der auf dem See Genezareth tobt, und das Boot, in dem er sich mit seinen Jüngern befindet, zu kentern droht – und als Basis für eine Metapher nimmt, die den Christen seiner Zeit gegenwärtig war: das Leben als Seereise.

Jesu Schlaf auf dem Schiff gibt den Einstieg in eine gespenstische Meditation über die Schrecknisse des Verlassenseins in einer gottlosen Welt – Stichwort für ein Paar altmodischer Blockflöten, die in Bachs Musik häufig mit Tod und Schlaf assoziiert werden und sich zu den Streichern zu gesellen. Es ist auch keine Überraschung, dass Bach diese einleitende Arie einem Alt gibt, der Stimme, der er das Spektrum von Reue, Furcht und Klagen anzuvertrauen pflegte. Hier unterwirft er den Sänger dem strengen technischen (und symbolischen) Ausdauertest, ein tiefes B über zehn langsame Taktschläge zu halten (zweimal!), ohne dass die Stimme zittert, und dann den klaffenden Abgrund des nahenden Todes heraufzubeschwören.

Es gibt auch ein Problem der Klangbalance zu lösen: bei der Einbindung der beiden, in ihrer Lautstärke unflexiblen Blockflöten, die eine Oktave über den dynamisch flexiblen Streichern spielen, eine möglichst große Expressivität beizubehalten. Das Leben ohne Jesus (sein schläfriges Schweigen dauert die ersten drei Nummern hindurch an) verursacht seinen Jüngern und späteren Generationen schlimme Qualen und gibt ihnen ein Gefühl der Verlassenheit, das im Tenorrezitativ (Nr. 2) mit verlagerten, dissonanten Harmonien an die Oberfläche kommt. Wir denken an Psalm 13: ‚Wie lange, Herr, willst du mich so ganz vergessen? Wie lange noch verbirgst du dein Antlitz vor mir?’, und den Leitstern, der von allen Seeleuten und den Weisen aus dem Morgenland so geschätzt wurde.

Plötzlich bricht der Sturm los. Es ist erstaunlich, welch eine lebendige scena Bach aus einem schlichten 3/8-Allegro nur für Streicher in G-dur zu gestalten vermag. Eine heftig aufschäumende Gischt aus Zweiunddreißigstelnoten in den ersten Violinen, gegen ein dumpfes Pulsieren in den übrigen Instrumenten gesetzt, schwillt zu einem ohrenbetäubenden Lärmen auf den 7/6/4/2-Mollakkorden an, um ‚Belials Bäche’ zu schildern, die gegen das winzige Boot schlagen. In ihrem Gesamteindruck ähnelt diese Arie, die von Tenor und Violinen ein gleichermaßen virtuoses Passagenwerk verlangt, das jedoch von einer sehr viel größeren harmonischen Spannung durchdrungen ist, einer der mächtigeren ‚Zornesarien’ aus Händels Opern. Dreimal gebietet Bach unvermittelt dem Unwetter Einhalt, als wolle er von dem sturmgepeitschten Seemann, über zwei Takte hin, ‚Nahaufnahmen’ machen. Obwohl der Sturm außerordentlich real geschildert wird, steht er auch als Symbol für die gottlosen Kräfte, die den einsamen Christen zu verschlingen drohen, wenn er sich gegen seine Spötter erhebt.

Jesus, nun wach (wie hat er überhaupt schlafen können bei all dem Lärm?), rügt seine Jünger wegen ihres mangelnden Glaubens. In einem Arioso mit geradliniger Continuobegleitung (es ist fast eine zweistimmige Invention) übernimmt der Bass-Solist die Rolle der vox Christi. Nach dem farbenreichen Drama der vorangegangenen scena verwundert die Dürre und Eintönigkeit der Musik. Man fragt sich, ob das hier dramatischer Realismus ist – die Störung aus dem Schlaf und die Zurechtweisung (das vielfach wiederholte ‚warum’) – oder gar eine sanfte Satire? Es ist vielleicht eine jener Gelegenheiten für Bach, auf Kosten seiner Leipziger Zuchtmeister ein bisschen Spaß zu haben?

Dann folgt ein zweites Seestück, ebenso ungewöhnlich wie der vorangegangene Sturm, in Form einer Arie für Bass, zwei Oboen d’amore und Streicher. Die im Oktavabstand geführten Streicher lassen an den Sog der Gezeiten und das Auftürmen der Wellen denken, denen Jesus Einhalt gebietet, bevor sie auslenken: ‚Schweig! Schweig!’ und ‚Verstumme!’. Weder Bachs autographe Partitur noch die originalen Parts enthalten in irgendeiner Art hilfreiche Angaben zur Artikulation (was natürlich ihre Aufnahme in seine Aufführungen nicht notwendigerweise ausschließt). Wir haben mit verschiedenen Varianten von Verschleifungen und örtlich begrenzten Crescendi experimentiert, die einen Schlag früher als ihr natürlicher Wellenkamm beendet werden. Dies schien idiomatisch und auf das Bild bezogen zu funktionieren, ebenso das abschließende Ritornell, das geschmeidig und weich gespielt wurde, als gehorche es nun Christi Befehlen. Dass der Sturm gestillt ist, kommt in dem Rezitativ des Alt-Solisten (Nr. 6) zum Ausdruck, ebenso in dem abschließenden Choral, der siebten Strophe von Johann Francks Lied ‚Jesu, meine Freude’ – ein hervorragender Abschluss für dieses ungewöhnliche und echte dramma per musica.

Als Binnenländer mag Bach nie einen richtigen Sturm auf dem Meer erlebt haben, bei einem seiner Lieblingsautoren, Heinrich Müller, einem Theologe aus dem 17. Jahrhundert, ist es eher wahrscheinlich: Müller lebte an der Ostsee, in Rostock, und kommentierte wortgewandt den Vorfall aus dem Matthäus-Evangelium. Für einen wirklich gläubigen Menschen bedeutet die Reise in ‚Christi Schifflein’, dass er die Unbilden des Lebens und Wetters erfährt, jedoch unversehrt aus ihnen hervorgeht: ‚ein paradoxum mitten in der Unruhe voller Ruhe’. Eine tropologische Interpretation, möchte man hoffen, war für Bach Rechtfertigung genug, die biblische Geschichte so wunderbar originell und, ja, dramatisch auszugestalten, ein Vorgeschmack auf seine Johannis-Passion, deren Uraufführung gerade einmal gut zwei Monate fern lag. Doch wir können ziemlich sicher sein, dass Leipziger Ratsherren wie Dr. Steger, der neun Monate zuvor unter dem Vorbehalt ‚und hätte der solche Compositiones zu machen, die nicht theatralisch wären’ für Bach als Kantor gestimmt hatte, die Haare zu Berge gestanden haben.

© John Eliot Gardiner 2006

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier


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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 4. Sonntag nach Epiphanias

               Link:   h i e r  zum Download als PDF  Gardiner 

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  Künstler-Beitrag –  

              Link:   Künstler-Meinungen; Maya HomburgerVioline  

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CD’s –  für   den  4Sonntag nach Epiphanias
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SDG 115 –  Vol. 19 CD 2
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Link:   CD’s  Bach-Kantaten – SDG 115, Vol. 19

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Cover:
CD’s SDG 115
Vol. 19
CD – zwei –
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CD – Inhalt CD zwei – SDG 115 Vol. 19
..CD –
BWV  14 –  Wär Gott nicht mit uns diese Zeit
BWV 26  –  Ach wie flüchtig, ach wie nichtig
BWV 81–  Jesus schläft, was soll ich hoffen
BWV 227 – Motette: Jesu meine Freude
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Ich wünsche allen Besuchern einen schönen Sonntag !

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Grüße

Volker

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