Examenskonzert der Hochschule für Kirchenmusik Herford am 29.01.2012 – St. Marienkirche Stift Berg in Herford

St. Marienkirche Stift Berg Herford

Hallo OWL,

in der St. Marienkirche Stift Berg in Herford findet am Sonntag, 29.01.2012 um 20:00 Uhr ein Examens-Konzert der „Hochschule für Kirchenmusik Herford“ statt. Geboten wird ein ungewöhnlicher Programmpunkt von Johann Christian Bach (1735-1782) – „Mailänder-Londoner-Bach“ – es wird  von ihm das Werk:

„Confitebor tibi, Domine“

für Solisten, Chor und Orchester aufgeführt.

Johann Christian Bach (1735-1782)

Es handelt sich um ein bisher unveröffentlichtes Werk von hoher Qualität. Noten sind nicht im Handel erhältlich, eine CD-Aufnahme ist aber erschienen. Tobias Krügel, Dirigent am kommenden Sonntag, hat das Notenmaterial, das der Aufnahme zugrunde lag, ausleihen können, und so eine Aufführung ermöglicht.

Von Johann Christians berühmten Vater Johann Sebastian Bach stammt die Messe A-Dur, die Olga Minkina aus St. Petersburg als Teil ihrer Prüfung zur A-Kirchenmusikerin dirigieren wird. Sie ist apart mit zwei Flöten zum Streichorchester instrumentiert und bietet ein weites Ausdrucksspektrum: Die freundlich hellen Farben der Grundtonart wechseln mit durchdrungenen Arien und virtuosen Chorpartien ab.

..

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)

Jan Rohloff wird, ebenfalls als Teil seiner A-Kirchenmusikerprüfung, Felix Mendelssohn Bartholdy’s (1809-1847) – Kantate „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ für Streicher, Sopransolo und Chor leiten. Mendelssohn kombiniert verblüffend selbstverständlich Typen von Choralsatz und Choralbearbeitung, wie sie in einer 200 Jahre früher entstandenen Komposition stehen könnten, mit seinem untrüglichen Gespür für gesangliche, ausdrucksvolle Linien in allen Ebenen des Tonsatzes, ohne dabei die Melodie des Chorals aus dem Blick zu verlieren.

Es musizieren der Chor der Hochschule für Kirchenmusik Herford, das Orchester der Hochschulkonzerte, bestehend aus Musikern der Bielefelder Philharmoniker, der NWD- Philharmonie und Detmolder Orchester mit ihrem Konzertmeister Burghard Schmilgun.

Es singen Jutta Potthoff, Sopran, Dorothea Ohly-Visarius, Alt, Wolfgang Tiemann, Tenor sowie Hartmut Ernst, Bass.

Der Eintritt beträgt 15 Euro,

ermäßigt 10 Euro (für Rentner)

Eine wunderbare Konzertankündigung der HfK Herford und wünsche allen Besuchern ein schönes Examens-Konzert.

Grüße

Volker

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2 Gedanken zu „Examenskonzert der Hochschule für Kirchenmusik Herford am 29.01.2012 – St. Marienkirche Stift Berg in Herford

  1. Adamo

    Liebe BachfreundINNERN!

    Nach diesem Examenskonzert konnte ich beruhigt nach Hause gehen-, der Kantorennachwuchs wächst üppig nach, seine Ausbildung ist in guten Händen und die jungen A-Musiker treten gerne in der Öffentlichkeit auf und stellen ihre Begabungen auf den Prüfstand.

    Schon des öfteren hatte ich in OWL Absolventen der Musikhochschule Detmold oder der Kirchenmusikschule Herford gehört. Es ist ja auch wichtig, daß der Musikernachwuchs in die Öffentlichkeit geht und nicht im Elfenbeinturm schlummert.

    So war das jährliche Examenskonzert der Kirchenmusikhochschule Herford gut besucht. Bestimmt waren auch viele Angehörige und Fans der jungen Musiker gekommen.

    Drei Absolventen stellten sich mit Ihren A-Prüfungs-Arbeiten vor. Volker hatte die jungen Künstler und ihre Werke bereits vorgestellt, so daß ich versuchen will, etwas von Erwartungen zu beschreiben.

    Hoffentlich bekommen die DREI eine gute Stelle in einer Kirchengemeinde, in der Verständnis für Musik ist und mit Pfarrern und Vorstand gut zusammengearbeitet werden kann.

    (Gerade gehört: in Höxter soll das nicht so sein !!)

    Was gehört zu einer guten Ausbildung, welche Gaben muß ein A-Kantor unbedingt mitbringen?

    Es sind nicht nur die musikalischen Internas, die beherrscht werden müssen.

    Eine gewisse kommunikative Kompetetenz wird doch in der Chorarbeit erwartet. Wir sehen das ja immer wieder in Chören, daß der Chorleiter seine SängerINNEN sowohl ansprechen und auf sie eingehen, als auch fördern muß. Er muß eine Gemeinschaft aufbauen können. Da Chorsänger oft überaltert sind, sollten auch junge Leute begeistert werden. Da muß man nicht in die Klamotten-Kiste ‚Gospel‘ greifen!! In den Bach’schen Kantaten und Passionen-, überhaupt in guter Kirchenmusik, finden sich so viele ‚zeitlose‘ Motive, die SängernIN offengelegt und erklärt werden können, so daß man auch im Alltag was davon hat.

    Eine Kinderarbeit mit der Erarbeitung von Kindermusicals sollte möglich sein. Z.B. kann auch ein ‚Cantus firmus‘ (Morgenstern-Kantate) vom Kinderchor gesungen werden.

    Zum Chor als festes Ensemble des KIrchenmusikers kommt dann noch das oft zusammengewürfelte Orchester dazu. Hier muß der künftige Kantor in knapper Probenzeit beweisen, daß er den Orchesterpart strukturiert und die Tempi und Einsätze vorgibt. ER/Sie ist ChefIN im Musik-Ring!

    Dem Vorspiel und Lieder-Begleiten im Gemeindegottesdienst kommt natürlich auch noch immer einige Bedeutung zu. Aber die Gottesdienste sind schwach besucht und viele Verantwortliche scheinen resigniert zu haben. Da hilft es nur, wenn Pfarrer und Organist mehr zusammenarbeiten und mit gemeinsamen Wort-Orgel-Projekten in die Öffentlichkeit gehen.

    Zu den aufgeführten Werken möchte ich nur sagen: beim Werk eines Bach-Sohnes ist man besonders hellhörig, was der Sohn vom Vater gelernt hat. Vom Vater Bach selbst hörte man die Messe in A-Dur, die ganz selten aufgeführt wird.

    Mendelsohns breiter und erfüllter Chorklang ist für mich immer eine berühigende Stimulanz. Von den Motiven kommt einem doch vieles bekannt vor. Oft sind die ‚gefälligen‘ Passagen besonders herausgehoben und mir scheint vieles auf ‚Wirkung‘ komponiert zu sein. Da höre ich mir doch lieber gleich Bach oder Schütz an, denn da finde ich die Motive im Orginal wieder.

    Daß der Chorklang bei einem Chor bestehend aus Musikstudenten optimal, frisch und beschwingt klingt, brauche ich nicht zu betonen.

    Einen schönen Sonnentag

    wünscht

    Adamo

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  2. Volker Autor

    Danke lieber Wolfgang für deinen Einsatz und Kommentierung des Examenkonzertes in St. Marien Stift Berg vom Sonntag.

    Schön dass wir das gemeinsam erleben durften es war toll, was die junge Riege an Studenten von der HfK Herford an Kunstfertigkeit gelernt und zu bieten hatten.

    Gespannt waren wir auf den jüngsten Sohn (Mailänder-Londoner-Bach) von J.S. Bach mit seinem Mailänder Vesperpsalm

    „Confitebor tibi, Domine.“

    Tobias Krügel als Dirigent hat das Notenmaterial, das der Aufnahme zugrunde lag, ausleihen können, und so eine Aufführung ermöglicht.

    Es handelt sich um ein bisher unveröffentlichtes Werk von hoher Qualität. Für die erzprotestantische Familie Bach – wie für die deutsche Musikforschung im 19. und frühen 20. Jahrhundert – war Johann Christian Bach durch den Übertritt zum katholischen Glauben und die Hinwendung zur italienischen Oper das „schwarze Schaf“ der Familie. Vor seiner glänzenden Karriere als Opernkomponist und Konzertveranstalter in London bekleidete er von 1757 bis 1760 die Organistenstelle am Mailänder Dom. In dieser Zeit entstanden zahlreiche geistliche Werke, die zu den am wenigsten bekannten Kompositionen des jüngsten Bach-Sohns zählen.

    Diese Psalmvertonung gefiel mir sehr gut, die Leichtigkeit und im italienischen Musikstil komponiert hatte Charakter und hob sich von dem zuvor gehörten Werk von Mendelssohn Bartholdy entschieden ab. Tobias Krügel als Dirigent wusste in diesem wunderbaren Werk mit seiner Interpretation durchaus zu gefallen.

    Das wird eine weitere CD werden aus dem Hause Bach,

    Johann Christian Bach (1735-1782)

    Mailänder -Vesperpsalmen:

    Werkverzeichnis: Warb E 16
    Soli SATB, Coro, Orch
    Sprache: lateinisch

    Dauer: 23 min

    1. Confitebor tibi Domine …
    2. Confessio (Solo T)
    3. Memor erit (Solo S, So …
    4a. Fidelia omnia (Soli e …
    4b. Redemptionem misit (S …
    4c. Sanctum (Soli e Coro …
    5. Intellectus bonus (Sol …
    6. Gloria Patri (Solo B e …
    7. Et in saecula saeculor …

    Hörproben gibt es beim Carus Verlag..!!

    Link:
    http://www.carus-verlag.com/index.php3?BLink=KKWerk&WerkID=29444&Action=kkwerk

    Das Traumprogramm für mich war natürlich von J.S. Bach die Messe A-Dur BWV 234. Was die junge russische Dirigentin Olga Minkina aus St. Petersburg an Selbstbewustsein offenbarte, war sehr beeindruckend. Sie wird aufgrund ihres Könnens sofort mit Kusshand von Kirchengemeinden eine Offerte bekommen, da bin ich mir ganz sicher.

    Das Orchester, bestehend aus Musikern der Bielefelder Philharmoniker, der NWD-Philharmonie und Detmolder Orchester spielten großartig.

    Im BWV 234 Messe A-Dur in SaTZ 4 ist ein berückendes Violin-Solo in Verbindung mit der Solo-Bratsche enthalten – ein Geniestreich von Bach – diese Sopran-Arie „Qui tollis peccata“ so zu besetzten. Wir konnten in der 2. Reihe hautnah das Violin-Solo genießen und nickten uns zustimmend zu, das ist wieder so eine berührende Stelle, die uns total fesselte und fast den Atem nahm. Diese Lutherische Messe war der Glanzpunkt und wurde von einem fantastischen Vokalensemble unterstützt.

    Die Begeisterung war dementsprechend groß und wir konnten befriedigt feststellen, der Nachwuchs aus den Musik-Hochschulen hat ein fundiertes Wissen und Können von sehr hoher Qualität und das war erfreulich, dies hautnah miterlebt zu haben.

    Grüße
    Volker

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