Ein Internet-basierter Chor-Workshops erfüllte die Anforderungen zu einem Konzert mit zwei festlichen Bach-Kantaten in der Marienkirche Höxter

——————————————————————————————————————-

Orchesterprobe mit den Vokal-Solisten in der Marienkirche Höxter

Hinweis für den Mitleser:

Es gibt einen weiteren Artikel unter dem Titel:

„Ein Blick hinter die Kulissen: Bach Kantaten Workshop in Höxter 20.-22.01.2012“

Link zum Artikel: nachstehend:

https://meinhardo.wordpress.com/2012/01/30/ein-blick-hinter-die-kulissen-bach-kantaten-workshop-in-hoxter-20-22-01-2012/

—————————————————————————————————————–

Links: die Beckerath-Sauer-Orgel. Mit einem "Herrnhuter Stern" geschmückte Marienkirche in Höxter (OWL)

Liebe Bachfreunde(innen),

KMD Jost Schmithals rief auf zu einem Internet basierter Workshop zum Wochenende vom 20.1.2012 bis 22.1.2012 in die Marienkirche nach Höxter zum einstudieren von zwei wunderbaren Bach-Kantaten. Der Zuspruch dazu muss über das Internet aus Deutschland überwältigend gewesen sein. Selbst aus dem entfernten Berlin traten fünf Sänger den weiten Weg nach Höxter  (OWL) an, um dabei sein zu können.

Ebenso ist anzumerken, dass Blog-Mitglieder den Weg aus Essen, Münster und Herford auf sich genommen haben und sich spontan zu diesem Projekt angemeldet hatten. Das nenne ich Bach-Enthusiasmus pur was sich dann im Konzert durch den gewaltig angewachsenen Chor bestätigte. Vor dem Konzert wurde von KMD Schmithals darauf hingewiesen, dass es aufgrund der Witterungsbedingungen viele Absagen aufgrund von Erkältungen gegeben hat so blieb die Chorstärke von ca. 90 Mitsängerinnen und Mitsängern in einem erträglichen Rahmen.

Chor der Workshop-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer und Kammerorchester „Sinfonietta Detmold“

.

Die Einstudierung erfolgte für zwei Bach-Kanten mit dem BWV 1 „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ und dem BWV 63  „Christen, ätzet diesen Tag in Metall und Marmorsteine“

.

Leitung: KMD Jost Schmithals

 Jost Schmithals konzipierte die Reihe der internet-basierten Chor-Workshops Bachkantaten zum Mitsingen und wurde wegen der innovativen Möglichkeiten der individuellen Online-Vorbereitung von der Evangelischen Kirche in Deutschland als Beispiel guter Praxis vorgestellt.

Programm:

J.S. Bach – Orgel „Fantasia G-Dur“
„Pièce d‘Orgue“ (BWV 572)

J.S. Bach – Kantate BWV 63
„Christen, ätzet diesen Tag in Metall und Marmorsteine“

J.S. Bach Orgel „Sinfonia C-Dur“ (BWV 29)
…………………………………..aus der Ratswahl-Kantate
………………………………….„Wir danken dir, Gott, wir danken dir“ (BWV 29)
……………………………….Bearbeitung für Orgel: Jost Schmithals

……………………………..J.S. Bach – Kantate BWV 1 
……………………………..„Wie schön leuchtet der Morgenstern“

……………………….Ausführende:

…………………….Claudia Ehmann (Berlin), Sopran
………………………Lena Sutor-Wernich (Freiburg), Alt
……………………….Joachim Streckfuß (Freiburg), Tenor
…………………….Cornelius Leenen (Freiburg), Bass

…………………….Kammerorchester „Sinfonietta Detmold“
……………………Konzertmeisterin: Christiane Muntschick

………………….Chor der Workshop-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer

……………Leitung: Jost Schmithals / Kai Koch

————————————————————————————-

Organist: Kai Koch

 Das einleitende Orgelwerk von J.S. Bach, BWV 572  – „Pièce d‘Orgue“ – vorgetragen von Kai Koch, wurde wunderschön registriert an der Orgel vorgetragen, Orgel und Raum waren dazu ein kongenialer Partner und steigerten die Vorfreude auf die kommenden Bachwerke.
……
Die Kantate BWV 63 – „Christen, ätzet diesen Tag in Metall und Marmorsteine“ für den 1. Weihnachtsfeiertag, wurde von J.S. Bach höchstwahrscheinlich zu seiner Weimarer Zeit komponiert, die Entstehung dieses Werkes liegt in vieler Hinsicht im Dunkeln.
…….
Der kraftvolle Workshop-Chor konnte mit dem Eingangs-Choral: „Christen ätzet diesen Tag“ das am Wochenende Erlernte nun in die Tat umsetzen. Die einzelnen Stimmen vom Sopran bis Bass waren gut besetzt  und erfüllten das in sie gesetzte Vertrauen. Ein gut disponiertes Detmolder Orchester erwies sich hierbei als ein kongenialer Partner.
………..
Hervor heben möchte ich aus dieser  herrlichen Kantate die Arie für Alt – (Lena Sutor-Wernich) – und Tenor  – (Joachim Streckfuß) – beide aus Freiburg – in dem Satz 5 mit dem „Ruft und fleht den Himmel an“  das klang mit den so fantastisch rhythmisch spielenden Violinen und dem Bc einfach traumhaft schön und ging einem zu Herzen. Prächtiger kann diese Arie nicht vorgetragen werden und möchte an dieser Stelle den Vortragenden und dem Orchester ein uneingeschränktes Lob aussprechen.
…..
Weil diese Arie aus dem BWV 63, Satz 5 eine Perle in Bach’s Kompositionen ist, füge ich dem Leser ein Video von YouTube bei!
……………………….
————————————————————————————————————-
…….————————————————————————————————————-
Mit dem Schlusschoral „Höchster, schau in Gnaden an“ konnte der Chor wieder sein Können unter Beweis stellen und rundeten diese Kantate zu einem schönen Erlebnis ab.
…..
Gespannt war ich auf die anschließende Orgelkomposition – BWV 29 – von KMD Jost Schmithals, die von ihm in einer Bearbeitung für Orgel  „Sinfonia C-Dur“ (BWV 29 aus der Ratswahl-Kantate „Wir danken dir, Gott, wir danken dir“ (BWV 29) erklang.
………..
Vorab einige Angaben zu der Orgel in der Marienkirche in Höxter:
……….
Die Orgel wurde in den 80-er Jahren von Siegfried Sauer (Ottbergen) repariert, ergänzt und mit einem neuen, hoch aufstrebenden Gehäuse versehen. Sie war im Jahre 1950 von Rudolf von Beckerath (Hamburg) für die Evangelische Kirche Hamburg-Schnelsen erbaut worden und hatte seit 1961 in der Marienkirche auf einer Empore unterhalb des Westfensters gestanden.
…….
J.S. Bach komponierte die Kantate BWV 29  im Jahr 1731 in Leipzig zur Ratswahl. Diese Einführung des gewählten Stadtrats wurde regelmäßig am Montag nach St. Bartholomäus (24. August) in einem Gottesdienst begangen, der 1731 auf den 27. August fiel. Für diesen Anlass hatte er bereits im ersten Jahr Preise, Jerusalem, den Herrn und später Gott, man lobet dich in der Stille geschrieben. Entsprechend dem Anlass ist der Textinhalt Dank an Gott für das Gedeihen der Stadt, Bitte um künftigen Segen und Lobpreis seiner Macht. 
…………….

 Die Kantate ist eine der wenigen geistlichen Kantaten mit einer einleitenden instrumentalen Sinfonia. Diese ist eine Bearbeitung des Preludio aus Bachs Partita E-Dur für Violine, BWV 1006. Die Orgel übernimmt den virtuosen Solopart, das Orchester hat Begleitfunktion.

Der französische Organist und Komponist Marcel Dupré (1886-1971) komponierte für das BWV 29 eine sehr bekannte und beliebte Transkription, die ich in einem nachstehenden Video vorstellen werde.

————————————————–

KMD Jost Schmithals erwies sich an der Beckerath-Sauer-Orgel als der geniale Organist, der in einer fantastischen Registrierung unter Ausschöpfung der Instrumentenmöglichkeit und der Berücksichtigung der Raumakustik sowie mit einer einfühlsamen Spielweise diese zu Herzen gehende und von ihm bearbeitete Transkription perfekt zum Erklingen brachte. Das war purer Orgelgenuss vom Feinsten und hätte gerne  noch ein weiteres Orgel-Highlight von J.S. Bach von ihm gehört.

……………………

YouTube – Marcel Dupré, Transkription Sinfonia BWV 29

———————————————————————————————

Eine Kantaten-Originalversion BWV 29 – Satz 1 die Sinfonia unter der Leitung von Andrew Parrott – mit Orgel und Instrumental gespielt.

von YouTube:

.

———————————————————————————————

Sowie ein Video – Violin-Solo BWV 1006 von YouTube:

Partita für Violine solo Nr. 3 in E-Dur, BWV 1006 „Preludio“ Johann Sebastian Bach. Geigen-Solo aus dem BWV 1006, was Bach für seine Ratswahl-Kantate BWV 29 als Eingangs-Sinfonia wieder verwendet hat

…………………….

.

—————————————————————————————–

Workshop-Chor: die Bässe und Alt-Stimmen in der Marienkirche von Höxter

……………….
Den Abschluss dieses herrlichen und ereignisreichen Bach-Konzertes fand mit der festlichen Kantate: „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ BWV 1 – statt.

Diese Choralkantate, zum 15. Müärz 1725 in Leipzig komponiert, ist das letzte Werk innerhalb des Choralkantaten-Jahrgangs 1724/1725; denn obwohl Bachs zweites Leipziger  Amtsjahr erst am Trinitatisfest zu Ende geht, vertont Bach von Ostern an wieder normale Kantatentexte. Die Anmut und Empfindungstiefe des Textes hat Bach in seiner Komposition noch stärker hervorgehoben. Seinen festlichen Glanz erhält das Instrumentarium durch die Mitwirkung von 2 Hörnern, 2 Oboi da caccia und 2 konzentrierenden Soloviolinen; die Grundlage bilden Streicher und Continuo. Dadurch ergibt sich ein ungewöhnliches Klangbild: Bläser und Streichertutti schaffen eine dicht besetzte, vollklingende Mittellage, darüber konzertieren die beiden Soloviolinen, in deren lebhafter Figuration sich unschwer das Bild des funkelnden Morgensterns erkennen lässt – um so leichter, als die üblichen Blasinstrumente der Höhenlage (Flöten, Oboen, Trompeten) diesmal gänzlich  fehlen. *)

—————————————————-

Diesen Part übernahm der junge Dirigent „Kai Koch“ und führte diese Kantate zu einem krönenden Abschluss. Ein innig und zauberhaftes Spiel des Kammerorchester „Sinfonietta Detmold“ – unter der Regie von Konzertmeisterin: Christiane Muntschick wusste zu überzeugen und zu begeistern. Der Eingangs- und Schluss-Choral wurde von dem Workshop-Chor zu einem Highlight des Konzert-Abends. Einfühlsam erklang ein inniger „Morgenstern-Gesang“ und in der Wortverständlichkeit sehr überzeugend gestalteten sie ein profundes  Singen.

Was muss für ein penibles Üben unter der Regie des rührigen und überaus freundlichen KMD Jost Schmithals und Kai Koch  vorgelegen haben, um diese Gesangswirkung dem Besucher offenbaren zu können. Wir waren begeistert nach dem erklingen des letzten Tones dieser herrlichen Kantate und hätten gerne dem profunden Chor und dem vorzüglichen Detmolder Orchsester weiter zugehört und das sagt doch schon alles aus, dass dieses Workshop-Wochenende Bach- und Gesangsfreunde/innen aus ganz Deutschland nach Höxter gerufen hat und die Freude der Mitwirkenden im Chor voll auf den Besucher übergesprungen ist.

Ein Sonderlob geht auch an die jungen und ausgezeichneten Freiburger und Berliner Gesangs-Solisten/innen, die mit ihrem exzellenten Gesangs-Vortrag uns innerlich sehr zu berühren wussten.

Mitwirkende: Lena Sutor-Wernich (Freiburg), Alt - Joachim Streckfuß (Freiburg), Tenor - Cornelius Leenen (Freiburg), Bass, Organist und Leiter: Jost Schmithals

Ein stürmischer und langanhaltender Schlussapplaus der Besucher zollte allen Mitwirkenden ein herzliches Dankeschön für diesen unvergesslichen Bach-Abend.

Zufriedene und erlösende Gesichter am Konzert-Ende im Workshop-Chor und Orchester in der Marienkirche Höxter

—————————————————————————————————————…..

Ein gesondertes Dankeschön geht an KMD Jost Schmithals, der dieses fantastische Internet basierte Workshop-Projekt in Höxter aus der Taufe gehoben hat. Das sollte weiterhin Bestand haben und für uns in OWL und Höxter ein Juwel bleiben. Wir werden wiederkommen und uns an der Begeisterungsfähigkeit aller Beteiligten mit erfreuen als Besucher oder als Workshop-Teilnehmer.

————————————————————————————————————–

Als ein Nachklang von:

YuoTube  BWV 1 „Der Morgenstern ist aufgegangen“  Part 1-6 (Interpet: Harnoncourt)

————–          

………………………………………………………………

———————————————————————————————————–

Rezension:

Zwei Rezension des Konzertes von der Neuen Westfälischen Zeitung Höxter vom 24.01.2012 füge ich als PDF anbei über den nachfolgenden Link aufzurufen,,!!

  Link:  NW Höxter Rezension Bach-Kantaten Marienkirche Höxter am 22.01.2012

 

   Link:  Höxter_Zeitung Bach begeistert

———————————————————————————————————–

Herzliche Grüße

an dieser Stelle an alle Mitwirkenden des Workshop-Projektes und Leser

Volker

——————————————————————————————-

————————————
*) Textauszüge Dürr S. 739-740
————————————
Advertisements

6 Gedanken zu „Ein Internet-basierter Chor-Workshops erfüllte die Anforderungen zu einem Konzert mit zwei festlichen Bach-Kantaten in der Marienkirche Höxter

  1. Iris Budde

    Lieber Volker, liebe Sängerinnen und Sänger,
    ich hätte nie gedacht, dass am Ende eines so verregneten Wochenendes uns so schöne „Bäche“ wieder in Schwung bringen würden. Die Freude und das Engagement des Chores und Orchesters wirkten so ansteckend, dass schon nach den ersten Klängen alles Graue und Dunkle vergessen war.
    Das Wiedersehen mit unseren blogies hat sein Übriges getan. Soviel ist sicher:
    im nächsten Jahr geht`s wieder nach Höxter.
    Volker, Dir auch ein dickes Danke, dass Du uns durch Deine Veröffentlichungen auf die Sprünge geholfen hast.
    Lieben Gruss
    Iris und Anhang

    Gefällt mir

    Antwort
  2. Claudia

    Hallo Volker, hallo Iris, mein ausführlicher Bericht mit dem Blick „hinter die Kulissen“ folgt ja noch, aber ich bin mit Deinen Ausführungen über die Solisten SEHR einverstanden. Ein ganz tolles Ensemble, die auch im Duett super harmoniert haben, das Duett Alt/Tenor und die Sopran-Arie aus dem Morgenstern haben mir besser als bei Gardiner in der „Schmithals-Version“ gefallen.
    Es war wieder mal sehr schön, dass ihr selbstlos den weiten Weg (den nahen Weg haben ja leider einige Höxteraner nicht gefunden) angetreten habt, bl0ß für ein kurzes Wiedersehen. Leider war ja ein Plausch-Bierchen für uns nicht mehr drin.
    Lieben Gruß, Claudia

    Gefällt mir

    Antwort
  3. Adamo

    Liebe BachfreundINNEN!

    Diese WERKSTATT war was ganz Besonderes. Und wenn man schon das Wort ‚Werkstatt‘ (hört sich viel besser als workshop !!! an) in der Einladung verwendet, kann man auch unser Zusammenarbeiten und -singen als das BAUEN von zwei herrlichen PRUNKHÄUSERN verstehen. Jedes dieser Bauten hat seine eigene Architektur.

    So will ich also in meinem Resumee des Höxteraner Wochenendes in der Sprache der Bauleute bleiben.

    Da wurden ganz viele Einzelteile aus einer funkelnden Klangmasse ausgesägt und in mehreren Arbeitsgängen wieder kunstvoll zusammengesetzt. Und das ging so:

    Der/die einzelne SängerINNEN bereitet sich zu Hause vor. Die Architektur des Baues konnte er/sie schon in Tonaufnahmen mal studieren. Aber ein echter Bach-Freund will ja selber mitbauen und am Entstehen des Werkes mit Hand anlegen. Hilfsmittel sind Internet, Noten, Bleistift und Tonkonserve-, Vorfreude und EInfügungswillen sind Vorraussetzung.

    Dann kommt der große Augenblick, an dem sich die Bauleute kennenlernen. Am ersten Abend feilen sie noch selbst an ihren Stimmen. Diese Prozedur wird ‚Einsingen‘ genannt. Bereits an diesem ersten Abend übernehmen zwei Kantoren die Bauleitung und greifen hilfestellend ein. Die Bauleiter halten sich an die Partitur des Ganzen. Auffallend ist, daß beide Bauleiter immer freundlich und locker bleiben, obwohl der Zeitpunkt der Aufführung näher rückt. Genügend Zeit ist auch für Feinschliff, der unter den gotischen Gewölben der Marienkirche mehrmals eingearbeitet, bzw. eingesungen wird. Da sind ja so viel Motive und Passagen, schnelle aufsteigende und absteigende Läufe, KOLORATUREN genannt, zu beachten. Gut, daß die Eckpfeiler der beiden Kantaten, die jetzt hochgezogen werden, aus wenigstens vier festen Stimmelementen bestehen. Diese Eckpfeiler des Chor-Baues heißen Bass, Alt, Tenor und Sopran. In einem Fall kommt als Bindemittel eines Eingangschores noch ein sogenannter ‚Cantus Firmus‘ dazu. In der anderen Kantate gibt es dafür mehrmals unheimlich hohe Töne, so mehrmals das ‚hohe a‘ oder der schwindelerregende erste Einsatz des Soprans im Eingangschor.

    So langsam stehen die beiden Kantaten dann auf sicheren Tönen und jetzt kann auch der extreme Textverlauf der beiden Bach-Bauten Berücksichtigung finden. Während in der einen noch weihnachtlich gestimmten Kantate lieblich vom Aufgehen des Morgensterns erzählt wird, wird in der zweiten Kantate expressiv mehrmals vom ‚Quälen des Satans‘ berichtet. Als Vorzeichen werden dann lauter ‚b‘ vor die Noten gesetzt, damit es schaurig klingt. Fachleute nennen diese Läufe ‚passus duriculus’=harter, schwerer Weg. Aber es kann auch mit Leichtbausteinen gearbeitet werden. So z.B. in der Kantate vom Morgenstern, wo ein sog. KIrchenchoral das Dach des Ganzen bildet.

    Jetzt stehen die beiden Bauten in Tönen und Akzenten fest gefügt da und es kommt zur Generalprobe. Wirklich ganz junge, unverbrauchte, aber stimmlich vorzügliche Solisten werden mit ihren Arien, Duetten und Rezitativen noch passgenau eingesetzt. Diese vier Solisten sind ganz besondere Schmuckstücke, die ihre eigene Qualität und Farbe haben.

    Als letztes wird das Ganze noch von einem Orchester richtig gehend ummantelt. So entsteht dann endlich das Gesamtkunstwerk, an dem viele mitgebaut haben.

    Ach ja-, das passt auch noch zum Bauen: in der einen Kantate ist unheimlich viel vom LICHT zu hören. Dies Licht soll strahlender als all die modernen ‚Leds‘ sein.

    Die andere Kantate firmirt augenzwinkernd unter dem Begriff ‚Baumarkt-Kantate‘ (so einer der Bauleiter, der immerhin den musikalischen Titel eines ‚KMD‘ trägt).

    Warum? In ihr kommen Baustoffe wie Marmor, Stein und Metall vor. Auch ‚Glut‘ und ‚Strahl‘ gehören in diese Art. Aber Höhepunkt handwerklichen arbeitens ist ja der Vorgang des ‚Einätzens‘. Eine Technik, die nur noch in der flotten Jugendsprache ‚echt ätzend‘ erwähnt wird!!!.

    Liebe BachfreundINNEN!

    Dieser Gedanken kamen mir, als ich nach der Höxteraner-Bach-Werkstatt diesmal mit der Bahn nach Haus fuhr.

    Für die Bach-Pflege scheinen die BACH-WERKSTÄTTEN eine riesen Chance zu sein. Gerade in meiner Gegend (OWL), konnte ich in letzter Zeit an mehreren Bach-Werkstätten teilnehmen. Da brauchte ich mich nicht auf einen Chor festzulegen, es war eine zeitlich begrenzte Belastung, natürlich auch mit einer Wegstrecke verbunden. Auch konnte ich wieder ‚tschüß‘ sagen.

    Ich habe einige Mitsänger getroffen, die schon öfter bei Bach-Werkstätten dabei waren und wie ich, diese Einstudierungsweise optimal finden.

    So ganz nebenbei, aber mir unheimlich wichtig war es, daß ich noch nette und hilfsbereite Gastgeber gefunden habe.

    Radele ich jetzt im Sommer wieder an der Weser entlang und komme an Höxter vorbei, dann weiß ich: hier gibt es Menschen, die unheimlich gerne andere Menschen zum Bach-Kantaten singen einladen.

    Gerne komme ich wieder.

    Adamo

    Gefällt mir

    Antwort
  4. Volker Autor

    Ihr Lieben !

    Nach meinem Hauptresümee wollte ich erst einmal die eintreffenden Kommentare abwarten, um dann aus meiner persönliche Sicht noch etwas beizusteuern. Ich bin glücklich darüber, dass Kommentare eingegangen sind und alle sich sehr zufrieden und beglückt fühlen nach diesem schönen Bach-Ereignis in der Marienkirche in Höxter. Als Rita und ich mit unserem Schwager auf dem Wege zur Marienkirche waren, trafen wir ganz unvorbereitet @Wolfgang auf halber Wegstrecke an. Dadurch steigerte sich bei uns die Erwartung auf das Großereignis, weil Wolfgang uns einiges von der Bach-Werkstatt berichten konnte.

    Das Wiedersehen in der Marienkirche konnte mit den Blog-Mitgliedern nicht schöner und herzlicher ausfallen, alle waren gekommen, Die Werkstatt-Arbeiter/Arbeiterin, (Essen-Herford-Münster) und die Besuchergruppen aus Löhne-Spenge-Schloss Holte waren bei der Ankunft im Vorraum des ehemaligen Kloster versammelt, Herz was willst du mehr, das war wohl der 7. Sinn, ohne einer großen Absprache alle begrüßen zu können, einfach genial, die Gemeinschaft weiss innerlich, wo wir uns wohl finden können..!!

    Nach dem Betreten der Kirche vor dem Konzert fielen mir die vielen freudigen Gesichter der Bach-Werkstatt Teilnehmer-innen auf, die gespannt das Großereignis erwarteten. Nach meinen vorab getätigten Aufnahmen trat ein ca. über 60-jähriger Berliner spontan auf mich zu, wahrscheinlich hatte @Wolfgang ihn auf mich aufmerksam gemacht und sprach mich auf den Blog an. Er ist seit langer Zeit Mitleser und erwartet schon sehnsüchtig bereits am Freitag auf meine Wochenend Bach-Kantaten und ist begeistert über die Vielfalt an Themen, die wir im Blog abhandeln. Also ist „Volkers-Klassikseiten“ auch in Berlin mittlerweile ein Renner, denn durch ihn wurden weitere Berliner für den Blog aktiviert.

    Bedankt hat er sich überschwenglich für die Veröffentlichung des Wochenend-Bach-Projektes in Höxter. Aufgrund dieser Nachricht hat er spontan vier weitere Mitstreiter in Berlin aktiviert um in Höxter das Bach-Projekt mit zu bestreiten und haben sich spontan dazu angemeldet. Im Laufe des Gespräches beklagte er die Berliner Situation in den dortigen Chören. Die Alten – (über 60 – jährige) werden aus den Chören verbannt, da sie den stimmlichen Anforderungen nicht mehr gerecht werden können. Die nachwachsenden Jung-Dirigenten wollen aus ihren Chören eine Philharmonie erstehen lassen und da sind die „Alten“ nicht mehr gefragt..!! Da blieb mir fast die Spucke weg – würde der Berliner sagen. Was für herrliche Vorzüge genießen wir dagegen bei uns in OWL, jeder ist willkommen und so auch in Höxter, die fünf Berliner haben es richtig genossen, einmal wieder in einem Groß-Projekt mitwirken zu dürfen. Hier in OWL könnte man jeden Monat fündig werden um Bach-Kantaten mitsingen zu können, in was für einem kulturell großartiges Gebiet wir doch wohnhaft sind.

    Da gebührt KMD Jost Schmithals ein Sonderlob, ohne eine Alters-Struktur vorzugeben kann sich jeder anmelden und das sollte auch Bestand haben. Wie gerne habe ich das WO als Projekt mit den Kantaten fünf und sechs in der Stadtkirche von Bad Salzuflen Anfang Januar 2012 mit @Wolfgang mitgesungen, das war für mich persönlich ein ganz gewaltiges Ereignis und zehre immer noch davon..!!

    Das nächste Mitsing-Projekt von einer Bach-Kantate in OWL findet am 16. März 2012 im schönen Lemgo/Lippe in St. Marien statt.

    Freitag, 16. März 2012 und Sonntag, 18. März 2012 – 21. Bach-Werkstatt-Projekt zum Mitsingen. J.S. Bach Kantate “Jesu, der Du meine Seele“ BWV 78 – Anmeldung unter Telefon: 05261 / 20 07 und im Internet: http://www.marien-kantorei.de/Homeseite/Home.htm

    Das als ein Hinweis für die über 60-jährigen, sie werden im Gegensatz zu Berlin in OWL (Lemgo) herzlich willkommen sein.

    Damit habe ich einmal mein gewaltiges Anliegen nach dieser ungemein fatalen Aussage über Berlin schreiben können und hoffe, dass wir alle weiterhin gern gesehene Gäste in Projekten sein dürfen. Was wäre allen Beteiligten entgangen, wenn sie nicht diesen schönen Bach-Abend in Höxter als Mitsänger/in hätten bestreiten dürfen.

    Wir als Besucher des Konzertes haben die Bach-Stunden in Höxter in vollen Zügen genossen und ich bedanke mich bei @Claudia, Werner und @Wolfgang für die spontane Anmeldung nach dem Aufruf/Bekanntmachung im Blog – als Mitwirkende und ihren selbstlosen Einsatz, dafür ein Wochenende zu opfern. Euren fantastischer Einsatz im Chor habe ich sehr genossen und war darüber erfreut, dass Blogmitglieder mitgesungen haben und der Aufruf im fernen Berlin ebenfalls angekommen war…!!

    Herzliche Grüße
    Volker

    Gefällt mir

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s