In der Stadtkirche Bad Salzuflen erklangen im Gottesdienst aus dem Weihnachtsoratorium von J.S. Bach die Kantaten 5 und 6

Liebe Bachfreunde(innen)

Bad Salzuflen lud ein zu einem Dreikönigs-Treffen in die Evangelisch reformierte Stadtkirche. Im Eingangsbereich empfingen die drei Heiligen aus dem Morgenland die Gottesdienst-Besucher..!! Dazu vortrefflich geeignet – einen „Musikalischen Gottesdienst“ mit den Kantaten 5 & 6 aus dem Weihnachtsoratorium von J.S. Bach, BWV 248 – zu gestalten.

Die Heiligen drei Könige im Eingang der Ev. reform. Stadtkirche Salzuflen

Die Heiligen drei Könige im Eingang der Ev. reform. Stadtkirche von Bad Salzuflen

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Stadtkirche Bad Salzuflen

In der Stadtkirche Bad Salzuflen wurden im Rahmen eines „Musikalischen Gottesdienstes“ die Kantaten fünf und sechs aus dem Weihnachtsoratorium, BWV 248 von J.S. Bach aufgeführt.

Vorangegangen war am Freitag und Samstag ein mehrstündiger Workshop des Kirchenchores, um Gastsängern die Möglichkeit zu bieten, in der Einarbeitung der Kantaten mitzuwirken und den Kirchenchor verstärken zu können.

Sehr gerne sind wir dem Angebot gefolgt und haben die Gastfreundschaft der rührigen Stadtkirchengemeinde und des Kirchenchores sehr genossen und dabei haben sich neue

.

Freundschaften entwickeln können.

Kantorin Waltraut Huizing

Kantorin Waltraud Huizing

Faszinierend mitzuerleben, wie die Kantorin „Waltraud Huizing“ die Probenarbeit gestaltete, in ihrer freundlichen Art immer motivierend den Chor anzusprechen  und gezielte Feinheiten und Höhepunkte in den Kantaten mit dem Chor zu erarbeiten und umzusetzen. Ihr gelang es vortrefflich, uns immer wieder mitzureißen so dass die Probenarbeit nie langweilig wurde und zu einem reinen Vergnügen wurde. Das machte unwahrscheinlichen Spaß und animiert uns, in Zukunft weitere Projekte als Gastsänger mit ihr wahrzunehmen.

Chor der Stadtkirche Bad Salzuflen und Orchester "Le nuove musiche"

Eine Überraschung war die kurzfristige Verpflichtung eines Lautenisten (im Foto oben rechts) für die Bach-Kantaten der sich mit seinem hinreissenden Spiel und dem unvergleichlichen Klangerlebnis sich zu einem Glanzpunkt gestaltete. Die Besetzung mit drei Trompeten mit Natur-Trompeten spiegelt die filigrane Feinarbeit der Kantorin Waltraud Huizing im Vorfeld wieder, wie sie sich eine Besetzung des Orchesters vorstellt, um ein hinreissendes Klangerlebnis dem Besucher bieten zu können. Die Besetzung des Chores um die 40 Personen – einschließlich der Gastsänger(innen) kann als sehr geglückt  angemerkt werden. Ein mittleres Durchschnittsalter im Chor, besetzt mit gut ausgebildeten Sänger(innen) ergab ein sehr abgerundetes Klangbild.

Chor der Stadtkirche Bad Salzuflen und Orchester "Le nuove musiche" besetzt mit Laute

Aus Krankheitsgründen mussten kurzfristig zwei Gesangs-Solisten ersetzt werden aber im Lippischen scheint das für die Kantorin – trotz des großen Mankos – nicht allzu schwer gewesen zu sein, für guten Ersatz zu sorgen, liegt doch Detmold fast vor der Haustür von Bad Salzuflen. Das gelang ihr vortrefflich. Ein Juwel-Gesang purer Freude ist von der Sopranistin „Lara Venghaus“ zu vermelden die in ihren Partien  großartig überzeugen konnte. Mechthilt Kerscher , Alt, sang überzeugend. Der kurzfristig neu hinzugekommene Tenor  Stefan Deguti aus Detmold – für den erkrankten Johann Penner verpflichtet  – ausgestattet mit einem warmen Timbre in seiner Stimmlage und einer großartigen Wortartikulation war ein würdiger Ersatz. Der vorgesehene Bass – Gottfried Meyer musste ebenfalls ersetzt werden durch Andreas Post, der mit seinem großartigen Stimm-Volumen gleichfalls seiner Verpflichtung gerecht werden konnte.  Hinreissend stimmig gelang den Gesangs-Solisten in der Kantate sechs in Nr: 63 das Rezitativ: „Was will der Hölle Schrecken nun.“

Stadtkirche Bad Salzuflen Weihnachtsoratorium (Foto Heike Rottkamp)

Stadtkirche Bad Salzuflen Weihnachtsoratorium (Foto Heike Rottkamp)

Das zusammengesetzte Orchester „Le nuove musiche“ wurde 1990 als Ensemble für Alte Musik “Le nuove musiche”  von zwei Studenten der Hochschule für Musik, Detmold, Gregor Schwarz und Gregor van den Boom mit dem Ziel gegründet, Musik des 17.-18. Jahrhunderts auch im ostwestfälischen Raum auf Originalinstrumenten aufzuführen. Sehr schnell wurde aus der Duopartnerschaft ein sich ständig erweiternder Klangkörper, der im Laufe der Zeit auch überregionale Anerkennung findet.

Foto: LZ_vom 10_01_2012 WO Kantaten 5 und 6 Stadtkirche Bad Salzuflen am 08.01.2012 - (Fotorechte: Scheulen)

Das Ensemble bestach durch ein harmonisches Zusammenspiel auf  historischen Instrumenten und gestalteten die Solopartien im Bc und Violin-Solo ( Gregor van den Boom) – mit einer gekonnten und einer beeindruckenden Spielweise.

Die Bläsergruppe aus Detmold mit Natur-Trompeten

Die Bläsergruppe aus Detmold mit Natur-Trompeten

Das Trompeten-Ensemble, bestückt mit Natur-Trompeten, gelang der Bravour-Ritt in der abschließenden Kantate Nr. 6 mit der Eröfnungs-Fanfare: „Herr wenn die stolzen Feinde schnauben“ mehr als beeindruckend, das war hinreissend gespielt und die göttlichen Trompeten geleiteten dann zum Abschluss mit dem Choral: „Nun seid ihr wohlgerochen“ die Aufführung zu einem erhebenden Finale.

Es war ein Genuss für @Wolfgang und mich, in diesem „Musikalischen Gottesdienst“ mitwirken zu dürfen und war ein krönender Abschluss des Weihnachtsfestes. Bach, er lebt in uns weiter und steigert unsere Vorfreude auf die Kantaten in Höxter, wo wir uns wieder einfinden werden…!!

Liebe Bach-Grüße

Volker

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Eine kleine Rezension zum Kantaten-Gottesdienst liegt als PDF bereits vor!

         –   h i  e r  – anklicken..!! 

Die Rezension der Lippischen Landeszeitung vom 10.01.2012 nachstehende als PDF

     –  h i  e r  – anklicken..!!   LZ WO BWV 248 Kantaten 5 & 6 Stadtkirche Bad Salzuflen am 08_01_2012

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2 Gedanken zu „In der Stadtkirche Bad Salzuflen erklangen im Gottesdienst aus dem Weihnachtsoratorium von J.S. Bach die Kantaten 5 und 6

  1. adamo

    Liebe BachfreundINNEN!
    Achtung-, die Kantorin gibt nochmal den Einsatz zum Schlußchor Nr.64. Das Finale beginnt als ein richtig kleines Trompetenkonzert, unterbrochen wird es von den Choraleinsätzen des Chores:

    ‚Nun seid Ihr wohl gerochen, vor Eurer Feinde Schar …

    Ein merkwürdiger Text? Aber NEIN-, Bach meint nicht das RIECHEN und macht auch keine Schleichwerbung für Kölnisch Wasser 4711.
    Ganz im lutherischen Sinne geht’s hier um die Rechtfertigung: Habt ihr Sänger und Hörer das Geburtsgeschehen in 6 herrlichen Kantaten Bach’s aufgenommen und findet dies auch in Eurem Leben Beachtung und Gestalt, dann seid ihr vor Gott und den Menschen gerechtfertigt. So beschließt ein wirklicher FREIHEITSGESANG in schmetterndem D-Dur das Werk.

    Im Chor singen heißt auch, gleichgesinnte Menschen kennen- und schätzenlernen.
    So hatte ich als Gastsänger über ein Probenwochenende in Bad Salzuflen Gelegenheit, nette MitsängerINNEN zu erleben. Es machte Freude und Spaß dazu, an etwas ECHTEM zu arbeiten und zu merken, daß alle Beteiligten auf ein Ziel hinsteuern.

    Wie hieß unser Ziel? Kantaten-Gottesdienst! Und wie es der Textaufbau der Kantaten 5 + 6 nahelegt, ging es an diesem Sonntag morgen im Heilbad Salzuflen um ‚heiße Themen‘ und ‚eiskalte Duschen‘. Da wurde z.B. ein König gesucht, der aber in Wirklichkeit ‚in meiner Brust wohnt‘ (Nr.45), ‚in trüber Nacht ging’s weiter (Nr 46), zu einer hochdramatischen Stelle: ‚Da das der König Herodes hörte, ERSCHRAK er … Hohes A des Erzähler-Tenors, mit vermindertem Septakkord (Nr 48). Da läufts mir immer noch dusch-kalt den Rücken herunter! Ja-, die ‚Herzensstube‘, oftmals ist sie nur ‚finstre Grube‘ (Nr.53) und dann steht man fast nackt entblösst vor der Krippe (Nr.59) und singt: ich steh‘ an Deiner Krippen hier.
    Vorher unser Parade-Einsatz: ‚Schnauben der stolzen Feinde‘ (Nr.54). Eine stolze Riege von guten 7 Chor-Tenören hatte dieses ‚Schnauben‘ mi viel Luft gemeistert.
    Neben mir reihte sich die ebenfalls stolze Riege der Chor-Bassisten an. Was hatten die für tolle, starke Einsätze: ‚Wir wollen Dir allein vertrauen, so können wir den scharfen Klauen …!‘ Muß doch mal gesagt werden!
    Zum Schlußchor Nr.64 hatte ich ja schon einiges hoffentlich nicht so Einfältiges bemerkt. Wichtig ist mir noch immer ‚dieses Bild von einem immaginären barockem Balkon‘ der sich im Rezitativ vor dem besagtem Trompetenkonzert auftut. Da stehen auf dem zentralen Balkon eines Schlosses vier Herolde und behaupten Fundamentales:
    Was will …. was will … Hölle, Schreck, Welt und Sünde?
    Woher nehmen die Herolde ihren Mut, Hölle, Schreck und Konsorten so zu verhöhnen? Weil wir in ‚Jesus Händen ruhn‘.

    Modern gesagt: Du kannst nicht tiefer fallen, als in Gottes Hand.

    Ein besonderes Lob möchte ich dem Solo-Tenor spendieren. In der Rolle des Evangelisten-Erzählers sind wir verwöhnten Klassik-Hörer ja seit der bahnbrechenden Interpretation von Fritz Wunderlich den glasklaren und makellosen Rezitativ-Stil gewöhnt. Unser Solist Stefan Deguti aus Detmold, kurzfristig eingesprungen, sang dagegen die Partie mit einem gewissen ‚melancholischem Timbre‘. Damit meine ich, daß es gerade in diesem Teil des WO um das ‚kindliche Wundern‘ und um ‚das Suchen‘ geht, das man am Besten mit nicht ‚überheblicher Stimme‘ ausdrückt.

    Fazit: Mit @Volker und vielen neuen Bekannten feierte ich einen gelungenen Abschied von Weihnachten.
    Vielen Dank der Kantorin und Ihrer Kantorei. Gerne komme ich wieder.

    Adamo

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  2. Volker Autor

    Lieber Wolfgang,

    danke für deinen umfangreichen Kommentar zu den Kantaten 5 & 6 aus dem Weihnachtsoratorium – BWV 248 von J.S. Bach. Du schilderst eindrücklich aus deiner Sicht die textlichen Aussagen in den Kantaten und die musikalischen Empfindungen dazu..!!

    Heute nun ist in der Lippischen Landeszeitung für Bad Salzuflen zu der Aufführung der Kantaten 5 & 6 in der Stadtkirche eine Rezension mit einem gefälligen Bild erschienen. Ich habe zwar die Rezension und das Bild im Haupteintrag mit eingebunden aber gebe sicherheitshalber für alle, die schon den Beitrag gelesen haben die entsprechenden Link an.

    Rezension als PDF-Link: https://meinhardo.files.wordpress.com/2012/01/lz-wo-bwv-248-kantaten-5-6-stadtkirche-bad-salzuflen-am-08_01_2012.pdf

    Bild-Link: https://meinhardo.files.wordpress.com/2012/01/lz_lippische-landeszeitung-10_01_2012-wo-kantaten-5-und-6-stadtkirche-bad-salzuflen-am-08_01_2012.png

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    Die Fotos vom Gemeindehaus und Stadtkirche sende ich dir @Wolfgang, per Mail zu.

    Herzliche Grüße
    Volker

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    Antwort

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