Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für „Neujahr“

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St. Laurenzenkirche in St. Gallen / Schweiz - Fotorechte: J.S. Bach-Stiftung St. Gallen

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Ich wünsche allen Besuchern ein glückliches und gesundes neues Jahr 2012 

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Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 01.01.2012 

begehen wir den Sonntag  „Neujahr“ 

In der Alten Kirche wurde der Neujahrstag bewußt als Fastentag begangen. Dies hatte seine Ursache in der Beziehung zu den sogenannten „Saturnalien“, die die Römer im 3. Jht. noch feierten und die, am 17.12. beginnend, am 24.12. in die überschwenglich und ins extreme gesteigerte Feier des Sol invictus (s. Christfest) mündeten. Der christlichen Kirche erschien dieses 7-tägige Feiern der Saturnalien als eine Eskalation der heidnischen Sündhaftigkeit, und sie legte daher ihre Weihnachtsfestzeit ebenfalls 7-tägig aus, aber nicht in orgiastischer Ausschweifung, sondern in bußfertiger Hinwendung zu Gott endend.

Im 6. Jahrhundert erst begann man, den Neujahrstag als Tag der Beschneidung und Namengebung Jesu zu feiern. Auch Martin Luther hat dann auf diesen Sinn des Neujahrstages großen Wert gelegt. Erst im Lauf des 17. Jahrhunderts ging der protestantischen Kirche dieser Sinn verloren, immer mehr wurde der Jahresanfang einziger Inhalt des Tages, wobei man sagen muss, dass es sich bei dem Neujahrstag wohl um den wichtigsten profanen Feiertag, eben den des Neuanfangs, handelt.
Die liturgische Farbe ist weiß, da der Neujahrstag kein eigener Festtag der Kirche ist, sondern ein Tag, der in die Zeit des Christfestes einzuordnen ist.

Der Neujahrstag sollte richtigerweise mit dem Proprium des Tages der Beschneidung und Namengebung Jesu begangen werden. Wenn er allerdings als Neujahrstag begangen wird, liegt der Schwerpunkt auf der Tatsache, dass wir unsere Zukunft nicht in der Hand haben, sondern allein Gott. Dies wird besonders schön deutlich in der Epistel, der die Worte „so Gott will und wir leben…“ entnommen sind, aber auch in der alttestamentlichen Lesung, in der Gottes Ordnungen der Schlüssel sind dafür, dass Gott bei allem ist, was Josua tun wird. Die anderen Perikopen unterstreichen noch einmal, dass der Mensch sich zwar vieles ausdenken kann, aber Gott wird seinen Schritt lenken. So sind wir zwar nicht Marionetten; es wird uns aber gut tun, der Tatsache bewusst zu werden, dass wir nicht allein sind in unserem Bemühen.

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)

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Bach-Kantaten für  „Neujahr“

BWV 16 – Herr Gott, dich loben wir

BWV 41 – Jesu, nun sei gepreiset

BWV 143 – Lobe den Herrn, meine Seele II

BWV 171 – Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm

BWV 190 – Singet dem Herrn ein neues Lied

BWV 248 – „Fallt mit Danken, fallt mit Loben“ – (Weihnachtsoratorium Kantate IV)

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sendung: 09:05 Uhr bis 10:00 Uhr

WDR3 – Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – Auszüge aus dem Programm:

Geistliche Musik

Johann Sebastian Bach

BWV 143 „Lobe den Herrn, meine Seele“  Kantate zu Neujahr

für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Sandrine Piau, Sopran; Jörg Dürmüller, Tenor; Klaus Mertens, Bass;

Amsterdam Baroque Choir and Orchestra, Leitung: Ton Koopman 

Georg Friedrich Händel 

Laudate pueri Dominum für Mezzosopran, Oboe, Chor und Orchester;

Magdalena Kozená, Mezzosopran; Yann Miriel, Oboe;

Choeur des Musiciens du Louvre; Les Musiciens du Louvre, Leitung: Marc Minkowski

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NDRkultur – (Kantate)

Sendung: 08:03 Uhr bis 08:40 Uhr

Livestream – Link:  

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html

Programm – Link:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/programmuebersichten/index.html

Archiv zum Nachhören:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html

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NDRKultur – Auszüge aus dem Programm:

Geistliche Musik

Johann Sebastian Bach:

BWV 41 „Jesu, nun sei gepreiset“ Kantate zu Neujahr

Sibylla Rubens, Sopran / Annette Markert, Alt
Christoph Prégardien, Tenor / Klaus Mertens, Bass
Amsterdamer Barockorchester und Chor
Ltg.: Ton Koopman

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SWR2

Sendung: 08:03 Uhr bis 08:30 Uhr

Programm: 

http://www.swr.de/swr2/programm/-/id=661104/1rcmvqp/index.html

Webradio:  

http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/nid=7576/did=1586900/pv=mplayer/10idhq8/index.html

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SWR2 – Auszüge aus dem Programm:

Kantate:

Georg Philipp Telemann:

„Lobet den Herrn, alle seine Heerscharen“
Dorothee Fries (Sopran)
Mechthild Georg (Alt)
Andreas Post (Tenor)
Albrecht Pöhl (Bass)
Collegium vocale des Bach-Chores Siegen
Trompeten-Consort Friedemann Immer

Barock-Orchester Hannoversche Hofkapelle 
Leitung: Ulrich Stötzel

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rbb kulturradio

Sendung: 09:30 Uhr bis 10:00 Uhr

Programm:  http://www.kulturradio.de/programm/index.html

Livestream http://www.kulturradio.de/livestream/index.html

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rbb-kulturradio – Auszüge aus dem Programm:

Johann Sebastian Bach

BWV 143 Lobe den Herrn, meine Seele 

Kantate zu Neujahr und zum Fest der Beschneidung

Ruth Holton, Sopran / James Gilchrist, Tenor / Peter Harvey, Bass

Monteverdi Choir / English Baroque Soloists

Leitung: John Eliot Gardiner


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Bayern-Klassik
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Sendung: 08:05 Uhr bis 08:30 Uhr
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oder
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Bayern-Klassik  Auszüge aus dem Programm:
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Die Bach-Kantate:
BWV 41 „Jesu, nun sei gepreiset“
Matthias Ritter, Knabensopran; Jonas Will, Knabenalt;
Markus Schäfer, Tenor; Harry van der Kamp, Bass;
Tölzer Knabenchor; Baroque Orchestra: Gustav Leonhardt
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./ YouTube: BWV 190 –  „Singet dem Herrn ein neues Lied“  –  (Interpret: Suzuki)

  „BWV 190 „Singet dem Herrn ein neues Lied“ 

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/ YouTube: BWV 16  – „Herr Gott, dich loben wir“  Part 1 – (Interpret: Leonhardt)

BWV 16  – „Herr Gott, dich loben wir“  

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/ YouTube: BWV 16  – „Herr Gott, dich loben wir“  Part 2 – (Interpret: Leonhardt)

BWV 16  – „Herr Gott, dich loben wir“  

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/ YouTube: BWV 41  – „Jesu, nun sei gepreiset “  Part 1 – (Interpret:  Gardiner)

BWV 41  – „Jesu, nun sei gepreiset“  

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/ YouTube: BWV 41  – „Jesu, nun sei gepreiset “  Part 3 – (Interpret:  Harnoncourt)

BWV 41  – „Jesu, nun sei gepreiset“  

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/ YouTube: BWV 143  –  „Lobe den Herrn, meine Seele II“  – (Interpret: Leonhardt)

BWV 143 –  „Lobe den Herrn, meine Seele II

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/ YouTube: BWV 171  –  „Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm“

– (Interpret: Harnoncourt)

BWV 171 –  „Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm

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Ein sehr ungewöhnliches Video:

der Organist spielt die Orgel und spielt gleichzeitig auf der Trompete

(Interpret: Gerard van Reenen)

BWV 171 – Aria  „Jesus soll mein erstes Wort“ Orgel & Trompete

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/ YouTube: BWV 248  –  WO –  Kantate IV  für Neujahr –

(Interpret: Sir Gardiner, Monteverdi Choir)

BWV 248  – „Fallt mit Danken,  fallt mit Loben“ – (Kantate IV)“

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Kantaten-Beschreibung 

zum  BWV 143 – Lobe den Herrn, meine Seele

Kantaten für Neujahr –  Aufführungsort:  Gethsemanekirche, Berlin

am 1. und 2. Januar 2000 

Nach dem bewegten Beginn der Pilgerreise – mit drei Weihnachtskonzerten in Weimar – kehrten wir kurz nach London zurück, tauschten verspätet ein paar Geschenke mit der Familie, verabschiedeten alte und begrüßten neue Teammitglieder und begannen mit den Vorbereitungen für zwei äußerst anspruchsvolle Programme an zwei aufeinander folgenden Feiertagen: Neujahr, das in diesem Jahr auf einen Sonnabend fiel, und der Sonntag nach Neujahr. Als wir in Berlin ankamen, machten wir uns sofort auf den Weg zur Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg, dem Stadtteil Ost-Berlins, der sich zum Zentrum der Opposition gegen das DDR-Regime entwickelt hatte. Im Oktober 1989 wurde die Gethsemanegemeinde, wie auch andere Berliner Gemeinden, mit ihren öffentlichen Diskussionen, Protestaktionen, Friedensgebeten und Mahnwachen zum Sammelpunkt der DDR-Friedensbewegung. Diese gerade einmal hundert Jahre alte, mit ihrer doppelgeschossigen Empore wie ein großes neogotisches Theater wirkende Kirche hat noch immer eine beeindruckende Atmosphäre – und eine hallende Akustik, die uns einige Probleme bereitete. Wir waren hier, um das neue Jahrtausend zu begrüßen, und was hätte es dafür Besseres geben können als Bachs Musik zum 250. Jahrestag seines Todes? Alle in der Gruppe schienen begeistert zu sein und sich auf dieses großartige Abenteuer zu freuen.

Auf dem Papier wirkte das Programm mit den Kantaten für den Neujahrstag allerdings recht fad. Wie sollten es die platten Exordien zum Jahresende und die Gebete für ‚Stadt und Land’, ‚Kirche und Schule’, die Bach von seinen anonymen Librettisten geliefert worden waren, mit einem so bedeutsamen Wechsel vom zweiten zum dritten Jahrtausend aufnehmen können? Wie sich herausstellte, auf mühelose, treffliche und – dank Bachs Musik – triumphale Weise. Selbst wenn sich die Schrecken der kriegerischen Auseinandersetzungen im 17. und 18. Jahrhundert in ihrem Ausmaß nicht mit denen des ausgehenden 20. Jahrhunderts vergleichen ließen, die sicherlich die blutigsten überhaupt in der Geschichte der Menschheit waren, bieten die Texte einiger dieser Kantaten genügend Stoff zum Nachdenken, zum Beispiel dieser: ‚Tausendfaches Unglück, Schrecken, Trübsal, Angst und schneller Tod, Völker, die das Land bedecken, Sorgen und sonst noch mehr Not sehen andre Länder zwar, aber wir ein Segensjahr’ (BWV 143 Nr. 4).

1999 war das Jahr der militärischen Konflikte im Kosowo, in Tschetschenien und Osttimor gewesen, während sich das westliche Europa, von diesen Auseinandersetzungen im Grunde unbehelligt und im Frieden, in einem Schlammbad des Überflusses suhlte. Doch bei Bachs Kantaten haben wir mit so viel mehr zu tun als nur ‚Vertonungen’ religiöser Texte. Seine Musik öffnet die Tür zu allumfassenden Stimmungen, die auf ihre eigene Weise sehr viel eindringlicher und beziehungsreicher sind als einfach nur Worte, zumal seine Texturen mehrere Schichten aufzuweisen pflegen und somit parallele, komplementäre und sogar widersprüchliche ‚Affekte’ auszudrücken vermögen. Worte können, wie Mendelssohn bemerkte, ‚so vieldeutig, so unbestimmt, so missverständlich [sein] im Vergleich zu einer rechten Musik, die einem die Seele erfüllt mit tausend besseren Dingen als Worten. Das, was mir eine Musik ausspricht, die ich liebe, sind mir nicht zu unbestimmte Gedanken, um sie in Worte zu fassen, sondern zu bestimmte’. Bei Bach begegnen wir einer Musik, die sich über alle konfessionellen Hindernisse hinweg zu erheben scheint und dem ausführenden Musiker in gleicher Weise wie dem Hörer Erlebnisse schenkt, die läuternd und heilbringend sind, die sich auf eine bestimmte Situation beziehen und gleichzeitig universelle Gültigkeit haben – und bei dieser bedeutsamen Zeitenwende offensichtlich auch einem besonderem Bedürfnis entsprechen.

Es ist daher besonders faszinierend, den unterschiedlichen Ausdeutungen zu begegnen, die Bach in den verschiedenen Stadien seines Lebens und seiner Entwicklung den für einen bestimmten liturgischen Anlass vorgesehenen biblischen Texten angedeihen lässt, und diese miteinander zu vergleichen. So werden wir das ganze Jahr über verfahren: in zeitlicher Abfolge Kantaten nebeneinander stellen, die Bach für bestimmte Festtage geschrieben hat. Oberflächlich betrachtet könnten die vier Kantaten für Neujahr, die wir in Berlin aufführten, kaum unterschiedlicher sein. BWV 143 „Lobe den Herrn, meine Seele“ ist uns nur in einer handschriftlichen Kopie aus dem Jahre 1762 erhalten. Sehr viele Zweifel bestehen über die Authentizität dieser kleinen Kantate, und einige Merkmale werfen weitere Fragen auf. Da ist zunächst die Besetzung, die unübliche Kombination dreier Corni da caccia mit Pauken, Fagott und Streichern; dann die Tonart B-dur (ist das der Kammerton oder der Chorton?), der einfache (fast naive) Grundplan und Satz, die Vermischung von Bibelworten mit Choralfragmenten und freier Dichtung, die dieses Werk in die Nähe der frühesten Kantaten Bachs rückt, jene, die er während seines einjährigen Aufenthaltes in Mühlhausen komponierte (BWV 106, 4, 71 und 131), allerdings handwerklich und schöpferisch auf einem sehr viel bescheideneren Niveau. Auf Anhieb ähnelt sie am meisten der Ratswahlkantate BWV 71 von 1708, Gott ist mein König.

Die Einwürfe der Blechbläser in der Bass-Arie (Nr. 5) erinnern an eine ähnliche Verfahrensweise in der Alt-Arie von BWV 71, und selbst die arpeggiert angelegte Melodielinie entspricht dem Verlauf des Anfangschores in letzterem Werk. Und schließlich ist in ihrem besten Satz, der pastoralen Tenor-Arie (Nr. 6), in der sich Fagott und Cello-Continuobegleitung auf treffliche Weise ineinander verweben, auch in der Stimmung eine vorübergehende Ähnlichkeit zu dem bezaubernden ‚Turteltauben’-Chor (BWV 71 Nr. 6) vorhanden. All das verleitete einige Wissenschaftler zu der Vermutung, Lobe den Herrn sei die nicht mehr vorhandene Version der Kantate, die Bach für die Ratswahl im folgenden Jahr in Mühlhausen geschrieben habe. Mir scheint sie dann noch eher ein früherer, noch recht zaghafter Schuss auf dieselbe Zielscheibe zu sein. Plausibel ist auch der Gedanke, sie könnte, zumindest teilweise, die Arbeit eines Lehrlings gewesen sein, in Weimar unter Bachs direkter Anleitung angefertigt. Sollte dies zutreffen, so stammen der zweifellos vorhandene Überschwang und die verwendeten Instrumentalfarben entweder direkt von Bach, oder sie sind ein vorzüglich gelungenes Pasticcio aus der Feder eines Studenten. Zum Beispiel werden die Arabesken der Solovioline durch das Staccato eines ‚Totengeläuts’ in den tiefen Streichern (Nr. 4) betont, und diese korrigieren zuweilen die recht konventionell angelegten melodischen und rhythmischen Muster, die für das restliche musikalische Material typisch sind.

Eliot Gardiner 2008

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 1. Weihnachtsfeiertag:

               Link:    h i e r  zum Download als PDF  Gardiner 

  Künstler-Beitrag –  

              Link:   Künstler-Meinungen; Gabriele Cassone Horn-Trompete 

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/ YouTube: BWV  248 – Kantate 5 WO „Ehre sei dir, Gott gesungen „

BWV 248 „ “  Kantate 5  „Ehre sei dir, Gott gesungen „ Erster Sonntag nach Neujahr 

(Interpret: Gardiner, Monteverdi Choir)

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CD’s –  für   N e u j a h r
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Link:   CD’s  Bach-Kantaten – SDG 137, Vol. 16
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Cover:
CD’s SDG 137
Vol. 16
CD – eins –
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BWV 190 „Singet dem Herrn ein neues Lied“
BWV 28 „Gottlob ! nun geht das Jahr zu Ende“
BWV 152 „Tritt auf die Glaubensbahn“
BWV 122 „Das neugeborne Kindelein“
Motette BWV 225 „Singet dem Herrn ein neues Lied“
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Link:   CD’s  Bach-Kantaten – SDG 150, Vol. 17
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Cover:
CD’s SDG 150
Vol. 17
CD – eins –
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BWV 16 – Herr Gott, dich loben wir
BWV 41 – Jesu, nun sei gepreiset
BWV 143 – Lobe den Herrn, meine Seele II
BWV 171 – Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm
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Ich wünsche allen Besuchern ein glückliches und gesundes neues Jahr 2012 !

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Grüße

Volker

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4 Gedanken zu „Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für „Neujahr“

  1. wolfgang

    Liebe BachfreundINNEN!

    Von den Neujahrskantaten kann man sich wirklich eine Stärkung zum Beginn des NEUEN JAHRES mitnehmen.

    Bereits gestern abend konnte ich in St.Marien, Herford die Kantate BWV 190 ‚Singet dem Herrn ein neues Lied‘ in mich aufnehmen.

    Diese Kantate lebt u.A. von dem Gegensatz der musikalischen Mittel. Strahlende D-Dur Einsätze der 3 Trompeten – litaneiartig vorgetragene Neujahrs-Bitten des Solo-Tenors, Te Deum-artiges antworten des Chores und Solo-Ensembles..

    Die Neujahrskantate BWV 190 wurde zwar in St.Marien, Stiftsberg zwar im noch alten Jahr gegeben-, wie die Italiener sagen -‚in anticipio‘-, hatte sie jedoch schon mal vorweggenommen, was an ängstlichen Fragen und Bitten wir uns in der Silvesternacht fragen.

    Mit BACH brauchen wir zu unseren ‚Neujahrsbeschwörungen !!!‘ keine Knaller und Raketen.

    Neben der ganz manierlichen musikalischen Leistung des Chores (St.Marien) und Orchesters (weitgehend NWD Herford) war vor allem die Programmabfolge eine Überraschung:

    1.Kantate WO – dann BWV 190 – dann 5.Kantate WO + 6.Kantate WO. – zuletzt Wiederholung Eingangschor BWV 190. Kantor Dietrich hatte also die Anwesenheit von drei Trompeten voll ausgereizt. Dazu das alt-behäbige WO in eine fetzige Kantate eingebunden.

    Die Solisten hatten mir allesamt gefallen. Besonderes Lob der (mir unbekannten) wunderbaren Sopranistin aus Wintertur (Schweiz)-, die mit einem Kind unter dem Herzen (mindestens 8.Monat !!!) sehr ausdrucksvoll ihre dramatischen Partien aus dem WO V+VI (Arie ’nur ein Wink‘ oder das Arioso ‚Du Falscher, wage nur…‘ gestaltete.

    Demnach-, mein Tipp gegen Neujahrs-Kater und Melancholie-Gedanken: BWV 190

    MIt dem Wunsch, daß im NEUEN JAHR

    ‚Zion …auch Euch auf grüner Aue weide‘ (vgl.Alt-Arie)

    grüßt

    ADAMO

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    Antwort
  2. Volker Autor

    Lieber Wolfgang,

    herzlichen Dank für deinen Konzertbericht aus St. Marien Stift Berg zum Vorabend zu Silvester. Dort hattest Du einen stimmig vorweg genommenen Jahresabschluss mit hervorragenden Bach-Werken und konntest den Übergang zum neuen Jahr mit Bach-Musik erleben dürfen und lässt uns daran teilhaben und es in uns verinnerlichen..!!

    Du schreibst etwas von der großartigen Sopranistin aus Winterthur, fällt dir dazu evtl. der Name ein, wäre inmal interessant zu wissen, ob sie zu der Bach-Stiftung St. Gallen Beziehungen besitzt.

    Unser Silvester fand im Harz in Braunlage statt und wurden dort mit sehr viel Schnee überrascht es war traumhaft schön und haben diese Schneelandschaft genossen.

    Ein Foto mit der Trinitatiskirche in Braunlage füge ich bei, es ist eine schöne Holzkirche die innen eine wunderbare Wärme ausstrahlt.

    Die Trinitatiskirche in Braunlage Harz

    Ich wünsche allen einen schönen Neujahrstart und Woche.

    Grüße Volker

    Gefällt mir

    Antwort
  3. Volker

    Danke lieber Wolfgang,

    schau dir einmal die Besetzung vom Weihnachtsoratorium in 2008 an da ist „Gudrun Sidonie Otto“ als Sopranistin mit aufgeführt.
    In der Besetzungsliste der J.S. Bach-Stftung St. Gallen taucht sie nicht auf..!!

    Herford, St. Marienkirche Stift Berg..!!

    Sonntag, 28. Dezember 2008, 18:00 Uhr

    Johann Sebastian Bach „Weihnachtsoratorium“ BWV 248
    Teile I, IV – VI

    Ausführende:
    Kantorei St. Marien
    Gudrun Sidonie Otto – Sopran,
    Alexandra Rawohl – Alt,
    Ulrich Cordes – Tenor,
    Andreas Wolf – Bass
    Capella St. Mariae
    unter Einbeziehung
    der NWD Philharmonie,
    Leitung: Wolf-Eckart Dietrich

    Grüße bis Freitag
    Volker

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    Antwort

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