Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für das „Christfest I“ 1. Weihnachtsfeiertag

Herrnhuter Stern und Krippe

Liebe Bach-Freunde/innen !

Nach den Veröffentlichungen einer Übersicht der BWV für Bach-Kantaten:

Link: BWV als PDF-Download im Blog 

stelle ich für jeden Sonntag im Kirchenjahr den Besuchern von

„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“

eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag im Kirchenjahr zur Verfügung.

Am 25.12.2011 begehen wir das  „Christfest I“

1. Weihnachtsfeiertag

Das Christfest I ist der eigentliche Geburtstag Jesu, ist jedoch völlig hinter dem Heiligen Abend zurückgetreten. Der Gottesdienst ist in der Regel nur schwach besucht. Er greift aber mit seinen Perikopen den Gedanken der liebenden Zuwendung Gottes, die in der Geburt von Jesus Christus handgreiflich geworden ist, am stärksten auf.

Der erste Christtag ist der Festtag der Geburt des Herrn, an dem die Christenheit Gott dafür dankt, dass er durch das Opfer seines geliebten Sohnes, der ganz Mensch wurde, uns als seine Kinder angenommen hat, damit wir durch ihn frei werden und nicht mehr Knechte der Sünde sind. 
oder Gott kam aus seinem Licht in unser Zwielicht, aus seinem Reichtum kam er in unsere Armut, aus seiner Herrlichkeit in unsere Schwachheit, aus seinem Frieden in unsere von Streit und Gier geschundene Welt. 
Diese Botschaft, die wir so gerne zum Anlass besinnlicher Feiern nehmen, ist alles andere als besinnlich: sie stellt eigentlich eine Herausforderung dar, die unser ganzes Leben umkrempeln soll. Wo ist das gelungen?

(Textauszüge: ©  Martin Senftleben)———————————————————————

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Bach-Kantaten für den 1. Weihnachtsfeiertag

BWV 63 – Christen, ätzet diesen Tag

BWV 91 – Gelobet seist du, Jesu Christ

BWV 110 – Unser Mund sei voll Lachens

BWV 191 – Gloria in excelsis Deo

BWV 197a – Ehre sei Gott in der Höhe

BWV 248  – Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage – Weihnachts-Oratorium Teil I

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„Bach-Kantate“ WDR3 – Geistliche Musik

Sonntag, 25.12.2011 von 09:05  – 10:00 Uhr

WDR3 – Livestream-Link: 

http://www.wdr.de/wdrlive/wdrplayer/wdr3player.html

Allgemein Link: 

http://www.wdr.de/radio/wdr3/

Programm: Link: 

http://www.wdr.de/programmvorschau/programDateDateSender.jsp?programmeId=3;dayOffset=0

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WDR3 – „Geistliche Musik“ – Programmauszug:

Johann Sebastian Bach

BWV 63 „Christen, ätzet diesen Tag in Metall und Marmorsteine“ 

Kantate zum 1. Weihnachtstag für Soli, Chor, Bläser, Streicher und Basso continuo;

Ingrid Schmithüsen, Sopran; Yoshikazu Mera, Altus; Makoto

Sakurada, Tenor; Peter Kooij, Bass;

Bach Collegium Japan,

Leitung:

Masaaki Suzuki

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NDRkultur – (Kantate)

Livestream – Link:  

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/livestream243.html

Programm – Link:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/programmuebersichten/index.html

Archiv zum Nachhören:

http://www.ndr.de/ndrkultur/programm/zum_nachhoeren/ndr2234.html

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Sonntag, 25.12.2011

08:03 Uhr bis O8:40 Uhr

NDRkultur – Kantate

08:03 – 08:40 Uhr Kantate

Geistliche Musik am 3. Sonntag im Advent

Johann Sebastian Bach:

BWV 191 „Gloria in excelsis Deo“ Kantate

Sarah Wegener und Johanna Winkel, Sopran Franziska Gottwald, Alt / Julian Prégardien, Tenor Konstantin Wolff, Bass / NDR Chor

Elbipolis Barockorchester Hamburg
Ltg.: Philipp Ahmann 

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Sonntag, 25.12.2011

SWR2

Programm: 

http://www.swr.de/swr2/programm/-/id=661104/1rcmvqp/index.html

Webradio:  

http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/nid=7576/did=1586900/pv=mplayer/10idhq8/index.html

08:03 bis 08:30 Uhr

Johann Sebastian Bach:

BWV 110  „Unser Mund sei voll Lachens“

Dorothee Mields (Sopran)
William Towers (Countertenor)
Charles Daniels (Tenor)
Stephan MacLeod (Bass)

Niederländische Bach-Gesellschaft
Leitung: Jos van Veldhoven

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 Sonntag, 25.12.2011
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rbb kulturradio

Programm:  http://www.kulturradio.de/programm/index.html

Livestream http://www.kulturradio.de/livestream/index.html

09:30 bis 10:00 Uhr

BWV 63 „Christen, ätzet diesen Tag“
Kantate am 1. Weihnachtstag

Ingrid Schmithüsen, Sopran
Yoshikazu Mera, Countertenor
Makoto Sakurada, Tenor
Peter Kooij, Bass

Bach Collegium Japan
Leitung: Masaaki Suzuki

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Sonntag, 25.12.2011
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Bayern-Klassik
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 08:05 bis 08:30 Uhr
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Bach-Kantate
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BWV 110 „Unser Mund sei voll Lachens“
Kantate zum 1. Weihnachtsfesttag,
Monteverdi Choir; English Baroque Soloists:
John Eliot Gardiner
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/ YouTube: BWV 63  –  

  „BWV 63 – Christen, ätzet diesen Tag“  (Interpret: Philippe Herreweghe)

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/ YouTube: BWV 63  –  Satz 5

  „BWV 63 – Christen, ätzet diesen Tag“ –  (Interpret: J.S. Bach-Stiftung St. Gallen)

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/ YouTube: BWV 63  –  Satz 7  (Schluss-Choral)

  „BWV 63 – Christen, ätzet diesen Tag“ –  (Interpret: Harnoncourt)

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/ YouTube: BWV 91  –  Part 1 – (Interpret: Leonhardt-Consort, Knabenchor Hannover)

„Gelobet seist du, Jesu Christ“ 

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/ YouTube: BWV 110  –  (Interpret: unbekannt)

„Unser Mund sei voll Lachens“ 

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/ YouTube: BWV 191  –  (Interpret: J.S. Bach-Stiftung St. Gallen)

„Gloria in excelsis Deo“ 

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/ YouTube: BWV 248  –  Weihnachtsoratorium (Interpret: Sir Gardiner, Monteverdi Choir)

„Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage“ 

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Kantaten-Beschreibung 

zum  BWV 91 – „Gelobet seist du, Jesu Christ

Kantaten für den 1. Weihnachtsfeiertag –  Aufführungsort:  St Bartholomew’s, New York

am 23.12.2000 

23. Dezember: Es ist genau ein Jahr her, dass wir das erste unserer drei Konzerte in Weimar gegeben haben – Teile I bis III des Weihnachtsoratoriums. Welch ein seltsames Gefühl, wieder an der Wintersonnenwende angelangt zu sein: Nach einem Jahr mit nichts anderem als Bach hat sich der Kreis geschlossen! Wir sind nach Manhattan gekommen, in Leopold Stokowskis alte Kirche, St Barthlomew’s auf der Park Avenue. Es ist nicht nur sehr viel kälter hier in New York (minus 10 Grad), auch die Bezüge sind völlig andere, die Festlichkeiten und der ganze Putz lassen kaum Zugeständnisse an ihren historischen oder geistlichen Ursprung erkennen. Der Mammon regiert diese Welt. Wo vor einem Jahr in Weimar der Weihnachtsmarkt und die riesige norwegische Fichte als lebende Symbole den Marktplatz beherrschten, kommen hier in den Eingangshallen der bombastischen Hotels die Weihnachtslieder aus der Konserve und die unechten Weihnachtsbäume sind mit Flitter und glänzenden Päckchen beladen, prächtigen exotischen Früchten vergleichbar.

Heiligabend/Erster Weihnachtstag: Der Groschen fängt gerade an zu fallen – wir sind fast am Ende unserer Pilgerreise angelangt. Ich schwanke zwischen dem Gefühl der Erleichterung, dass das Ziel nur noch sieben Tage entfernt ist, und einer überwältigenden Traurigkeit, dass nun bald alles zu Ende sein wird. Tatsache ist, dass wir im Großen und Ganzen erreicht haben, was wir uns vorgenommen hatten – allen Widrigkeiten, Hindernissen, Teufelchen im Detail, Enttäuschungen und Frustrationen aller Art und vor allem der finanziellen Unsicherheit zum Trotz, die uns am meisten zu schaffen gemacht hat. Wir hielten uns über Wasser durch die erstaunliche Großzügigkeit einiger weniger Gönner und blieben auf Kurs dank der heroischen Anstrengungen (und Gutmütigkeit) wichtiger Mitglieder der Belegschaft und wunderbarer Musiker, die Welle auf Welle kamen, und ihrer geduldigen Familien. Zum Glück sind nun viele von ihnen hier, um bei dieser letzten Runde dabei zu sein, und so konnten wir gemeinsam Heiligabend feiern, auf eine sehr viel fröhlichere Art als letztes Jahr in Weimar, wo das Fest zu früh begonnen und schon um acht Uhr abends allen Schwung verloren hatte.

Alle scheinen sich darüber im Klaren zu sein, dass es riesige Anstrengungen kosten wird, mit dieser Musik hier Erfolg zu haben. Es ist sicher eine schwierige Aufgabe: Zwölf neue Kantaten, verteilt auf drei Konzerte in sieben Tagen (sehr viel mehr, aachs Zeitplan vorgesehen hatte!), und sehr wenig Zeit, um in der Kirche selbst zu proben. Auf der Habenseite lässt sich immerhin verbuchen, dass Bach in der Weihnachtszeit unwiderstehlich ist – und ich meine damit nicht bloß das Weihnachtsoratorium, sondern diese herrlichen Kantaten, die wechselweise wunderbar festlich und anrührend sind. In Wahrheit ist es überhaupt nicht gerechtfertigt, dass ihnen das Publikum weniger Wertschätzung zuteil werden lässt als dem Oratorium.

Zweiter Weihnachtstag, und es stellte sich heraus, dass das Konzert am gestrigen Weihnachtsabend gesegnet war. Es kam uns vor wie eine richtige Feier, alle in der Gruppe waren aufgeschlossen und engagiert, tauschten glückliche Blicke, lächelten einander zu und freuten sich über kleine Dinge, die ihnen bis zum Augenblick der Aufführung entgangen waren.

Das Konzert begann mit BWV 91 „Gelobet seist du, Jesu Christ“ der Vertonung von Luthers Lied als majestätische Choralkantate. Die einleitende Fantasie stolziert voller Elan daher und vermittelt – durch die sich über oder unter ausgehaltener Terzen in den Hörnern aufbauenden Läufe in G-dur – jenes besondere Gefühl der Vorfreude, welches das Markenzeichen Bachs in Weihnachtsstimmung ist. Sie ist einer jener Sätze, die ihre Wurzeln aus dem 17. Jahrhundert deutlich erkennen lassen – Wurzeln zum Beispiel in den Zwiegesängen von Praetorius in der Weise, wie selbstvergessen und unbefangen ‚das ist wahr’ und das synkopierte ‚Kyrie eleis’ vertont ist. Die Stimmung bleibt in dem Sopran-Rezitativ, das mit der zweiten Strophe des Chorals verflochten ist, und in der festlichen Tenor-Arie erhalten, in der die drei Oboen swingen, als wären sie Vorläufer des Saxophons: barocke Bigband-Musik in der Stadt des Village Vanguard! Selbst in der Weihnachtszeit wäre Bach nicht Bach ohne Verweis auf das ‚Jammertal’, aus dem uns der wieder Mensch gewordene Christus führen wird.

Er ist, wie es sich gehört, mit einem langsamen, chromatischen Accompagnato (Nr. 4) für Bass und Streicher gefällig, die sich in Gegenrichtung bewegen, was aufhorchen lässt. Ein ausgedehntes Duett für Sopran und Alt mit einem punktierten Motiv für die unisono geführten Violinen schildert die Armut, die Gott auf sich nimmt, indem er in die Welt kommt, sowie den ‚Überfluss an Himmelsschätzen’, die für die Gläubigen bestimmt sind. Als Bach diese Kantate in den 1730er Jahren überarbeitete, fügte er den Gesangslinien muntere Synkopierungen hinzu, um das Streben der Menschen zu verdeutlichen, wie die Engel zu singen (und folglich auch zu tanzen). Diese stoßen gegen die punktierte Figur der Violinen, und der Gegensatz zwischen ihnen wird durch aufwärts gerichtete Modulationen verstärkt, hier mit Erhöhungen (um das Streben der Menschen zu den ‚Engelsherrlichkeiten’ zu symbolisieren), dort mit Erniedrigungen (um Jesu ‚menschlich Wesen’ darzustellen). Der abschließende Choral verfügt mit den beiden Hörnern und Pauken, die auf eine strahlende zweitaktige Kadenz zusteuern, über eine reiche Harmonik. 

© John Eliot Gardiner 2005

Aus einem während der Bach Cantata Pilgrimage geschriebenen Tagebuch

Übersetzung: Gudrun Meier

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  Sir Gardiners Kantaten-Beschreibungen für den 1. Weihnachtsfeiertag:

               Link:    h i e r  zum Download als PDF  Gardiner   

  Künstler-Beitrag –  

              Link:   Künstler-Meinungen; Peter Harvey – Bass  

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/ YouTube: BWV  70

Wachet! betet! betet! wachet!“   (Interpret: Gardiner)

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CD –  für den 1. Weihnachtsfeiertag
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Link:   CD’s  Bach-Kantaten – SDG 113, Vol. 14
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Cover:
CD’s SDG 113
Vol. 14 
CD – eins –
BWV 91 – Gelobet seist du, Jesu Christ
BWV 110 – Unser Mund sei voll Lachens
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CD –  für den 1. Weihnachtsfeiertag
.
Link:   CD’s  Bach-Kantaten – SDG 174, Vol. 18
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Cover:

CD’s SDG 174
Vol. 18
CD – eins-——————————————————————————————————————————————————————————————————–BWV 63 –
BWV 63 – Christen, ätzet diesen Tag
BWV 191 – Gloria in excelsis Deo

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Ich wünsche allen Besuchern ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest !

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Grüße

Volker

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Ein Gedanke zu „Neue Reihe: Bach-Kantaten zum Sonntag im Kirchenjahr mit Hörbeispielen und Kantatenbeschreibung für das „Christfest I“ 1. Weihnachtsfeiertag

  1. adamo

    Lieber Volker!

    Auch Dir und Deiner Frau Rita herzliche Weihnachtsgrüße vom Herforder Stiftsberg.

    Heute abend gehen wir dann um 18 Uhr in die Christvesper unserer Marienkirche, die Du sinnigweise den Beiträgen zum 1.Festtag vorangestellt hast. Gerne singen wir dann unter dem abgebildeten Herrenhuter Stern.

    Laut Wikipedia: Herrnhuter Sterne sind mathematische Sternkörper, die aus einem Rhombenkuboktaeder (kein Schreibfehler!) als Grundkörper mit aufgesetzten Pyramiden bestehen. Beim kommerziellen Stern fehlt die oberste Zacke, die es zum wirklichen Sternkörper machen würde – dort ist die Aufhängung angebracht.

    Der Stern wird zerlegt erworben. Der Herrnhuter Advents- und Weihnachtsstern besteht aus einem (kleinen) Rhombenkuboktaeder mit 26 Flächen, 17 viereckigen und 8 dreieckigen Zacken. In der Packung befinden sich außerdem Montageklammern, ein Aufhängesteg und zwei Reservezacken.

    Unseren zu Hause hatte ich vor ca. 25 Jahren mit meinen Töchtern zusammengebastelt.

    Heute gibt es leider merkwürdige Advenssterne aus Inden oder Esoteria-, doch die Botschaft des ECHTEN HERRENHUTERSTERNS ist noch was altes echtes.

    Nicht vergessen:

    Ab 23.10 Uhr gibt es ja dann im MDR das WO I-III der Thomaner, aufgenommen in der Kirche, in der es

    1734 „FRÜHE ZU ST.NICOLAIi“ (erst nachmittags zu St.Thomae!)

    uraufgeführt wurde.

    Mit weihnachtlichem Gruß an alle

    Wolfgang

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