Besucherschwund beim Orgelklassen-Konzert in der HfM Detmold, das war unverdient!

HfM Detmold Seminargebäude

HfM Detmold Seminargebäude

Liebe Orgel-Freunde!

Wieder habe ich mich mit einer kleinen Anhängerschaft auf den Weg ins Konzerthaus der HfM Detmold gemacht, um einmal die Orgel-Klasse von Prof. Gerhard Weinberger in dem 2. Abschiedskonzert zu erleben. Beim Betreten des Konzerthauses wurde ich sehr enttäuscht, der Besucherzuspruch war sehr spärlich und verwunderte mich zumal der Eintritt frei war. Es traten ehemalige Orgel-Klassenschüler von Gerhard Weinberger auf, die als großartige Konzert- oder Kirchen-Organisten ihren Weg gefunden haben und ein sehr gutes Renommée besitzen. Das Orgel-Konzert wurde zu einem Festschmaus der Superlative  und wurde angereichert mit einer Orgel-Literatur aus der Barock- Klassik- Romantikzeit und Moderne, Herz was begehrst du mehr.

Klais-Orgel Konzerthaus HfM Detmold

Die Klais-Orgel in dem Konzerthaus stellt sich als ein Prunkstück da und begeisterte das spärliche Publikum aufs Feinste.

Erbaut 2006 durch die Firma Klais 1967, (Renoviert und umintoniert 2000), IV/53
Midifizierung 2009 – Traktur: mechanisch, Register+Koppel: elektrisch
256-fache Setzerkombination + Diskettenlaufwerk.

Klais-Orgel Disposition:

Disposition der Klais-Orgel im Konzerthaus der HfM Detmold

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Nach Bachs H-Moll-Messe, mit der sich die Hochschule für Musik Detmold unlängst von ihrem verdienten Leiter der Kirchenmusikabteilung, Prof. Gerhard Weinberger,  verabschiedet hat, traten nun ehemalige Studierende – heute in führenden Positionen – zusammen, um in einem Konzert ihren Lehrer zu ehren. Am Sonntag, 26. Juni 2011, wurde um 18.00 Uhr im Konzerthaus der Hochschule für Musik in Detmold ein eindrucksvolles Programm geboten: Sigmund Bothmann gab mit dem von ihm gegründeten „Knabenchor Gütersloh“ das Konzert mit Felix Mendelssohn Bartholdys „Laudate pueri Dominum“ op. 39.2 zu Gehör. Eine weitere Schülerin von Weinberger, Bettina Pieck, begleitete am Klavier.

Die erfolgreiche Konzertorganistin Iris Rieg spielte daraufhin Praeludium und Fuge g-Moll von Joahnnes Brahms und die Choral-Improvisation ber ‚Victimae paschali“ von Charles Tournemire. Mit der Reger-Phantasie und Fuge d-Moll op. 135b stellte sich dann Sigmund Bothmann als Organist vor, bevor Hisako Yoshida Bachs Triosonate Nr.5 C-Dur BWV 529 präsentierte. Mit einem zentralen Reger-Werk, der Phantasie und Fuge über B-A-C-H op. 46, stellte sich vor der Pause Daniel Beckmann vor, der unlängst zum Domorganisten in Mainz berufen wurde. Nach der Pause schlug der Knabenchor Güterloh volkstümlichere Töne an, bevor Henry Purcells „Voluntary for a double organ“ und die eindrucksvolle Toccata von Francis Pott von dem Memminger Kirchenmusiker Christian Weiherer interpretiert wurde. Den fulminanten Schluss des Programmes bildete Friedhelm Flamme mit der Symphonischen Phantasie und Fuge d-Moll op. 57 von Max Reger.

Mein Herz hängt an der Orgel-Literatur von Reger und J.S. Bach. Eindrucksvoll wie Daniel Beckmann, (Domorganist in Mainz)-  von Reger die Phantasie und Fuge über B-A-C-H op. 46 so überwältigend und ausgefeilt registriert vortrug das war ein absoluter Höhepunkt. Ebenso prächtig in einer barocken Klangwiedergabe die Trio-Sonate BWV 529 vorgetragen von Hisako Yoshida. Da ging mir das Herz auf und berührte mich ungemein, da diese 2 ersten Sätze: Allegro und Largo bereits am Freitag vor dem Konzert während einer Beerdigung einer lieben Verwandten zu hören waren…!!

Von der Triosonate BWV 529 gibt es von dem wunderbaren Organisten Helmut Walcha eine Einspielung, die für Furore gesorgt hatte. Helmut Walcha, erblindete mit neunzehn Jahren aufgrund einer Pockenimpfung. Walcha war ein herausragender Bach-Kenner und ein ehemaliger Dozent an der HfM in Frankfurt. Helmut Walcha starb am 11. August 1991 in Frankfurt am Main.

Link: Wikipedia  http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Walcha 

YouTube-Video „Helmut Walcha“ Trio-Sonate BWV 529″ Satz: Allegro

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Überraschend für mich der Auftritt des Knabenchores aus Gütersloh der mit einer filigranen Wiedergabe von Felix Mendelssohn Bartholdy mit dem „Laudate pueri Dominum“ op. 39.2 überzeugen konnte. Der Knabenchor Gütersloh ehrte durch seinen musikalischen Beitrag Prof. Gerhard Weinberger in seiner Funktion als Mitglied des Kuratoriums des Knabenchores Gütersloh.

Knabenchor Gütersloh Konzert HfM Detmold

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YouTube: Felix Mendelssohn Bartholdy „Laudate pueri Dominum“

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Prof. Gerhard Weinberger

Insgesamt hatte sich das Kommen sehr gelohnt und hatte seine berührende Momente. Eine vollbesetzte Kozerthalle wäre mehr als verdient gewesesen. So bleibt ein fader Beigeschmack zurück und Prof. Weinberger wird sicherlich ebenso überraschend das festgestellt haben müssen, dass diese 2. Verabschiedung leider nicht die Resonanz gefunden hat wie das großartige 1. Konzert mit der h-moll-Messe vormals und einer vollbesetzten Konzerthalle.

Ich wünsche dem rührigen und beseelten Bach-Interpreten und Dozenten für die Zukunft alles erdenklich Gute und hoffe, dass wir ihn in Ostwestfalen noch einmal oder besser noch mehrmals in einem Orgel- oder Vokal-Konzert erleben dürfen.

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Herzliche Grüße

Volker

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3 Gedanken zu „Besucherschwund beim Orgelklassen-Konzert in der HfM Detmold, das war unverdient!

  1. Claudia

    Hallo Volker, das ist sehr enttäuschend, wenn man nur so mageren Zuspruch erfährt, zumal ja das Programm als auch die Ausführenden als hochkarätig bezeichnet werden können. Die Sommermonate sind für Konzerte generell schlecht, Feiertage mit Brückentagen animieren alle fluchtartig die Heimat zu verlassen, ebenso schlecht sind Abende mit Fussballspielen. Dazu eine Veranstaltungsschwemme, dass man gar nicht weiss, wo man hingehen soll.
    Auf der anderen Seite dann die allgemeine Verblödung, das große Desinteresse und die Tatsache, dass wir warscheinlich als Klassik-Freaks in dieser degenerierenden Gesellschaft zur einer aussterbenden Spezies gehören…
    Es ist schon paradox, alles Wissen der Welt ist quasi auf Knopfdruck verfügbar und der Virus der Verdummung greift immer mehr um sich.
    Bleibt zu hoffen, dass Konzerte dieser Art uns bleiben und sich weiter Menschen finden, die uns weiterhin für diese tolle Musik begeistern wollen.

    mit etwas auf die Zukunft gesehen unzuversichtlichen Grüßen, Claudia

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  2. barbara57

    Lieber Volker,
    so traurig das ist – willkommen in der Realität! Orgelkonzerte kenne ich normalerweise nur mit sehr schwachem Besuch, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen. Um so mehr bewundere ich immer wieder die Organisten, die dennoch die wenigen Enthusiasten zu begeistern versuchen.
    Gruß Barbara

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  3. adamo

    Lieber Volker!

    Heute morgen hatte ich gelesen, daß ein Gericht entschieden hat:

    ‚Orgelmusik ist kein Lärm‘! (weiß nicht mehr wo, kann man ja ergoogeln)

    Das heißt doch: Direkt Betroffene wollen ihre Orgel, die nun mal in der Nachbarschaft ist, nicht hören.
    Daß Bürger gegen eine solche Nachbarschaft sind, hat mich nicht erschrocken oder verwundert. Diese ‚kirchlichen Animositäten‘ kenne ich seit langem und unsere staatl.Autoritäten, wie Gerichte oder Ordnungsamt müssen heute selbstverständliche und gewachsene Traditionen verteidigen und dafür sorgen, dass sie wenigstens noch DA sind.

    Daher ist ein schlecht besuchtes Orgelkonzert nichts Besonderes.

    Trotzdem gehen ja Hörer in Orgelkonzerte. Oft kann man sich dann sagen. Der Organist hat nicht für die Masse, sondern für Auserwählte gespielt.

    Du hast dazugehört! Du bist weit dazu angefahren. Für Dich hat sich die Fahrt bestimmt gelohnt.

    Gruß

    Wolfgang

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    Antwort

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