Biografie Gerhard Weinberger – Organist und Dirigent

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Dirigent und Organist: Prof. Gerhard Weinberger

Gerhard Weinberger, geb. 1948 in Pfaffenhofen / Ilm, Bayern, studierte von 1967 – 1972 an der Hochschule für Musik München in den Fächern Orgel (bei Franz Lehrndorfer), Kirchen- und Schulmusik. 1971 war er 2. Preisträger im Fach Orgel im internationalen Musikwettbewerb der deutschen Rundfunkanstalten (ARD). Nach einer dreijährigen Tätigkeit als Chordirektor an der Basilika St. Lorenz in Kempten wurde er 1974 als Dozent für Orgel- und Kirchenmusik an die Hochschule für Musik München berufen, wo er mit 29 Jahren ab 1977 auf einer Professur für Orgel bis 1983 unterrichtete. Von 1983 bis zu seiner Emeritierung im Sommer 2011 wirkte er als ordentlicher Professor für Orgel und Leiter des Studienganges Kirchenmusik an der Hochschule für Musik in Detmold / Ostwestfalen. Von 1984 bis 2003 nahm er zusätzlich einen Lehrauftrag für Orgel an der Hochschule für Musik in Würzburg wahr.
In Anerkennung seiner künstlerischen und pädagogischen Verdienste wurde er als ordentliches Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste und des Direktoriums der Neuen Bachgesellschaft Leipzig berufen.

Zahlreiche Konzerte als Organist führten ihn in fast alle Länder Europas, nach Südamerika, Israel und Korea. Sowohl als Organist als auch als Dirigent standen für ihn die Werke Bachs im Mittelpunkt der künstlerischen Tätigkeit. Mit seinem 1986 gegründeten Profi-Vokalensemble “Die Deutschen Bach-Vocalisten”, das er bis 2000 leitete, konnte er bei Fachpresse und Publikum große Erfolge feiern.

Neben seiner Tätigkeit als Juror in internationalen und nationalen Wettbewerben ist Prof. Weinberger auch Herausgeber von Orgel- und geistlicher Chormusik des 18. Jahrhunderts, u.a. der ersten wissenschaftlichen Gesamtausgabe der Orgelwerke des bedeutenden Bachschülers J.L. Krebs und der Orgelwerke von Robert Schumann. Neben zahlreichen Fachartikeln schrieb er (zusammen mit E. Kooiman und H.J. Busch) das Buch “Zur Interpretation der Orgelmusik J.S. Bachs” – eine umfassende Darstellung der in den letzten Jahrzehnten gewonnen Erkenntnisse über eine den Quellen des 18. Jahrhunderts entsprechende Aufführungspraxis der Orgelwerke J.S. Bachs.

Gerhard Weinberger hat das gesamte Orgelwerk von Johann Sebastian Bach auf historischen Instrumenten der Bachzeit für das Label CPO u. a. auf folgenden Orgeln eingespielt:

Waltershausen (Trost 1724)
Grauhof (Treutmann 1737)
Altenburg (Trost 1735 – 39)
Groningen / Martinikerk (u. a. F. C. Schnitger 1728 – 30)
Großengottern (Trost 1712 – 16)
Zella – Mehlis (Rommel 1778 – 79)
Trondheim (Wagner 1739 – 41)
Tröchtelborn (Volckland 1757 – 67)
Angermünde (Wagner 1742 – 44)
Bettenhausen (Döring 1747)
Freiberg / Dom (Silbermann 1711 -14)
Haina (Seeber 1718 – 20)
Freiberg / St. Petri (Silbermann 1734 – 35)
Gräfenhain (Thielemann 1728 – 31)
Ponitz (Silbermann 1737).

Diese Aufnahmen sind bei jpc erhältlich.

http://www.hfm-detmold.de/portrait/personen/lehrende/8860/gerhard-weinberger

http://www.bach-cantatas.com/Bio/Weinberger-Gerhard.htm

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