Meine Eindrücke von der Johannes Passion im Herforder Münster vom 10.4.2011 und unser Bach-Projekt

Liebe Bach-Freunde!

Herforder Münster leeres Podest der Münster-Chor im Anmarsch!!

Jetzt kommt kein ausführlicher Bericht von der Johannes Passion aus dem Herforder Münster vom 10.4.2011 sondern ich schildere genau meine Empfindungen als Aktiver im Tenor zum sechs-monatigen Bach-Projekt der Münster-Kantorei Herford.

Herforder Münster der Münster-Chor nimmt die Plätze auf dem Podest zur Probe ein

Meinen letzten Auftritt als Aktiver in einem Chor hatte ich vor 45 Jahren, was eine unendlich lange Zeit für mich bedeutete und leichte Zweifel aufkamen, bewältige ich diese immense Herausforderung. Den Stein des Anstoßes erfuhr ich durch @Wolfgang, der mich dazu animierte, doch das 1/2 jährige Bach-Projekt in der Herforder Münster-Kantorei mitzumachen, es wäre einmal wieder eine Erfahrung als Bach-Freund – Bach von Innen erleben zu können!“ Dieses Zitat war der eigentliche Auslöser, mich der Herausforderung zu stellen und mich wieder einer Chorgemeinschaft als Aktiver anzuschließen.

Bach-Projekt für die Mitwirkenden: Wolfgang und Volker

Habe ich nun Bach wirklich von Innen erleben können, dazu werde ich noch in meinem weiteren Bericht darauf eingehen. Mit der Johannes Passion endete nun unsere sechs-monatige Bach-Tour mit zwei vorangegangenen wunderbaren Kantaten-Aufführungen im Herforder Münster – (BWV 80 „Ein feste Burg“ – zum Reformations-Sonntag und dem BWV 147 „Herz und Mund und Tat und Leben“–  zum 1. Advent). Der Abschied fällt mir sehr schwer, nach diesen Konzerten den wunderbaren Münster-Chor und mit den persönlich geknüpften Kontakten sie so schnell nicht mehr erleben zu können. Tröstlich, der Abschied wird nicht von langer Dauer sein es ist eine neue Herausforderung in Sicht, der Münster-Chor wird im Herbst wieder eine Bach-Kantate aufführen und da werden wir wieder dabei sein wollen und die herzliche Chorgemeinschaft genießen dürfen. Und es gibt noch das Mitsing-Projekt von Bach-Kantaten in Höxter mit unseren Blog-Freunden – (Claudia, Werner, Wolfgang und ich) im Januar 2012, das wird dann wieder ein persönliches Bach-Highlight werden worauf ich mich schon riesig freue. Wann erlebt man so etwas, mit Bach-Freunden von Ausserhalb so etwas gemeinsam mitgestalten zu dürfen.

Jetzt bin ich vom eigentlichen Thema ein wenig abgedriftet, aber ich mache aus meinem Herzen keine Mördergrube und musste das einmal los werden, weil mich das alles um den Namen von „J.S. Bach“ so unendlich berührt und ich an meinen persönlichen Empfindungen sonst zu knacken habe. Wem Bach’s Musik nahe geht, kann das nachempfinden und meine gegebenen Äußerungen und Empfindungen sicherlich nachvollziehen. Diese für mich so gewaltigen Emotionen mit Bach seiner Musik erlebte ich in den Chorälen der Johannes Passion. Dieses Passions-Oratorium ist für einen Sänger-inn neben der h-Moll Messe und den Motetten eines der größten Herausforderungen mit J.S. Bach’s Werken. Sobald die Choräle angestimmt wurden hatte ich schwer mit meiner Stimme zu kämpfen, einen klaren Ton herauszubringen, was liegt hier vor, dass ich von dem  Choral, den ich mitzusingen habe so urplötzlich fast versage und mich gewaltig am Riemen reissen muss, um es gesanglich doch noch erträglich über die Runden bringen zu können.

Als der vorletzte Choral mit dem „Ruhet wohl“ und dem Schluss-Choral „Ach Herr, lass dein lieb Engelein“ erklang war es fast mit meiner Gemütsfassung vorbei und konnte nur mit Mühe ein gesangliches Stehvermögen anbieten..!!

J.S. Bach_ St John Passion – Chorus _Ruht Wohl, Ihr heilgen Gebeine_

J.S. Bach_ St John Passion – 40. Chorale _Ach Herr, Lass Dein Lieb Engelein_

Die Erklärung hierzu fällt mir nicht allzu schwer, wenn das Wort und die Musik mich derart aufwühlen und ich mich fast in einem Trancezustand befinde dann bin ich ganz nahe an der Aussage von J.S. Bach:

„Bey einer andächtig Musiq ist allezeit Gott mit seiner Gnaden Gegenwart.“

Genau genommen hat diese beseelende Musik etwas Überirdisches und ich war in diesen Momenten von der wirklichen Welt weit entrückt und geriet in einen beglückenden Schwebezustand der Einmaligkeit. Diese meine persönlichen Aussagen und meine ausgesprochene Liebe zu J.S. Bach und seiner genialen Musik spiegeln sich eindeutig wieder in der Gründung einer Blog-Gemeinschaft mit dem Zusatz: Klassikseiten J.S. Bach.

Was haben wir für einen zeitlichen Aufwand getrieben, um die zwei Kantaten und die großartige Johannes Passion musikalisch in den Griff zu bekommen und wurden dafür nur teilweise belohnt, Der Besucherzuspruch im Herforder Münster mit der Johannes Passion war bedauernswerter Weise nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Das Mittelschiff im Münster war gut belegt aber die Seitenränder und Emporen blieben leer. Unglücklicher Weise wurde in 16 km Entfernung in Bielefeld zum gleichen Zeitpunkt die Johannes Passion in der Oetkerhalle mit der Hannoverschen Hofkapelle auf „Historischen Instrumenten“ und mit überragenden Gesangs-Solisten der Weltklasse aufgeführt. (Bogna Bartosz, Alt;
Markus Brutscher, Tenor; Tobias Berndt, Bass)..!! Tobias Berndt – sollte man im Auge behalten, ein wunderbares Talent).

Unser rühriger Münster-Kantor „Stefan Kagl“, hat die Chor-Interpretation der Johannes Passion im Sinne der Aufführungsform von Sir Gardiner in der Aufzeichnung des NDR von 2003 im Kaiserdom von Königslutter versucht mit einzubeziehen. Die Einstudierungs-Phrasierungen an den Übungsabenden kamen mir deshalb ein wenig bekannt vor. Die Bestätigung erhielt ich am Ende des Konzertes. Das Orchester, bestehend aus freien Musikern aus Ostwestfalen, gaben ihr Bestes und wussten mir zu gefallen. Die Gesangs-Solisten waren annehmbar und rundeten die Aufführung zu einem befriedigen Gesamt-Ergebnis ab.

Und der Chor?

Foto: NW - BWV 245 Johannes Passion im Herforder Münster (Münster-Chor) - Zur Vergrößerung in das Bild klicken..!!

Meine Frau ist der Meinung, wir hätten die Choräle wirklich gut gesungen und der Nachhall im Schlussakkord wäre dass i-Tüpfelchen gewesen. Unser Münster-Kantor war mit uns ebenfalls zufrieden und drückte es zum Abschluss entsprechend aus. Als Aktiver merkt man sofort, ob alles Rund läuft und kann über uns ebenfalls nur Gutes berichten.

Im Vorfeld hatten wir uns gemeinsam dafür ausgesprochen, dass kein Schluss-Applaus gegeben wird. Berührt war ich dann nach dem Schluss-Akkord über die Stille, die im Münster minutenlang herrschte das war beeindruckend schön und sollte Nachahmer finden. Es sollte zwar zu diesem Zeitpunkt die Totenglocke läuten, aber es kam nichts, der Küster muss wohl eingeschlafen sein..??

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Rezension der NW Herford zur größeren Ansicht in das Foto klicken:

Rezension der NW - NR. 86 von DIENSTAG 12. APRIL 2011 JohPassion Herforder Münsterkirche - Zur Vergrößerung in das Bild klicken..!!

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Die Johannes Passion in der Szenischen Fassung von 1991. In Memory of Karl Richter’s Aufnahme von 1964.

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Liebe Bach-Grüsse

Volker

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11 Gedanken zu „Meine Eindrücke von der Johannes Passion im Herforder Münster vom 10.4.2011 und unser Bach-Projekt

  1. adamo

    Lieber Volker, liebe BachfreundINNEN!

    Volker-, vielen Dank für Deinen persöhnlichen Bericht Deiner Eindrücke und Empfindungen, die Du im letzten halben Jahr bis jetzt zur Aufführung der Johannes-Passion durchleben konntest. Auch ich bin dankbar, dabeigewesen zu sein, als solch ein unsterbliches und echtes Werk zum Leben erweckt wurde.

    Ich hatte die Johannes-Passion zum letzten mal vor 4 Jahren in Alsfeld gesungen und also noch einiges im Gedächtnis, auf das ich mich verlassen konnte.

    Dennoch war die Aufführung hier in meiner neuen Heimat für mich ein Einschnitt, weil ich jetzt sagen kann: in diesem altehrwürdigem Bau ‚Münster in Herford‘ bin ich jetzt mit meiner lieben Begleiterin MUSICA angekommen.

    Vom gesangstechnischen her fand ich mich als Chortenor getragen und entlastet durch die guten Stimmen, die neben und hinter mir sangen. Die zum Teil extremen Höhen im Tenor und die sich daraus ergebenden Aussetzer in meiner Stimme, wurden immer aufgefangen durch die, die hinter mir standen. Auch empfand ich es als wohltuend, daß ich die Sopran- und Altstimmen, vor allem auch die Bass-Einsätze so gut verfolgen konnte. Das Geflecht der Stimmen wurde mir noch deutlicher und der Tiefsinn mancher Aussagen und der musikalischen Figuren fiel mir auch oft auf. Gleichzeitig mußte ich aber einsehen, dass wir als zwar gut passionierte Sänger bei allem guten Willen nicht alles ausschöpfen konnten, was als Reichtum da noch in den Noten stand.

    Meine Kritik an der Besetzung der Solostimmen bezieht sich eher auf die mangelnde Präsenz der handelndeln Figuren: Petrus, Pilatus, die Magd hätten besser von befähigten Chorsängern dargestellt werden müssen. Dagegen musste der arme Christus auch seine Gesprächspartner ersingen und der Evangelist war dann auch mit anderen Rollen überfordert. Bach versucht m.Mg. mit den handelnden Personen unsere menschlichen Charaktere nachzuzeichnen und der Hörer soll sich in ihnen wiedererkennen. Bin ich auch ein kleiner Judas? Habe ich manchmal nicht auch so wenig Stehvermögen, wie Pilatus? Gefalle ich mir nicht auch als kleine Denunziantin, wie die Magd? Solche Mini-Rollen hätte ich an befähigte Chorsänger verteilt. Das wäre auch ‚chordemokratisch‘ gewesen und hätte manche Familienangehörige noch zur Aufführung gelockt.

    Ich lege deshalb so viel Wert auf eine ausgewogene Verteilung der kleinen Solostellen, weil diese Musik unsere Befindlichkeiten aufzeigt. Auch dieses bei uns weit verbreitete ‚Massenphänomen‘, das es leicht ist Übeltäter anzuklagen, anstatt couragiert selbst zu handeln, wird perfide vor Augen geführt und jeder Hörer im Positiven und Negativen merkt sich: ich bin ja auch-, oder kann ja auch so’ne Type sein.

    Dann stimmt auch die theologische Behauptung:

    CHRISTUS IST FÜR oder WEGEN UNSERER SÜNDEN GESTORBEN.

    Bei den Turba-Chören dachte ich plötzlich an die neugebaute jüdische Synagoge ein paar Straßen weiter, die nach diesem Wutausbruch jetzt zusammenfällt. Die Bemühungen, ein christlich jüdisches Gespräch anzuregen, soll man in Herford weiterführen!

    Der Kantor und Küster ließen am Schluß statt Applaus die Auferstehungsglocke läuten.Die hatte auch geläutet, war aber nur (laut Insider-Bericht) draußen zu hören.

    Hervorheben möchte ich den Bass-Christus, der mit seiner fundamentalen, japanisch (ist aber Koreaner) klingenden Stimme mich an an das nicht endende Leid des japanischen Volkes erinnerte.

    Gruß

    @Wolfgang

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  2. Claudia

    Hallo ihr beiden, das waren ja Berichte und Empfindungen die mich in ihrer Offenheit richtig bewegt haben, getragen von den großen Emotionen. Volker, ich kanns gut nachempfinden. Gerade die Choräle der Johannes-Passion finde ich besonders innig, wenn ich auch an die tollen Baß-Linien denke (Ach, großer König…).
    Wolli, Deine Vergleiche mit dem prallen Leben treffens auch genau, unter dem Aspekt hätte ich auch Solisten aus dem „Volk“ bevorzugt, aber man kann ja dazu lernen.
    Volker, ich kann auch gut verstehen, dass das vorläufige Ende der Chorarbeit, dich in wehmütige Stimmung versetzt, die Johannes-Passion war damals das letzte Werk, dass mein (angebeteter) Chorleiter damals aufführte, bevor er nach Württemberg ging. Wir dachten erst (wie die Jünger), alles wäre vorbei, aber dann hat die Zusammenarbeit mit den Württembergern alles noch viel toller gemacht. Freundschaften, die bis heute weiter bestehen sind daraus entstanden, sogar eine Ehe habe ich zwischen BW und NRW gestiftet. Also Kopf hoch, und im Januar kommen wir dazu. Da freue ich mich auch schon total drauf!
    Lieben Gruß an die Bachioniken.
    Claudia

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  3. Volker Autor

    Liebe Claudia, lieber Wolfgang!

    Danke für eure Kommentare die mich innerlich treffen und alles Erlebte besser verarbeiten lässt. So ganz bin ich noch nicht in der Wirklichkeit angekommen, die Johannes Passion schwebt innerlich immer noch in mir nach und die Verleitung, die großartigen Chöre in meinem Artikel einfach anzuklicken und immer wieder zu hören unterstützt natürlich die Empfindungen. Wunderbar, wenn sich die Blog-Chor-Riege im Januar 2012 in Höxter einfindet, das wird doch sicherlich uns allen eine wunderbare Freude bereiten..!!

    @Wolfgang, Du hast wirklich Recht, unsere Positionierung in der ersten Reihe für den Extra-Wohin-Chor war ein glücklicher Zufall. Ich habe das genossen, so unmittelbar den Sopran und Alt nebenan hören zu können und die übrigen starken Tenöre hinter uns gaben einem den rechten Schub zum Mitsingen, da kam wirklich Freude auf.
    Der NW-Artikel im Herforder Kreisanzeiger von der Johannes Passion in der Münsterkirche Herford gibt uns auch eine gute Note, es heisst darin wie folgt:

    In der Johannespassion ist der Chor immer dran, zwei Stunden lang. Da könnten am Ende die Spannung schwinden, die Intonation verrutschen. Nichts dergleichen:
    Das „Ruhet wohl“ erklang als Lamento, der Mittelteil des Schluss-Chorsatzes, „das Grab, so euch bestimmet ist“, kam frisch als österliche Zuversicht. So kontrastreich, so lebendig hatte Münsterkantor Stefan Kagl das gesamte Werk angelegt.

    Das hört sich gut an und bestätigt mein/unser Empfinden für die Wiedergabe die wir hautnah miterlebt haben…!!
    Der Rezensent von der Bielefelder Aufführung der Johannes Passion – sie fand zu dem gleichen Termin und Uhrzeit statt wie in Herford – war fassungslos, über den schlechten Besuch in der Oetkerhalle. Was haben die für ein Orchester und wirklich gute Gesangs-Solisten aufgeboten, darüber war ich ganz bestürzt. Wenn in der Bielefelder Oetkerhalle Bach-Musik zu hören war, waren diese Konzerte in der Vergangenheit „Selbstläufer“ was ist nur mit den Kultur-Deutschen los, volle Hallen nur bei Tingelmusik, ich verstehe die Welt nicht mehr. Herford beklagt sich darüber, dass seit Jahren zur Passionszeit kein Oratorium mehr zu hören wäre und dann dieser schlechte Besuch das ist fast ein Trauma für Ostwestfalen das lässt für die Zukunft nur Schlechtes erahnen waren doch im Münster die Kantaten-Gottesdienste besser besucht, da verstehe einer die Welt noch, ich habe damit meine Probleme..!!

    Ich versuche einmal das Chor-Bild von uns und die Rezension der NW Herford in diesem Kommentar mit einzubinden, falls das nicht klappt, erweitere ich damit den Haupt-Beitrag.

    Chor-Bild Herforder Münster:

    Rezension der NW Herford:

    ——————————————————————

    Liebe Grüße
    Volker

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  4. Iris Budde

    Liebe Bach-Chor-Leute,
    Ihr seid um dieses Mitsingerlebnis richtig zu beneiden. Wir haben die Johannespassion am Sonntag in der Abtei Königsmünster unter Leitung von Gerd Weimar gehört. Vom Chor waren wir beeidruckt, von den Besucherzahlen z. B. nicht. Meine Vermutung: das Wetter war einfach zu schön, herrliche warme Sonne, leuchtende Farben! Wer tauscht das schon freiwillig gegen eine kalte Kirche? Das können wirklich nur die freaks.
    Lieben Gruss
    Iris

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  5. Claudia

    Volker, Wolli und Iris:
    Ich schieb´s auch auf´s Wetter, super auch das Foto, Wolli und Volker sind ja gut zu erkennen. Wolli ganz im Gesang aufgegangen, der Rösel hat aber ziemlich zugelegt, hätte ihn fast nicht wieder erkannt. Am Karfreitag gehe ich zur J-Passion in der Schwabenmetropole, werde berichten, wie dort der Andrang gewesen ist.
    Claudia

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  6. Volker Autor

    Puh @Claudia, die JohPassion am Karfreitag mitzusingen wäre ein Traum von mir das können die Schwaben die Glücklichen..!!
    Über den Besucherzuspruch bin ich einmal gespannt.

    @Iris, das könnte wirklich ein Grund mit gewesen zu sein, das frühlingshafte Wetter war wirklich ein Traum und könnte so manchen Besucher davon abgehalten haben, aber, 18 Uhr ist eine mitmenschliche Zeit und die Frühlingsfahrt oder Spaziergang könnte um diese Zeit beendet sein.

    Gruß Volker

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  7. adamo

    Hallo ihr Lieben!

    … Das war ja auch so eine Geschichte, daß wir zwei Gäste, Volker und ich in die erste Reihe plaziert wurden.

    Der Kantor hatte ca 6 Wochen vorher einen Favoritchor für die beiden Choreinwurf-Szenen ‚Wohin-Chor'(3 stimmig) und ‚Jesu, der Du warest tot‘ (4 stimmig) ausgesucht. Das war für die Sänger so etwas wie ein Adelsschlag, wir als Gäste waren natürlich bei dieser ersten Auswahl nicht dabei. Nachdem die ausgesuchten Tenöre aber dann nicht konnten, kamen Volker und ich als zweite Wahl mit in’s Spiel. Bei der Extra-Probe hatte ich meine Lesebrille verlegt und kam mir ziemlich hilflos vor. Nachdem ich dann beides mit meiner Frau nochmal geübt hatte, ging es.Bei der Generalprobe hieß es dann, der Extrachor(?)besser m.Mg.’Favoritchor‘ muß in die erste Reihe. So bekamen Volker und ich als ‚Sangesgäste‘ die gute Position. Unser Freund Andrianompoina aus Madagaska (A. heißt auf deutsch:’geliebter Prinz der Ismerina) war ja als Student der Kirchmusik sowieso gesetzt.

    Trotzdem kam ich beim ‚Wohin-Chor‘ ganz schön in’s Flattern, und man hörte bei mir vom ‚Wohin‘ immer nur die zweite Silbe. Beim zweiten Choreinwurf ‚Jesu der Du warest tot‘ hatte ich dank meiner Zuhaus-Nacharbeit immer den Eingangston getroffen und es ging gut.

    Hört Euch bitte nochmal die Bass-Arie ‚Eilt ihr angefochtenen Seelen‘ mit den ‚Wohin-Choreinwürfen an. Wie ein ‚Elfenchor‘ oder ‚herumschwirrende Seelen‘ kann man das verstehen.

    Nochmals zum schlechten Besuch.
    Da der Vorverkauf laut Buchhändler Otto auch schlecht war, führe ich einiges auf das Herforder Überangebot von geistlicher Musik zurück. Einige meiner Bekannten hatten die Johannes-Passion die Woche vorher in der Umgebung (glaube es war Laar) gehört. Dann gibt es in Herford auch 2-3 andere gute Chöre (Kirchenmusikschule, St.Marien-Kantorei, Laar), auch das nahe Lemgo oder die Musikhochschule in Detmold, die Musikliebhaber abziehen.

    Nächsten Sonntag um 16.30 findet z.B.in Bergkirchen/Wiehengebirge ein beachtenswertes Passionskonzert statt (Bach, Totenglockenkantate, sowie Kantate BWV 111, Passionsteil des Messias, Kuhnau-Motette ‚Der Gerechte kommt um‘ und die ergreifende 7.Bach-Mottete ‚O Jesu Christ, mein’s Lebens Licht‘ BWV 118).Unsere OWL-Region bringt also Einiges an Kirchenmusik und daher sind viele potentiellen Besucher ausgebucht.

    Einen geruhsamen Abend

    wünscht

    @Wolfgang

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    Antwort
  8. Volker Autor

    Lieber Wolfgang,

    noch etwas zum Besucherzuspruch!
    Deine Aussage ist wirklich nicht ganz haltlos, in Minden gab es bereits eine Woche vorher von J.S. Bach’s Johannes-Passion in der Version des „ha aterliers Berlin“ in der St. Marienkirche zu hören. Nächste Woche am 21.4. nochmals in der Oekerhalle von J.S. Bach die Matthäus Passion unter der Leitung von Wolfgang Helbich sowie weitere Passionsmusiken in verschiedenen Gemeinden. Das grenzt schon an ein Überangebot an Musikaufführungen zur Passionszeit. Ich kann mich noch an meine aktive Zeit erinnern, dass die Gemeinden sich abgestimmt haben, was an Oratorien zu hören sein sollte, das scheint wohl nicht mehr der Fall zu sein und ein jeder möchte sich wohl profilieren und seine Daseinsberechtigung an den Tag legen. Eine Vermutung die ich nicht belegen kann..!!

    Hi Wolfgang, Du wirst es nicht glauben wollen, der Favoritenchor im Tenor bestand nur aus zwei Stimmen und das waren wir beide und das war mir zu wenig und zu dünn besetzt. Daraufhin habe ich Nampoine dieses Problem geschildert und ihn angesprochen uns zu verstärken was er dann auch erfreulicherweise getan hat. In der ersten Probestunde warst Du verhindert und ich saß mit einem Spezialisten als Tenor in der Runde. Dieser Tenor tauchte dann in den nächsten Proben nicht mehr auf, warum auch immer bleibt mir ein Rätsel und wir beide waren alleine auf weiter Flur. Stefan war zwischenzeitlich in Spanien und hat das wohl gar nicht so richtig mitbekommen. Daraufhin habe ich die Eigeninitiative ergriffen und gehandelt und uns mit Nampoine gezielt verstärkt was ja auch gut ausgegangen ist.

    Lieben Gruß
    Volker

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    Antwort
  9. Iris Budde

    Hallo, Wolfgang,
    weißt Du Näheres über das Passionskonzert am Sonntag um 16.30 in Bergkirchen? Wer leitet es, wer singt? Im Internet finde ich nichts.
    Euch allen noch einen schönen BACH-Abend.
    Herzl. Gruss
    Iris

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  10. adamo

    Hallo Iris!

    Ja-, einige Infos kann ich Dir weitergeben:

    Rainer Begemann, Ltg; Georg Führer (Leipzig) Tenor; Christiane Schmidt, Alt; Kantorei Bergkirchen; Orchester Musiker aus der Region(Streicher, Oboen, Hörner, Flöten, Orgel)

    Karten: 10 – 14 € Reservierung 052../1850

    Interessiert mich sehr, sehr wahrscheinlich bekomme ich das Auto und kann hinfahren.

    Einen schönen Abend

    Wolfgang

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  11. Volker Autor

    Eine erfreuliche Meldung aus Mainz von heute: 12.5.2011

    Ein Dank an alle Freunde und Besucher!!

    Mit der Matthäuspassion am Karfreitag hat sich einmal mehr gezeigt, dass die Fangemeinde des Bachchores immer wieder ungetrübt strömt: Vor bis zum letzten Platz ausverkaufter Christuskirche, präsentierte der Bachchor und das Barockorchester l’arpa festante unter der Leitung von Ralf Otto mit wie gewohnt ausgesuchten Solisten die Passion, die in diesem Jahr in Mainz und Umgebung eine Alleinstellung hatte, da in und um Mainz herum fast ausschließlich die Johannespassion aufgeführt würde.

    Durch die vielen positiven Reaktionen und den großen Publikumszuspruch erleben wir immer wieder neu, warum es sich auch in Zeiten von Finanzenge und Mitteleinschränkungen lohnt, solch großartige Konzerterlebnisse verwirklichen zu können.

    – Zitat-Ende –

    Ein glückliches Mainz, die so einen großartigen Besucher-Zuspruch genießen dürfen..!!

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