Niveauvolle h-Moll Messe erklang in der Altstädter Nicolai Kirche Bielefeld

Altstädter Nicolai-Kirche Bielefeld

Meine Eindrücke von der Aufführung der h-Moll Messe – BWV 232 – in der Altstädter Nicolai-Kirche Bielefeld!

Lange Schlangen vor dem Kirchenportal ließen mich an vorangegangene Aufführungen zum „Haller Bachfest“  an schlechte Erinnerungen der Einlasskontrolle „Böses“ erahnen. Aber, die Veranstalter haben dazu gelernt und es ging sehr zügig voran und betrat nach 5 Minuten Wartezeit die restlos ausverkaufte Nicolai-Kirche in Bielefeld.

Eine Überraschung beim Suchen meines Platzes – leider erhielt ich nur noch 1 Eintrittskarte im Vorverkauf – sah ich eine treue Blog-Begleiterin @Iris, sie hatte sich die Mühe gemacht und den weiten Weg mit dem Zug nach Bielefeld unternommen und tatsächlich noch eine Eintrittskarte bekommen. Die Wiedersehensfreude war groß und konnten sogar nebeneinander liegende Sitzplätze einnehmen und gemeinsam das Konzert am Sonntag genießen..!!

Ausführende: 84. Haller Bach-Tage in der Altstädter Nicolai-Kirche Bielefeld

Die Akustik der Altstädter Nicolai-Kirche erwies sich für dieses großartige Bach-Werk als gut geeignet, den Chor und das Orchester hörten wir auf unseren hinteren Plätzen recht gut.

Es ist mittlerweile Tradition geworden, dass die „Haller Bach-Tage“ in Bielefeld ihren krönenden Abschluss finden und die Konzerte voll ausgebucht sind. Das ist ein erfreulicher Nebeneffekt und sollte in Zukunft weiter Bestand haben. Am Vortag wurde bereits die h-Moll Messe von dem Bach-Chor der Johanniskantorei Halle / Westfalen in der St. Johanniskirche in Halle zu Gehör gebracht. Aufgrund einer Erkrankung der Altistin: Ute Grunewald wurde kurzfristig „Christiane Schmidt“ (Alt) für den Part verpflichtet.

Gesangs-Solisten- 84. Haller Bach-Tage Altstädter Nicolai-Kirche in Bielefeld

Warum Bach diese Kurzmesse zur vollständigen Missa tota ausbaute, ist noch nicht vollständig geklärt. Da er ab Mitte der 1730er Jahre begann, auch andere zyklische Werke mit Modellcharakter zu schaffen (Goldberg-Variationen, Weihnachtsoratorium, Die Kunst der Fuge), vermutete man, die Erweiterung könne im Zusammenhang mit diesem Bestreben stehen.

Da die umfangreiche, groß dimensionierte und reich besetzte Messekomposition Elemente des konzertanten Stils der Kantate aus Bachs Zeit aufnimmt („Missa concertata“) und im besten Fall zu kirchlichen Hochfesten in liturgischen Messfeiern verwendet werden kann, verliehen ihr die Musikliebhaber des 19. Jahrhunderts den Beinamen „Hohe Messe in h-Moll“, in Anlehnung an die Bezeichnung „Missa solemnis“. Die Tonartbezeichnung bezieht sich dabei auf den Beginn des Werkes – tatsächlich stehen nur wenige weitere Sätze in h-Moll, die meisten hingegen in anderen Tonarten (wegen der Naturtrompeten überwiegend in der Paralleltonart D-Dur).

Erstaunlich, was dieser Bach-Chor (Laien-Chor) stimmlich an Potential besitzt, im Bass leider etwas unterbesetzt war er nur sehr schwer zu hören und steigerten sich im Schlussteil zu einer großartigen Leistung.

KMD Martin Rieker

Erstaunlich, was der rührige Leiter der Haller Bach-Tage „KMD Martin Rieker“ auf die Beine stellt und zu einem befriedigen Ergebnis führt. Die h-Moll Messe ist schon ein gewaltiges Werk und benötigt dafür gut ausgebildete Chöre um das umsetzten zu können. Die Probenarbeit des Laienchores muss immens gewesen sein und führten dieses Bach-Werk gekonnt auf. Das „Ensemble aperto“ mit historischen Instrumenten besetzt gelang eine vorzügliche Aufführung, die klanglich alle Voraussetzungen erfüllten.

Als eine gravierende Fehlbesetzung entpuppte sich der mir unbekannte Hornist in dem Satz 11 für Bass-Solo: „Gloria – Quoniam tu solus sanctus“. Für diese wunderbare Bass-Arie ist ein gelungenes Horn als Begleitung unverzichtbar. Das war auch der einzigste Wehrmutstropfen in einer rundherun gelungenen Werkswiedergabe. Die Tenor-Besetzung mit „Daniel Johannsen“ war ein Volltreffer und bestach durch seine glasklare Wortartikulation und schlanken Stimmführung. Die 1. Sopranistin: „Cornelie Isenbürger“ vom hiesigen Stadt-Theater Bielefeld, überzeugte wiederum mit einem glockenreinen Sopran.

"Ensemble aperto" - "Bach-Chor" der Johanniskantorei Halle:Westf.

Umfangreicher Schluss-Applaus zeugte von einem rundum gelungenen Konzertabend und als ein würdiger Abschluss der 84, Haller Bach-Tage in Bielefeld. Auf Wiedersehen in 2012 an alter Stätte und wieder mit einem Bach-Werk? Ich bin gespannt, was uns der KMD Rieker wieder aus seiner Fundgrube präsentieren wird.

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Eine PDF-Rezension der NW Bielefeld und „Haller Kreisblatt“

Link: NW-Rezension h-Moll Messe Bielefeld

Link: Haller Kreisblatt Rezension h-Moll Messe Febr 2011

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Einführung in die  H-Moll-Messe BWV 232

Link: Einführung in das BWV 232 H-Moll-Messe

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Grüße

Volker

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