RUHR2010 Teil XXIX: Night Prayer 21.09.10-Merkez Moschee DU-Marxloh

Merkez Moschee

Nach Streitgesprächen über Deutschlands derzeit meistdiskutiertestes Buch, haben meine Bekannte Ulrike und ich nach heftigen Diskussionen entschieden, uns mit den Menschen zu beschäftigen, die sich hinter den Zahlen und Statistiken verbergen. Mein Vorschlag zum Night Prayer in die Duisburger Moschee mit abschliessendem Konzert zu fahren, wurde von ihr begeistert angenommen. Gleichzeitig fand an 9 weiteren Orten anderer Glaubensrichtungen eine ähnliche Veranstaltung statt, z.B. im Hindu-Tempel in Hamm-Uentrop, der Serbisch-Ortodoxen Gemeinde in Dortmund, der Alevitischen Gemeinde in Bergkamen oder auch im Essener Dom. Um 20.00 Uhr fand dann in jeder Location ein typisches Konzert statt.

LINK: http://www.essen-fuer-das-ruhrgebiet.ruhr2010.de/no_cache/presse-medien/pressemitteilungen/detailseite/article/night-prayer-faszinierende-spirituelle-konzerte-der-weltreligion.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=631

Kuppel I

19.00 Uhr Führung mit Koranlesung: Pünktlich zur Führung treffen wir ein. Wir sind beeindruckt, die Kuppeln, reich verziert mit Kalligraphien und Bildschmuck im osmanischen Stil sind eine Augenweide, dazu der weiche Teppich, der noch neu riecht, lädt zum Verweilen ein. Der Iman intoniert einen Vers und gerät wortwörtlich ins Schwitzen. Das Gebäude wurde 2008 fertiggestellt und ist mit rund 1800 Plätzen eine der größten Moscheen Deutschlands. Die Gemeinde ist ausserdem sehr aktiv, Führungen werden angeboten, verschiedene Bildungsprogramme mit Sprachkursen uvm. rundet das Angebot ab.

20.00 Uhr Konzert: Im Schulungsraum der Gemeinde findet das Konzert mit den Stars der türkischen Klassik statt. WDR 3 überträgt das Konzert. Die Moderation hat die WDR Mitarbeiterin Asli Sevendim, selbst aus DU-Marxloh.
Es spielt das Istanbuler Ensemble „Mizrabin Nefesi“ was so mit der mystischen Übersetzung von „atmendes Plektron“ zu übersetzen ist, in nachfolgender Besetzung:

Kuppel

Langhalslaute „Tanbur: Birol Yayla, Murat Aydemir, Özata Ayan

Längsflöte „Ney“: Aziz Senol Filiz, Salih Bilgin, Bülent Özbek

Rahmentrommeln: Fahrettin und Ferruh Yarkin und Gesang: Mehmet Kemiksiz

Mizrabin Nefesi

Die Komponisten entstammen von ca. 1700-zeitgenössisch, wobei sich einige Musiker des Ensembles auch als Komponisten betätigt haben. Viele Stücke erinnern mich an das Konzert vom Freitag, aber es ist weniger meditativ, sondern im prallen Leben angesiedelt. Neben uns sitzt ein Typ, der wie in Trance zum Rhythmus mit dem Kopf wackelt. Dadurch, dass wir so nah dran sitzen, erleben wir alles natürlich auch sehr intensiv. Zudem ist es rhythmisch sehr ansteckend. So super hatten wir es nicht erwartet.

Die einzigen zwei Kritikpunkte, die ich anzubringen habe ist, dass es keine Pause gab, wo eventuell ein Austausch mit Gemeindemitgliedern oder Musikern hätte stattfinden können. Als zweites, nicht alle Veranstaltungen auf einen Zeitpunkt zu legen, mich hätte auch der Hindu Tempel oder die Synagoge interessiert.  Auf jeden Fall waren wir uns einig, dass der Besuch heute eine gute Idee war und so hat uns Herr Sarrazin indirekt einen interessanten Abend beschert.

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4 Gedanken zu „RUHR2010 Teil XXIX: Night Prayer 21.09.10-Merkez Moschee DU-Marxloh

  1. Volker

    Hallo Claudia,

    das ist wirklich ein ungewöhnlicher Tripp von dir, Koranlesung, hast Du da überhaupt etwas verstanden wenn das in türkisch vorgetragen wurde oder gab es einen Dolmetscher, der das in deutsch übersetzt hat? Eine Führung kann ich mir gut vorstellen um einmal eine Moschee von Innen begutachten zu können, das scheint wirklich eingewaltiges Bauwerk in Duisburg zu sein.
    Ist das Konzert nicht ein wenig „Eintönig“. wenn ich die türkische Musik höre klingt sie mir sehr Monoton und gleichförmig durch die Flöten und Trommeln und finde sie sehr gewöhnungsbedürftig für unsere westlichen Ohren. Ich lasse mich gerne von Dir belehren, falls es anders geklungen hat.

    Das ist ein Unding, wenn man Einladungen ausspricht und mit den Aufführenden kein Wort und Gesprächsaustausch vornehmen kann, da hapert es gewaltig dran. Wenn es einen Kulturaustausch geben soll, dann bitteschön auch mit Erläuterungen und einem Gesprächsaustausch – (in deutsch), sonst ist das Ziel nicht erreicht, voneinander zu lernen..!!

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  2. Claudia

    Hi Volker. Nein, nein, die Verse der Lesung wurden natürlich ins Deutsche übersetzt und die Moschee-Führung war natürlich auch in Deutsch, der Koran wird aber wohl in Arabisch gelesen. Aber ich fand es wirklich schade, dass es keine Pause zur Musik-Reflektion gab, es braucht ja nicht in wilde Diskussionen oder Wortgefechte ausarten (das hat uns der Rot-Funk in den letzten Wochen zu genüge vorgeführt).
    Die Musik war zwar oft gleichförmig, aber nicht eintönig, wir fanden es aber trotzdem interessant, halt mal ganz was anderes, bekommt man ja nicht alle Tage…

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