RUHR2010 Teil XVIII: Folkwang-Museum Essen-das schönste Museum der Welt

Folkwang Museum von der neuen Brücke aus gesehen

Heute habe ich mit einigen Interessierten die Ausstellung „Museum Folkwang bis 1933“ im Rahmen einer Führung besucht, die ich allerdings schon im März gebucht hatte, nachdem mich bei meinem ersten Besuch die Bilder der abstrakten Kunst mit ihren monochromen Flächen nicht vom Hocker gehauen hatten. Der spektakuläre Neubau des amerikanischen Star-Architekten David Chipperfield ist im Januar 2010 feierlich eingeweiht worden. Dieser wurde komplett von der Alfried Krupp zu Bohlen und Halbach-Stiftung finanziert (ich glaube 55 Mio., jede Menge Kohle).

Seine erste große Sonderausstellung zeigt das Museum Folkwang im Neubau von 20.März bis 25.Juli 2010. Sie ist der einzigartigen Geschichte der Folkwang-Sammlung und ihrer Entwicklung gewidmet.

Franz Marc - die roten Pferde

Im Mittelpunkt steht die Rekonstruktion der Sammlung, die von Karl Ernst Osthaus 1902 begründet und kurz nach seinem frühen Tod 1921 nach Essen gelangte und hier von Ernst Gosebruch zu einer Institution mit weltweiter Ausstrahlung weiterentwickelt wurde. Der Mitbegründer des Museum of Modern Art in New York, Paul J. Sachs, sagte bei einem Besuch in Essen 1932, das Folkwang sei „das schönste Museum der Welt“. Die Nationalsozialisten unterbrachen brutal die fortschrittliche Ankaufs- und Ausstellungspolitik des Museums und konfiszierten 1937 mehr als 1.400 Werke, die später legal verkauft wurden und heute zu den Meisterwerken großer Museen und Privatsammlungen im In- und Ausland gehören, darunter Gemälde von Kandinsky und Matisse, Kirchner und Marc, Munch und Beckmann.

Museum Folkwang

Den unterschiedlichen Epochen und Künstlern sind jeweils thematisch eigene Räume gewidmet. Was da alles an Größen der Moderne aufgefahren wird, ist beeindruckend. Selbst völlig fremdartig wirkende Masken aus dem asiatischen Raum, Figuren des Totenkults aus Ozeanien werden über eine Brücke gekonnt in den Kontext der Bilder der Expressionisten von unserer Kunsthistorikerin eingebunden. Es ist die Zeit der Kolonialisierung, die die europäischen Künstler, mit ihren bizarren, filigranen Figuren und neuen Kunstformen inspiriert. Höhepunkte sind für mich ganz klar der Raum, wo die Vertreter des „Blauen Reiter“ (beherrschendes Bild: Die roten Pferde) vertreten sind, der Altar von Emil Nolde über das Leben Jesu, die Bilder van Goghs und Gauguins, die den Besuch des neuen Museums Folkwang zu einem rauschenden Fest der Farbe und einem Gefühlskarussell machen.

Die Kunst-Experten

Da es heute am Samstag recht voll war, dass auch keine Zeit der intensiveren Betrachtung blieb, empfiehlt es sich, das Museum während der Woche oder der erweiterten Öffnungszeiten zu besuchen. Eine wirklich sehr sehenswerte Sammlung, wenn nicht sogar „Das schönste Museum der Welt“.

Contes Barbares - Paul Gauguin

Dienstags bis Freitag: 10-20 Uhr, Freitags 10-24 Uhr

Eintritt: Di-Fr 10 Euro, Sa/So 12 Euro

Museum Folkwang, Museumsplatz 1, 45128 Essen Tel: 0201-8845444

Für auswärtige Besucher fährt vom Essener HBF alle 15 min ein kostenloser Shuttlebus direkt zum Museum.

LINK: www.museum-folkwang.de

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4 Gedanken zu „RUHR2010 Teil XVIII: Folkwang-Museum Essen-das schönste Museum der Welt

  1. Volker

    Hallo Claudia,

    das ist wirklich eine fantastische Stätte der Kultur geworden, deine Vorstellung des Folkwang-Museums hat meinen Geschmack gefunden und bin ganz gespannt, es zu besuchen, Der Blaue Reiter, die roten Pferde, alles Weltberühmtheiten, das darf man sich nicht entgehen lassen wenn im Juli dann Schluss sein sollte. Mit deinen erwähnten afrikanischen Masken erinnert es mich stark an die Ausstellung in Villa Hügel, dort konnte ich schon im vergangenen Jahr wunderbare Exponate bewundern, aber das Folkwang-Museum wird die Museumslandschaft von Essen wunderbar ergänzen, toll was der Mäzen Krupp dafür aufgewendet und zugesteuert hat.

    Schönen Sonntag und Gruss
    Volker

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  2. Ingrid

    Auch ich war heute im Folkwang-Museum und war mit audioguide bereits nach 11/2 stunden durch die Ausstellung, obwohl ich mir schon viel Zeit genommen habe. Die Werke sind beeindruckend, hängen sehr großzügig auf riesiger Fläche.
    Der Umfang war mir zu gering, zumal all die alten Werke des Folkwang-Museums noch gut versteckt irgendwo im Keller sind, so informierte mich ein Museumsführer.
    Schönen Gruß
    I.

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  3. Adamo

    Liebe Claudia!

    Wenn da auch noch vom HBF Essen ein kostenloser shuttle abfährt, werde ich mir den Besuch deiner wunderbaren Empfehlung ernstlich am Fr.11.6 vormittags vornehmen. Da bin ich nämlich ich auf der Durchreise nach Düsseldorf zum ‚Bücherbummel auf der Kö.

    Am liebsten würde ich Dich ja zu einem erneuten Museums-Besuch an diesem Vormittag einladen, aber das läßt sich wohl nicht einrichten.

    Oder?

    Einen guten Start in die Woche wünscht Dir

    Wolfgang

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  4. Claudia

    Hallo zusammen,
    Wolfgang, am 11.06.10 klappts leider nicht, mein Kollege, der mich im Büro sonst vertreten könnte, hat Urlaub. Der Shuttlebus fährt definitiv, vllt. müßtest Du nur erfragen, ob er vor oder hinter dem HBF abfährt.
    Ingrid: Ich fand die 1-stündige Führung völlig ausreichend, wir sind dann selbst noch mal eine 3/4 h ohne Begleitung unterwegs gewesen, aber die Reizüberflutung ist sonst zu groß.
    Freue mich, dass mein Bericht euer Interesse geweckt hat. Die Ausstellung ist wirklich spitze.
    Claudia

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