Bach’s h-moll-Messe im Kaiserdom in Königslutter

Einmal in meinem Leben…

…wollte ich mir vor 5 Jahren ein wirklich überragendes Konzert gönnen und die Musiker live erleben, deren CDs mich ständig begleiteten. Es ist nicht bei einem Mal geblieben, aber es war jedes Mal wieder so überwältigend wie beim ersten Mal – damals im März 2005 im Kaiserdom zu Königslutter. Mit Bach’s Matthäus-Passion, dem Monteverdi Choir, den English Baroque Soloists und natürlich Sir John Eliot Gardiner. Nun saß ich wieder in diesem gewaltigen romanischen Dom, der nach langen Jahren der Restaurierung in neuem bzw. alten Glanz erstrahlte und eine Atmosphäre voller Wärme und Sicherheit entstehen ließ. Wer auf dem Wege zwischen dem Ruhrpott und Berlin dort vorbei kommt, sollte unbedingt eine Pause einplanen.

Renovierter Kaiserdom-Königslutter Aussenansicht

Um es vorweg zu nehmen – es war ein beeindruckender Abend. Das Orchester in mehr oder weniger Stammbesetzung wie immer überragend, mit unendlicher Spielfreude, die Solisten inspiriert aufspielend. Was mich dabei vor allem fasziniert hat, war das „gemeinsame“ Musizieren, manchmal schon fast kammermusikalisch.

Der Chor erstaunt mich immer wieder. So viele neue Gesichter – und der Chor klingt und singt, wie es eben nur der Monteverdi Choir tut. John Eliot Gardiner scheint in dem Punkt einfach ein Magier zu sein. Auch wie er Chor und Orchester an diesem Abend mit unglaublicher Energie wirklich über alle scheinbaren Grenzen hinwegführte, war beeindruckend. Da gibt es die leisen Stellen, z.B. im „Et incarnatus est“ oder im „Crucifixus“ – ich habe noch nie einen Chor mit einer solchen Intensität leise singen hören. Man musste wirklich alle Antennen aufstellen.Es war extrem berührend. Und natürlich die lebhaften Stücke „Cum sanctu spiritu“ oder „Et resurrexit“ z.B., die mit einer solchen Energie in den Raum geschleudert wurden, dass es schier erdrückend wurde. „Laudamus te“ – Lebensfreude pur. „Quoniam tu solus sanctus“ – was für ein Groove. Das gilt eigentlich für den ganzen Abend. Bach’s Musik swingte regelrecht. Die meiste Gänsehaut hatte ich bei der Schlussfuge (Dona nobis pacem). Auch das hatte ich noch nie gehört. Ein solches Crescendo, das wirklich von der ersten Note bis ganz zum Schluss dauerte. Eine Spannung lag über der ganzen Kirche, die wirklich fühlbar war und sich erst bei den letzten Tönen, als die Musiker endlich im Fortissimo schwelgen und die Zuhörer ausatmen durften. Amen – so ist es.

Renvoierter Kaiserdom-Königslutter Innenansicht

Es war kein perfekter Abend. Gott sei Dank nicht, sonst wäre es nicht zum Aushalten gewesen. Und für mich war es auch nicht wichtig. Geblieben ist dieses Gefühl, magische Momente erlebt zu haben, ein Klingen und Schwingen in mir, das hoffentlich noch lange bleibt. Ich habe dieses Jahr schon wirklich herausragende, inspirierende Konzerte gehört und ich weiß nicht, was nocht kommt – aber das dieses der Höhepunkt des Jahres war (musikalisch natürlich nur) – da bin ich mir absolut sicher.

Sir J.E. Gardiner - h-Moll-Messe BWV 232 im Kaiserdom Königslutter-Schlussaupplaus

Freut Euch auf Leipzig, Frankfurt, Dortmund

Barbara

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Dann noch ein Radio-Tipp: an Himmelfahrt wird

am 13. Mai 2010 bei NDR-Kultur um 20 Uhr bis 22:30 Uhr eine Aufzeichnung des Konzertes vom 7. Mai 2010 aus dem Kaiserdom-Königslutter zu hören sein.
Soli Deo Gloria – Feste Alter Musik im Braunschweiger Land
Johann Sebastian Bach: Messe h-Moll für Soli, Chor und Orchester BWV 232
Monteverdi Choir London mit Solisten
English Baroque Soloists / Ltg.: John Eliot Gardiner
Aufzeichnung vom 7.5.2010 im Dom Königslutter

Link: zum Livestream von NDR-Kultur im Internet

http://www.ndrkultur.de/livestream154.html

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Einführung in die  H-Moll-Messe BWV 232

Link: Einführung in das BWV 232 H-Moll-Messe

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Eine Rezension/Kritik der Braunschweiger Zeitung vom 10.5.2010 füge ich im PDF-Format bei.

PDF-Link: Rezension Braunschweiger Zeitung

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Rezensionen/Kritik  von „Frankfurter Zeitungen“ vom Konzert in der Alten Oper am 14.5.2010:

Link-Angaben:

a.) http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=2651824

b.)  http://www.op-online.de/nachrichten/kultur/musikalischer-intensivkurs-glauben-765082.html

c.)  http://www.echo-online.de/freizeit/kunstkultur/musik/Das-Allerheiligste;art641,889065

d.)  http://www.fnp.de/fnp/welt/kultur/demuetige-verbeugung-vor-dem-gewaltigen-werk_rmn01.c.7694873.de.html

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YouTube Video Gardiner + EBS-MonteverdiChoir Probe in Prag:

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zugefügt von @Volker/admin am 10. und 18.5.2010

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17 Gedanken zu „Bach’s h-moll-Messe im Kaiserdom in Königslutter

  1. Iris Budde

    Liebe Barbara,
    ich bin von Deinem Bericht tief beeindruckt und danke Dir ganz herzlich dafür. Noch kann ich mir nicht vorstellen, dass ich in Leipzig diese Aufführung selbst miterleben werde. Für mich ist die absolute Gänsehautstelle in „et sepultus est“. Die Musik erstirbt, die absolute Stille des Todes ist spürbar, Sekunden später, im „et resurrexit“ tobt das Leben. So etwas kann nur Bach – und Gardiner mit seiner Wiedergabe der bachschen Musik. Einfach genial.
    Lieben Gruss
    Iris

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  2. Claudia

    Hallo Barbara, Dein Bericht hat mich ziemlich aufgewühlt, ich musste ihn mehrmals lesen und ich habe mir das ganze schon bildlich-und akustisch- in der Thomaskirche vorgestellt. Ich hatte den Eindruck, -auch Du wirst das Werk warscheinlich bis zur letzten Note auswendig kennen- der Sir hat da noch so einiges neues aus seiner Interpretations-Trick-Kiste gezaubert und seine Zuhörer verzaubert. Danke für das kurzweilige Ausblenden der schlechten Nachrichten aus Politik und Umwelt.
    Lieben Gruß, Claudia

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  3. Lútsen Kooistra

    Liebe Barbara,

    Dank für die Worte über die Hohe Messe. Ik bin in der richtige Atmosphäre; gestern kaufte ich die doppel-CD von Frans Brüggen mit Capella Amsterdam und Orchestra of the Eighteen Century. Fabelhaft – ins besondere das instrumentale.
    Gardiner komt auf das Bachfest in Leipzig, nächste
    Monat. Wissen Sie ob er die revidierte Hohe Messe bringt?

    Gruss
    Lútsen Kooistra
    Niederlande

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  4. Barbara

    Hallo zusammen,
    danke schön, es war wirklich ein aufwühlendes Erlebnis.
    @Iris: Ja, genau das war eine der Stellen, wo die Welt stehe zu bleiben schien, so verhalten kam das. Ich hab auf der Stuhlkante gesessen, so gefangen hat mich das genommen.
    @Claudia: Ich kenne das Werk in- und auswendig. Und doch gab es Stellen, wo ich dachte, Ja, natürlich, so muss das sein, warum hab ich das bisher noch nichtso gehört. Ich hab einfach nur einen Teil der Worte gefunden, die da im Raum hingen. Ich bin schon sehr gespannt, wie Du das Erlebnis in Leibzig in Worte fassen wirst… 😉 Ich schätze, das wird noch eine Spur intensiver. Zum einen der inspirierende Raum und zum anderen werden die Konzerte, die sie noch dazwischen haben, noch einiges reifen lassen.
    @Lútsen: Entschuldigung, kann sein, dass ich gerade ein Brett vor dem Kopf habe: Was meinen Sie mit „revidierte Hohe Messe“? Ansonsten: ja, Gardiner wird mit seinen Musikern das Schlusskonzert mit der Hohen Messe gestalten.
    Schönen Abend
    Barbara

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  5. Volker

    Liebe Barbara,

    deine Schilderung der h-Moll-Messe aus dem Kaiserdom Königslutter erzeugt bei mir eine Gänsehaut pur, daran kannst Du erkennen, dass deine Rezension meinen Nerv getroffen hat und ich mich auf die Aufführung am 20. Juni in der Thomaskirche Leipzig sehr freue.

    Ich bin der Meinung, um einmal die persönlichen Favoriten in der h-Moll-Messe heraus zu kristallisieren ist schwer zu definieren, es ist für mich das größte Werk, was jemals auf dem Erdball komponiert worden ist, eine Komposition für die Ewigkeit, egal welche Hautfarbe oder religiöse Einstellung der Mensch besitzt, jeder wird davon ergriffen sein und im innersten seines Herzen feststellen können, es gibt etwas Überirdisches, das unbegreiflich erscheint.

    Wenn es schon ein Favorit sein sollte, ist es der Schlusschor, mit dem „Dona nobis pacem“ – („Gib uns Frieden“) – hier wird in dem Schlussakt von Bach alles ausgedrückt, was auszusagen ist und die gewaltige Musik untermauert geradezu in vollendeter Form wie ein Hilfeschrei: „Gib uns Frieden“ – als Menschen im Miteinander und unter den Völkern, das nicht oft genug ausgerufen werden kann und beim Menschen kaum Gehör findet…!!

    Ich hatte 2004 schon einmal die Gelegenheit, Gardiner mit der h-Moll-Messe in der Fassung von 1733,BWV 232 i – als sich J.S. Bach mit seiner Bewerbung am Dresdener Hof um den Titel des “Hof-Compositeurs” bewarb – in Ludwigsburg zu hören. Es war eine ergreifende Aufführung, Gardiner dirigierte ohne eine Partitur zu besitzen, aus dem Gedächtnis heraus, das war für mich schon ein kleines Wunder, der Monteverdi Choir ein Traum das Orchester brillant und immer einen im Tackt wiegenden Oboisten, den ich das erste mal gesehen haben und dann noch mit einem langen Zopf am Hinterkopf, dieser Mitstreiter wurde danach ein Top-Flötist für mich…!! Er wird von Gardiner in 2010 in Köthen und im Dezember in der Berliner Philharmonie mit einem Bach-Werk einmal besonders herausgestellt, der Sir weiss zu genau, was für eine Professoren-Koryphäe er in seinen Reihen besitzt.

    Hier ein Hinweis für @Lútsen, in Leipzig wird zum Schluss des Bachfestes in der Thomaskirche immer die h-Moll-Messe, BWV 232 in der revidierten Fassung von 1748 aufgeführt, das ist Tradition. Ich gehe davon aus, dass diese Fassung von 1748 als BWV 232 auch in Königslutter zu hören war. Leider ist das Gardiner-Konzert in der Thomaskirche im Juni schon lange restlos ausverkauft. Ein Tipp an @Lútsen, wenn Du die h-Moll-Messe hören möchtest, versuch es einmal am 13.5. in der Reinoldikirche Dortmund oder am 14.5. in Frankfurt, Alte Oper. Der Link mit den Gardiner-Terminen hier im Blog nachstehend:

    https://meinhardo.wordpress.com/2010/01/15/gast-konzerte-in-deutschland-von-sir-j-e-gardiner-im-kalenderjahr-2010/

    Dann noch ein Radio-Tipp: an Himmelfahrt wird in Deutschland am 13. Mai 2010 bei NDR-Kultur um 20 Uhr bis 22:30 Uhr eine Aufzeichnung des Konzertes vom 7. Mai 2010 aus dem Kaiserdom-Königslutter zu hören sein.
    Soli Deo Gloria – Feste Alter Musik im Braunschweiger Land
    Johann Sebastian Bach: Messe h-Moll für Soli, Chor und Orchester BWV 232
    Monteverdi Choir London mit Solisten
    English Baroque Soloists / Ltg.: John Eliot Gardiner
    Aufzeichnung vom 7.5.2010 im Dom Königslutter

    Link: zum Livestream von NDR-Kultur im Internet http://www.ndrkultur.de/livestream154.html

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    Eine Rezension der h-Moll-Messe von der Braunschweiger Zeitung habe ich in @Barbara’s Hauptbeitrag angefügt.
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    Eine schöne Woche allen und Gruss

    Volker

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  6. Volker

    Hier ein kleine historische Aufarbeitung zur h-Moll-Messe von J.S. Bach:

    Eine Anmerkung von der Missa in h-Moll, BWV 232 i und der Bearbeitung von Bach zur berühmten h-Moll-Messe, BWV 232 stelle ich im Nachgang den Interessierten zur Verfügung!

    Bach arbeitete zu unterschiedlichen Zeiten an dieser Messe: Das Sanctus wurde bereits 1724 für den ersten Weihnachtstag komponiert.

    1733 entstanden das Kyrie und das Gloria (Missa brevis). Diese erste Fassung war sowohl im lutherischen wie im katholischen Gottesdienst verwendbar. Die 21 Stimmen dieser Fassung reichte Bach mit einem Widmungsschreiben im Juli beim katholischen Dresdner Hof ein, verbunden mit der Bitte um Verleihung des Titels eines “Hof-Compositeurs”. Erst nach vielfachen Erinnerungen, weiteren Widmungen und zahlreichen Konzerten wurde ihm der Titel eines “Kurfürstlich-sächsischen und königlich-polnischen Hofcompositeurs” im November 1736 verliehen. (Aufführungsdauer; ca. bis 70 Minuten)

    1748 entschloss sich Bach, die Messe um Credo, Sanctus, Osianna, Benedictus, Agnus-Dei und Dona nobis pacem zu erweitern, teils durch Neukompositionen, teils durch parodierende Umarbeitung vorhandener Sätze aus seinen Kantaten.

    Zwar wurde die h-Moll-Messe BWV 232, in der Bach-Familie als „catholische Messe“ bezeichnet, dennoch unterscheidet sich der Text an zwei Stellen vom katholischen Messentext: Entsprechend der Fassung von Martin Luther ist im Gloria nach Domine, fili unigeniti, Jesu Christe das Wort altissime eingefügt. Im Sanctus steht statt Gloria tua entsprechend Jesaja 6,3 gloria ejus. (Aufführungsdauer: ca. bis 110 Minuten).

    Gruss
    Volker

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  7. Claudia

    Guten Morgen, klasse, dass der Bericht auch noch Fotos bekommen hat, wirklich ein phantastischer, sakraler Raum. Eine Freundin wohnt in so einem Kaff ca. 15 min von HI entfernt, wo wir uns jeden Herbst treffen, das ist sicherlich mal ein lohnender, anregender Ausflug nach Königslutter.
    Ich muss gestehen, dass ich ja ein wenig Angst hatte, dass in Leipzig nicht so richtig der Funke überspringt, dann dazu noch die eher mäßige, akustische Situation in der Thomaskirche. Aber es sieht dank deines Berichtes doch so aus, als müßte ich mir vorher einen Schnaps zur Beruhigung trinken. Wie hat meine Freundin Miriam gesagt, Gardiner mit Bachs H-Moll Messe beim großen Meister selber in der Thomaskirche, das ist die Königsdisziplin!
    Volker danke auch für den geistigen Hintergrund-Input, wieder was gelernt.
    Schöne Woche, Claudia

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  8. Adamo

    Liebe Barbara!

    Auch mich freut es, dass Dich die Aufführung in Königslutter so bewegt hat. Ich selbst habe die H-moll-Messe noch nie live erlebt, bin aber auf meine verschiedenen CD-Aufnahmen ziemlich stolz. Das Werk erstrahlt so aus einem Guß, obwohl es ja zu fast allen Partien Vorlagen in geistlichen und weltlichen Kantaten Bach’s gibt. Bach hatte sich wohl seine gesamte Leipziger Zeit damit beschäftigt und zeigte seinen Vorgesetzten, dass er sich auch woanders Annerkennung holen konnte. Heute wissen wir, dass auch der Dresdner Hof erst im zweiten Anlauf sich bedankt hat.

    Aber ich will mal versuchen zu beschreiben, was mich an der Musikalität der H-moll-Mersse immer fasziniert:

    Es ist doch ein ‚GROSSARTIGES EINGANGSTOR‘, das mit dem Unisono-Einsatz des ‚Kyrie‘ mit einem Schlag für den Hörer aufgestoßen wird. Im nachfolgenden instrumentalen Zwischenspiel und der Chorfuge baut sich dieses ‚EINGANGSTOR IN SEINER WEITE‘ wieder auf. Ich fühle: da gehe ich als ‚mickriger Mensch’in Verlauf des Textes durch meinen Glauben hindurch-, werde aber großartig empfangen und ernstgenommen. Geht es Euch nicht manchmal auch so? Mancher Mensch muß sich bücken und verbiegen, wenn er in seinen Glauben eintreten will und sein Glaubensbekenntnis spricht. Bei der Bach’schen Bekenntnis-Interpretation spüre ich vom ersten Schritt und Ton an eine WEITE, die mich frei atmen läßt. Da sind gewiß Höhen und ganz tiefe Tiefen in meinem Glaubnen und in mir Zweifel, aber dennoch werde ich im ‚GROSSARTIGEN RAHMEN‘ empfangen. So hat Bach was ganz Wichtiges ausgedrückt!

    Furios folgen dann manche Chorsätze, wunderbare Ruhe strahlen auf mich so manche Arien aus. Z.B. die Bass-Arie ‚Quoniam tu solus sanctus‘ mit den drei Corno da caccia und zwei Fagotten-, eine Mischung die es niergendwo sonst gibt.

    An alle Bach-FreundINNEN eine erfüllte Woche

    wünscht

    Wolfgang

    P.S. Ich freue mich schon auf den Büchermarkt in Langenberg, wo ich hoffe, Claudia kennenzulernen. Wie man hört, sollen sich abends bei der Bach-Kantate in Gelsenkirchen einige blog-Teilnehmer treffen. Das wird dann wohl ein kleines Bach-Fest !!!

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  9. Volker

    Wer etwas Näheres zu der Restaurierung des Kaiserdoms von Königslutter in Wort und Bild erfahren möchte, sollte die NDR-Mediathek aufrufen. Den Link zu dem Beitrag füge ich nachstehend an.

    Link: http://www3.ndr.de/sendungen/niedersachsen_1930/videos/ndsmag4324.html

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    Des weiteren gibt es eine umfangreiche und ausführliche Einleitung zu dem Werk von J. S. Bach; BWV 232 der „H-Moll-Messe“ von den Anfängen und zur endgültigen Fassung von 1748 als PDF.

    Link: https://meinhardo.files.wordpress.com/2010/05/einfuhrung-in-das-bwv-232.pdf

    Gruss
    Volker

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  10. Volker

    Ich habe die von @Martin, dankenswerter Weise genannten Fotos aus Prag in einem nichtöffentlichen Picasa-Webalbum den Interessierten zusammengestellt.

    Hier der Link nachstehend:

    http://picasaweb.google.com/meinharderich/SirGardinerInPrag09052010JSBachBWV232HMollMesse?authkey=Gv1sRgCJ6Hy4qX6JSARg&feat=directlink
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    Die Rundfunkaufzeichnung war teilweise so überwältigend gut gelungen und werde noch gesondert dazu Stellung beziehen, Danke @Barbara, für deinen Player-Tipp, endlich einmal eine ungetrübte Aufzeichnung,,,!!

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    Auf YouTube gibt es zu dem Prager-Konzert ein Video von der Probe.

    Link zu YouTube nachstehend:

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    Ein amateurhaftes Interview mit Gardiner zum Dortmund-Konzert:

    Link: http://www.stimberg-zeitung.de/nachrichten/region/dortmund/kultur/Sir-John-Eliot-Gardiner-in-Reinoldikirche;art1402,199473

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    Viel Spass und Grüsse
    Volker

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  11. Volker

    Auf die Schnelle eine Google-Übersetzung THE TIMES-London vom 13.5.2010:

    In der gestrigen Ausgabe von The Times, dem Monteverdi Choir und den English Baroque Soloists von John Eliot Gardiner durchgeführt erhielt eine Vier-Sterne-Prüfung ihrer aktuellen Performance der h-moll-Messe Bachs am Brighton Dome. Für diejenigen unter Ihnen, die nicht über die Möglichkeit zur Abholung Ihrer Kopie der Zeitung gestern, hier ist der volle Beitrag:

    The Times ★ ★ ★ ★

    Es gibt nichts wie eine Kuppel für die Replikation von den Klängen der Trompeten Engel in den gestirnten Gewölbe des Himmels. In ihrer levitating Gloria und ihre Veränderung der Beringung Sanctus und deren Geläut Osannas, John Eliot Gardiner, dem Monteverdi Choir und den English Baroque Soloists gespielt, um die Stärken von Brighton Dome in einem der wenigen Leistung der h-Moll Bachs Messe.

    Dies war in vielerlei Hinsicht ein archetypische Leistung aus diesen Kräften: Stage-Management als raffiniert konstruiert, minutiös Zeit und makellos wie jede Phrase streng gegliederten gesteuert. Manchmal muss man einfach wollen, dass sie alle ihre Pobacken lockern und lassen ihre einfache, kostenlose rohen Menschheit, anstatt gewöhnlichen Formen der Stimme, die denen der Instrumentalisten.

    Die unentwirrbaren Geflecht im eröffnenden Kyrie war beeindruckend, aber ich gewünscht hätte, dass die ungenannten Mezzo Duett mit der Oboe in der Qui sedes könnte klang nur ein wenig mehr wie ein Mensch und weniger wie eine Klarinette (im wahren Stil der Zeit haben , jeder Solist ist aus dem Chor). Und, oh für die Eröffnung des mächtigen Ring aus Credo aus den Lungen von gemischten Menschheit, anstatt so kalkuliert klingt line-by-line-Registrierung Orgel.

    Aber diese Designer-Modell Bach, Monteverdi Choir, die perfektioniert haben, hat sicher seine Momente. Kati’s Debretzeni bukolischen Tanz Solo-Violine im Laudamus te und der Gesang der harzigen unbenannten Sopran 2 wird langen Aufenthalt in den Speicher.

    Wie wird Anneke Scott’s ausgelassenen Hornspiel, mit einem etwas weniger expansiven Bass-Solist in der Quoniam tu solus Sanctus. Das Gefühl von Bewegung im Stillstand von Gardiner’s Stimulation bei Et expecto resurrectionem erreicht verkörpert das Gefühl des Seins zwischen Sterblichkeit und Unsterblichkeit bereit, kräftig in dieser Aufführung gezaubert.

    Von Hilary Finch

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  12. Volker

    Eine weitere Rezension von der Halterner Zeitung vom 14.05.2010 zum Konzert in der Reinoldi Kirche in Dortmund:
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    „Sir Bach“ Gardiner mit h-Moll-Messe in Dortmund gefeiert
    Von Julia Gaß am 14. Mai 2010 15:05 Uhr

    DORTMUND Sir John Eliot Gardiner zeigte am Donnerstag in der Reinoldi-Kirche, dass er völlig zu Recht als der Bach-Experte schlechthin gilt. Seine h-Moll-Messe war ein Ereignis.

    Unter den Experten für historische Aufführungspraxis ist Sir John Eliot Gardiner der Bach-Spezialist und seine Einspielung der h-Moll-Messe ein Meilenstein. Am Donnerstag sorgte der 67-jährige Brite mit dem von ihm 1964 gegründeten ebenso legendären Monteverdi Choir und den English Baroque Soloists für den ersten Höhepunkt beim Dortmunder Musikfestival Klangvokal.

    Nur 30 Sängerinnen und Sänger brauchte Gardiner, um die große katholische Messe des Protestanten mit einer fulminanten Energie in den großen Kirchenraum von St. Reinoldi zu schleudern. Die Chorsänger waren zugleich die Solisten – und keine schlechten, wenngleich sie mit relativ kleinen, aber oft umso eindringlicheren Stimmen sangen. Wie der Tenor im Benedictus und die Altistin im Agnus Dei.

    Seinen Chor behandelte Gardiner wie ein Instrument, forderte in den rasanten Tempi in seiner gewaltigen Schluss-Stretta im Osanna von den Sängern virtuose Höchstleistungen, ließ sie gestochen scharf und auch lautmalerisch mit Zischlauten singen. Ein gewaltiges Vokalpanorama breitete der Sir am Pult da aus – bis auf die verschwommen italienisierte lateinische Aussprache der Briten war das perfekt. Das Orchester war dem Meisterchor ebenbürtig, brachte mit historischen Instrumenten viel Farbe in die Aufführung.

    Kraftvoll und vollgepackt mit ungeheurer Inbrunst war dieser Bach – ein Gardiner-Kosmos zwischen innigen, sehr zarten Klängen und mächtiger, fast opernhafter Dramatik. Wie im Gloria oder am Schluss. Dass diese h-Moll-Messe im Laufe der zwei Stunden so an Energie wachsen würde, hätte man in Gardiners, mit ruhiger Hand dirigiertem Kyrie noch nicht geglaubt.

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  13. C. Kleinhempel

    … und wer von der h-Moll-Messe noch nicht genug bekommen kann:
    am Pfingstmontag, 24. Mai 2010 wird sie in Chemnitz, in der Kreuzkirche, Henriettenstrasse 36 aufgeführt: Das Chemnitzer Barockorchester, Jana Reiner, Susanne Krumbiegel, Peter Diebschlag, Georg Streuber und Mathias Weichert und die Kantorei der Kreuzkirche Chemnitzer musizieren unter der Leitung des Kantors und Organisten der Kreuzkirche, Steffen Walther! Dieses Konzert ist das Abschlußkonzert des diesjährigen Sächsischen Mozartfestes und wird mit Sicherheit ein Höhepunkt in der kirchenmusikalischen Szene Sachsens darstellen.

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  14. Volker

    Ich stelle hier einmal Rezensionen von dem Frankfurter Konzert in der Alten Oper vom 14. Mai 2010 zur Verfügung. Es muss eine überragende Veranstaltung gewesen sein, die Kritiker sind des Lobes voll und geben Sir Gardiner entsprechende Bestnoten…!!

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    Eine Rezension vom Konzert in Frankfurt, Alte Oper am 14. Mai 2010 von der FRANKFURTER NEUE PRESSE vom 17. Mai 2010

    Demütige Verbeugung vor dem gewaltigen Werk
    Von Rudolf Jöckle

    Bachs h-Moll-Messe, die «Hohe» genannt, führten Sir John Eliot Gardiner und seine Ensembles – Monteverdi Choir, English Baroque Soloists – bei den Frankfurter Bachkonzerten in der Alten Oper auf.

    Ein einzigartiges Finale. Mit dem Schlussakkord des «Dona nobis pacem» breitete Gardiner weit seine Arme aus. Er verharrte still, mit ihm Chor und Instrumentalisten, die Stille auch beim Publikum beschwörend: Dank für den Schöpfer dieses gewaltigen Werks, wohl auch eine Geste der Demut vor dem heiligen Text mit seiner finalen Friedensbitte. Dann brach der Beifall aus. Die Alte Oper hatte eine Sternstunde erlebt.

    In der Tat hat man die «Hohe Messe» noch nie so zwingend gehört, mit solch emotionaler Dichte erlebt. Und auch in den brillanten, hochvirtuosen Momenten wie sie wohl nur Gardiner und seine Teams scheinbar mühelos präzise bewältigen, haben auch die Partien der Hoffnung, der seligen Erfüllung nie ihre Präsenz verloren. Selbst in ihnen spürt man die unverlierbare Vitalität, die Chor und Orchester besitzen, bestimmt von rhythmischer Brillanz und makelloser Artikulation – nicht nur dramatische Grösse also, sondern eine schier berstende Innenspannung, beide freilich stets Diener einer bestechenden Textausdeutung.

    Der überwältigende Eindruck der Geschlossenheit wird dabei bekräftigt durch das Spiel des Orchesters mit seinem «alten» Instrumentarium, auch durch die glänzenden Solisten, die ja Mitglieder des Chores sind. Sir John Eliot Gardiner aber war der Garant, dass Größe, Inbrunst und Trost des Messtextes stets gegenwärtig blieben.
    _____________________________________

    Frankfurter Rundschau-Auszüge vom 17.5.2010

    Link zum ganzen Artikel:
    http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=2651824

    Alte Oper Frankfurt
    Ein großes Fest – ganz ohne Staub
    VON TIM GORBAUCH

    Wer die Musik Bachs nur als ernst und protestantisch begreife, als reine Wissenschaft im Dienste Gottes, der, sagt John Eliot Gardiner, verstehe nur einen Teil von ihr. Er hält andere Begriffe dagegen, Ekstase und Euphorie, Freude und Leidenschaft etwa. Bach, erklärt er, müsse tanzen, bis man den Staub aus den Perücken der Kirchenräte fallen höre und der Mensch darunter sichtbar werde.

    In solchen Worten spürt man den revolutionären Furor der Originalklangbewegung, deren Vorreiter Gardiner war. Längst ist sie etabliert, wie Gardiner auch, vor Jahren schon hat ihn die Queen zum Ritter geschlagen. Und Gardiner ist in Teilen auch weicher geworden, sanfter, lockerer, altersweise sozusagen, gerade zu Beginn, im Kyrie der h-moll-Messe, das er als großen Bogen denkt und das im Vergleich zu seiner frühen Studio-Aufnahme ohne große Kanten auskommt. Und doch: Der Mensch unter den Perücken ist in Gardiners Blickpunkt geblieben.
    Copyright © FR-online.de 2010
    ———————————-

    Eine weitere Rezension kann unter dem nachstehenden Link aufgerufen werden.
    Link:
    http://www.op-online.de/nachrichten/kultur/musikalischer-intensivkurs-glauben-765082.html

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    ECHO online: 17. Mai 2010 | Von Christian Knatz
    Das Allerheiligste

    Alte Oper Frankfurt: John Eliot Gardiner macht Bachs h-Moll-Messe zu seinem Meisterwerk
    FRANKFURT.

    Link:
    http://www.echo-online.de/freizeit/kunstkultur/musik/Das-Allerheiligste;art641,889065
    ————————————

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    Antwort
  15. Georg Hammann

    ich habe das Konzert in Königslutter miterleben können, leider aber von der Übertragung auf NDR Kultur nichts mitbekommen. Wo kann ich das noch einmal hören ? Hat jemand eine Idee ? Hätte ich unwahrscheinlich gerne …

    Georg Hammann

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