Neuerscheinung von Peter Williams – J.S.Bach, Ein Leben in der Musik

Wolfgang sagt:

Liebe Bach-Freunde, lieber Volker!

Da bin ich ermutigt worden, über ein relativ neues Bach-Buch für Euch etwas zu schreiben, das im Rahmen der Leipziger Buch-Messe am 14.3.09 in der Thomaskirche vorgestellt wurde.

Peter Williams, J.S.Bach, Ein Leben in der Musik, Osburg-Verlag, Ratzeburg 2008; 575 Seiten, € 29,90.

Autor: Peter Williams "J.S. Bach Ein leben in der Musik"

 

 

Zuerst staunte ich über den Schutzumschlag! Ein neues, bisher unbekanntes Bach-Bild? Da saß ein Cembalist mit weißer Perücke inmitten seiner Bewunderer. Ich blätterte in den Quellenangaben im Buch-, vorne – hinten. Niergendwo ein Verweis über das Bild. Ich fragte den Verleger. Keiner konnte Auskunft geben. Ein großes verlegerisches Versehen wurde anscheinend an diesem Abend erst als Versäumnis bemerkt.

So war ich ein bißchen reserviert eingestellt und ließ die Veranstaltung auf mich zukommen. Zur Rezitatorin im Altarraum gesellte sich an der Bach-Orgel der Ratzeburger Domorganist. In mehreren Stationen las eine angenehme Stimme entlang wichtigen Lebensstationen von Bach. Dabei ging sie aus vom Nekrolog auf Bach, der 1754 von Forkel verfasst wurde. Eingerahmt von passenden Orgelstücken entfaltete sich allmählich ein stimmungsvoller Bach-Abend unter dem Netzgewölbe zu St.Thomas. Das was Forkel erwähnt, wollte der Autor Williams in seiner Bedeutung für Bach’s Lebensweg ausloten.

So greift der Autor zunächst die ‘Mondschein-Anekdote’ des Kindes Sebastian auf: Kindliche Neugier. Die jugendliche Orgelwanderung: jugendlicher Drang nach Bildung. Die Familie: Fürsorge und Verantwortung. Die vergebliche Bewerbung in Hamburg: Pokern um Mehr. Des alten Bach’s Treffen mit dem ‘jungen Fritz’-, König in Potsdam.

Mit solchen von Forkel für wichtig gehaltenen Lebensstationen versucht der Autor die inneren Antriebskräfte Bach’s freizulegen. Dies sollte kein musik-wissenschaftlicher Bach sein, der da vor den Augen der Hörer entstand. Eher soll im Buch ein emotional bewegendes Bild auf immerhin 575 Seiten von Bach gezeichnet werden. Der Autor Williams gilt als praktizierend anerkannter Bach-Spezialist. Gekauft habe ich das Buch aber nicht.

Die wichtigste Frage bleibt für mich der Schutzumschlag und das nicht identifizierte Musiker-Bild. Es suggeriert ja dem Leser den Eindruck: da seht ihr einen unbekannten Bach!

Doch wer ist es?

Vielleicht können die Freunde im Forum das mal rauskriegen. Das Buch wird bei Amazon oder buecher.de angeboten.

Gruß

@Wolfgang

P.S.

Buch-Bestellung über amazon-Partner:

Link: http://astore.amazon.de/blogdiskubach-21/detail/3940731080

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5 Gedanken zu „Neuerscheinung von Peter Williams – J.S.Bach, Ein Leben in der Musik

  1. Volker

    Lieber @Wolfgang,

    dein so inhaltsreicher und toll verfasster Kommentar ist es einfach nicht wert, dass er dort schlummert, ich hoffe Du bist damit einverstanden, dass ich davon einen eigenen Thread verfasst habe. Damit erreichen wir mehr Publikum bzw Interessenten für die Literatur über „Klassische Musik“.

    Ich werde einmal schau’n, was man über den ominösen Schutzumschlag und dem unbekannten Bach-Bild am Cembalo herausfinden kann. Mir kommt es so vor, dass es ein modernes Bild darstellt, da müsste doch der Urheber (Maler) herauszufinden sein.

    Sonntägliche Grüße

    Volker

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    Antwort
  2. Wolfgang Adam

    Lieber Volker!

    Bin voll einverstanden, wie Du meinen Beitrag ‚versorgt‘ hast.

    Heute singen wir von dem alten Prof.Koch (KMH Herford) eine Johannes-Kantate. Zuvor muß ich aber noch schnell die Johannes-Kantaten von Bach hören.

    Gruß

    @Wolfgang

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    Antwort
  3. Alexander

    Hallo allerseits, keine Ahnung, in welche Richtung das Bild geht. Ein Wissenschaftler kann anhand von Kleidung, Bildstil etc. bestimmt Zeit und Ort bestimmen … Habe vergeblich versucht, ein solches Bild unter dem Namen Telemann zu ergoogeln. Die Cover-Ideen gehen manchmal seltsame Wege. Ich finde die Covers der SDG-Reihe z. B. gut, sie reißen die Aufnahmen aus dem üblichen Bestimmungs-Käfig („für Theologen, für Kirchenmusiker, für Bach-Gläubige, für Aufführungspraktiker, für Alte, für, für …“) und räumen mit romantischen und lokalen Konventionen auf in der Einspielung. Aber zurück zum Buch: mich hätte schon interessiert, ob da ein Buch entstanden ist, dass mehr bringt als nur Kompositionsdaten und Verträge, vor allem, ob auch ein emotionales Bild gezeichnet wurde. Also, wenn jemand es gelesen hat … Alex

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    Antwort
  4. Michael Vonau

    Hallo Wolfgang,

    nur weil ich gerade über ihren Blog gestolpert bin und mich die Antwort selbst interessiert hat: Das Bild auf Peter Williams Bach-Biografie hat absolut nichts mit dem Komponisten zu tun, sondern ist vom Maler Martin van Meytens (1695-1770), ist 1763 gemalt und heißt: „Diner bei der Hochzeit Josephs II. mit Isabella von Parma“ (10. Okt. 1760)und hängt in Wien, Schloss Schönbrunn. Wer die Musiker sind, weiß ich leider auch nicht.

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    Antwort
  5. Volker

    @Michael, danke für deinen Hinweis auf Wien, das war für mich schon eine Fährte, die nach zu verfolgen und konnte Weiteres dazu in Erfahrung bringen. @Wolfgang, dort wirst Du mit deinen Anfragen fündig..!!
    Auf der Webseite heisst es im Nachhinein wie folgt:

    „Auch die folgenden Tage waren von Festlichkeiten geprägt, wobei die Darstellung einer musikalischen Serenade ein besonderes Detail aufzuweisen hat: In der Menge der Zuschauer erkennt man den kleinen Wolfgang Amadeus M o z a r t .“

    Zu sehen ist diese Bilderserie im Zeremoniensaal im Schloss Schönbrunn.
    Link: http://text.habsburger.net/module/ein-hochzeitsalbum-2013-die-hochzeit-josephs-ii-mit-isabella-von-parma

    Grüße Volker

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