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Archiv für die Kategorie ‘St. Michaelis Hildesheim’

In der Basilika St. Michelis Hildesheim erklang die Matthäuspassion – BWV 244

Basilika St. Michael Hildesheim Liebe Bach-FreundINNEN!

.Sonntag, 11. März 2012, 17 Uhr

.St.-Michaelis-Kirche Hildesheim

.JOHANN SEBASTIAN BACH

.MATTHÄUS-PASSION BWV 244

………………..Solisten:

Karin Gyllenhammar · Stefan Görgner
Hugo Oliveira · Georg Gädker
Kantorei St. Michael · Bach-Orchester Hannover mit historischen Instrumenten
Leitung: Hans-Joachim Rolf

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Da saß ich endlich in der mächtigen Basilika St.Michael und es war wie ein Brausen des Meeres, was da auf mich zurollte. Diesmal wollte ich das Hören der Matthäus-Passion mit dem Raumerlebnis der Basilika und der berühmten Holzdecke über mir verbinden. Da ich vieles nur schemenhaft erkennen konnte, bleibe ich in meinen Konzerteindrücken auch dabei, dass Nebensächlichkeiten weniger interessieren (Namen, Akzente, Visuelles etc) und mir wichtig war, was hinten für mich ankam.

Basilika St. Michaelis in Hildesheim

Zuerst die Chorkleidung: die SängerINNEN trugen violette Chormäntel! Dann die Kinder: Ein Kinderchor (auch violett gekleidet) vertrat das Jungsein. Junge Menschen sangen den Cantus firmus und setzten so ‘eine feste Lied-Mauer’ vor das traurige Klagemeer des     Eingangschores. Damit war von Anfang an klar:

Chor der Kantorei St. Michaelis Hildesheim

Bei Bach versinkst DU nicht in Melancholie und Dösen.

Ich will es nochmal verdeutlichen: Cantus firmus! Anfang bei Bach heißt Aufzeigen der ‘ERLÖSENDEN RETTUNG’ …. Du brauchst nicht verzagen. So die lang gehaltenen Noten und der stimmige Text. Drei Stunden zieht sich das Drama, doch immer wieder zwischen den Zeilen gibt es Rettungs-Choräle und sogar muntere Tanzweisen (vgl. im Besonderen die Alt-Arie: ‘… Jesus hat die Hand, uns zu fassen ausgespannt …. ihr verlassnen Küchlein, ihr’ !!).

So war ich bei Bach mitten in einem Gemälde über das WELTGETÜMMEL, dem Menschen ausgesetzt sind. Als Mann und Frau, in ihrem Jungsein und Altsein. Das war dann eine großartigen Trauerabeit-, in der Schmerz, Grausamkeit, Liebe, Unruhe, Verrat, Sterblichkeit, Sünde, Gehässigkeit und Hoffnung und endlich auch melancholische Zufriedenheit ausgebreitet werden.

Wenn man so die Matthäus-Passion als ein ‘auf mich zurollendes menschliches Drama’ versteht, kommt man sich und seine oft kleinliche Konzertkritik ziemlich mickrig vor.

 Geradezu lachhaft kamen mir dann auch so gewisse Verschiebungen vor, die sich Kantoren heute im Gefecht mit modernistischen Konzerterfordernissen leisten. So z.B. das Ersetzten der ‘bedächtigen und nachdenklichen Stimme Alt’ durch einen schrillen und nervenden Altus. Damit wird durchkreuzt, dass Bach das ganze menschliche Leben in seiner kreatürlichen Dualität ansprechen will. Einem Altus fehlt auch in der 24.Reihe gehört die Wärme und Überzeugungskraft der ‘nachdenklichen Seele’, die immer wieder in das Geschehen eingreift.

Das Geschehen selbst wurde von dem deutlichen und souveränen Evangelisten angeleitet, die volltönende und hoheitsvolle Christus-Stimme überzeugte mich auch, und der Pontius, Petrus, der reuige Judas und die beiden Mägde ordneten sich wunderbar ein.

All dieses aufgeregte WELTGETÜMMEL kommt ja dann spätestens ab dem Chor ‘Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen’ zur abgeklärten Ruhe. Nur zwei Takte dauert dieser Chor-, doch da bricht ein Sonnenstrahl in das Dunkel und die zwei Chöre vereinigen sich. . Der Kantor schaffte es auch, die gewaltigen Klangmasse dieser zwei Takte als Hoffnungsstrahl zu gestalten.

Was dann in der Passion noch folgt, war voller Ruhe, Naturstimmung. Ein kühler Abend für Adam’s Fallen und das Wiederkommen der Taube und Dankbarkeit.

Atemlose Stille breitete sich am Schluß aus. Und ich holte meinen Rucksack unterm Stuhl hervor und musste leider als erster die Michaels-Basilika verlassen, da ich meinen Zug kriegen musste.

Doch in den 3 Stunden Drama hatte sich auch bei mir genug Energie angestaut, so dass ich mit frischer Kraft rechtzeitig zum Bahnhof gelangte.

Viele Grüße

Adamo

Alessandro Scarlatti: Marienvesper am 27.8.2011 in St. Michaelis – Hildesheim

St.Michaelis Hildesheim

Liebe Barock-Freunde!

Auf zwei besondere Vocal-Konzerte möchte ich für Hildesheim hinweisen!

Samstag, 27. August 2011 um 20 Uhr in St. Michaelis

Chorkonzert Vokalsolistenensemble „Gli Scarlattisti“
Leitung: Jochen M. Arnold

Alessandro Scarlatti: Marienvesper (1660-1725)

Leitung: Andreas Hammerschmidt:

Psalmvertonungen und Magnificat

Preiskategorie III

Vorverkauf: Andreasbuchhandlung in Hildesheim, Schuhstr. 24, Phon: 05121 / 33 101

und  Online: www.reservix.de

Preiskategorien:
I:  10 € (erm.   7 €)
II:  12 € (erm.   8 €)
III:  15 € (erm.  10 €)

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Vorab ist ein weiteres Konzert in St. Michaelis zu hören:

Donnerstag, 18. August 2011, 20 Uhr
„O quam Pulchra es“ Ensemble Marescotti
Werke von Monteverdi, Schütz u.a.
Eintrittspreise: 15 EUR (erm. 10 EUR)

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Alessandro Scarlatti (1660-1725)

Alessandro Scarlatti: Marienvesper:

Pietro Alessandro Gaspare Scarlatti (* 2. Mai 1660 in Sizilien (entweder Trapani oder Palermo); † 24. Oktober 1725 in Neapel) war ein Komponist des Barock mit vielfältigem Oeuvre und gilt als Erneuerer der Barockmusik. Er war Vater von neun Söhnen, darunter die ebenfalls als Komponisten bekannt gewordenen “Domenico Scarlatti” und “Pietro Filippo Scarlatti.”

Das Material zum diesem einzigartigem Einblick in die Welt des Barocks, wie die “Marienvesper” es bietet, vereint Kompositionen, die im neuen und alten Kompositionsstil der Zeit gehalten sind. Dabei ist Scarlatti ein Meister darin, den Psalmtexten des alten Testamentes ein ausdrucksstarkes musikalisches Gewand zu verleihen. Als berühmter Opernkomponist der Zeit verstand Scarlatti es besonders, einfühlsam und tonmalerisch den Psalmtexten nachzuspüren. Arien, Kanons und Ansätze der Doppelchörigkeit prägen das Werk.

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Herzliche Grüße

Volker

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