Ein wenig spät, aber das folgende Konzert ist noch bis zum 16.6. bei BBC Radio3 zu hören.
9.6.
und die folgenden 7 Tage
BBC
18:00-20:40 (19:00-21:40) ! aber : Dauer 4 Stunden
Verdi’s Rigoletto
Duration: 4 hours
Verdi’s Rigoletto
Presented by Louise Fryer
Duke Of Mantua…..Vittorio Grigolo (Tenor)
Rigoletto…..Dimitri Platanias (Baritone)
Gilda…..Ekaterina Siurina (Soprano)
Maddalena…..Christine Rice (Mezzo-Soprano)
Sparafucile…..Matthew Rose (Bass)
Giovanna…..Elizabeth Sikora (Mezzo-Soprano)
Monterone…..Gianfranco Montresor (Baritone)
Marullo…..Zheng Zhou (Baritone)
Borsa…..Pablo Bemsch (Tenor)
Count Ceprano…..Jihoon Kim (Bass Baritone)
Countess Ceprano…..Susana Gaspar (Soprano)
Usher…..Nigel Cliffe (Tenor)
Page…..Andrea Hazell (Mezzo-Soprano)
Orchestra and Chorus of the Royal Opera
Conductor…..John Eliot Gardiner
Verdi’s tragic and provocative tale of the cynical court jester who, against his better nature, wreaks havoc with the lives of thers. But then the tables are turned and he’s doomed to bring about the death of the one person he holds most dear – his daughter Gilda. In this revival of David McVicar’s production for the Royal Opera House, Covent Garden, conducted by Sir John Eliot Gardiner, Dimitri Platanias is the hunchback jester, Ekaterina Siurina his daughter Gilda, and Vittorio Grigolo the handsome, amoral Duke who poses as a penniless student to gain Gilda’s love.
Figaro im Konzert – live
Bachfest Leipzig
Uraufführungen der Auftragswerke des Thomanerchores anlässlich des Jubiläums “800 Jahre THOMANA”
Georg Christoph Biller: St.-Thomas-Ostermusik
Johann Sebastian Bach: “Lobet Gott in seinen Reichen”, Kantate BWV 11
Hans Werner Henze: “An den Wind”, Chorstück zu Pfingsten für gemischten Chor und Instrumente
Solisten des Thomanerchores (Sopran, Alt), Martin Lattke, Tenor; Frank Ozimek, Bariton
Ensemble amarcord, Thomanerchor Leipzig, Gewandhausorchester Leipzig,
Leitung: Georg Christoph Biller
LIVE-Übertragung aus der Thomaskirche Leipzig
Beinahe jede Woche eine Uraufführung: Mit diesem Anspruch trat Johann Sebastian Bach 1723 sein neues Amt als Leipziger Thomaskantor an und komponierte in den ersten drei Jahren seines Dienstes für fast jeden Sonn- und Feiertag (außerhalb der Advents- und Fastenzeit) eine neue Kantate. Auch andere Thomaskantoren vor und nach Bach sowie weitere Komponisten der jeweiligen Epochen schufen Werke für den berühmten Knabenchor, der damit immer wieder Uraufführungen realisierte. An diese Tradition wird im Jubiläumsjahr 2012 angeknüpft, indem fünf herausragende Komponisten unserer Zeit mit Festmusiken für den Thomanerchor beauftragt wurden. Die Werke sind an fünf Festen des Kirchenjahres (Epiphanias, Ostern, Pfingsten, Reformationsfest, Weihnachten) in der Thomaskirche zu hören – und zwei davon exklusiv in einem Konzert vereint im Rahmen des Bachfestes.
15.6.
MDR Figaro
20:05-22:00
Figaro im Konzert – live
Gewandhausorchester Leipzig
Leitung: Stefan Asbury
Johann Sebastian Bach:
Goldberg-Variationen BWV 988 (Bearbeitung für Orchester von Jochen Neurath)
(Live-Übertragung aus dem Gewandhaus Leipzig – Ausstrahlung in Stereo und Surround)
Dkultur
20:03-22:00
Musikfestspiele Potsdam Sanssouci 2012
Live aus der Friedenskirche Potsdam
Johann Christian Bach:
Symphonie g-Moll op. 6/VI
Sextett C-Dur op. 3
Carl Friedrich Abel: Frena le belle lagrime‹, Arie aus dem Pasticcio ›Sifari‹
ca. 20.50 Konzertpause mit Nachrichten
Joseph Haydn: Sinfonia concertante B-Dur Hob. I:105
Thomas Augustine Arne: ›A soldier tired‹, Arie aus der Oper ›Artaxerxes‹
Georg Friedrich Händel:Concerto grosso G-Dur op. 6/I
Weiterhin stelle ich für jeden Sonntag / Feiertag im Kirchenjahr für die Besucher von
„Volkers Klassikseiten J.S. Bach“
eine Hör- oder Sehprobe und eine „Bach-Kantaten-Beschreibung“ für den entsprechenden Sonntag-Feiertag im Kirchenjahr zur Verfügung.
Am 10.06.2012
begehen wir den
1. Sonntag nach Trinitatis“
Der 1. Sonntag nach Trinitatis hat die Apostel und Propheten zum Thema. Gott sendet und wählt einzelne Personen, die er mit einem Auftrag ausstattet. Diese Personen sollen Gottes Botschaft weitertragen. Oft ist diese nicht einfach, sondern anstössig, so dass die Personen immer wieder auf Widerstand stoßen. Dennoch oder eher gerade deswegen gehören Apostel und Propheten zum Gesamtbild des christlichen Glaubens, denn sie helfen, sich auf Gottes Willen zu besinnen. Allerdings muss man sich hüten vor “falschen Propheten”, die den Glauben an die Existenz solcher Menschen mißbrauchen und schamlos ausnutzen.
Am 1. Sonntag nach Trinitatis hören wir im Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus den Hinweis auf die Propheten, die die Lebenden zu hören nicht bereit waren und auch heute oft nicht bereit sind. Auch wir verschließen oft unsere Ohren vor den wahren Propheten und neigen sie gern falschen Propheten zu. Aber das Wort Gottes läßt nicht zu, dass wir gänzlich abirren, sondern holt uns zurück und stellt uns in seinen Dienst. So sind auch wir Gesandte (= Apostel) des Herrn.
Dieser Sonntag hat die Apostel und Propheten zum Thema. Apostel und Propheten, das sind Menschen, die Gott berufen hat, damit sie seine Werkzeuge werden. Das macht sie aber nicht zu besonderen Menschen. Sie sind vielmehr Vorbilder, die uns den Weg zeigen, den Gott für uns bereitet hat; es ist der gleiche Weg, den diese Apostel und Propheten vor uns gegangen sind. Es ist der Weg Gottes, es ist der Weg des Lebens.
Wochenspruch:
Christus spricht zu seinen Jüngern: Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich. (Lk 10, 16)
Wochenlied: Nun bitten wir den Heiligen Geist (EG 124)
St. Giles Cripplegate, London am 23 – 26.. Juni 2000
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Kantaten-Beschreibung: BWV 20 “O Ewigkeit, du Donnerwort“
Noch eindrucksvoller ist die ein Jahr später komponierte Kantate BWV 20“O Ewigkeit, du Donnerwort.” Konfrontiert mit dem verwirrenden und beunruhigenden Thema der Ewigkeit und vor allem der Ewigkeit der Hölle legt Bach ein Feuer an den Tag wie nie zuvor. Der Text erläutert das Paradoxon, dass wir nur auf unser Heil hinarbeiten können, indem wir uns mit dem Hier und Jetzt befassen. Johann Rists Choral von 1642, der insgesamt sechzehn Strophen enthält, ist hier auf zwölf verkürzt, von denen drei wörtlich beibehalten, die übrigen paraphrasiert werden. Das Werk eröffnet Bachs zweiten Jahrgang mit Kantaten, in deren Mittelpunkt ein Kirchenlied steht; das bedeutet eine radikale Veränderung, nicht nur des musikalischen Stils, sondern auch des theologischen Gewichts, das sich nun von der göttlichen Vergebung und Liebe, die in der Epistel angesprochen wird, auf die andere Seite verlagert und die Strenge des göttlichen Gerichts hervorhebt. Furcht – und nicht mehr Trost – ist jetzt das Thema, die Aussicht auf eine Ewigkeit voller Schmerz und Leiden soll den Menschen anspornen, seine Seele zu retten (Nr. 6), da noch in dieser Nacht der Sarg vor die Tür gebracht werden könnte (Nr. 9). Entnimmt Bach sein Stichwort den Apostelbriefen – ‚auf dass wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts’?
BWV 20 beginnt mit einer kunstvoll gearbeiteten Choralfantasie, die in der Form einer französischen Ouvertüre angelegt ist. Drei Oboen wenden sich gegen die Streicher – beide Gruppen arbeiten eine Taktlänge Sechzehntel heraus, die den Schrecken andeuten, der das Herz bis zum Hals schlagen lässt. Der Cantus firmus ‚O Ewigkeit’ mit aufsteigender Melodie, von der martialischen Tromba da tirarsi verdoppelt, trägt die drei tieferen Stimmen zu einem hohen F hinauf, bevor diese im doppelt punktierten Vortrag der Instrumente zersplittern (‚du Donnerwort’). Im Vivace vereinen sich Oboen und Streicher zu einer Doppelfuge, deren zweite chromatisch absteigt, wie es der Text nahe legt: ‚Ich weiß vor großer Traurigkeit / nicht, wo ich mich hinwende’. Die tieferen Stimmen sind jetzt weiter von der Melodie entfernt, die einige mächtige Gegenakzente aufweist und die Bässe in einer heftig ausladenden Bewegung bei dem Wort ‚Traurigkeit’ nach oben hebt. Unvermittelt kommt das Orchester auf einer verminderten Septime zum Stillstand. Aus der dramatischen Stille heraus werden knappe, Entsetzen erregende Fetzen von den Oboen zu den Streichern und zurück geschleudert, bis schließlich der Chor wieder einsetzt: ‚Mein ganz erschrocken Herz erbebt, / dass mir die Zung am Gaumen klebt’. Der in Fetzen zerrissene Vortrag kennt keine Kompromisse und lässt der Hoffnung keinen Raum. Wir scheinen ungefähr achtzig Jahre vorwärts geschleudert zu werden, in die Welt Beethovens.
Der Tenor setzt die qualvolle Stimmung fort (Nr. 2 und 3) – ‚Ja,
wie selbst Jesus spricht, / aus ihr ist kein Erlösung nicht’ – und führt die
Angst, die Pein und das angesichts der Höllenqual bebende Herz mit gewaltiger Kraft vor Augen.
Bach verwendet als thematisches Material ein buntes Arsenal: lange Noten und sich wellenförmig bewegende Achtel, die auf die Ewigkeit hindeuten, Appoggiaturen, die sich kettenartig über gewundene Figurationen erstrecken und die Angst erkennen lassen, wilde Läufe für die ‚Flammen, die auf ewig brennen’, aufgerissene Fetzen, chromatisch und synkopiert, für das bebende Herz. Jähe Pausen am Phrasenende betonen den Eindruck von Zerrissenheit und Schrecken. Doch diese ausschweifende dramatische Metaphorik ist völlig nahtlos in das Gesamtkonzept integriert.
Der Bass-Solist steigt für Rezitativ und Arie (Nr. 4 und 5) wieder hinauf in seine Kanzel – in unserer Aufführung im wahrsten Sinne des Wortes, da Dietrich Henschel von seinem Platz in der letzten Reihe des Chores mit entschlossenen Schritten auf sein Ziel zusteuerte –, um ein weiteres Mal über das Grauen nachzusinnen, das ‚tausend Millionen Jahr / mit allen Teufeln’ bereithalten. Plötzlich sind wir in der Welt der Opera buffa – besser gesagt, in einer Welt der Enten, davon drei (Oboen) und ein Fagott, die in liebenswürdigem Einvernehmen schnatternd seiner Feststellung ‚Gott ist gerecht’ zustimmen. Die Stimmung scheint entsetzlich aus den Fugen geraten. Haben uns Feuer und Schwefel bislang an der Nase herumgeführt? Oder war das eine List, in der Absicht ersonnen, die Düsternis zu vertreiben – wie bei der Entlüftung eines Heizkörpers, der unter zu hohem Druck steht – und der inzwischen übel zugerichteten Christenseele einen Schimmer Hoffnung zu geben? Dietrich Henschel meinte, Bach wolle hier betonen, dass es wirklich ‚kein Problem’ gebe: Der Gläubige brauche bloß Gott zu vertrauen. Wir könnten fast sehen, wie er sich in seinem Sessel zurücklehnt, seine Lieblingspfeife schmaucht und zufrieden Rauchringe vor sich hin bläst. Indessen lässt sich nur kurze Zeit erleichtert aufatmen. Die sonderbare Fortsetzung, eine Aria (Nr. 6) im Dreiertakt für Alt und Streicher, ‚O Mensch, errette deine Seele’, wird mit einer verstiegenen rhythmischen Verlagerung präsentiert, die zweifellos ‚Satans Sklaverei’ symbolisiert – regelmäßige 3/4-Takte wechseln mit einzelnen oder doppelten Hemiolen. Auf eine noch befremdlichere Weise lässt Bach die zweite Phrase des Sängers nur vom Orchester wiederholen – ein ‚Nachspiel’ mit schweigendem Sänger, dreiundzwanzig Takte lang von insgesamt vierundsechzig. Eine pessimistische, wenn nicht gar alle Hoffnung verneinende Strophe des Chors (Nr. 7) beschließt den ersten Teil: ‚Solang ein Gott im Himmel lebt…, wird solche Marter währen’.
Welchen Text hat der Pfarrer für seine Predigt verwendet? Vielleicht den Aufruf an die verlorenen Schafe, aus dem Sündenschlaf zu erwachen, der das Thema der wundervollen Bassarie in C-dur für Trompete und Streicher (Nr. 8) ist und den zweiten Teil einleitet, Bachs Antwort auf Händels Ruf ‚The trumpet shall sound’ aus dem Messias. Die Arie ist für Sänger und Trompeter gleichermaßen strapaziös, verlangt technische Sicherheit und einen dramatischen Vortrag.
Der Altsolist versteigt sich nun in eine bedrohliche Tirade gegen die Welt der Sinneslust, die zu einem Duett zwischen Alt und Tenor nur mit Continuo (Nr. 10) überleitet, das aus Abfolgen von sechs Akkorden über einer zerfahrenen Linie aus Achtelnoten besteht und in seiner spannungsvollen Dichte bereits auf Verdi hindeutet. Die parallelen Terzen und Sexten in den Gesangsstimmen weichen zunächst imitierenden und antwortenden Phrasen, dann einer üppigen und gequälten Chromatik, wenn sie den blubbernden Strom und das ‚Tröpflein Wasser’ schildern, das dem dürstenden Reichen verwehrt wird. Die Stimmen vereinen sich zu einem letzten Ruf nach dem verbotenen Wasser, der Continuo spielt verstohlen ein letztes Stückchen des Ritornells, dann… Düsternis… Überblende. Unvergleichlich! Erst der abschließende Choral (Nr. 11), der diesmal mit der inständigen Bitte an Gott endet, von den Qualen des Lebens, den Versuchungen und dem schaurigen Gespenst der Ewigkeit befreit zu werden, bringt in diese technicolorgetönte Kantate einen Schimmer Hoffnung.
Masaaki Suzuki erhält Bach-Medaille der Stadt Leipzig 2012
Die Bach-Medaille 2012 der Stadt Leipzig wird am Freitag (8. Juni 2012) an den japanischen Dirigenten und Organisten Masaaki Suzuki verliehen. Suzuki habe sich in seiner Heimat Japan als Organist, Cembalist und Dirigent insbesondere um die Verbreitung des Werkes von Johann Sebastian Bach verdient gemacht, begründete die Jury ihre Entscheidung, wie das Bach-Archiv Leipzig mitteilte. Er habe “ein Bewusstsein für eine wissenschaftlich und historisch orientierte Aufführungspraxis im seit jeher in Japan sehr geschätzten Repertoire Bachs geschaffen”.