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Archiv für Mai 2010

Label Soli Deo Gloria – Neuveröffentlichung CD SDG 168 Vol. 11 im Juni 2010

31. Mai 2010 1 Kommentar
Sir John Eliot Gardiner, Monteverdi Choir, The English Baroque Soloists:
Kantaten zum zwanzigsten Sonntag nach Trinitatis
San Lorenzo, Genua

Cover: SDG 168 Vol. 11

Nachdem wir das nüchterne Wittenberg mit seinen feurigen Feiern zum Reformationsfest hinter uns gelassen hatten, während uns die Abschiedsworte des Pfarrers (‚Führen Sie die gute Tat in Rom fort!’) noch in den Ohren klangen, ging die Reise nach Italien – zuerst nach Genua und dann weiter nach Rom, wo Luthers Antichrist seinen Sitz hatte. Johannes Paul II. hatte unlängst zwei päpstliche Bullen veröffentlicht, eine, die jede Aufführung nicht-geistlicher Musik in den Kirchen verbot, und, als sich herausstellte, dass sich das nicht so genau definieren ließ, gleich eine zweite, die überhaupt alle Konzerte in Kirchen untersagte. Zum Glück gibt es immer noch ein paar ‚regimekritische’ katholische Priester und sogar Kardinäle, die der Musik zugetan und bereit sind, solch eine Vorschrift aufzuweichen – mit dem erfreulichen Ergebnis, dass wir zwei Konzerte geben durften, das eine in der Kathedrale San Lorenzo in Genua und das andere am folgenden Tag in der Basilika Santa Maria sopra Minerva in Rom.

Das Evangelium für den Zwanzigsten Sonntag nach Trinitatis, das Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl (Matthäus 22, 1–14), legt viele symbolische Bezüge nahe: auf die Seele als Braut, eine zurückzulegende Wegstrecke, Kleidung und Speise, zum Beispiel Jesus als ‚Brot des Lebens’. Bach schuf drei Vertonungen, die auf ihre Weise alle von dieser Symbolik geprägt sind und durch ihre Instrumentation, ihren Vokalsatz, ihren besonderen Klang oder eine Mischung aus allen drei Elementen eine jeweils andere Atmosphäre schaffen.

© John Eliot Gardiner
Auszug aus John Eliot Gardiner Notizen auf der Bach Cantata Pilgrimage

Entnommen aus Bach-Kantaten Band 11
Cat-Nummer: SDG168
Erscheinungstermin: 7. Juni 2010

Kantaten zum zwanzigsten Sonntag nach Trinitatis:
Ach! ich sehe, itzt, da ich zur Hochzeit gehe BWV 162
Ich geh und suche mit Verlangen BWV 49
Schmücke dich, o liebe Seele BWV 180

Kantaten für den Twenty-first Sonntag nach Trinitatis:
Ich Glaube, lieber Herr, hilf Meinem Unglauben! BWV 109
Aus tiefer Not schrei ich zu dir BWV 38
War Gott tut, ist wohlgetan Das I BWV 98
ICH HABE meine Zuversicht BWV 188

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SDG-CD Hörproben

SDG-CD  168 disc 1 –

5.  In meinem Gott bin ich erfreut! BWV 162
- no. 5 Aria (Duetto): Alto, Tenor
soloists: Sara Mingardo, Christoph Genz
Stream Audio
13.  Schmücke dich, o liebe Seele BWV 180
- no. 1 Coro (Choral)
Stream Audio
SDG 168 disc 2 -
7.  Aus tiefer Not schrei ich zu dir BWV 38
- no. 1 Coro (Choral)
Stream Audio
13.  Was Gott tut, das ist wohlgetan BWV 98
- no. 1 Coro (Choral)
Stream Audio

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Reisetagebuch von Sir Gardiner in deutsch:

Click here for a German Translation of the sleeve notes.

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Meinungen der Künstler-Solisten:

Link:  http://www.cantatafinder.com/hks/11_kuenstlerbeitrag.pdf

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CD zu beziehen über meine Partnerseite:

Link: http://blogjsbachcantatapilgrimage2000.blogspot.com/2008/01/cds-vom-label-sdg-monteverdi.html

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Album-Cover und Album-Informationen sind auf der Website von SDG veröffentlicht worden.

Grüsse
Volker

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RUHR2010 Teil XVIII: Folkwang-Museum Essen-das schönste Museum der Welt

29. Mai 2010 4 Kommentare

Folkwang Museum von der neuen Brücke aus gesehen

Heute habe ich mit einigen Interessierten die Ausstellung „Museum Folkwang bis 1933″ im Rahmen einer Führung besucht, die ich allerdings schon im März gebucht hatte, nachdem mich bei meinem ersten Besuch die Bilder der abstrakten Kunst mit ihren monochromen Flächen nicht vom Hocker gehauen hatten. Der spektakuläre Neubau des amerikanischen Star-Architekten David Chipperfield ist im Januar 2010 feierlich eingeweiht worden. Dieser wurde komplett von der Alfried Krupp zu Bohlen und Halbach-Stiftung finanziert (ich glaube 55 Mio., jede Menge Kohle).

Seine erste große Sonderausstellung zeigt das Museum Folkwang im Neubau von 20.März bis 25.Juli 2010. Sie ist der einzigartigen Geschichte der Folkwang-Sammlung und ihrer Entwicklung gewidmet.

Franz Marc - die roten Pferde

Im Mittelpunkt steht die Rekonstruktion der Sammlung, die von Karl Ernst Osthaus 1902 begründet und kurz nach seinem frühen Tod 1921 nach Essen gelangte und hier von Ernst Gosebruch zu einer Institution mit weltweiter Ausstrahlung weiterentwickelt wurde. Der Mitbegründer des Museum of Modern Art in New York, Paul J. Sachs, sagte bei einem Besuch in Essen 1932, das Folkwang sei „das schönste Museum der Welt“. Die Nationalsozialisten unterbrachen brutal die fortschrittliche Ankaufs- und Ausstellungspolitik des Museums und konfiszierten 1937 mehr als 1.400 Werke, die später legal verkauft wurden und heute zu den Meisterwerken großer Museen und Privatsammlungen im In- und Ausland gehören, darunter Gemälde von Kandinsky und Matisse, Kirchner und Marc, Munch und Beckmann.

Museum Folkwang

Den unterschiedlichen Epochen und Künstlern sind jeweils thematisch eigene Räume gewidmet. Was da alles an Größen der Moderne aufgefahren wird, ist beeindruckend. Selbst völlig fremdartig wirkende Masken aus dem asiatischen Raum, Figuren des Totenkults aus Ozeanien werden über eine Brücke gekonnt in den Kontext der Bilder der Expressionisten von unserer Kunsthistorikerin eingebunden. Es ist die Zeit der Kolonialisierung, die die europäischen Künstler, mit ihren bizarren, filigranen Figuren und neuen Kunstformen inspiriert. Höhepunkte sind für mich ganz klar der Raum, wo die Vertreter des „Blauen Reiter“ (beherrschendes Bild: Die roten Pferde) vertreten sind, der Altar von Emil Nolde über das Leben Jesu, die Bilder van Goghs und Gauguins, die den Besuch des neuen Museums Folkwang zu einem rauschenden Fest der Farbe und einem Gefühlskarussell machen.

Die Kunst-Experten

Da es heute am Samstag recht voll war, dass auch keine Zeit der intensiveren Betrachtung blieb, empfiehlt es sich, das Museum während der Woche oder der erweiterten Öffnungszeiten zu besuchen. Eine wirklich sehr sehenswerte Sammlung, wenn nicht sogar „Das schönste Museum der Welt“.

Contes Barbares - Paul Gauguin

Dienstags bis Freitag: 10-20 Uhr, Freitags 10-24 Uhr

Eintritt: Di-Fr 10 Euro, Sa/So 12 Euro

Museum Folkwang, Museumsplatz 1, 45128 Essen Tel: 0201-8845444

Für auswärtige Besucher fährt vom Essener HBF alle 15 min ein kostenloser Shuttlebus direkt zum Museum.

LINK: www.museum-folkwang.de

Ein anspruchsvoller Artikel über den Thomaner-Chor Leipzig und seine Nachwuchssorgen

24. Mai 2010 4 Kommentare

Es ist erfreulich, dass es noch seriöse Zeitungen gibt, die unvoreingenommen einen wirklich gut fundierten Artikel über den „Thomaner Chor“ Leipzig und seine Probleme darstellt.

Thomaner Chor im Alumnat Leipzig

Ich spreche von der Zeitung „DIE ZEIT“

Dieser Beitrag erschien am 3. Mai 2010 und berichtet in dem Artikel:

Entscheidung in der Villa Thomana

über das Problem: »Wir wollen nur die Besten, doch wegen der demografischen Entwicklung haben wir immer weniger Auswahl.«

Thomaner-Alumnat Leipzig

Zum gesamten Artikel über die Thomaner in „DIE ZEIT“ nachstehend.

Link: http://www.zeit.de/2010/18/S-Thomanerchor-Nachwuchs

In letzter Zeit wird in der pädagogischen Diskussion immer wieder betont, dass die Erziehung vor allem durch persönliche und gesellschaftliche Werte geprägt sein muss. Das chorische Zusammenleben der Thomaner erfüllt durch die Heranführung an eine strukturierte Tagesplanung, die lebendige Pflege des reichen musikalischen Erbes und einem sich entwickelnden Verantwortungsgefühl in der Gemeinschaft der Thomaner diesen Anspruch. Das Einhalten der gemeinsam erarbeiteten Hausordnung ist eine wichtige Bedingung für das Gefühl der Zusammengehörigkeit der Sänger unterschiedlichen Alters. Das gemeinsame Musizieren, Erarbeiten und Erleben der Musik schafft dabei eine zusätzliche Bande.

Eindrucksvolle Videos auf YouTube aus dem Jahr 1979 unterstreicht das tägliche Miteinander der Thomaner im Alumnat in Leipzig.

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In 2012 feiert der Thomaner Chor seinen 800. Geburtstag mit umfangreichen Festveranstaltungen.

PDF-Programm von 800 Jahre Thomana

Link zum Programm: http://www.thomana2012.de/800-jahre-thomana.pdf

forum thomanum

Thomaner-Alumnat Leipzig vor der Renovierung

Bis zum Jahr 2012 entsteht in Leipzig das forum thomanum – ein international ausgerichtetes Bildungszentrum bestehend aus einer Kindertagesstätte, einer Grundschule, einer internationalen Jugendmusikakademie und der Lutherkirche. Die Lutherkirche bildet das Zentrum des entstehenden Campus und ist zugleich Gottesdienststätte, Schulaula, Konzert-, Theater- und Aufnahmeraum.

Am 21. März 2012 geben die Thomaner erstmals ein Konzert in der Leipzig-ARENA.

• Die besten Chöre der Welt erweisen Leipzig die Ehre: Kings College Choir (Cambridge), St. Thomas Boys Choir (New York), Wiener Sängerknaben, Regensburger Domspatzen…..

Im September 2012 will die Thomasschule eine eigene Festwoche feiern und einen Monat später dann die Thomaskirche.

Link zum 800. Jubiläum:  http://www.thomana2012.de/

Link: Historie Thomaner:  http://www.forum-thomanum.de/geschichte.html

RUHR2010 Teil XVII: Das Kantaten-Highlight in der Christuskirche in GE-Buer-Nun danket alle Gott BWV 192

21. Mai 2010 2 Kommentare

Eines der bisher schönsten und musikalisch hochwertigsten Kantaten-Konzerte im Rahmen der Ruhr-Pilgrimage, konnten Wolfgang und ich am Sonntag, den 16.05.10 in der Christuskirche in Gelsenkirchen-Buer gemeinsam erleben. Das dies ausgerechnet zu unserem Treffen geschehen sollte, war warscheinlich von oben her bestimmt;-).

Auf Zollverein

Stilecht für Gelsenkirchen haben wir uns mit dem tiefer gelegten VW Jetta GT Baujahr ´87 auf breiten Schlappen und mit röhrendem Auspuff von Langenberg in Richtung Norden aufgemacht. Nach einem kleinen Foto-Abstecher auf Zollverein, habe ich mich erst mal verfahren, so dass wir nun von meinem Mann per Handy zur Kantate gelotst wurden. Vorbei an der Veltins Arena, über Autobahnbrücken, durch Baustellen, haben wir trotzdem noch die kleine Zufahrt zur Bergstr. verpasst. Kurz vor Beginn erreichen wir die kleine Kirche, neben mir sitzt – ihr kennt ihn alle – der Klimper-Tünnes aus der Matthäus-Passion in Essen…

Was hier geboten wird ist vom Allerfeinsten, das Programm ist auch schon nicht mehr als „Kantate“ zu bezeichnen, sondern ein ausgewachsenes Barock-Kammerkonzert:

Programm: Christuskirche GE-Buer - zur Vergrößerung in das Programm klicken..!!

Der Chor ist fast solistisch besetzt und besteht durchweg aus jungen Leuten, die ihre Sache wirklich super machen und auch so klingen. Dazu das passende Barockorchester „Le Chardon“ unter der Leitung von Hajo Wienroth, der selbst Traversflöte spielt. Mir wird ganz schwindelig, wenn ich die Biographien lese! Die Kantorin Christina Wienroth bietet ein Barock-Lebensfreudiges Dirigat, das wunderbar zum restlichen Konzert passt, Musik ist Energie, Medizin, Lebensbereicherung und einfach eine Herzensangelegenheit, ein verpasster Einsatz bei Samuel Scheidt wird denn so auch mit einem wohlwollenden Lächeln quittiert. Damit wir wissen, welchem Choral Bachs Kantate BWV 192 zugrunde liegt, singen wir alle zusammen erst mal 3 Strophen und bereiten uns seelisch auf das, was da kommt, vor. Die Worte, die die Pastorin als Impuls zur Dankbarkeit spricht, sind berührend und sehr pragmatisch. Es ist Sitte bei „Momente der Ewigkeit“, dass der Eingangschor noch einmal wiederholt, oder am Schluss erneut gesungen wird.

BWV 192 ist ein kleines, unaufdringliches Werk, dass aus einem Eingangschor, einem Duett zwischen Sopran und Bass, sowie einem Schlusschoral besteht, eine Tenorarie soll verloren gegangen sein.

Die Solisten

Huch, es gibt eine Pause! Im Gemeindehaus direkt nebenan werden Getränke und ein kleiner Imbiss gereicht. Wer möchte, gibt eine Spende, ist ja Ehrensache, dass wir was in den Klingelbeutel geben. Wir spüren, dass man hier aufgehoben ist. Am Stehtisch kommen wir ins Gespräch mit einer Chorsängerin, der Kantorin und einer Besucherin und wir erfahren, dass die Idee der „Ruhrpottkantaten“ begeistert aufgenommen wurde und dass trotz des abgesprungenen Sponsors alle sich für die Realisierung stark gemacht haben. Wolfgang quatscht den „Klimper-Tünnes“ an…uaaah.

Der 2. Teil des Konzertes ist der Interessanteste: Heidrun Blase brilliert als Gesangssolistin  im technisch äußerst anspruchsvollen „Il Pensioroso“ (Die Nachtigall) zusammen mit dem Flötisten Hajo Wienroth, der gibt auch einige kurze Erläuterungen zu diesem wenig bekannten Stück und es macht einfach nur Spass, dem Dialog des Vogels und der Menschin zuzuhören. Anschliessend ein Konzert von Antoine Mahaut, der ähnlich wie Quantz eine Flötenschule verfasst hat.

Applaus für das Orchester

Hajo Wienroth: “ Zu dem 5. Brandenburgischen Konzert brauche ich jetzt, glaube ich, nichts sagen!“

Die Instrumente werden in diesem, sehr modernen Konzert à la Mode francaise ziemlich gleichberetigt eingesetzt, so dass jeder Instrumentalist seinen Part der Profilierung hat, in der letzten Hälfte des 3. Satzes, hat sich der Meister selbst ein Denkmal gesetzt, da die anderen Instrumente etwas in den Hintergrund gedrängt werden und das Cembalo die dominierende Rolle übernimmt. Überragend und unpretentiös: Pieter Dirksen. Handelt sich es doch warscheinlich um das erste Cembalokonzert der Geschichte! Bach soll ja mal gesagt haben, Clavierspielen wäre ganz einfach, man müßte nur zur rechten Zeit die richtigen Tasten treffen, dann würde das Instrument von ganz alleine spielen! Haha! Ohne Zögern steht die ganze Kirche zum Schlussapplaus auf und alle Musiker werden noch einmal mit einem Blumengruß bedacht. Ich bin froh, dass ich in etwas egoistischer Manier Wolfgang vom Ausharren bis zum Schluss überzeugen konnte und dass die Rückfahrt nach OWL trotz der verspäteten Abfahrt so reibungslos geklappt hat.

Biographie der Künstler-Solisten / Zur Vergrößerung in das Foto klicken..!!

Während ich mit offenen Fenstern und dem angenehmen Windzug aufs Gaspedal trete, bin ich dankbar für diesen super Tag, für das Treffen mit Wolfgang, den warmherzigen Umgang der Gemeinde mit ihren Konzertbesuchern, für die Sonne und auch die große Kunst. Danke auch an Volker für die Be- und Verarbeitung meiner E-Mails. Wir haben kräftig Werbung für unseren Blog gemacht.

„Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit“ Friedrich Schiller

TIPP: Im Rahmen der Ruhrpottkantaten tritt das Orchester „Le Chardon“ am 06.06.10 in der Petrikirche in Mülheim (Brich dem Hungrigen Dein Brot) auf.

„Momente der Ewigkeit“ Bach-Kantate BWV 192

20. Mai 2010 1 Kommentar

Gewinnt der, der rast – oder:  Beachte, dass diese Dank-Kantate ‚per ogni tempo‘ geeignet ist.

Nomen est omen!!! Eine Kantate mit der Bestimmungsangabe ‚zu jeder Zeit geeignet‘ hat es nicht so eilig. So kommt erst jetzt mein Bericht der  Kantaten-Reise an die Ruhr und dem Treffen mit Claudia.

Sonntagmorgen stöberte ich im Bücherdorf :

Langenberg (bei Velbert) info@buecherstadt-langenberg.de

in den Kisten des Büchermarkts. Nachdem ich alle meine Bücher-Such-Rundgänge erledigt hatte, konnte ich mich wieder musikalischen Themen widmen. Wer kommt da mit dem Sportrad zum verabredeten Treff mit Adamo an‘s Bücher-Cafe gesaust:  Claudia-, allen blog-Teilnehmern bestens bekannt durch ihre spritzigen Berichte der Kultur-Events von der Ruhr. Natürlich tauschten wir uns zuerst über einige Themen unseres Gardiner-blogs aus. Doch dann wurde es für uns Zeit.

Bach-Kantate in der Christus-Kirche Gelsenkirchen-Buer-Beckhausen

In rasender Autofahrt erreichten wir-, dank den über Handy-Kontakt mit Claudias Mann gesteuerten Weg-Weisungen-,  rechtzeitig den Aufführungsort Christus-Kirche Gelsenkirchen – Buer. Zuvor stellte mir Claudia  noch  das futuristische Enseble der Zeche Zollverein vor. Gerne fuhr ich zum Ausblick über das Ruhrgebiet die gigantische Rolltreppe zur Zeche hoch. Wenn schon Ruhr, dann Ruhr kompakt. Ich schnupperte in eine längst vergangene Arbeitswelt.

Weiter ging‘s.  Stimmt es doch? Wer rast, sitzt vorne !!!  Könnte man meinen, denn wir bekamen noch Plätze in der ersten Kirchen-Bank.

Die Bach-Kantate BWV 192 war natürlich unser musikalisches Magnet. Das übrige Programm enthielt aber noch Überraschungen bereit:

Samuel Scheidt-Motette ‚Komm Heiliger Geist‘ zum Einsingen, Bach-Motette BWV 230 ‚Lobet den Herrn‘ als vorgeschaltetes Juwel, dann Bach-Kantate BWV 192, – Pause-  Danach Orchestermusik vom Feinsten: eine Händel Sopran-Solokantate vom ‚Gespräch einer Nachtigall mit einer Verehrerin im Mondschein‘ (genannt: Il Pensioroso); ein Flötenkonzert und als Krönung dann das 5.Brandenburgische Konzert BWV 1050.

Christus Kirche-Buer-Beckhausen Blick vom Eingangsbereich durch den Mittelgang bis in den Altarraum

Es war  nicht unbedingt ein Fauxpas, wenn die Kantorin nach dem furiosen Eingangschor der Kantate zunächst einmal Halt  machte. Dem erstaunten Publikum wurden von der Pfarrerin einige musikalische Aspekte und werkgeschichtliche Hintergründe aufgezeigt. Auch aus dem Orchester und von den Solisten (Sopran und Bass) hörte man verstehend einige Musikbeispiele, bevor es richtig los ging. Die gesamte Bach-Kantaten-Reihe firmiert ja unter dem Oberthema ‚Momente der Ewigkeit‘ So waren auch einige nachdenkenswerte Impulse zum Thema ‚Dankbarkeit‘ nicht fehl am Platze.

Wir bekamen den Eingangschor also zweimal geboten und verstanden einfach mehr:

Zu diesem Mehrwert gehörte:

Deutlicher konnte man  musikalische Themen und Aufbau verfolgen.

Das packte alles ein kleiner,  mit bis höchstens fünf SängerINNEN (nur 2 Tenöre) in jeder Stimme besetzter junger ad-hoc-Chor (Ensemble Lorica Vitae), der diszipliniert und mühelos mit klaren, reinen Stimmen das polyphone Gefüge beherrschte .

Eine handfeste, mitschwingende Kantorin, die ihrem Chor klare  Einsätze gab und einen abgerundeten Leitungs-Stil pflegte.

Ein sich steigerndes Programm, dass dem Chor Gelegenheit bot, viele Facetten seiner Möglichkeiten aufzuzeigen.

Ein Barockorchester Le Chardon, das eigene Akzente setzte.

Eine erfrischende Pause, in der man mit den Ausführenden in’s Gespräch kommen konnte und ein leckeres Büffet bereitstand. Dafür sangen wir in der Gemeinde auch gerne das der Kantate zu Grunde liegende Kirchenlied ‚Nun danket alle Gott‘ (Martin Rinckart um 1630) mit. Einfach köstlich-, Gott und sein Bodenpersonal in der Christuskirche versorgten uns an diesem Abend in  zuerst Seele und dann Leib.

Nach dem Konzert gings zurück ganzheitlich gesättigt zum Essener HBF, an dem mich Claudia absetzte. Und dank eines ICE, den mich  ein großzügiger Schaffner ohne Aufschlag benutzen ließ,  war ich ‚in rechter-guter Zeit‘ zu Hause.

Was hatte ich gelernt? An einer Bach-Kantate mit der Bezeichnung ‚ogni tempo‘ kann man sich gut ausrichten: man mag sich zwar verfahren und zur Kantate hinrasen, doch bekommt Platz noch in der ersten Reihe. Das Konzert dauert länger als eingeschätzt, aber in der Pause gibt’s zur Entschädigung Sekt und Gespräche. Unbezahlt fahr ich im ICE komfortabel, ohne in die Nacht zu kommen, bin ich zu Hause.

Darum heißt für mich ab  vergangenem Sonntag ‘Ogni tempo’: keine Hetze,  klappt alles, erfülltes Wochenende.  Nomen est Omen

P.S. ‚Momente der Ewigkeit‘. Im Gespräch mit Claudia kam uns die Idee, anläßlich des Konzertes dieser Reihe in Hamm  am  27.6. 18 Uhr ein kleines blog-Treffen auf die Beine zu stellen. ‚Freue Dich, erlöste Schar‘ wäre dann unser Motto !!! (vgl. BWV 30).

Gruß Adamo

Leipzig- mozart-openair im Schloss und Park Güldengossa

Schloss und Park Güldengossa – Leipzig

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W.A. Mozart Symphonien Nr. 1, 40 & 41

Pfingstmontag 24. Mai 17.00 Uhr

FESTIVALORCHESTER LEIPZIG

Leitung: JÜRGEN WOLF

Flyer Schlosskonzert

Schloss und Park Güldengossa erleben eine Renaissance. Familie Geiger hat mit viel Liebe und Engagement das herrliche Ensemble aus einem langen Dornröschenschlaf wieder erweckt. Fassade und Innenräume erstrahlen in neuem, traditionsreichem Glanz. Rund herum erstreckt sich ein rekonstruiertes Ensemble historischer Gartenformen.

Schloss Güldengossa Leipzig

Dem Betrachter bietet sich ein homogenes Gesamtkunstwerk von selten anzutreffender Ästhetik. Unversehens stellt sich das Lebensgefühl einer vergangenen Zeit ein. Diesem Rausch der optischen Sinne wollen wir den musikalischen hinzufügen.

Das FESTIVALORCHESTER Leipzig unter seinem Dirigenten Jürgen Wolf lässt im Schlosspark openair Symphonien und Serenaden von Wolfgang Amadeus Mozart erklingen. Freuen Sie sich auf die „Salzburger Sinfonie“ Nr. 1, die Symphonie g-Moll Nr. 40, die berühmte „Jupiter-Symphonie“ C-Dur und das „Dorfmusikanten-Sextett!

Karten erhalten Sie an allen Vorverkaufsstellen oder unter Tel.: 034 297 – 9869 0 (Schloss Güldengossa) und an der Tageskasse.

Karten-Online:

http://www.ticketonline.com/de/de/eventid/838502-MOZART+openair/?

RUHR2010 Teil XVI: Babel-ein musikalisches Netzwerkprojekt

17. Mai 2010 3 Kommentare

Der Turmbau zu Babel von P. Breughel

Bei meinem täglichen Brot, d.h. dem Surfen auf der Ruhr 2010-Seite, fällt mir das Babel Projekt ins Auge: Bis zum 23.05.2010 finden 8 Konzerte in den Ruhr-Hauptkirchen mit hochrangigen Künstlern an jedem Tag statt. Pate für dieses Projekt hat die biblische Geschichte von der Entstehung der Sprachen gestanden.  Da ja die Metropole Ruhr im Zeichen des hans werner henze „neue musik für eine metropole“ steht, findet sich im Programm auch eine bunte Mischung vom gregorianischen Choral über Bach-Kantaten, Händel-Oratorium, Stravinsky, bis zu zeitgenössischen Künstlern und natürlich Henze, die man im Glanze der Aureole der anderen Größen aber gut „ertragen“ kann. Daher bitte nicht abschrecken lassen.

Am 23.05.10 findet dann um 20.00 Uhr ein Simultankonzert in allen Hauptkirchen statt. Um 21.00 Uhr wird dann ein Film (ich habe bisher nur noch nicht entnehmen können welcher) gezeigt. Zum Abschluss „erklingt“ dann gleichzeitig in allen Kirchen gleichzeitig von John Cage „4.33″ *(haha). Der Eintritt für den Abschluss kostet 8,-Euro, je nach Veranstaltungsort sind sogar Speisen und Getränke enthalten.

LINK: www.babel2010.de

Babel-Abend 2: Dorothee Mields-Sopran, Almerija Delic-Mezzosopran, Eike Thiedemann-Alt, Knut Schoch-Tenor

Essener Kantorei+Essener Barockorchester, Institut für Computermusik und Elektronische Medien der Folkwang Universität Essen-Thomas Neuhaus, Dirk Reith, Roman Pfeifer

Na gut, in die Kreuzeskirche in Essen bin ich natürlich heute nur wegen der Kantaten“ Lobet Gott in seinen Reichen“; „Wer mich liebet, wird mein Wort halten“ und „O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe“ gegangen-und weil Dorothee Mields die Solo Sopranistin war. Zu den Kantaten sage ich jetzt auch gar nicht so viel, bis auf dass es eine sehr gute Aufführung war, mit tollen Solisten und einem wunderbaren, historischen Orchester, der einzige Negativpunkt war, dass die Kirche total hallig war und man immer das Gefühl hatte, Chor und Orchester sind nicht zusammen. Ein eher grenzwertiges Erlebnis ist dann ja die „neue Musik“. Die Stücke sind Einspielungen, diesmal nicht live. Das erste Stück „Idle Chatter“ von Paul Lansky passt noch super in den Kontext von Bachs polyphonen Gepflechten hinein, präsentiert es doch rhytmisch ein Puzzle aus Gesprächsfetzen, was durchaus Groove hat. Trevor Wishart mit „Vox 5″ hat dann für mich keinen Bezug mehr zum großen Meister, depressive Stimmungen, die apokalyptische Gefühle aufkeimen lassen, Rabengekrächze, Fliegen die um einen „Haufen“ oder totes Fleisch summen, bis alles von einem Gewitter gelöscht wird. Vielleicht kennt ja jemand noch Pink Floyds experimentelle Platten wie „Ummagumma“ (speziell „Sysiphos“) oder auch die 2. Seite der „Meddle“ . Dazu dann am besten was zu Rauchen und eine 2 vor ´m Komma (ich meine natürlich Promille), sonst läßt sich das nicht ergründen. Da gehts dann wie auf einer Stimmungsfahrt von einer absoluten klanglichen Unerträglichkeit zum völligen Spannungsabfall in vollkommene Harmonik.

Von Hr. Bach mit BWV 74 wieder eingenordet, dann Roman Pfeifer „Studie über ein Lautgedicht“. Dieses Stück bewegt sich klanglich zwischen Herz-Lungen-Maschine, Intensivstation und einem vorgetäuschten Orgasmus. Zwischendurch höre ich das Pfeifen der Oberleitungen, bevor endlich meine verspätete S-Bahn einfährt, sowie ein Eckventil, das nach dem Abziehen den Wasserkasten wieder befüllt. Was für ein Schwachsinn!!! Aber warscheinlich fehlt mir der Background. Dann als letztes „neue Musik-Stück“ Dirk Reith „Sound Poem“ für Mezzo-Sopran und Sound Transducer. Ich ziehe den Hut vor der Künstlerin, die in dieser Vertonung als etwas verunglückte Walküre die Tiefen und die Höhen der Atonalität und die Abgründe von Melodik und Musikalität in kunstvollem Glissando auslotet , insgesamt war dieser Beitrag ein echter Höhepunkt. Der Komponist ist anwesend. Der Typ vor mir springt auf und schreit „Bravo“. Etwas übertrieben.

BWV 34 versöhnt mich wieder mit der Welt auch wenn das Auditorium heute auf den leider erkrankten Bass Christian Palm verzichten musste.  Insgesamt war es ein sehr interessantes Konzert, das jeden Cent wert war. Die ganze Rückfahrt kann ich mir von meiner besseren Hälfte das Lamento anhören, dass er deswegen eine neue Folge vom „Checker“ verpasst hat. Mein Musikgott hat allerdings weiterhin -wie der Allmächtige selbst – ganze 4 Buchstaben. Et in saecula saeculorum. Amen.

Gute Nacht und Friede über Israel,

Claudia

Neue Sende-Reihe in der ARD – Deutsche Komponisten und ihre Städte

14. Mai 2010 1 Kommentar

Wolfgang Amadaeus Mozart (1756-1791)

Eine neue ARD-SWR-Sendereihe hat kommende Woche im Ersten einen weiteren Auftakt: Der „Musikalische Reiseführer“ begibt sich auf Spurensuche durch jene deutschen Städte, an denen bedeutende Komponisten gelebt und gewirkt haben. Das Erste zeigt an Pfingstmontag (24. Mai 2010) um 11 Uhr beschäftigt sich mit Mozart in Mannheim.

Musikalischer Reiseführer:

Folge: Mozart in Mannheim

Sendung: Pfingst-Montag: 24.05.2010 um 10:59-11:35 Uhr

W.A. Mozart hielt sich 1777/ 1778 auf der Durchreise von Salzburg nach Paris in Begleitung seiner Mutter einige Monate am kurpfälzischen Hof in Mannheim auf in der – vergeblichen – Hoffnung, eine Anstellung als Kapellmeister zu bekommen.

ARD-Sendereihe: Musikalischer Reiseführer

Mozart in Mannheim - Kurfürstliche Hof

In Mannheim komponierte der 21-jährige Mozart vor allem kammermusikalische Werke: hier entstehen fünf seiner zweisätzigen Violinsonaten und einige bedeutende Klaviersonaten, dazu einige Flötenquartette. Mozarts beide Konzerte für Flöte und Orchester wurden wahrscheinlich ebenfalls in Mannheim komponiert. Schließlich stammen eine Reihe von Konzertarien aus der Mannheimer Zeit.

In Mannheim verliebte sich Mozart in Rosa Cannabich, eine Tochter des berühmten Kapellmeisters Cannabich, und besonders heftig (und tragisch unerwidert) in die angehende Sängerin Aloysia Weber; sie war eine Schwester von Constanze Weber, die Mozart dann 1782 heiratete.

Die Mannheimer Schule

Die unter Kurfürst Carl Theodor 1757 von Johann Stamitz erweiterte Hofkapelle wurde dank ihrer hervorragenden Mitglieder, „einer Armee von Generälen“, mit einem Crescendo, Effekten wie dem „Mannheimer Seufzer“, Verzicht auf den Generalbass, zum Begriff und Vorläufer neuer Instrumentalmusik, besonders der Sinfonie. Die „Mannheimer Schule“ ist seitdem ein Begriff in der Musikwelt. Leopold Mozart rühmte sie für „die Strahlen, die von der Sonne durch ganz Teutschland, ja durch ganz Europa sich verbreiten“. Zur Hofmusik gehörten neben Stamitz weitere namhafte Komponisten wie Franz Xaver Richter, Stamitz-Sohn Karl, Christian Cannabich, Franz Danzi, Georg Joseph, genannt Abbé Vogler, Ignaz Fränzl sowie Ignaz Holzbauer. Dieser schrieb die erste große deutsche Oper „Günter von Schwarzburg“, von deren Uraufführung im Opernhaus des Mannheimer Schlosses 1776 auch Mozart beeindruckt war.

W.A. Mozart in Mannheim Schloss und Jesuitenkirche, hier spielte Mozart die Orgel

Der Film von Harold Woetzel erzählt Mozarts große Liebe zu Mannheim nach, indem er die Orte und Personen wieder zum Leben erweckt, die für Mozart wichtig waren. Viermal war Mozart in Mannheim, insgesamt 176 Tage. Hier hörte er zum ersten Mal das beste Orchester seiner Zeit und schloss enge Freundschaften mit den Ausnahmemusikern der berühmten „Mannheimer Schule“. Und er begegnetet seiner ersten großen, allerdings unglücklichen, Liebe: der damals 16-jährigen Sängerin Aloysia Weber. Der Film fragt, wo Mozart heute in Mannheim noch spürbar ist. Außerdem zeigt er auch, wie Mannheim sich im Laufe der Jahrhunderte zu einer Stadt mit vielen Kulturen entwickelt hat.

Link zur ARD:

http://programm.daserste.de/pages/programm/detail.aspx?id=3742CFF0B97DFB4141A5BE355042B4BA

Grüsse

Volker

RUHR2010 Teil XV: Das Ruhr-Atoll

13. Mai 2010 3 Kommentare

Gestern wurde also das mit Spannung erwartete Ruhratoll eingeweiht. Ort des Geschehens war die Stauwehr am Baldeneysee. Aufgrund des Wetters und des reichhaltigen Fußballprogramms hielt sich der Besucheransturm leider in Grenzen. Höhepunkt der Veranstaltung war dann um 21.30 Uhr ein phantastisches Feuerwerk, das mitten auf dem Baldeneysee entzündet wurde. Ebenso wurde die neue Wehrbeleuchtung mit wechselnden Farben der Essener Bevölkerung übergeben.

Feuerwerk zum Ruhratoll

Vom 12. Mai 2010 bis Ende September wird diese Kunst-Installation auf dem Baldeneysee und der Ruhr einen besonderen Akzent im Sommer der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 setzen. Sechs bis zu 300 m2 große Inseln werden vom Stauwehr des Ruhrverbandes und vom Ufer aus als ein zusammenhängendes Landschaftsbild zu sehen sein.

Der Sonnengeist

Naturgeister bevölkern die Ruhrwehr

Drei von ihnen sind für kleine Besuchergruppen von jeweils vier bzw. acht Personen begehbar. Um die Objekte aus der Nähe zu erschließen, werden sich die Kunstbesucher im Rahmen eines Bootsparcours den Zugang zu den Inseln unter Einsatz eigener Energie erarbeiten und so aktiv Teil des Projektes werden. Eine Reservierung der Boote ist wegen der begrenzten Zugänglichkeit der Inseln unbedingt empfohlen. Kostenpunkt: 7,-Euro p.P.

Das Kunstereignis auf dem Wasser

Jede der Inseln auf dem See und der Ruhr greift auf ihre Weise die Themenfelder Kunst− Wissenschaft / Energie − Ökologie auf:

Als kontemplatives Bild behandelt das Teehaus („Frosch und Teemeister“) von Kazuo Katase und Michael Wilkens die Grundbedürfnisse des Menschen: Fester Boden unter den Füßen, ein Dach über dem Kopf, Wasser, Nahrung.

Politisch-medial wechselt das U-Boot „Ich kann, weil ich will, was ich muss“ von Andreas M. Kaufmann und Hans-Ulrich Reck zwischen ­den ­Wahrnehmungsebenen: Von außen eine Kriegswaffe, von innen fast eine Kapelle mit Kirchenfenstern aus Hunderten von CNN-Nachrichtenbildern.

Einen naturwissenschaftlichen und dabei sinnlich-fühlbaren Akzent setzt der „ICEBERG“ des Künstlers Andreas Kaiser und des Polarforschers Lars Kindermann, der uns in die optische und akustische Wahrnehmung in eine Forschungsstation in den Südpolar entführt.

Kraftvoll-konturiert, und dennoch mit einer Anmutung von kippelnder Instabilität umschließt der Rettungsring „LOCAL | GLOBAL“ der Künstlerin C.U. Frank eine natürliche Schwemmlandinsel auf der Ruhr − Symbol für die Fragilität der Systeme. Das Kunstwerk kommt aufgrund von Hochwasser erst im Juni/Juli, soll dann aber dauerhaft dort verbleiben.

Als schwimmender Teppich aus roten und grünen Äpfeln wird die Installation „MARKING TIME“ von Norbert Francis Attard zum Nachdenken provozieren − nicht nur über die vermeintlich weit zurück liegende Ursünde sondern um den allgegenwätigen Frevel an der Natur. Diese Installation wird derzeit kontrovers diskutiert.

Ironisch-hintersinnig hält das tropfende, quietschende klappernde „Projekt zur Rettung der natürlichen Ressourcen“ von Ilya und Emilia Kabakov allem technischen Ehrgeiz und menschlichem Streben den Spiegel vor: Ein rostiges mechanisches Monstrum pumpt Wasser aus dem See von hier nach dort…

LINK: www.ruhr-atoll.de

Die neue Wehr-Beleuchtung

Es lohnt sich auf jeden Fall, die Atolle auch mit den Tretbooten zu besuchen, demnächst werden wir ihnen eine Besuch im hellen abstatten.

Gruß, Claudia


Bach’s h-moll-Messe im Kaiserdom in Königslutter

9. Mai 2010 17 Kommentare

Einmal in meinem Leben…

…wollte ich mir vor 5 Jahren ein wirklich überragendes Konzert gönnen und die Musiker live erleben, deren CDs mich ständig begleiteten. Es ist nicht bei einem Mal geblieben, aber es war jedes Mal wieder so überwältigend wie beim ersten Mal – damals im März 2005 im Kaiserdom zu Königslutter. Mit Bach’s Matthäus-Passion, dem Monteverdi Choir, den English Baroque Soloists und natürlich Sir John Eliot Gardiner. Nun saß ich wieder in diesem gewaltigen romanischen Dom, der nach langen Jahren der Restaurierung in neuem bzw. alten Glanz erstrahlte und eine Atmosphäre voller Wärme und Sicherheit entstehen ließ. Wer auf dem Wege zwischen dem Ruhrpott und Berlin dort vorbei kommt, sollte unbedingt eine Pause einplanen.

Renovierter Kaiserdom-Königslutter Aussenansicht

Um es vorweg zu nehmen – es war ein beeindruckender Abend. Das Orchester in mehr oder weniger Stammbesetzung wie immer überragend, mit unendlicher Spielfreude, die Solisten inspiriert aufspielend. Was mich dabei vor allem fasziniert hat, war das „gemeinsame“ Musizieren, manchmal schon fast kammermusikalisch.

Der Chor erstaunt mich immer wieder. So viele neue Gesichter – und der Chor klingt und singt, wie es eben nur der Monteverdi Choir tut. John Eliot Gardiner scheint in dem Punkt einfach ein Magier zu sein. Auch wie er Chor und Orchester an diesem Abend mit unglaublicher Energie wirklich über alle scheinbaren Grenzen hinwegführte, war beeindruckend. Da gibt es die leisen Stellen, z.B. im „Et incarnatus est“ oder im „Crucifixus“ – ich habe noch nie einen Chor mit einer solchen Intensität leise singen hören. Man musste wirklich alle Antennen aufstellen.Es war extrem berührend. Und natürlich die lebhaften Stücke „Cum sanctu spiritu“ oder „Et resurrexit“ z.B., die mit einer solchen Energie in den Raum geschleudert wurden, dass es schier erdrückend wurde. „Laudamus te“ – Lebensfreude pur. „Quoniam tu solus sanctus“ – was für ein Groove. Das gilt eigentlich für den ganzen Abend. Bach’s Musik swingte regelrecht. Die meiste Gänsehaut hatte ich bei der Schlussfuge (Dona nobis pacem). Auch das hatte ich noch nie gehört. Ein solches Crescendo, das wirklich von der ersten Note bis ganz zum Schluss dauerte. Eine Spannung lag über der ganzen Kirche, die wirklich fühlbar war und sich erst bei den letzten Tönen, als die Musiker endlich im Fortissimo schwelgen und die Zuhörer ausatmen durften. Amen – so ist es.

Renvoierter Kaiserdom-Königslutter Innenansicht

Es war kein perfekter Abend. Gott sei Dank nicht, sonst wäre es nicht zum Aushalten gewesen. Und für mich war es auch nicht wichtig. Geblieben ist dieses Gefühl, magische Momente erlebt zu haben, ein Klingen und Schwingen in mir, das hoffentlich noch lange bleibt. Ich habe dieses Jahr schon wirklich herausragende, inspirierende Konzerte gehört und ich weiß nicht, was nocht kommt – aber das dieses der Höhepunkt des Jahres war (musikalisch natürlich nur) – da bin ich mir absolut sicher.

Sir J.E. Gardiner - h-Moll-Messe BWV 232 im Kaiserdom Königslutter-Schlussaupplaus

Freut Euch auf Leipzig, Frankfurt, Dortmund

Barbara

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Dann noch ein Radio-Tipp: an Himmelfahrt wird

am 13. Mai 2010 bei NDR-Kultur um 20 Uhr bis 22:30 Uhr eine Aufzeichnung des Konzertes vom 7. Mai 2010 aus dem Kaiserdom-Königslutter zu hören sein.
Soli Deo Gloria – Feste Alter Musik im Braunschweiger Land
Johann Sebastian Bach: Messe h-Moll für Soli, Chor und Orchester BWV 232
Monteverdi Choir London mit Solisten
English Baroque Soloists / Ltg.: John Eliot Gardiner
Aufzeichnung vom 7.5.2010 im Dom Königslutter

Link: zum Livestream von NDR-Kultur im Internet

http://www.ndrkultur.de/livestream154.html

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Einführung in die  H-Moll-Messe BWV 232

Link: Einführung in das BWV 232 H-Moll-Messe

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Eine Rezension/Kritik der Braunschweiger Zeitung vom 10.5.2010 füge ich im PDF-Format bei.

PDF-Link: Rezension Braunschweiger Zeitung

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Rezensionen/Kritik  von „Frankfurter Zeitungen“ vom Konzert in der Alten Oper am 14.5.2010:

Link-Angaben:

a.) http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=2651824

b.)  http://www.op-online.de/nachrichten/kultur/musikalischer-intensivkurs-glauben-765082.html

c.)  http://www.echo-online.de/freizeit/kunstkultur/musik/Das-Allerheiligste;art641,889065

d.)  http://www.fnp.de/fnp/welt/kultur/demuetige-verbeugung-vor-dem-gewaltigen-werk_rmn01.c.7694873.de.html

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YouTube Video Gardiner + EBS-MonteverdiChoir Probe in Prag:

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zugefügt von @Volker/admin am 10. und 18.5.2010

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Radiotipps KW19

8. Mai 2010 5 Kommentare

Hallo zusammen,
Himmelfahrt sendet NDR kultur ein absolutes Highlight. Auch sonst gibt es einige schöne Aufnahmen zu hören.
Viel Freude dabei
Barbara

11.5.
Ö1
19:30-21
Capella Angelica, Leitung: Wolfgang Katschner; Lautten Compagney Berlin.
Johann Sebastian Bach: „Klagt, Kinder, klagt es aller Welt“, Die Köthener Trauermusik, BWV 244 a (Rekonstruktion: Alexander Grychtolik) -
Die weltliche Urfassung der Matthäuspassion
(aufgenommen am 16. April im Heizwerk in Erfurt im Rahmen der „Thüringer Bachwochen 2010″)
(Falls einer die Erstsendung verpasst haben sollte…)

Deutschlandfunk
21-23 (dazwischen Nachrichten)
„Grundton D“ 2009 – Konzert und Denkmalschutz für die östlichen Bundesländer (1)
Johann Sebastian Bach
Aria mit 30 Veränderungen, BWV 988 „Goldberg-Variationen“
Andreas Staier, Cembalo
Aufnahme vom 3.4.10 aus dem Landschloss Zuschendorf/Sachsen

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Donnerstag, (Himmelfahrt) 13.5.2010
NDR-Kultur
20-22:30 Uhr

Zu hören per Livestream im Internet:

http://www.ndrkultur.de/livestream154.html


Soli Deo Gloria – Feste Alter Musik im Braunschweiger Land

Johann Sebastian Bach: Messe h-Moll für Soli, Chor und Orchester BWV 232
Monteverdi Choir London mit Solisten
English Baroque Soloists / Ltg.: John Eliot Gardiner
Aufzeichnung vom 7.5.2010 im Dom Königslutter


„Soli Deo Gloria“ – Die Feste Alter Musik im Braunschweiger Land beginnen 2010 mit einem Wiedersehen in zweifacher Hinsicht: Sir John Eliot Gardiner ist gemeinsam mit dem Londoner Monteverdi Choir und seinen English Baroque Soloists im nach der mehrjährigen Restaurierung wieder eröffneten Kaiserdom Königslutter zu Gast und eröffnet die Saison glanzvoll mit der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach. John Eliot Gardiner hat seine Veröffentlichungen der Kantaten Bachs auch bei dem Label „Soli Deo Gloria“ veröffentlicht – diese Worte hat Johann Sebastian Bach eigenhändig in einige seiner Partituren geschrieben – allein Gott zur Ehre!
Es lohnt sich!

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14.5.
BRklassik
13-14
Musik im Originalklang
English Baroque Soloists: John Eliot Gardiner
Georg Friedrich Händel: „Wassermusik“, Suite Nr. 1 F-dur;
Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie C-dur, KV 338
NDR
18-24

Internationale Händel-Festspiele Göttingen 2010
Georg Friedrich Händel: „Tamerlano“
Oper in 3 Akten
Tamerlano: Christopher Ainslie, Altus
Bajazet: Thomas Cooley, Tenor
Asteria: Kirsten Blaise, Sopran
Irene: Franziska Gottwald, Alt
Andronico: Clint van der Linde, Altus
Leone: Lars Arvidson, Bass
FestspielOrchester Göttingen
Ltg.: Nicholas Mcgegan
Live aus dem Deutschen Theater Historische Sujets sind in Georg Friedrich Händels Opern oft mit entfesselter Leidenschaft und fatalen Verwicklungen der handelnden Personen unter sich verbunden. Das ist in „Orlando“ so, in „Giulio Cesare“ oder „Xerxes“. Jedes Jahr wieder gibt es bei den Internationalen Händel-Festspielen Göttingen Begegnungen auch mit seltener gespielten Händel-Opern. Der Dreiakter „Tamerlano“ gehört zweifellos zu diesen Raritäten. Und er zählt außerdem zu der Serie von Opern, die Händel in den 1720er Jahren auf Libretti von Nicola Francesco Haym schrieb. Nach ihrer Uraufführung im Oktober im King’s Theatre am Londoner Haymarket verschwand das Stück über Jahre hinweg nicht vom Londoner Spielplan und wurde von keinem Geringeren als Georg Philipp Telemann für eine Hamburger Inszenierung bereits ein Jahr nach der Uraufführung bearbeitet.
Erzählt wird in dieser Oper von dem mongolischen Heerführer Timur Lenk, auch Tamerlan genannt, der gegen den osmanischen Sultan Bayezid I. 1402 eine vernichtende Schlacht führte. Der Legende nach soll Bayezid in der Gefangenschaft Selbstmord begangen haben. Tamerlan ist alles andere als ein freundlicher Herrscher, der seinen Sieg sinnvoll zu nutzen versteht. Despotisch missbraucht er seine Macht und unterdrückt seine Mitmenschen.
Im Deutschen Theater Göttingen ist der Altus Christopher Ainslie in der Titelrolle zu erleben, der Tenor Thomas Cooley singt den Sultan. Kirsten Blaise (Asteria) und Franziska Gottwald (Irene) sind die weiblichen Hauptdarsteller. Nicholas McGegan leitet das FestspielOrchester Göttingen.

16.5.
Deutschlandfunk
3-4 (Nachtkonzert)
Nachtkonzert vom DLF
Wolfgang Amadeus Mozart
Große Messe c-moll, KV 427
Sylvia McNair, Sopran
Diana Montague, Sopran
Anthony Rolfe-Johnson, Tenor
Cornelius Hauptmann, Bass
Monteverdi Choir
English Baroque Soloists
Leitung: John Eliot Gardiner

RUHR2010 Teil XIV: Installation „Schachtzeichen“

7. Mai 2010 4 Kommentare

So langsam kommt die RUHR2010 -Veranstaltungs-Maschine richtig in Gang. Obwohl ich ja selber mehr der akustischen Kunst zugetan bin, gibt es manche Projekte, an denen man einfach nicht vorbei kommt, auch wenn sie etwas spleenig erscheinen.

Von Sa, 22.05.10 bis So, 30.05.10 ist die regionalweite Aktion „Schachtzeichen“ zu sehen. Es handelt sich um eine RUHR-weite riesige Installation, wo das verschwundene, alte Ruhrgebiet mit Hilfe von ca. 350 bis zu 80m hohen beleuchteten Ballons wieder sichtbar gemacht werden soll.  Das Bild zeigt hier den illumierten Landschaftspark Duisburg Nord.

Überall dort wo frühere Schachtanlagen oder Bergwerke standen, markieren die Schachtzeichen wie riesige Stecknadeln auf einer Landkarte die Landschaft. Aber nicht nur ehemalige Bergwerke, Fördertürme oder Relikte der alten Ruhrregion werden dadurch markiert, auch die neuen Orte, die für Veränderung stehen, wie Einkaufzentren, Parks oder Gewerbegebiete bekommen ein „Schachtzeichen“.

Während der „Schachtzeichen“ hat z.B. der Gasometer in OB bis 22.oo Uhr geöffnet. Er bietet eine hervorragende Aussicht auf die beleuchteten Schachtzeichen. Auch andere, frei begehbare Aussichtsplattformen wie alle Halden bieten sich für diese Installation an. Einige Orte, wie die Zeche Zollverein, bieten parallel dazu ein Rahmenprogramm an. www.triple-z.de

LINK: www.schachtzeichen.de

Die 56. Corveyer Musikwochen beginnen am 9. Mai 2010

Schloss Corcey-Höxter / OWL

Schloss Corcey-Höxter / OWL

(NW) Schloss-Corvey / Höxter. Werke von Robert Schumann und Frédéric Chopin, die beide vor 200 Jahren geboren wurden, stehen im Zentrum der 56. Corveyer Musikwochen, die am Sonntag, 9.5.2010 mit einer Aufführung der „Marienvesper“ von Claudio Monteverdi durch die Domkantorei Paderborn in der Abteikirche beginnen. Die Domkantorei Paderborn und Vokalsolisten sowie das Barockorchester Concerto con Anima unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning präsentieren die Marienvesper, SV 206, von Claudio Monteverdi (1567-1643).

Zeitraum der Corveyer-Musikwochen vom 9. Mai bis 13. Juni 2010.

Abteikirche Schloss-Corvey (Höxter-Weser)

Eröffnungs-Termin:
Sonntag, 09.05.2010
Beginn:
17:00 Uhr

Veranstaltungsort: Schloss Corvey, Abteikirche „Marienvesper“ von Claudio Monteverdi durch die Domkantorei Paderborn. Veranstalter:

Kulturkreis Höxter-Corvey gGmbH
Info-Telefon:
05271 – 694010
Buchung:
Telefonische Buchung

Wie Claudia Konrad, Geschäftsführerin des Kulturkreises Höxter-Corvey, gestern anlässlich der Programmvorstellung hervorhob, möchte sie Ensembles aus der Region Ostwestfalen-Lippe einen gebührenden Platz bei den traditionsreichen Musikwochen einräumen. Zu Gast in Corvey ist auch in diesem Jahr wieder die Barockakademie der Hochschule für Musik Detmold unter der Leitung von Prof. Gerhard Weinberger, die am 22. Mai in Detmold und am 23. Mai in Schloss Corvey mit der „Johannes-Passion“ BWV 245 eine thematische Verbindung zur aktuellen Corveyer Ausstellung „Hommage à Johann Sebastian Bach“ mit Druckgraphiken des spanischen Bildhauers Eduardo Chillida herstellt.

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Konzertsaal Hochschule für Musik Detmold

Konzertsaal Hochschule für Musikin Detmold

Detmold, HfM Konzerthaus am 22.05.2010, 19:30 UHR
Johannespassion BWV 245 von Johann Sebastian Bach

Die Johannespassion von Johann Sebastian Bach steht im Mittelpunkt eines Konzertes der Barockakademie der Hochschule für Musik Detmold am Samstag, 22. Mai 2010, um 19.30 Uhr, im Konzerthaus Detmold. Mitwirkende des Konzertabends sind das Instrumentalsolisten-Ensemble der HfM Detmold (Leitung: Ulrike-Anima Mathé) sowie das Vokalsolisten-Ensemble (Einstudierung: Benno Schachtner). Die Gesamtleitung liegt in den Händen von Gerhard Weinberger. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Musica Sacra 2010″ statt.

Eintrittspreise für Detmold-Konzerthaus HfM:

Eintritt 25 EUR | 20 EUR | 15 EUR – Studierende / Schüler frei

Karten über: Ticket online

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Abteikirche Schloss Corvey / OWL

Schloss Corvey, Abteikirche: am 23.05.2010, 17:00 UHR

J.S. Bach Johannes-Passion BWV 245 in Schloss Corvey, Abteikirche

Das Vokal- und Instrumentalsolisten-Ensemble der Barockakademie der Hochschule für Musik Detmold unter der Leitung von Gerhard Weinberger präsentiert im Rahmen der Corveyer Musikwochen die Johannes-Passion, BWV 245, von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750).

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Kaisersaal Schloss Corvey

Schloss Corvey, Kaisersaal: 16.05.2010, 17:00 UHR
Sinfoniekonzert mit der Nordwestdeutschen Philharmonie, Herford

Die Nordwestdeutsche Philharmonie bereichert die Corveyer Musikwochen mit einem Sinfoniekonzert. Das Landesorchester musiziert unter der Leitung von Francesco Angelico.
Programm:
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750): Suite Nr. 2 h-Moll, BWV 1067
Balys Dvarionas (1904 – 1972): Elegie für Violine und Streicher Peteris Vasks (*1946): Musica dolorosa, Peter I. Tschaikowsky (1840 – 1893): Serenade für Streicher C-Dur op. 48

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Russische Pianistin: Elisabeth Leonskaja

Schloss Corvey, Kaisersaal: am 03.06.2010, 17:00 UHR

Klavierkonzert mit Elisabeth Leonskaja

Dem großen Romantiker Robert Schumann erweist die Pianistin Elisabeth Leonskaja Reverenz, wenn sie am 3. Juni im Kaisersaal „Études Symphoniques“ spielt. Sie hat den Klavierabend, mit der Sonate D-Dur, D 850, von Franz Schubert (1797 – 1828) und die Études Symphoniques, op. 13, von Robert Schumann (1810 – 1856) im Programm außerdem Chopins b-Moll-Sonate mit dem berühmten Trauermarsch, dem im vorigen Jahr verstorbenen Fürsten Franz Albrecht von Corvey gewidmet.

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Prof. Bernhard Klapprott

Chorkonzert, Schloss Corvey, Kaisersaal

06.06.2010, 17:00 UHR

Als Abschlusskonzert des Workshops für historische  Aufführungspraxis im Kloster  Marienmünster treten Cantus Thuringia &  Capella unter der Leitung von Bernhard Klapprott im Rahmen der Corveyer Musikwochen auf.

Kaisersaal Schloss Corvey

Programm:
Friedrich Wilhelm Zachow (1663 – 1712): Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre (Kantate) & Dies ist der Tag (Kantate)
Georg Friedrich Händel (1685 – 1759): Ach Herr, mich armen Sünder (Choralkantate) & Triumph, ihr Christen seid erfreut (Osterdialog)
Wilhelm Friedmann Bach (1710 – 1784): Kantate.

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Zu dem Workshop „Meet the professionals“ sind Laien vom 3. bis 6. Juni in fünf Klöster des Kreises Höxter eingeladen. Das ganz junge Publikum wird einmal mehr mit dem in die Musikwochen eingebetteten OWL-Kindermusikfest am 30. Mai auf Schloss Corvey angesprochen.

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Ihre Ansprechpartnerin für Informationen
und Kartenbestellungen bei der
Kulturkreis Höxter-Corvey gGmbH:

Jutta Sprenger
Telefon: (05271) 6 81 50 und 69 40 10
Email: jsprenger@schloss-corvey.de

Internet: http://www.schloss-corvey.de/cms/5-0-56–Corveyer-Musikwochen.html

RUHR2010 Teil XIII: Die Ruhrtriennale und das Klavierfestival Ruhr

4. Mai 2010 2 Kommentare

Damit auch über den Sommer keine Langeweile oder Kulturdurst aufkommt, gibt es im Ruhrgebiet zwei renommierte große Festivals, die ihre vielfältigen Spielorte (vom Industriedenkmal bis zum Renaissance-Schloß) über die ganze Ruhrregion ausdehnen und mit Künstlern von Weltrang aufwarten.

Die Ruhr - rechts hinter den Bäumen verläuft die B227

Das Klavier-Festival Ruhr – das “weltweit bedeutendste Klavierfestival“ (FonoForum) – präsentiert dieses Jahr vom 08. Mai bis 23. Juli in 70-80 Konzerten herausragende Künstler aus zahlreichen Nationen in einzigartiger Konzentration. Die großen Meister ihres Fachs (darunter Pierre-Laurent Aimard, Martha Argerich, Emanuel Ax, Daniel Barenboim, Tzimon Barto, Elena Bashkirova, Alfred Brendel, Michel Camilo, Chick Corea, Leon Fleisher, Nelson Freire, Irwin Gage, Hélène Grimaud, Herbie Hancock, Abdullah Ibrahim, Keith Jarrett, Katia & Marielle Labèque, Lang Lang, Elisabeth Leonskaja, Robert Levin, Radu Lupu, Gabriela Montero, Ivo Pogorelich, Maurizio Pollini, André Previn, András Schiff, Grigory Sokolov, Jean-Yves Thibaudet, Arcadi Volodos und Krystian Zimerman) folgen regelmäßig der Einladung des Festival-Intendanten Franz Xaver Ohnesorg, um facettenreiche Konzerte zu gestalten. Aber auch viel versprechende Nachwuchspianisten, Wettbewerbssieger und Debütanten, deren Förderung dem Festival ein besonderes Anliegen ist, werden Jahr für Jahr eingeladen.

Klassik und Jazz, Recitals, Kammer- und Orchesterkonzerte, Meisterkurse und Liederabende spiegeln das außerordentlich facettenreiche Konzertangebot des Klavier-Festivals Ruhr, das durch den Initiativkreis Ruhr, eine Vereinigung von rund 60 Unternehmen aus der Metropole Ruhr und den Eintrittsgeldern, getragen wird. Das Festival vergibt in jedem Jahr Kompositionsaufträge, über 60 neue Werke wurden so in den letzten Jahren uraufgeführt.

Schwerpunkte bilden auch die Förderung des Klaviernachwuchses, die „Little Piano School“ für Kinder von 2 bis 6 Jahren, die „Encounters“ (hier vermitteln große Künstler ihre außerordentlichen Fähigkeiten und ihr enormes Wissen an „normale“ Klavierschüler) und die „Discovery Projects“, die die kreativen Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichstem sozialen Hintergrund nachhaltig fördert.

LINK: http://www.klavierfestival.de

Die Ruhrtriennale, ominöser Name, aber was verbirgt sich dahinter?

1999: Die Internationale Bauausstellung Emscher Park (IBA) unter der Leitung von Prof. Karl Ganser endet nach zehnjähriger Entwicklungsarbeit und stellt die Frage nach den Perspektiven der von ihr für die Kultur entdeckten Industriedenkmäler. Gleichzeitig arbeitet die Nordrhein-Westfälische Landesregierung an Plänen, die der nachhaltigen internationalen Profilierung NRWs dienen. Die Diskussion umfasst den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Strukturwandel. Eine wesentliche Anregung der IBA, ein dezentrales Kunstfest für das Ruhrgebiet zu schaffen, eröffnet die historische Chance: Die faszinierenden, vor dem Verfall geretteten und ins ästhetische Bewusstsein gerückten Hallen, stillgelegten Zechen und Kraftwerke erweisen sich als prädestiniert für neue Formen künstlerischer Auseinandersetzung.

Einer der interessanten Aufführungsort, die Jahrhunderhalle in BO

Gründungsintendant Gerard Mortier stellt die Kreationen ins Zentrum – Produktionen, die spartenübergreifend den Dialog mit ihren Aufführungsorten suchen: Schauspiel, Oper und Tanz verbinden sich mit innovativen Entwicklungen der bildenden Kunst, der Pop- und Konzertmusik, sowie einem hochkarätigen Literaturprogramm.  Das Festival 2010 steht in dieser Saison unter dem Motto Aus der Fremde. Unter der Intendanz von Willy Decker erforscht die Ruhrtriennale das Spannungsfeld zwischen Kunst und Kreativität und dem Urmoment des Religiösen. 2009 richtete sich ihr Blick auf den jüdischen Kulturkreis, 2010 auf die islamische und schließlich 2011 auf die buddhistische Kultur. Die Ruhrtriennale findet dieses Jahr vom 15. August bis zum 10. Oktober 2010 statt.     

2 Highlights habe ich euch mal rausgesucht, natürlich musikalischer Art:

17/18/19. September 2010, Jahrhunderthalle Bochum 20.00 Uhr: Passio-Compassio, Eine musikalische Suche auf den Spuren von J.S. Bach zu der Sufi Musik. Es wird Bach auf orientalischen Instrumenten gespielt.

08/09. Oktober 2010, Gebläsehalle Landschaftspark Duisburg 20.00 Uhr: Amo-Ich bin ein Liebender;  Countertenor Philippe Jaroussky inszeniert eine barocke Jazz-Jam Session, ebenso treffen eine Barock-, eine Jazz- und eine Peru-Harfenistin aufeinander.       

LINK: www.ruhrtriennale.de

Orgelkonzert am 08.05.2010 in der Dreifaltigkeitskirche Wiesbaden

3. Mai 2010 2 Kommentare
Orgelmusik in der Dreifaltigkeitskirche Wiesbaden

Orgelmusik in der Dreifaltigkeitskirche Wiesbaden

Wiesbaden, die hessische Landeshauptstadt blickt auf eine lang zurückreichende Kulturtradition zurück. Auch die Stadtkirche Wiesbaden steht in der Verantwortung, sich diesem Erbe anzunehmen und es fortzuführen.

Die Dreifaltigkeitskirche ist ideeller Sitz der „Kulturkirche“. Dieser Kirchort bildet schon lange ein Zentrum kulturellen Lebens (Musical, Kabarett, Kunstausstellungen). Für eine dortige Verortung der „Kulturkirche“ spricht die Innenstadtlage der Kirche und ihre gute Verkehrsanbindung (Nähe Hbf.)


Zudem erfreut sich das Dichterviertel großer Attraktivität und kultureller Lebendigkeit. Eine Kulturkirche ist hier sinnvoll verortet. Die Veranstaltungen, die hier stattfinden, dürfen auf Zuspruch hoffen. In der Gemeinde befinden sich zudem viele Interessierte, die das kulturelle Leben der Gemeinde schätzen und unterstützen.

Termin Orgelmusik in der Dreifaltigkeitskirche Wiesbaden:

Orgelkonzert am Samstag, 8. Mai 2010 um 17:30 Uhr in der Dreifaltigkeitskirche Wiesbaden, Frauenlobstr. 5, mit Orgelwerken von J.S. Bach, César Franck und Hermann Schröder. Der Eintritt ist frei – um eine Kollekte am Ausgang wird gebeten.

Es war ein Wunsch der Veranstalter aus Wiesbaden, dieses Orgel-Konzert im „J.S. Bach-Forum“ zu veröffentlichen und möchte allen Orgel-Begeisterten im Umland von Wiesbaden dieses Konzert ans Herz legen.

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Jung-Instrumentalisten begeisterten mit einem Vivaldi-Bach-Programm in Detmold

Martin-Luther-Kirche Detmold


Im Rahmen des Orgelfrühlings 2010 fand in der Matin-Luther-Kirche in Detmold ein vielfältiges Vivaldi-Bach-Programm statt. Ausführende:

Jung-Instrumentalisten von der

Hochschule für Musik Detmold.

Ensemble:

Miriam Barduhn, Julia Parusch, Cordula Haupts (Violinen) Alisa Smith (Viola) Sebastian Escobar (Violincello) Christian Rahöft (Kontrabaß), Organistation: Alexander Toepper.

1. Geige (Konzertmeisterin): Miriam Schmaderer,

Orgel: Christina Raschdorf, Carlo Maria Barile, Alexander Toepper, Jan Croonenbroeck

Harfe: Hanna Rabe, Fagott: Constantin Gerstein.

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Programm: Vivaldi-Bach / zur Vergrößerung reinklicken!

Nach unserer Anfahrt in das Fürstentum Lippe mit seiner schönen Residenzstadt Detmold betraten wir wohlgestimmt die Martin-Luther-Kirche. Was würde uns dort für ein Vivaldi-Bach-Programm geboten, die Ankündigung versprach Großartiges und wurden nicht enttäuscht. Beim Betreten der Kirche waren wir mehr als überrascht, der Zuspruch war immens, die Plätze im Kirchenschiff voll belegt schritten wir gezielt nach vorne und erreichten noch zwei freie Plätze in der zweiten Kirchenbank. Hier hatten wir einen herrlichen Überblick auf das Geschehen und erlebten eine tolle Akustik, da sich alles im Altarraum abspielte und die Entfernung zu den Aufführenden sich als Ideal erwies.

Streichergruppe HfM Detmold im Vordergrund rechts: 1.Violine Miriam Schmaderer

DieProtagonisten betraten den Altarraum und ich traute meinen Augen nicht, ist es ein Jugend-Orchester an diesem Abend, schwer verfehlt, es sind Studierende von der HfM Detmold im blühenden Alter um das 21. Lebensjahr und was dann von ihnen geboten wurde, war mehr als begeisternd. Die 1. Violine mit der großartigen Miriam Schmaderer besetzt, begann mit  dem Violin-Konzert D-Moll; RV 541 für Orgel, Violine und Streicher von Antonio Vivaldi. Am Orgelpositiv die Organistin Christina Raschdorf, erklang eine homogene Klanggemeinschaft, die ein prächtiges Vivaldi-Werk mustergültig vortrugen, es ist eben die Barockzeit, die mich immer erschauern lasst wenn Instrumentalisten so genial die Musik zu Gehör bringen und das vollbrachte die Jung-Garde aus Detmold mit Bravour.

Einleitende Worte von den Studenten zur kommenden Werkswiedergabe im Hintergrund das Orgelpositiv, von links im Bild: Organist/in: Jan Croonenbroeck und Christina Raschdorf

Toll fanden wir die erklärenden und einleitenden Worte der Studenten zum folgenden Werk und die Vorstellung der einzelnen Instrumente wie: Violine, Harfe, Orgel und das Fagott.

Zur Barockzeit gab es noch nicht die heute benutzte Harfe und wurde von Vivaldi dann als eine Komposition für die Laute geschrieben. Dieses Vivaldi-Werk für Laute: RV 93 in D-Dur - wurde in einer Bearbeitung für Harfe vorgetragen und entpuppte sich als ein wahrer Volltreffer.

Instrumentalgruppe der HfM Detmold - rechts im Bild Hanna Rabe (Harfe)

Das war Musik für das seelische Gleichgewicht. Die Instrumental-Gruppe mit der Harfe zelebrierten Traum-Musik die uns unter die Haut ging..!! Viel zu selten ist die Harfe in Konzerten anzutreffen, sie erzeugt überirdische Musik und genau das traf an diesem Abend zu und konnte uns vollends beglücken. Ein herzliches Danke an die Studentenschaft, die dieses Werk uns so vollendet vorgetragen haben.

Bewundernswertes Können von - Hanna Rabe - Harfe

Eine Hörprobe von Vivaldi aus dem Lautenwerk RV 93 leider nur mit Laute, mit der Harfe klingt es überirdisch schöner – nachstehend

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Vorsichtshalber noch der Link zur Hörprobe zum herunterladen:

Vivaldi Konzert für Laute RV 93 Satz 2 Largo

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Die neue Paschen-Orgel von 2009 mit dem BWV 593 Organist: Jan Croonenbroeck

Aus diesem vielseitigen Programm möchte ich das Orgelwerk von J.S. Bach herausgreifen. J.S. Bach verarbeitete das Violin-Konzert für 2 Violinen und BC von Vivaldi: A-Moll op. 3 Nr.8, RV 522 in ein Orgel-Solo, BWV 593.

Der Jung-Organist Jan Croonenbroeck, (Jahrgang 1988) war ein vortrefflicher Interpret für traumhafte Orgelmusik von J.S. Bach. Was er an Registrierung und Interpretation uns zu Gehör brachte, war vom Allerfeinsten. Die Jubelarien auf diesen Nachwuchs-Organisten konnten wir dementsprechend nachvollziehen. Was er an der neuen Paschen-Orgel, erbaut in 2009 – hervorbrachte war mehr als berührend, nun war ich eins mit der von mir so heftig kritisierten neuen Orgel und konnte mich ganz dem Kunstgenuss hingeben. Die Luther-Kirche besitzt ein vortreffliches Instrument mit der Paschen-Orgel und das konnte Jan Croonenbroeck dank seines Spiels entsprechend  unter Beweis stellen und uns mit einem weiteren Highlight tief beeindrucken.

Hörprobe: Orgelkonzert J.S. Bach BWV 593 von YouTube nachstehend:

Das Vivaldi-Konzert C-Dur, RV 554 für Orgel, Violine, Fagott und Streicher, vorgetragen von „Constantin Gerstein“ – Fagott, war der besondere Höhepunkt als Schlussbeitrag. Diese Stimmigkeit durch Orgel – Streicher und dem Fagott war ein Leckerbissen, besser können es die Profis nicht – im Gegenteil, hier wurde die Frische und Freude am Musizieren besonders auffällig, ihre Begeisterung übertrug sich automatisch auf die Besucher und entrückte uns vollständig aus dem Alltag.

In Kurzfassung der bisherige Werdegang der Instrumentalisten HfM Detmold - zur größeren Ansicht ins Bild klicken..!!

Die Gegenüberstellung der Kompositionen von: Antonio Vivaldi (1648-1741) und Johann Sebastian Bach (1685-1750) gelang den Studierenden der HfM Detmold vollends, mit Begeisterung und Hingabe vermittelten sie uns die großartigen Barockwerke dieser zwei Ausnahme-Komponisten. Es war ein faszinierender Konzertabend von den heranwachsenden Nachwuchs-Künstlern, was für ein hohes technisches und musikalisches Potential sie besitzen hat uns alle sehr erfreut. Bewundernswert, mit welcher Freude und Hingabe sie dieses Programm persönlich mit Leben füllten und ihr Können in den Dienst der Musik stellten, persönliche Eitelkeiten kamen erst gar nicht auf, es war eine Musiziergemeinschaft, die alle in den Bann zog.

Instrumentalgruppe HfM Detmold rechts im Bild: Constantion Gerstein - Fagott - mit dem Vivaldi-Konzert C-Dur RV 554

Die voll besetzte Luther-Kirche dankte ihnen für diesen herrlichen Konzertabend mit einem lang anhaltendem und wohlverdienten Applaus, worüber sich die Aufführenden mehr als gefreut haben, die Anspannung fiel aus ihren Gesichtern und strahlten uns mit ihren jugendlichen Gesichtern an das uns sehr berührte. Wir traten mehr als erfüllt den Heimweg an und haben die Gewissheit, oooooh, was besitzen wir für einen hervorragenden Nachwuchs, das sollte man weiterhin pflegen und fördern und wo immer es geht, ihre Auftritte durch einen Besuch als Anerkennung so entsprechend zum Ausdruck bringen und sie ermutigen, den so beschrittenen Weg unbeirrt weiter zu verfolgen, dann werden sie ihr persönlich gestecktes Ziel in ihrer Musik-Laufbahn auch erfolgreich erreichen..!!

Gruß

Volker

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Albert Lortzing’s Oratorium „Himmelfahrt Jesu Christi“ in der Oekerhalle Bielefeld

1. Mai 2010 3 Kommentare

Albert Lortzing (1801-1851), ein Verkannter? Aufführung von Lortzings - Oratorium „Himmelfahrt Jesu Christi“ durch den Musikverein Bielefeld im 3. Saisonkonzert am

Freitag, 7. Mai 2010, 20 Uhr in der Oetkerhalle-Bielefeld.

Weiteres Werk des Abends ist J.S. Bach’s Himmelfahrts-Oratorium BWV 11.

Bernd Wilden, der den Chor des Musikvereins mit Wolfgang Helbich einstudiert, ist von Lortzings Frühwerk sehr angetan. „Aus jugendlichem Ungestüm heraus charmant“, beschreibt er seinen Eindruck. Ein lohnenswertes „Kuriosum“ nennt Jón Philipp von Linden, Musiktheater-Dramaturg am Stadttheater, das Frühwerk des 27-Jährigen. Es wird erstmals in Bielefeld zu hören sein. Entstanden ist es 1828, kurz nachdem Lortzing mit „Ali Pascha von Janina“ das erste seiner heiteren Singspiele vorgelegt hatte.

Der Komponist, Spross einer Schauspielerfamilie, wirkte zunächst als Schauspieler und Sänger. 1826 nahm er mit seiner ebenfalls schauspielernden Frau ein Engagement in Detmold an.

Albert Lortzing (1801-1851)

Dort schuf er, zwei Jahrzehnte vor seinen bekannten Opern, eine Reihe von Schauspielmusiken für das Detmolder Hoftheater, zwei Orchesterwerke und das Oratorium „Himmelfahrt Christi“. Es wurde 1828 in Münster uraufgeführt.

Oetkerhalle in Bielefeld

„Das Oratorium weist ihn als versierten Komponisten aus“, sagt Wilden. Der erste Teil des zweiteiligen Werks ende mit einer ausladenden Chorfuge, in der Lortzing auf beeindruckende Weise alle Register seines Könnens ziehe. In den Chorsätzen gebe es barocke Reminiszenzen, aber auch Anklänge an Haydn, Beethoven und Mendelssohn. +)

J.S. Bachs Himmelfahrtsoratorium BWV 11, wird den Abend eröffnen. Das Himmelfahrtsoratorium wurde wahrscheinlich im Jahre 1735 komponiert. In der alten Bach-Gesamtausgabe (BGA) war es bei den Kantaten unter dem Namen „Lobet Gott in seinen Reichen“ eingeordnet. Aufgrund seiner biblischen Handlung, eines Evangelisten , Rezitativen und anderen Personen wird es später folgerichtig den Oratorien zugeordnet. Bach selbst bezeichnete es als „Oratorium in Festo Ascensionis“.

Johann Sebastian Bach

Die Texte entnahm Bach den Evangelien von Lukas und Markus sowie der Apostelgeschichte. Die Musik stammt in großen Teilen aus früheren Werken: Die herrliche Altarie z.B. stammt aus der h-Moll-Messe, wo sie im „Agnus Dei“ als „Qui tollis“ zu hören ist; der festliche Eingangschor entstand ursprünglich 1732 zur Einweihung der Thomasschule als „Froher Tag verlangte Stunde“ und ließ sich bestens zur Vertonung der triumphalen Freude über die Himmelfahrt des auferstandenen Christus wieder verwenden.

Susanne Winter (Sopran)

Als Vokalsolisten verpflichtete der Musikverein Susanne Winter (Sopran), Kaja Plessing (Alt), Niklas Vepsä (Tenor), Michael Dahmen (Bariton) und Sebastian Pilgrim (Bass). Es spielen die Bielefelder Philharmoniker. Die Leitung hat Wolfgang Helbich.

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Dirigent Wolfgang Helbich

Wolfgang Helbich, in Berlin geboren, studierte Schul- und Kirchenmusik sowie Dirigieren in Detmold und Berlin. 1971 gründete er das Alsfelder Vokalensemble, dessen ständiger Künstlerischer Leiter er noch heute ist. Seine beruflichen Stationen führten ihn über Alsfeld und Berlin nach Bremen, wo er von 1976 bis 2008 als Leitender Kirchenmusiker am St. Petri Dom tätig war. Zwischenzeitlich betreute Helbich zudem Professuren für Chorleitung an den Hochschulen Bremen und Saarbrücken. Unter Helbichs Leitung entstanden zahlreiche, teilweise preisgekrönte CD-Einspielungen mit dem Alsfelder Vokalensemble Bremen sowie dem Bremer Domchor. Gastdirigate führten zur Zusammenarbeit mit dem NDR-Chor, dem WDR-Chor, dem RIAS-Kammerchor und dem Münchener Bach-Chor. Wolfgang Helbich ist Herausgeber von Chor- und Orgelliteratur und war Professor für Chorleitung an Musikhochschulen in Saarbrücken und Bremen.

Seit 1999 ist Wolfgang Helbich künstlerischer Leiter des „Musikvereins Bielefeld.“

Dirigenten wie Wilhelm Lamping, Michael Schneider von 1951 – 1958 und Martin Stephani von 1959 – 1983 - haben diesen Chor maßgeblich geprägt.

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Jón Philipp von Linden gibt vor dem Konzert am 7. Mai um 19.15 im Kleinen Saal der Oetkerhalle eine Einführung.

Karten für das Konzert sind im Vorverkauf in der Touristinformation im „Neuen Rathaus in Bielefeld“ sowie bei Chormitgliedern erhältlich. Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.

Eintrittspreise:
10,00 bis 24 Euro

Kartenvorverkauf:

TOURIST-INFORMATION Bielefeld im Neuen RATHAUS

Niederwall 23
33602 Bielefeld

Telefon 0521 / 51-6999
Telefax 0521 / 178811

touristinfo.rathaus@bielefeld.de
www.bielefeld.de

www.musikverein-bielefeld.de

RUDOLF-OETKER-HALLE BIELEFELD

- Bestuhlungsplan

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Eine interessante Gegenüberstellung mit dem Himmelfahrts-Oratorium von: Albert Lortzing zu J.S. Bach, darauf bin ich sehr gespannt. Nach dem Highlight von gestern in Detmold: Vivaldi-Bach, wieder eine interessantes Konzertprogramm in OWL.

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Rezension-Kritik Musikverein Bielefeld, Himmelfahrtsoratorium nachstehend.

Rezension NW Himmelfahrts-Oratorium- Zur Vergrößerung in das Foto klicken..!!

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Schönes Wochenende und Grüße

Volker
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+) Textauszüge-Rezension: © 2010 NW vom 30.4. und 10.5.2010

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