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Archiv für April 2010

RUHR2010 Teil XII: La Fura dels Baus

29. April 2010 3 Kommentare

Ich kanns auch nicht aussprechen…
„La Fura dels Baus“ – so etwa „das Frettchen der Müllhalde“, eine inzwischen weltberühmte katalanische Theatergruppe, die bereits bei der Eröffnung der Olympischen Spiele 1992 begeisterte, ist der Eigentümer des bereits seit Juni vergangenen Jahres im Ruhrorter Hafen vor Anker gegangenen Theaterschiffes mit dem Namen „Naumon“.
Die Künstlergruppe wird im Rahmen der Local Hero Woche und gleichzeitig zum Auftakt der Duisburger Akzente 2010 am 21. Mai 2010 um 21.00 Uhr eine spektakuläre Inszenierung als Hommage an Wagner und Mercator darbieten. 2007  waren sie an der Wagner Inszenierung des „Ring des Nibelungen“ unter Zubin Mehta in Valencia beteiligt. Ort dieses Spektakels ist die Naumon an der bis dahin eigens umgestalteten Mercatorinsel in Duisburg Ruhrort. Zu diesem Highlight im Hafen der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 werden tausende Menschen erwartet und dürfen sich dabei auf Großes gefasst machen.

Ruhr 2010 – Hanielprojekt Brückenschlag gestartet!
„Herzstück der Kulturhauptstadt 2010 in Duisburg ist die LOCAL HEROES Woche im Mai 2010 – Herzstück dieser Woche ist Ruhrort mit der „Mercatorinsel“ stellt Kulturdezernent Karl Janssen heraus. Die Mercatorinsel, einstige Lagerfläche für Schüttgüter am Zusammenfluss von Rhein und Ruhr, liegt zum Teil brach. Doch das soll sich ändern. Ziel ist es, an der Inselspitze einen fast sechs Hektar großen Park anzulegen, der Raum für Kunst und Kultur bietet. Über die neue Treppe können Besucher das Gelände bequem zu Fuß erreichen. Zudem gibt es auf 16 Metern Höhe eine Aussichts-plattform. Bis zum 30. April 2010 soll die Treppenanlage fertig sein.
Der Vorsitzende der Geschäftsführung der RUHR.2010 GmbH, Fritz Pleitgen, sieht in der neuen Nutzung der Inselspitze ein große Chance für die Kunst: „Duisburg hat mit dem neuen Freizeitkonzept die Möglichkeit, zu einem Bregenz am Rhein zu werden. Ein hochgestecktes Ziel, wie ich zugebe. Aber: warum nicht?! Der Platz ist ideal. Musik, Schauspiel und viele andere Dinge können sich zukünftig in einer stimmungsvollen Open-Air-Atmosphäre umschlungen vom Rhein in neuer Art den Menschen präsentieren.
Einen Vorgeschmack darauf gibt es am 21. Mai 2010 am Hafeneingang in der Nähe der Mercatorinsel: Haniel präsentiert als Hauptsponsor der Kulturhauptstadt RUHR.2010 eine spektakuläre Show – mit einem Schiff als Bühne. Die spanisch-katalanische Theatergruppe „La Fura dels Baus“ wird mit 60 Trapez-künstlern das Stück „Das globale Rheingold“ aufführen. Dazu spielt ein Orchester live Musik von Richard Wagner und eine Neu-Komposition, die vom Kartografen und Wahl-Duisburger Gerhard Mercator inspiriert ist.  Beim grandiosen Finale verschwindet dann die Naumon im Feuerwerk. Der Eintritt zu dem ganzen Spektakel ist frei.

Grüße aus dem RUHR2010-Pott, Claudia

Virtuose Barockmusik am 30.4.2010 in der Matin-Luther-Kirche Detmold

Martin-Luther-Kirche Detmold

Am kommenden Freitag, 30. April 2010, kommt um 19.30 Uhr einer der experimentierfreudigsten Komponisten der vergangenen Jahrhunderte „zu Ton“: Antonio Vivaldi.

In der Detmolder Martin-Luther-Kirche erklingen Vivaldis Konzerte für Fagott, Harfe, Orgel, Violine und Streicher.

Diese Konzerte sind besonders selten zu hören, denn sie enthalten den Part einer konzertierenden Orgel – was sie für viele Konzertveranstalter besonders aufwendig macht. Die Studierenden der Orgelklasse Prof. Prof. Tomasz A. Nowak von der Detmolder Musikhochschule stellen sich dieser Aufgabe zusammen mit den Kommilitonen Miriam Schmaderer (Violine), Hanna Rabe (Harfe) sowie  Constantin Gerstein (Fagott) und werden durch das Programm führen.

Die neue Paschen-Orgel in der Martin-Luther-Kirche Detmold

Der Eintritt ist frei.

Antonio Vivaldi hinterließ Opern, Oratorien, Kammermusik und fast 500 Konzerte für verschiedene Besetzungen. Seine Musik hat ihm zu seinen Lebenszeiten europaweiten Ruhm gebracht und eine ganze Generation von Komponisten beeinflusst. Unter anderen hat Johann Sebastian Bach die Konzerte des venezianischen Meisters genau studiert und einige von ihnen für Cembalo oder Orgel bearbeitet. Vivaldi bevorzugte in den meisten seiner Concerti die Violine als Soloinstrument.

Ein Konzert-Highlight für OWL.

Grüße

Volker

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RUHR2010 Teil XI: !Sing 05. Juni 2010 Day of Song

25. April 2010 2 Kommentare

Dass das Singen eine bodenständige Angelegenheit ist, die nicht nur den Künstlern vorbehalten ist, oder sich gar nur in den Top-Konzerthäusern dieser Welt abspielt, hat sich dieser von Steven Sloane ins Leben gerufene Motto-Tag zur Aufgabe gemacht. Es ist eine Urkraft, dessen sich viele Menschen leider nicht mehr bewußt sind. Singen kann jeder, lediglich 5 % der Menschen sind tatsächlich völlig amusisch. Die Chorlandschaft Ruhr Region hat alleine mit seinen 300.000 Laiensängern die Kultur und damit die Folkwang Idee „Kultur für jeden“ nachhaltig geprägt.

Bereits am Freitag 04.06.2010 starten Begegnungskonzerte  der Partnerstädte in 11 Ruhrstädten, die öffentlich sind. Um 18.00 beginnt der Auftakt mit Chören der fünf Ruhrgebietshochschulen, die Wandelkonzerte in Werden zwischen Basilika, Haus Fuhr und der ev. Kirche veranstalten. Mit dem Sonnenaufgang um 5.08 Uhr am 05.06.210 wird das ChorWerk Ruhr mit einem Schiff singend den Nordsternpark in Gelsenkirchen erreichen. Um 10.00 Uhr beginnt dann das öffentliche Singen an besonderen Orten, in Einkaufzentren, Innenstädten, Krankenhäusern oder auch im Knast. Keine Angst, Textzettel werden verteilt…

Um 12.10 Uhr stimmen alle Chöre parallel das Steigerlied und dann die Ruhrhymne von Grönemeyer an. Um 13.00 Uhr das offene Singen in sakralen Räumen. Insgesamt wird es an diesem Tag rund 400 Gelegenheiten im ganzen Ruhrgebiet zum Mitsingen geben. Die Aktion kulminiert mit dem Abschlusskonzert in der Veltins Arena auf Schalke. Steven SloaneDort treten auf dem Spielfeld 230 Chöre mit 8000 Sängern auf, dazu Bobby McFerrin, Vesselina Kasarova, Chöre aus Pecs, Istanbul sowie ein Gebärdenchor mit einer besonderen Choreographie. Durch den Abend führt Steven Sloane mit seinen Bochumer Symphonikern.

Wer das Programm für den 05. Juni 2010 über www.ruhr2010.de googelt, stößt alleine an diesem Tag auf 205 Veranstaltungen, die ab Mai mit Programm versehen sind. Wer sich für diesen Thementag interessiert, sucht sich am besten seine Veranstaltungen selbst heraus. Soviel sei hier gesagt: Für jeden ist etwas dabei. Ob Oper, Kirchenmusik, Operette, Volkslied, Jazz, Gospel…, es lohnt sich bestimmt für einen Besuch in der Ruhrmetropole und seinen Trabanten! 

Highlights / Tipps:

Fr. 04.06.10 / 19.00  Uhr Wandelkonzert: Chormusik im Wandel der Zeit an verschiedenen Orten in 45239 Essen

Sa. 05.06.10 / 0.00 Uhr Spem in Alium / Thomas Tallis:  Mitternachtskonzert im Gasometer Oberhausen unter dem künstlichen Riesenmond (mein Favorit). Die Ausstellung des Sonnensystems kann vorher besichtigt werden, von der Aussichtsplattform des Gasometers hat man dann einen spektakulären Blick auf das nächtliche Ruhrgebiet.

Sa 05.06.10 / 20.30 Veltins Arena Gelsenkirchen: Abschlusskonzert mit Steven Sloane + BoSys, Vesselina Kasarova (Mezzosopran), Wiseguys, Bobby McFerrin u.a. 

 LINK: http://www.essen-fuer-das-ruhrgebiet.ruhr2010.de/sing/presse/pressemitteilungen.html

Geistliche Chormusik u.a. vom Bückeburger Bach – Johann Christoph Friedrich Bach

Bückeburger Bach - Johann Christoph Friedrich Bach

Vorgestern erhielt ich die CD mit „Geistlicher Musik der Bach-Familie“ darin enthalten von dem Bückeburger Bach „Johann Christoph Friedrich Bach“eine Motette es ist eine filigrane CD vom Label: Conventus Musicus – in 1992 veröffentlicht, und möchte sie unbedingt weiterempfehlen.

Auf der CD ist u.a. die dreiteilige Motette: „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ vom Bückeburger Bach  enthalten und entstand im Jahr 1780 oder 1781 in Bückeburg. Es ist eine vierstimmige Motette und entwickelt sich aus dem aufsteigenden Dreiklang des „Wachet auf“ eine kunstvoll-virtuos gearbeitete Introduktion. Den Hauptteil des Satzes bildet eine Choralbearbeitung nach dem Vorbild der alten thüringischen Cantus-firmus-Motette, mit der Liedmelodie im Sopran, bevor am Ende des Satzes die Introduktion in verkürzter Form noch einmal zurückkehrt. Beinahe unverändert übernimmt Johann Christoph Friedrich nun den Schlusschoral im 3. Satz aus der Kantate BWV 140 seines Vaters und führt die Schlußzeile „des sind wir froh…“ in einem eigenen freien Fugato weiter, ohne jedoch die tonale Grundebene noch einmal zu verlassen.

Cover: Bach-Familie Geistliche Musik

CD-Inhalt:

Bach, Johann Christoph (1642-1703) • Sei getreu bis in den Tod
Bach, Joh. Christoph Friedrich (1732-1795) • Wachet auf, ruft uns die Stimme!
Bach, Johann Michael (1648-1694) • Sei, lieber Tag, willkommen (zu Neujahr)
Bach, Johann Michael • Unser Leben währet siebenzig Jahr
Bach, Johann Christoph • Ich lasse dich nicht
Bach, Johann Sebastian (1685-1750) • Kyrie eleison, Christe du Lamm Gottes BWV 233a F-dur
Homilius, Gottfried August (1714-1785) • Der Herr ist mein Hirte
Ich will den Herren loben allezeit • Sehet, welch eine Liebe
Selig sind die Toten • Unser Vater in dem Himmel

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Bestell-Nr.:

CD CM 1030   für  Euro 12,90 zuzüglich 3 Euro für Versand.

Bestellungen bitte direkt an:
Conventus-Musicus
Postfach 68
97335 Dettelbach

Tel.: 09321-9243986

oder per
E-Mail:

cm@conventus-musicus.de

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Symbol für eine Hörprobe

Eine Hörprobe von Johann Christoph Friedrich Bach (Bückeburger Bach) Satz drei „Gloria sei dir gesungen“ aus der Motette: „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ füge ich nachstehend bei:

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Impressionen zur Vokalgruppe „IL CONCERTO PICCOLO München, zur Vergrößerung in das Foto klicken:

Historie zu IL Concerto Piccolo

Besetzungsliste von Il concerto ciccolo München

Ensemble Il concerto piccolo München während der Aufnahme in München

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Ich möchte allen noch einmal zur Erinnerung den Beitrag; „Auf den Spuren des Bückeburger Bach – Johann-Christian-Friedrich Bach“  - hinweisen.

Link:  http://meinhardo.wordpress.com/2009/09/25/auf-den-spuren-des-buckeburger-bach-johann-christoph-friedrich-bach/

Grüße

Volker

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Klassik-Termine in der Kulturhauptstadt Essen2010

21. April 2010 3 Kommentare

Visitatio sepulchri - Das Essener Osterspiel

Samstag 24. April 2010 und Sonntag 25.04.2010 | 20.00 Uhr | Essen | Hoher Dom zu Essen

Hoher Dom zu Essen

  • Musica enchiriadis – Die Entdeckung der Mehrstimmigkeit
  • Ensemble VOX WERDENSIS (Schola der Folkwang Universität)
  • Leitung: KMD Prof. Dr. Stefan Klöckner
  • weiterer Termin: So 25.04.2010
  • Karten & Informationen: TicketCenter Theater und Philharmonie Essen, Fon 0201 8122 200
  • ein Projekt der Essener Domschatzkammer, der Folkwang Universität, der Katholischen Akademie DIE WOLFSBURG, der Philharmonie Essen und der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010

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Monteverdis „Marien-Vesper“

23. Mai 2010 | 17.00 Uhr | Essen | Basilika St. Ludgerus

Abtei Basilika St. Ludgerus Essen-Werden

Musica enchiriadis – Die Entdeckung der Mehrstimmigkeit
Schola der Folkwang Universität
Knabenchor Hannover (Leitung: Prof. Jörg Breiding)
Himmlische Cantorey
Concerto Palatino

Karten & Informationen: TicketCenter Theater und Philharmonie Essen,

Fon 0201 8122 200
ein Projekt der Essener Domschatzkammer, der Folkwang Universität, der Katholischen Akademie DIE WOLFSBURG, der Philharmonie Essen und der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010

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Grüße

Volker

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„Ein Lieblingsjünger der Musik“ Karl Richter in München

20. April 2010 2 Kommentare

Für uns Ältere war Karl Richter der Bach-Interpret schlechthin.

Dirigent und Bach-Interpret: Karl Richter

Karl Richter kam im Jahr 1951 als Thomas-Organist von der Thomaskirche in Leipzig in das katholische München und eroberte mit seinen spektakulären Bach-Aufführungen nicht nur das Münchener Publikum sondern war in den 60er bis 70er Jahren der ungekrönte Meister-Interpret für die barocke Wiedergabe der alten Meister.

Anerkennung fand er im In- und Ausland für seine Interpretationen und gründete den Münchener Bach-Chor und sein Münchener-Bach-Orchester.

Programm: Thomaskirche in Leipzig - Thomas-Organist Karl Richter in 1950

Als ein begnadeter Orgelspieler und bekennender Bach-Interpret waren seine Aufführungen mehr als spektakulär und beglückten ein dankbares Publikum. Seine Orgelabenden in der Markus-Kirche München waren Kult.

Bach-Interpret an der Orgel: Karl Richter

Seit seinem plötzlichen Tod am 15.2.1981 im Alter von nur 54 Jahren, entstand eine große Lücke in der Bach-Tradition und konnte nur schwer geschlossen werden. Der beginnenden historischen Aufführungs-Praxis fand in ihn keinen Befürworter und pflegte die „Mitteldeutsche Sächsische-Bach-Tradition“ weiterhin.

Ein nennenswerter Artikel über Karl Richter ist in der Zeitschrift „Crescendo“ erschienen und füge den Artikel als PDF bei.

PDF-Artikel: Crescendo-Blog-Karl Richter

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Wer gezielt weitere Informationen über Karl Richter in Erfahrung bringen möchte, dem empfehle ich folgende Blog-Seite.

Link: http://karlrichtermunich.blogspot.com/

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Videos über Karl Richter – eine  Trilogie – Zeitzeugen berichten…!!

Videos von Karl Richter auf  YouTube:

http://www.youtube.com/watch?v=fugN11srdG0

http://www.youtube.com/watch?v=pqdauo-kqJI

http://www.youtube.com/watch?v=2GaS1rwSQ-c

http://www.youtube.com/watch?v=Lggf6nRcM3U

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Nostalgischen Passions-Einspielungen ( 10 CDs für 20,99 € ) als Cassette bei Amazon können über meine Partnerseite bestellt werden. Hervorragende Gesangs-Solisten während der Richter-Ära sind zu genießen und sind für Nostalgie-Kenner ein Genuss der Einmaligkeit und das zu einem Spitzenpreis..!!

Link:  - h i e r  - klicken..!!

Grüsse

Volker

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TV-Tipp: am 18.4.2010 Das Bayerische Fernsehen kommt mit einem neuen Klassik-Magazin

Bayerisches Fernsehen neues Klassik-Magazin, ab Sonntag, 18.4.2010 um 12:00 Uhr:

BR KlaSSIK-MAGAZIN

am Sonntag gibt es im Bayerischen Fernsehen jeweils zur besten Sendezeit um 12 Uhr mittags das Magazin KlickKlack, das sich alle zwei Wochen jeweils eine halbe Stunde lang der bunten Welt niveauvoller Musik widmet.

So wird es viel zu entdecken geben, jeden zweiten Sonntag von 12 Uhr an (nur bei der ersten Ausgabe am 18. April ausnahmsweise von 12:15 Uhr an). Beim Start der Reihe ist übrigens ein cleverer Grenzgänger der Musikwelt mit von der Partie. Denn ein Beitrag widmet sich dem Vokalvirtuosen Bobby McFerrin. Außerdem stehen der Geiger Daniel Hope, der Bass-Bariton Bryn Terfel, der Bach-Spezialist Murray Perahia und die Jazz-Pianistin Hiromi Uehara auf der Gästeliste.

Weitere Inforomationen dazu  auf der Website vom BR.

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P.S. Radio BR-Klassik Aktualisierung für den 19.4.2010 um 13:05 Uhr

19.04.2010
13:05 Uhr: BR-Klassik

Musik im Originalklang
English Baroque Soloists: John Eliot Gardiner
François Couperin: „Le Parnasse“; Georg Friedrich Händel: „Solomon“, Einzug der Königin von Saba und Chor aus dem 3. Akt; „Israel in Egypt“, Introitus und Chor aus dem 2. Teil, HWV 54 (Monteverdi Choir); „Alcina“, Eröffnungsmusik; Johann Sebastian Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 1 F-dur

Wiederholung der Sendung auf BR-Klassik am 21.4.2010 um 12 Uhr
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Schönes Wochenende und Grüsse

Volker

News vom Label: Soli Deo Gloria

News

SDG’s latest release enters specialist classical chart (6 Mar 2010)

SDG’s latest release – Bach Cantatas Volume 2 (SDG 165) – enters the specialist classical chart at number two!

News vom Label SDG vom 9.3.2010

To see the full classical chart, please click here:

Link: http://www.gramophone.co.uk/chart

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Gruß

Volker

RUHR2010 Teil X: Musiktempel der Extraklasse

14. April 2010 3 Kommentare

Aalto Theater

Das Aalto Theater ist das architektonische Werk des finnischen Architekten Alvar Aalto. Bereits 1959 wurde sein Entwurf einstimmig angenommen, doch erst 1983, also sieben Jahre nach seinem Tod wurde mit dem Bau begonnen. Am 25.09.1988 wurde es mit Richard Wagners „Die Meistersänger von Nürnberg“ feierlich eröffnet.

Die Asymmetrie des etwa 1.120 Personen fassenden, in tiefem Indigoblau gehaltenen Zuschauerraums sollte nach Aaltos Vorstellungen auch bei spärlichem Besuch des Theaters jeden störenden Eindruck vermeiden. Intendant und Generalmusikdirektor ist seit der Spielzeit 1997/98 Stefan Soltesz,  dessen Strauss-Zyklus in Essen große Beachtung fand.

Im September 2008 wurde das Aalto-Theater in der Fachzeitschrift Opernwelt nach einer Umfrage unter 50 unabhängigen Kritikern aus verschiedenen Ländern als bestes Opernhaus im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet und trägt nun den Titel Opernhaus des Jahres 2008. In der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift theater pur konnte das Aalto-Theater seinen ersten Preis 2009 behaupten und hat somit den langjährigen Spitzenreiter, die Schwabenmetropole Stuttgart, abgelöst. Das absolute Highlight dieses Jahres ist für mich der „Ring des Nibelungen“-Zyklus, vor der Sommerpause gelangen „Das Rheingold“, „Die Walküre“ und der „Siegfried“ zur Aufführung, im Herbst erfolgt dann die Premiere der „Götterdämmerung“. Dieses momumentale Werk vom Zyklus des Werdens und Vergehens soziokultureller Ordnungen ist stets für jede Generation aktuell. Hierzu ein interessantes Zitat des Wagner Enkels Franz Wilhelm Beidler passend zur diesjährigen Ruhr2010 oder allgemein zur Wirtschafts- und Bankenkrise:

„Die komplizierten Schachtanlagen und Hüttenwerke des Ruhrgebietes etwa vereinfachen sich zu den Werkstätten Nibelheims, die Anonymität des Kapitals, die Unsicherheit des Aktionärs enthüllt sich im verschleierten Tarnhelm. Die dämonische Kraft des Ringes, d. h. des kapitalistischen Macht- und Profitstrebens, durchdringt alle Beziehungen, löst alle Bindungen, Rechte und Sitten auf. Die von altersher herrschenden Gewalten – hier heißen sie Götter – verstricken sich im kapitalistischen Gestrüpp, und die Welt wartet auf den Menschen. Auf den Menschen, der durch Verzicht auf Besitz und Gewinn die Kraft zur befreienden Tat findet und Götter und Zwerge ablöst.“

Richard Wagner- verstrahltes Genie mit sozialistischen Visionen, heute eher linksradikal

Überflüssig zu erwähnen, dass alles zu humanen Preisen erlebt werden kann und man hierfür nicht die langen Wartezeiten und aristokratischen Preise von Bayreuth in Kauf nehmen muss. Ursprünglich wollte Richard Wagner ja seine Festspiele ganz umsonst bieten. Das kann auch Essen nicht realisieren. Aber es gibt für Sparfüchse und Kulturjunkies die THEATERCARD, die jährlich 60,-Euro kostet, man kann dann ab 10 Tage vor der Vorstellung die Karte zu 50% Ermäßigung erwerben. Dies gilt für das Aalto Theater, das Grillo und die Philharmonie Essen. Und überhaupt, im Aalto sitzt man eh bequemer als im Festspielhaus auf der „Holzklasse“.

Das Aalto-Musiktheater beherbergt das Opernhaus, das Theater und auch das Aalto Ballett Theater. Der aktuelle Spielplan für alle 4 Kultursparten kann untenstehend eingesehen werden.

LINK:   http://www.theater-essen.de

Philharmonie Essen

Philharmonie Essen vom Haupteingang

Im Juni 2004 wurde die neue Philharmonie Essen mit einem großen Festkonzert eingeweiht. In den ersten beiden Monaten wohnten über 50.000 Zuschauer dem „Eröffnungszauber“ bei, während dem sich die internationale Konzertszene die Klinke in die Hand drückte. Von den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle, Frank Peter Zimmermann oder dem Alban Berg Quartett hin zu Jazz-Größen wie Herbie Hancock oder Wayne Shorter, Größen des internationalen Konzertbetriebs die man in Essen bisher nicht zu Gesicht bekam.

Die eigentliche Geschichte der Philharmonie beginnt 100 Jahre früher, 1904 mit der Eröffnung des Saalbaus. Richard Strauss dirigierte zur Premiere und Gustav Mahler leitete wenig später die Uraufführung seiner 6. Sinfonie. Bis in die 1990er Jahre war der Saalbau die Heimstadt der Essener Philharmoniker, wurde aber auch als Mehrzweckhalle von Bällen bis hin zum Flohmarkt genutzt.

Philharmonie Interieur vom 1. Rang

Mit knapp 2000 Plätzen ist die Philharmonie die größte (und wie ich finde, die Schönste) des Ruhrgebiets. Nach anfänglichen Kritiken, da Dortmund ungefährt zeitgleich mit dem Bau des Konzerthauses begann, hat sie ihren Platz unter den besten Musiktempeln der Republik behauptet. Stets sind hochkarätige Künstler zu Gast, die ein internationales Niveau garantieren. Für kleinere Veranstaltungen steht neben dem großzügigen Alfried-Krupp-Saal (Die Alfried Krupp-von Bohlen und Halbach-Stifung war auch sehr generös…) der RWE Pavillion zur Verfügung.

Link: www.philharmonie-essen.de

Im Übrigen werden sowohl für das Aalto, als auch für die Philharmonie Architekturführungen angeboten. Alles ist vom HBF zu Fuß oder per U-Bahn schnell zu erreichen. Das Musik-Ensemble ist von einem kleinen Park umgeben, der -wie die Musik selbst- den Alltag kurz ausschaltet.

Allerseits einen schönen Mittwoch, Claudia

Händel-Festspiele Göttingen – Gastauftritt in Hannover am 19. Mai 2010

10. April 2010 3 Kommentare

Ein weiteres Highlight:

Händel-Festspiele 2010 finden in Göttingen vom 14.5. bis  24.5.2010 statt. Ein Gastkonzert ist  in Hannover am 19. Mai 2010 in der Galerie Hannover-Herrenhausen.

In diesem Jahr feiern die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen ihren 90. Geburtstag und damit 90 Jahre Händel-Renaissance, die mit der Wiederentdeckung der Opern Händels im Jahr 1920 von Göttingen aus ins Leben gerufen wurde.

Unter dem Motto „Händel & Hannover” widmet sich das Festival vom 14. bis 25. Mai 2010 Händels Aufenthalt vor 300 Jahren in Hannover-Herrenhausen. Von Hannover aus spannen wir den Bogen weit über Händels Zeitgenossen in Herrenhausen hinaus und präsentieren mit 96 Veranstaltungen und 580 Künstlern aus aller Welt Händels Wirkungsgeschichte bis heute in Deutschland.

Galerie Hannover-Herrenhausen

Gast-Konzert in der Galerie Herrenhausen, Hannover

19. Mai 2010, 20.00 Uhr

Dauer ca. 1 3/4 Std.
Eintritt:  EUR 67 / 45 / 28,50 / 17,50

Kartenvorverkauf:  Ticket-Online-Saalbuchung

Leider stehen nur noch ungünstige Restplätze zur Verfügung..!! Eile ist geboten.

300 Jahre Händel in Hannover

Unter dem Motto „Händel & Hannover“ widmen sich die diesjährigen Internationalen Händel-Festspiele Göttingen Händels Aufenthalt vor 300 jahren in Hannover-Herrenhausen. 2010 jährt sich zudem der 350. Geburtstag von Kurfürst Georg August, Händels erstem und wichtigsten Förderer aus dem Welfenhaus, der als George I. im Jahr 1714 auf den englischen Thron berufen wurde und hiermit die bis 1837 währende Personalunion begründete.

Auf dem Programm stehen Instrumentalmusik von Händel und seinen norddeutschen Zeitgenossen sowie Arien aus Händels berühmtester Oper „Giulio Cesare“, einer Oper, die George I. besonders geschätzt hat. Solistin des Abends ist die kanadische Solistin Dominique Labelle, eine der weltweit renommiertesten Interpretinnen der Musik Händels. Es spielt das Festspiel Orchester Göttingen unter der Leitung von Nicholas McGegan.

Festspiel-Orchester-Göttingen

Konzertprogramm

Carl Heinrich Graun (1703–1759)

Overture

Tra le procelle assorto
aus Cleopatra e Cesare

Johann Adolf Hasse (1699–1783)

Morte, col fiero aspetto
aus Marc’Antonio e Cleopatra

Joachim Quantz (1697–1773)

Concerto in D major (QV 5:45)
für Flöte, Streicher und basso continuo

Pause

Georg Friedrich Händel (1685–1759)

Overture

Piangerò, la sorte mia
aus Giulio Cesare (HWV 17)

Johann David Heinichen (1683–1729)

Concerto in F major (S 234)

Johann Mattheson (1681–1764)

Mein Leben ist hin, Nun ist es Zeit, Wer in seinem Busen

Darum komm, giftiges Geschmeiß aus Cleopatra

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Link: Händel-Festspiele Göttingen

http://www.haendel-festspiele.de/front_content.php?idart=274

Schönes Wochenende und Grüsse

Volker

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Humoristisches zu Bielefeld „Die Verschwörung“

9. April 2010 2 Kommentare

Hallo,

einmal weitab von der Musik und nach den österlichen Musik-Highlights fand ich heute etwas zum Schmunzeln: Ein Artikel über die Verschwörungs-Theorie: „Bielefeld gibt es nicht..!!“

Die Verschwörung: "Bielefeld gibt es nicht"

Aufgewachsen in OWL-Ostwestfalen-Lippe muss ich es genau wissen, dass Bielefeld real besteht und seit dem 12. Jahrhundert urkundliche Erwähnung fand. Aus Hamburg kommen ganz andere Stimmen und stellen die Grossstadt mit ca. 320.000 Einwohnern in Frage und sind der Meinung: Bielefeld existiert nicht..!!

Die Progressiven unter uns wissen es schon lange: Die Stadt in Ostwestfalen ist ein Fake. Endlich sagt das mal jemand laut und öffentlich – auf einer Bühne in Hamburg. Gibt es sie? Oder gibt es sie nicht? Was ist dran an dem Gerücht, dass die Stadt Bielefeld gar nicht existiert? Seit Jahren kursiert es im Internet und auf Studentenpartys – und wird zusehends beliebter. Im Sommer soll gar ein Film darüber ins Kino kommen. Und in Hamburg ist der Saal rappelvoll, wenn darüber gesprochen wird. Ortstermin in der Speicherstadt. Ein paar Grüppchen haben sich vor einer alten Kaffeerösterei versammelt. Hastig werden die letzten Kippen geraucht. Die Nacht wirkt still. Doch das täuscht. Im Inneren des Speichers ist kaum noch Platz. Bestimmt 100 Leute sind gekommen. Ein bunt gemixter Haufen und ein großer, wenn man bedenkt, dass die Leute wegen etwas gekommen sind, das es gar nicht gibt…….

YouTube-Videos:

Der ganze Artikel kann über den nachstehenden Link nachgelesen werden:

Link: -  h i e r  -  k l i c k e n ..!!

Wie schafft man es, die Stadt auf der Landkarte zu verstecken? Und was für Menschen leben dort? Der Artikel ist köstlich verfasst und musste über die Aussagen immer wieder schmunzeln..!!

Literatur: Rätselhaftes Bielefeld, Die Verschwörung

Eine Buch darüber ist veröffentlicht worden.

Lange haben wir geschwiegen und unsere Rolle in dem großen Spiel mitgespielt, aber wir können nicht mehr schweigen. Wir haben eine Verpflichtung gegenüber unseren Lesern und allen Risiken zum Trotz enthüllen wir nun die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit!

Mit Beiträgen u.a. von Dietmar Bittrich, Wiglaf Droste, Erwin Grosche, Udo Lindenberg, Franz Mon, Sandra Niermeyer, Renate Niemann, Reneé Pleyter, Reitemeier/ Tewes, Dietmar Wischmeyer, Hans Zippert und einem Cartoon von Ralph Ruthe.

Anthologie
Originalausgabe
288 Seiten, Pb, Euro 10,95
ISBN 978-3-86532-188-6
• LIEFERBAR

Link: http://www.pendragon.de/

Viel Spass mit dem Beitrag.

Grüsse aus dem nicht existierenden Bielefeld…

Volker

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RUHR2010 Teil IX: Kunst auf Halde

3. April 2010 3 Kommentare

Auch wenn jetzt alle mit der Abarbeitung der gigantischen Ostermusik-Highlights beschäftigt sind, störe ich Euch einmal aktuell mit der RUHR2010.

Auf der Drachenbrücke

Trotz der mäßigen Wetteransage fahren wir heute mit unserem Hamburger Freund zu einer „Landmarke“. Landmarken sind im Ruhrgebiet frühere „Bergehalden“, also das taube Gestein, was von der Kohle getrennt wurde. Viele sind begrünt und auf ihrem Gipfel findet sich eine weithin sichtbare Skulptur. Die Bekannteste ist vielleicht der Tetraeder in Bottrop oder die Himmelstreppe in GE-Uecker. Bei der letzten Führung Dienstag auf Zollverein hat der Führer auf der Aussichtsplattform unser Interesse für das neue Horizont-Observatorium „Hoheward“ in Herten geweckt. Wir betreten die Halde über die neue „Drachenbrücke“.

Der Drache der Drachenbrücke

Wir lassen die „Baumgrenze“ hinter uns. Als erstes begegnen wir der Horizontal-Sonnenuhr mit dem neun Meter hohem Obelisken als Zeiger und Schattenwerfer. Das Panorama entlockt uns Frank Goosens Zitate: „Nee, schön iss das nich“ oder „Weisse, woanders ist auch Scheisse“. Im Hintergrund qualmen die Schlote eines großen Kraftwerkes in GE. Wir sind umzingelt von Fabriken, die Schalke Arena sieht wie ein weisser Riesenpilz aus. Das spektakuläre „Horizont-Observatorium“ ist das neue Highlight des Landschaftsparks. Für weitere Informationen und mehr zur prähistorischen Sternenkunde (toller 360° Umblick):

LINK: http://de.wikipedia.org/wiki/Halde_Hoheward

Das moderne Stonehenge

Hier oben ist es wirklich ziemlich windig, schade, dass jetzt gerade so ein Mist-Wetter ist.

Der westliche Teil der Halde ist noch nicht begrünt. Rund um die ehemalige Zeche Ewald ist dort ein neues Gewerbegebiet entstanden. Im Gegensatz zu Zollverein, die ja wirklich top restauriert ist, hat diese Zeche morbiden Charme. Mittlerweile ist wieder strahlender Sonnenschein. Geheimtipp für Café und Kuchen: Das Café auf Ewald, mit moderaten Preisen und XXL-Obstkuchen.

Zeche Ewald

In Herten gibt es auch ein Renaissance-Wasserschloß, das wollen wir auf jeden Fall mitnehmen, es bildet ausserdem einen schönen Kontrast zu dem bisherigen Programm.

Inmitten eines alten englischen Landschaftsparks, direkt am Rande der Hertener Innenstadt, liegt das 1376 erstmals urkundlich erwähnte Wasserschloss Herten. Das Schloss Herten zu den schönsten Baudenkmälern in Nordrhein-Westfalen.

Schloss und Schlosspark dienen seither als Kulisse für verschiedene bedeutende Kulturveranstaltungen der Region, so für das Kulturfestival Ruhr, die Hertener Schlosskonzerte und den Pfingst-Kunstmarkt. Die Hauptburg des Wasserschlosses ist ein rundum von einer Gräfte umgebener Ziegelbau. Sie verrät heute noch ihre Bedeutung als Beispielarchitektur aus der Zeit der Spätgotik.
Noch immer zeugen Relikte eines massiven Bergfrieds im östlichen Teil des Nordflügels in Form einer Säule mit gotischem Kreuzgewölbe von dem Wehrcharakter der ehemals kleinen Burganlage. 1529 kam die Burg durch Heirat in den Besitz des Bertram von Nesselrode, Erbkämmerer des Herzogtums Berg.

Blick in die Gräfte

Um 1650 wurde das Schloss umgebaut. Während dieser Zeit entstand im Ostflügel der große Saal, dessen Decke perspektivisch ausgemalt wurde. Diese bei den Restaurierungsarbeiten wiederentdeckte Malerei ist in Westfalen ohne Beispiel.

Schloss Herten Perspektive vom Schlosspark

Diese Perspektive war einmal auf dem Programm für das Klavierfestival Ruhr vertreten. Am 03. und 04.06.10 finden im Rahmen des Sing!-Projektes hier 2 Kammerkonzerte statt.

LINK: http://www.herten.de/tourismus/sehenswertes/schloss-herten/index.html

Gesegnete Ostern, Claudia

Rundfunk-Fernsehen – Übertragungen Klassische Musik zu Ostern und Folgewoche

Nachfolgend weitere Fernseh- und Rundfunkübertragungen um das Osterfest:

Oster-Sonntag: 4.4.2010

NDR
11-13 Uhr


Dixit Dominus
Konzert des NDR Chores in Kooperation mit der Reihe NDR Das Alte Werk
Giovanni Battista Pergolesi: Missa Romana für Soli, Chor und Orchester
Georg Friedrich Händel: Concerto grosso d-Moll HWV 316
Dixit Dominus, geistliches Konzert für Soli,Chor und Streicher HWV 232
Sibylla Rubens und Christina Landshamer, Sopran
Ann Hallenberg, Alt / NDR Chor
Elbipolis Barockorchester Hamburg
Ltg.: Philipp Ahmann
Aufzeichnung vom 28.1.2010 in der Laeiszhalle Hamburg
Giovanni Battista Pergolesi wurde zur Legende, noch ehe seine Werke sich verbreiteten. Nur 26 Lebensjahre waren dem musikalischen Genie vergönnt, das am 4. Februar 1710 in Jesi geboren wurde. Trotz des frühen Todes hinterließ er ein starkes Vermächtnis: Er brachte einen neuen Ton und frischen Wind in die italienische Oper. Von seinen Werken erwarteten die Zeitgenossen stets etwas zwischen Sensation und Offenbarung. Als seine Messe in F am 16. Mai 1734 in Rom aufgeführt wurde, war das Gotteshaus dermaßen überfüllt, dass angeblich der Fußboden absackte. Pergolesi schuf ein stolzes OEuvre; noch mehr aber wurde ihm zugeschrieben, denn was seinen Namen trug, wurde beachtet. Die „Missa Romana“ stammt allerdings wirklich und ganz von ihm.
Italienischer Glanz strahlt auch aus Händels Werken. Sein Wirken konzentrierte sich auf England, seine entscheidende Prägung erhielt er in Italien. In Rom entstand als eines der ersten Werke, mit denen der deutsche Protestant sich und seine Kunst bei Kardinälen und Patriziern einführte, das prachtvolle „Dixit Dominus“, die Vertonung des 110. Psalms. In Rom traf Händel Arcangelo Corelli, dessen Concerti grossi ihm als Vorbild für eigene Orchesterwerke dienten. Im d-Moll-Stück aus Opus 3, in England geschrieben, verarbeitete er Material aus geistlichen Werken. Es schlägt die Brücke zu Händels Vokalkompositionen.

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Highlight am Oster-Sonntag: 4.4.2010

WDR3
18-20

Porträt: Der Dirigent John Eliot Gardiner (18.03 – 20.00 Uhr)

Sir J.E. Gardiner


Der 1943 geborene Dirigent Sir John Eliot Gardiner hat 1964 zum ersten Mal Monteverdis „Marienvesper“ dirigiert und dafür den Monterverdi Choir gegründet. Das war noch kein Projekt der so genannten historischen Aufführungspraxis, als deren Pionier in England Gardiner neben Roger Norrington gilt. Es waren vielmehr seine Erfahrungen mit französischer Barockmusik, die ihn veranlassten, die English Baroque Soloists zu gründen und später sein Wunsch, auch romantische Musik auf Originalinstrumenten aufzuführen, das Orchestre Révolutionnaire et Romantique. Seine Einspielungen von Brahms, Schumann und Berlioz haben Aufführungsgeschichte geschrieben. Parallel zu seiner Arbeit in der historischen Aufführungspraxis war er Gründungsdirigent der Lyoner Oper und Chefdirigent des NDR-Sinfonieorchesters. Im Gespräch mit Richard Lorber gibt John Eliot Gardiner Auskunft über seine Anschauungen, seine künstlerischen Stationen und Pläne.

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Oster-Sonntag: 4.4.2010

Dkultur
20-22 Uhr

Thomaskirche Leipzig

Live aus der Thomaskirche Leipzig
Josquin des Préz: Missa Pange Lingua

Johann Sebastian Bach: »Kommt, eilet und laufet«

Osteroratorium für Soli, Chor und Orchester BWV 249


Anja Lipfert, Sopran
David Erler, Altus
Tobias Hunger, Tenor
Karsten Müller, Bass
Kammerchor Josquin des Préz

Leipziger Barockorchester
Leitung: Ludwig Böhme

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Ein weiteres HighlightBlog-Teilnehmer aufgepasst..!!

NDR
Sonntag: 4.4.2010

um 22-24 Uhr

St.Michaelis Hildesheim

1000 Jahre St. Michaelis Hildesheim

Johann Sebastian Bach: Nun ist das Heil und die Kraft, Kantatensatz für Chor und Orchester BWV 50
Johann David Heinichen: Concerto F-Dur
Johann Sebastian Bach: Es erhub sich ein Streit, Kantate BWV 19
Jan Dismas Zelenka: Sinfonia a-moll
Johann Sebastian Bach: Herr Gott, dich loben wir alle, Kantate BWV 130
Johannette Zomer, Sopran / Bogna Bartosz, Alt
James Gilchrist, Tenor/ Peter Harvey, Bass

NDR Chor / NDR Radiophilharmonie
Ltg.: Roy Goodman

Aufzeichnung vom 20.2.2010 in der St. Michaelis-Kirche in Hildesheim


Anlässlich der Feierlichkeiten „1.000 Jahre St. Michaelis“ gastieren die NDR Radiophilharmonie und der NDR Chor gemeinsam mit Werken von Johann Sebastian Bach, Johann David Heinichen und Jan Dismas Zelenka in Hildesheim. Unter Leitung von Roy Goodman kommen drei große Komponisten des Barock zur Aufführung: Bach, Zelenka, Heinichen. Im Zentrum stehen dabei die glanzvollen Kantaten Johann Sebastian Bachs aus den 1720er Jahren: Kompositionen von majestätischer Klangpracht, mit denen der Erzengel Michael als Fürst der himmlischen Heerscharen gefeiert wird.
Roy Goodmann arbeitete bereits mehrfach mit der NDR Radiophilharmonie zusammen. Der Pionier auf dem Gebiet der historischen Aufführungspraxis wird als Dirigent und Geiger seit vielen Jahren in der Musikwelt hoch geschätzt. Er war u.a. Gründer und Leiter des „Brandenburg Consort“, stand an der Spitze der „Hanover Band“ und dirigierte zahlreiche Produktionen der Händel-Festspiele in Karlsruhe.

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Oster-Montag5.4.2010

Ö1
19:30-22 Uhr
Francesco Bartolomeo Conti: „David“, Azione Sacra per Musica
Netherlands Bach Society, Orchestra and Chorus, Dirigent: Alan Curtis; Yuri Minenko, Countertenor (David); Matthew Brook, Bariton (Saul); Anna Maria Panzarella und Johannette Zomer, Sopran; Cécile van de Sant, Alt; Marc Pantus, Bass
(aufgenommen am 20. Jänner in Maastricht, Niederlande). Präsentation: Bernhard Trebuch

Dienstag: 6.4.2010

Dkultur
20-22:30Uhr

Alte Musik
»Universalgelehrter oder ›Musicalischer Horribilicribrifax‹?«
Der Thomaskantor Johann Kuhnau (1660- 1722)
Von Michael Maul

Freitag: 9.4.2010
BR-Klassik
21-22
Ein Kaleidoskop der Gefühle
„Das Wohltemperierte Klavier“ von Johann Sebastian Bach und die Sprache der Tonarten
Von Friederike Haupt

Und noch ein TV-Tipp:

ARTE-TV
ARTE F © Camera Lucida Productions

Sonntag, 4. April 2010 um 19.15 Uhr

Wiederholungen:
09.04.2010 um 06:00
15.04.2010 um 06:00
Vivaldi, Gloria
(Frankreich, 2009, 43mn)
ARTE F
Regie: Philippe Béziat
Sänger: Sara Mingardo
Dirigent: Rinaldo Alessandrini

Das „Gloria“ D-Dur (RV 589) ist eines der berühmtesten Sakralwerke von Antonio Vivaldi und wurde noch nie fürs Fernsehen aufgezeichnet. ARTE zeigt das Werk in Kombination mit dem „Gloria“ (RV 588). Es spielt das Concerto Italiano unter der musikalischen Leitung von Rinaldo Alessandrini. Altistin Sara Mingardo übernimmt den Solopart.

Sara Mingardo ist Beobachterin und Solistin in dem Konzert, das im Herbst 2008 in der lombardischen Stadt Crema aufgeführt wurde. Auf dem Spielplan stehen zwei Vertonungen des „Glorias“ von Antonio Vivaldi. ARTE zeigt in aufwendig gestalteten Bildern Ausschnitte aus dem „Gloria“ (RV 589) und aus dem „Gloria“ (RV 588). Es spielt das Concerto Italiano unter Leitung von Rinaldo Alessandrini.
Mit der Partitur in der Hand verfolgt Sara Mingardo aufmerksam die Aufführung. Inspiriert von der Schönheit der Musik stellt Sara sich bisweilen vor, dass die Chorsänger sich im Rhythmus der Musik schwebend durch die Kirche bewegen – wie in einem Traum. Schließlich erhebt sich die Solistin und singt zusammen mit dem Chor die wundervollen Melodien, die Vivaldi eigens für sie geschrieben zu haben scheint.
Das „Gloria“ in D-Dur (RV 589) ist wohl das bekannteste aller religiösen Werke Vivaldis. Doch es gibt ein zweites „Gloria“ (RV 588), dessen Sätze hinsichtlich Tonart, Orchestrierung und Stimmung erstaunliche Ähnlichkeiten mit RV 589 aufweisen. Ganz offensichtlich sollte eine der beiden Versionen die andere ersetzen – aber welche Fassung ist die jüngere? Das Entstehungsdatum beider Werke ist ungewiss, denn von keinem ist die Originalhandschrift des Komponisten erhalten. Der Film zeigt ausgewählte Auszüge aus beiden Partituren.

Sara Mingardo, geboren am 2. März 1962 in Venedig, studierte Gesang am Konservatorium Benedetto Marcello und an der Accademia Musicale Chigiana in Siena. Ihr Debüt feierte sie 1987 mit der Fidalma aus „Il matrimonio segreto“. Sie wurde inzwischen mehrfach ausgezeichnet und hat mit Auftritten in den USA, Paris und Salzburg längst internationales Parkett erobert. Das Repertoire der Altistin reicht von Monteverdi bis Britten, ihr Opernrepertoire umfasst unter anderem die großen Altpartien von Gluck , Händel (Rinaldo, Giulio Cesare, Orlando), Rossini und Verdi (Rigoletto, Falstaff, Otello). Für das Label Opus 111 hat Sara Mingardo 2003 Stücke von Vivaldi, Pergolesi, Scarlatti und Händel auf CD eingespielt, ebenfalls mit dem Concerto Italiano unter Leitung von Rinaldo Alessandrini.

Schönes Osterfest und Grüsse

Volker

Zweimal die Johannes Passion BWV245 in Rotterdam

3. April 2010 2 Kommentare

Diese Woche hörte Ich zweimal die Johannes Passion von J.S. Bach in de Doelen Rotterdam Foto).

Dienstag 30. März 2010 unter der Leitung von Frans Brüggen und am Karfreitag unter der Leitung vom Chefdirigent des Rotterdams Philharmonisches Orchesters, Yannick Nézet-Séguin.
Authentisch und nicht-Authentisch? Mit Yannick sind wir diesen Unterschied vorbei!

Dienstag 30 März
Orkest van de Achttiende Eeuw en Cappella Amsterdam
o.l.v. Frans Brüggen
-
m.m.v. Marcus Schäfer (Evangelist) – tenor
Thomas Oliemans (Christus) – bariton
Carolyn Sampson – sopraan
Michael Chance – altus
Marcel Beekman – tenor
Peter Kooij – bas

Am Karfreitag 2.4.2010
Rotterdams Philharmonisch Orkest
o.l.v. Yannick Nézet-Séguin
m.m.v. Miah Persson – sopraan
Christianne Stotijn – mezzosopraan
Paul Agnew – tenor
Markus Werba – bariton
Nederlands Kamerkoor

Charakterisierung Konzert Frans Brüggen: hervorragend. Und das kennzeichnet  viellicht was an dieser Aufführung fehlte.

Bei Yannick hörte Ich ein Drama und dass soll die Johannes Passion für mich auch sein: ein heftiges Drama!

Wie ein Gemälde von Caravaggio!

Foto: The Taking of Christ (1602) – National Gallery of Ireland, Dublin.

Die Sänger waren in beider Besetzungen nicht optimal, aber sicher nicht um über sie zu klagen! Bei FB machte gerade der Evangelist Markus Schäfer zu viel Drama, ‘overacting’, weil der Evangelist eigentlicht nicht mehr tut als eine Geschichte zu  erzählen. Das machte Paul Agnew unter Yannick besser, aber er war weniger Stimme ‘fest’ .

Marcel Beekman sang schauererregend ‘Erwäge, wie sein blutgefarbten Rücken’, ein Höhepunkt am Abend unter FB. Carolyn Sampson sang die Arie ‘Es ist vollbracht’  exemplarisch, aber Miah Persson sang mit tiefer Gefühl, rührend. Michael Chance (FB) war nur gerade in der Fähigkeit seine Arie ‘Von den Stricken meiner Sünden ‘ im fehlerlosen Ton zu halten.  In die Arie ‘Es ist vollbracht’ machte Christianne Stotijn (und Yannick danach in einem eiskalten lange Stille) mir ‘total loss’.

Der Dialog von Petrus mit dem Volk war bei Yannick einen Höhepunkt! Und das gehört auch so, denn hier wird über das Los von Jesus entscheidet. In allen Chorparteien bei Yannick hörte Ich fantastische dramatische Variationen. Dann hört man auch Barockmusik!
Selten war Ich so ergriffen vom lezteten Chor ‘Ruht wohl, ihr heiligen Gebeine’ und der Choral ‘Herr Jesu Christ, erhöre mich. Ich will dich preisen ewiglich!.

Ich glaube fest dass Yannick Nézet-Séguin einen der größten Dirigenten unserer Zeit wird.
Welche nicht in ‘ authentischer Musik’ spezialisierten Dirigent hat je so eine Passion von Bach dirigiert?

Ich kenne keinen!

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Fernseh-Highlights an Karfreitag und Kar-Samstag 2.-3. April 2010

2. April 2010 2 Kommentare

Ich möchte allen Fernsehzuschauern auf besondere Sendungen für den Karfreitag und Kar-Samstag hinweisen:

MDR-Fernsehen, 3.4.2010 00:00 Uhr - Matthäus Passion aus der Thomaskirche

MDR Fernsehen Karfreitag BWV 244 Matthäus Passion

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BR-Fernsehen, Samstag, 03.04.2010
00:25 – 01:25 Uhr
Ballett John Neumeier Matthäus Passion

BR-Fernsehen: Ballett von John Neumeier Matthäus Passion

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BR-Fernsehen am Samstag, 3.4.2010 23:30 Uhr

Die große Romanverfilmung: „Schlafes Bruder“

Bestseller-Roman von Robert Schneider

BR Fernsehen Romanverfilmung "Schlafes Bruder" von Robert Schneider

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Wünsche allen ein sonniges und glückliches Osterfest.

Herzliche Grüsse

Volker

Herreweghe mit Bachs Matthäus-Passion in der Philharmonie Essen

1. April 2010 38 Kommentare

Es gibt Werke, die begleiten uns jahrelang und sie werden umso größer, je mehr sich durch eigene Lebenserfahrung und Reflektionen darin lesen läßt. Anfänglich erscheint sie wie ein übermächtiges, komplexes Konstrukt zu dem man aufschaut wie der mittelalterliche Mensch zu einer gotischen Kathedrale, man staunt, aber es läßt sich nicht durchdringen. Mit der Zeit öffnet sich das Werk, es treten erste Strukturen zu Tage. Einige Teile rühren uns zu Tränen, andere sind in ihrer Machart und Aussage schroff, schonungslos, grausam. Geht es hier nur um das Leiden und Sterben Jesu? Nein, es geht um mehr. Es geht auch uns selbst, um unsere eigene Matthäus Passion, um Bachs eigene erlebte Matthäus Passion, Grundzüge der menschlichen Philosophie, die Auffächerung menschlicher Gefühle mit derartiger Differenziertheit und Präzision, wie ich sie vorher noch nie erlebt und gefühlt habe und für sie auch niemals Worte fände, die ihren Sinn treffen könnten; ein Kosmos voller existenzieller Grundmuster.  Angesichts dieser Größe des Werkes fällt es mir nicht einfach, darüber zu schreiben.

Philharmonie Essen: Collegium Vocale Gent – Herreweghe

Vom 25. zum 26.03.2010 schlafe ich vor Aufregung wieder schlecht, Bach und Herreweghe mit der Matthäus Passion ist eine prickelnde, aufregende Mischung in der Passionszeit, die den Adrenalinspiegel steigen läßt und mich in einen Dauerrauschzustand der Vorfreude versetzt. Am 26. stirbt der Freund meiner Begleitung und ich entgehe um wenige Minuten einem Wildunfall. Das Reh liegt mit abgetrennten Hinterläufen auf der Ruhrallee.

Besetzung:

Solisten Chor 1:

Dorothee Mields, Damien Guillon, Colin Balzer, Stephan MacLeod

Solisten Chor 2:

Hana Blazikova, Robin Blaze, Hans Jörg Mammel, Matthew Brook

Die Philharmonie in Essen ist fast ausverkauft, das Publikum ist überregional. Philippe Herreweghes Chöre stellen sich im Halbkreis auf, in der Mitte der Cantus firmus Chor. Die Solisten sind Teil des Chores, Christus (Simon Kirkbride) und der Evangelist Christoph Prégardien nehmen zwischen Chor 1 und dem Orchester Platz. Philippe Herreweghe selbst ist eher unspektakulär, ohne große Gesten, allerdings mit einer ziemlichen Maestro-Mähne.

Philharmonie Essen: Dirigent Philippe Herreweghe

Der erste Chor „Kommt ihr Töchter, helft mir klagen“ legt den Schalter des Alltags um, seine düstere, sog-artige Stimmung mit Bachs Stereo- und 3 D Effekten wirft uns mitten ins Geschehen, Herreweghe dirigiert seinen Top Chor mühelos durch die unwegsamen Todesabgründe, es klingt fast duftig, samtig, alle Stimmen sind gleichberechtigt, jede Stimmgruppe hat je 3 Sänger, das Tempo während der ganzen Passion niemals überstürzt oder gehetzt, es ist alles von reifer, in sich ruhender Abgeklärtheit. Eine intime Atmosphäre, in der ich es geniesse, in der ersten Reihe zu sitzen. Von Weltklasseformat auch das Gros der Solisten, besonders bemerkenswert die beiden Sopranistinnen Hana Blazikova und Dorothée Mields in den ersten kontemplativen Arien „Blute nur“ und „Ich will Dir mein Herze schenken“. Das Tempo ist langsamer als mir gewohnt, jedoch wunderbar innig gestaltet, Hana Blazikova singt trotz der hohen Lage mit warmen Mezzo-Timbre, Ihre Stimme läuft wie dunkelrotes Blut kontrastierend auf Jesus´totenbleicher Haut (ohne zu gerinnen). Dorothée Mields zelebriert mit der eigentlichen Liebesarie Sex nach Noten ohne Körperkontakt (ihr hättet die Mimik der Sopranistin sehen müssen!) und läßt einen Lichtstrahl in die düsteren Geschehnisse. Ist das Stück überhaupt ursprünglich für die MP konzepiert gewesen oder hat Bach hierfür nur „Heil“ gegen ein anderes Wort getauscht??? Sehr charismatische Stimme mit Brillianz, schlank, ohne körperlos zu wirken. Christoph Prégardien ist ein Spitzenevangelist, der auch in Sachen Gestaltung noch viel Neues zu bieten hat. Leider fällt der Christus-Sprecher etwas ab, ob er einfach indisponiert ist oder generell in der Tiefe nicht so richtig klar kommt, kann ich nicht beurteilen, vielleicht liegt es auch an der Platzierung, der Evangelist wird nur vom Continuo begleitet, während Christus gegen die Streicherbegleitung „ansingen“ muss. Bevor ich es später vergesse, möchte ich hervorheben, dass die beiden Solo-Tenöre Colin Balzer und Hans Jörg Mammel mir sehr gut gefallen haben.

Philharmonie Essen: Collegium Vocale Gent - Herreweghe

Im Garten Gethsemane begegnet uns dann der zweifelnde Jesus. Haben wir das nicht auch schon erlebt? Plötzlich ist man ganz alleine und verlassen, am liebsten würden wir jetzt einen Rückzieher machen. Das Ringen mit dem Für und Wider, welchen Weg gehen wir? Aber um irgendetwas zu erreichen, müssen wir unseren eigenen Weg gehen und uns den Schwierigkeiten stellen. Die Arie mit vorgeschaltetem Rezitativ „Gerne will ich mich bequemen“ ist für mich eines der phänomenalsten Stücke der Matthäus Passion. Es klingt noch sehr trotzig und wenig einsichtig, der gottgewollten Bestimmung zu folgen. Es ist der Punkt, der die Wende aus der mentalen Talsohle markiert.

Was Bach lautmalerich im nächsten Duett „So ist mein Jesus nun gefangen“ mit direkt anschliessendem Chor „Sind Blitze, sind Donner in Wolken verschwunden“ uns an Bildern bietet, ist an Dramatik und Energie kaum zu überbieten. Herreweghes Collegium Vocale singt uns Naturgewalten, die sonst nur das Filmzeitraffa eines Wolkenbruchs am Ende der Trockenzeit einer Wüstenregion festhalten kann. Wir bekommen die Blitze direkt ins Publikum geschleudert und hoffentlich wird dieser Typ hinter mir getroffen, der ständig mit seinem Armband nervig herumklimpert und laut Bonbons auspackt! –  Schade, knapp daneben.

Der 2. Teil beginnt gleich mit einem solistischen Stolperstein, der Arie und Chor „Ach! Nun ist mein Jesus hin“. Der Altus Robin Blaze hat dann doch ein paar Probleme die stimmlichen Fallen zu bewältigen, auch ist alles weniger geschmeidig und klingt etwas blechern, Entschädigung ist jedoch im Anmarsch. Nachdem sich Chor und Solisten in der weiterführenden Handlung einen Schlagabtausch mit Turbaechören, Chorälen, handlungschwangeren Rezitativen und Arien um Petrus´Verrat liefern, gipfelt die Szenerie in „Erbarme Dich“. So schön sphärisch und innig habe ich diese Arie selten gehört, hier passt das Androgyne des Altus Damien Guillon perfekt, es darf aber auf keinen Fall das grandiose Violinsolo unerwähnt bleiben, das ist ein absolutes Endprodukt und läßt sich schon nicht mehr verbessern. Annähernd exemplarischen Charakter hat auch die  Arie “ Komm süßes Kreuz“, phantastisch der Gambist, der mit seinem Solopart auch „ein Kreuz hat“, ich höre bis vorne sein angestrengtes Stöhnen.

Philharmonie Essen: Collegium Vocale Gent - Herreweghe

Die Begeisterung der Wissenschaft für die Arie mit Rezitativ „Jesus hat die Hand“ konnte ich nie nachvollziehen, ich bekam nie Zugang,  ist ziemlich abgehoben, hatte der Meister vielleicht beim Komponieren bewußtseinserweiternde Drogen genommen, weil der gesamte Charakter des Stücks irgendwie nicht zu dem eher menschlich-bodenständigen Rest passen will?  Bei dieser Aufführung habe ich das erste Mal gefühlt, ich erahne die Bedeutung, Jesus könnte bereits in einer Zwischenwelt sein! Nach Jesu Tod hustet jemand leidenschaflich in die kontemplative Stille, so dass sogar das Orchester peinlich berührt herüberschaut.

Der Bass Stephan MacLeod, der bereits den Hohepriester und Judas gesungen hat, war mir stimmlich vorher gar nicht so sehr aufgefallen, aber in Arie und Rezitativ „Mache Dich mein Herze rein“ ist er großartig, alles mutiert zu einem am liebsten niemals endenden Wiegenlied. Alle vorherigen Spannungen fallen ab, das Kämpfen um das irdische Leben weicht einer (scheinbar) unumkehrlichen Tatsache, Jesus ist gestorben. Bach ist aktuell, der Tod Jesu kann für viele Tiefpunkte in unserem Leben stehen, aber in einer Welt, wo jemand den Tod überwindet, da ist alles möglich. Danke für diesen phantastischen Abend Herr Herreweghe. In diesem Sinne:

Per Aspera ad Astra

mit österlichen Grüßen, Claudia

P.S. Die vertonte Version wird morgen, am Karfreitag, 02.04.2010 um 21.00 Uhr aus der Philharmonie Köln auf 3SAT ausgestrahlt, Barbara danke für den Hinweis.

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