Wiederveröffentlichung DVD vier Teile über J.S. Bach von 1985

Hallo Bachfreunde,

lange hat es gedauert diese historischen Filme über das Leben und sein Wirken von J.S. Bach zu erwerben. Es sind hervorragend gemachte Filme von 1985 aus der DDR-Produktion an Originalschauplätzen gedreht. Die Sendungen im DDR-Fernsehen waren ein Renner und können nun digitalisiert als DVD im ARD-Shop erworben werden, darauf habe ich lange gewartet und werde sie mir umgehend besorgen. Die Qualität dieser Filme stellt alles bisher da gewesene in den Schatten und wurden von den Kritikern und Besuchern in höchsten Tönen gelobt…!!

Historische DVD von 1985 DDR J.S. BachDVD von 1985 DDR-Film über J.S. Bach

Erscheinungsdatum: 20.11.2009

DVD GG 25 – Johann Sebastian Bach aus DDR TV-Archiv

EUR 22,95  - für eine Vorab-Bestellung

Laufzeit: ca. 415 Min.

Ausgezeichnet mit dem Kritikerpreis für den besten Fernsehfilm 1985

Das Genie J. S. Bach – ein lebensfroher, sinnenfreudiger und direkter Mann. Bachs Kompositionen sind ein unerschöpflicher Schatz. Seine Überlegenheit und sein freies Spiel riefen bei den Zeitgenossen Begeisterung, aber auch Verwirrung und Neid hervor.

Alle 4 Teile digital restauriert

FSK: ab 6 Jahren
Erschienen bei: ARD ViDEO/SHDM
Produktionsjahr: 1985
Tonformat: Dolby Digital 2.0 Mono
Bildformat: 4:3
Regie: Lothar Bellag
Darsteller: Ferenc Bács, Franziska Troegner, Hans-Jörn Weber, Arno Wyzniewski, Ulrich Thein, Jaroslav Satoransky, Ralf Lehm, Zoltán Gera, Gabor Sárosi, Wolfgang Dehler, Dana Vávrová, Wolfgang Greese, András Kozak, Horst Schulze u.a.
Sprachen: deutsch
Bonusmaterial: Interview mit Darstellerin Franziska Trögner (ca. 10 Min.), Dokumentation über J. S. Bach (ca. 45 Min.), umfangreiches Booklet
Anzahl der Disc: 2

Der Artikel erscheint am 20. November 2009. Es besteht die Möglichkeit der Vorbestellung.

Link zu meiner Partnerseite:

http://blogjsbachcantatapilgrimage2000.blogspot.com/2009/11/dvd-wiederveroffentlichung-leben-und.html

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Aktualisierung vom 18. November 2009 mit ergänzenden Angaben:

Weiterhin möchte ich auf das „Bach-Magazin“ (BachArchiv-Leipzig) hinweisen.

Link: http://www.bach-leipzig.de/index.php?id=103

In dem Bach Magazin No: 14 ist ein Artikel über Bachfilme verfasst. Als Pdf sind Auszüge davon hinterlegt:

Textauszüge über Bach-Filme: Bach-Magazin Textauszüge 1

und weiter: Ansicht der Bach-Filme

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Grüße
Volker

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8 Antworten zu „Wiederveröffentlichung DVD vier Teile über J.S. Bach von 1985“

  1. Leen sagt:

    Grossartig! Danke fûr diese Information und Weblink um die DVD´s zu bestellen! Das môchte ich gerne ansehen!

  2. Iris sagt:

    Lieber Volker,
    stell` nicht immer so tolle Sachen in den blog – hab` schon bestellt.
    Herzl. Gruss
    Iris

  3. Claudia sagt:

    Hallo Volker, hatte das in Amazon auch schon gesehen und erst mal auf meinen digitalen Wunschzettel gepackt. Interessant sind auch die Rezensionen anderer Käufer, bzw. Ex-DDR Bürgern, die´s damals im Original gesehen haben.
    Grüße, Claudia

  4. yo21031685 sagt:

    Hallo Volker,
    über Leben und Werk Johann Sebastian Bachs gibt es ja einige Filme. Die DDR-Produktion aus dem Jahre 1985 ist – meines Wissens – die umfangreichste Darstellung. Mit der Verpflichtung der Schauspieler Ulrich Thein, der auch ein guter Klavier- und Orgelspieler ist und Franziska Troegner hat man eine gute Wahl getroffen. Als ich die Aufnahme das erste Mal sah, war ich begeistert. Nach mehrmaligem Sehen – auch kritischem Sehen – gefällt sie mir nicht mehr so gut. Es ist doch arg viel Propaganda versteckt untergebracht worden. Dafür nimmt man es mit den Fakten nicht so genau. Ich meine: Entweder entscheidet man sich für einen Spielfilm, dem alle künstlerische Freiheit gewährt werden kann (gutes Beispiel: Amadeus) oder man macht einen Dokumentarfilm, dessen Geschichte sich an den Fakten orientiert (gutes Beispiel: Die Manns). Die DDR-Ideologen wollten beides und dann noch ein zurechtgebogenes Geschichtsbild obendrauf. Wirklich schade.
    Ich möchte das kurz begründen: Die DDR-Ideologen gaukelten ihren Bürgern vor, das Volk wäre frei und hätte die Macht im Staat (siehe VEB= volkseigene Betriebe); die Bürger in der BRD dagegen hätten die Knechtschaft während der Monarchie lediglich gegen die Knechtschaft des Kapitalismus eingetauscht. Diese Ideologie zieht sich durch den gesamten 4-Teiler. Sichtbar wird das an vielen Stellen im Film. Hier einige Beispiele:
    1. Station Bachs im Film: Weimar
    Wahr ist, dass Bachs Abgang aus Weimar „wegen seiner Halßstarrigen Bezeügung v. zu erzwingenden dimission“ mit einer knapp 4-wöchigen Haftstrafe endete. Unwahr ist, dass die fast neun Jahre in Weimar – nach Leipzig seine längste Anstellung – ein Leben in Unfreiheit und Unzufriedenheit war, wie der Film uns weismachen will. Bach hätte sicherlich nicht eine derart lange Zeit an einem Ort verbracht, wenn er nicht zufrieden gewesen wäre. Wir haben leider sehr wenige Dokumente Bach betreffend über diese Zeit. Jede Menge Dokumente existieren über Herzog Ernst August von Sachsen-Weimar. Als Bach am 14. Juli 1708 sein Amt antritt, ist der Herzog 45 Jahre alt und regiert bereits seit 25 Jahren. Nach der frühen Trennung von seiner Frau lebt er allein und gilt als strenger Herr. Er sorgt für die Wiedereinführung der Konfirmation, beruft Synoden ein und hält persönlich Visitationen ab. Die besondere und dauerhafte Neigung des Herzogs gilt aber vor allem der Musik und damit der Hofkapelle. 1714, im Jahr der Ernennung Bachs zum Konzertmeister, besteht sie aus 14 regulären Mitgliedern. Außerdem werden gelegentlich bis zu 8 Trompeter und Pauker bei Kirchen- und Kammermusik zusätzlich herangezogen. Mitregent ist zunächst der Halbbruder Johann Ernst und seit 1709 dessen Sohn Ernst August. Onkel und Neffe verstehen sich schlecht und bekämpfen einander. So lässt der Ältere einmal kurzerhand die Räte des Jüngeren arretieren. Selbstverständlich bleiben die Hofmusiker von solchen Querelen nicht verschont: Obwohl sie beiden Herzögen gemeinschaftlich zu dienen haben, will es ihnen Wilhelm Ernst untersagen, für den Neffen tätig zu werden; dieser droht seinerseits mit Repressalien, wenn sie solchen Anordnungen nachkommen.
    Ernst August ist Musikkenner. Er spielt neben der Trompete vor allem die Violine. Er kümmert sich persönlich um die Erweiterung der Instrumenten- und Musikalienbestände, regt Orgelkonzerte in der Schlosskirche an und finanziert den Umbau der Orgel. Bach hat es also mit einem musikverständigen, die Musik mit beträchtlichen Summen Geldes ausstattenden Herzog zu tun. Von diesen belegbaren Tatsachen ist im Film nicht die Rede; sie passten wohl nicht ins Konzept der DDR-Filmmacher. Zu erwähnen ist noch, dass die Zahl seiner Schüler vor und nach Weimar nie größer war. 1713 bewirbt sich Bach auf das Organistenamt an der Hallischen Marienkirche. Er wird gewählt und „acceptirt“ gleich im Anschluss daran; lehnt aber nach langem Überlegen im Februar 1714 ab. Hätte er das getan, wenn er in Weimar unzufrieden gewesen wäre? Halle wirft ihm vor, er habe nur taktiert, um seine Chancen auf die Ernennung zum Weimarer Konzertmeister zu verbessern. Der Film geht auf diese wesentlichen Details nicht ein, sondern stellt ausschließlich das Machtverhältnis Herzog-Bach dar und betont damit die Unterdrückung der Kunst durch die Obrigkeit, was – wie wir wissen – nicht der Wahrheit entspricht.

    2. Station im Film: Köthen
    Auch hier wird das unberechenbare Verhalten der Obrigkeit im Film besonders herausgestellt: Leopold dreht sich nach seiner Hochzeit vom musikliebenden Fürsten unter dem Einfluss seiner Frau um 180 Grad zum Militaristen. Wenn das nicht pure Ideologie ist! Natürlich ist es denkbar, dass die 19-jährige Henrietta mit Bachs Musik weniger anzufangen wusste als ihr Gatte; doch gehörten zu ihrem Nachlass u.a. sechs handgeschriebene Notenbücher. Da das geschriebene Notenmaterial auf einige Musizierpraxis schließen lässt, ist das allerhand für eine junge Adlige, der zum Zeitpunkt ihrer Eheschließung nur noch 16 Monate Lebenszeit beschieden sind. Bachs kritische Rückschau auf die letzte Köthener Zeit könnte seiner damaligen Stimmungslage entsprechen. Häufig in seinem Leben will er weg und in solchen Momenten fällt es nicht schwer, Kritik am Gegenwärtigen zu üben. Er hätte Köthen jedoch nicht verlassen, wenn Leipzig nicht die größere berufliche Verlockung dargestellt hätte.

    3. Bachs Besuch in Potsdam
    Das Drehbuch des Films lässt Carl Philipp Emanual Bach sagen: Friedrich der Große lässt sich mit Bachscher Könnerschaft verwöhnen, zahlt aber nicht dafür und lädt ihn nicht einmal zum anschließenden Essen ein. Dieser Vorgang ist frei erfunden; dafür gibt es keine Dokumente. Die Aussage CPhE’s dient lediglich als ideologischer Beweis der Ausbeutung des Menschen durch den König = Kapitalismus.

    yo

  5. Volker sagt:

    Hallo Yo,

    danke für deine umfangreiche Darstellung zu dem DDR-Film. Genau deine kritischen Angaben sind auch in dem neusten BachMagazin – Ausgabe Heft 14 von November 2009 – erwähnt worden. Meine Neugier treibt mich aber dazu, diese zwei DVD’s zu erwerben um mir ein Bild von der DDR-Ideologie zum Thema J.S. Bach zu verschaffen. Im Internet kursierten immer wieder die Anfragen nach diesen Ungarn-DDR-Filmen von 1985, die wohl gerne angesehen worden sind und ein überwiegend positives Echo hervorgerufen hatten.

    Ich hatte vor ein paar Monaten mir den Bach-Film „Mein Name ist Bach“ mit Vadim Glowna angesehen und war darüber masslos enttäuscht, das ganze kam mir wie ein Kammerspiel vor zwischen Bach und Friedrich II in Potsdam, da ist soviel freie Improvisation enthalten, dass mir die Haare zu Berge standen.

    Eine gelungene DVD mit dem Titel “ GREAT COMPSER “ Bach – von der BBC herausgegeben, hebt sich hier von der vorgenannten in einer erheblich besseren Qualität ab und ist jederzeit zu empfehlen.

    In der gleichen Qualität hat mich die DVD aus dem Hause „Querstand“ aus Altenburg – mit dem Titel: „Johann Sebastian Bach – Leben und Werk“ überzeugt, da wird nichts hinzu gedichtet, alles ist historisch belegt und mit guten Musikeinspielungen namhafter Interpreten unterlegt.
    Nun schau ich einmal, was der von dir rezensierte DDR-Film hergibt, vor gewarnt bin ich schon und werde nach dem Ansehen dazu Stellung beziehen.

    Herzlichen Gruß
    Volker

  6. yo sagt:

    Hallo Holger!

    Die BBC-DVD GREAT COMPOSER – BACH habe ich. Ein wunderbar gelungenes Werk, uneingeschränkt zu empfehlen. Mein „Bach-Pabst“ Prof. Dr. Dr.hc.mult. Christoph Wolff ist auch mit an Bord und erläutert sehr anschaulich, wie Bach arbeitstechnisch vorging, um am Anfang seiner Leipziger Jahre für jeden Sonntag eine neue Kantate aufführen zu können. Die Erklärung von Joanna McGregor zur Wohltemperierten Stimmung Bachscher Tasteninstrumente ist dagegen zu dünn und zu wenig anschaulich geraten. Sehr gut hat mir dagegen ihr Beitrag zur Kunst der Fuge gefallen. Musikalisch getragen wird das Ganze von John Eliot Gardiner und seinen Mannen – eine grandiose Interpretation der h-Moll-Messe. Kenneth Branagh mit seiner sonoren Shakespeare-Stimme führt durch die Aufnahme – besser geht nicht. Jedem Bachfan sei diese DVD dringend empfohlen.

    yo

  7. Volker sagt:

    Hallo Yo,

    ich möchte noch auf weitere Filme über J.S. Bach Aufmerksam machen und füge in den Hauptbeitrag eine Illustration als PDF-Datei bei und textliche Ausführungen aus dem Bach-Magazin November 2009. Ob die angegebenen Filme heute noch zu erwerben sind mag ich bezweifeln, aber es ist immerhin ein Versuch wert.

    Link: zum Text über die Bach-Filme

    http://meinhardo.files.wordpress.com/2009/11/bach-magazin-textauszuge-1.pdf

    Link: zur Fotoansicht der Bachfilme

    http://meinhardo.files.wordpress.com/2009/11/ansicht-der-bach-filme.pdf

    Gruß
    Volker

  8. Claudia sagt:

    Hallo Volker, ich habe mir den Film letztes Wochenende angesehen und fand ihn echt gut. Die Besetzung kann ich durchweg als gelungen bezeichnen. Zwar kann auch zentimeter dicke Schminke aus einem etwa 50 jährigen keinen knackigen 30-jährigen mehr machen, aber darum gings ja auch gar nicht. Schön auch witzige Alltagsszenen, wo er von Anna Magdalena aus höheren Sphären auf den Teppich zurückgeholt wird, Holzhacken, Szenen mit Perücke und 3-Tage-Bart.
    Teilweise fand ich den Film auch richtig spannend, obwohl ich ja genau wusste was passierte.
    Der Film verzichtet auch auf das sonst übliche „Kamera-draufhalten“ bei bestimmten Lebenssituationen. Es wird dezent die Tür geschlossen. Den Rest ergänzt unser Hirn.
    Insgesamt fand ich die Darstellung incl. des gesamten Umfeldes sehr realistisch, manchmal war der Meister mir etwas zu devot und bescheiden, da hätte ich mehr Extremität und Exessivität im Bezug aufs Leben erwartet.
    Abgerundet wurde die DVD durch das Orgel- und Cembalospiel von Matthias Eisenberg, dem ich als Chorsängerin in meiner Schülerzeit viele Umsonst-Aufenthalte auf Sylt verdanke, die ich nie vergessen werde.

    Gruß, Claudia

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